Indiana Tribüne, Volume 15, Number 335, Indianapolis, Marion County, 21 August 1892 — Page 4
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Vt Erscheint ZVi gliä) und B o n n t n g s. Tie tägliche .Tribüne- kostet durch den Xrffgcr Cents per Woche, die SonntazS-.Tribüne" 6 knts per Wocdc. Beide jufcnroitn ISLrntS oder S5 LentS per Z7!on. Per Post jugeZchiZt in Vor AuLdr.zal;kuns per Jahr. ORicc : ISO Ost Maryland Straße. JndwnapoZis, Ind., 21. Auuft 1892. Die ControlUhr. (umortSit 5a I. V. tNlllzltt. I. r CSrtiliön MSfeeraf. Ihl tt. Stunden Tag für Tag ruhte daZ Wohl und Wehe von ganz Mückenheim auf sei nein breiten Rücken, echt volle Stunden hatte er Kähnnd des düstersten DunkelZ der Nacht feine unter prallgeflopften Bettstüöe schnarchenden, schrotenden, flöhnenden, träumenden Mitbürger vor Gikahr zu teföiraen. Kein unwichtiges Amt war das, GU behüte! Der neue Bürgermeister, dei erst kürzlich vom gnä digen Herrn Landrath vor oersan-.Nkltem aly a Beyerrzqer oes xjuaena a;tuSenheirn vereidiat worden rsar, hatte ihm da bei VsrflellunA der Komraunalbe raten ousemsnoergesetzt und Pflicht treue und Diensteiser dringend anS herz gelegt. Die schönen, erbebenden Worte hatten dem biedern Cyttstian wodlgetyan. Er hätte seinem neuen Chef Hochachtung und Verehrung entgsenaebracht. wenn die Ksntroluhr nicht gewesen wäre. Ja. die verwünschte Kontroluhr ! Sn öar ur plötzlich auf der remen Blldstäche seiner Existenz cI3 garstiger Fleck erschienen, am heiter strahlenden Hornant seines vcochr wächterdsseinS als unheilverkündende Wolke aufgetaucht. Daß n?ue Besen eut kehren, daran hatte er nie gepeijeU; ni-M einmal im Traume aber wäre 5 ihm eingefallen, daß ihm solches Aerger ni in den Weg gelezt werden könnte. Für Neuerungen schwärmte er über Haupt nicht. Er war eine durch und durch konservatia angelegte Natur. DaZ Althergebrachte war in seinen Augen da? Beste. Warum auch nicht? Fünfzehn Jahre larg hatte er allnächtlich feine ?!achts Schterstttiche über den Ort gebreitet, kein T?enZch war erschlOgen. kein Einbruch rttüdt.kün Feuer anacicgt worden. Datei harte er weiter Nichts zu tbun ge habt, als jedes Mal, wenn die Thurm uhr Voll geschlagen, zu tuten und einer Cesangbuchvers abzusingen. Und nun mußte der neue Bürgennet' fter mit einem Mal eineKontroluhr toci men lassen, an deren Draht er jede halbe Stunde zu ziehen hatte! Das ihm lieb und werth cewordene Tuten und Sin gen wurde ihm auch verboten, weil er sich damit den Dieben vorzeitig verrathen wurde. Lächerlich Diebe! Diebe in Mückcnheim ? ! Der HerrZürgermeister müßle gerade welche mitgebrocht haben ! Ordentlich schwermmhig wurde der Aermste. Tag und Nacht grübelte er, um Abhülfe zu schaffen. Es wollte ihm aber duröaus NicktZ einfallen. Essen und Trinken schmeckte nicht mehr, der Schlaf ftoh feine Augen, Kummer er sraß jetn Gemüth. Vergeben? waren Frau und Tochter bemüht, ihn zu trü sten. r rcuite imin er düsterer und vei bissen er. Da kehrte er eines Morgens mit sei ner früheren Heiterkeit nach Haust zu rück. Er war wieder der alte Christian Mädereke geworden. Ueber Nacht mußte in Wunder geschehen seia. Mutter ! begann er den Bart stre! chend. .Der er meinte den Bürger meiste? damit, .der ist für unser Einen nicht hell genuz ! Wir sind ihn längst über!" , .I freilich Vater!" war die Antwsrr ferner Ebehälste. (Fr ist zwar n ge lehrter Mann, aber Du kommst mitDer nem Mutterwitz weiter. Erzähle. Chri ftian ! WaS für Finesjen hast Du wieder mal aussplntlZtrt ?" .Hm ! Guter Äcath kommt über Nacht. Mutter! A!Z ich um Elf bei Fleischer Nickekeis Garten vsrbeipatrouillirte, wo ich mir wegen der verwünschten Ubr nicht mal du Zert nehmen konnte, die reuen Kirschen zu Probiren, blitzte in meinem Kopf et präQtlger Gedanke aus. Halb stündlich soll ich die eiserne Strippe an ziehen, der Herr Bürgermeister hat das so anbesohlen. Von zehn Uhr Abends bis G Uhr Mergens macht das Summa Summarum sechzehn Mal. Wie wär's. dacht ich, wenn Du die langweilige Ge schichte auf einmal besorgst? Gedacht, gethan. Ich Hab's fofort prcbirt und fechzehn Mal hinter einander gezogen. Dann habe ich die Kirschen kontrolirt, Glottirschen. Mutter, delikat! und hin ttrher ein Stündchen auf der Garlen baut gedrusselt. Nun mag der Herr Bürgermeister meinetmewegen in Du tzend Köntrolkästen o ';2en, ich pfeife drauf!In diesem Augenblick wurde die Thür aufgerissen. .Mäöerake ließ sich ine tiefe Baß. stimme hören, während in mit Uniform mühe, rothfunkelnder Nase und bürstenartigem Schnurrbart dekorirter Kopf sichtbar wurde. Mäderake! Ausgestan den ! Marsch. Der 5)err Bürgermeister wollen Dich sprechen ! Schnell ! Er ha ben's eilig ! Es muß Etwa an der Kon troluhr passirt sein I Die ist in Ordnung ! lachte Müde rase zuversichtlich. .Komm und schmet lere erst einen. Heinevetter k Kümmel ! Du kennst meine Sorte X Der Polizmergeant Heinevetter, das Organ der Mückenheimer Hermandad und zugleich Bote des Bürgermeisters, war kein Unmensch und nahm die Ein lud UN g an. . Unterdessen war der Bürgermeister auf dem Hofe des Aalhhauses in eigener Person mit dem Ausgehen der Kontra! uhr beschäftigt. EZ giebt davon ver Zchiedene Arten. Die Mückenheimer hatte die Form eweS viereckigen Kasten und war an der Außenmauer de Ge bäudkS befestigt. Das Zifferblatt wurde allabendlich mit ewem weißen Bogen Wapier belegt. Der fleine Zeiger trua
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Nicken führenden Druht in Verbindung. Wu:de an diesem pezogen, so markirte der Stift auf dem Papier einenFindruck. dcr also dem jedesmaligen Stande des Stundenzeigers entsprechen mußte. Mit gerunzelter Stirn und finz.'erm Blick mvsing der Ortsmonarch seiner re!p?!lvctt grüßenden Untergcbenkn. .Er hat d.e ganze acht gc,c)taken!' .'Ntfhr cZ dem Gehege seiner Zähne. .An der Uu? ist nicht gezogen !" I wo werd' q denn sqiofen !' war die st ls;e 5 gewisse Antzwort. Rund sechs zehnmal ht'.be ich gezogen l ch nehme oaö auf meinen Tiensteid ! Er scheint betrunken oder verrück! zu hin ! Scbe Er sich das Kontroiblatt au ! Um halb Elf ist eine Stichmarke und um Eis ein großes Loch. Er muß da wie ein Pserd angeroqen haben. Mich wun rerl'l. dc?5 ItfZeiaer nicht abgebrochen ist ! '..!!: ü?'.. ,r Markirunoe.'i schlcn. Nllons. g?de'.chket: Oder er riSkirt seine Ei,!!c.si-:.'..-Müdrrle sah, daß ihm nichts Ande rc? übrig ur.d gestand sein schlaues Manöver ein .Das Puloer hat er nicht erfunden ! Seiner unglaublichen Einfalt wegen foll Ihm sein Vergehen die'eS Mal geschenkt sein. Aber, wodl v?:st.:nden, nur dieses eine Mat! Im Wledelholungöf.ille ver' liert Er ohne Weiteres seinen Posten !" Damit war er entlassen und konnte sich heimirol!5N. Die Höll. hatte er iich nicht, wie an dere Leute, ai. ein Flnmmenmeer vor gestellt, er liebte ja die Wärme, wie alle NachlwächZer, sondern als kalten, trüben Sumpf, den !?ie Verdammten auSsÄlürlen mi:siett, während ihre Zunge:,. Gau men. Etagen, yjtn nota imrKNürrn , e TA-im v gümniek id!?n. Eine größere Qual a!S d;d Wasserkur hatte er stch nie el'ken kounen. Dennoch hätte er in diesem Moment mit den Höllenbemehr ? rff ! nern lautren mögen, o zammerlim wa ihm zu Muthe. Zu Hause warf er liö fofort aufs Ka napee und wandte das Gesicht der Wand zu. Alles war ihm zuwider. Die Ver nichtung, das ewige Stkchts wäre ihm willkommen gewesen. Vater, schläfst Du schon ? fragte plötzlich eine helle Stimme, welche dem einzigen Pfande feiner Liebe, der schmu ck:n Kathrine angehörte. Er antworttte ntcht. .Vater ! Drehe Dich ein Bischen um! Ich will Dir Wichtiges mittheilen. Du schtäfst ja gar nickt " ,Was zum Teufel soll dtk Quängelel?' rief er sich zorniq ausrichtend. .Kann lch denn lerne Minute ungestört bleiben?4' .Entschuldige. Vater! Du sollst ja nur AnJkNkhmes hören ! Der Karl hat zweihundert Thaler geerbt und will sich als Mkistir niederlassen. Nachher will er Dich um meine Hand bitten." .Ha, ha. ha !" tönte sein grimmiges Lachen duechs Zimmer. .Sage dem SchlLssertarl, Dein HochzeitZkuchen wird ttst gebacken, wenn Christian Mäderake sich über die Kontroluhr nicht mehr zu ärgern braucht. Das geschieht erst, wenn ich todt bin! Die eiserne Kontrolstripös ist der Nagel zu meinemSarge !" II. Mehr als in Dutzend Jahre waren im Zeit'nschooße versunken. Mücken heim stand noch auf derselben Stelle, hatte seinen Bürgermeister und Nacht ächter noch. Lehterer war zwar grau geworden, zeigte ober jene ungetrübte, selbstgenügsame, jovial Zufriedenheit, wie weiland vor Auftauchen der Kontrol uhr. Kathrine hatte ihren Schlosserkarl grherrathet und zur Vermehrung der Einwohnerzahl nach Kräften beigetra gen. 5)z!le sich der steifrückige, hartköpfige Nachlsicherheitskommtssarius wirklich an' die verhaßte Uhr gewöhnt? Auf Erden i;t zwar kein Ding unmöglich. Gefangene lernen ihre Zelle, Kranke ihre Krankheit, Bauern ihre Prozess; lieben ; eine hn m x 11 , - M m m . .. reute coruiaie zwnsen Christian a berate und seinem Kontrol Automaten wäre aber doch ein großes Wunder ge wesen ! Die Last der Jahre zwang ihn, die OrtSbehörd um seine Pensionirung zu bitten. Dreißig volle Jahre hatte seine ehrenvolle Thätigkeit gedauert. Vor versammeltem Rqthe sollte er dafür am Tage nach ferner letzten Nachtwache fel erlich belobt und belohnt werden. Als die weihevolle Stunde nahele und er den Hof des Rathhauses passtrte. fiel ihm das Fehlen der Kontroluhr auf. .Sie haben sie oben im SessionS saale ! bekehrte ihn Freund Heinevetter. der immer noch aktiv war. .Der Herr Bürgermeister haben sie selbst vom Nagel abgenommen und dann hlnausgetragen. .Sie werden mir den alten Kasten doch nicht zum Abschied schenken wollen?versetzte Mäderake besorgt. .Ein Ox boft Kümmel wäre mir auf meine alten Tage dienlicher.Der Sessionßsaal, ein mäßig großer, quadratischer Raum, enthielt als 5)auptstück einen riesigen, grünbehangenen. bil kardähnkichert Tisch, um welchen sich eme Anzahl hch!ehniger Stühle reihle. Sie waren vom Bürgermeister und jämmlli chen Bürgerdeputirten besetzt. Unter diesen siel besonders der Fle! fchermeister Nickelei, Besitzer jenes von Mäderake in der Kirfchenzeit protegirten Gartens, durch seine große Korpulenz ins Auge. Er schien auch sonst eine ge wichtige Persönlichkeit zu sein und das große Wort zu führen. .Gehorsamster Diener, meineHerren ! Mit diesen Worten trat Mäderake. einen ehrerbietigen Kratzfuß machend, eil. .Wir hatten Jhn dierher eitirt, um ei nen Actuin pietatis zu begehen. Ihn für langjährige, unferer Kommune cze leistete Dienste zu belohnen begann der Bürgermeister mit finsterer Miene. .Lei der hat sich die Sitzung in ein Tribunal verwandelt. Ja, erzittre Er nur, Er verstockter Sunder! Vor die Amsen oe Hort Er! Trotz Seiner Verbrechen soll ober Gnade für Recht ergehen, wenn Er ohne Umschweife Alles eingesteht. Trete er vor! Betrachte Er die Uhr und dann rede Er: Jm höstchen Grade verblüfft gehorchte er dem Befehle, warf einen scheuen Blick aus den ihm von Zeher so überaus antr pathifchen Kasten, wobei die blaurothe I t ? Itt.f. .t.'4. ttomem iriner ?laie uipuiica eine oii
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ähnUche Vtüance annahm, und rief kops schüttelnd : .Donnerwetter! Die Uhr steht '.Jawehs. aiter Sonder, dieUhr steht! kicherte Nickklei. .Sie steht seit Mitter. nacht, weil der Herr Bürgermeister ge sinn zwar ein frisches Kontrolblatt eingelegt, aber daS Ausziehen dergoffen hat. Dennoch sind die Halbestundenpunkte richtig markirt. Das Kontrolblatt zeigt richtig sechzehn Punkte. Er Schwere nSthcr! Tausendsassa! Hexenm:ister! Das bringt ein gewöhnlicherMensch nicht fertig Der Unglückliche hätte in den Fußbo den sinken mögen. So riele höhnische Blicke zu gleicher Zeit waren noch nie auf ihn gerichtet gewesen. Die Kehle war ihm wie zugeschnürt. .Will er bald reden !" donnerte der Bürgermeister. .Schenke er uns reinen Wein ein!" Wenn Er noch lange lügt, lasse ich Ihn ins Gesängniß werfen und krummschließen !" .Gnade! Gnade! WohllöblicherHerr Bürgermeister!" stammelte der Geängiiigte. .Ich will Alles gestehen, nur machen Sie mich nicht unglücklich l In abgerissenen Worten begann er das Leid zu schildern, welches ihm die Kontroluhr gleich von Anfang an derer let hatte, wie sein Leben dadurch verbit tert und fast unerträglich gemacht wor en wäre, bis ihn endlich fein jetziger Schwiegersohn durch einen Nachschlüssel von aller Noth erlöst hatte. Von da an hätte er nur die Kastenthür auszuschließen und die sechzehn Stistzeichen an den rich tioen Stellen anzubringen brauchen, um sann de ganze Nacht hindurch weiterer Plackereien überhoben zu sein. .Zwöls Jahre lang nahm der Bür ermeister tiesaufathend das Wort, .hzt sich unserGemeinwesen in Folge der equen.lichkelt diesesMenschen am Rande :Znes AbgrundkS befunden ! Bedenken Sie. meine Herren. :uer hätte den gan zen Ort einäschern, Mörder und Diebe hätten namenloses Unheil über uns und unsere Lieben bringe könnrn ! Wir wa ren unbewacht und v. beschützt, de.'nMä derake s.blies, schlief en Schlaf des Ge rechten oder vielmehr Ungerechten ! .U!ert.ö:t ! Unerhört!- tönte es von llen Seiten. .Geschlafen habe ich nicht, wohllöbli Her Rlitb !" nagte Viäderake einzuwen en. .Nur hin und wieder, wenn's Wetter gut war, so ein kleines Nicker hen." .Schon gut! Schon gut !" schnitt ein Vorgesetzter ibm das Wort ob. .Wir haben ursprünglich die Absicht gehabt. Ihn mit ganznn Gehalt zu pen jioniren. Ich glaube, sämm'liche Herren 'ZZathslnitJlleder welden nunmehr mit mir einverstanden sein, wenn wir den :c. Mäderake ohne Pension curn nil.vrnia 'ntlassen ! .Ich muss dem Herrn Bürgermeister sideisprechen," erhob sich N..ielei. .Der Man.'i kann seine Dienststunden doch ,iicht sämmtlich verschlasen haben, neh Ttzn wir meinetwegen rund die Hälste in. Dann sind wir ihm aber Zur die nbere HZlfke, wo er gkwacht hat, Ven non schuldig. Er rann auch' unmogiiÄ von der Luft leben. Geben wir ihm fern halbes Gehalt als Pension, also mo natlich sieben Tbaler und sünszehn Sil bergroschen und lasten wir ihn dan.r laufen :" Nickelei'S Borfchlaa fand Beifall. Froh, mit einem blauen Auge davon zu kommen, entfernte sich Christian Mäde rake schleunigst, während sich im Sel sionszimmer eme lebhaste Debatte darü der erhob, wie der neue Nachtwächter am sichersten kontrolirt werden sinne. Die Einen rieihsn, das Schlüsselloch des Uhrkastens allabendlich amtlich zu versiegeln, die Anderen wollten ein schwe res Vorlegeschloß angebracht wiisen. Ein dritter Antrag fand endlich die allgemeine Billiqun,. Die Uhr sollte im Innern des 5Zathhauses befestigt und von dort aus der Ziehdraht nach Außen an eine Stelle geleitet werden, wo er vom Wächter leicht m erreichen war. Nickelei sehte es ferner durch, daß das Stunden Tuten und Sinaen wieder eingeführt wurde. Durch diese weisen Maßregeln ist Mü ckenheim's nächtliche Ruhe für alle Zeiten UScrgestellt worden. NuS dem Zltliit tt Stille. Der chinesische Weise Menatse. wel cher im vierten Jahrhundert vor Christo lebte und von seinen Landsleuten als Philosoph nach dem berühmten Kung fll'tse am meisten geschätzt wird, äußerte sich seinen Schulern gegenüber in folgen der Weise über den allzugroßen Musik und Theater.Enthusiasmus : .Ihr lieb die Harmonie, die Tonkunst dezauder euch. Und daran finde ich nichts zu f a deln. daß ihr mit Wohlgefallen einer schönen Stimme lauscht, wenn ihr ein sam in eurem Zimmer weilt und die Austtcht aus reizende Blumenbeete habt oder in der Nacht, wenn der Mond sein silbernes Licht über euch ausgirßt. Aber schickt es sich wohl für einen Menschen, seiner Leidenschaft soweit nachzugeben, daß er einer Bande Schauspieler und Musikcr erlaube, sich von den Trümmern seines Vermögens zu bereichern? Leute, die solches thun, gleichen den einbalsam mieten Leichnamen, welchen man da? Gehirn durch die Ohren gezogen hat. Ein hoher chinesischer Staatsbeamter war sehr stolz darauf, daß er in Kleid trug, welches über und über mit Juwelen besetzt war. Einst begegnete er einem Bonzen, der ihm durch mehrere Straßen folgte, sich von Zeit zu Zeit tief vor ihm verneigte und ihm in wohlgesetztenWor ten für die schönen Diamanten Dank sagte. Erstaunt über das sonderbare Benehmen brach der Mandarin endlich in die Worte aus : .Was will der Narr damit sagen ? Es ist mir nie in den Sinn gekommen. Dir meine Juwelen zu schenk ken." '.Gewiß nicht, versetzte der Bonze; .aber Du West mich Deine Steine doch sehen, und,, daS ist alles wozu Du die Juwelen selbst gebrauchen kannst. Es ist also in dieser Beziehung kein Unter schied zwischen uns, abgesehen davon, daß Du die Mühe hast, die Diamanten verwahren zu muffen, und das ist eine Sorge, von welcher ich mich gern befreit sehe." Wie aroß die Macht der Gewohnbett
Dn die Sommcrsmsvtt schon ziciulich vorgerückt ist, verlaufen wir alle unsere
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ttttsere Auswahl von 5Ncidcrswffclt für den Tvittmer ist sehr gros:. Wir empschlen unsere leichten Unterkleider fnr Herrett und Daznen. Somtnerhemdelt fnr NZänner. Spiken und Siicfcrclcti, wcc llnd schwarze aiims. 2lllf unsere düntlon Kleiber für ßerren machen wir besonbers ans merrfam. Utlfer chlllnraare:l!ager ist vollständig.
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stl, legrt so manche lÄeschlchle. Ich mochte nicht." sagte ein griechischer Phi losopü, .dß man mir eine abgenutzte schale wegnähme, an deren Gebrauch ich mich gewöhnt habe." Auch folgender Borsall ist ein Beweis des Satz s, dan der Menfch ein GewohnhcitSthier ist. Als Tsching'wang, mit dem Ehrentitel ?r Keusche, derselbe Negent. welchem dre Historiker die Aufführung der berühmten großen Mauer zuschreiben, den Thron von China bestieg (Litt v. Chr.). befahl er, allen Gefangenen, die unter der Neglerung seiner Vorgänger eingekerkert worden waren, die Freiheit zu geben. Unter den Ungluckliazen, welche vor ihm erschienen, um ihm für seine Gnade zu danken, befand sich auch ein ehrwürdiger Greis, der nch dem Kaiser zu Füßen wars und ihn folgendermaßen anredete: .Großer Vater von China, Du siehst hier einn Unglücklichen. der 83 Jahre alt ist und seit semem zwe;undzwanzigsten im 5?erker gelegen hat. Ich verlor meine Freiheit, trotzdem ich unschuldig war, und ohne daß man sich bewogen befun den hätte, mich meinen Anklägern gegen über zu stellen. So habe ich mehr als sechs Jahrzehnte m fürchterlicher Ein samkeir zugebracht und mich in diesem langen Zeitraum an mein Unglück gewöhnt. Der Glanz der Sonne, die mir scheint, blendet meine Augen : ich bade die ganze Stadt durcheilt, um einen Freund zu suchen, der mich führen, mir ! verstehen oder wenigstens sich meiner er innern würde. Aber meine Freunde, meine Eltern, meine Verwandten Alle sind todt, und ich bin vergeffen. Gestatte mir Tsching wang, daß ich den Nest mei ncs traurigen Lebens in der Einsamkeit zubringe; die Mauern meines Kerkers gefallen mir beffer als der herrlichste Pa last. Ich habe nicht lange mehr zu leben und würde unglücklich sein, wenn ich meine irdische Laufbahn an einem ande ren Orte beschlöste, als da, wo ich sie zurückgelegt habe, nämlich in dem Ge sängniffe, aus welchem Du mies hervor zogst Tsching'wang erfüllte den Wunsch des Atten, welcher nicht lange danach starb.. Das Gefallen, welches dieser Greis an seiner Einsamkeit fand, gleicht demjenigen, welches wir allesammt am Leben empfinden; mißvergnügt sehen wir alles an, was um uns ist, wir geben vot, dieses irdisch n Ausenthalts müde zu sein; und doch wird unS unsere Gefan gen'chast d '.rch ihre Länge immer lieber. Ucdrigens erzählt Mercier eine ganz ähnliche Geschichte von einem Franzosen, der 47 Jahre lang in der Bastille aesan gen saß und erst von Ludwig XII. bei dessen Regierungsantritte ' begnadigt wurde. Ferner befindet sich im Castun'schen Panopticum zu Berlin die plastische Darstellung einer .Zelle der Bastille" C)lt. 17 US Katalog). In dem Ber ließe eibkickt man inen Graf de Lorge, welcher vierzig Jabr lang unfchuZoig in dem berüchtigten Kerker gefangen g?ba! ten wurde bis ihm die Stürme der Ae solution seine Gkfängnißthür öffneten. Nach seiner Befreiung lebt er noch vier zehn Tage, immer von dem schmerzlichen Wunsche beseelt, nach seiner einsamen Zelle zurückgebracht zu werden. So zeigt sich auch hier die Wahrheit des al ten Spiuches : .Nichts Neues unter de, Tonne. Edmund Bayer. mmm 0 m i cue nihilistische Höl!cnmafö'it:e. Die russischen Nihilisten, welche viel entschlossener, viel geduldiger und viel mehr wissenschaftlich gebildet sind, als die Anarchisten, haben eine neue Höl lcmnaschinc erfunden. Dieselbe ist 16 Centiincter hoch. 10 Centimeter breit und 4 Centiittetcr dick. Sie hat die Form eines Buches von mitttcrr Stärke. Wenn sie einmal geladen ist. so kann sie derAttenlätcr in der innern Tasche seines Rockes tragen und daZ ohne, jede' Gefahr. Zur bestimmten Stunde nimmt er die Maschine ans seinem Rocke, macht sie zur Erplosion bereit und entfernt sich dann in voller Eichcrh.'it. Nach einer von ihm selbst berechnet,' Frist wird der Apparat in Funktion treten, ohne daß der Dynamitnir eine Uhrfeder ausgezogen oder eine Lunte angezündet hat. Die Maschine ist n&m Uch mit einem Erplosiv qeladcn nicht mit Dynamit, sondern mit einem neu ertmldcncn Pulver und der im' Eentritm anacbrachte Zünder bc steht in einem kleinen Stück eines chemischen Prodiutes, dessen Entzündung dadurch yervorerufcn wird, dazz em Lrovsen einer bchimmten Flüssigkeit darauf laur. - Diese Flüssigkeit ist in emcm Gsas Ballon enthalten und wird aus diesem durch eine Glasröbre berauZaelcikel: am
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A v S. f&H i V ?. t Ende der sichre ist der oben erroavnle chemische Ziinder angebracht; der Ziinder wieder sitzt aus der Ladunq des erplodirenden VulverZ auf. Solange also der Glasballon nach unten gekehrt ist. kann die glusstgieit aus der Röhre nicht ausstießi'n, der Zünder sich nicht entzünden, und eine Explosion ist un möglich. Sobald aber die Maschine umgekehrt wird, so daß der Glasdallon nach oben kommt, strömt die Flüssigkeit herab und führt die Explosion herbei. Eine einzige Umdrehung des Apparats ist also genügend, um diesen vom inostensivm Stadium zur furchtbaren Wirksamkeit übergehen zu lassen. Fort' au ist also der Dynamiteur nicht mehr der Sklave seiner Maschine. Er ist nicht mehr verpflichtet, die Explosion derselben durch das Anzünden der Lunte hervorzurufen, wie Ehatarin im WinterPalais, oder durch einen elektrischen Strom, wie Hartmann in Moskau. Er ist stets bereit, wenn er will. Unö selbst nach einem Anfang der Ausführung kann er seine Bombe zurückneh men, sie' umdrehen, sie wieder in seine Taiche stecken und das Attentat ausschieben. Um die Zeit zu berechnen, welche die Flüssigkeit zum Durchlaufen der Röhre braucht, genügt es, wenn er in der Leitröbre Hindernisse aus Lösch' papier anbringt, welche den Tropfen, der den Zünder in Brand seen soll, mehr oder minder langsam, durchsickern lassen. So kann der Apparat auf eine Explosion i Minuten, eine Biertelstunde oder eine Stunde nach seiner Teponi rung am vestsmmten Orte cingestellj werden. Jeder fünfte Knabe in Indien besucht die Schule, dagegen aber nur se ein Mädchen aus fünfzia, Verlangt Mucho's Best Havanna Cigarö." te-QAiK&tt-JlMi'imA ,,Äih einer Tchschtel eine Guinea Casr g??4B!ailcca und ullösbar Hülle i ödrrzign BEECHAM'S ribi.s flnd em wunderbare j; Mittel gegen Wgrn' schwache. o Migräne, ; gestörte Verdauung Verftopf nng. kranke i Lebe? .l ji cud aU k v'to wirksam und heilcr.d Z Frauenleiden befunden. 5 5 Lei allen Lpoidekern. Preis LSc. die SckaSitel. i . wewTyort epot: Btö uanoi fcir. tss
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