Indiana Tribüne, Volume 15, Number 314, Indianapolis, Marion County, 31 July 1892 — Page 3

Ein Verbrechen.

ra falle rStcbusr von Regisal Vsrnet. (5. Fortsetzung.) 13. Jin vierzigsten Jahre, das beißt, in Her Blüthe des Leben Z. reich, gesund, thatkräftig und ehrgeizig zu sein und M am Luxus der Welt zu erfreuen, fca3 ist ein Vorzug, um welchen man tncchl beneide werden kann. Mrl j Saint Alban. oder St. Alban, wie er selbst feinen ?!arnen schrieb, besaß dieslückSgüter in ungewöhnlich hohem Grade.' man könnte 'ihn also für einen außerordentlich glücklichen Mann ansehen. Er war im Besitz großer Mittel und man wnhte in der Sinanzwelt. daß c3 wenige Leute gab. welche eine gute Spekulation beiier zu beurtheilen verstehen, als Saint Alban und wenige, welche durch ihren Scharfblick besser im Stande waren, die richtige Zeit und GeLegen heit zu ergreifen. Ukberdics war St. Alban freigebig und führte in London ein großes Haus, in im verschwenderische Gaftsreundschast herrschte. Sein Name war in tom Liften aller Sammlungen, zu wohlthätigen Zwecken zu finden, und unter den Direktoren von Atticngefellfchaftcn. sowie in verschiedenen Comites zur Hebunq der Lage der leidenden Menschheit fehlte er selten. In der That galt Mr. St. Alban in der Welt als ein erfolg reicher Spekulant und als ein Men sch?nsreund. welcher auch den Armen an seinem Aeichthum theilnehmen lassen ivoUte. Außerdem war er ein Mann von feinem Geschmack und begünstigte Künste und Wissenschaften. Es ging auch daS Gerücht, daß Ct. Mban. durch seine Freunde ermuthigt. nach einer politischen Lausbalm strebte. Man sprach davon, daß sein Eintreffen in Sandbank den Zweck habe, seine Candidatur um einen Sitz im Parla ment vorzubereiten. Das Geheimniß seiner Beziehungen zu dem Marinehotel -war allbekannt. Man wußte, daß St. Alban ein großes Kapital in dem ae waltigen Etablissement, welches so viele Wohlhabende nach Sandbank lockte, angelegt hatte und daß er n?ch viele Vergrößerungen und Vcrbesierungen beabsichtige. Jnzwijchen schien der angesehene Ge. schästsmann und Menschenfreund das Leben zu genießen. Am Abend des Tages, an dem die Untersuchung über den' Tod von Madeleine Faure abgehal ren war. hatte Herr Saint Aldan sich herabgelassen, mit feiner Frau an der ausgezeichneten Tablc d'hote des Hotels Theil zu nehmen, und nach der lupriö sen Mahlzeit hatte er sich in das elegante Rauchzimmer zurückgezogen, um die Verdauung durch eine Tasse Kaffee und den Wohlgeruch einer auserlesenen HaDanacigarre zu unterstützen. In dem Zimmer fand Mr. Saint Mban noch einen Raucher. Mr. Vava sour, den Eigenthümer eines hervorsagenden Londoner Journals. Die beiden waren gut mit einander bekannt und begaunen sogleich eine Unterhat tag. J&o haben wir also auch Hunter verloren" faate Vaoasour. ich höre. er ist nach Norfolk abgereist, in Folge eines plötzlichen Familienverlustes, wie esheißt.Was, Sir John Hunter hat uns verlassen?" fragte Saint Alban mit dem Ausdruck der lleberraschung, ..wann reiste er ab?" .Heute mit dem Nachmittagszug-, seine Frau begleitete ihn. Aber wollen Sie etwa behaupten." fügte Vavasour mit schlauem Lächeln hinzu, daß Sie toai nicht gewußt haben? Ich dachte, daß 61s eher als irgend Jemand mit Allem, was im Hotel vorgeht, bekannt seien." Mr. Saint Alban zog die Stirne zu sammen. Tiefe direkte Anspielung auf seine Beziehungen zu dem großen Hotel warm ihm augenscheinlich unange nehm. Sie irren sich," sagte er kalt, ich Tnttressire mich nicht im Geringsten für die Ankunft, oder Abreiste' der Gäste." Mr. Vavasour lächelte wieder. Gut, gut," bemerkte er. aber ich glaubte deswegen, daß Sie von HunterS Abreise wußten, weil er mir heute zu fällig auf der Treppe erzählte, er habe sich eben von Ihrer Frau Gemahlin verabschiedet." Samt Alban bin sich auf die Lippen -und sah für einen Augenblick etwas ver legen aus. Sic mißverstehen mich." bemerkte er 'bastig. ich wußte natürlich, daß Sir Huuter abreisen wolle, aber ich wußte nicht, daß er so bald schon abreisen werde. Ich war nicht zu Haufe, als er sich von meiner Frau vcrabfchw ;dei. Mr. Vavasour .hielt weitere Fragen 'darüber nicht für angebracht. HunterS Abreise." sagte er, ist für Mich ein großer Verlust. Ich komme um meine Billardpartie; er und ich 'staikden einander so gleich, daß es immer eine "Frage war, wer gewinnen werde. Das machte die Sache il.!eres sant." Ich bedauere Ihren Verlust, aber ich kann ihn vicÄeicht ersetzen, indem ich seine Stelle einnehme? Es wird mir großes Vergnügen machen." Sie? Nein, ich danke Ihnen, Herr "Saint Alban. nein. Sie sind mir zu sehr überlegen. Man hat es doch nicht 'gern, immer daran erinnert zu wer ben. fca& man dem Gegner nicht gleich o n irz i ' Mr.' Saint Alban nabm dieses Kompliment für seine Gschicklichleit m Villard mit einem hÄßlcheuAchsel zucken auf und sucht1 schweigend fort, zu raucben. .Eine sonderbare ßefätätc. dieser Mord in d?r Hamiltsustraße sagte i j .-vv v ' r- t cncuca 'cr. vavasour, tnoHN er q behaglich ausstreckte.

.Sehr merkwürdig." erwiderte Samt Mban, ohne besonderes Jntereffe für die neue Wendung der Unterhaltung zu zeigen. Ich lese in der Abendzeitung, daß die Polizei behauptet, gewisse Anzeichen zu besitzen, die von Wichtigkeit sein sol len. aber diese Redensart ist verbraucht. Die Polizei hat immer eine Spur, wil sie sagt, aber es kommt dann doch nichtZ dabei' heraus. Nach dem, was ich heun Morgen über die Untersuchung gelesen habe, möchte ich eher annehmen, daß du Polizei wenig Aussicht hat. Was halten Sie davon?" Ich kann nicht sagen, daß ich mick um die Sache viel gekümmert habe." widerte Saint Alban, indem er seiner Kaffee mit der Miene eines Kenners trank, .ich verabscheue diese msrkwürdi gen Fälle, ich verstehe nicht, wie du Leute sich in diese entselichen Dingt vertiefen können." Wir haben es aber diesmal." sagtk Vavasour, mit einem Ausnahmefal! zu thun. Ich lese nicht gerne Mordgc schichten, aber ich gestehe, dieser Fall hat mich interessirt, wie jeden, der sich mit demselben bekannt gemacht hat. Die ganze Sache ist so räthselhast wi irgend etwas, wovon ich bisher gehör! habe. . Mitten in der Nacht wird eim Dame in einer Pension ermordet. Niemand kann sagen, wer sie ist. uud daZ Einzige, was man weiß, ist, daß sit von einer anderen Frau ermordet wurde, welche ebenso unbekannt ist, uni die sich so schlau benahm, daß ihrk Entdeckung in der That unmöglich scheint. Äuf.mein Wort, so Phlegma ii4 innft fi r t:4 frtttlt WltStrtrt

iiui tu iwii t viit, itu lurni v " " des Arztes nicht ohne Aufregung lefen. Stellen Sie sich vor - ein Frauen. zimmer. so kaltblütig und brutal im dreist, wie dieses gewesen zu sein scheint, ich hätte das nicht für möglich gehab im." Nichts ist unmöglich, mein verehrte: Herr," sagte Mr. Saint Alban. Uni Sie sagen also," fügte er hinzu, Sil halten das, was die Polizei über du Sache erfuhr, nicht für wichtig? Wissen Sie überhaupt, was ihr bisher bekannt wurde?" Das kann ich nicht sagen; solche Dinge werden sehr geheim gehalten, und mit Recht. Augenscheinlich war es nicht paffend, alles zu veröffentlichen und alle Geheimnisse auszukramen: aber ich bleibe bei meiner Ansicht, dik Polizei behauptet immer, eine Spu, gesunden zu haben. Es ist ihre Sache. eine solche zu krsinden, wenn es ihz nicht gelingt, eine wirkliche aufzuspü' rat." Sie haben Recht," bemerkte Saint Alban. Jndesjen, das ist eine Frage, um die ich mich bis jetzt noch wenig ge' kümmert habe." In diesem Augenblick kam ein Dien ins Zimmer Und wandte sich höflich a? Mr. Saint Alban. - Es sind einige Herren gekommen. Sir, welche Sie zu sprechen nrnif schen." Einige Herren? Zu mir? Ich er warte Niemand heute Abend. Wer sin sie?" Ich weiß es nicht, Sir, sie sagten, es sei nicht nöthig, ihre Namen zu nm nen." Ich werde zu ihnen hinauskom mm," sagte Saint Alban erstaunt und neugierig'. Sie werden mich aus fünf Minuten entschuldigen, Vavasour. nicht wahr?" Die angemeldeten Herren warteten im Hausflur, welcher vom Hauptein. gang zu dem Rauchzimmer führte. Ei ner derselben' hielt sich etwas entfernt von den Anderen, denen .er den Rücken zuwandte. Die Anderen aber gingen Herrn Saint Alban entgegen. Habe ich die Ehre, Herrn Saint Alban zu sprechen?" fragte der Eine. Ja. Welche Angelegenheit kann Si' wohl zu mir führen?" Das werde ich Ihnen ganz unter uns sagen. Wenn es Ihnen recht ist, warte ich lieber, bis dieser da um di' Ecke verschwunden ist." Damit deutete er auf den Diener, welcher zu feiner unterbrochenen Bc schastigung zurückkehrte, nachdem er sei' neu Auftrag ausgeführt hatte. . Nun, also was haben Sie mir zu sagen?" wiederholte Mister Saint AI ban seine Frage mit Ungeduld und hochmüthig. Nicht viel." erwiderte der Fremde, ein hochgewachscncr Mann mit buschi gen Augenbrauen, einer langen Nase und scharfen grauen Augen. Hier ist ein Befehl zur Verhaftung von lhar les Saint Alban. Ich bin Detectiv und beauftragt, Sie zu verhaften unter dem Verdacht, Madckeine Faure am vierundzwanzigsten October ermord zu haben." Mr. Samt Alban zitterte einen Augenblick unwillkürlich, und seine dunkle Gesichtsfalbe verwandelte sich in ein fahles Grün ; aber sofort gewann er seine Fassung wieder und im nach sten Augenblick war er vollkommen rw hig. Sie haben einen Befehl, mich zu verhaften?" fragte er in irdischem Tone. We:m das em Scherz in, so kann ich Ihnen sagen, das, er sehr unpassend ist, und daß ich nicht der Mann bin, einem Fremden zu erlau" den Es ist kein Scherz, mein Herr," un terbrach ihn Mr. Bruscl, den der Leser bereits erkannt M. ..Hur ist der Ae fehl, und Sie können sich selbst über zeugen, ob er richtig ist, oder nicht. Was die Anklage betrifft, fo kann ich Ihnen sagen, daß Alles, was Sie etwa erwi' dern können, von mir wohl beachtet und gegen ,ie angewendet werden wird. Sergeant," rief er dann semem Begle: ter zu, der sich jo bqcheiden tu den Schattens zurückgezogen hatte, s treten wle naver und tcien ie deren, imt Pflicht zu thun, falls dieser Herr diel nothwendig machen tollte." ' Ter Polizeibcamte trat naher und stand rm vollen Licht plötzlich mit schar i fern Vlies Mr. Saint Aldon gegenüber.

Der Letztere schwankte zurück und e?

blelwte noch mehr, als zuvor. Docto? Power!" rief er mit einer Veweaung des Schreckens aus. Ader das Gefühl der Furcht beherrschte ihn nur einen Augenblick. Ohne sichtliche Anstrengung uahm Mr. Saint Alban sein gleichgiltiges Wesen wieder an. Ich bin nicht im Stande zu ver stehen, was das bedeuten soll,- sagte er mit fester Stimme, ohne irgend welche Aufregung zu verrathen. Wollen Sie so gut sein, mir dieses höchst unerwartete Benehmen zu erklären, Doctor Po wer?" .Ich bin nicht mehr Doctor Power," erwiderte Robert, sondern Sergeant von der Polizei in Sandbank, und komme hierher, um meine Pflicht zu er füllen." Und ein Theil Ihrer Wicht," be merkte Saint Alban sarkastisch, scheint es zu fein, mich zu verhaften. Unter welchem Verdacht, sagten Sie?" Unter dem Verdacht, eine gewisse Madeleine Faure in der Nacht des 24. Oktobers ermordet zuhaben," erwiderte Brufel. Ich danke Ihnen, es kann nichts schaden, genau über die Sache unter richtet zu sein. Es ist gut, mein Herr, und Sie, Doctor, oder Serge ant, oder was Sie sonst in Wirklichkeit sein mögen, was habm Sie mit mir vor?" Saint Alban zeigte ein so kaltblüti ges, unbefangenes und hochmüthiges Wesen, daß Mr. Bruiel, welcher wahr scheinlich etwas ganz Anderes erwartet hatte, nahe daran war, seinen Gleich- ... wüth zu verlieren. , bemühen mit uns nach der Polizeistation zu gehen," sagte er. Draußen wartet eine Droschke, und es wird wahrscheinlich Ihrem Wunsche entsprechen, die Sache scpschnell und mit so wenig Geräusch, als möglich, abzumachen." Kümmern Sie sich nicht darum, was meinen Wünschen entspricht,.mein Bester." erwiderte Saint Alban hoch müthig, denn offenbar ist alle Gesahr in. dieser Sache auf Ihrer und Ihres Freundes Seite, nicht auf der meini gen. Indessen, da Ihr Verhaftsbe F t f ' ? 1 seyl ganz m Krönung zu jtm lazemr. so bin ich bereit, dem Gesetz zu gehör chen und mit Ihnen zu gehen. Senden Sie nach meinem Hut uud Rock. Ich glaube, man wird nichts dagegen haben, wenn ,ch rnemer itrau oben er nige Zeilen schreibe, um sie von diefem scherzhaften Zwrschensall zu benachnch tiaen?" Ein Diener wurde gerufen und mit Samt Albans Wünschen beauftragt. Dieser behielt inzwischen die Haltung eines Mannes, der stch m emer unerwarteten Lage kaltblütig zurechtzufinden wcht. Ich vermuthe," sagte er spöttisch zu r - i nr . v-ri ; r. r . !-C a mooerr Power, oan icg oieien neoens würdigen Besuch Ihnen zu verdanken habe. Es ist schade, dan unsere frühere Bekanntschaft unter Umständen erneuert wird, die Ihnen ohne Zweifel sehr pem lich sind." Vower gab keine Antwort. Er war von Saint Albans merkwürdiger Selbst beherrschung ganz Überwältigt. Ueber dies hatte weder er noch fein Begleiter, Mr. Brufel. viel Zeit über die Wen. dung, welche die Ereigmne nahmen. nachzudenken, denn jetzt erschien eine Dame aus der Scene. Sie kam hastig herbei, eher hüpfend, als gehend, und näherte sich Saint Alban. Im Lichte der Gasflamme er schien sie als eine Frau von etwa drei' ma Jahren, von keineswegs anziehen dem Aeußern hoch gewachsen, schlank und wit Heller Gesichtsfarbe, welche sich start der ausgewachsenen blonden Art mit matten, farblosen Augen rn herte. O, Charles, Charles, was ist vor gefallen?" rief sie und warf sich Mr. Samt Alban um den Hals. Sergeant Power konnte einen Ausruf der Ueber'aschung mcht unterdrücken. Frau Gallo!" rief er. Nun, Du siehst, meine Liebe," sagte Saint Alban in trockenem, spöttischem Tone, hier ist ein alter Freund, der die Liebenswürdigkeit' hat. Dich wiederzuer kennen. Doctor Power, meine Liebe, ach, Sie entschuldigen, jetzt Schutz mann Powcr." Die Dame hob den Kopf auf, starrte ihn an und siel mit einem Stöhnen be wußtlos zu Boden. Saint Alban verlor seine Fassung nicht, Das habe ich ettvartet." sagte er. Es ist besser so ; sie wird nicht erfahren, was vorgefallen ist, bis sie sich wieder erholt hat, und inzwischen, wenn es Ihnen gefällig ist, wollen wir gehen." Er hatte jedoch nicht auf Sergeant Powers ärztliches Pflichtgefühl ge.echnet. Dieser vergaß Alkes, außer, daß eine Dame ärztliche Hilfe nöthig habe, und machte eine Bewegung nach der leblosen Gestalt. Schnell wie der Blitz kam ihm Saint Alban zuvor und stellte sich zwischen Leide. Ich erlaube Niemand, eine Hand an ' kleine Frau zu legen." sagte er stolz; ich werde sie selbst zu sich' brin gen. Komm, Marie," fuhr er fort, indem er sich bückte und die Frau auf hob, fei stark!" Tann schüttelte er sie. Bei seiner rauhen Berührung offnere sie ihre er schreckten Augen. Er legte seine Lip pm an thr Zyr uns lpracy einige Worte, welche nur lhr allnn verstandsich waten. Die Wirkung derselben war starker, als alle Mittel, welche angewendet werden, um Damen wieder zu sich zu bringen. Sie erhob sich langsam, noch immer todtenbleich, aber gefaßt. Meine Frau hat sich jetzt genügend von der Erschütterung erholt, welcher sie ausgesetzt war," sagte aint Alban in geschäftsmäßigem Tone. Geh jetzt in Dein Zimmer, meine Liebe, un'v kümmere Dich nicht im aerinasten um

mich.- fügte er mit einem sprechenden

Blick hinzu. Meine Herren, ich stehe zu Diensten, gehen wir." Die Beamten gingen mit Saint Alban nach dem Wagen, der vor der Thüre stand, um auf die Polizeistation zu fahren. Der Verhaftete selbst schritt mit Würde und Fassung voraus. Wenn man die drei Personen näher betrachtete und die Verwirrung auf den Gesichtern von Mr. Brufel und sei nem Äegleitc? sah. fo kannte man glau ben. daß diese die Verhafteten seien. welche Mr. Saint Alban ins Gesang UB kuyrte. 14. Es war an einem Sonnaoend Abend, alt Saint Alban verhaftet worden war. Die Neuigkeit verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt, und da ein voller Taz dazwischen lag, ehe der Wer haftete vor den Richter geführt werden konnte, so war Zeit v'enug vorhanden, den Fall zu besprechen. Die Aufre gung. welche das Ereign iß hervorrief, ist kaum zu beschreiben. Die Verhaftuug von l".:nt Alban wurde im Hotel bald bekannt und verbreitete sich auch bis London ; schon am Sonntag Morgen brachten die dortigen Zeitungen in auffalligem Druck die Nachricht, daß Samt Aldan als der muthmaßliche Urheber des gehcimnißvollen Mordes in der Hamiltonstraße verhaftet worden sei. Die Nachricht machte einen tiefen Eindruck, leit einigen Jahren hatte der Name Saint Alban sich großes An sehen erworben, viele Hunderte kannten den Börsenmann und Menschenfreund feinem Rufe nach. Auch Diejenigen. welche ihn persönlich kannten, waren sehr zahlreich. Man kann sich nicht im Geschäfts leben bzwegen. auf öffentlichen Redner bühnen erscheinen und prachtvolle Gast mähler in einem reichen Hause geben. ohne bekannt zu werben, gron auch London ist und so zahlreich auch me Berühmtheiten aller Art sem mö gen, so war doch Saint Alban nicht der geringste dieser Sterne. Er hatte sich etwas absichtlich an die Oeffentlichkeit aedränat. um sich einen Namen zu machen, und war darin ziemlich er folarelch gewesen. Deshalb waren Leute aller Kreise, als sie die Sonn tagszcltunq lasen, m Erstaunen, um nicht zu sagen in dumpfe Bestürzung verfallen. Konnte es möglich sein? Ja hier stand es schwarz auf weiß, daran war kein Zweifel. Dke Mehrzahl natürlich kam zu dem Schluß, da Mister Saint Alban verhastet sei, so muffe er auch schuldg iem. In Sandbank aber äußerte sich der Eindruck noch viel stärker. Mr. Saint Alban, der Eandidat für einen Sitz im Parlament, der Mann, welcher in feiner Person alle Erfordernisse zum Siege zu vereinigen schien, befand sich jent im Gefängniß und fah seiner Verurtheilung wegen Mord entgegen! 15. Der Gerichtssaal war zum Ersticke? überfüllt. Schon zu früher Stunde hatte sich eine erregte Menge vor den Thüren angesammelt, und kaum wur den dieselben geöffnet, so waren auch sogleich alle Plätze besetzt. Auf der Richterbank san auch Powers alter Be kannter, Mr. Klingsford, zur Seite sa ßen Anwälte. Zeitungsbcrichterstatter, welche aus London gekommen waren, dann die zeugen und aus ewigen reservnten sitzen sah. man Mr. Va vasour, vJix. Hotten, den Bierbrauer, und andere bevorzugte Bewohner des Marinchotels. 'Mr. Ford trat in den aal und führte Frau Samt Alban am Arme, welche sofort der Gegenstand gespannten Interesses wurde. Kleidung war elegant, aber von dunk ler Farbe; sie selbn sah ruhig und ae faßt aus. Der Jnspector Gadd stand in feiner Eigenschaft als Staatsanwalt vor sei nem Schreibpuit. in feiner Nähe der Detectiv Brufel und Robert Power, der Letztere in Uniform. Ter Jnspector schien ängstlich und aufgeregt, zu fein und besprach sich zuweilen halblaut mit Mr. Brufel. welcher seinerseits zetzt mehr Zuversicht zeigte, als während seiner Unterredung mit dem Inspektor am vorhergehenden Tage. Mc. Fords Wesen war sehr selbstbe wußt. Geschäftig ordnete er eine Menge . --. r in.! j - . . vsn eyrifiliuacn, oie ooriym lagen. Zuweilen warf er mit selbstzufriedener Miene einen Blick um sich, als ob er sa gen wollte: Wartet nur. Verehrtest?, ihr sollt schon sehen, was ich aus dieser Geschichte machen werde." Beim Eintritt des Angeklagten rich tete sich die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihn. Nachdem er sich gegen das Gericht verbeugt hatte, blickte er mit vollständiger Fassung um sich, und alS er seine Frau erblickte, lächelte er ihr freundlich zu. Dann nahm er eine nachlässige Haltung an und blickte die Richterbanr in der ungezwungenen Weise eines Weltmannes an. Der Ge richtsschreiber las die Anklage vor und auf die , förmliche Frage, ob er sich schuldig oder nicht schuldig erkläre, er widerte Saint Alban nichtschuldig", nicht mit jenem theatralischen Ton, wel cber den Opfern des Irrthums oder der Arglist in Romanen gewöhnlich zuge schrieben wird, sondern'mitgeringschätzi ger Nachlässigkeit, wie jemand, 'welcher eine lächerliche und beleidigende Anklage zurückweist. ' Zuerst kam der Inspektor an die Reihe. Er begann damit, zu erklaren, daß die Polizei noch nicht die Zeit gehabt habe, sich genügendes Bcweismaterial zu ver schaffen; er stellte deshalb den Antrag, die Sache zu vertagen. Darauf erhob sich hastig Mister Ford. , Ich protcstlre ganz entschieden dage j"' ripf : v Urrtaw --fi i.CVw. gen!" rief er. .Bringen Sie erst ldre Beweise vor, dann wird das , Gericht

entscheiden können, ob es Ihrem An

rag entsprechen will, oder nicht. Ich erlaube mir diesen Einspruch," fügteer . . . c i 5 ... I gegen me niazieroani gewenoer mnzu, ' da ich im Stande zu sem glaube, auf die deutlichste Weise zu zeigen, daß nie mals gegen einen Gentleman von ta dettofem Ruf und hoher Stellung eine so grundlose und alberne Anklage er hoben worden ist. Mein Klient," fuhr er mit Stentorstimme und lebhaften Geberden fort, ich -lehne es entschie den ab, ihn mit der beleidigenden Be nennunq Angeklagter" zu bezeichnen hat bereits eine ganze Nacht und einen ganzen Tag rn emer gewohnlichen Zelle zugebracht; Es wäre ungeheuerlich, ihm zuzumuthen. daß er dies noch längerer tragen sollte, nur in Folge eines unsin nigen Mißgriffs, veranlaßt durch offen bare Unfähigkeit. Ich bitte nur dar um," fügte er hmzu, als er sah, daß der Präsident ihn unterbrechen wollte, daß das Gericht noch keine Entscheidung tref fen möge, bevor die Zeugen verhon worden sind." General Goldbnd, der Präsident, befragte feine Kollegen durch einer Blick. Ich glaube, Inspektor." sagte er dann, es wird bester sein, der Bitte des Mr. Ford zu entsprechen. 23k wellen zuerst die Zeugen vernehmen und dann über Ihren Antrag entsche,den." Der erste Zeuge, Sergeant, Power, wurde aufgerufen und vereidigt. Der junge Beamte machte seine Aussagen mit Ruhe, wobei der Gerichtsschreiber zuweüen eine Frage an ihn richtete. Ein Schatten von Verlegenheit lag aus seinem hübschen Gesicht, aber sein Muth wurde ausrecht erhalten durch das Gefühl, dan er die Wahrheit sprach und seine Pflicht in Uebereinstimmung mit seiner festen Ueberzeugung erfüllte. Sein offenes Wesen und seine klaren Aussagen sicherten ihm von Anfang an die Sympathie aller Anwesenden. Er erzählte, wie er am Morgen des 25. OctoberZ nach der Villa Rob Roy gerufen worden sei, und Alles, was dort vorfiel. Als er jenes. Briefstücks'erwähnte, dessen Handschrift er sofort erkannt hatte, und dann aussagte, wie-er bald darauf Mr. Saint Alban in das Marinehotel ein treten sah nnd in ihm den Schreiber er kannte, lief ein Gemurmel durch den Saal. Der Angeklagte lächelte spöttisch. Ueber seine frühere Bekanntschaft mit Mr. Saint Alban sprach SergeantPo wer wenig und beschränkte sich daraus, zu erwähnen, daß. er mit ihm in Man chester bekannt geworden sei, wie er ei nige Zeit mit ihm auf freundschast lichem Fuße, jedoch ohne näheren Ver kehr, gestanden habe, und daß er einige Briefe von ihm erhalten habe, welche er aber leider vernichtet habe. 1 Während des Verhörs wurden einige Versuche gemacht, um die näheren Umstände des Verbrechens aufzuklären und zu be weifen, daß Alles darauf deute, daß das Verbrechen von einem Manne und nicht' von einer Frau ausgeführt worden sei. Diese Bemühung von Seiten des Inspektor Gadd wurde je doch rasch von Mr. Ford vereitelt, wel cher den Anklager zornig aufforderte, bei den Thatsachen zu bleiben und sich nicht in leere Vermuthungen zu verlie ren. Dann kam der große Advokat an die. Reihe, Fragen zu stellen. Sie sind Polizeisergeant, glaube ich?" fragte er, den jungen Beamten feindselig' anstarrend. Powers Uniform bewies dies ohne besondere Erwähnung, aber es war Mr. Fords Weise, in solcher Art zu beginnen. .Gehörten Sie nicht früher demärzt liehen Beruf an, ehe Sie bei der Polizei m Drenst traten?" .Ja wohl." Sie waren Assistent des Dr. Mer ritt in Manchester?" Ja, ich mt sein Assistent." Natürlich, nachdem Sie ein Examen aemacht hatten?" 1 Ich erhielt den Grad als Magister : der Medmn an der Londoner Unlversr fci nif( ffTJt4AtiP 2 fftnirt lUl UiiV Ulit VltVJUVW Vfc tVttll) liehen chirurgischen 'Eollegiums." Ich danke Ihnen." sagie Mr. Ford. Der Gerichtshof wird daraus entneh men, daß Sie nach mehrjähriger Arbeit und Mühe, um ein Mitglied des gelehrten und sehr geachteten Standes zu werden, und nachdem es Ihnen gelun gen war, nach vieler geduldiger Ar beit die Kenntnisse zu erwerben, welche erforderlich sind, um Ihnen einen Platz in einer ehrenwerthen, um nicht zu sagen, ausgezeichneten Korperschaft zu gewähren, es vorzogen, die Früchte dieses . Fleißes fortzuwerfen, um einem Beruf zu folgen, welcher. wie ich glaube, weder so ausgezeichnet. noch so einträglich" ist, als der eines Arztes. Nun, was veranlaßte Sie da zu?" Der Pfeil war abgeschossen, Power hatte ihn kommen schen und war einen Augenblick zurückgeschreckt bei dem Ge danken, peinliche Erinnerungen wieder wach zu rufen. Er gewann lndessep schnell lcme Fassung wieder. .Ich habe nichts dagcgen, Ihre Frage zu beantwortn," sagte er, aber rch sehe nicht ein, was meine Vergangen httt mit dem vorliegenden Fall zu thun hat." Das glaube ich wohl," erwiderte Mr. Ford mit spöttischem Lächeln, aber Sie sind nicht hier, um mit mir zu rechten. Ich habe eine Frage gestellt und erwarte eme Antwort.. Was vcran laßte Sie. Polizist zu werden, unstatt die Laufbahn, für die Sie fich vorberei tet hatten,- zu verfolgen ?" Hier fühlte sich Mr. Kingsford, einer der Richter, veranlagt, emzu schreiten. " Wir sind , ängstlick darauf bedacht, cm . . r . i "cv f. . . n . c2!ii, tferu, - zugieer, MXjyiica vour rci heit zur Erfüllung Ihrer ernsten Pflich ten zu lassen, aber was mich betrifft, und ich zweifle nicht, daß das Gericht ! gleicher Ansicht ist, so Wünschteich zu wissen, zu welchem Zweck Sis hie? folche

fernliegende Thatsachen zur Sprache !

bringen?" Meine Frage ist nicht überflüssig," 1 2... T. . ' . ' 1 r erwiderte Mr. Ford, sondern von gro ßer Wichtigkeit, da sie die Glaubmür digjeit des Zeugen in dieser Sache be trifft. Ich glaublich murnit aller Ehrerbietung auf meinem Recht beste hen, den Zeugen über seme Vergangen heit zu befragen." Nach kurzer Berathung der Richter entschied der Präsident zu Gunsten des Advocaten. Mr. Ford verbeugte sich und erneuerte svfort seme Fracke. Ich gab-den ärztlichen Beruf auf." erwiderte Power, weil mir alle Hoff' nung aus Erfolg geschwunden war." O, alle Hoffnung auf Erfolg war Ihnen geschwunden? Bitte, aus wel chem Grund?" Ich war das Opfer einer. nieder trächtigen Anklage. Ich wär un schuldig, aber ich wußte, daß der bloße Verdacht, der auf mich, gefallen war, genügte, um meine Lausbahn zu rumnen. Diese Antwort, welche Power in fr stem Tone der Entrüstung abgab, ve?' anlaßte Aufregung im Saal, alle Augen richteten sich auf ihn, mit Ausnahme der des Angeklagten und seiner Frau, welche ihre unbewegliche und kalte Haltung beibehielten. Sie sind unschuldig angeklagt wor den. wie Sie sagen," fuhr Mr. Ford fort. Wir hüben nicht nöthig, auf Einzelheiten einzugehen, aber ich glaube, es handelte sich um eme Pfr tientin?" Ja," murmelte Sergeant Power. Sie standen unter dieser Anklage vor Gericht, nicht wahr?" Nem. Der Fall wurde von der Po lizei in Manchester untersucht und die Anklage wurde aus Mangel an Beweis zurügewiesen sie beruhte auf einer ge meinen Verleumdung, deren Veranlassung ich nicht'kenne." Ganz richtig," sagte Mr. Ford mit spöttischem-Lächeln, indem er mit seiner Uhrkette spielte. .Sie sind natürlich der Meinung, daß ich nach Weser Ent scheidunq kem Rechr habe, eme abwel chende Ansicht zu äußern. Gut, ich will das unterlassen, ich will Ihre Tugend als unbefleckt, gelten lassen. Aber nun sagen Sie mir,, nachdem Sie das Poli W " "t r m zeraericyl m Manweter oyne emen Flecken auf Ihrem Ruf : verlassen ha ben, warum setzten Sie urcht Ihre Thätigkeit als Assistent deZ-Dr. Merritt fort, m dessen DienstenSle damals ständen?" Robert Power blickte seinen Feind rumg an. Ich verließ ihn auf semen Wunsch. sr . , . cm . 'ii i. u.r. v . . . - 3J0CX0C cerrilk meinre. van oer 2ian dal, welchen die Sache erregt hatte. mcm längeres Bleiben bei ihm unmog lich mache." Kurz gesagt, er entuen Sie?" Wenn Sie es vorziehen, es auf diese Weise auszudrücken, so mögen Sie es thun," erwiderte Power bitter. Uyd Sie waren Nicht im Stande, eme andere Anstellung zu. erhalten?" Ich machte kemen Versuch. Jch kam hierher, 'um ememOnkervonmwzu be suchen, undcha ich beschlossen hatte, den ärztlichen Beruf aufzugeben, verschaffte er Mir eme Anstellung bei der Polu Z. Und es ist nur billig, zu bemer kcn," sagte Mr. Kingsford, welcher die Manöver des Advocaten mit nicht ge rmgem Verdruß angehört hatte, daß wir in der ganzen Polizei keinen thätigeren und intelligenteren Beamten von besserer Führung habe. DieZ sagte ich aus eigener, persönlicher Er sahrupq.' Die Zuhörer lächelten zustimmend und . " , ? 6?ergeanl Power rerneigie um voruca und dankte seinem Fürsprecher mit einem ernsten Blick. Mr. Ford fühlte?die Bedeutung diescr Bemerkung, ließ sich aber so leicht mcht stören. Ich habe nicht den .geringsten Zwei' fel daran," bemerkte er, daß ' dieses Lob wohl verdient ist. Es gibt ie doch auch einen Uebereifer, eine sehr gefährliche Eigenschast.bcl emem Pouzeibcamten. Doch, wir sind jeßt. mit dieser unbequemen kleinen Episode aus Ihrer Vergangenheit fertig, wir kommen nun zu dem Falle selbst. Wo haben Sie Mr. Saint Alban zuerst ge sehen?' Im Hause eines Patienten, eines Herrn Gallo." Erkennen Sie sonst noch andere Personen hier im Saal, außer Herrn Saint Alban, mit denen Sie zu jener Zelt ,n Manchester bekannt waren?' Sergeant Power blickte nach Frau Saint Alban. Ich erkenne !n der Dame, welche dort sitzt, die Frau des Herrn Gallo, welcher früher mern Patient war." Wieder richtete sich die allgemeine Aufmerksamkeit auf die erwähnte Per son. Diese Dame, welche jetzt Frau Samt Alban ist." suhrMr. Ford fort, war m jener Zeit Frau Gallo. Wie lange ist es her, daß Sie von dieser zweiten Heirath, nach dem Tode ihres ersten Mannes aebortPaben?" Ich wußte nichts davon, bis letzten Sonnabend, als ich Mr. Samt Alban verhaftete." Sie haben die Person, mit welcher geschäftlich, oder sonst bekannt waren, ganz aus dem Gesicht verloren, als Sie Manchester verliefen?" Ja. Ich habe keine Beziehungen mehr zu der Stadt unterhalten und habe mich auch nicht mehr näch den dortige? 'Lorgängen erkundigt." (Fortsetzung folgt.) - ,,. ..in" :"s 'iv..i m '. m ' " , i Bläu gefärbte Haare wird Sarah Bernhardten einer Komödie haben, welche sie binnen Kurzem spielen wird. ' Es scheint, ,daß die Rolle diese Excentrizität verlangt. ' Das Fußballspiel: dessen Ursprung unbekannt ist. wird zum ersten Male unter der Regierung! EowardS III. in England im Jahre, 1349 erwähnt.

Ein kleines MtßverstZndnib.

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mm Arzt: Ihr Puls geht schnell: Sie klagen über Kopfschmerz ! Haben Ihnen denn die sechs Blutegel, welche ich ge stcrn verschrieben habe, nicht geholfen, oder haben Sie einen Diätfehlcr be gangen? Patient: Ach. Herr Doctor, nach den Blutegeln ist mir eigentlich noch schlech ter geworden. Ich habe mich auch so davor geekelt aber es half za nichts, ich mußte doch das Recept befolgen k Aber das nächste Mal darf ich sie viel leicht vorher kochen lassen ich konnte sie kaum herunter würgen! Zeitgemäße Bitte. Landstreicher: Bei der Gelegenheit möchte ich mir noch erlauben, Sie um eine kleine Gabe anzusprechen, damit ich meinen Schatz bn der Hitze auch mal mit Eiscream tractircn kann! Wie man hcirathet. Ein auch außer den Grenzen WienZ bekannter Arzt, ein Meister in seinem Specialfache, ist vor Kurzem zum Traualtar geschritten. Das Heirathcn ist nun freilich eine ganz alltägliche Sache, aber dieser Ehebund erregte denn doch in dem ausgebreiteten Freundes und Patientenkreise des Hoch zeiters ganz beträchtliches Erstaunen. Konnte man ihn doch als einen einge fleischten" alten Junggesellen, der. be treut von einem bejahrten Diener, einzig und allein seinem Berufe und der Wissenschaft lebte und sicherlich an alles Andere eher dachte, als an den Bibelsatz: Es ist nicht gut. daß der Mensch allein fei." Was ihn also wie sicy ein noch total leoiger Toastred ner ausdrückte zu diesem fürcbter lichcn Schritt getrieben, das wurde erst später bekannt. Nicht überschäumende Liebe, nicht kühle Berechnung waren die Motive der Ehe, sondern der prosaischste und merk würdigste Grund, den man sich denken sann: ein Katarrh. Und das kam so. Eines Nachmittags war der vielbeschäftigte Arzt nach Hause gekommen, um, wie gewöhnlich, etwaige Einkäufe und Anmeldungen entgegenzunehmen. Als er sein Arbeitszimmer betrat, folgte ihm der Diener, um einzuheizen. Lassen Sie das." beschick ihn sein Herr, ich gehe ohnehin gleich fort und kehre erst gegen 9 Uhr Abends zurück. UebrigenS müssen Sie sich sofort aus den Weg machen, um Einiges für mich zu befor gen." Damit sendete er sein Faktotum fort und fetzte sich an den Schreibtisch. Tort fiel ihm ein eben erschienenes vissenschastliches Werk m die Hand, daS er neugierig zu durchblättern begann. Als der Diener um 8 Uhr Abends heim kehrte, faß der Gelehrte noch immer im eiskalten Zimmer über das fesselnde Buch gebeugt und fühlte in seinem Eifer gar nicht, daß ihn entsetzlich fror. Am nächsten Morgen traten die Folgen dieser stundenlangen Zerstreutheit zu Tage: heftiges Fieber und ein schwerer Katarrh. Der Arzt, der bisher nie eigentlich krank gewesen, mußte einen EoLegen lonsultiren und auf dessen Anordnung zu Bette bleiben. Als er schon einige Tage lag, die vom Gasthause geholte, stets schon ausgekühlte, krastlose Suppe genießen, über jedes Glas Wasser, jt'de sonstige Dienstleistung mit feinem theils ängstlichen, theils täppischen Diener langwierige Dialoge führen mußte, da faßte ihn der unverheirathetcn Mensch heit ganzer Jammer an" und er be schloß zu heirathen, ehestens und wen immer. Ein Schicksalswink schien es ihm also, als. kaum er den Gedanken aus gedacht, eine seiner Nichten, kein zu funges Mädchen mehr, in's Zimmer trat, um wieder einmal nach dem Be finden des Onkels zu sehen. Als sie ihn krank fand, erbot sie sich zur Pflege und fragte gleich. , ob er irgend einen Wunsch hege, den sie erfüllen tonne. Heirathe mich!" bat der Kranke, den vollen Ernst seiner Werbung dcthcu krnd. Die Nichte sagte nicht Nein und nun ist der Arzt Ehemann und mit seinem Schicksal sehr zufrieden, denn nun kann er wie er sagt doch wenig stens nach Herzenslust krank sein. , gerechter 'oto iz. Aatcr: .Ich habe es zwar nicht gern, wenn sich Binder prügeln, aber dennoch bin ich stolz, da Tu so einen starken undgro nen ?!unen fce:i3innnr konntest I :tcsl

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