Indiana Tribüne, Volume 15, Number 328, Indianapolis, Marion County, 14 August 1892 — Page 3

Sin Verbrechen.

Er?a!ienZrsan ,s Ncginals Varnet. (7. Fortscung.) Das ist ganz richtig." unterbrach ihn Sir Hutter. In meiner Familie trat ein TOdesfall ein. welcher mich nöthigte, früher auf mein Gut zurück zukehren, als ich beabsichtigt hatte. 'Während wir damit beschäftigt waren, bot sich Fräulein Duviöier eine Veran fafsung, ihre Verwandten in Frankreich zu besuchen, wozu wir gern unsere Gin Willigung gaben." Der Inspektor verbeugte sich noch AlalZ. Gs freu! mich, zu hören, daß sie die Wahrheit gesprochen hat." sagte er. Uebrigen kann ich nur wenig lagen. Sie haben bereits gehört, wik Äie Anklage lautet?" Ja. Und ich halte sie für lächer. Sich und ungeheuerlich," sagte der Land junler lebhast. Ich bin ganz der Anficht meines Mannes. " fügte Laoy Hunter hinzu, irelöe bis jetzt Schweigen beobachtet hatte. Inspektor Saunders blieb nichts übrig, als dieZ mit Höflichkeit hinzunehmen. Sir John Hunter war ein zoohlbekzmUcr Mann von Einfluß und Reichthum, welchen ein einfacher Polizeibcamter nicht brü-l behandeln oder einfach abweisen konnte. Nun. mein Herr," sagte er, ich kann nur hoffen, daß Sie und Ihre Frau Cemahlin Recht haben. Sie be greifen wohl, daß die Sache nicht von mir abhängt, ich habe Instruktionen, die ich befolgen muß." .Natürlich." erwiderte Sir John. Wir find nicht deswegen gekommen, um Sie verantwortlich zu machen, unser Zweck war, diesen unglücklichen Irrthum so schnell als möglich aufzu Hären und Miß Duvivier au ihre? schrecklichen Lage zu befreien." Wollen Sie damit sagen, daß Sie eine Aussage zu machen haben?" be merkte der Inspektor, dann stehe ich .zu Diensten. Es wird uns sehr ange nehm sein. Alles anzuhören, was Sie ode? Ihre Frau Gemahlin zu sagen haben. Aber ich muß Sie darauf aufmerksam machen, daß jedes Wort auf genommen und nach Umstanden benutzt roird." O, ganz gut!" erwiderte der Baron. W:r find vollkommen überzeugt von Fräulein Tuviviers Unschuld, und Alles, was wir zu sagen haben, kann nur zu ihren Gunsten sein." Inspektor Saunders nahm seinen Platz am Schreibpult ein und trug in sein Buch einige Notizen über Sir John Hunter'S soziale Stellung, Wohnung And so weiter ein. Tann begann joljn Hunter mit seiner Aussage. ..Charlotte Duvivier ist mehrere Jahre in meinen Diensien gewesen. Wie lange etwa, meine Liebe?" fragte er seine Frau. Jch glaube, drei Jahre." erwiderte die Letztere, Amt) war noch ein kleines Kind, als Charlotte zu uns kam." Sie können jedenfalls schreiben, drei Jahre," fuhr Sir John fort, sie war mir sehr empfohlen worden, ihre Eltern waren todt, aber sie hatte einen Onkel in Roucn, mit welchem ich be kannt bin. und welcher ein Mann von unzweifelhafter Refpektabilität ist. (5r war in Rouen Stadthaupt, eine Stel lung. welche großes Vertrauen voraus setzt und viele Verantwortlichkeit mit kich bringt, besonders in Frankreich. Durch Herrn Duvivier, ihren Onkel, kam sie in unser Haus. Er wünschte, solle Englisch lernen, und vertraute sie uns an. Nur dem Namen nach 'stand sie in unserm Dienst, denn Herr Duvivier ist ein Mann von beträcht lichem Vermögen, ein Wittwer ohne Binder, und hat immer Fräulein Duvivier wie seine Tochter gehalten. Sie wurde bei uns ganz als Freundin angesehen, und meine Frau und mein ftrnd hängen ihr sehr an. Deshalb hat sie auch ihren Aufenthalt bei uns auf unsere dringende Bitte bis aus drei Jahre verlängert, obgleich sie eigentlich nur auf ein Jahr gekommen war." Während sie bei uns war." fuhr Sir John fort, war ihr Benehmen stets vorwurfsfrei. Weder ich. noch meine Frau, wären in diesem Augenblick hier, wenn dies nicht der Fall wäre." fügte er mit einigem Stolz hinzu. Wir betrachten Beide die An klage ge?,en sie als ungeheuerlich, leicht fertig und unmöglich. Wir eilten natürlich zuerst hierher, um Fräulein Tuvivicr aus ihrer ungcmöhnlicheu Lage zu besrekn, über auch um der Be Horde damit einen Dienst zu leisten. Ich kann Ihnen offen sagen, daß Sie -das Versehen wiederholen, das. wie eS scher!, bereits begangen worden ist." Inspektor Saunders machte eme entchuldigende Geberde. Ich kann Ihnen mittheilen. Sir John, daß ein schwerer Verdacht auf der jungen Dame lastet, für welche Sie sich intcressiren. Der Detektive in Dover, welcher besondere Instruktionen hatte in Bezug auf junge Damen, welche England auf dem Wege nach dem Kontinent verlassen, fand, daß ihr Aeußercs ganz der Beschreibung ent spricht, welche ihm mitgetheilt worden sar in Bezug auf jene Dame, die man am Abend des Mordes in Begleitung 5er Ermordeten gesehen hatte. Deshalb fand er sich veranlaßt, sie zu der Hüften und ihr Gepäck zu untersuchen. Auf dem Grunde eines ihrer Koffer fand er einen Shawl mit großen Blut flecken. Dieser Shawl ist heute von Frau Gregory, der Besitzerin der VKa Ävö Roh, als derselbe erkannt worden, welchen die fremde Frau, die am Abend des Verbrechens in ihr Haus kam, ge tragen hatte." Was sagen Sie?" rief Ser Baron. JSirt Shawl, der in Fräulein Duvi vier Koffer gesunden wurde, ist als Verdächtig erkannt worden?.Unmöglich'.- rief Lad? Hunter au.

JUfo berichte bnen nur eine Ihat

fache," erwiderte derJnfpector höflich, j ab-n Sie den Sbawl bicr?" sraakk : Lady Hunter eifrig, .kann ich ihn ' eyen?" Der Jnspector Saunders dächtt einen Augenblick nach. Ja, tch glaube, es wird gut sem, wenn ich Ihnen denselben zeige," sagt! er, aber überlegen bie sich die wache. Ich möchte bnen aern bebiltlicki km. Sie wissen, daß Alles, was Sie hie, aussaaen werden, sowobl von Seiten der Anklage als der Vertheidigung be nutzt werden nrnd." mO, wir verstehen das sehr wohl, erwiderte Sir John ungeduldig. ZetV gen wie immerhin meiner Frau den Sbawl. sie wird dann sofort erkennen. ob er Fräulein Duvivier gehört, oder : nicht. Wir haben in dieser Beziehung nicht die geringste Besorgniß." Sehr gut. Da Sie das wissen, so 1 mag es so sein. Holen Sie den Shawl ; aus den Schrank!" rief er einem Voll zisten zu. der im Hintergrund stand. .(Sier sind die I?ckil'iskel " ff ." - - " - ; - - - - Der Gerufene gehorchte mit einem Eifer, welcher bei den sonst so vbleamatifchen Polizisten sehr ungewöhnlich war. Aber das war erklärlich, denn die Person, welche der Inspektor be austragt hatte, war Sergeant Power. Obgleich er anscheinend 'tbeilnabmlos dvneben stand, hatte er Bruscls Mah nun, seine Augen und Obren offen m halten, sicherlich nicht vergessen. Tas Beweisstück wurde sofort ge bracht. Es war ein schwank? Damen shawl, aus Chcnille, von feinster Quamal, so sanst und schmiegsam, daß man ihn zu einem Ball 'zusammen. drücken oder auch so ausbreiten konnte. um schultern und Brüt 211 bedecken. Man sah einige trockene, dunkelfarbige Flecken darauf, welche den seidenen Stoff hart und rauh gemacht und sei nes Glanzes beraubt hatten. Die Flecken waren an ibrer ftarbe leicbt als Blutspuren zu erkennen. Sobald Lady yunter vieles leldungsnuck bemerkte, erbleichte sie und umfazte den Arm ihres Mannes. Was istDir, meine Liebe?" fragte der Letztere besorat. ..Erschreckt Dick das Blut so sehr?" Nein.- erwiderte Lady Hunter. nicht das. " Es ist. ... ich muß die Wahrheit smechen: Der Sbawl aebört Eharlottc. ich habe ihn selbst für sie als (dekchenk gekauft." Der Inspektor Saunders sckien nickt überrascht zu sein, er begnügte sich da. mit, gechaltsmatzig in fern Buch zu verzeichnen, was ady Hunter ausgesagt hatte, aber der Baron ließ seinem Erstaunen freien Lauf. Gerechter Himmel!" rief er aus. dasj soll Mis; Tuviviers Shawl sein ? Ueberlege wohl, was Du sagst, meine Liebe, sprich nichts der Art aus. wenn Du nicht fest davon überzeugt bist." O, Himmel, was habe ich gethan!" sagte die Dame im Tone heftiger Angst. ..Ader ich kann nicht anders, es ist sicherlich ihr Shawl. ich habe .ihn sofort wiedererkannt Sir John Hunter machte aufgeregt einige -Schritte. Es ist ganz unbe. greiflich !" rief er aus. Es ist mir, als ob ich mich in einem Wirbelsturm befinde. Aber ich kann nicht glauben, daß Fränlein Duvivier mit diese, Sache etwas zu thun hat. Es ist voll kommen unmöglich, ich kenne sie'seh, gut!" Nein. Charlotte kann nicht schuldig sein sagte Lady Hunter. sie ist so sanft, so zart, ss gut gegen jedermann und sollte eines so entsetzlichen Verbre chens fähig sein? Niemals. Außerdem, wer war diese Dame, welche ermordet wurde? Charlotte kannte niemand außerhalb unseres Kreises, besten bin ich ganz sicher." Erinnern Sie sich, gnädige Frau." sagte der Inspektor, daß die Ermordete eine Französin war. Fräulein Du. vivier hat sie vielleicht schon seit langer Zeit gekannt." Ich kann und will es nicht für möglich halten." erwiderte Lady Hun ter. Ach. noch etwas, fügte sie hinzu, einem plötzlichen Einfall folgend. Wenn Fräulein Duvivier an jenem Abend in jenes Haus gegangen wäre, so müßten wir es wissen. So lange wir in dem Hotel wohnten, hatte siedle Gewohnheit, ktwa um zehn Uhr schka fen zu gehen. Meine kleine Tochter Amq schlief bei ihr. Amy. meine Liebe." fuhr Lad Hunter fort, indem sie ihre kleine, göldhaarige Tochter aufhob, welche daneben stand und mit kindlichem Erstaunen die Uniform des Insvectors bctrochtete. Du liebst Deine Charlotte, nicht wabr?" Amt) liebt Eharlotte". lispelte das kleine Mädchen lebhaft. ; Wie schläft Amy. wenn Charlotte mit lyr zu Ättt geht r Amt) schläft immer so." antwortete das Kind, indem es seine kleinen Aerm chen um den Hals der Mutter legte. M . . . . . Aun. was ysve ich gejagt?" nes Lady Hunter tnumphirend, das 5imd war immer gewöhnt, mit den Armen um den Hals seiner Wärterin zu schla fen. Charlotte hat mir oft von dieser Eiaenschast der Kleinen enaSlt. und wie sie die ganze Nacht durch sie nicht losließ. Beweist das nicht Miß Duvi viers Unschuld? n?olat daraus nickt daß sie keinenfalls während der 9!acht ausgegangen um tonnte? Höre ein. mal Amv, was ich Dich fragen werde, und sei recht aufmerksam. Erinnerst Du Dich, daß Du , einmal , geschlafen yan. oyne eine Aermchen um Charlot teS Hals zu legen?" Das Kind hatte mit großem.Ernft zugeyorr. ttin, Amy schla t immer so war die Antwort, welcbe du'rcb ine Wieder holung jener Pantomime begleitet wuroe. 9hm also! Ist das kein BkweiS? rief Lady Hunter nochmals triumphi rend. Zärtliche Logik einer Mutter. Jnspector SaunderS war selbst Fami

lienvater und lächelte, gerührt durch diese Scene. Aber sowohl er als Sir John Hunter erkannten natürlich die ganze- Bedeutungslosigkeit dieftr Angäbe als Beweismittel vor Gericht.

Es ist unbeMiflich!" sagte der Baron, den Kopf schüttelnd, aber jedenfalls wird uns wohl erlaubt sein, Fräulein Duvivier zu sehen?" fragte v nach einer Weile. Heute ist das Nicht möglich," crwl derte Jnfpcctor Sanders, es liegt nicht in meiner Macht, dieie Erlaubniß zu gewähren, Sie müssen sich an den Richter wenden, um ;u der Verhafteten Zutritt zu erlangen." Ist keme Aussicht vorhanden, da sie gegen Bürgschaft freigelassen wird? Ich würde mich für jede Summe der pflichten.Esthut mir leid, aber das ist nicht möglich " erwiderte der Inspektor ernsthast, und das wissen Sie selbst, mein Herr." Nun." sagte Sir John nach kurzer Uederleguna, dann sehe ich nicht ein. wozu wir noch länger hier verweilen. ich muß anderswo Schritte thun. Die ganze Sache ist wirklich höchst erstaun lich, aber ich kann nicht daran glauben, das ist außer Frage." Erstaunt und erschüttert verließen die Besucher das Polizeigebäude. nachdem der sorgfältige Beamte die nieder' geschriebenen Aussagen von Sir John und seiner Frau durch ihre Urtcrfchrif ten hatte bekräftigen lassen. Inzwischen hatte Sergeant Power kein Wort, keine Gederde außer Acht gelassen. Sein Interesse für die Werhaftete war jetzt größer, als jemals. Wie war dieses Räthsel zu lösen? Lady Hunter hatte den Shawl er kannt, das war sicher: und sie. konnte sich schwerlich getäuscht haben. Daraus folgte, daß Charlotte Duvivier aus irgend eine Weise mit dem Verbrechen in der Rob R?y Villa in Verbindung stand. Sowohl die Verhaftete, als die Ermordete gehörten derselben Nationalität an. War daraus irgend etwas zu schließen? Hatte Robert Power. als er semen Verdacht auf Samt Au ban lenkte, die Kette geschlossen oder fehlte darin noch ein Glied, welches die Gouvernante mit der entsetzlichen That jener Nacht verband? Der junge Ser geant war verwirrt und konnte sich keine Antwort darauf zu geben. Ich möchte sie gern sehen," dachte er, vielleicht kann ich dann zu einer bestimmten Antwort gelangen." Es war nicht schwer, Charlotte Dudivier zu sehen. Sergeant Pswer war zu Hause im Polizeigebäude und hatte weiter nichts zu thun, als an die Zelle zu gehen, in der sich Charlotte befand, und durch das kleine Fenster in der Thüre hineinzuschauen. Eine Zelle in einem Polizeigesängniß ist kein luxuriöser Raum. Die ganze Einrichtung bestand aus einer Hölzer nen Kiste, welche als Bett diente. Sie hatte keine Matrahe, noch Bettwäsche, sondern nur eine grob: Decke. Die Gefangenen lagen auf dem harten Brett ohne Kiffen, wenn sie ein solches nicht ans ihren Kleidern improvifirten. Das beweist wenig Entgegenkommen, besonders solchen Personen gegenüber, welche auf bloßen Verdacht hin verhaftet worden sind und möglicher Weife nach wenigen Stunden vollkommen freigesprochen werden können. Es ist klar, daß der überwiesene Verbrecher viel mehr Bequemlichkeit hat, als ein Untersuchungsgefangener. Als Sergeant Power durch jenes Fenster sah. hatte sich Charlotte Duvi vier nicht niedergelegt. Sie saß auf ihrem harten Bett, hielt den Kopf in der Hand und schluchzte. 'Der Sergeant betrachtete das junge Mädchen aufmerkfam. Bedeuten diese Thränen Schuld." fragte er sich selbst, oder weint He nur über ihre schreckliche, kummervolle Lage? Armes Mädchen! Das ist wohl mög lich. Vielleicht ist sie auch nur ein bloßes, unschuldiges Werkzeug jenes Elenden." Während Sergeant Power diesen Gedanken nachhing, nahm das junge Mädchen die Hände vom Gesicht und blickte erschreckt auf. Fräulein!" flüsterte der Sergeant öurch die Oeffnung auf Franzöftich. haden Sie Muth!" Erstaunt über diese Worte des Tro ftes in ihrer eigenen Sprache erhob sich Charlotte Duvivier und eilte an die Thüre. Mein Gott!" rief sie. Wer sind Sie? Wer spricht da?" Ein Freund." antwortete Roben Power wieder auf Französisch, das er infolge seines Aufenthalts in Paris, fließend sprach. Ein Freund? erwiderte das junge Mädchen. Ach, dann sagen Sie mir, warum bin ich hier? Was ist das für nn schreckliches Verbrechen, dessen map nich anklagt?" Sprechen Sie leise!" sagte Robert Power, man darf Sie nicht hören; isie und eines Mordes angeklagt, man hat Ihren Shawl gefunden." ' Meinen Shawl?" rief das junge Mädchen, ach ja. ich erinnere mich, aber ich bin unschuldig, das schwöre ich Ihnen. Ich hatte -ihn verloren und wußte nicht einmal, wo er war. bis man ihn in Dover aus meinem Koffer hervorzog und mich vhanete. D, Monsieur. Sie sehen so gütig aus und sprechen ganz anders mit mir, als die Anderen. Helfen Sie mir! Senden Sie nach meinen Freunden, nach Lady Hunter! Sie ist die Frau von Sir John Hunter und befindet sich tp M .... Lady Hunter und Sir John, sind hier und werden Sie morgen ohne Zweifel besuchen,- unterbrach sie Ser geant Power. , Dem Himmel sei Dank!" rief Cbar kotte Duvivier erfreut, sie werden mich nicht Verlagen. Ach, wenn mein On kel in Aouen nur wugte, was mir be segnet ist'." , .Er soll es wissen, wenn Sie es wuntsen. raulem. am werde tfcm

Meiden, wenn T?te Mir seine Adresse

aacn wollen," erwldxte Sergeant Power, aber vielleicht hat ihm Sir John Hunter bereits schon Nachricht gegeben." schreiben Sie dennoch, wenn ie so gut sein wocn, mein Herr, Sir John hat vielleicht nicht daran gedacht.' Mein Onkel wohnt in Nouen. Mon sieur Emile Duvivicr. rue Lafayette No. 17. Sagen Sie ihm, das ich un schuldig bin, und er möchte sogleich zu mir kommen. Ich habe nur immer geweint, seit diese rohen, brutalen Männer mich verhüteten und mich in s Gefängniß brachten." Gut. aut, mein Fraulem," sagte Robert Power, gerührt durch den An blick von so viel Schönheit und Kummer. Ohne weitere Ueberlegung glaubte er fest an die Unschuld von Charlotte Duvivier. Ich werde Alles für Sie thun, was w kann, mein Name ist Power, erinnern Sie sich dessen Ro bert Power. Ich bin Polizeisergeant und weiß,. wer der Schuldige ist. Sie sollen aercttel werden, wenn es möglich ist; aber nun Adieu, man darf mich hier nicht sehen." Power war! dem jungen Mädchen noch einen Blick der Beruhigung zu. wandte sich um und stand dem Jnspeetor Gadd gegenüber, welcher sich ge räuschlos herbeigcschlichen hatte. Sehr hübsch sür einen Beamten," sagte der Inspektor sarkastisch, Sie. unterreden sich mit den Verhafteten,' mem Verehrtest! ie können sich von der Sache nicht fern halten, nicht wahr, nach all dem Unsinn, den Sie angerichtet haben?" Der Sergeant sah. dag er ertappt war. '.'iugcnscyclnilcy yane oer ZNspector lange genug unbemerkt neben chm gestanden, um ihn zu beobachten. obgleich er von dem Gespräch nichts verstehen' konnte. Aower wußte, daß er einen sehr .ernsten Verstoß gegen die Disciplin begangen hatte, und machte sich jetzt auf die Folgen gefaßt. Ich werde darüber noch heute Abend berichten," sagte der Jnspector erbost. Er war erfreut, eine Gelegenheit zu sinden. die Wuth, die sich rn ihm angesammelt hatte, gegen irgend Jemand und besonders gegen Robert Power auslassen zu können. Inzwischen übernehme ich die Verantwortung, Sie vom Dienste zu suspendiren; wir brauchen keine solche gefährlichen Leute, wie Sie, und werden besser ohne Sie aus kommen." Bemühen Sie sich nicht, noch mehr darüber zu sprechen," erwiderte Robert Power, entrüstet über die Insolenz des Jnspectors. Berichten Sie darüber, wenn Sie wollen, das ist für mich gaz gleichgiltiq. da ich beabsichtige, sogleich meine Entlassung zu nehmen, und da Äie mich vom Dienst suspendirt haben. so kann ich mich empfehlen." Mit diesen Worten wandte der zunge Mann dem Jnspector den Rücken zu und ging, indem er den Letzteren mit nnem Gefühl des Unbehagens zurückließ. Nachdem er das Polizeigebäude ver lassen hatte, begann Robert Power zu überlegen. Das Zusammentreffen mit dem Jnspector war sehr verdrießlich, aber die Sache nicht zu ändern. Au ßcrvem mnßte die Krisis einmal zum Durchbruch kommen. Der Jnspector hatte eine Gelegenheit gesucht und gefunden, aber auch ohne dieselbe würde er seine Feindseligkeit gezeigt haben. Ter junge Sergeant hatte den Jnspector genau beobachtet und wußte, welch' seichte und gewöhnliche Natur sich hinter dem blauen Rock und dem officiellen Aeußern verbarg. Wann die Krisis einträte war nur eine Frage der Zeit gewesen; Robert hatte die Tyrannei und Kleinigkeitskrämerei seines Vorgesetzten schon lange genug ertragen und war derselben müde. Deshalb nahm er die Sache mit einem Seufzer der Erleichterung auf. Aber was sollte er nur beginnen? Sollte er in Sandbank bleiben? Dazu lag kein zwingender Grund vor. Da kr vom Dienst enthoben war, konnte er' Charlotte Duvivier nicht weiter von Nutzen sein; Sir John Hunter war unter diesen Umständen jedenfalls ein mächtigerer Freund, als ein entlassener Polimbeamter. Bei der Untersuchung vor dem Ge richt konnte Robert Power anwesend sein, wenn er wollte, aber das war überflüssig. Der junge Sergeant wußte von vornherein, daß die Verhandlungen nur eine Förmlichkeit sei und daß ein Aufschub von mindestens drei Wochen gewährt werden würde bei dem Verdacht, der auf der Angeklagten ruhte. Sein eigenes Auftreten als Zeuge war in diesem Stadium von deinem Nutzen, warum sollte er also die Zwischenzeit nicht besser ausnutzen? Tom Brusel war in London; viel leicht konnte er dort, unterstützt von seinem Freund, mehr ausrichten, als wenn er unthätig in der kleinen Stadt blieb. An Geld hatte Robert Power für jetzt keinen Mangel, er hatte sich etwas erspart und sein Onkel.- Mr. Pierson, hatte zwar sein Kapital zum großen Theil für eine Lebensrente weggegeben, aber seinem Neffen doch ein kleines Zeichen seiner Zuneigung in Gestalt von harten Goldstücken hinterlassen, nebst einem Haus als freies Eigentbum. Der junge Sergeant war da her für einige Zeit aller Sorgen ent höben: Neigung und Ueberlegung trle den ihn zur Hauptstadt. Er entschloß sich schnell. Nach London!" sagte er zu sich, in dem er in Gedanken das einförmige Polizeileben von sich abschüttelte, wel ches ihm in letzter Zeit unerträglich ge Wesen war. Er fühlte sich wieder als freier Mann. 19. Nicht weit von Trafalaar . Sauare führt eine enge Straße auf Scotland Aard, den Hauptftk der Londoner Eri minalpolizei, zu. An einem Herbste

morgen ging cm lunger Mann von

von stattlicher Gestalt diese Straße entlang. Als er sich dem Gebäude von Scotland Vard näherte, begegnete ihm Plötzlich eine hochgewachsene Gestalt mit buschigen Augenbrauen, welche eben aus der Thür herausgetreten war. Halloh, Sergeant!" ries der Letz. tere erstaunt, was zum Teufel bringt Sie hierher? Ich habe oft an Sie gedacht, aber Sie find wirklich der letzte Mann, den ich in diesem Augenblick zu sehen erwartete." Detectiv Brusel reichte Power die Hand und zeigte aufrichtige Freude über das Zusammentreffen.So kurz als möglich erklärte der Sergeant ihm Alles, was in Sandbank seit der Abreise des Detectiv geschehen war, und was ihn veranlaßt hatte, nach London zu kommen. Sie haben ganz Recht, mcrn Junge, sagte Tom Brusel, ich freue mich. daß Sie hier sind." Wie steht es mit Ihnen?" fragte Sergeant Power. Alles ist in Ordnung! Ich hatte eine Unterredung mit einigen meiner Vorgesetzten und habe dabei gerade herausgesagt, was ich dachte. Ich wclsz nicht, ob ich sie überzeugt habe, aber man will mich nicht bei Seite werfen darauf können Sie sich verlassen." Der lunqe Sergeant war erfreut. daß es seinem Freunde gelungen war, die gute Meinung seiner Vorgesetzten wieder zu gewinnen. Wo wohnen Sie?" fragte der De rectiv, indem er mit Robert Power das Gebäude verließ. Bis letzt nirgends. Ich bin eben angekommen." war die Antwort, ich habe mein Gepäck auf dem Bahnhofe gelassen und bin gerade hierher getommen, um Sie auszusuchen." Dann müssen Sie meine Gast freundschaft annehmen; meine Frau wird sich sehr freuen, Sie zu sehen, sie weiß schon viel von Ihnen." Roben Power hatte iedoch' nicht die Absicht, sich bei dem gutmüthigen Detectw einzuquartieren. Danke, alter Freund!" sagte er und schüttelte Brusels Hand. Aber cS geht nicht. Ich hone, noch oft Gelegenheit zu zu haben, mich mit Frau Brusel zu unterhalten, aber nicht jetzt. Mich führt ein anderes Geschäft nach London. Ich habe mir vorgenommen, für dieses arme Mädchen Alles zu thun, was ich kann." Ja. natürlich!" nes der Detectiv. Ich hatte die unangenehme Geschichte ganz vergessen. Sie haben Recht, ein anderes Mal. Aber Sie könnten dort wenigstens übernachten, ich werde gleich an meine Frau telegraphnen. es wird sie nicht im Geringsten, geni ren, sie ist an Uebenaschungen aller Art gewöhnt." Ader Power hatte andere Pläne und ließ sich nicht zureden. Er kannte eine kleine Wohnung inmitten der Stadt, wo er in früherer Zeit sein Zelt aufgeschlagen hatte, und zog es vor, dorthin zu gehen. Der Detectiv redete ihm nicht länger zu, da er sah, daß es vergebens war. Gut, gut. wenn Sie so eigensinnig sind," sagte er mit seinem breiten Lacheln, dann kann ich nichts mit Ihnen machen. Aber, womit wollen Sie letzt beginnen? Haben Sie schon Ihr Mor, enbrod gehabt?" Ja, .ch habe gefrühstückt, ehe ich Sie aufsuchte." erwiderte Robert. Ich habe jetzt die Absicht, in No. 23 Dangerfieldstreet einen kurzen Besuch zu machen." Was? Im Hause eneS Burschen? Was ist aus ihm geworden?" Ich erkundigte mich, ehe ich abreiste. man sagte mir, Saint Alban sei mit seiner Frau nach dem Contlnent abaereist." Und Sie wollen wissen, ob der Vogel wirklich in jener Richtung ausgeflogen ist?" fragte Mr. Brusel mit einem schlauen Kopfnicken. Gut, ich werde mit Ihnen gehen. Ich habe währeng der letzten beiden Tage diese Sache etwas vernachlässigt, aber ich freue mich, daß Sie gekommen sind, um mich wieder an sie zu erinnern." Die Häuser in der Dangerfieldstreet sind schön und geräumig; es ist eine sehr vornehme Straße, in welcher man Kutscher, Lakaien und zierliche Zimmermädchen erblickt und fast vor jedem zweiten Hause sieht man glänzende Equipagen. Saint Alban gehörte zu der Geldaristokratie und hatte sich rn der Dangerfieldstreet niedergelassen, seine Wohnung war eine der glänzendsten der Straße. Warum wollt? Power das Haus seines Gegners aufsuchen? Vielleicht, um sich davon zu überzeugen, ob die Nachricht von Saint Albans Abreise wahr sei. Er hatte daran bereits gedacht, aber er empfand auch großes Vertangen, dieses Haus zu sehen, dort umher zu gehen und vielleicht gelegentlich etwas von den Geheimnissen von TrafalgarSquare bis nach der Straße, wo Saint Alban wohnte, wenn er in der Stadt war. Hier ist es. mein Junge." sagte der Detectiv, als No. 23 sichtbar wurde. Es 'scheint wirklich, daß die Familie verreist ist, wenigstens sind die. Vorhange herabgelassen. Wenn Sie irgend welche Nachforschungen machen wollen, so ist jetzt die Zeit dazu, und wenn die Dienerschaft Sie zu ihrem Frühstück in der Küche einladet, so-schlagen Sie es nicht ab:" Aber Sergeant Power achtete menig auf das. was sem Begleiter sagte. Seine Augen und seine Ausmerlsamkeit waren anderweitig in AnspruH ge nommen. Als er rnit Tom Brusel auf der Straße stand nnd Saint AtbanZ HauS betrachtete, kam von der anderen Seite eine Frau herüber. Sie schien von mittlerem Alter zu sein, war sehr ärmlich gekleidet und, sah recht vergrämt ans. Roberb Power faßte den Arm des Detectiv. Rasch, rasch, ich muß mich verfiel

ken!" rM er aufgeregt und verschwank.

sogleich in einem großen Thorwege, indem er Tom Brusel mit sich hinein zog. Was gibt's denn?" fragte der Letz. tere rasch. Sehen Sie dort jene Frau; das ist die Zirau, die mich, durch ihre Lüge in Manchester in eine so traurige Lag' brachte." Ter Detectiv lieg ern leises Pfeifen hören; dann sagte er: Das ist ein merkwürdiges Zusammentreffen! Was kann sie hier wollen? Ist es ein Zufall, daß sie hier ist, oder geht sie in das Hans jenes Menschen?" Das werden wir gleich sehen," erwicdcrte Power erregt. Inzwischen war die Frau, ohne zu wissen, daß sie so aufmerksam deobachtet wurde, mit müden Schritten näher gekommen. Si? ist keme Schönheit," murmelte Brusel, ich habe niemals an Ihrer Behauptung gezweifelt, daß man Sie falsch beschuldigt habe; jetzt, nachdem ich die Frau selbst gesehen habe, zweifele ich noch weniger daran. Welcher Mensch wäre verrückt genug, seine Stellung für ein solches Gesicht auf's Spiel zu setzen? Jetzt geht sie gerade auf das Haus zu, sehen Sie, sie bleibt stehen, um es zu betrachten, und jetzt legt sie die Hand an den Klingelzug." So war es. DieFrau war vor No. 23 stehen geblieben, und nach im zem Zögern zog sie die Glocke. Die Thüre wurde von ernem Die ner geöffnet, welcher die ärmlich gekleidete Frau mit dreistem Blick musterte. und nachdem wenige Worte gewechselt waren, sie wieder schloß. Mit einen? Blick der 'Enttäuschung wandte sich die Frau ab, um zu gehen. Sie müssen ,hr folgen und sich überzeugen, wo sie wohnt und was sie treibt," flüsterte Sergeant Power seinem Begleiter , zu. Ich kann es nicht selbst thun, sie könnte mich sehen und erkennen." Ich folge ihr." erwiderte der Detectiv, aber wo werde ich Sie denn später treffen?" In Johnsons Hoiel, Bkoomsburystraße," erwiederte Robert Power, dort werde ich für's erste wohnen. Aber nun gehen Sie. mein Bester, damit Sie sie nicht verfehlen." Gewiß nicht. Ich glaube, das ist ein glücklicher Zufall, der zu etwas führen kann. Aber wie heißt dtt FrauZ" Der Name, unter dem ich sie kannte. war Frau Stanley. Nun aber fort mu Ihnen." 20. Mr. Brusel war ein erfahrener Be mter. ES war für ihn nicht schwer. unbemerkt einer Person nachzuforschen, selbst wenn dieselbe befürchtet hätte, verfolgt zu werden und sich deshalb von Zeit zu Zeit umgesehen hätte, um zu sehen, ob ein Spion in der Nähe sei. Er kannte die erforderlichen Manöver, die kleinen Kunstgriffe und hatte sie oft genug angewendet. Aber in diesem Fall wurden seine Talente und seine Erfahrung sehr wenig in Anspruch genommen. Die Frau, welche der Sergeant als seine Verleumderin erkannt hatte, ging ihres Weges, ohne an spähende Blicke zu denken. In tiefen Gedanken schritt sie mit langsamem, müdem Schritt di Dangersieldstraße hinab und achtelt nicht auf das, was um sie vorging. Der Detectiv bemerkte, daß sie nicht nur armselige Kleidung, sondern auch schlechte Schuhe trug. Diese hielten kaum noch zusammen, und das erklärte auch ihren unbeholfenen Gang. Sie ist dem Verhungern nahe, glaube ich," sprach Mr. Brusel vor sich hin. Ich glaube, wenn sie durchsucht würde, fände man wenigstens ein hal bes Dutzend Pfandscheine bei ihr. Was wollte sie aber nur im Hause dieses Menschen? Geld, natürlich. Und warum Geld? Was hat er mit ihr zu thun? Das muß ich herausbringen." Vorwärts, vorwärts, meine Liebe," fuhr er fort, nach der Frau hinüber blickend, übereilen Sie sich nicht meinetwegen, ich habe Zeit genug und trage kein Verlangen, mich in Schweiß zu lausen." Von der Dangersieldstraße ging dit Frau, welche Robert Power als Frau Stanley erkannt hatte, weiter bis in die Oxfordstraße. Das lebhafte Ge. wühl in derselben erleichterte Brusels Aufgabe noch mehr. Er hatte nichts weiter zu thun, als sich in einiger Cnt fernunr hinter ihr zu hätten und sie nicht aus dem Gesicht zu verlieren. ES war nicht die geringste Gefahr, daß er bemerkt werden würde, denn sie wandte nicht ein einziges Mal den Köpf um, ging ohne Aufenthalt weiter und beschleunigte nur hre Schritte, als ob sie sich ihrer ärmlichen Kleidung schämte ond sich zu beeilen wünschte, aus einer Straße Hau5 zu kommen, in der sich so diele gutgekleidete Perso. nen befanden. Erst an einem Platz wich sie von dei geraden Linie ab. . WaS ? Hier wohnen wir wirklich?" sagte der Detectiv. ,,Dans le quartier francais?" Mr. Brusel war, wie bemerkt, ein Sprachkenner, der Französisch und Deutsch fertig, wenn auch mit einem gewissen Accent sprach und sich damit in Scotland Pard besonders nützlich machte. Aber feine Vermuthung war nicht richtig. (Fortsetzung folgt. Ann o n c e. Ein junger Mann mit ausgezeichneten Tauf und Impf Zeugnissen sucht Stellung in einem fei' nern Geschäfte ,', ---'W' ' - -r Gefaßt. Frau: Lieben Sn Kinder?' Herr: O ja, aber nur fremde. Frau: Nur fremde? Alse meine Tochter auch?, Meinen Segen, aenebter Schwieaersodn! !ilM!!lfl!

Nicht recht glaublich.

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Untersuchungsrichter: In Ihrer Tasche ist ein Portemonnaie mit zehn Doppelkronen gefunden worden tön nen Sie sich darüber ausweisen?" Strolch: Gttviß, Herr Gerichtshof! Ich hatte mir das Geld eingesteckt, rnr lieinen Schneider zu bezahlen!" uö dem Leben eines Künstlers, Von dem Pariser Schauspieler P.' Regnier erzählt einer seiner Verehrer in der Neuen Fr. Pr.": Ter Kunst, .'er rühmte sich, der Alterspräsident al. ker französischen Schauspieler zu sein, vielleicht nicht seinen Jahren, über seinem ersten Auftreten nach: Dieses hatte thatsächlich im Jahre 1811 statt, gesunden. Regnier war damals vier Jahre alt und verdankte seine erste Rolle der Geburt des Königs von Rom. Hundert und Ein Kanonenschuß der kündeten, daß die Kaiserin Maria Louise eines Sohnes genesen sei. Ein Sohn! Ein Prinz! Vlve rErapereurl Die Leute umarmten sich jubelnd auf den Straßen. Frankreich und die Dh nastie Napoleons waren gerettet, gesi chert für alle Zeiten! Neun Jahre später, 1820. wieder 101 Kanonen schüfst, dieselbe Begeisterung: ein Knabe! ein Prinz! Der neugeborene Sohn der Herzogin von Berry befestigt für immer den Thron der Bourbons: sa sangen die Poeten Viktor Hugo und Lamartine, so jubelte da Volk. Und wieder 45 Jahre später hört Regnier abermals die 101 Kanonenschüsse, da Jubelgeschrei: ein Sohn! ein Erbe! und daß der Thron Louis Napoleons fest, stehe in Ewigkeit! Und was war das Schicksal dieser unter tumultuarischen Freudenrusen des Volkes geborenen Prinzen? Das Exil und der Tod in fremden Landen. Zur Feier des ersten dieser drei glücklichen Ereignisse, dessen von 1811. hatte ein gewisser Rouge mont ein Gclcgcnheitsstück gedichtet: Der Olymp, oder Paris, Rom und Wien", eine Verherrlichung von Na poleon als Eroberer, Gesetzgeber. Gaue und Vater. In der Schlutzszene tt schien sem Erbe, nmgeben von der Weisheit, der Stärke und dem Sieg. Für diese kleine, aber hochwichtige Rolle suchte man ein wohlgenährtes Kind mit rothen Backen und einem den künstigen Helden verratheten kecken Ge sichtchen. Das Söhnlein der Schaufpie Win Madame Regnier wurde für pas senddazu gefunden und genau unter richtet, wie es sich zu benehmen habe. Wie überglücklich war der Knirps, als man ihm statt feines Hemdchens eine flitterbeZeZte weiße Tunika anzog, da rüber einen Purjiurmantel und auZ dem Kopfe eine goldene Krone! Bei der Probe zeigte er sich sehr anstellig in ferner Rolle: er hatte auf dem Throne, einem Sammetfauteuil. aufrecht zu sie hen. die Unke Hand an der Hüfte, mit der Rechten ein Szepter empcrhaltend. In eigensinnigem Eifer verharrt aber der Kleine schon lange vor dem Auszle hm des Vorbzngks in diese? Stellung; er ermüdet während der Szene und lät das Szepter fallen. Zwei Hosdamm sollen ihn die Stufen des Thrones hinabführen: dazu fühlt er sich jedoch zu groß, zu stolz, er will durchaus al. lein gehen, wehrt sich heftig gegen die Hofdamen, verwickelt sich in seinen Purpurmantel und unter lautem Gelächter des ganzen Hauses kollert der Konig vcn Rom bis vor den Souffleur, kästen. Seine Mutter als Minerva an feine SteÜe gistllt. hebt ihn auf. aber beschämt. Lerwirrt, vermag er sich kaum auf deu Beinchen zu erhalten. Zum UnglüF sühlt er auch einen Schmerz auf der Haut von den Gold flittern seiner Tunika und beginnt sich heftig zu kratzen. Neues Judelgeläch ter "im Publikum. Unglückliches Kind-, ruft ihm die Mutter mit fast erstickter Stimme zu, willst Du endlich aushören?" .Ich kann nicht, ich kann nicht", schreit der Kleine wei nend und kratzend, .ich habe einen loh!" Kon plusultr, Richter: Was wollen Sie denn? Mann: Ich bin für morgen eingeladen, zu einer Verhand lung als Zeuge. Richter: Und Sie sind wohl morgen verhindert am Er scheinen? Mann: Das nicht, aber wenn ich bitten dürst' um einen kleinep Vorschuß, auf die Zeugengebühr! -i- Falsch v er st'a nden. Vater: Jetzt wird mir ,, aber die Sache doch rndlich zu dumm; das sind ja miserable Noten, die Dem Lehrer Dir gegeben hat! Sohn: Hast recht. Papa, hab' auch schon gedacht, solltest ihm doch mal Ordentlich Deine Meinung sagen! N ach der P rLfu n g.l Va. !e? (zum Sohne): Examen bestanden. Otto? Otto: Ja, Vater! Aber sietz in mir einen- schwergeprüften Mann!