Indiana Tribüne, Volume 15, Number 287, Indianapolis, Marion County, 3 July 1892 — Page 2

Eine saure Erbschaft Reiche Leute haben trotz ihrer sübrn Vögel auch manchen Kummer D alte reiche Grämlich machte darm keine Ausnahinc Auch ifrn drückte e-Z hier und da. em größter Kummer aber war der. in seinen drei leichtlebigen Neffen, er war Junggeselle, die einsti gm Erben seines beträchtlichen Vermö genZ erblicken zu müssen. Er sah sie jchzn im Geiste dahcrcilen und sich b:vx Anblicke des bedeutenden Nachlasses vergnügt die Hände, reiben sah sich schon im Geiste auf der Todtenbahre von dem sauberen Dreiblatt umgeben, deren Blicke nichts weniger als Trauer ver riethen. Und dann quälte ihn monate lang die Frage, Vie er solches wohl verhindern könnte. Endlich glaubte er es gefunden zu haben. Es war Herbst geworden. Da sahen die NachbarZleute mit Erstaunen, wie der alte Grämlich mit großem Eifer die noch nie reif gewordenen Weintrauben an der Nordseite seiner Gartenmauer pflückte, preßte und den Saft in ein Fähchen füllte. Die Sache blieb ihnen unerklärlich, zumal man den Alten fortan nicht stiebet im Garten sah. Die Kelterei war fein lektes Werk qe-

mesen. denn bald darauf sing er an zu kränkeln, und er verließ das' Bett nicht' wieder. Als die Trauben tn fernem Garten sich wieder zu reifen vergeblich bemühten, schloß er für immer die Augen. Die Neffen kamen natürlich eiligst herbeigeeilt und betrachteten in der That mit wohlgefälligen Blicken die wohl geordneten, ihre Erwartung überstci enden Schätze des Onkels. Da siel ihr Blick auf das Testament, mit der Aufschrift: Sofort nach meinem Tode zu öffnen.- Es hatte folgenden Wort laut: .Meine drei Neffen sollen mein Ver mögen zu gleichen Theilen erben, wenn sie sich bei meiner Begräbnißfeier mit dem von mir selbst gekelterten, unge zuckerten und ungegvvsten Wein begnü kzen wollen. Ich will, lujj jeder von Ihnen nicht mehr und nicht weniger als zwei Maßkrügel davon, so sauer und so süjz, wie er ist. am genannten Tage trinkt. Sollte einer der lieben Neffen diese Bedingung nicht erfüllen zu.kön neu meinen, so fällt sein Erbthcil der hiesigen OrtZarmenkasse anheim. Grämlich. An dem verhängnisvollen Begräbt aisttage waren die Neffen und die Herren vom Curatorium bereits in den Vormittagsstunden im Trauerbause vcr sammelt. Da kam der Selbstgekeltcrte auf den Tifch. Mit Selbstverleugnung ergriffen die Neffen die Glaser, um dem Entschlafenen das erste stille Glas zu weihen. Aber, o weh! Ansetzen und wieder Absehen war eins bei allen dreien. Es gab doch noch Dinge, von denen sich ihre Weisheit bisher nichts batte träumen laffcn. Mit schmerz erfüllten Mienen wandten sie sich ab von dem Souerling aller Säuerlinge. Icht erst wurde ihnen klarwas es fTiefc, durch zwei Maßkrügel welbstgc kelterten hindurch den Weg zum Geld sack zu erobern. Jedoch mit mannhaf tem Muthe ergriffen sie die Gläser von Neuem; aber nur in homöopathischen Dosen vermochten sie den unedlen 2te bcnsaft zu vertilgen. Als sie bei der Leichenfeier an dem offenen Sarge des Entschlafenen stan den, hatte noch keiner von ihnen das erste halbe Maßkrügel geschafft. Da mute der Jüngste von den Dreien an die noch zu bezwingenden anderthalb Maßkrügcl denken. und es rollten ihm in stiller Wehmuth Thränen über die Wangen. Die beiden anderen sahen es und weinten mit. Und als man da rauf den Todten nach dem Fricdhos fuhr, da folgten die drei mit so klag lichem Gesicht hinter dem Sarge her, daß Jedermann von der Theilnahme der Neffen für den seligen Onkel ergriff fen war. Nach dem Begräbnisse wollte sich das traurige Kleeblatt sofort wieder mit Verzweiflung an die saure Arbeit ma chen. Doch'einer der Herren vom Cu ratorium gebot ihnen Halt, holte das eigentliche Testament hervor und ver las folgenden Zusatz: Sollten meine lieben Neffen wider Erwägen an meinem Sarge Thränen der Rührung vergießen, so' soll ihnen der Nest geschenkt werden." Grämlich. .Meine Herren," fuhr er dann fort, wir meinen in Ihren Thränen die Zei chen aufrichtiger Rührung erkannt zu baben und glauben ganz im Sinne des Verstorbenen zu handeln, wenn wir Sie jet bitten, von dem elenden Getränke abzulassen und dem theuren Entschlafe nen lieber ein Gläschen guten Bordeaux zu weihen!" Und so geschah es! RZch. Trinte. Eine Aufklärung. i Pro fessor der Phrcnologie (erklärend): Sehen Sie sich diesen Knaben au. be trachten Sie seinen Hinterkopf; es zeigt fich da ein wulstiger Auswuch; das deutet den Sitz der Kindesliebe an! icht wahr, mein Söhnchen, Tu bast Deine Eltern recht lieb! Knabe: Die Mutter schon, aber den Vater nicht, denn der hat mir die Beule da am Hin kerkopf geschlagen Ä u ch e i n T r o st . Ein Knabe hat beim Pastor eine Bestellung auszu richten. Er tritt in dessen Zimmer, indem er seine Mühe aufbehält. Du bist doch ein sehr unhöflicher Junge! Au nimmst nicht einmal die Mütze ab! j Na. werden Sie nur nicht , böse. Herr Pastor; das kann ich ja noch im stner thun! Verplapver t; : T ante: 5..... Also. Tu hast jcßt einen Klavier. Lehrer; wie weit seid Ihr denn schon?--Backsisch : .Still ! Mma weija Moch nichts davon!,- : Unverbesserlich. .Heute Hab' ich beschlossen,' ein anderer Mcnfch zu werden! Donnerwetter, das ist ja eine kamoie tzusx faihftndii

Sie weint.

r?o)ere FrauenNzpkn voa 51 I. Zärtlich an einander geschmiegt, faßen sie in einem Nichtraucher-Coupe zweiter Klaffe. Er hatte beim Einsteigen dem Schaffner einen Thaler in die Hand gedrückt und der Beamte hatte dafür gesorgt, daß das junge Ehepaar keinen unerwünschten Rcisegenoffen im Codpe erhielt. Albert Fornow besand sich mit seiner angebeteten Paula auf der Hochzeits reife. Am Abend hatten sie die Eisen bahn bestiegen und die Nacht leidlich, da Jeder eine Bank zur Verfügung gc habt, auf die sie sich lang nicderge streckt, geschlafen. Jetzt war es Mor gen, auf der letzten Station hatten sie gefrühstückt. Eine Stunde Fahrt lag noch vor ihnen, dann war Köln erreicht, wo sie ein paar Tage Aufenthalt nehmzn wollten, bevor sie dm Rhein hin abfuhren. Für die herrliche Gegend, durch die sie der dahinstürmende Courierzug trug, hatten sie kaum einen Blick. Hand in Hand saßen sie. Auge in Auge, hin und wieder ein kosendes Wort, einen zärt lichcn Kuß tauschend. Da nahm Albert zu seiner Verwunderung wahr, wie sich plötzlich ein Schatten über die noch eben strahlenden Züge Paula's legte, wie ihr Blick sich von dem seinen abwandte und wie sie mit nachdenklichem, trübem Ausdruck durch das Fenster hinauZstarrte und nun wahrhaftig, nun begann es um ihre Mundwinke! eigenthümlich zu zucken, als kämpfe sie gegen ein sie überkommendes Schmerzgefühl vergeblich an. Und da füllten sich auch lhre Augen mit Tropfen, mit großen, hellen Tropfen und eben wollte er sie erfchrok kcn an sich zieken, als sie ihm zuvorkam, sich mit konvulsivischer Heftigkeit an seine Brust warf und ein schmerzliches Ach, Albert!" das in einem Thränen ström erstickte, hören ließ. Der junc;e Ehemann wußte gar nicht, wie ihm geschah. Dieser plötzliche, un vermittelte Uebcrgang von heiterm, sorgenlosem Glück zum thränenvollen Schmerz ohne irgend eine sichtbare llr fache? Was hatte das zu bedeuten? Uns Himmelswillen. Paula, Ge liebte, Engel," rief er, nachdem er den ersten, stummen Schreck überwunden, roas ist Dir? So sprich doch, ich bitte Dich, mein süßes Weib!" Sie gab keine Antwort, ihr Schlucht zen wurde immer heftiger. Es schien, als ob die Thränenströme, die sich allzusehr angestaut haben mochten, sich erst rückhaltslos Bahn brechen mußten. Der junge Ehemann fühlte sich mehr als unbehaglich. Die Ungewißheit, wodurch dieser heftige Schmerzensaus bruch hervorgerufen, war äußerst pei nigend. " Hatte er sie durch eine Unbe dachtfamkeit gekränkt? Oder sollte ein plötzlicher körperlicher Schmerz sie überfallen haben? Er fühlte sich hilflos, kein eindringliches Fragen, kein bittendes Zureden brachte sie zum Sprechen. Ihm blieb nichts übrig, als ihren Thränen freien Lauf zu lassen und, wahrend er lieb kosend ihren Kopf streichelte, ergeben zu warten, bis der Paroxismus des ersten Schmerzes vorüber. Endlich gelang es ihm, ihr Köpfchen von seiner Brust zu lösen und ihr in das immer noch thränenfeuchte Auge zu blicken. Aber Kind, was hattest Du nur thut Die irgend etwas wch" Sie schüttelte den Kopf und zog ihr Taschentuch, um sich die Thränen vom Gesicht zu wischen. Der falzige Quell schien endlich versiegt. Aber so erkläre mir!" Sie ergriff seine beiden Hände, hielt sie mit krampfhafter Zärtlichkeit fest und begann: Siehst Tu. lieber Albert, als ich Dich vorhin so strahlend vor Glück sah und als ich mein eigenes Herz vor unnennbarcr Wonne schwellen fühlte, da fuhr mir plötzlich der Gedanke durch den Kopf: Nein, so viel Glück kann nicht immer dauern! Tu kennst den Ring des Polykrates. Je höher der Gipfel, auf dem man sich befindet, um so leichter und gefährlicher der Sturz in die Tiefe. Ach. Albert." Ihre Stimme nahm einen tremolirenden Klang an und in ihren Mienen begann es von Neuem zu zucken. Ich bin so glücklich, so überaus glücklich in Teiner Liebe. Toch, wenn !ch daran denke, daß Du jemals aufhören könntest, mich zu lieben, so könnt' ich vor Schmerz vergehen. Ich ertrüg nicht, ich würde daran sterben!" Sie umschlang ihn wiederum mit nervöser Heftigkeit und ein neuer w ci : r-1. , A.yranennrom ergoß ncy uocr iure Wangen. Den jungen Ehemann hatt das unerwartete Gestandniß so völlig überrascht, ja verblüfft, daß er eine ganze Weile kein Wort fand, ihrem erneuten Weinen Einhalt zu gebieten. Erst als sie von selbst ! aufhörte, fand er die Sprache wieder. Aber Du bist doch ein rechtes Närrchen," begann er mit einer Miene, die zwischen Lachen und Aergerlichsein die Mitte hielt. Wo denkst Tu hin: Ich sollte aufhören Dich zu lieben?. Unsinn! Wie kannst Tu nur aus eine solche unmoglkchkelt kommen!" Er legte feinen Arm um ihren HalS und drückte ihr Köpfchen sanft an seine Wange, ir 1 Du großes, kleines KlNd, Tu! Mich so zu i erschrecken! Das wirst Tu mir ' . . 17- Ätz.l'-: w-ISIo, Jl'tda Nicy! Ivicvcr lyun lvlr jty uaiyj t:it. Tich zu lieben? Nie, niemals! Sie blickte mit bittenden Augen zu ihm, auf. Nicht böse sein." schmeichelte sie. Ich weiß nicht, es kam so plötzlich über mich. Aber nun, nun bin ich wieder ganz bcruhtgt, ganz gluckltch!" I 11 Sie preßte den Mund auf den feinet, und küßte ihn mit leidenschaftlicher Äärtlichkelt. Gar angenehm verstrich dem jungen Paare die letzte Stunde der ..''', ?i . "'"Sir rtM r? ,,,,' , , . .jöayri, zwlzazcn iluen uno neuern Plaudern. Und als' der Drille, Psiö

der Lokomotive die, nahe Station ver kündete, da fuhren sie mit einem Auf

schrcl staunendm Schreckens auseman er. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Nachdem das auf der Hochzeitsreise befindliche Paar sich in Köln ein wenig geruht, sah es sich mehrere Sehenswür digkeiten an. Tann nahmen die jun gen Leutchen, die beide längst den un angenehmen Zwifchcnfall im Coupe vergeffen, im Hotel ein opulentes Diner ein, bei vcm sie mehr als einmal mit den Ehampagmrkclchen auf ein fröhlichcs, wolkenloses Ehöleben anstießen. Ach aber, als sie kurz darauf in ihrem Zimmer saßen, verfinsterte sich mit einem Male wieder das hübsche Gesicht der jungen Frau. Sie ließ das mit starken dunklen Haarflechten geschmückte Köpfchen betrübt in die Hand sinken, und als sich ihr der junge Ehemann mit besorgter Miene näherte, da sprang sie vor ihm auf, flüchtete in den äußersten Winkel des Zimmers, legte die verschränkten Arme an die Wand, preßte ihr Gesicht darauf und fing an herzbrechend zu weinen. Dem erschreckten Ehemann siel die Cigarre aus dem Mund. Aber, zum Henker, was hast Du nun schon wieder?" fragte er, etwas unwirsch. Erneutes, heftiges Aufschluchzen, keine Antwort. Albert Tornow nahm seine Cigarre auf, setzte sie von Neuem in Brand und warf sich verdrießlich in einen der Fauteuils, die um den Sophatisch standen. Das war nun schon der zweite Thranenerguß am ersten Tage seines jnngett Ehelcbcns. Eine nette Aussicht für die Zukunft! Toch vielleicht war das nur Vorübergehend, die Folge der vielfachen Gemüthsaufregungen der letzten Tage, des Scheidcns ans dem Elternhause u. s. w. Er hatte doch früher keine so melancholische Grundstimmüng ihres Wesens an Paula bemerkt. Freilich, er hatte bisher eigentlich noch nicht so recht Gelegenheit gehabt, Paula gründlich kennen zu lernen. Es wär eine Liebe auf den ersten Blick" gewcfen. die sie einander in die Arme geführt. Auf einem Balle, während einer Besuchsreise, hatte er sie zum ersten Male ge sehen und am anderen Tage bereits ihr Herz und Hand angetragen. Dann waren sie immer nur für kurze Zeit, wenn er einmal zum' Besuch kam, zusammcngcwcsen und es war ihm ganz natürlich erschienen, daß sie bei feiner Ankunft Freudenthränen und bei sei nem Abschied Tyränen des Trcnnungsschmerzes vergoß. Toch jetzt ? Sollte etwa das Weinen in Permanenz erklärt werden, das ganze Ehelebcn hindurch? Ihm schauderte. Ein Geräusch von . der Ecke her, wo Paula sich befand, entriß den jungen Ehemann seinem Grübeln und bewog ihn. sich nach der Weinenden umzuwenden. Sie hatte sich von der Wand ab zekchrt und ging mit flehend erhobenen Händen auf ihn zu. Verzeihe mir " sagte sie, während noch die Thränen an ihren Wangen glänzten. Als Tu vorhin Deine Ci-' aarre anstecktest, kam mit einem Male die Erinnerung an an Papa über mich. Auch er pflegte nach dem Cnen regelmäßig seine Cigarre zu tauchen und dann nahm ich die Zeitung und las ihm vor, während er sich auf das opha streckte. Ach, der arme Papa, wer wird ihm jetzt die Zeitung vor' lesen?" Ihre Augen bcgannm wieder ver oachug zu zwinkern. Die armen tu lern! Da ziehen sie einen mit Mühe und Sorgen groß und Zum Dank dafür läßt man sie, wenn sie alt geworden, im Stick, herzlos, egoistisch." Wieder kollerten ein paar große Tropfen über die noch feuchten Wangen hinab. Dem jungen Ehemann aber schoß das Blut zum Kopf empor. Aergerlich sprang er auf. Hore mal, das ist kindisch!" rief er heftig. Wolltest Du etwa Zeitlebens am Schurzenband Teiner Mutter hängen? Uebrigens, glaube ich, daß Deine Eltern ganz froh sind, daß sie Dich " Er stockte. Sie aber wankte, wie oon einer Züchtigung getroffen, zurück and sank wie gebrochen auf das Sopha. Daß sie mich los sind?" , schluchzte sie. O Du herzloser, Du Du schändlicher Mensch!" 1 ' Und sie breitete die Arme über den Tisch, legte ihr , Antlitz daraus '. und weinte, weinte mit allen Kräften, mit förmlicher Inbrunst. Es schien, als ob für sie im Thranenvergießen der höchste Genuß lüge. Vergebens war all sein Bemühen, sie zu versöhnen, vergebenS alle Bitten, alle Schmeichelreden, vergebens auch alle Drohungen, , alle Scheltworte. Sie horte gar nicht auf ihn, sondern gab sich mit allen Sinnen der bitteren Wonne des, Weinens hin. Sie schien sich ganz in Thränen auf lösen zu wollen. 4 g' r In Heller Verzweiflung ergriff , der junge Ehemann feinen Hut und eilte zur Thur hinaus. So etwas war, ihm noch nicht , vorgekommen. Dagegen fühlte er sich machtlos, Widerstandsunfähig. Stundenlang lief er in den Straßen umher, ziellos, planlos, , nur mit der Absicht, der Weinenden Zeit zu laffcn. , Alles auf . Erden nahm doch einmal ein Ende. iDer Fluth folgte L ,.. i iri' ' Jß.- n. . ! . " tf1 die Lvve. AUÜ) vie nejue uueuc milM sich schließlich erschöpfen. dMM Und doch mußte er, als er nach drei Stunden in's Hotel zu Paula zurück kehrte, zu seinem Entsetzen die Ersahrung machen. , daß Frauenthrünen unerschöpflich sind. ' Sie empfing ihn mit ungeminderten ' Thränenströmen , und verharrte immer noch, den Kopf auf den Tisch, in der Haltung der Schmerzgebeugten, ,, Gramgeknickten. , Si weinte, weinte.. .. ' , , , Der erste Tag in' Albert Tornowz Ehe war vorbedeutend für alle übrigen. Bei dem, geringsten Anlaß, gleichviel ob es ein fckmer:lickier oder sreudi war, öffneten sich die unglaublich ifela j'if'"1 -; ':!, i,l l'ii.

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stachen Thränendrüsen Frau Paula,' und ergoßen mehrere Sundfluthen sal zigen Kaisers. Die ewigen Thrämnströme, die den Thränen seiner Gattin entquollen, schwemmten alle Freude, 'alle Behaglich keit aus Albert Tornows Leben hiw weg. Weinte sie, so machte ihn da nervös, verMiselt, rasend weint! sie nicht, schwebte er beständig in dei qualvollen Erwartung des nächster Thränenerguffes, der so sicher kam. wie die Nacht nach dem Untergang der Sonne. Jedwedes Ereigniß. gleichviel welch Art es war. gleichviel ob es sie persön lich, einen ihrer Angehörigen oder auch einen wildfremden Menschen betraf. veranlaßte sie, dem ihr angeborenen Hang zu thränenreichen Klagen zu rröh nen. Erblickte sie auf der Straße arme Menschen, denenElend und Küm mer von den bleichen Wangen, aus den hohl liegenden Augen sah. so feuchteten sich flugs ihre Augen vor Mitgefühl mit den Anderen. Sah sie aber fröhliche Gesichter, so empfand sie Mitleid mit sich selbst, sie bedauerte sich selbst. klagte, daß sie nicht fröhlich mit den ,röhlichen fein konnte, dan ihr Sana fal sie an einem Mann gekettet, der sie Nicht verstand, der gesuhllos, ; herzlos, ein Barbar war, unfähig, das weiche, empfindsame Herz seiner Frau nach Gebühr zu schätzen, der. wenn sie weinte, nicht mit ihr weinte, sondern schalt und mimte oder aar lachte. Als seine Frau ihm ein Knäbtein gebar, wiegte sich Albert Tornow in der frohen Hoffnung, da nun eine Wendung zum Befferen eintreten würde. aber im Gegentheil. Frau Paula wenne letzt mehr, als le. fehlte dem Kind das Geringste, hüstelte es, oder hatte es sich ein wenig den Magen der dorben, so sah sie schon schwere' Krank heit, ja Tod und Begräbniß voraus und sie weinte, als sei schon in WirkNchkeit aetchehen, was ihr melanchou scher Sinn ihr vorspiegelte. Sie entwickelte überhaupt eine erstaunliche Phantasie, allerlei Unheil vorauszusehen und vorauszuahnen, und jede solcher Unglücksprophezeiungen begleitete na türlich eine mehr oder minder heftige Thränenverschwendunq. Einmal überraschte er sie. wie sie, den Knaben stuf dem Schooß, mit thrünenüberstromten. vom Schmerz der zerrten GcttÄt dasaß. Etschrocken fragte er, was geschehen ,el. Jt Ach," entgegnete sie schluchzend, mit der Miene höchster Verzweiflung, ich dachte soeben daran, daß ich bald sterben werde. Was wird dann aus mer nem armen Kinde werden? Gewiß wirst Äu ihm eine böse Stiefmutter geben. die mein Kind schlagen und hungern lasten wird. O mein armes, armes Kind!" Und sie preßte das erschrockene Kind mit so ungestümer Heftigkeit an sich. als stehe die böse Stiefmutter, die Ruthe schwingend, bereits leibhaftig hinter ihm. Der unglückliche Ehemann zuckte die Tlchfeln, schwieg und machte stch aus dem Staube, die einzige Taktik, welche er den sentimentalen Anwandlungen seiner Frau gegenüber anwandte. MU allen andern Mitteln: mit Strenge so wohl wie mit Milde hatte er auch nicht die geringste Wirkung erzielt. Er hatte langst emgesehen, daß er der Sennmen talität Paula's gegenüber vollständig machtlos war, daß er sie über sich erqe hen lasten mußte, ergeben, wie man ein Naturereignin hinnimmt. : ' ? , : Nicht nur in sein Privatleben griff diese unglückliche Gemüthseigenschaft seiner Frau störend ein, auch in fernem Berufe brachte sie ihm Schaden - und Verlust. Zwäng ihn irgend eine geschäftliche' Angelegenheit, eine Bejp'rechüng. eine Eonferenz, längere Zeit von Hause entfernt zu sein, so konnte er sicher sein, daß sie sich bei seiner Rückkehr dahin gesielt die Gekränkte, die Verlaffene, die schmählich Verrathene zu spielen. Begegnete er ihren Vorwürfen mit der Entschuldigung, daß es ja Geschäfte gewesen seien, die ihn fern gehalten, so schüttelte sie mit tragischer Miene den Kopf., v Geschäfte? Das dauert nicht so lange. Aber ich weiß, wo Du warst ich weiß es." So? Wo war ich denn," fragte er halb neugierieg, halb grimmig. Was fragst Tu mich. Du weißt es doch am besten selbst." Sie gebot denThränen, die schon bei seinem Eintritt geflossen, eine etunde lang Einhalt und blickte ihm triumphirend) mit dem Bewußtsein, mit ihres Anklage ihn niederzuschmettern, in die Augen.' "': Bei Deiner Geliebten warst Tu." Und sein bestürztes, ganzlich faffungsloses, Schweigen für ein volleZ Geständniß nehmend,- fuhr sie. : während ihre Thränen mit erneuter Heftigkeit zu ftie ßen begannen, fort: , Ja, eine Geliebte : hast Tu. Ich habe es längst gemerkt. Tu liebste mich nichts mehr, ich bin Dir' nicht wehr schön, nicht mehr jung genüg. Ich weiß. Du betrügst mich.";.. $ : Aber wer hat Dir denn solch einen Unsinn in den Kopf gefetzt?" fragte er endlich, im Gefühl f seiner völligen Schnldlosigkeit. i;:,.; ,e ,r;; ' . Wer mir das sagt?" . - ; Sieldeütete mit tragischem Pathos auf die linke Seite ihrer Brust, hier mein Herz sagt mir'. So etwas fühl'' machMWlMW' Und ohne weiter auf die Betheuerungen feiner Schuldlosigkeit zu hören, gab sie sich wie immer mit voller Inbrunst ihrer Lieblingsbeschäftigung hin dem Wciiie 'vlM'k iü: h ;i Unter f diesem unruhigen Geiß sing Albert Tornaw's Gesundheit an zu leiden. Er magerte ab, wurde blaß, nervös, sein guter Appetit und sein 'zesunderSchlaf,,, flohen ihnM ,M Und sie. die über die Fliege an der Wand sich in Thränen auflösen konnte, fühlte kein Erbarmen, kein Mitleid mit WGjiil'-:

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dem Manne dem sie jede Freude am Daiem gerauot. dem sie das Leben der gante, zur apmaazte. Ja.iMuv nicht einmal, daß 'sie Kie Ursach: seine? zunehmenden Hinfälligkeit toarJ Sie hatte nicht die geringste Ahnung, welch' eine furchtbare Geißel ihre thränenreiche Sentimentalität für ihren Gatten war. Und so traf es sich gänzlich unerwartet. daß er eines Tages, der ewigen Thränen müde, in einem Anfall derzweifelter Entfchloffenheit. das Haus verließ, daß sie ihm zu einem Ort un behaglicher Ruhelosigkeit, , beständigen Schreckens gemacht, mit dem festen Borsatz. lieber zu sterben, als noch einmal zu ihr zurückzukehren. Als sie den Brief, in welchem er ihr in kurzen, klaren WSrten die betrefsende Eröffnung machte, gelesen, da hob sie in stummer Anklage die Arme gen Himmel. So hatte sie also doch Recht gehabt. Ihre Ahnung hatte sie nicht betrogen. O über den schändlichen, gewissenlosen Mann, der einer andern, einer leichtsinnigen Person wegen, sein braves, gutes, armes Weib im Stich ließ, sie. die nie gegen ihre Pflicht gesehlt, die immer einen exemplarischen Lebenswandel geführt! O wie schändlich er gegen sie h anvelte! O wie beweinenswerth doch ihr Loos war! Wie das Unglück sie verfolgte, sie immer verfolgt hatte und sie verfolgen werde, bis das arme, geprüfte herz ihr brach! 1 Und sie weinte, weinte, wie sie noch me und das wollte viel sagen in ihrem Leben geweint hatte Die Geschichte eines Bildes. In einer Hamburger Kunstaussteltttng befindet sicy gegenwärtig ein Kinderpastellbild von Gottfried Hofer, wel chcs durch das, fast bis zur Kühnheit Flotte in seiner Auffassung und Darstellung die Blicke auf sich zieht. ES ist ein Knablein, mit broncirtcr Hautfärbe und wirrem braunen Kraushaar, das, nackt bis auf eine gelbe Weste, auf einem weißen Polstc, sitzt und mit seinen runden Beinen spielt. Es ist ein Momentbild, mit photographischcr Raschheit ersaßt, dabei aber doch wieder erfüllt von jenem Reiz des Selbstgeschauten, der das Bildniß von der Photographie unterscheidet. Das Bild hat seine kleine Geschichte, die zwar für die Beurtheilung des Wer kcs selbst ohne Belang ist, doch das Wiedererzählen schon darum lohnt, weil eS einen ganz reizenden Beitrag zu dem Capitel Wie Bilder entstehen" liefert. Bor einiger Zeit war, so berichten die Hamb. Nachrichten", das Bildniß der Mutter dieses runden, brünetten Knäbleins in demselben Kunstfalon ausgestellt, gleichfalls von Gottfried Höre? gemalt. Auf der Wanderung nach dem Atelier des Künstlers war die Dame zuweilen von der Amme ihres Söhnleins und von diesem selbst begleitet worden. Offenbar scheint das Bildniß der Mutter seinen Bestellern rechte Freude gemacht zu haben, denn kurze Zeit nach seiner Ablieferung kam die Amme allein m dem Künstler mit der schüchternen rage, ob er wohl ganz im Geheimen, ohne daß die Eltern davon erführen, nicht auch das kleine Söhnlcin malen könnte. Der Geburtstag von Madame stehe nahe bevor, und da möchte die Amme ihr diese 'Freude bereiten. Der Künstler ging mit guter Laune auf die Bestellung" ein. flink und flott lebte das Contcrfci des kleinen BübleinS in den kräftigen Pastellfarben auf, die der Maler so gewandt zu handhaben weiß, und am bestimmten Tage stand es fertig im Äcahmcn vor der Amme, die sich nun erst wie von einer bangen Ahnung beschlichen fühlte. Nun sagen Sie mir aber auck.was ich schuldig' bin, Herr Maler," fragte sie einigermaßen gedrückt, ihr abzegriffenes Gcldtäfchlein verlegen in den Fingern drehend. Der Maser machte ein sehr ernstes Gesicht, schien, alles vorerst im Einzelnen auf seinen Kostenwcrth genau zu berechnen Leinwand, Farbe, die aufgewandte Mühe, bis er endlich im Ton ehrlicher Ueberzeugung sagte: Na. wissen Sie, Kathrin,' unter fünfzig Pfennig wird es wohl nicht gehen!" ' Ein mächtiger Athemzug der Erleichterung entrang sich Katharincns Lippen. Das langt gerade noch." sate sie in einem Tone, der dankbar scm folltc, in dem sich her doch auch schon wieder etwas von Gönnerhaftigkcit mischte. Wenn cS mehr geWesen wäre, hätte ich es nicht bezahlen könnend Und. damit zahlte hie gute Kathrin ihre klimpernden fünf Nickelstücke in die breit ausgestreckte Rechte des Malers. Die Welt. Daß aus dem Nichts die Welt erstanden wäre, : Die heutige Wissenschaft dies leugnen ,, 4r will .., .,'::!;.:, . ,: j Sie stellt entgegen jener alten Lehre Den Grundsatz auf j! Ex nihilo iit nil. Wie sonderbar! Räumt man des Satzes ' '.Wahrheit ein, , , - Dann kann die Welt ganz wohl aus :!" Nichts entstanden sein. . (, -.'V;"!! 'i j s " W e i l ' er e in Sa mm et hoje , trug, - wurde in Frankfurt ein Droschkenkutscher vom 'Schöffengericht zu drei , Mark Strafe verurtheilt In Folge der, Berufung : sprach ihn die Strafkammer frei, worauf die Straf, kammcr die Hose an die erste Instanz zurückverwies. Ter Droschkenkutscher hatte sich so auf seine schöne Sammethose gefreut, und nun muß einsehen? tfn?,Hose:neDo 1 1 Schlagende Widerle. gung. Ich finde eZ unerklärlich, daß mich meine College alle für einen Hasenfuß halten. Bon der ganzen Sippschaft hat doch Keiner die Courage gehabt, meine Alte zu hcirathcn all ioieAmM;-' 1 :,;:;'':.,

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i Gigerls Nache ,,', Vfl Martin Jlieb. Der pensionirte Oberförster Wald', mann war ein herzensguter Mensch von offenem, geradem Charakter der nichts mehr haßte, als das Gegentheil davon. Wie alle Jäger liebte er Frohsinn und Heiterkeit, vertrug auch gern einmal einen sogenannten guten Puff, wofür er sich dann gelegentlich rcvanchirte. Derartige kleine Scharmü.el bestand der Obttförster zum Vergnügen der Stanlmtischfreunde oft mit dem dazu gehörigen Apotheke? des Ortes. Tic Gelegenheit hierfür bot sich häusiz. wenn das Gespräch aus die vom Apothcklr Körner vertretene Medizin kam, .,während Waldmann der ?!aturhesl!unde huldigte. Gewöhnlich erlitt der, wenig redegewandte Jäger eine Niederlage im Wortgefechte mit feinem Gegner. Die ser, bedeutend jünger, war auf vielen Gebieten, gut beschlagen, für welche der Forstmann weniger Interesse zeigte. Dennoch verstand letzterer, sich gewisse Blößen des Apothekers nutzbar zu ma chen, um ihm eins zu versetzen. Körner kleidete sich unter anderen nicht nur gern, sondern trieb diese sonst entschuldbare Angewohnheit so weit, daß sie den Namen Modethorheit" verdiente. So ungefähr standen die Angelcgcnheiten, als Oberförster, Apotheker, Amtsrichter u. s. w. an einem regnerischen Sommcrabende um den Tisch der lzoldenen Birke" saßen. Waldmann und der modern gekleidete Körner hänselten sich so lange, bis der alte Forstmann seinem Gegenüber das verhängnißvolle Wort Gigerl" entgegen schleuderte. Dieser Ausdruck traf den eleganten Apotheker mitten in'Z Herz. Der sonst nie verlegene Herr war vor Aerger nicht im Stande, den Oberförster zu bedienen, der den Anzug Körners vom Standpunkt des Gigerlthums" in höchst humoristischer Weise zergliederte. Die Tischgesellschaft war aufs höchste animirt und freute sich königlich. Endlich hatte der ruhia gewordene Apotheker sich so weit gesaßt, daß er e . ri. . . ; ? . . . . rr-i t r . ' ' zaiomann Zurief: .)en Gigerl lazenie ich Ihnen nicht! im Ucbrigcn hier meine Hand. Der alte Forstmann schlug kräftig ein: Ich bin kein Spielverderber, lieber Körner, wir bleiben die alten Freunde." Als an diesem Tage die fröhliche Sitzung ihr Ende erreichte, schien dem Apotheker Plötzlich ein genialer Gedanke zu kommen, sein Gesicht verklärte sich und zu dem Stammtisch gewandt, rief er plötzlich aus: Meine Herren, ich lade. Sie Alle hier am Sonntag zum Frühschoppen zu einer Psirsichbowle ein.. Dabei wollen wir die alte Freundschaft auf's Neue besiegeln." Topp, wir sind dabei." tönte es unisono, und der Wirth notirte schmunzelnd die bestellte Bowle. Also Sonntag Vormittag nach dem Baden um zwölf'Uhr, seid pünktlich!". Am Sonntag Vormittage plätscherte der Stammtisch im erfrischenden Wasser des unmittelbar an der Stadt gelegenen. Sees. Nur der Apotheker fehlte noch. Endlich kam auch er. Dachte schon, Sie wollten die Bowle ohne- uns austrinken, alter Pillendreher," rief ihm Waldmann entgegen, aber Doilnerwetter, wie .sehen Sie aus, Sie eleganter Schwcrenöther?" ' Neuestes Modejournal. Toilette i la Gigerl, , nennt man dies," lachte vergnügt der Angeredete, streifte seinen z;roßkarrirtcn Anzug, daZ'großgcblümte Oberhemde ab und legte Alles fein säü l?erlich neben das Jägerkostüm Waldwanns, der den Witz, welchen er darüder zum besten geben wollte, um des? Friedens, willen mit etwas Scewasser verschluckte. Jetzt wurde etwas weiter in den See .hinaus ein kleines Wett-! schwimmen veranstaltet. Der Apothc ser schien aber bald zu erlahmen, denn er machte immer kleinere Schwimmbcwegnngcn, und als alle Anderen eineir bedeutenden Vorsprung vor ihm hatten., kehrte er plötzlich schnell um. schwamm' an's Ufcr. kleidete sich hastig an irnd, verschwand schnell in der Richtung nach der Stadt zu. : Als die Andern am , Ufer, ankamen und sich nach dem Apotheker umsahen, wetterte Wäldmann: ' ' Potz Mauser und Zündnadel, ich Klaube, der Pillendreher spielt Versteck mit mir und meinen Sachen . . . . Kör ner. . . . Körner!" Ibcr alles Nufen war vergebens. Körner war längst nicht mehr am Platze, hatte aber leinen Anzug a b Gigerl. statt dessen liegen lassen. ' . . r Wenn, ich, nur wüßte, wo er meine Sachen hingethan hat,", jammerte der Oberförster. " '. "' " , ' ' . Das kann ich Dir 'ganz' genau sagen." versetzte Justizrath Schlau, er hat sie sich selbst, angezogen.? ,L . . : Amtsrichter, das ist Tiebstahl. brüllte der alte Herr, den Spitzbube?,, sollst Tu nächstens verdonnern! ', Nein .... nein .... vertheidigte Schlau, hier liegt kein Dolus vor. . Körners Anzug ist dreimal so viel werth wie Dein Jagdhabit." 1 Aber mir ist er jetzt unersetzbar. . . was fange ich anW was,? thue ich?" Nun .... nun beruhige Dich, altes Haus, begütigte der Richter,' Du ziehst auf wenige Augenblicke Körners Anzug an . . .. Ihr Beide gleicht Euch ungefähr in der Figur .... und bevor wir uns zur Bowle setzen, wechselt Ihr Euttoilet!eß ':s f Nie und nimmer laufe ich als Gigerl zum Gespött der Einwohner durch die Straßen.. ...Höll' und Tcusel.... ich werde dem Apotheker ein Rezept ein? geben, das sich gewaschen , hat!?MWÄ ti Ein kühler Lustzug i strich über den See. so daß der alte abgehärtete Jäger in seinen nassen Badehosen ein wenig fröstelte, während die Andern in ihre Kleider schlüpften.

I! tau i? : f: imam nen muen Hut haben 1 i Der alte ist l?5 slft Störte, chielt für seine doch noch ganz gut!-Frau: Tah ZN G'prell. alt ist. fingst Du also auch? P

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ten äufknerksam zu machen, daß sewe Gesundheit Schaden erleiden könne un!

daher besser sei. guteMicne zum bösei ipicl zu machen. Der alte Jag?? sah schließlich ein. bar all' sein Wettern die 5k leider nicht herbeischaffen und er sich bequemen mußte, diejenigen Körners anzuneyen. Nicht 'mal mein Hemd hat er mir gelassen." stöhnte er. als er das große gemusterte bunte Hemd des Apothekers mit dem vorn weit ausgeschnittenen öiragen überwarf. Ich glaube gar, der Kerl trägt Frauen zimmerwäsche-. schimpfte er. dieser Kragen sieht ganz danach aus. . . plmmelwetter .... toll ich in der That in diese Beinkleider, in diese Narrcnjacke steigen ich, ein altgcdienter königlicher Förster, sehe auZ wie ein Toll Häusler." Dann zog er sich an. Du, Waldmann". lachte der alte Sanitätsrath. daß ihm die Thränen herunterliefen. Deine Hafen und son stige Wildbraten wurden sich freuen wenn sie Tich jetzt sehen könnten!" Toctor und Apotheker stecken, wie stets, unter einer Decke." wüthete Wald mann und schickte sich an. den Anderen nach der goldenen Birke" zu folgen. Seine Hoffnung, wenig Leuten zu begegnen, erfüllte sich nicht. Da kam die höhere Töchterschule, mit den Lchrcrinnen an der Spitze, um einen Aus flug zu maqen erstaunt blickten Alle aus wn alten Herrn Guten Morgen. Herr Oberförster .... wie sehen Sie aus V Na, Obersörsterchcn, ist eS mSz lich . Waldmann. . . .Mensch!" schrie cm Bekannter ihm entgegen. Bor dem Stadtj'chülhause stand eine Knabenschaar, die auf etwas zu warten schien. JcZt erblickten sie Waldmann. Hurrah, unser Oberförster und sein schöner Anzug leben hoch!" schrieen die offenbar von Körner . angestifteten. Stangen. Der Lärm rief die Leute an'Z Fenster: m Herr Oberförster .... Herr Ober sörster !...." Das war zu viel. Wald cnann lief, was er laufen konnte.rannte an einen SchorNftcitt.fcger, warf eine Obstfrau mit ihrem Kram um. trat einem kleinen Köter auf die Füße und. käm in Schweiß gebadet in der goldenen Birke" an. Waldmann, wie sehen Sie aus," lachte ihm Körner gemüthlich entAkgen. lls der Abgehetzte sich nach Luft schna:w Send niederließ. Der Angeredete schnellte empor, zog das Jaquet aus und schlcu )crte es Körner gegen den Kopf. Nur nicht weiter, altes Haus." sti Helte dicfer, wir sind zum Trinken, nicht um zu baden hier." , In demselben Augenblick trat das Faktotum aus Körners Apotheke ein undgestellte, indem er dem alten Herrn ein umfangreiches Klciderbündel überreichte, getreu seinem Austrage: Eine Em öfehsung vom Herrn Äp'theker .... er gat aus Versehen deS Herrn Oberför ikcrs Sachen angezogen : . . . Sie möch len nicht übel nehmen." Waldmann." sprach Körner, der nun näher getreten war. das war nur Mgerl's Rache gut sind wir un5 öoch. . . . und wenn Sie sich umgekleidet zaben.so biete ih Ihnen bei der Bowle, )ie ausgezeichnet gerathen ist, die Brü öerschast an." Der Förster murmelte etwas in den Lart, .was darauf schließen ließ, daß er )ch doch noch nicht ganz über den ihm zespicltcn Streich beruhigt hatte; doch als er erst wieder in seinen eigenen kkleidcrn steckte und erst die Bowle ge lostet hatte, war auch bald der letzte iZunke von Groll hinuntcrgcspült, Brüderschaft mit dem Apotheker getrun !en und dieselbe gefeiert bis in die Nacht hinein. Wle lernen unsere Kleinen aus wendig? Komm', Jürgen, wir wollen ei Liebchen singen.Bitte nicht wieder von die fettige öuh!" Fettige Schuh? Lieber Junge, tote fallt Dir ein?" Nach längeren Auseinandersetzungen wird klar, daß Jürgen das Lied meint: Wo findet die wcele die Hcimath, die Rubj Wer deckt sie mit schützenden Fit ligen zu?" Da er lispelte und sich bei den Worten nichts zu denken vermag, sa sind ihm fettige, Schuh" aus den schilt cndcn Fittigen geworden. . ' J d . Dies Beispiel fleht nicht vereinzelt da, mair gkaubl laum, wie vcrställdnißvoll vst Kinde? Lieder lernen. So saug ein Kind jahrelang mit seiner süßen l lernen Stimm.?: Golo'ne Ao:nd" cnue wie bist Du "jot sü)öu. wie KalioneuwONnc ist Dein Glanz zu seh n- (statt: nie kann ohne Wonne Tcmcn Glanz u sch'tt"). Diese Beispiele ließen sich verhnndertfa chen. Gewiß ist es gut, das Gedächtniß, frühzeitig, noch vor dem Schulbcsuch.zn üben, aber ciuc verständige Mutter muß. .'s sich vor allen Dingen angelegen sein, lassen, sür das Verständniß der Kinder passende Bcrschcn und Lieder zn wühlen. ' Keine Sprache ist ja so reich an schönen. Kinderlicdern ernsten und heiteren In Halts wie gerade unsere deutsche, 't A ber selbst in den eigens für Kinder gedichteten Liedern dürfte es hin unt wieder nöthig fein, dem Endlichen Bn ftündnlß durch ein erklärendes Wort zu Hilfe zu kommen. ' Wir können nicht dringend genug alle Mütter bitten, da nicht zu vcrsäu meu. Die Begriffe wcrD den auf diese Weise spielend bereichert und das Ausfaffungs Vermögen ge" schärft. Die Mutter kann der Schulewesentlich vorarbeiten, auf diese Weise die Kinder srühWöhnenaufmerksami' und nach klarem Verständniß zu stre den, zwei Eigenschaften die sie vor' wärts bringen in Schule und Leben. Beim Wort genommen. Mann: ''Wie. Tu willst schon wieder

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