Indiana Tribüne, Volume 15, Number 321, Indianapolis, Marion County, 7 August 1892 — Page 7

Weltausstellungs Wetterbericht

Für das cZndc deZ Jahrhun dertZ. I?:rt3:j.cit ten usserem fijnrit Xi;!oT6tea--3ai:&. Ende Juni 1S92. (Nachträgliche Voraussagung.) Beschluß der fran zöstschcn Äeg!erunz, im Jahre 1900 wiederum in Paris eine SSeltauSstcU lung,zu veranstalten. Änfanc; Juli 1892. (Gfcen)o.) An frage Kapriois bei den verbündeten Negierungen, wie sie sich zu dem Plan eine? deutschen Weltausstellung in den Jahren 1897 oder 1893 verhalten. Herbst 1892. DaZ pariser Wcltausft:llungZcomite tritt mit allen über das ganze Land verzweigten Unter abtheilungen in Thätigkeit. Der derlangte EarantiefondZ ist dreimal überzeichnet. April 1893. Ter Streit über die politische Hegemonie im deutschen Welt sussiellung'comiie ist noch nicht ganz beigelegt. Augenblicklich hat das Em trum die meisten Chancen. Für den Garantiefonds sind bereits die ersten 122 N. 50 Pf. von einem Großindustriellcn, der vor der Hand noch ungenannt bleiben will, edelmüthrg gezeichnct worden. Sommer 1893. Die Platzfrage der Pariser W.'ltausstcllung ist in überrafchend großartiger Weise gelost wor den. Die Regierung, mehrere Stadt bcbörden und eine grohe Anzahl reicher Villenbesitzer haben sich zur Beschaffung eines Terrains vereinigt, wie es günfüger noch von keiner der bisherigen Ausstellungen geboten wurde. Juni 1894.' Das deutsche Comite hat sich endlich gebildet, und zwar in einer von oben gewünschten Zusammen setzung: Es besteht aus 13 Landräthcn. 27 ComNisnonsräthen, 31 aktiven Offizrererr (sämmtlich von Adel). 10 LandVchrofnnercn, 17 Pastoren streng orthodoxer Richtung und ein Zei chen des unparteiischen Charakters die ses Comites aus 2 Antisemiten und 1 Freisinnigen! Diese 101 werdendem nächst an die Erörterung der Platzsrage herantreten. September 1895. Umfrage.der fran. zöfischen Regierung bei allen Hösen, welche Betheiligung bei der Pariser Ausstellung zu erwarten ist. Oktober 1695. Aus allen Landern, mit Ausnahme Deutschlands, gelangen an düZ Pariser Comite Unmengen von Anmeldungen um PlaKbewerbunM. begleitet von begeisterten Zuschriften, die dem Untcrnehnun Glück wünschen. Juli 1896. Umfrage der deutschen Regierung bei allen Höfen, welche Betheiligung bei der Berliner Wcltausstellung zu erwarten ist. Juli 1697. Von fast allen Sie gierungen mit Ausnahme der franzöfi schen kommt der Bescheid, daß mitten im Sommer diese Frage nicht erörtert werden kann, d a die Diplomaten stimmt lich auf Urlaub verreist sind. Frank reich lehn! kurzwez ab. Italien und Oesterreich wollen sich erst entscheiden, wenn die noch immer nicht erledigte Platzfrage, deren Lösung Polizei und Regierung einmüthig bindern, endlich zum Austrag gebracht fein wird. Eng land fragt an. welche Garantieen ihm für die Betheiligung in barem Gelde geboten würden. Nußland schickt eine diplomatische Note mit unleserlichem Text. Fasöiing 1 SOS. Die deutsche Regie-, rung übernimmt endlich das Protectorat über die noch in diesem Jahre zu eröffnende Weltausstellung. 9l!?rrnittmntfi 1898. ftfritifAfr f p m- w v V l j W Tag erster Ordnung!) Große Aufregung in Paris über den Beschluß der deutschen Regierung. Sämmtliche Blätter bringen Krieg-in-Sicht-Ar-tikel. Am selben Tage. Nachmittags. Kalter Wasserstrahl aus Berlin direct nach dem Marsield. Almälige Aufklärung des polttNü) vernnnerten .yornonts. Juni 1899. Du Pariser Weltaus siellung ist nahezu fertig und verspricht großartiger zu werden, als je eme zu vor. 1. April 1900. Eröffnung der Pa tuet Weltausstellung. Am selben Tage. ' Sitzung des deut scheu Weltausstellungscomites. welche; sich darüber einigt, daß der für die Er öffnnna der deutschen Weltausstellung in Aussicht genommene TA seit einigen Jahren verstrichen ist. Man plant eine Aerfchiebunq um 10020 Jahre. Diese? Vorschlag ist der erste, der eiw stimmig angenommen wud. (Berliner Wespen.) i am i ' i ii Pepsin-Weine. lieber den tberakeutiscken Wertft de Pepsinweine, deren Anwendung bei Verdauungsstörungen und Wagender fiZ. . n " - i i "j - str ä. iiiui;iuiu,Lu u vcuiux qi, us:cucu licht Dr. M. Werther, ehemaliger As Ment am Wenl-ankekcken Krankew banse in Breslau, in der neuesten Nummer der berliner llmschen Wochenschrift" eine Reihe von Versuchen deren Ergebnisse die Verwendung de Pepsmweins als verdauungsbefördern des Mittel eher schädlich als nützlich ttscheinen lassen. Aus seinen Versuchen bei denen er sowohl den Pepsinwein d Arzneibuches, wie auch mehrere im Han del sehr verbreitete Präparate prüfte, geht zunächst hervor, daß unverdünnt, Pcpsinweme keine oder nur sehr fchwaZ wirkende Verdaunngsflüssigkeiten sindi denn ÖÖ KubikztA. unverdünnlcn Vev sinwcincs. 'die' 3 Tage 'lang auf IQ Gramm fein zerschnittenes, bartaekochtes Hühnereiweiß bei Körpertemperatur im Aeagenzglafe cmgewmt hatten, ver mochten die Stückchen weder zu ver dauen. noch überbaust mcrklick ivt bsfc kleinern. Auch mit gleichen Theilen Wasser verdünnt war die verdauende Kraft. der Pepunwcine nur sehr gering: wahrend normaler Magcnzaft hange? Zochte Scheiben von Hübnereiweiß '1 Millimeter dick 'und 1,5 Millimetcrlm Durchmesser) in 2 Stunden verdaut, brauchten die mit Wasser verdünnten l n im,, , W "f .t.- W'ini,.: .;iS!-'- w -;S;j(i,.,1(j'.ll i.-.irjMi.B, di,, i.rfti .-i. ' ifc

Weine 21 bis 27 Stnndcn dazu; ein

lciner uian von Solz?aure bezchleu nigte allerdings die Berdannng um einigc Stunden. Des Weiteren eraaben die Verdau. ungsvcrsuche mit natürlichen Magen fast und Weinmengen, die der caroölm liehen ärztlichen Verordnung rntwra chen, einen Theelöffel bis einen Eßlöffel vo!l nack der Mahlzeit, daß je mehr Pepsinwein (5, 10, 20. bil 40 Tropfen) dem Magcnsait (je fünf Kubikcentimeter bei zcoem -Bersuch) zugezctzt wurde, die eiweißverdauendc Kraft des menschlugen cageniasles meyr uns mcyr gehemmt wurde. Auch in diesem Fälle verringerte der Zusatz kleiner Mengen alnaure die vcrdauunasverfchlcch tcrnde Wirkung des Pepsinweines, hob - u.i z cn mti 4 c ie uoer mm uus. iiimurnojcr .jvcagenaft. der ohne Salnauremsak in vier Stunden Hühnerciweiß verdaut hatte, war bn Weinmsak nach sieben Stunden noch nicht damit sertia: mit SalMure anaemuert. braucbte er allein drerZtun, den zur 'Verdauung, wahrend er mit Wein zusammen txt m 4j stunden dasselbe erreichte. Die Ursache Uz verdauunasbem wenden Kraft der Pepsinweine wird nur in mt Lvemwirlung zu suchen sein, zumal schon Wilhelm Büchner am Maaensaft Gesunder nachgewiesen hat. daß namentlich Roth und Süßweine die Verdauung sehr behindern, wa rend sie verdünnt ebenso wie Weißweine nur verzögernd wirken. Im merhin schwächt der Zusafc von Pepsin zum Uiitm, wie aus Parauelveruchen mit Wein aklein und Pepsinwein hervorging, die verdauunghemmende Wirkung des Weins etwas, hebt sie aber ntcht auf. In der Verbindung Mit Wein muß die verdauende Kraft des Pepsin, das ja bekanntlich bei der Ueberführung des Eiweißes inlösliche Formen (Pcptone) bei der Verdauung eine fo bedeutende Rolle spielt, auch schon deshalb germger werden, well Alkohol Fermente und E nehme stets verstört. In wäüeriae? Löluna entfaltet da aeaen das Pepsin voll seine verdauungs befördernde Kraft, und Dr. Werther fand die Wirkung des Peptrns, ob in Wein oder in Wasser gelöst, außer ordentlich verschieden. Denn während der angesäuerte natürlich? Magensaft ein Scheibchen hartgekochten Eiweißes in 5$ Stunden verdaute, brauchte derselbe nach Zusatz von 2t) Tropfen Pep sinwein 24 Stunden, nach Zusah von 20 Tropfen Pepsinwasser von demsclocn Pepungeyatt nur 5 stunden. Wenn aiid) un MaemellM! oicic mittels künstlicher Verdauung im Reagenzglase gewonnenen Ergedmffe, die aber theilweise an Kranken durch Aushebung des Mageninhalts nach einer bestimmten Zeit nach der Mahl zeit ihre Bestätigung gefunden haben. sich mcht ohne Welteres auf die VerHältnisse bei der natürlichen Verdauung übertragen lauen, da hier die fortdauernde Absonderung der Drüsen und die bewegende Rangiert des Magens, die sich in der Vermengung und Weiterschanuna des Speisedreies äußert. noch hinzukommt, so sind doch die Pep Nnweme, wenn sie slch rm Magen tuixu lich noch anders verhalten sollten, als beim knnstliüen Verdauunasvoraanae. sicherlich keine die Verdauung befördernde Flüssigkeiten, und es ist nach diesen Ergebnissen mindestens rathfa wer, zwsis Forderung der klweizzver dauuna nur wäneriae Lösunaen von Pepsin oder sein Pulver zu benutzen, zumal der ursprüngliche Grund, der zur Verwendung von Pepsinmeinen geführt hat, nämlich die bessere Haltbarkeit des Pepsins in dieser Form, nicht mehr stichhaltig ist. wie Dr. Werther meint, nach dessen Ansicht das lösliche trockene Pepsin sich mehrere Wochen lang wirksam hält. Wein als solcher soll naturlich auch Zurdermn an sehr schähenswerthes Anregungsmittel V-Ä M ur ötranke öicioe. Berliner Gerichtöseene. Für die Bretter geboren. .Mein Name is öaase. Kerr tricktsbo?: ick melde mir ieborsainlickn zur Stelle meinte der Angeklagte, der ...i.:i'a:ii,U vti . 3 iuu .luiyt iiuuiiuuitytu -ceuqcil et Hauptes die Anklagebank des Schössengen'chts betrat. Vors.: Angeklagter, was sind Sie?" Angekl.: Herr Je rrchtsbox. xd hm rn etwas nöberem boren." Vors.: Das will ick nirdt

lviffen. Wovon ernähren Sie stch? Angekl.: JSiat wat et jrade jibt. Kar löffeln. Fleesch Vors.: .Mann, sind Sie so beschränkt, daß Sie noch nicht verstehen, oder wollen Sie nur Scherz treiben?" Angekl.: Nee, nich im Jeringsten jarnich; ick scherze nie, mein Name ist Haase." Vors.: Wo mit verdienen Sie sich Ihren Lebens unterhalt?- Angel!.: Jott. det is so'ne Sache; ick bin mal Dies, mal Tet." -Vors.: Haben Sie denn nie mals einen Beruf gehabt?" Angekl.: Jawoll doch, gewiß. Zu die Ersatzreserve trster Ziele haben se mir zweemal berufen. Vors.: Sie können sich, doch wohl denken, daß ich nicht Ihre Militarverhaltnisse kennen . lernen will, fondern ich möchte nur erfahren, ob Sie irgend eine Anstellung haben?" Angekl.: Eene Anstelzung? Jawoll, habe ick ooch, jewöhn lich stelle ick mir an die Ecke von Alt. mojabit ' in die Nähe von .det Jerichte uf." Vor.: Wenn Sie glauben, uns hier zum Besten haben zu können dann werde ich Sie sofort Degen Ungebühr abführen lassen." ' Angekl.: Tel lassen Se man sind ! Ick bin ooch jarnich ungebiehrlich, denn mit die Anstellung habe ick janz Recht. Ick bin nämlich ooZenblicklich Dienstmann, und wenn ich soviel jeredct habe, det ich nich wccß, wovon ick mir ernähre, denn is det ooch janz in die richtige Consusion. Ick habe et schon eennial jesagt, det ick zu wat Höherct iebcrcn bin. und bei mußte wohl auch mein Vater injesehcn hohen, denn er zab mir zu eenem Dach. - ; I" . , 9tMi?lP

veÄer in die Leyre. Ula, det war ja nu jut, aber jefallcn hat es mich ooch nich; det kam ooch mit davon, det ick die Kunst lieben dhat. Ick fing immerzu in die Theaters und hatte ooch nifcht weiter im Koppe, ausgenommen, ab un an eencn klccnen Luft oder Kimmel, den ick injcnommen hatte; denn ich habe immer for det Jeistreiche n' Para plie jchat. In det Theater bewegte ick mir natürlich ooch in de höchsten Kreise, immer dichte unter det Dach uf de Jallerie". Vors.: Nun hakten Sie aber etwas kürzer!" Angekl.: Herr Gerichtshof, det hat mein Oller ooch jedhan; denn ick jloobe kürzer, als der mir jehaltcn hat, kann ick mir ooch nicht halten. Ick meene nämlich mit die Jroschcns. Na 't is jut. Enes schecncn Tages sage ick denn meinem Ollen, det mich det nich mehr passen kann, det ick immer andere Leite uf't Dach steigen soll. Na, ick denke doch, meinen Ollen soll der Schlag richren. wie ick wat von't Theater sagen dhue, und det erschte war nu, det er mir uf't Dach stieg, weil ick nich mehr uf't Dach ruf wollte. Ick habe nu de scheenste Senge sekriegt, aber jedoch det half nischt. Un wie ick nu immer wieder von de Bretter anfangen dhat, da mecnte er: Wat willste, meente er, zu de Bretter willste? Et is jut, sollste haben. Du entsamigter Rumtreiber. Na, ick freite mir nu, aber Kuchen, det war nu ooch wieder Essig mit det Theater; denn ick mußte bei eenen Tischler, und da jrinte mich der Olle in't Gesicht und meente: So, Junge, nu kannfte Dir bei de Bretter ausbildend Vors.: Das war von Ihrem Vater sicher eine ganz gute Idee, und Sie hätten wohl gethan, wenn Sie Tischler geworden wären." Angekl.: Herr Jerichtshof. det war nischt for mir; denn ick bin ecn Mensch von jroßen Homer, un det Theater, det wollte mich nich aus'n Kopp. Aber Jethe hatte Recht, und der mußte et ja och wissen, der hat je sagt: Et bildet een Talent sich in de Destille." Un so jing et mich och, denn da mußte ick die Andern immer wat vormachen, un wenn ick nu'n Spag machte denn hieß det immer: der reene Ernst", womit sie natürlich den Thea ierdirccter meenen dhaken. Na 't is jut. Ick were also schlau sind un melde mir nu ooch zrr't Theater, un richtig, ick kam da ooch mit mang; denn et sagte mich der Director. et were jut. ick sollte Probe spielen als Komittr. Det war in eenem Lokal in de verlän gerte Ackcrstraße. Ick trat denn nu ooch uf, und det Publikum hat sich ooch fchies ielacht ieber mir, un det hieß nu

immer zu: Haase raus! Haaseken raus'. Ja war stolz, w,e Oskar: aber der Direkter der'hatte keen Verständniß nich, der mcent, det Publikum hätte ae rufen, er mißte mir rausschmeißen, ick sollte man lreber wieder Tischler wer'n. Vors.:Da wird der Mann wohl ganz recht gehabt haben, und Sie hät tcn seinen guten Rath nur befolgen fallen!" Angekl.: Na. ick hatte doch aber jut jefallcn, un Tischler wollte ick nu mal absolut nich wer'n. Ick dachte: Haaseken-, dachte ick. laß Dir nicht verblisfen. Wie et nu mit det Komi fche nncht war, da jinq ick zu det Tragische. Vors.: Sie blieben also bei dem yeater Angekl.: Jott be wahre, ick wurde Steenträaer." - Vors.: Ach fo." Angekl.: Ja. aber det konnte ick nich aushalten, und deshalb mußte ick et lassen. Wat ick nun allcns gewesen bin, det wceß ick alleene nich mehr. Ick habe Blumen verkooft. Schilder ausjetragcn von de Cafes. Zettel vertheilt un söaar Ertra. blättcr verkooft, wobei se mir denisnoch von wegen ennen Betrug verknackt ba bcn, da war ick aber unschuldig, denn bet Blatt ,oll 'ne am alte Nachricht ge Wesen sind, un ick hat ihr als allerueue stes verkooft. Det ls doch aber ooch so'ne Sache, det Publikum is Schuld an. Wenn d,e de Blätter ckoost hat ten. wie se noch neu waren, denn batt ick da nich paar Wochen mit loofcn brauchen, bis ick fe los wurde." - Vors.: Nun haben wir uns aber lange genug mit Ihrer Lebcnögeschichte ausgehalten. Sie sind der Körverver letzung angeklagt, bekennen Sie sich tt,. fk .j. rt j , . tchuiDigr Angell.: Jott bewahre, nicy in oc nanv!" Vors.: Der Ar beiter Müller will aber von Ihnen qe schlagen sein." Älngekl.: So? Na dann lallen -ce 'n man rm kommen, da kann cr ileich haben." Vors.: Sie werden wohl recht gut wissen, wie Sie mich zu verstehen halxn. Sie yaven mtt ÄiuUcr einen Streit ange sangen. Angekl.: .Weset un eicnt lich weniger. Die olle Qualmtute meente man. ob ick ihm eene Mark wechseln kennte. Na, ick hatte nu irade ...-. 1, r . - so viue oei mt, un oesyalv meente ick. ick kennte det; aber da triente er. mich CWK 11 . f..i. i.if . . ' m i UN Illgke, oerwere Ntch wayr, ich kennte et nich. denn er hatte jarkcene A!ark nich, die ick ihm wechseln kennte. Ich war nu mächtig falsch und sage ihm. dct er mir noch lange nich dumm machen brauchte. Da sagte er, er hätte mir nich dumm gemacht. UN ick bestand da nu aber darauf, det er mir woll dumm gemacht hätte. Nu sagte er denn wieder, det wär niK pah?, ?vn wenn ich durchaus dumm' sinn wollte denn würde ick det woll ooch schon jcwe sen sind; im iebrigcn wäre ick een Fatzke. Na, det jing mich nu ieber de Jemicthlichkeit, nu ick mußte nich Dach' decke? jelernt haben, wenn ick ihm nanu nich uf't Dach gestiegen ' wäre, ' Det streite ick denn nu. ooch nich det ick ihm en Paar jelöscht habe aber Körperver. lckung? Nich in de Hand! ' Vors.: .Tas ist nach dem Gesetz eine! Körper. Verletzung, wenn Sie Jemanden schla gen-' Angekl.: Na, ick habe keenen , Körper , j eschen,, den , ick - verletzt hätte". , ,,Tas ist auch garnicht erforderlich". , Das Urtheil lautete auf die mindeste Strafe 'von drei Mark Geldbuße. Der Angeklagte verließ den Gcrich:Zsaal mit ,dcn Worten: Drei MarkcrttzNe,;d?tis'mlchfNtt Körpcrverlclzung, wo jarnischt vcrleNt iZ; det habe ick noch nich jeheert, ,un ick

asse mich dct noch nich erzählen, da bin ck nich mit zufrieden. Ick gehe weiter:

mein Name is Haase". HeUfcherinnen. Hellseherinnen scheinen wieder in Kurs zu kommen. In Basel wurde der zwciundfünfzigjährige Spcnglerge selle Jojcs Riesterer aus HeitersheiM in Baden, n fünffacher Familienvater, vom dortigen Statthalter, Alt'Natio nalrath Löv, sechzig Tage im Gesang niN behalten, weil eme siebzchnzährige Seherin" in Arlesheim in ihm den berüchtigten Jack den Aufschlitzer" cr konnt haben wollte. Herr Löv ließ ssbcr die Verzückungen und Aussagen der Schenn förmliche Protoioue ausnehmen und dem armen Gesellen half es gar nichts, daß cr immer und imm? wieder verneinte, jemals m London q wefcn zu sein. Erst am 12. Juni vo rigen Jahres wurde cr entlassen und zwar Mit 10 Ir. Knttchädigunq. Nie stercr aber wandte sich an die Aegurung und dlcze hat ihm nnnmehr eine Ent schädigung von 70 r., dem Herrn Löv aber eine Ordnungsbuge von 20 Fr. zugesprochen. Eine Härte hat die Schweizer Ortsbehörde mn dic,er Dis ciplmarstrafe sicher nicht begangen. Zu gleicher Zeit verzeichnet die fran zösische Presse mit vielem Vergnügen die neueste Prophezeiung der Seherin von St. Jnqbert" in der bayerischen Pfalz, welche dieser Tage, den Bedürfnissen der Hundstage Recnnung tragend. Fol gendes über den künftigen deutsch-fran zösischen Krieg zum Besten gegeben: Der Krieg, der em richtiger Weltbrand sein wird, wird "sin de siecl ' statt' finden, woraus zu entnehmen ist, daß die Pariser Weltausstellung verschoben werden mutZ. Die Verbündeten (der Dreibund) werden Frankreich angrei sen, und zwar wird der Angriff von ?ttuenburg (in der Schweiz) ausaehen. it m den ersten flachten geschlagene Republik wird sich endlich auf sich selbst beilnnen und sich wie em Mann erhe ben. (5in Führer wird ihr erstehen. der den ?eind in die Flucht .schlagen wird. (Vielleicht wird der todte Boulanger wieder lebendig.) Nach dem Kriege wird in Europa mu den Köni gen und Fürsten gründlich aufgeräumt. Der ganze Erdtheil wird in eine einzige grone Republik umgemodelt, nur das yeutge .Kurland wird nach wie vor ab solutistisch regiert, denn die qroke Nepubllt muh doch wenigstens einen Zaren haben, mit dem sie sich verbrüdern kann. Die weise Frau, die diese prophetische Enthüllung gemacht hat, ljt m et. Jnabert und Umgeaend sehr berühmt: sie soll auch in den Jahren ILW und 187071 das Ergebnin der Kriege aus s .puur genau uno zu Äuer Zufriedenheit vorhergefagt haben. Lei er findet sie immer noch. Gläubige! Die Ermödttng etneS''schcirye'i: Xn Tunis wurde der marokkanische Schctkh oder, wie wir sagen würden. j der marakkanlsche Konsul für Tune sien. II Uhr Vormittags auf offener LandstraAe von seinen eigenen Landst v i o . . oc c . v : -3 ciiicn ermvrvelr. zununa uic Jahres wurde in Tunenen dte Medidah d. h. Kopssteuer, auf alle Fremden ausgedehnt. Die Marokkaner erklärten von'vorn herein, daß sie die Medjdah ntcht bezahlen würden, und verlangten von ihrem Scheikh, er solle sie bei ihrer Weigerung unterstützen. Du Regie runq pruste mit dem Scheikh zusammen die Verhältnisse der Marokkaner und fand, dan diese sehr wohl im Stande wären, die Steuer zu entrichten. Der Scheikh berief nnn eine Versammlung semer Landsleute und erklärte ihnen, daß sie nachgeben müßten. Schon wäh rend dieser Versammlung wurden wilde Drohworte gegen 'den scheikh ausgesto ßen. Nach derselben aber so berichtn man der Voss. Ztg." begaben sich mehr als hundert Marokkaner aus der !stadt hinaus, schlachteten an einer abgelegenen Stelle ein Rmd und schwo ren. indem sie die rechte Hand in das noch warme Blut des Thieres tauchten, den scheikh zu todten. Wenige Tage darauf bestellte der Scheikh aus Wunsch der tunesischen Re-1 gierung zunächst die sechs wüthendsten Gegner der Steuer lN ktn Kaneehaus, in der Nähe der Vab (Thor)Menara und lieb ihnen zugleich sagen, sie sollten oie von ihnen als Med'dah zu entnch tende Summe mitbringen. Er selbst begab sich mit drei französifchen Beam ten unter dem Schutze von 15 beritte nen Spübls um 10 Uhr Vonmttügs dorthin. Hier fand er nicht nur die sechs, die er bestellt hatte, sondern fast alle seine in Tunis lebenden Landsleute vor. Mit lenen, sechs ging er m das Haus hlnem. während du übrigen aus der Strafe blieben. Nach langen Ver r Handlungen brachte er endlich drei da zu, dazz sie sich verpflichteten, am Abend ihre Steuern dem Controleur zu brln en. Kaum war er aber wieder auf die Straft? getreten, als ein schriller Pfiss ertönte und die anderen Marokkaner unter wildem Geschrei auf ihn zustürz. ten. Wahrend an .hen die SpahiS von ihm fernhielt, packten ihn die an deren und stießen ihm ihre Messer in den Leib. Die Spahis erkannten, daß Ne gegen die Uebermacht nichts ausnch ten konnten, und hielten sich ruhig,. um nicht noch ein größeres Blutbad anzu richten. Die Nachricht von, dem Ver brechen aber verbreitete sich fofort durch die ganze, Stadt; und alsbald erschien der Vertreter des Ministerresidernen, Herr Blondel, und der Polizeichef mit kinexsia,r!e.n"ÄbthMunZ,IoZ einer Eompagnie Zuaven. Bei dem Anblick dieser zerstreuten : sich die Ma rolkaW sofort, doch ,,,MäWy,hchi."L7 der an dem Morde , selbst i Betheill'aten n iA Lt " " "9h ' 'we-ifV. y - tt izuneomen. j; ."- " ' , '-'-'t's- ; !' -.'MvO Manche Gelehrte glei sen dem elektnickt'n ip hz : .77 77. 1 : 1 T " jT 9"'i,---,fv' v-i leuchtet stark, man kann aber kein an ,' dereö Licht daran entzünden.

Wie ein schönes Gedicht entstand

von Heinrlch Vieh off. Tedknkblsttju Gusta, Schwab l hundkrt'.LtzrZ, gem VcburtStsge lö. Juut.) Die meisten Menschen erfreuen sich an einem fchonen Gedichte, wie an einer schönen Blume. Sie lassen den Reiz beider still aus sich einwirken, ohne da rüber zu brüten, aus welchen Keimen und durch welche Metamorphosen hm durch sich das anmuthreiche Gebilde zu lolcher Vollendung entwickelt hat. Und gegen diese Weise des Genusses ist auch Im Allgemeinen nichts zu erinnern, da eö nicht eines Jeden Sache ist, in die geheimnißvolle Werkjtätte der Natur und des schassenden Menschengeistes bineinzuspahen und dort den Ent üehmigsproceß des Schönen zu belautchen. Ja, Manche sind fogar der Memung, eö beeinträchtige den GcnuL deZ Schönen, wenn man dergleichen Nschforschungen anstelle; es schade dies der Reinheit" des Eindrucks eines schö nen Natur- und KunstgeöildeZ. Möge durch dies Bedenken sich inden Keiner, der gern dem Wirken der Natur und des Menschcngeistes nachspürt, davon abhalten lanen! Der Naturtorscher, welcher die Entwicklung einer Pflanze studirl und zu diesem Behufe vielleicht eine große Anzahl Exemplare derselben zerlegt hat. ergötzt sich darum nicht minder an dem Anblick eines schönen, voll entwickelten Exemplars, und der Aesthetiker. wenn er anders den rechten Sinn für das Schöne mitbringt, wird nach der sorgfältigsten Analyse eines wahrhaft schönen Gedichtes eine reine i. 11 T 1. f k und volle mmmiiing, ja, logar einen reicheren und stärkeren Eindruck seiner Schönheit empfangen. Aber wer vermag, wird vielleicht mancher Leser fragen, die Entstehung eines Gedichtes zu belaufchen? Das Werden und Wachsen einer Pflanze einer Blume läßt sich allenfalls beob achten, doch wer kann die EeiiesiZ emes poetischen Gebildes .in der Dichtersecle verfolgen? Freilich in der Regel ist hier cm eigentliches Beobachten nicht sowohl möglich? als vielmehr ein Nach empsinden,' ein innerliches Nachdichten, und dazu ist dann eine Art eigener dich" terischcr Begabung erforderlich, die nicht eben allzu häusig ist. Um so willkommener, muß es uns sein, wenn sich in einem einzelnen Falle der Bil dungsprocetz eines Gedichtes mit beson derer Anschaulichkeit darstellt, und einen solchen Fall möchten wir dem freundlich thcilnchmcndcn Leser im Nachfolgenden vorlegen. An einem schönen Samstag Nachmit tag, in der ersten Hälste des Juli 1823, besuchte der Dichter Gustav Schwab, der damals eine GymnasiallchrerftcUl m Stuttgart begleitete, den ihm nahe befreundeten Pfarrer in F.. einem be nachbarten Städtchen. Er traf den schon bciadrtcn und vcrmttweten Freund mit feiner Tochter in einer Laube des Gartens beim Nachmittags kaffee mit einem Zeitunqsblatte in der Hand. Vater und Tochter schienen ernst und in den Eindruck des eben Gelesencn vertieft; denn sie merkten das A (. v . 0 rt) Ll . 0 ta 4jerniiwirn vrs vuuca muii tuet, uia bis er in die Laube trat. Nachdem die Grüße gewechselt und rasch eine Tasse für den willkommenen Freund herbei gcjchastt war, begann Schwab über die Lcidenichast der Beiden für Politik zu scherzen: man könne ihnen, meinte er, ungestört das Haus plündern, wenn sie eben über den Genuß ihres täglichem Zeltunqsiutters säßen. Es waren nicht Wcltbegcbenheitcn , erwiderte der Pfarrer, was uns eben so hinucnommen hatte; wir dachten über diese ganz kurze Notiz m den ver mischten Nachrichten nach: Am 30. vorigen Monats schlug zu Tuttlingen der Blih in ein von zwei amilien bewohntcs Haus und tödtcte von zehn Bewohnern deisclben vier Personen weiblichen Geschlechtes: Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Kind, die erste einundsiebzig, das letzte acht Jahre alt." Wie erschütternd ist die hier fo schlecht berich'tcte Gegebenheit! Groß' mutier, Mutter, Tochter und Enkelin, alle Vier durch einen Schlag gctödtet! Das Kind, das in dem reizenden Vor Hof deZ Lebens spielt und noch mcht von Pflichten, Mühc-N und Sorgen weiß; die Mutter, die schon den Ernst eS LebcnZ erfahren, aber noch ein of fencs Herz für seine Freuden hat; die Großmutter, deren Empfänglichkeit für Lebensgenuß schon abgestumpft ist, die aber noch in redlicher Erfüllung ihrer Pflicht einigen Trost für vieles Verlo rcne findet; die Urgroßmutter endlich, die bereits am Rande des Grabes steht, die sich nicht mehr freuen und nich! mehr wirken kann, und deshalb gern sterben möchte: alle Vier rafft ein Moment, hinweg!" Der Dichter hörte mit leuchtenden Augen zu. als wäre ein zündender Funke in seine Seele geworfen, und das Mädchen, dem dies nicht entging, meinte, der Herr Professor, der so schöne Verse zu machen versteht, brauche nur die berichtete Thatsache sammt den angeknüpsten Betrachtungen des Vaters mit feiner gewohnten Kunstgewandtheit poetisch wiederzugeben, fo müsse es eir schönes Gedicht werden." Ja, auf das poetische Wiedergeben kommt's eben an," erwiderte der Dichter. mit schönen Versen, und wenn sie mir noch so gut geriethen, wäre es nicht abgemacht. Soll aus der dürren Zeitungsnachricht ein Gedicht werden, so muh ich das, was Ihre und Ihres Vaters Phantasie hineingetragen ha? bcn, mit dem gegebenen tofs auf'Engste verbinden, aber nicht als angeknüpfte Betrachtung, als subjektive Zuthat, sondern objektiv als Erweiterung und Entwickelung des Gegcnstandes., und zwar so, daß das Gedicht senk Betrachtung " und die dazu gesellte Em pfindung nicht etwa blos zufällig in poetisch gestimmten Gemüthern, wie die Ihrigen sondern ' mit Nothwendigkeit in jedem Leser und Hörer erzeugt." .Davon habe ich gar leine rechte Vor

stellung." sagte das Mädchen, wie Sie

oas leriig orlugen moucn. 1 . ,.! 1' . , I .Ich auch bis zetzt nicht," antwortete der Dichter. Fs müßte zn dem Ende i. - t rm jj. t ! ! 11... vas :no. cic Muncr, oie vroiLmuiier. die Urahne.scdes nach seiner besonderen Stellung zum Leben mit wenigen, abei kriiftlgm charaktcristischeuZÄtrichen ge zeichnet werden. Allein da stellt sich eben eine grone Schwierigkeit in den menein erichwert denvharattcr der ein. I zeincn Perzonen. Wie oü icy in o:e 1 rv r cri r rt ? ? , iem Maume am eme einfache, unge- t zwungene Art zugleich das Kind in der Fülle seines harmlos freien Daseins. die Mutter, die in der Mitte zwischei: r n i . . 1. .1 n.t a v:-r . isriiji uno mci oes eoens, oie rornrntcr mit uoerwiegenoem v:rnzl oer evensan?azauung. oie urayne in iq i rem enizcyicvencneornzuvcrvruzic uuc' stellen?" . - I. .1 .UaX U.3h. Wir wnen Sie nichtnach Stuttgart zurua' umervraa) iyn oer Pfarrer. ,,ais vis oen Acnoien geiv',1 yaocn Morgen haben Sie dort keine Schul pflichten zu erfüllen, und die stiUe um gebung unseres Städtchens ist solchen Problemen förderlicher, als die Hauptstadt. Ich habe gegen Abend noch ern mal meine morgige Predigt durchzule sen; dann mögen ie, wahrend meme Tochter für unser Nachtessen sorgt, das Buchenwaldchen aus der Höhe bei uchen. wo Ahnen die MU,e ,a,on ozr q gun n.. i. W f . f . . fl f!. ...... I t-i' Nig ernneien yai." Wer dichter naym me mniaoung an. vu jtmtiii Aveno,paziergange fucyie j k m m, T.u jJL a 1 i 5 h lt! t a u. . . , n l r.tfl.l Ct HÜJ UU lUtUfJUiilt -UJVIIC UUl ViJCUCil I staid zurechtzuleaen nnd war eben auf der Buchenhöhe angelangt, als die Glocken den morgigen Tag des Herrn einläuteten. Mit stillem lÄenui e de trachtete er die vom Glänze der Abendsonne verklärte Landschaft, über der die Wie wär's." sprach er, wenn ich nich das Ereigniß auf den Vorabend eines Sonntages, eines Feiertages verlegte! Wenn' ich unmittelbar vor der Katastrophe die Gedanken t aller vier Personen auf den morgigen Tag gerichtet sein und alle vier diese Gedanken aussprechen liee? Dadurch befreie ich mich ja von der Beschränkung, die mir das Lokal auflegt, und treibe die Schil derung der wionderen Stellung, welche und prägnanter ausfprcchcn kann. Ja, so will ick's machen'. Das Kind, obwohl augenblicklich in die enge Stube ge. me?5t. tN mit rnmn Gedanken schon im grünen, blühenden Hag, wo es den Feiertag spielend verleben wird; die Mutter rüstet ihr Feierklcid, freut sich m Voraus des morgigen Fcstgelaqes rd wünfcht sich Glück, daß solche Tage die Mühen und Sorgen des Alltagle'I bens unterbrochen; die beiden Groß müttcr werden durch das bevorstehende Fest nur noch stärke? daran erinnert, aß für sie die Freuden des Lebens ver llungen sind. Wahrlich, so geht's! Und zugleich rgibt sich mir durch die Einführung des Feiertages noch ein anderer Vorthül. Die Betrachtuna. wie unverichens und urplötzlich das Schicksal oft in unser Leben herniederfährt und mit einem Schlage jede Hossnung, jede Aussicht, selbst die nächste und scheinbar sicherste, vernichtet, diese Betrachtung, die der gegebene einfache Stoss in einem erNft und sinnig gcftlmmten Gemüthe leicht nrcaen kann, von der ich aber tuun ichen mun, dan sie durch meine War stellung des Stoffes unausbleiblich an geregt wird, springt dann wie von selbst aus dem Contrast des Unglücks und des aehonten Glücks hervor. Das 5!md. das morgen den blumenreichen Anger. Thal und Höhen zu durchschweifen hofst; die Mutter, welche sich in Gedan ken schon im Festkleide in heiterer Ge sellschast, beim frohen Male sitzen sieht; die Großmutter, die dann noch das Mahl zu kochen, das sileid zu spinnen gedenkt: sie werden morgen Alle neben der lebensmüden Urahne auf der od tenbahre ausacstreckt liegen!" Ganz erfüllt von diefem Gedanken. trat der Dichter den Rückweg an, und begann im Wandern schon den Stoff ttnzutheucn, zu formen und zu gestai ten. Als er in'S Haus trat, rief ihm der Vsarrer entgegen : Willkommen ! Ihr Ausfehen kündet Gutes; die Muse chemt Ihnen ein Schäferstündchen acichemt zu havcn." ..Ich glaube, der paziergang war mcht unsruchtbar",vLrsekte der Dichter. U, lauen Sie es uns hören, vcrr Professor!" bat ungeduldig das Mao chen, bitte, sagen Sie uns das Gedicht her!" Es thut mir leid, Ihren Wunsch nicht erfüllen zu können," erwiderte der Dichter, die Hauptsache ist, glaube ich. so Gott will, das Gedicht zum Frühstück auftischen." Dem Mädchen kam es bedenklich vor. daß noch kein Bcrs fertig war und doch schon das HauptgcfchäZt abgemacht ftm sollte. Aber der Dichter hielt Wort. In der ersten Morgenfrühe ausaestan den, schnev er, im Carlen aus uni abwandelnd, das Gedicht in sein Schreibtäfelchen nieder, und als man tick später in der Laube zum Morgenkaffee niedergela,fcn hatte, las er : Urahne, GrvMUtter, Mutter und öiind In dumpfer Stube beisammen sind; Es lpiclct das Kind, die Mutter jich schmückt, Großmutter spinnet, Urahne gebückt Sitzt hinter dem Ofen im Pfuhl, Wie wchcn die Lüfte so schwül ! Das Kind spricht: Morgen ist's Feie? " ' taa: Wie will ich spielen im grünen Hag, Wie,will ich springen durch Thal uni vog n.

Weg. Vas uiammeniein der viei Dann scheint die Sonne

crzoncn muk seldstverstandlich fcztge. I Ht Ihr, wie der f w . t-' I w -

kalten werden; docy coen oieiesZuiam-

milden Abendglockentöne v erichwebten, der Pfarrer, Sie haben den ton m Da mit einem Wal durchsuhr ihn ein der That ganz und gar durchgeistigt zlücklicher Gcdanke. und ihn von aller Erdenschwere befreit.

jede der vle? Personen zum eoen hatte, Und wie harmonisch und gesuglg Ich ließt mehr in's Innere, in die Gemüthswelt sich dieser ebenmäßigen KrllppirtN? hinein, wo ich sie dann in der Form Stoffes die streng symmetrische Gliededes Selbstgesprächs bequemer, kürzer cuna der metrischen norm an! Und wie

Wie will ich pflücken viel Blumen

" .!. zcygn ; Dem Anacr. dem bin ick Mb" Hort Jhr's, wie der Donner grollt ? I" ' Die Mutter spricht : .Morgen ist's Feiertag; Da halten wir Alle fröhlich Gelag, Ich selber rüste mein enleid: as Leben hat auch Lust nach Leid, wie Gold !" Donner grollt? Großmutter spricht : Morgen ist's ' Feiertag; Kroümutter wt keinen eicrtaz. Sie kochet das Mahl, sie spinnet d Kleid. Das Leben ist Sorg' und viel Arbeit: 1 ii .... Wohl dem der that, was er sollt !" Hört J's, wie der Donner grollt t , Urahne spricht : .Morgen ist s veier. taa : . . ... . m . m liebsten ich morgen sterben mag! Ich kann nicht singen und scherzen mehr. Ich kann Nicht sorgen und schaffen schwer; Was thu' ich noch auf der Wett?" - eht Jhr's, wie der Blitz dort fällt ? Sie Hören's nicht, sie sehen s Nicht, Es flammt die Stube wie lauter Licht . Urahne, Großmutter, Mutter I nnd Vom Strab miteinander aetrouen i nd : " aur ?,ben endet ein Scklaa. Und morgen ist's Feiertag. I 7 j' i Kein Bravo erklang, als er geendet; i aber die tiefe Bewegung in den Zügen I des Pfarrers und ein paar Thränen rm k Auqe der ochler penveun lym oen ve redtesten Beifall, I Das ist vortrefflich!" sagte endlich Und wie schlicht und einfach ist die Form nnd doch wie fo vollkommen dem Gehalt entsprechend! Nirgends ein Ueberflus; ies Stoffes über die Idee und nirgends in Mangel! Wie haben Sie den Stoff so schon zu gruppiren gewußt! Erst die Zrvosition. dann treten der Reihe nach sas Kind, die Mutter, die Großmutter, )ie Urahne mit ihren Wünschen, Hoff aungen und Aussichten auf morgen s hervor, und fchliefzlich die Katastrophe. I bestimmt sondern sich die einzelnen vttophcn durch die rerrainartigen I Schluß und Anfangsverse der v'ier MttelstroMn! Was nur aber beson I sers lobenswert!) scheint, ist die schöne Anordnung, daß zedesmal der Anfangs zersvdieser Strophen aus den Feiertag, ser Schlutzvers auf das Gewitter hin eist. DadNrch bleibt der Gegenstand, zem die Gedanken und Wünsche der I zur Personen zugekehrt sind, und das ! Schicksal, das ihnen Allen droht, alle zier Strophen hindurch vor unserer Seele stehen, und eine hochtragische Smpnndunq muß lich nothwendig unser semachtigcn. Wahrlich, Freund, da ist Ihnen etwas gelungen, woran sich I zach uns noch viele Tausende erfreuen i verden!" l Der Pfarrer bat damals nich! zu viel I zcsaat. - Die Nation betrachtet noch i zeute das Gedicht als ein Kleinod ihrer I zoctischcn Literatur, und auch nach uns I vcrden sich noch vmc Taufende an der I Schönheit desselben erquicken Die ZZrnuen: Frauen können lieben, Frauen können schwärmen. Können uns betrüben Und uns auch erwärmen. ' Können uns verehren. Und uns treulich pflegen, ' Und uns sogar bescheeren Reichsten Kindersegen. Frauen können sparen, Mancher ist's gegeben (Zin'ge sogar roarcn Treu ihr ganzes Leben. Das Piano spielen Und dazu zu singen, Soll sogar sehr vielen Deutschen Frau'n gelingen. Ja die Frauen können Uns sogar bethören, Ihre wirklich schönen Künste auch zu hören! In sehr Vielcn-Fällm Und zu allen Zeiten Konnten Junggesellen Sie zur Eh' verleiten! Unglaubliches können Frauen; Eins nur habe ich erfahren Gabst Du ihnen im Vertrauen Ein Eeheimmb Zu bewahren Mag die Frau in tausend Dingen Uns ihr mächtig Können zeigen, Das wird niemals ihr gelingen: Zur geZeb'nen Zeit zu schweigen! Ein Herbergsvater i n w nrmi mlmrn kündet rm 1 mnht mit nellz-.ktem ?an, in seinen Stallungen für 50 Centimes glich billiger gefüttert werden, als k solche mit ungestuMm Schlveishaar. Das Räthsel wird dahin amaulärt! ein Pfery, das noch über einen vollen Schweif verfügt, kann sich die Fliege.! vom Leibe halten und fris;t datzre mehr als ein solches, das sich nich! anders wehren kann als durch Span gen und Stampfen und sich dadurch de Ä!'ah!zcit verdirbt! C o l l e g i a l. Baron: Können Sie mir denn den Stoff auch mit gu tem Geroissen empfehlen? Schneider: Gewiß, Hcrr Baron., trage ja, wie Sie leben, toaar selber nichts anderes:

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