Indiana Tribüne, Volume 15, Number 307, Indianapolis, Marion County, 24 July 1892 — Page 4
Jndiana Tribüne. Erscheint - ZNgiich nnd S o n n t g s.
Sie lüglitfe, Tribüne- kostet durch den Träger liUattS per Wvche, die SktagSTribüne- l 6nk per Wode. Belde zusammen ZSLeniS dc? S3(5cnt3 per Monat. Per Post zugeschickt in Vor Zsbezahlunz s' per Jahr. Cfpcc : 130 Ost Maryland Straße. Indianapolis, Ind., 24. Juli 1892. Oeirems. Rat fttTTtCit$ Hgrbtcht. Vo Eche.SIsOch. Wir hatten einen Ausflug nack l'arcn bürg gemacht, um unZ einmal für einen ganzen Tag aus dem riesigen Backofen, LZien genannt, zu retten. DieseK kai'erliche Lustsch!ß ird mit Unrecht von aller Welt jo stiefmütterlich behandelt, vom kaiferliäzen Hof sowohl, der lieber in Schönbrunn oder GZdZllö residirt, ls von den Wienern und den Fremden, r-elche die Kaiserftadt an der schönen blauen Donau besuchen. Nicht allein kas Schleß selbst, ein Lreblingssih Tim ria Theresias, deren herrliches Portreit man in demselben bewundern kann, und fei; mittelllterllche Ritterburg mit ihren Thürmen und Erkern sse ihrer kost baren Wasiensammkung sind sehensürdiz. sondern vor Allem bildet der oen der Gartenkunst s gut wie unentweihte Park, der sich zuletzt in eine Art Wkldnih verliert, mit seinem großen, schilsberzzchsenen Teich den schönste? Fleck Erde, den die an Naturschönheiten ss reiche Umgebung Wiens aufweist. Hier trifft man noch wirklichen Schat len und roikliche Frische zur Zeit der höchsten Sommergluth, und welche kost lichen Landschaftsbilder! bald an den fchwermüthigen Schilderungen Hobbe: mcs, bald an die heitere Waldluft Claude Lorrains mahnend. Allerliebst ist auch die kleine Insel mit dem niedlichen Pavillon, in dem jede der bunt gemalten Fensterscheiben eine andere Stadt der Monarchie darstellt, darunter auch manche, die heute dem Szepter Hadsburgs nicht mehr gehör, cheN.. ;y:-ri ! Ein alter Diener, vornehm roie ein Diplomat der alten Schule, aber dabei vertrauensselig und plauderhaft, wie es baS Alter ist, sührte uns umher und erzählte uns allerlei merkwürdige und erzötzliche öiomane und Abenteuer, wie sie einst an dem äußerlich spanisch: steifen, im Geheimen lebenslustigkbewegten Wiener Hose üblich waren und jene Zeiten '.ebendig illustriren, wo der Mensch beim Laron anfing und die misera plebsnnr öazu da war, Steuern zu bezahlen und Rekruten zu stellen. In diesem Pavillon lebte Kaiser Franz feinem Liebesglück, das ihm seine anmuthige Gemahlin Maria Ludovica gewährte, dort unter jenem Eichenbaum reichte eines Tages Maria Theresia dem halb verhungerten Kinde einer Bettlerin vie Brust, und in jener Grotte machte Die galante Herzogin van Sagan den allmächtigen Fürsten Metternich zu ihrem ergebenen Sklaven. Bon allen diesen Episoden, die wie in einer Latcrna magica an uns vorüberzogen, ist mir vor Allem eine im Gedschtniß geblieben, vielleicht eil sie am frappantesten jene Zeit beleuchtet, wo die Großen und Größten der Welt in Wien versammelt waren, um eixe neue Theiung der Erde vorzunehmen, bei der diesmal die Völker, und vor Allem die Menschheit, zu kurz kamen. Durch die begeisterte Vaterlandsliebe, welche die Bevölkerung Oesterreichs im Jahre 1809 bekundete, wurden viele junge Männer aus allen Berufs kreisen den Fahnen zugeführt und zogen gegen den großen franzosischen Cäsar in das Feld. So war auch ein junger Herr von Urmeum', ein Ungar aus geachteter, aber armer dliaer Familie, welcher bereits ein Amt bei dem Preßburger Gericht bekleidete, ls gemeiner Husar in die Armee getreken und in Folge tavferen Verhaltens bei Wagram aus dem Schlachtfelde von dem Erzherzog Karl selbst zum Ofsicier ernannt worden. Im Feldzuge von 1813 wurde er bei ßulrn verwundet und nach dem in der ?Zähe gelegenen Schlosse des Grasen Ezernin gebracht. Der Graf war abmesend. aber seine Schwester Johanna, fast noch ein Kind, widmete sich mit dem Eifer eines reinen edlen Herzens der Pflege der zahlreichen Verwundeten, die man herbeigeführt hatte. Als Urmenyi von dem mit Stroh gefüllten Bauernwagen herabgehoben wurde, kam die fünfzehnjährige Comlesse zufällig dazu, und der erste Blick in das etter gebräunte, hübsche, ehrliche Gesicht des Pußtasohnes gewann sofort ihre ganze Theilnahme. Ohne die anderen Unglücklichen darum zu vernachlässigen, wrdmete sie ihm doch ihre Aanz besondere Sorgfalt; sie legte ihm ledesmal selbst den Verband an, reichte ihm Erfrischungen und Arzneien, und ls er sich in der Genesung befand, bot sie Alles auf, ihm seine Tage so angenehm wie nur möglich zu machen. Sie las ihm vor, sie suchte ihn durch ihr nmuthiges Gcplauder zu erheitern, und als er aufstehen durfte, bot sie ihm selbst ihren Arm als Stütze dar, um ihn in den schonen Wintergarten des Schlosses zu geleiten, da die rauhe Jahreszeit einen Gang ins Freie noch nicht gestattete. Endlich war Urmenyi so weit herzestellt, daß tr zu seiner Familie nach Unzarn reisen wolle. Al es dazu kam, Äbschied zu nehmen, konnten Beide ihrer Bewegung nicht Herr werden. In einem Augenblick ar das tiefe Gefühl gegen feitlz errathen uud bekannt, und nun dachte der junge. Ofsicier nicht mehr daran, das Schloß zu verlassen, ehs er nicht wieder bei seinem Regiment ein, rücken kennte und muhte. Es waren ein paar herrliche Wochen voll reinen Glücks, welche die Liedenden in dem einsemm Schlosse in einem stillen Bergthal Böhmens, von Schnee gleich sam eingen:a.,ert, in Gesellschaft einer alten Tante und einiger treuen Diener verbrachten. Der innigste Bund zme!er jungen Her: n wurde für tmia, aeschisilen und ali
Urmenm denn doch zur Armee nacy Frankfurt eilen mußte, wurden die zartlichsten Briefe gewechselt und goldene Pläne für die Zukunft geschmiedet. Als im Herbst 1614 die verbündeten Mo narchrn nnch Wien kamen, und der Eonareß eröffnet wurde, strömte auch der österreichische Adel nach der Kaisersiadt. Graf Ezernin kam gleichfalls mit seiner Schwester, und die Liebenden sahen sich nach langer Trennung wieder. Komtesse Johanna hatte das Glück. der Kaiserin Maria Ludovica zu gefallen imd wurde von dieser ihrem Hosftaatbei, gezogen, während Urmenm' in die ungarische Nobelgarde aufgenomrpen worden war. DieS gab ihnen Gelegenheit, sich hausiz uud ungestört in dev Hofburg treffen und sprechen zu können. Endlich mußte aber doch ein entscheidender Schritt gestehen. ' und so erschien eines Tages llrmenvi bei dem Grasen Ezernin und hielt um die Hand der schönen Johanna an. Ezerin emrsing ihn artig, ahm aber seine Bewerbung küdl und auswei' chend auf. Jobanna sei noch sehr jung hieß es, man könne vorderhand noch gar nicht daran denken, sie zu verheirathen. Mit feiner Schwester sprach der stolze .keudatderr jedoch in ganz anderem Tone. Er erklärte ibr kurz und rnuh, daß von der Verbindung einer Tochter deö aul'es Czernin mit einem armen Offizier aus unbekannter Familie niemals die Dirke sein könne, und kündigte ihr zugleich an. daß er ihr nächstens den ihr bestimm ; ten Bräutigam, Graf Waldftein, vorstellen werde. Unerwartet kehrte an diesem Abend die Kaiserin von einer Siyuna des Festausi fchnsses, an dessen Spitze diese kunjtsin nige Tochter Italiens stand, früher als sonst zurück und fand die junge Gräsin mit vermeinten Augen. Maria Ludovica batte nicht nur den lebhaften italienischen Geist, sondern auch vag leicht bewegte italienische Herz. Sie nahm die Comtesse in's Verhör, und als diese ihr Alles getreulich gestanden und berichtet hatte, sagte sie: .Beruhigen Sie sich, mein Kind, das Ganze gleicht einer italienischen Komödie. Wir wollen bei Goldoni in die Schule gehen, vielleicht sinden wir bei ihm noch eine recht lustige Auslösung dieses Knotens." .Mein Bruder hat ausgerufen: Nie mals werde ich meine Zustimmung gebenl Majestät kennen ihn nicht, er ist ein Eisenkopf. .Niemals! wiederholte die Kaiserin mit einem seinen, boshaften Lächeln. Vedremo ! Das Wort der italienischen Medea w ihr Lieblinasausruf: .Wir werden
sehen! Vedreiuo! antwortete sie jedes mal, wenn man ihr Schwierigkeiten bereitete. und in der That hatten sich bisher dieselben stets vor ihr geebnet. Einige Tage später befand sich die Kaiserin mit den Schöngeistern und Künstlern, aus denen der Festausschuß des Hofes bestand, mit einigen Damen, welche sich der besonderen Gunst Maria LudovicaS erfreuten, dem OberstjSgermeister und oem Anführer der kaiferlichen Falkner in Larenburz, wo schon in nächster Zeit eineS der glänzendsten Feste stattfinden sollte. Der See von Larenbura war von zahlreichen Nelhern, Kranichen, Wildenten und andern Wasservögeln devölkert. Nichts lag naher, als hier eine cht mittklallerltche Falkenbetre zu veranstalten, welche die schöne Kömgin nicht weniger liebte, als einst die Gemahlin des volksthumlrchen Maximrlran, des letzten Ritters". Der Falkenbeize sollte eine große Jagd folgen, - zu der oas Wild von vrelen Merlen m.'it zusammengetrieben wurde. Auch dies ent sprach einer der noblen Passionen der Kaiserin, welche ganz außerordentlich zut schoß und schon miederholt bei Jag den und auf dem Schießplatz die Bemnnderung der in Wien versammelten Monarchen, insbesondere des Zaren öllerander erregt hatte. An die große Treibjagd sollte sich ein Hofconcert anschließen und ein glänzendes Feuerwerk der Festtafel folgen. Während die Kaiserin mit dem Dixlo maten Gentz und dem Oberjägermeister den Park durchschritt, das übrige Gefolge vor der Burg wartete, machten sich zwei der Damen, die Gräsin Julia Zicho, von der Eongreßpartei die himmlische Schönheit-, und die Gräsin Caroline Szechenyi, die .erobernde Schönheit" getauft, daran, das Innere des abfonverliehen Gebäudes einer neugierigen Musterung zu unterwerfen. Sie betrachteten den prächtigen Turnierplatz mit feinen Schranken, Wappen und Fahnen, das Erdgeschoß mit seinen alten Waffen, Rüstungen und Raritäten, den Saal mit den Kaiserbildnissen und gelangten endlich auch in die Folterkammer und das Rurgverkieß. Hier ist heute noch auf einer Stern dank, mit Ketten beladen, die Figur eines Gefangenen in der malerischen Tracht der Tempelritter zu sehen. Die Damen blieben bei seinem Anblick einen Augenblick stehen, wagten sich aber dann doch einige vchrrtte naher. Platzlich erhob sich der Ritter und streckte die Arme, mit den Ketten rasselnd, nach ihnen aus. Beide Frauen wichen unter einem Schrei zurück, während hinter ihnen jetzt ein spöttisches Lachen ertönte. Es war Gras Czernrn, welcher ihnen unbemerkt gefolgt war und durch einen Druck auf dre verborgene Feder den Mechanismus, der den gefangenen Templer belebte, in Bewegung gesetzt hatte. .Ah. Sie sind es!" rief die .himmusche Lchontzelt.' .Sie Haien unS so erschreckt!" sprach die .erobernde Schöne, .warten Sie nur, dafür sollen t&ic eremplarlsch be straft werden.". . . ' .Ja, wir schwören Ihnen Rache", fügte die Grasin Zichy hinzu, .und wir werden Wort halten, die Gelegenheit wrrd jlch schen stnpen" t .Könnten Sie so hartherzig sein?" er rederte Gras Ezernrn chelnd. .Hoffen Sie nicht zu viel von uuserer Milde, saae Gräsin Szechenyr, jetz, aber zeigen bie unS. wie man diesen ar men Tempelherrn regiert; eigentlich ist dlk Vache doch sehr amujnt." Der Graf erklärte nun die ganze Vor ri'chlung, wies den Damen den an der Einaanasvforte befindlichen Knopf, und
nun unterhielten flch dle ttoii Tchöntn
Frauen unter fröhlichem Lachen damit, den Gefangenen immer von Neuem aufstehen und wieder auf seine steinerne Bank zurücksinken zu lassen. .Noch hübscher wäre es", rief die Grasin Zich?, .wenn er sich vor uns auf ein Knie niederlassen wollte. Für einen Gefangenen wäre dres ja auch dre richtige Attitüde." .Das wäre vielmehr dre Sache Ezernins, fprach die Gräfin Szechenri, .er müßte uns um Gnade bitten." 5kn diesem Augenblick kam die Kaiserin uud belustiate sich sehr, als man ihr den qanzen Vorgang berichtete und die beiden lr. - ? r c f : r . v t.r rsrannnen lyre racewurc roicccryiu' ten. Maria Ludovica beschäftigte sich eben mit einem Vorschlag für das Lurenbur ger Fest, der mindestens sehr originell war. Im oberen Stockwerk des ThurmeS be findet sich die ganz im Stile des Mittel alters eingerichtete Gerichtsstube, die an UnHeimlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Ein weites Gewölbe spannt sich darüber, kl ine Bogenfenster geben dem an sich düstern Raume nur eine zweifel hafte Beleuchtung. Von zwölf sitzen umgeben, befindet sich darin die Gerichtstafel, rund, mit einem Loch in der Mitte, groß genug, um den Kopf des Angeklagten durchzulassen, welcher mit Hilfe eines Aufzuges aus dem Kerker heraufgezogen wurde. Dieses Verfahren war in jenen schonen Zeiten adliger Herrlichkeit ziemlich allgemein. Die sonderbare Vorrich, tung hatte einen doppeltenZweck. Erstens sollte die unbequeme Lage, in der sich der Gefangene befand, und dezjen Pe,n sich von Minute zu Minute steigerte, denselden redselig machen, nothiaensalls auch den Unschuldigen das Geständniß zu erpressen, daß seine Peiniger wünschten, dann aber auch den Richtern, welche behaglich um den Gerichtstisch saßen, den Anblick des verwahrlosten, lchlechtgeklerdeten Gefangenen ersparen, damit ihnen nicht der Appetit verdorben wurde. Denn es geichah rn lenen Tgen nlchr selten, daß die edlen Herren die Sitzung unter? brachen, um sich den Freuden' der Tafel zu widmen, und dann lreßen sie den Unglücklichen so lange zwischen Erde und Himmel schweben. Eine solche Gerichtsscene mit ibrer ganzen schauerlichen Romantik beabsichtigte das estcomite den Eongreßgasten vorzuführen. Die Kaiserin besichtigte also den Kerker. den Aufzug und die Gerichtöstubr und sagte dann: .Es wäre immerhin interessant, jene Seiten zurückzuzaubern, welche die deutichen Dichter jetzt zu verherrlichen lieben. -7, . . . . t .? . ftoct rch turcyie, van dieses graunge Lild in das heitere Fest einen Mißton bringen wird. Ein Versuch konnte doch rmmerdtn qemacht werden," bemerkte die Gräfin Z'chy. .Wer soll aber den Verbrecher voritellen? fragte die Kaiserin. .Ezernin!" rief die Griftn Szechenyi. .baS soll seine Strafe sein dafür, daß uns so erschreckt hat." .,.Jch danke für diese Rolle", siel rafj der Graf ein. .Ach! Sie haben nicht den Mufyl' sagte die Zrchy boshaft. .Auf dirsc Huausforderuna", entgeg nete Ezernin. gibt eö nur eine Antwort. Wo ist der Äufzuq'i Die Kaiserin, von einem raschen, lustls gen Gedanken bewegt, wechselte rasch ei. paar Worte mit der Zlcho und det SzecheuQi, und nun nahm die letztere de Arm Ezernins, und führte ihn als ihren Gefangenen in den Kerker hinab. Eir Wink der Monarchin entfernte die auwefenden Herren, die GräsinZichy schloß die Thür, und die Damen, alle jung. schön, übermüthig, nahmen rafch um du Gerichtstafel Platz, Maria Ludovica ir ihrem rothsammtnen obelpelr au! dem erhöhten Sitz des Präsidenten. Es währte nicht lange, so rasselte ek in der Tiefe, und bald tauchte der Kopl des Grafen Ezernin in der Mitte bei Tafel auf. von dem lauten, muthwilliae Lachen deoEongreßschönheiten begrüßt. .Run? fragte die Kaiserin, .wie il Ihnen zu Muthe? .Es ist eine ganz erbärmliche Lage", erwiederte Ezernin, .so daß ich bitte ? S i "i W ä. 5 fc. . f :ocyre, mrcy recyr daid aus oerfeiven ji erlösen. .Oh! Wir denken nicht daran gab Maria Ludovica zur Antwort, .jetzt beginnt das Verhör, und es hängt nu, von Ihnen ab, durch Ergebung und Rem Ihre Oua! abzukürzen. Sie sind ei arger Verbrecher, Gras. .Ja," stimmte die Gräsin Zichy bei, .denn Sie haben uns zu Tode er, chreckt. .Das wäre noch die geringste seiner Unthaten." sprach die Kaiserin, .ab dieser Unmensch hat eine rerzende Schwe ster, die einen wenn auch armen, so doch braven, verdienten Ofsicier aus guter Familie liebt, und will sie zwingen, eine Andern zu helraihen." .Abscheulich!" riefen die Damen bx Chor. .Geben Sie sofort Ihre Einwilligung zur verrary oyannes mir urmeuzfuhr Maria Ludovica fort. .Unmöglich, Majestät." .Vsäremo," rief die Kaiserin, .e wird sich zeigen, wie lange Sie es aus. halten, uns zu trotzen.' Sie lehnte sich zurück, und die Hände in den weiten Aer, meln ihres Pelzes behaglich versteckt, betrachtete sie den Grafen mit einem feine doshaften Lächeln. Ezernin schnitt bereits die fürchterlich ften Grimassen, und nun begannen ihn dle muthigen Schönen noch zu quälen, indem sie ihm Nasenstüber gaben und ihn an ven)yren zupften. .Ich bitte um Gnade," murmelte endlich. .Sie geben Ihre Einwilligung zu de? Hklraty?' .Ja." Auf Ehrenwort 7 .Auf Ehrenwort." Die Kaiserin klatschte in die Hände, nie eS verabredet war, und sofort be gann es in der Tiefe von Neuem zu ras. feln, und der arme Gras verschwand unter Spott und Gelachter der Damen. wie ein Zauberer in einer der damals beliebte Wiener Feenpoüen m euier Thea, icrverfenrung. , , : . Die Kaiserin hatte ihren Zweck tu reicht die Gericstsktub ihre Dienste
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geleistet, für die Gaste des Festes erschien ihr aber der Anblick dieser Barbarei nicht gerade angenehm und vielleicht um so weniger passend, als es ja damals noch verschiedene Herrscher gab, die sich den schönen Frauen des Eongresses ge genüber als girrende Schäfer zeigten, während sie daheim ihre unglücklichen Unterthanen mit kaum weniger drastischen Mitteln regierten, als eö dieser Auszug ar. Kaum war Maria Ludovica in di Hofburg zurückgekehrt, so theilte sie der Komtesse Ezernin die glückliche Wendung ihres Schicksals mit und befahl dann Urmenyi zu sich, dem sie persönlich sein schöne strahlende Braut zuführte. Graf Czernin machte zu dem bösen Spiel gute Miene, obwohl ihm sein Niederlage noch manche Neckerei und Malice zuzog, besonders auf dem große Maskenball, welcher in dem großen Nedoutensaal der Hofburg stattfand. Das Fest in Larenburg fiel glänzend aus. insbesondere entzückte die Falken jagd alle Anwesenden und versetzte sie iv der anmuthigsten Weise in jene Tage zu: rück, als deren ernstes Wahrzeichen die Franzensburg mit ihrer Gerichtsstube, ihren Kerkern und ihrer Folterkammer dasteht. .Wie schrecklich! flötete Gra sin Zichy. die .Himmlische", als sie während des Feuerwerks mit den Königen von Preu: ßen und Württemberg vor den Waffen und Rüstungen stand und eine der eisernen Geißeln der Inquisition mit ihrer zarten Hand schwang. .Gott sei Dank, daß die Folter nicht mehr besteht." Friedrich Wilhelm III., der ihr in seiner lakonischen Weise huldigte, sah sie an und sagte dann kurz: .Selbst Folterkammer, Gräsin, und noch ärger als diese!" Die Nache des Fräuleins Bacarescu. Man schreibt aus Bukarest: Prin. jessin Maria von Edinburgh ist seit kaum einem Monat die Braut des ru manischen Thronfolgers Prinzen Jervinand und schon muß sie Kummer erfahren. Die Urheberin dieser Unannehmlichkeiten für die zukünftige Köni gin von Äumanien ist die ehemalige pofdamc Earmen Sylvas, Fräulein veleneBacarescu, deren Liebesroman" mit Dein Prinzen Ferdinand noch in Aller Erinnerung steht. Fräulein BacareZcu tann die' jähe Vernichtung ih res Traumes, in welchem sie sich schon als einstige Königin ihres Vaterlandes sah, noch immer nicht verwinden nnd nimmt nun dafür an der Prinzessin Maria, der wirtlichen Braut des Thronfolgers, ihre übrigens echt weidliche Rache. Aus der Zeit ihrer romantischen Beziehungen zum Prinzen Ferdinand b:$t nämlich Helene Vacarescu eine, Reihe schwärmerischer Liebesbricfe des Prinzen, die sie. die so plötzlich aus allen Himmeln Gefallene, natürlich wohl verwahrte und trotz wie verholter Bitten selbst ihrer Herrin Farmen Sylva nicht wieder zuruckerstatten wollte. Nunmehr verwendet Fräulein Bacarescu diese Briefe des Prinzen zu ihrem Rachewcrk. Seit ih' rer Verlobung erhält nämlkch die Braut des Thronfolgers. Prinzessin Maria, fast jeden dritten oder vierten Tag ei nen jener Liebesbriefe des Prinzen Fer zinand aus der Sammlung des Frau leins Bacarescu zugeschickt. Wie nur zu begreiflich, erregt das regelmäßige Eintasten solcher Briefe in ser Familie der Prinzessin die peln lichste Empfindung. Der Herzog von Fdinburgh hat die rumänifche Regie cung von diesem Rachewertc des Früu leins Bacarescu, die übrigens im Einzerstaridniß mit ihren Eltern diese vanolungsweise fortsetzt, verständigt Lnd um deren Intervention zur Ein Zellung des Unfuges angesucht. Ein z'fiziöies Bukarester Akatt gibt nun der Familie Bacarescu zu verstehen, daß ,hr Treiben noch ein Eingleisen dcZ taatsanwaltes zur Folge haben könne und fugt hinzu, der Versuch, die Ber inählung des Thronfolgers durch der irtige Machinationen zü hintertreiben, zibtgrl. Bacarescu un,d ihre Familie er Lächerlichkeit preis. Man darf nun pegierig sein, ob die romantische Helene and ihre Familie diese Warnung be. herzigen werden. ' Monumente und Grabsteine in großer Auswahl und zu billigen Preisen bei'August Diener, Ro. 243 Ost Washington Straße.
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