Indiana Tribüne, Volume 15, Number 342, Indianapolis, Marion County, 28 August 1892 — Page 4

Anblattn Sribüne. Erscheint :-,;v K ä 3 1 i ch nnd S o n n t g s.

Tl?tZglichc .Tribüne kostet durch den Träger ii CeutS per Woche, die SonntagK-Tribüne EenrS xcr Woa?e. Seite zuszAUken I5Cent4 der CGretS per Woat. Per Pzst zuze5chiZ! in Vor zuSdczlung P,'pr Jahr. Ossice : 130 Ost Maryland Strab?. Indianapolis, Ind.. 28. August 1892. Lpaziergünge durch Amsterdam Con Stift Vlkibner. Der Zuz. der pfeilschnell die von Seilern, Canälen, Windmühlen belebte fläche durchschnitten, üer.sngsamt sich und pfeift, das Coupe wird aufgerissen. Wären DU Wirklich schon angekommen? Meiner Uhr nach, die noch in Köln rich lig zeigte, hätte ich mich noch eine volle Viertelstunde zu gedulden gehabt. Doch ja, wir sind schon auf der Außenstation nahe der Amstel und haben nur noch ei nicc Minuten zur Centralstation weiter zufahren. Ein weiter ruhender See spiegel, von der sinkenden ecrnne goldig und roth gestreift, zeigt sich dem Blicke. Docks erscheinen und ein Mastenmcild, Schiff an Schiff, wir fahren auf einem Damnie mitten durch den Wasserspiegel, Stadttheile, von Canäken durchschnitten, zeigen sichda halten wir endlich, ALeS drängt zum Auögange. So bin ich denn wirklich in der Gtcdi die zu shrn ich seit undenklicher Zeit gewünscht habe! Ihr erster Eindruck ist groß, jedenfalls der einer Weltstadt, waö sie schon siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert vsr Paris und London ge wescn und unleugbar heute noch ist. lln übersehbar dehnt sich das Häusermeer. aus de Thürme und Kuppeln empor ragen. Dem, der au? dem Bahnhöfe Herau-Ztht, tritt dieses Bild im weiten Halbkreise entgegen, und zwar originell im höchsten Grad?, hoch und schmal, meist nur mit einer Front von drei Jen stcrn. präfentiren sich die Häuser mit den breiten, seltsam verschnörkelten Gie beln. Mit dem fast durchgängig dunkel braunen.fast schwarzen Anstrich desBack steinbaues, dessen Mörtellinien aufs sorg fälligste weiß bemalt sind, wogegen Jen stereinfassungen und Ornamente weiß bervortreten, hat UNZ der Aufenthalt in Holland bereits bekannt gemacht, ab nirgendwo war noch der Anstrich so greö und herausfordernd. DbeZ b:sttht jed Hausfront fast nur aus Fenstern, die so zusagen von Stockwerk zu Stockwerk ragen, daß, nirgends Platz für ein Sckild. eineFirmatafel übrig ble.bt. DaS Ori inellste aber ist die Haltung der Häuser. Dort neigt eines das Haupt nach vorne, dort lehnt eines en ihm zugekehrten ?lachbar, da und dort ist eine GruLpt wie dem Zeichenbuche eines SchülerS ent' nommen. Alles Wirkung des nachgieb igen BodenS wir sind ja in der Stadi. die aus pfählen ruht. Eine Droschke, die schwer aufzusinber war führt mich über Brücken, den Grach ten. den langen, mit Alleen besetzten Canalen entlang, dem Herzen der Stadt zu. Der Samstag macht Alles doppell lebendiZ.das Quartier gleicht einem wim melnden Ameisenhaufen. Schiffer und Dirnen treiben es ziemlich arg. Doch schon biegen wn um eine Ecke, wir kom rnen in anständigere Regionen, ja in rei che und prachtvolle. Wir gelangen auf den Darn", nnd das Erstaunen des Reisenden wächst, wenn er sieht, wie bier auf in den Sumpf gefHlagenen Pfühlen Plätze geschaffen, Straßen gezogen, Paläste Eingesetzt worden sind, die denen sedec andern GroßlZadt eben bürtig. Den prachZvollen .Darn" um geben das graue, feierlich ernste ehemalige Stadthaus, von deffen Thurm ein vergoldetes Schifflein herabsieht und eben jetzt ln Glockenspiel wie die Musik einer riesigen Thurmfpieluhr herabtönl seine Ouadermanern ruhen auf mehr denn dreizehntausend Pfählen. Drüben ragen die neue stets, die Börse. Hie öffnet sich die glänzende Kalverstraat, die 5ke St. Honore in Amsterdam, und entzsmdet schon ihre GaSlaternen und die tausend und tausend Gasflammen ihrer VerkaukSaewSlbe. Wobin man blickt. Leben und Bewegung. Die mär chenhafteste aller Pfahlbauten,die je über lockeren Sand. Morast undWasser erria) tet worden, ist eine Wahrheit, und man muß sie gesehen haben, um an sie zu glauben. ... Mein Lebenkang bin ich Rembrand, nachgegangen wie keinem andern Maler, und so ist es selbstverständlich, dafc ich lchon am andern Tage da RyksMu seum aufzusuchen ausging, wo die her vorraaendÜeGkmäldksammlungHollandS aufgestellt ist. Es ist gegen Neun. In. der Gasse, in die mich der Zufall verschlagen, holten sich das wilde lärmende Leben und Trei ben, das Singen und Johlen, dleWirthS Hausmusik, auch Drehorgeln, undPianes erst gegen halb Drei beruhigt; jetzt ist die Eaffe beinahe öde und fast still. Man vernimmt nicht einmal sonntägliches GlockengeNute. Kein Kckffeehaus ist noch bereit, Gäste zu empfangen ; in den Localen, die eben geöffnet werden, stehen noch Tische und Stühle in Unordnung man kennt in Holland nur ein Frühstück en zu Hause. Nur die Verkäufer von Erdbeeren, Gemüsen, Seekrebsen rufen, chren Karren vor sich, hlrschiebend, ihre Waare aus. Auch die Hausmägde, fde mit einem weikenhäubchen auf dem Kopfe sind thätig ; sie waschen und bürsten das feinausgelegte gelbe BackstcinTrottoir, sie fegen die Dielen in den Erdgefchoffen und btstieuen sie mit weiemSande. Ihr Leben ist in ewigek Putzen, Schrubben, Waschen, Bürsten, Ausklopfen und Fit. tigen, denn hier ist Reinlichkeit Religion. An einem Platze vsruöerkommend, wo ein altes Haus demolirt worden ist und ein neues aufgefülirt wird, gelange ich dazu, mir von hiesiger Bauweise einen Begriff machen zu können. Ich blicke hinter die Brettereinsriedung nichts, buchstäblich nichts ist zu sehen, alS Mor st und lsckerer Sand, au? welchem

ichmuZ'ggr ueS Waster empo-qulUl. In diese inftcle Masse werden, enger oder weiter auseinander, je nach dem Bedürf niste des Baues, Pfähle von zehn bis dreizehn Metern Länge eingetrieben, bis sie auf festen Grund stoßen. Stehen sie fest, wird über ihre Köpfe weg eine leicht gewölbe Decke von Ziegeln aufgemauert und darauf das dünnwandige Haus ge stellt. Hete ruht die Arbeit, aber da steht der hrbblock, dieNamme oder Katze, welche die Pfähle eintreibt, indem sie ei nen c?ntnerschwereu Block aus sie herab fallen läf.t, daneben steht der große ei lerne Ofen, der dazu den Theer kocht. Man sieht das Alles, aber man will noch immer nicht begreifen, wie in solcher Ausdehnung der Kampf mit dem tück ijchzsten aller Grundwaffer durchgeführt werden konnte. Könnte daS Auge in den Boden sehen und das Zugedeckte wahrnehmin was würde es erblicken ? Auf neunundneunzig morastigen Inseln, die durch dreihundert Brücken mit ein ander verbunden sind, einen ungeheuern, meilenweitcnWald von abgestutztenVäu men, sämmtlich aus Norwegen herüber geführt, und darauf gestellt eine Stadt mit Gartenanlagcn und Plätzen, ja mit gewaltigen Palästen! Wohl in keiner Stadt ist eS schwerer.

sich zurechtzufinden, als in Amsterdam, wo man verhältnismäßig wenig Thürme sieht und d,e Häuser alle nach einem Vorbild gebaut, die Canäle mit ihren Ulmen'Alleen und ihren Brücken einan der so gleichen. Ich habe endkoS nach dem Museum zu fragen und irre ihm, wie es scheint, auf den größten Umweg en entgegen. Und doch ginge, wie ich bald darauf erfahre. Alles so leicht ! E fehlt nur der gehörige Echlüffe! : dem Palais gegenüber, die Damstraat ent lang, immer gerade auS, drei Brücken 'flreult. dann links gewendet, und das Tripprnhu's (TrevLenbaus) -esunden. Die NZume desselben sind -",' rn glich ; man hat de unjchätzbaren Msttz an' ttttiwerlen in drei enge Stockwerken unterbringen muffen. Endlich stehe ick vor dem Meisterwerke, das ich suche. Rembrandt's Auszug der Schützencompagnie", ehedem und auf den Photographien heute noch die .'Aachtschaarwache", Ronde de nrrit, hat semesglkkchen nicht in der Welt.Wer ter ist die Magie der Farben nie getrie den worden. Man blickt in die Halle des Gildenhauses, in die daS Tageslicht, echtes Tagesilchk. durch ei dem Be!chau er unsichtbares Fenster einfällt. Es mag am Spätnachmittag sein. Alles drängt dem Ausgange zu. Vorn im schwarzen Koller marschnt der Capitän Franz Ba nina Cook, ihm zur Seite steht im gelbe Büffelkoller sein Lieutenant. Nur diese und noch ein paar Figuren im Vorder gründe sind beleuchtet, aber man blickt in das Bild und entdeckt, wie das Auge sich an den Ton gewöhnt, :mmer neue Um risse und neue Gestalten, die aus dem Halbounkel auftauchen. Der Fähnrich hebt die grüne schützenfahne empor, em Schütze ladet die Arkebuse. derTambour schlägt den Wirbel. Einem jungen Mädchen in reicher Kleidung, vermuth lich (5ook's Töchlerlein, daS einen Hahn tm Gürtel, wahrscheinlich den Schützen preis, trägt, einem Geschöpfchen voll Grazie und Anmuth, wird Angst in ott Gruppe der Männer ; auch ein Knabe, mit einer Blechhaube vermummt, macht sich davon. Em einfacher, ja unbedeu tender Act ist, ich weiß nicht durch welche Magie der Farbe, zur wunderbarste Wirkung gebracht. Was soll man sa gen ? Ist es Realismus? Es ist ReaNZ muS, denn die lebendiqste Wahrheit tritt uns entgegen. Und ist eS wieder nicht ! Wo zeigt die Wirklichkeit diese wie durch ein Goldmedlum hindurchgegangenen Töe? Und dem .Schützenauszug- steht ein Bild gegenüber, das sich beinahe mit ihm mcffen darf. ' Es ist dies das .Festmahl der Börzerwacht", die .Schuttersmaal tijd-, von Bartholomäus von Helft, ein AiesenbUd, das fünfundzwanzig Perfo nen. in Lebensgröße gemalt.durchzängig Vorträts.in led'endigsterBewegung zeigt. Amsterdamer Schützen (Schutiers) feiern am IS.Juni 1C1S durch ein Festmahl in der St. Jorriödoelen, dem St Georgs Schützenhause, den Abschluß des west fa'.ischen Friedens. Nie wieder hat sich Bartholomäus von Hekst, einst der Llebllngs.PortrZtmaler der reichen Am sterdamer, zu einem ähnlichen Meister we.'ke aufZefchwungen. Indeß ist sei Bild der reine Gegensatz zum Nem brandi'schen. Von yelst ,st völlig selbst los, er gibt uns das reine Spiegelbild eines lebensvollen Voraanaes, nichts weiter. Er eigt uns die Realität ohne die geringsteZuthat seiner Subjektivität. .Beide Bilder gestehen zu haben, ist ein Ereigniß im Leben und ganz allein die ceise werth. Wer Bartholomäus von Helst's .Schuttersmaaltijd gesehen, ist wirklich mit den Amsterdamer Schützen beim frohen Male geseffen, bat von ihrem Wein getrunken und von ihren Platten gegeffen wer auf der Wand gegenüber rembrandt's Bild aeseden. bat mit Rem brandt's Augen inen flüchtigen, oder unvergänglichen Moment geschaut... In Amsterdam ist nie Gleckengetäutz zu vernehmen auch sonntags Nicht. Als ich mich nach der Ursache dieser auf fallenden Erscheinung erkundigte, würd mir eineAntwort zu Theil, die gar wun derlich klang : e soll dies seit alte? Zeit so sein und der Juden wegen geschehen, denen der Klang der Ehristenglocken nicht efällt. Verhielte sich daS wirklich fo.fo stünden wir vor einer Verzichtleistung der herrschenden Classe imSinne der Gleich berechtigung, wie t nicht größer gedacht werden rann. Unstreitig hatten die Juden, die no beute in Amsterdam ine einflußreiche Körperschaft bilden und in Zehntheil der Bevölkerung ausmachen, hierin den zwei vorangegangenenJahrhunderien die größte Rolle gespielt. Hieher brachten die in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts aus Portugal Vertriebe nen ihre unermeßlichen Schätze. Hier, wo ihnen ci:i unbedingtes Recht freier Rett gionsübung zugestanden wurde, , fanden sie sozusagen ihr zweites Jerusalem. Sie bauten die zahlreichen Synagogen, die heue noch stehen, und waren in ihre igenen Kreisen so unduldsam als mög lich. Alte Tracht, alte Judensitte mu sich hier lange ngeschwächt erhalten ha den,. Aus der Amsterdaxeer Judenstadt

bolre stch Aembrändt die ihm fo theuren Typen feiner alten Nabbinen. Mit ihre weißen Bärten und hohen Turbanen stat tet er auch die hohen und niederen Prie ster auf feinen alttestamentliche- Bildern

aus. Welcher lernst, welche feterliche Würde ist diesen Männern m elaen! Noch heute zeigt uns Nembrandt'S .Jüdische Braut" im Museum von der yoog. wie orientalisch prächtig sich das Volk Israel in Amsterdam zu kleiden gewohnt war. Noch besteht das alte Judenviertel und wird kalt ausschließlich von Juden be wohnt, aber von dem Neichthum, de, dort zu Hause gewesen, habe ich mchtS zu sehen bekommen. Die Kinder Israels füllen die nicht allzu breiten Gaffen, sie stehen vor ihren Läden, der Fremde wird mit Anerbietunae derfolat. Nir gendwo der Anfchein regelmäßiger Ar bett. Aussicht auf einen möglichen Ve winn wird regelmäßiger Thätigkeit vor gezogen. Jahrhunderte deS Aufenthaltes unter anderen Klimaverhältnissen haben den ThpuS des ivtammeö mcht verwischt, der Ausentbalt unter dem. Seise und Waffer am meisten begünstigendenVolke, hat dem ivohne Israels rnne grokere Liebe zur Reinlichkeit beigebracht. Man befindet sich buchstäblich unter einem an deren Volke. Da und dort schiebt Einer seine aemischte Waarenhandluna aus einem Karren vorwärts und schreit u 5 Letbeslrästen, ovgltlch tyn :ttkmano , beachten scheint : bier solaen Kmder rudelweise einem :m Gehen ein Lied ab singenden kleinen buckligen Blinden. Eg waren Bilder, wie ick sie vor 5iabren in der Prager Judenstadt betrachtet und seitdem nicht wieder. Gerne hatte ich daS väterliche HauS Spinoza'S, gerne die Synagoge gesehen, vor deren Schwelle sich Uriel Acosta niedersetzen mute.damit seineGlaubensgenossen über ihn binwegschreiten konnten ; aber Nie mand mußte mir diese Stätte zu nennen. Auch die Diamantschlkifereicn zu fehen, die zumeist von Juden betrieben werden, war hier nur Nebensache; meine wieder holten Gänge in die Judenstadt hatten einen andern Grund. Ich spähte nach alten in Amsterdam rschienenenBüchern und Broschüren. Dabei handelte eS sich nicht um kostbareE!zev!erS. die ja sammt lich in den Händen bekannter Antiquare sind. .Lmprims a msterilam", nedruckt u Amsterdam" eS kann a La Haye (in dem Haag) fein wo ein Bu cherfreund diese drei Worte auf dem Ti telblatte eines Buches aus dem vorigen Jahrhundert erblickt, da hält er gewiß die alte Scharteke fest und sieht sie sich näher an. Denn was sonst nirgendwo gedruckt werden durfte, erschien in Am sterdam oder im Haag. Aufklärer, die den Kampf mit dem Dogmi ihrer Zeit aufgenommen, Opfer der Politik, die sich durch Pamphlete rächen wollten, Staatsmänner und politische Frauen, die sich in Memoiren vertheidigen woll ten, alle flüchteten vor Zeiten ihre Manu seripke hieher, in das Land der freien Pieffe, die olle Arche der Freiheit. Oft genz war das .aedruckt in Amsterd kur fingirt, meisten? jedoy waren li Zücher wirklich auS AmsterdamerPreffe rvorgegangkn. Nicht ganz unvsrb. eilet auf diesem Feld, war ich hergedmmen, dies und daS von alten AuS laben zu suchen, als auf dem Orte, wo i noch am. wahrscheinlichsten zu finden, ind ich bereue in dieser Hinsicht meine kVanlleiinzstt loor de JadeubnV itraat nicht. Mich des Näheren übe, aS, waS ich gesunden, zu verbreiten, ei einer sxaieren Zeit vorbehalten. Amsterdam, im Juli. mm , FZWM -fm MW Berliner Oer.Ätöseeuc. Er machte einen höchst soliden Ein druck, als er tcn langen, fchwarzei Kammzarnrock bis oben zugeknöpft, hin ter den Brrtlern. die die Anklagebank be deuten. seinemSchicksal entgegensah. Das ergraute Haar, daS kunstvoll von hinm nach vorne gekämmt war, gab ihm soga' etwas ehrwürdiges, man sah. dag r, Ängstlich bemüht gewesen, sich kein Blöe zu geben. Und. dieser Mann mi dem von Biederkeit und Schwnß triefen den Besicht sollte dermaßen gegen bei Anstand rcrstoßkn haben, daß er sich we gen Sittlichkeitsrergeben zu verantwoc ten hatte? Seine Erregung roar be reiflich, krampfhaft ballte er das Ta ichentuch in der Hand zusammen, um e? gleich daraus wieder aneinander zu neh men und damit gegen die pochendek Schläfen und die etwas verquollene, Augen ;u brücken. Sie sind der Nen tier Albert M. V beginnt der Vorsitzend die Verhandlung. Angekl.: Ja, be bin ick, un ick habe drei erwachsene Kin der, die ick in Zucht und Ehrbarkeit jroj jezojcn habe, mein Bruder is lang Zeit Mitjlied bei die EinschätzunasCHiN' Mission jewesen, ick selbst habe schon all Schösse Recht gesprochen und mir muj det so sehen, det ick wejen sowat uf bi Anklagebank mutz, wo Spitzbuben m Verbrecher alle Dage ihre, Niederlassum feiern ? Un denn wesen sowat? (Im mer erregter werdend.) Herr Präsident jloben Sie mir, drei Dage und Nachthabe ich keen Ooge zujehatt, un a ick zu mir senommen habe, det i, noch westtzer jewesen. Wenn ick verur deelt werde, ick ieberlebe et ich, denr sehe ick nach Amerika, un wenn ick u meine ollen Daje noch Petroleum jrabe, soll. Nee, sowat! sowat! Wie de Mensch blos dazu kommen kann! Vors.: Herr M., ich will Ihnen ma etwas sagen. In der Anklage steht aller dlngs .Sittlich keitsvergehen", es ist abei schlimm nicht, wenn Sie verurtheilt wer den sollst, so kommen Sie wahrschein lich mit einer geringeu Geldstrafe davon Angekl.: Ick will aber nich verurdeel werden, mein Leben is so rein wien Bo gen Papier, da hackt ooch nich drtjerlng )tt an, un nenn ick ooch blos zu een Mark verurdeelt werde, so is et een Lai sor't janze Leben, den keener wnder ab wascht. Un denn wejen sowat! Bors. Herr M. Sie sagten doch vorhin, Si seien Schöffe gewesen 'da mußten Si doch soviel erfahren haben, daß man ii dieser Weise nicht verhandeln kann. Ve ruhigen Sie sich doch, ich will Ihnen er luben, daß Sie Platz nehmen. An gekl.: Ich danke Ihnen, Herr Präsi dent, aber jlooben Sie man, eher wil ick , mic mit'n Fallschirm niederlassen als uf diesen Stuhl hier, bei so'. Schirm riskiit man doch blcö det Le. ben, aber hier jeht et um die Ehre, u, denn um fswat! um towat! Vors.;

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Dann bleiben Sie stehen, kommen Si obr setzt zur Sache. Sie sollen sich au Abende des 2. Februar in einem Haus in der Ältarienstraße derartig aufgesühr haben, daß mehrere Frauen Aergernij daran genommen haben. Nun erzähle Sie mal. Angekl.: Sehe ick denn s, aus? Ick bin gewiß für moralische Anstand, aber wenn Ecnen det jeringst Versehen jleich so ausjelegt wird, det jeh ja noch iebern Fis- und Syndikus. Je derf jarnich an denken. Ja, wenn e noch sonst wat märe, aber sowat! sowat! Vorf.: Angeklagter, jetzt ist mein. Geduld zu Enve. wenn Sie jetzt nich anführen, was Sie zu Ihrer Entschul digung zu sagen haben, dann trete ick ohne Weiteres in die BeweiSanfnahm ein. 'Ihr weibisches Lamentiren kan Ihnen nichts nützen, vertheidigen Si, sich, wie es eines Mannes, der sich un schuldig k'-'s,lt. würdig ist. Angekl. :J. will et erzä ! n, nie et jewesen is. Als, wat mu Schwiegersohn ii, der wohn in die Marienstraße un hadde am 2 Februar seinenJebartstag. Det is nocl so'n ollct Haus, wo zwei Partieen ui eenen Korridor wohn?n. Mein Schwie jersohn sein Korridorpartner war bei Mechaniker V. un der war ooch mit in jetaden. Weil det nun in meinen Sob seine Wohnung für die villen Mensche, man fehre eng war, so hadde B seine Kiche mit zur Versiejung jeftell un krichte mir uf die Seite un stli sterte mir zu, wenn ick austreter müßte, dann sollte ick man nach sein, Kiche jehen. Det dhaten wir Männe, Kenn ooch, nn det kteene Fest verlief ii die größte Einigkeit. Jrade 14 Dag, später hak neine Dochter ihren JeburtS tag un mein Schmiegersohn hatte wiedei een '"iertel nssjelegt. Wie wir nu jeses, sen haben, sehe ich mal raus und jeh, ujii dunklen Korridor lang und tapp!, mir so janz in Jedanken wieber nach dr Nachbarn seine Kiche hin, jerade wie'! vorige Mal un ohne det ick an wat Arj oder im jeringsten sowat denke. In i Kiche war t dunkel, woiejen det vorigu Mal eene kleene Lampe brennen dhat, 1 ick aber, unter uns jeiagt, en bisken vill, Bier jedrunken hadde, so machte ick mit. hierüber weiter reene Nachfebanren, son, dern suche mir hin nach der Wafferlei tung. Und da seht mit eenem Male 'n Dhüre uff un eener kommt mit nt Lamp, un hinter ihm kommen drei, vier Frau, ensleite un nu geht det Schimpfen los: Wat det for'ne Wirthschaft wäre, it fremde Leute ihre Kiche zu dringen ur alle resonnlren durcheinander un iri pust die Lampe aus un in Dunkeln kriej, ick von hinten soue halbe Mandel Stoß, in't Jeu ick und sie stoßen mir us'n Cor, ridor rauö und da stand ick denn. Vsi en Lärm kommen denn nu die Jebnrts taste rauö un umzingeln nir und srjg ten mir, woso un warum, ick sagde abei jarnischt un weil die Nachbarsleite ihr, Dhiere wieder zugeschlagen hadden, si haben die übrigen Jäste jarnischt von z. hören göZricht. Ick bin gleich nach Haust jejangen, ick hadde mir zu sehre jeargert. Den andern Dag habe ick erst von mei nen Schwiegersohn gehört, det sie sick mit ihre NachbarSleite erzürnt häcde un sie deswegen nich ingeladen H5d'te un da ar't für die rachgierigen Leit natierltch en gefundenet Fresse, det ii unter solche Umstände in ihre Kiche kam. Aber eenen denn noch denunciren un s gar wejen Sittlichkeit? Nee sowat Z so wat! Un det muß mir xassiren, wo ick . Vors.: Berubigen Sie sich nur, wir er den die Zeugen hören. Die Beweisaufnahme ergibt in bet That nichts, wodurch die Anklage vege einer Aergerniß erregenden Hndlun sich aufrecht erhalten laßt und hochauf, athmend verläßt der Freigesprochene de Saal. In der Schule. Lehrer: Hier zehen Sie das .Skelet eines Sau geld.ers und zwar. Mayers von was kur einem Man er: Vort einem toö ten. Zug. Wie viel Wagen hat der Eisendahnzug l Achtzig! Tann erkalten Sie sich nur nicht! Wieso? Na bei dem großen Zug. Großstädter- ,)ast wäre ich gestern Zeu ge eznes Unglückfalls geworden. Den ten Sie sich ' in einer Droschke vor dem Ease steigt e,n Engländer es soll lcsgkhen der Kutscher, treibt das Pferd an za Essig der Gaul kann die Karre nicht zirhen er versucht's ttochmal dasselbe fast bricht der Gaul , znsanlmen. ' Da zum Glück er scheint ein Mitglied , des, Tblerschutzvcr eins und klart die Sache auf und rathe Sie. was es war! Der EiiQtaiiD.'T, tauchte eine Eiaarre. die fo schwer iimv dsljj ein Droichlenpscro sie nidyt zittjn lonnie! Provinziale' a : ? a hi. T ' :' .;:; : . O n I e 1 3 Talent. Hugo. .Mir wollen wilde Tbiere fielen,'

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Cnkel. ipnlli mit?" - CnleT W"AU Wettet. Hugo, was sollte ich denn da für ein Thier ;e,n?" Hugo: .Du bist der An!' Onlel: ..Warum denn gerade der Bar?- Hugo: .Weil Du' so schön brummen kannst!" Onlel: Ich brummend HN Du's denn schon geijort ?" Hugo: Nein, aber Papa sagte gestern, tu hättest schon ein hal des Jadr gebrummt!" Genügender Ausweis. Polizeivorsteher: Sie haben sich zum Polizcidiemr gemeldet. Kravler ha den Sie denn aber auch einen Begriff von den Pflichten, dk Sie übernehmend l&ernt Sie zum Beizpiel eine B:iejtasche mit einigen tausend Äart sündcn. was tvürd.-n Sie dann thun?" Nrapser.Gar nichts mehr!" Drei Bepejcden. Dei .nge Gras Thunichtgut wird von der zärtlichen Mama nach Italien geschickt, weil die Wintervergnügungen. seine Ge sundbnt stark mitgenommen. DaS GrSstkin kommt nach Monaco, verspielt 'ein Geld und telegrophlrt am Morgen aiaus an seine Mutter : .Schicke Geld. Portefeuille verloren Auf dem Wege nach dem Hotel be egnet er einen Landsmann und Seu dienpenossen, der ihm 100 Fr. borgt. Der junge Graf geht an Roulette, ge winnt 50V0 FreL. und telegraphirt: .Schicke kein Geld. Portlfeuille wie oergefunden." Am Abend spielt der Graf wieder und ist nach einer Stunde blank wie ein HS ring. Tarauf sendet er da dritte c legramm ad : Schicke Geld. Portefeuille gt kuden. aber nicklS d'rin. :ummi.wvj Werth einer Schachte! eine Guwea." j - 11 -ii rlii ii-i mr n i nriii i W iBMm (Geschmacklos Wirksam.) ei Migräne, Gestörter Verdauung, Leberkrankheiten und Frauenleiden. Aerühmt in der ganzen Welt. Mit einer eZchkisk ) nftZSt Kslle i .,; K0crjgni. .rts'v0 flt1tAH.lffi.AliMri MltMatMlIuM M V W (Semacdt in Ct. Helena. England. Za halvn ' bei Apokbeker und Händler. Preis 25 Cenkl ' die Schachtet, ew Hort Depot: 365 anal 6ir. ! V..U.4iit '(VaUIH W UUV tICUllll uiiucin. . ViA V 1H i nolMNnH eVLlsn.ok'?!!, j biiu nu.w.iiff vj Kftumm Über m, rounc or olj, n4 In zbeiT y 1 I I I U I Wn iusliti,whf rrrtt thtj li. Ans ! 1 1 r mm , au to tb. ak. c.r i.

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