Indiana Tribüne, Volume 15, Number 280, Indianapolis, Marion County, 26 June 1892 — Page 3

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Jl'i''-' n' .!,.. !!' : -v , . ,;. . ,r , ' ' ' N,r..t. iA-.-:.- .- i. -:- -i . ;"" .. .:.;,,,,,,' : L, .,,,.:;;;';.:;,,,:;;, - ; WSWWWS Üe gnädige Fmu SJfrlln tfü?5in a J o:märzlich?r Srit Wo Joseph nv,k5. - (3. Fortzchiing und Schluß.) Er ist' verrückst, murmelte die unstreitenn vor sich Hin r es 4)i r schade UA ihn, denn sie ist es nicht werth. TumAlzeZt. Verrücktheit und SchlcMgKit an clf.cn Ecken und En d?n! Ich habe große Lust. Almansor ?.N verkaufen und mir tlrim dienst als Scheuermagd zu suchen.. Aber ich Weiß, ich werde es doch nicht thun. Ich Iverde auch einmal so mit zerbrochenen Gliedern im Sande liegen und roenn svis;;, m : rr:4f WIllU Iji, ilH "wUUlC IIUVIU, wenn's schlimmer kommt, als Krüppel betteln gehen. . Aber sie kommen Die Kranke, welche wieder zu sich ge kommen war und ihre Schmerzen mit 'vieler Geduld ertrug, wurde yon sechs ihrer üoUegcu auf einer Bahre nach der Wohnuna der Freundin qeschafft und der.'n Obhut übergeben. Unter Berufung auf den AuZwruch des Arztes er fi kr WpmrmH h'f ?rnns ' '" VV f btnilV - stören oürfe. f " Ohne Ausnahme?" fragte Jsidore '?r.it einem kauernden Blicke,' .Gute Nacht!" lautete die lakonische Antwort der barmherzigen ' Samarite -rin, und sie geleitete den verwegenen Nkown sammt der ilrilik'n fötleftfcbaft , - - - 7 - - . hinaus und schloß die Thür üb. ' . Schon qm jNächstenTage suchte der Baron Melanie auf. - Er fand sieln stritt, 'Vkegcduldigh'Sie empfing ihren Verehrer mit unverholener Freude, und "die Versöhnung war schnell geschloffen. Wer was nun nZeiter? Mit Entsetzen Hatte das Mädchen aus einzelnen An Deutungen ' entnommen, daß sie' für lange Zeit, vielleicht für immer ihrer Karriere ,würde entsagen müssen. Tann gehe ich ins Wässer!- hatte' sie rt c : n t ?,i vou -oci jiytinuiivj ( uuügcrucu. ;cr Baron wachte ihr wegen ihres Mangels m Standhaftigkeit Vorwürfe., Sie sind noch tausendmal unverständiger als ich." "rief sie hestig aus, waz kann ich Besseres thun, als ZnZ Wasser gehen? VieLeicht lieber ins Kloster? Ich hin nicht katholisch und! wenn auch & lieber ins Irrenhaus, das ist doch we m:gsiens die unterhaltendere Art von Verrücktheit.,.', jtutH . ; Tie Lage der Verunglückten wurde b:r noch kritischer, als wenige Tage darauf,, der Eircus, in welchem die -K unstreitergescllschaft ihre Vorstellungen g.'gebcn hätt?.' abbrannte. und der Tirector mit der ganzen Truppe ab fi. rr-i . p t w tuuv. ...Aiicmcnunc mus)ie lieg. o uio es ihr that, anschließen; sie hatte keinen genüKÄeFVötwaMIHrm Kontrakt zu brechen, und der Tircctor war nicht gewillt, sie freiwillig zu entlassen. Und Melanie? Es war nicht weikcr von ihr die Acde. Te? Tircctor glaubte das Dleußerste gethan zu haben, wenn er . ihr ine Monatsgage auszahlte und - das Honorar des Arztes im Voraus be richtigtc. Tas Uebrige war ihre , Sache. 'Somit war. die Fürsorge für sie dem Baron früher, als er ts geahnt hatte, (11 rttMn itrtfrt'tfn 1 5N?!t Mm fvn. , j,.,! ,)UtUUMI bung aller ihm zu Gebote stehenden' eben nicht erheblichen Geldmittel suchte . er das Loos der Kranken, soviel in fei. neu Ärgsten stand, zu erleichtern. Er wiclhete die Wohnung, in der sie sich ajxib); finipfaaiite: :cin"f ;-l!Sarxctiii llinb'1 sorgte kür jcve Art von Komfort 111 ff;,;, ..ijiin -..!ii;i;:I'f ..f'-'1-- -Kill- ::,(!' I- " ,., , ,,? ... Aber was weiter? ' Tie Frage trat bei Tage und ?!acht immer mahnender, fast drohen) an ihn heran? Was sollte - trerden? !,Ksttnteer',däs arme, viel Zeich! verkrüppelte Geschöpf 'hilflos in - tob Wett hinausstoßen? ,, Und doch wa?:n seine Hilfsquellen wesentlich grö ßer.' als die ihr!gen?Ä,Se!nmütterli ches Erbteil hatte er vollständig aufgc zehrt; der Vater hatte ihm nichts hin , terlasie:r als das Necht für eine etwaige Staats-Ettniere die hohe Bcamtenstcl' - Zung des crstoibenen alZ Grund der - Berück, ich tigu ng geltend ' zu machen. Tie ciniig.n Geldmittel, welche dem Varön in unregelmäßigen 'Zm " ! Hfe 9 ju . . M(iiiAia "k. 1 W . laiiiiaii! ,)U4u.uiji, ii: i (uucii , von i orr Tante Stistsdame her. von der in der Familie die Sage ging, daß sie den !n?7i'?,'''5i,','?7 l?imrr jum Nn,n.v,s VWfci H ÄHIII ; MUlWtlHi" " .! ' ,,, ' t '' i' ;..'!'". '' s- ii i Mi 1 1 1 j i ( v ! u i V ,.; O c ' uiHii u ucr . DnJM Ä im , , ' .! A A tel,... n'.c . mir ,!N? niiimfnn nnrrn'ri iL:".iiri iicL iLÄ'it l'j''i jN:,!,;:.ri. a ii.'v 'ü''J i11.1: :i' . ' 1 ) : , : W.1V VbW -: . ,j - !:.(;:' iH - .,7 ';V: . ". , ! . . rt i I Vmi II ii tt . ! niniin 's M " ii.nh!,. iiM-" ". ! 4 11 . rL'V MlIIUVtl ,, V iwuHiijj yuiijui, Ui uu lyui tt icucer touvo? o:c ane amm rn als : e n r i r? o rt n st t nt i t : X oct er i oe .wlHU.lvXiSliilU? IIW U; UUUKlUl t lUlltlli flon C.ftic ällnttrHühunassl Tcichlich, reichlicher als ji.3i?ac ," .... n . . . .k. ...... . ' 1 " . r v !...,. " r i "1 m ':''!-'"'.?. '!,, . . ' L" ' r 1 i. .-: Ilt ÜiniLUU'J i;U LUl. l I C 1 1 i L L ii EL KtL ti. f ii ii ' :i 'ii ii iin ii ik ii ii ii in r i r i nr I i i : i i ü'i i i t ' - iv ii t 'ii; rnw v n 1 a ai m & 4of iArthf ?t4 l,..! ' i .nt ; I y : l(i ,v 4 i-. "ü l - i i a -i : - jt a . i'T . A ii i r r r r . '. r i,'i"'Yk1 ntXfä(9At4A V tA(ifiM ITmVa Ii .. ..-Hl T W IVVJ VW : ! i.-L U 1 U C tl C IUC UliCl .i-'!;;,' .,,'n : !:,.;;!.: : n; :." ::! .. t r ''Vntwori traf umgebend tin irnH !'V:V T:.-':" . m: " "ii. m . i; " , ' ' , O " , T ' , VI iftii'ni itii riii iiiirrr- irnnrnmirnnPTT.a 'Wf in miirn mmrns hnr thrm ' M rk-k IH4H MA j M 1 A MM A w !'i A M b ' i fcie fromme Dam lbr Mittel hnn 'Hijf yriw v kw & & v : ; deren naIschcr Verwendung pe dereinst Pechen schast abzulegen bade, den Ar wen uno Taljen zu entzieyen. dam t'in gott und pflichtvergessener Undank arer mit .der Hefe des weidlichen Ee IchlechtS in schmachvoller Gemeinschaft sündhafter Ueppigkeit fröhnen könne. VII VUUII Sttll Wl Vw Verlorenen" mehr , annahmen : über fftti; t v . . n? . st j . r . r r . jnrrn nnriniiinrn ftrarnian nanp iif: n J 1 iNftrSV 14sXA iUitlMAAM : : i 1 ' : ! ! 1 1 h : J .iti. 4MS1f M?Ai.(JlAlli AiMCiM ' X. 1 f ,1 V I : . , ' j; M f fc , JMDiese,,,Mchricht traf den ohnehin Ge "!'' ClDtllUlUW L ULlUitU ULlUirCIL.. ' " ü " ' '..,' ."";n beugten, wieein Tonnerschlag. Jektwar kr ein Bettler. Und setzt gerade sollte er das kaum genesene Mädchen, an dem sein Herz mit wahnsinniger Leidenschaft hing, aufgeben? Nimmermehr lieber sterben, mit ihr zusammen fter den. : Er machte ihr . allen Ernstes den Vorschlag sie lachte ihn auS. Sie hatte keine Spur jener bizarren Ro ' rnantik, welche einen Reiz darin ahnt, sich mit dem Geliebten aus der Misere des Daseins in das Jenseits in reiten

'üi'jäi '! :'- SWM Wäre der Baron weniger von Leiden fchast verblendet gewesen, so hatte er sehen müssen, daß sie seine Liebe mehr dulde, als erwidere. . ' . In dem Maße, als sie sich von den Folgen der erlittenen Beschädigung wieder zu erholen begann, wuchs ihre Sehnsucht 'l nach ider Abenteuerlust ihres bisherigen Lebens, obschcn sie sich überzeugen mußte, dan sie unfähig war, wieder zu Pferde zu steigen. .Als sich nun für das seltsame Paar die Ver Hältnisse immer üusichtslofeL gestalte? ten. als sich zur Vedrängniß der Man gcl gesellte und aus diesem die Noth erwuchs, zeigte das leichtsinnige Mad chcn sich doch noch um ein, gut Theil entlchlolicner. als uzr Liebhaber, . Sie erklärte ihm unumwunden, das könne nicht so fortgehen, sie werde in den nächsten Tagen abteifen. Er, besäße nichts und sie müßte sehen, wie sie sich durchs Leben schlage. Auf seine er staunte Frage, was sie denn zubegin ncn gedächte, cntgcgncte sie kurz. , sie kehre wieder zur Gesellschaft zurück. Könne sie sich für jeht auch noch nicht an Kunstproduetionen betheiligen, so fände sie doch Gelegenheit, sich nützlich zu machen und ihren Lebensunterhalt zu erwerben. . Gesteh'.es nur," rief er ergrimmt, Tich treibt die Sehnsucht nach Mon sieur Jsidore, und ich bin ein Wahn sinniger.' daß ich so viel Liebe und Hin gebung an ein Wesen verschwendet habe, dessen höchster Ehrgeiz es zu sein scheint. sich att einen .Possenreißer zu hängen." ,? .';! !l.lV-v p " '- ""''. . . tqct i,H50iinuciBPr;r enigegneie "sieiintt 1 noch größerer Heftigkeit, ,Zist ein Künstler, 'ausgezeichnet in seinen: Fach., findet jeden Augenblick. bei der ersten! Gesellschaft ein Engagement, und kann von dem Ertrage seiner Possen reichlich eine Frau ernähren." Und Du könntest Dich entschließen, die Frau eines solchen Künstlers" zu sein?"' , ; - iß. A 1 1 Am nächsten Tage begab sich der Ba ron zum Vttnistet Dieser hatte früher unter dem, Vater des Barons gearbeitet und war durch den fördernden Einfluß des Verstorbenen .schnell emporgekommen., Er war überrascht, den jungen Mann als Supplikanten bei sich zu sehen und nocy mehr, als dieser die dringende Bitte aussprach, sofort eine Anstellung ln der Provmz zu erhalten. Sie wissen" . bemerkte, derMmifter, ..daß mir Vergnügen machest würde. Ihren Wünschen sofort zu ' entsprechen, aber ich kann Ihnen nicht verhehlen, daß die Sachs ihr Bedenkliches ,hat. r. Die Gesinnung welche Sie bekundet haben Jch bitte Ew. Ercellenz inständigst, dieses Bedenken aufzugeben, de :n ich versichere) 'daß ich keine' SpUQ von Gesinnung mehr, habe ? L. F. : t . Nun, nun", kabelte die Ercellenz und ned die weißen fetten Hän,de ,ch wußte wohl, daß ein junger avalier von Ihrer Erziehung derartige Schwär mereien bald abstreifen würde. Allein, wenn Sie sofort beschäftigt sein wollen, so weiß ich Ihnen nichts zu bieten, als ein Kommissarium, das vielleicht Ihren Wünschen wenig' entsprechen dürfte,' aber die Aussicht auf schnelle Beförde runq eröffnet, i ' Mit großer Lebhaftigkeit versicherte der Baron, daß er unbedingt und mit Tank jede Stelle annähme, die ihm das Wohlwollen des Ministers biete. Zwei Tage darauf war er ,, im Besitze der Ordre, äWi ihn anwies, sich als Kom missariuS der Regierung in einen, von Hungersnoth und Seuchen heimgesucht ten Distrikt .einer entfernten Provinz zu begeben . im dort ! dendringendsten Nothständen abzuhelfen, ie Thätigkeit der ' Unterdehörden 'zu leiten und alle erforderlichen, Anstalten ins Leben zu rufen. Mit einer freudigen, fieberhaf ten Hast ergriff er den ganzen Plan sei ner' neuen Thätigkeit.,'. - 1 ' Er kam zu Melanie: Ich habe eine Anstellung, ich' kann eine Frau ernäh ren. Willst Du meine Frau werden?" Er war bleich und seine Stimme zit terte, aU" r'die sprach. :i im . I Sie war in sichtlicher Bewegung und zögerte eine geraume Zeit, ehe sie ant wartete.' Endlich ' sagte sie! Tu ' bist klüger als ich. Du mußt eZ besser der . stehen. - Aber ich übernehme keine Ver antwortung.- m,rmn wrli --m Kurze Zeit darauf wurden ?sie ge traut. Der Baron hatte gemußt. u entgegenstehenden Schwierigkeiten auf Grund seiner Ministerialordre zu besei tigen. Er brachte seine Frau auf dem Wege nach seinem Bestimmungsorte zu d:r ' Familie eines , Landpsarrers, mit 'kj' , . ' t i t i - i r ' -r "' o;m er von oer univeriiiar ycr ocsrcun bet war, vertraute sich diesem an und traf mit ihm da; Abkommen, daß Me lanie so lange als Mitglied der Familie bei ihm bleibe, bis er sie nach Bcendi gung seines ommisa-i umS abhole. Und so trennten sich die Neuvermählten, er mit schmerzlich bewegtem Herzen, sie n ' ' 11 rir u h nh SVrmirrnn I?"'S''6 ' ti'm-M ;;l : fes f SS:,:?lifc1lrs!"S'-S i..: ::' i liSIIÄ:,. l " Ii: ' ff44ilX " jwSji; litiHW . ! i;: , f Ulljl ällcffceii Regierungs'Commissarius harrte, war ebenso anstrengend unn mühevoll, als langwierigP Aber mit mahrer Leiden schuft stürzte sich der Baron in das Ge wirr der auf ihn einstürmenden Oblie genheiten. Er Haiti ein bestimmte? Ziel zu erreichen: tx ! toolltt sich durch seine Leistungen gewiffermaßen " die Sporen ; verdimen, um möglichst bald eine seinen Wünschen entsprechende, feste Anstellung und mit ihr die Möglichkeit der Vereinigung mit Melanie zu erlan gen. Er schrieb häufig und voll Zärt tichkeit an sie. mahnte sie liebevoll zur Geduld und Beharrlichkeit und empfahl ihr vor allen Dingen Schonung. Nur leise deutete e? ihr an, wie wünfchenö werth es sei. daß sie sich mit Rücksicht auf die Gesellschaftskreise, in denen sie '' ' " ' i z iiiwscitohij zukünftig leben werde, gewisse Fertig leiten und Formen geläustg mache, und bat sie, sich vertrauensvoll an die Pfar rerm anzuschließen. Die Antworten, welche er auS dem Pfarrhauser erhielt, waren spärlich und wenig befriedigend. Die junge Frau klagte', sie langweile i sich zum Sterben; die nüchterne Ehr

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IpigSi'ätS nxiaxr: barkeit der altmodischen Leute bringe sie zur .Verzweiflung. Ja,,,nach einigen Monaten der, Trennung machte - sie 'ih rem Gatten allen Ernste's den Vorschlag, ob, es nicht gerathener sei, er gebe sie auf und überlasse sie ihrem Schicksalz sie fühle, daß die Eintönigkeit ihres ge genwürtigen Lebens sie umbringen müsse; nicht mmderHurchi empfinde sie vor denl Zwange der ihrer harrenden neuen Ezistenz. ' Was der Pfarrer dem Freunde be richtete, klang trotz dessichttichen Zwan. ges. den dieser sich , auferlegte, nicht tröstlicher. Er bedauerte, daß es ihm beim besten Willen Nicht gelingen wolle, der jungen, Frau den Aufenthalt in seinem bescheidenen Hause erträglich zu machen. , ' Der brave Mann hatte nicht das Herz, dem Freunde zu sagen, daß das unruhige Wesen des Gastes sein Haus vollständig in Verwirrung ge bracht habe, und den stillen Frieden sei ner .Familie vollständig zu zerstören drohe. Denn die Pfarrerm, wie freund sich und nachgiebig auch gesinnt, em Pfand es doch mit immer' wachsendem Uunluthe. daß die Fremde : sich an kei nerlei Hausordnung kehren mochte, halbe Tage lang allein in Feld und Wald ther'umschweifie, und was 'das Uehelste war, namentlich im Verkehr mit Männern einen Ton in die Unter Haltung einführte, der die züchtige Na tur der Pfarrerin mit wahrem Schrecken erfüllte. ' Nur-irnmat ' terfüchtr'sir: eZ.' von Pflichtgefühl getrieben, ein Wort der Mahnung hören zu wssen; aber sie bereute es sofort. ,'alS die lieblose Und leichtfertige Antwort, welche ihr ' zu Theil wurde, sie Yrkenncn ließ, .daß hier der freundliche Zuspruch niemals einen fruchtbaren Boden finden, werde. , "'Sie' hielt ein ernstes Zwiegespräch mit ihrem Manne und wie sie es für ihre Pflicht gehalten hatten, dem Freunde den begehrten Liebesdienst Nicht abzuschlagen als jener sich m äußerster Aedrüngniß befand, so erkannten sie es nunmehr als eine Pflic gegen sich selbst, einem Verhältniß ein Ende zu machen, das fortan Unhaltbar geworden war. In diesem Sinne schrieb der Pfarrer dem 'Freunde.! schonend auch mit Ueber gehung des Bedenklichsten, doch immer" hin deutlich genug, um, ihm klar zu machen, da em razcherEntichluz; a?bo ten sei: Dieser hatte mit übermäm'gcr Anstrengung gearbeitet, das Gewlcht der aus lhm ruhenden Pflicht uno Ver antwortlichkeit hatte seine ganze Energie geweckt und das Resultat seiner Leistun gen "während "eines Zeitraums von echs Monaten berechtigte ihn zu eini gen Ansprüchen. - Er. wandte sich an den'MlNliter und erhielt die ' dringend erbetene Anstellung als Mitglied eines Regicrungs-Kollegiums in einer andern Provinz. ' rVoll, froher Honnuna ? für i seine Laufbahn wenn-, auch - nicht ohne manqe oange sorge um oie Vcziai tung seines neuen Lebens, eilte er nach dem, einsamen Pfarrhause,- und wurde von allen Bewohnern desselben. am lautesten und 1 freudigsten von Me lanie als Erlösungsengel begrüßt.- i Er durfte sich einige Tage der s Ruhe und Erholung gönnen) und hätte gewünscht, sie im Pzarrhause zubringen zu können. Aber Melanie erklärte: sie bleibe keine Stunde länger. und so mußte er sich entschließen ihren Willen gelten zu las' sp ! ! :'! ,.' - v- .: tu. , ., . i ..,!!,ti: .".); h .. .-k Sie brachten einige Tage in einem Hotel in Berlin' z u u nd der plnge Ehe mann, wandte alle ihm zu Gebote ' sie hende Beredtsamkeit auf,, seine Frau mit den Pflichten ihrer 'neuen Lebensstellung bekannt zu machen, ihr Vorsicht und Zurückhaltung , zu .empfehle ! und sie so schonend als möglich auf ihre Ver stöße gegen das gesellschaftliche Herkom wen aufmerksam , zu , ' machen. : Sie langweilte sich bei diesen Auseinander setzungen unaussprechlich, sie hatte nicht einmal ein Verständniß dafür. , daß ihr Mann nur der Nothwendigkeit gehorche, wenn er fe mit derartigen Vorstellungen behellige. ' Sie haßte diese prüden Bcamkenweiber, wi: sie sich . dieselben vorstellte im. Voraus, sie dachte aw das freie, hcitere Leben unter, den 5künst genossen l und mit Lebemännern aller stände, und seufzte im Stillen über den Zwang. , dem sie ' sich , unterwerfen ftSMfi S':liifj:i1 ' ' ',. -'iii " ouie. V'Ki,. !';.. tni! -i.,..' ;..:, : s, :,i , ili ,: ! n .! .jl..; !, ; .!;, . 'U.. ;.ifil,: J-.f, Jf , . ; -j: ( f ' o Islinen fte; an dem Ort,: irer! Bc stimmuna an. und das KrcuW welches der Aaron'auf sich geladen hatte, zögerte '' 1 :!:'' i; " k T ' ''' i;-" .'rt ': '' 11,1 P ; : 1" ' '!! Nkcyr, mir einer Lvucyr aus, lym zu lasten, ' daß er. fast erlag. Schon vor seinem Eintreffen war es bekannt säe rocTden;' baß er; .bert.SiifoStnciKüU adeligen freiherrlichen Geschlechts, - eine. Kunstreiterin gehelratyet hattet und die Verschwörung , u nter den Frauen w a r sofort ln Scene gesetzt. Alles war ge spannt darauf, ob er es wagen werde, sie zu präsentiren. Er wagte es, aber kein weibliches Antlitz ließ sich sehen, wo er sich zeigte, kein weiblicher Fuß betrat seine :i:(&nj'eUeMSü3j:!.'ßbe? paar war, wo eS sich zusammen sehen llev. in die Acht und Aberacht gethan. Vielleicht wäre eS der Baronin gelun gen, durch ein taktvolles und kluges Benehmen den verabredeten Widerstand gegen sie erst zu durchbrechen und dann einzeln zu übenumden. Aber sie war weder taktvoll' noch kluq. Sie vcrab scheute doZ prüde Gesinde!", wie sie die ihr Endliche Gesellschaft nannte, und rcvoltirte auf alle Weise. Man hatte sie am offenen Fenster Cigarren rauchen gesehen; in einem öffentlichen Garten hatte sie. während sämmtliche! Lorgnons der Damen der haute volee iede ihrer Mienen und Be wegungen beobachteten, trotz der Ab Mahnung ihres Gatten, die Fune (ruf einen gegenü verstehenden Stuhl gelegt es war furchtbar! Ter Baron be fand sich m einer verzweifelten Lage, 1. tl i .riJL i . rr . er icirnic cf unmogilq mir aucn Vyr Männern der Frauen schlagen, welche sich Impertinenzen gegen die innig? er laubten.' Aufgewachsen in den aewähl ten Formen vornehmer Kreise, litt er ööllenzualen unter den tausendfachen

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ZeMmungm unÄ Wnlungcn, d!e . und hat es doch garnicht nöthig taglich schweige hinnehmen mute, betteln: - Aber sie ist unverbesserlich) wollte er das Uebel nM noch arger und es nimmt mich nur Wunder,' daß maazcn. Und als ob e:n böser Dämon sie sich nicht schon zu Tode getrunken ln.das bizarre Getchöplesahren ware hat. Sollten 'Sie es glauben, daß gmcl sich die gnädige vrau förmlich diese elende Person, wie sie , hier vor dann. den Anlaß -jxm kandal zu Ihnen steht, eine Baronin ,tjtt" i prodozmn. lsnAluZtiSer Wn,e besän. Der Landschaftsrath fuhr in Unwille den Nch 'Unter den Qnicren drGar. Zürlichcm- Entsetzen Zurück. ' Und ihr niZcn mehrere, welche die Frau Baro 'y?am?? ' . ... : .: s;3 7r

mu a!Z öNinnrcuerm acrann! vanen. Bei einer zufälligen Begegnung er neuert )ii biete Be'anntzchaft. ohne daß der Baron es verhindern konnte. und feit dem circulirten beiden Damens Kafcs täglich neue Skand-algeschichten von den Beziehungen der Kunstreiterin, zu ' ihren .. eöemallgen ' Vemundercrn. Dem acaenkber. war der Baron vollkommen waffenlos Wenn er auch seine Versetzung beantragte und erhielt, so war er. wie er den Ebarakter seiner Frau kennen gelernt hatte, sicher, dan dieses Elend sich an jedem neuen Orte wiederliolen würde. -Ver Aergcr warf ihn auf Krankenlager; sie kümmerte sich wenig oder garnicht um lhn. und schien sich ihre Freiheit in einer Weis u nune zu machen, dan selbst wohlwollende und vorurcheilslose Personen es für ihre Pflicht erachteten, ihn zu warnen. Der unglückliche Mann war an Leib und Seele gebrochen und hoffte im Stillen, daß seine Krankheit einen todtlichen Ausgang Nehme, und er so das auf ihm lastende Elend auf einmal abzchütteln werde. - Aber so gut sollte es ihm nicht wer den. Das Maß der' Schande, welche das noch immer geliebte Weib auf sei nen Namen gehaust, war' Noch nicht voll. Es war eine Kunstrcitcrgesellschast, bestehend aus versprengten Mitgliedern anderer Truppen, angelangt, unter ih nen befand sich Monsieur Jsidore. Sie gaden mit geringem Erfolge eme Reiht von Vorstellungen beendigten sie plötzf.. i. .' s3 r:"i it-'..-v..jJ,:-l--.. . na;, uiiv uts uogczogcn lvarcn, wax Melanie verschwunden Und nichts von ihr zu sehen und zu hören Was sie an .werthvollen Habjcllgkeltcn ', besaß. hatte sie, mitgenommen. Es unterlag nicht dem mindesten Zweifel,'. daß" sie mit , Jsidore au f und davon gegangen war. , , '., .. , Der Baron verfiel in ein hitziges Nerven fiebcr, . von welchem er sich erst nach Wconaten . erholte. . Als er nach seiner WiedergenesungelneInzahl ein gegangener Änese musterte, nei innrem Billet von zremder Handichnft mit dem Poststempel Amzterdam auf. ' Es war von Judore, der ihm in wohlstylifirtcn franzosischen Wendun gen ironisch anzeigte daß Madame la Baronne sich in erwünschtem Wohlsein befinde und mit Vergnügen an den an genehmen Aufenthalt im Haufe des würdigen LändpfärrerS - und unter den Standesgcziosjen des Herrn Baron zurückoenke. Uvas ihn Jsidore -- be treffe, so werde die Gerechtigkeitsliebe des Herrn Baron ihm keinen Vorwurf daraus mach.n. däg er sich deZ 'Besitz thüms wieder bemächtigt habe, auf das ihm so viel altere Anrechte zustünden. ' Noch einmal begab "sich der Baron zum, Ministern Dieser erschrak, als er den zum Grci e .gewordenen ,,'ann wiedersah. , Er entdeckte ihm das Elend ! eines Zustandes, und bat .ihn im Tone , eines vollständig Gebrochenen um.iclne ,Mltwl!kuna, - damit er durch den Ressortminister eine Anstellung im auswärtigen e Amte und zwar auner halb Europas erhalte. Je entfernter. der Ort letzte er hinzu, desto willkom mcncr werde er ihm sein: Bald darauf erhielt er seineErnennung als Eonsul in einem Hafcnort ' von Südamerika. Er sollte seinen Bestimmungsort nicht trre'lchenDenn Sachwalter mit derAusstellung der Ehe schcidungZklage beauftragt hatte,- reiste er ab.crlranttc auf der Insel Sankt Thomas 'am gelben Fieber und nach wenig Tagen ' fand ,das gequälte Herz '.1' - i , i'i . j.i,, ' ' f für immer ! Ruhe. " . 1 wr- !; " " ' ' r r. f. if ;. :,,if . . ; ; '' '"; ' " 'v , ., ; 1" , : , : . - . ' - , . ; -" ' , '.. .' : ' i1-- .' t, ? .: -.i.::,...: . . Es ist um dZeselbe Jahreszeit i und Tagesstunde, zu welcher unsere Geschichte begonnen hat. Aber eine ganze Reihe van Jahren liegt dazwischen. Wie da mals. ist der Himmcl von arauen Regenwollen umzogen und seit Tagcsan bruch fällt ein seiner, prickelnder Re gcn herab i 4: Ein alter Herr von stattlichem Wuchs mit grauem Haupthaar und vollem Bart geht eben, von der Schloßfreiheit einbiegend, die Stechbahn entlang. Unwillkürlich wird fein Schritt lang samer und als ob eine alte- Erinnerung in ihm lebendig wurde, sucht sein Auge in der Dämmerung des trübe brennen den Gaslichts die Gestalt zu unterschei denKvelche zwischen zwei Pfeilern am Boden hockt. Es ist eine Frauensperson in zerlumpten Kleidern mit weißem paupthaar und einem Antlitz, ausdem der Stumpfsinn spricht. Bei der An Näherung des Fremden hält sie diesem ein Körbchen mit dem heiseren Ruse ent. genMWWWWtzWMMZA Dreier das PaetMWMHM Der Fremde, der kein anderer ist, als der uns wohlbekannte Landschaftörath, hat aber noch keine ! Zeit gehadt,der wohlthätigen Regung feines Innern zn folgen, als die warnende Stimme des Gesetzes in Gestalt eines wohlgenährten Schutzmanns dazwischen tritt. Nun, was sind das wieder für Dummheiten", redet, er die Bettlerin an, will sie miede? Quartier im Ar deitshause haben? ES ist doch zum Teufelholcn mit dem Wcibe." . Tie Bettlerin scheint an den Klang dieser Stimme gewöhnt zu sein, denn sie erhebt sich mühsam, indem sie einen Krückstock zur Hilfe nimmt. Ter Schutzmann, welcher sich durch die distinguirte Erscheinung des Fremden zur Höflichkeit angeregt suhlt, bemerkt gegen diesen gewendet, gleichsam zur Erläuterung : .Sie glauben nicht, was diese einzige Person uns si r Arbeit macht. , Sie kommt vom Po i.eigerich. gar nicht her

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Name? Der Schutzmann nannte ihn und er schüttelt betrachtete' der Rath die Jam mergestalt, die vor ihm stand und das Gesicht das. einstmals , so' strahlend. jetzt den Ausdruck der tiefsten Herab Würdigung geistiger Menschennatur darbot. '- ' ' ' Wissen Sie etwas Näheres von ihrer Geschichte?" fragte er den Schutzmann, namentlich, wie, sie so herabaekommen ist?" ' ' '; 'r ;" Das ist eine bekannte Sacke. ' Sie hat als junges Mädchen und 'als, sie noch Amstreiterin war Bekanntschaft mit einem jungen Bäron gehabt, der sie auch geheirathet hat. " ; , ""' Dann ist sie mit ihrern früheren ?leö, Habers einem Elown , bei , Franconi, durchgegangen, ist zu Schaden - qekom t. -L Ti'ji ....'. ': tt r" - ". 'I ."' ' men, qai lieg, wer, weis wo. umyergc trieben und,' ist schließlich auf dem Schube hierher als nach ihrem - Heimathsorte transportirt worden. Meh rere vornehme Leute, welchen es unan genehm war,' dag die Frau Baronin'' alle Augenblicke wegen Bettels Arbcits fcheu und' Obdachlosigkeit u.' s. w. vor Gericht sti:d' und daß der vornehme Name in den Zcitunaen erwähnt wurde. haben ' eine ausreichende ' Summe zu sammengefchossen, von der sie nothdürf tig leben tonnte.' Aber 'bei! der fällt Alles'wie auf einen heißen Stein hat sie baarcs Geld, so 'vertrinkt sie Alles , und wenn sie nicht eingesperrt ist, so treibt sie sich umher und bet ieit, ' ,.,.r Die Bettlerin hatte sich, als man keine Notiz von ihr nahm, wieder um Boden hingekauert. . , ; .r';(V j Der LandschaftSrath nahm denSHutz mann bei ' Seite: Sie,' scheinen ein Mann von' wohlwollender Gesinnung zu sein ich möchte Sie wohl um eine Gefälligkeit ersuchen , die natürlich Ihren ' Dienstpflichten - nicht zuwider läuft " ' ' " : " : -: ' - . wi : ii Der Schutzmann für den der Ton des Fremden etwas Jmponirendes hatte. richtete sich straff m die Höhe und faßte zum Zeichen seiner Bereitwilligkeit mit zwei Fingern an den Schirm ; seines Helms. - 1 1 ;Jch ' kenne die ' Familie, fuhr der Rath fort, deren Namen diese Unglück liche Person trägt und wie elend sie auch immer sein mag, ich möchte auf jede Weise, , verhindern, daß' sie noch mehr Aergerniß gibt. Wenn Sie es veränt Worten können, sie 'nicht zur Haft zu öringen sondern sie nach ihrer Behau sung zu schaffen so würden Sie mir einen Dienst leisten," iv-; : Sehr wohl, Herr das kann ich ohne Weiteres, wir haben sogar Ordre, mög lichft wenig Aufhebens von ihr zu mä X,. ii ' " j:' '" . (::,,.,. i'iifc..!:.'!, UCil. i , j ! . i ... . fj; .. :,, ' Jch bin Ihnen aufrichtig verbun den. i , Dann hätte ich , aber noch eine Bitte. Sie scheinen , , nicht allein , ein wohlwollender, sondern , auch ein ein sichtiger und erfahrener M aun zu sein.'' Dcr ! Schutzmann salutirte abermals militärisch) , l , Jch möchte, wenn Sie mir, , die., Gefälligkeit erweisen' wollen, mit Ihnen berathen auf welche Weise man wirksam dafür sorgen könnte, daß' das elende Wesen : versorgt und gleich zeitig verhindert würde, diese Lebens weise fortzusetzen. Wollen Sie 'so ge fällig sein, mich zu diesem Zweck mor gen früd in meinem Hotel zu besuchen wenn Ihr Dienst erlaubt , &&gu ch stehe ganz zu Befehl Herr. Baron, und werde mich prompt ein finden, wenn Sie die 'Gewogenheit ha den wollen, mir Ihre Adresse zu sagend ; ; Hotel du Nord, Nummer 5.'' ' . Sehr wohl. 'Herr B arönP, ich werde nichtrsehlenDänni wandte er sich wieder zur Bettlerin, hals dieser auf . die Seine und geleitete sie durch den 'Regen und .die Finsterniß nach Hause. iiU-: e , 4 '',..,;,,'.'Vj,,--'l:;;:. i:'!i . Aber die Fürsorge unseres alten Bekannten sollte zu' svät kommen. Denn seiner Zusage gemäß fand sich zwar der Schutzmann zur bestimmten Stunde ein, eZ bedürfte aber keiner Berathung mehr über die sicherste Art, die Vaga bundin zu versorgen. Denn die Mel dung des zu Rathe gezogenen Schutz mannes Lautete ' Habe gehorsamst zu melden, Herr Baron, daß die gnädige Frau" kein weiteres Unterkommen mehr nöthig hat indem sie heute früh todt in i ihrem Bttc:":gefunoeii;radrocti 'i ' : l: :-f;' :'W(Z w Y-'V ißmM,n wmp Gdankenfplttter. Z)aS Leben könnte viel heitrer sesn. venn die wollten. pt'yX 2 I!? I Unverständige UlUUCll M" halten sich meist für unverstanden. Zum Unglückllchsein hat Jeder Ur jache; wohl dem, der keine Zeit dazu hat. :;;y!;. r''i!0i ' Denken vereinsamt, fühlen vereint. . Für einen Mann, der sich von seiner Frau beherrschen läßt, ist eS allerdings gut, daß er beherrscht wird. Boshaft. Dame: .Sie a sen meine Tochter singen gehört; alau den Sie nicht auch,daVsieeiye Zukunft. hat?" Herr: D gewiß; sie kann sehr au werden:- ' Scherzfrage. In welches Buch werden die kühnsten Heldenthaten des Menschkngeschlechts eingetragen k In das standesamtliche HeirathS reglster!

Zahme Thiere in der WttdnlS. Tie merkwürdige Zahmheit der Thie

re in Gegenden, die nicht oder selten von Menschen betreten werden, hat schon, manchen Reisenden in Erstaunen gcjetzt. Ucderraschcnde Dinge berich tct ii. A. Darwin über das Verhalten der Vögel auf ,dcn Galapagos-Jnfeln, einer etwa wQO Seemeilen westlich von Sud-Amerika gelegenen Inselgruppe: die wezen ihrer eigenthümlichen Thier und Pflanzenwelt auf der Reise des grvM Naturlorschers zu Wissenschaft sicher Berühmtheit aclanat ist. Tie Finken. Zaunkönige, .Tyrannen Flle genschnapper, , Tauben und Aas-Buf sarde kamen i häusig zhinrcüchend nahe, um mit einer Gerte oder mit dem Hute todtgeschlaqen zu werden. . Eine Flin te," fagt Darwin in seinem Reisetage buch, ist hier bemühe uderfluma: ceim einmal stieß ich mit dem Flintenlauf einen Falken vom Zweige eines, Bau nies, herunter. Eines Tages kam. wäh rend ich am Boden lag. . eine Sptt, drossel. und setzte sich am Rande , eines aus. der Schale emer Schildkröte gefcr, tiaten Eimers, den ich in meiner Hand hielt und sing ganz ruhig an, das Was ser zu schlurfen; sie lies; mich den Eimer vom Boden heben während sie' darauf saß: ich habe, oft versucht und es wäre mir , beinahe geglückt diese Vögel bei ihren . Beinen zu fangen Früher schienen die Vöacl selbst noch zah mer zu sein üls jetzt. ' ' Eowley ' erzählt tirnt IsiQn r,K riti.Mf,it. llll, .11,1, X J .-I J , HVl tMHtUben so zahm waren, daß sie sich oft auf unsern Hüten und Armen Niederließen, so daß wir sie lebendig fangen konnten: m'.. r:, rr' jr'"""J . '"!". - '-'-l1 irrn A-. lie snrcyieicn q . nicyr vor , oen zvcen schen bis zu der Zeit, wo einige .Leute aus unserer Gesellschäst nach ihnen schössen, i wodurch sie scheue; - gemacht wurden." In demselben Jahre sagt, auch Dampier, daß ein Mann aus dem Spazlergange eines, Morgens sechs oder sieben Dutzend von diesen Tauben töd ten könne. . Obschon sie sicherlich sehr zahm sind, so 1 lassen ! sie sich doch jetzt nicht mehr aus den Armen der Leute nieder noch lassen sie sich in so großer ! Anzahl tobten; 'Ueberraschend ist es, daß sie nicht,,,, wilder geworden sind; denn während der letzten 150 Jahre sind diese Inseln häung von Flibustiern undMalsischfahrern besucht worden; und , wenn die Matrosen beim Suchen nach Schildkröten durch die Wälder ge hen, haben sie immer, ihr grausames Vergnügen daran, die imnen Vogel todtzuschlagen." . , , Darwin besuchte die Inseln im Iah 1835. Bis 1832 waren sie unbe wohnt geweien; in diesem Jahre wurde von Ecuador,, aus auf, der Eharles-Jn sel eine Kolonie, aearündet. die aber nach einiger Zeit wieder , zerfiel. ' In den siebziger I ahrcn, errichtete , Jose Valdigan eine i neue Ansiedlung; er wurde aber im Juli 1873 von seinen Leuten ' ermordet. Seit dieser Zeit ist die Eharlcs-Jnsel wieder ganz ver lassen. ' Tagegen ' findet sich jetzt eine blühende Nled:rlauung auf Ehatham, der östlichen Insel. Sie wurde von Scnnor Manuel Bobos 1879 qcqründet. ' Es wird hier, wie be'llung bcmnlt. ' " ;!! j-';,' if.i'i sr i'V'V. hiiivXiii rtrY1 hlrtNtr3 'lljTi hrl1tt , iviwui ,,uiu, v.mu.i? jwan ivvuuif außerdem K äffe, Orangen Zitronen und andere . Gewächse. Auch ,. einige Teutsche befinden sich in , der Gesell fchast. l .,, i j,,;;f,i(;;;,j !;; ' ji,, v,, ; i , Trotzdem nun die z EHatHam-Jnsel seit mehr als zehn Jahren bewohnt ist, hat sich das Verhalten der Vögel gegen den Menschen merkwürdigerweise' nicht geändert. Die hierauf bezüglichen Beobachtilttgcn, - welche Dr. Georg Baut bei einem längeren Besuche der Gala pagos-Inseln im vorigen Jahre ge inacht hat, lassen die ' Zahmheit der Thiere zum Theil noch größer erschci nen, als ' Tarwin ' sie gefunden hat. Baur ' erzählt, daß die kleinen Finken und namentlich die Fliegenschnäpper oft herankamen und , sich wenn man sich ruhig verhielt, uf Hut und Schulter oder auf, den Lauf der Flinte setzten. Wie Tarwin, berichtet auch Baur, daß man die Vögel mit einer Gerte erlege?' '.''' l'f'.i I1'- ' '"".iV U ,. wnneM-"-.- ' J. ,A "Sehr eigenthümlich ist, es, daß auch die Ente, die doch sonst ein so scheuer Vogel istdiese Zahmheit! besitzt. Eines Tages ritt Baur mit seinen Begleitern in die Berge nach einer kleinen Lagune um Enten zu erlegen? Sie fanden an drei Dutzend Stück vor, die ruhig sitzen blieben. Man schoß verschiedene Male dazwischen um sie zum Auffliegen : zu bewegen; sie flogen auch auf, kehrten aber bald wieder auf'S Wasser zurück. Baur sah zwei Enten, die von den üb rigen getrennt waren; er erschoß die er sie, die zweite blieb ruhig, wo sie war, so daß er sie mit einem zweitem Schuß erUam:ißnnte Daß auf die unbewohnten. Inseln der GalapagoS die Vögel nicht wilder geworden sind, erscheint hiernach selbst verständlich. Auf t der Jndefatigable Insel fand Bauer die Bussarde (Dar win'S Falken") in kleinen Gesellschaft ten auf den Büschen sitzen, wo sie ruhig verbleiben, wenn man sich ihnen na hert; ,sie sehen Einen i nur erstaunt an als wollten sse sagen: wer bist denn Du und waS willst Tu hier?" Sie lassen Einen ganz nahe an sich heran kommen ohne wegzufliegen. Ich werfe einen Stein neben sie in die Büsche, sie rühren sich nicht; ich nehme ein Stück Holz, das ich am Strande sinde, und werfe eS zwischen sie,, worauf einige sich bewogen fühlen, sich auf den nächsten Bnfch. ein paar Schritte weit entfernt . t r m .' i-ii';:ir 'v1- vl!'! l:r-- -'lii'-1-' mednzulassen." Baur betrachtet die Zahmheit der Vögel als einen Beweis dafür, dotz die Galapagos'Jnfeln niemals von Men lchen bewohnt waren, ehe sie von den ? 45frtA,; Int 1 st TvfctMViir 4UfU4IV4t 11. -IV. UIllllLVVtl deckt v wurden. Seine Beobachtungen beltätiaen die Ricktiakeit des Darwin' schen Schliches, daß die Wildheit der Vöael in Bezug auf den Menschen ein eigenthümlicher, besonders gegen ihn i t . '.pfc, . . n . . . t .t 1 k. . .r :" r? .' gericyieier ;ninmi i, uno oa iic nicht von den einzelnen Vögem m einer

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NlMiMMMnWji1 kurzen Zeit, selbst wenn -sie rcrsolgi werden, erlangt wcre. ' sondern viel wehr im Lause auf einander folgender Generationen sich durch Vererbung hcr ausbilde.. ... Der Ras; alö GrcZfsorgan. Ueber den Gebrauch des menzchlichen Fußes als Greiforgan wurde kürzlich in einer Sitzung der Pariser anthropz logischen Gesellschaft eine interessante Erörterung gepflogen. Fclir Rcgnault wies auf die Thatsache hin. daß die Hindus sich bei mannigfachen Fähig , leiten nicht nur der Hände, sondern, auch der Füße bedienen. Dem Tischler dient der Fuß als Bankhalter, dem Schuhmacher als Leisten, und die Schlächter pflegen das Messer zwischen der ersten und zweiten Zehe zu halten: und das Fleisch unten zu durchschneid den, , während sie es mit den Händen festhalten. Diese Thätigkeit beruhe hauptsächlich auf der Beweglichkeit der großen Zehe, wozu noch eine anatomi schc .. Eigentümlichkeit hinzukomme,nämlich der betrachtige. AHand , zwischen der' ersten (großen) , und der - zweiten: Zehe, welcher sogar zuweilen den gewal- . tiDi Betrag von 49 Millimetern er f 'ii .-i " . reicht. . , , ,6 Ohne Mithilfe der Finger können dk beiden Zehen weiter von einander entfernt werden, und wenn sie ein ander ge nähert werden, so berühren ' sie sich nur mit den Spitzen, wie eine richtige Zange. Vinsou äußerte die Ansicht, daß 'diese Beweglichkeit' des Fußes bei den Asiaten damit zusammenhange, daß' sie kein. Schuhwerk trägen; " er selbst hätte es in Indien von 12 bis 13Jahren'als er eft mit bloßen Füßen lief, dahin ' gebracht, mit dem Fuß einen Gegenstand von der Erde . aufzuheben. ' TW , . Manouvrier bemerkte, daß bei den ohne Schuhmerk gehenden Völkern die große Zehe mit dem inneren Rande des FußeS in derselben Linie liege, und daß sie beladen civilisirten Menschen, ehemals die gleiche, Lage gehabt habe. Man finde auch diese Lage bei kleinen: Kindern, die noch kein Schuhwerk getragen haben; und wenn man den nackten Fuß aus den Boden drücke, h habe die große Zehe (die sonst, 'infolge des Druas, den das chuywerl aus übt mit dem inneren iußrande einen Winkel bildet) die Neigung, jene natürliche, Lage wieder anzunehmen. Zwi schen der großen Zehe und der zweiten Zehe , sei bei uns ein Zwischenraum von etwa, 1 Eentimetcr am Mrunde, und man könne diesen Zwischenraum wieder herstellen, wenn man die große Zehe mit der Hand soweit abbiegt, bis sie die erwähnte Lage erreiD, hat. . Auch r Oberst Duhounet sprach die Meinung aus. daß die Beweglichkeit Hz großen Zehe bei den Indern wenige durch angeborene . anatomische Beson derheiten, als durch die Uebung erlangt werde: Er wies darauf hin. daß auch die Hand erst nach und nach die Zähigkeit des Fühlens und Greifens erwerben Das Kind halt zuerst das Endglied des kis um-hT(r,'WnSi-t sti. ,,lHHHI,J . ... V VHV llHHl I gern ' verböten ; wenn es sich darum, handelt, einen Gegenstand zu ergreifen, so streckt sich der Daumen aus, aber er, bleibt noch lange an das erste Glied des Zeigefingers angelehnt, und der Druck 0ird Zwilchen der äußeren seitlichen Fläche desTaumens und der Innen seite der vier .gekrümmten Finger voll führt. ' ' , '.' , Hierin unterscheidet' sich die, Hand - des Kindes Nicht von der Greifweise des Affen. , Duhoussct neigt zu der, An nähme, daß hie spätere OppositionSstel -lung des Daumens beim Greifen dem Kinde durch, den Instinkt der Bcrthei digung eingegeben wird, der eS die Faust ballen, d. h. das Endglied des, DaumenZ fest ' gegen den Mittclsinger pressen 'läßt. ' Bevor 'indessen, diese Stellung erreicht wird besteht die Angriffsgebetde'- darin ' daß bei, ausgestrecktem Daumen die Fingernägel gegen die (i Handfläche gedrückt werden; in ' dieser 4 Stellung ist der Daumen , aber ' , leicht iner Ver letzung ausgesetzt und sie wird daher bald durch die, wirkliche Faust stellung ersetzt. Ter Mann droht im Allgemei nen mit der geschlossenen , Faust. , weil er die Stärke dieser IngriffSstellung kennt. Tie Frau ü daZegen ie weni gerkidle Gewohnheit des Faujtkampfes hat, macht, wenn sie droht, eine Ge beide, die der des Kindes ähnlich ist: die Fingernägel sind frei und der Tau men ist ausgestreckt, wie man dies tag lich beobachten kann. rWuch in Persten Z bedient sich, wie Duhousset :. feststellen konnte, bei den meisten? HandwerkenderZArbeiter,, fast ebenso des Fußes wie der' Hand; dem Drechsler ist er ein unentbehrlicher Ge Hilfe, und der Schlächter, der Ziseleur verschmähen eS nicht ihn zur , Mitthätig keit heranzuziehen. In Indien sieht man täglich idie riesigen Kupfergefäßen auf j dem Köpf i)om,,Briinnen!1bmmeri'ff:l! ' Sie halten die große Last im Gleich f gewicht, während sie nur mit der linken ' Hand i das Gefäß berühren. Sobald sie aber einen Gegenstand, so klein er auch fei. im Sande blinken ; sehen, er reist ihn ihr Fuß mit der Zehe und vergibt ihn der rechten Hand, fast ohne . daß im Gehen Halt gemacht würde. Hier und in den ; anderen Fällen ist es ; besonders der rechte Fuß, der in Thu--' Hgteit::,tritt;ijr;; mw:M 'icMM S t ii terH off tnm Sogfit; Sie mir nur. was thut denn das alte Fräulein Huber jeden Morgen am Standesamt droben?" Mein Gort1 sie hofft halt immer, es könnt' doch ein mal ein Bräutigam übrig bleiben ! ilii'i,-y j t'"i "t , ! He imgeleuchte t. Ein rich : tiger Bummler und Faulenzer prahltet einst in einer Gesellschaft, daß er tag. lich früh 4 Uhr, spätestens 5 Uhr, auf siehe. So bald also," rüst ihm ' einer der Anwesenden zu fangen Si?

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schon an, nichts zu thun kl"

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