Indiana Tribüne, Volume 15, Number 266, Indianapolis, Marion County, 12 June 1892 — Page 7

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UrbttttdungSursachen. SZTcn Dr. Julius LaL.

Vor Kurzem brachte das Berliner Tageblatt" von hm berühmten Augen arzi Hermann Cohn in Areslau einen 'Aufsatz, worin dasVerdienst Credes um die Augen der ?!eugeborenen g?Zürdigt und dieser Arzt zu den Wohlthätern der Menschheit gezahlt 'wird. Und ' er ver dient diesen ,Titcl mit vollem Recht. Tenn seinem so höchst' einfachen 33er fahren, Fn die. Klugen eines jeden neuge bsrcnen Kindes je einen Tropfen einer jweiMcentlgeMöllcnhcmlosungeinzU'' träufeln, verdanken in Europa jährlich 80.000 Menschen ihr Augenlicht. Tem entsprechend haben denn auch die Blincenanstalten etwa den dritten Theil ihrer Insassen v-crlorenz und wenn das Berliner Tageblatt- neulich noch in einer Statistik berichten konnte, das; in ö:n 15 derartigen Instituten Preußens feiner Zeit sich 63 blinde Kinder schul. Pflichtigen Alters befanden, so daß in absehbarer Zeit, wenn das' Credcsche Verfahren erst tiefer in alle Schichten der Bevölkerung eingedrungen ist. diese abl sich ,ncch erheblich verkleinern. Wir waren also damit auf dem besten Wege,, einen Theil dieser an sich a höchzi segensreichen Institute entbehrlich zu maÄn. ja, es gibt Optimisten ge nug, die. im Hinblick auf die Möglich keit, auch für die anderen Arten der Blindheit Verhütungsmethoden zu entdecken, bereits eine säst gänzlich Gut vSlkcrnng jener Anstalten weiifagcn. Im Anschluß an diese Auffassung wird es vielleicht einiges Interesse (jäten, zu erfahren, welche Ursachen überhaupt fonsN.noch der (doppelseitigen) Er bündnng zu Grunde liegen können, worüber eine kurze Orientirung um so willkommener sein dürste, als. durch Crcde angeregt, von angenürztlicher Seite neuerdings in der That auf die Verhütung der Blindheit mehr als bish:r ein sehr großes Gewicht.gelegt wird. Tie Ursachen der Erblindung in den zwei Tritteln der übrigen Falle find so znannigfachcr Art, das;., nni ein über sichtlichcs Bild zu gewinnen, es noiV wendig ist. dieselben nach einem bestimmten Gesichtspunkt einzutheilen. Ter üblichste ist nach der geringeren oder größeren Möglichkeit ihrer Befeitigung. Temnach unterscheidet man Erblmdunzcn. die unabwendbar sind, und. gegen die jede menschliche Kunst machtlos ist und bleiben wird; zwei tcns solche, die vielleicht, bei frühzeiü' gem ärztlichen Eingreifen oder bei ver vollkommmteren Bchandknngsmetho den. vermcidiÄr sind; endlich solche, die mit 'icherhci' zu vermeiden sind, und deren Justür.dekonlmen entweder einem ärztlichen Kunstfchlcr oder einem zweck ividrigen Verhalten des Kranken zuge schrieben werden kqnn. Zu der ersten Gruppe gehören zu nächst alle jene Unglücklichen, die U reits erblindet zur Welt kommen, und die ein Sehvermögen auch niemals er langen können, weil das Fehlen dessel ben auf einem Entwickelungsschlcr der Augen beruht. Doch gehören diese Fälle immerhin , zu den Seltenheiten. Häufiger 'sind die verschiedenartigen EntAn'ndnngcn der Netzhaut, jenes zaricit, fpinttgcwebeartigen, aber äußerst iomplizirt gestalteten Häutchcns, das an 'der hinteren Angemvand ausgebreitet äst, die Eindrücke der Außenwelt auflnNmt ,.und dieselben dem Gehirn zur Wahrnehmung übermittelt. Gewisse Zran'hafte Veränderungen r jene Organ-, von denen namentlich häufig die Entzündungen i:n Verlauf von Nieren rnden sind, jäten stets den dauernden Verlust der Schfähigkeit zur Folge. Tcn gleichen Effekr erzielen jene kleinen Alutau-kritie gut den feinen Gefäß, chen der Netzhaut, wie sie namentlich lzäusig bei Herzkranken sich ereignen. Auch Geschwülste, die sich innerhalb der Augenhöhle entwickeln, sind keine fette nen Ursachen der Erblindung. Häusi ger und auch bekannte? als alle diese ist endlich der schwarze Staar". Tas Wort Btaar ist zurückzusüh ren ünf,,dasfalthochdkutsche sturen", auf etwas starren, Augenstarre, und die volksthümliche ' Farbcnbczeichnxng bezicht sich auf die erheblich, vergrößerte und darum auffallend schwarz' erfchei nende Pupille. Tas Wesen dieser fälschenden und mir unheimlicher Sicherheit zu dem betrübenden Aus gang führenden Erkrankung ist abcr eine Verkümmerung des Sehnerven, jenes Gebildes, das die Vermittlerrolle Zwischen Netzhautljlnd Gehirn spielt. Wohl zu unterscheiden von diesem Lei , den ist der sogenannte graue" Star, der auf einer Txüünng der Kristall 'in;c Auges beruht und . durch Ent fcrnung Derselben geheilt wird. Die Ursachen , jener .Sehnervenverkümnle tlx nug nun s'.no in vielen aucn gäNZiicy unket, in anderen liegen verschieden ., i .. .r" ii ' t dunkel artige ' Erkrankungen der" Augen aebr zn Grunde, oder das Leiden '':!l;j:en ; des Sehnerven, im Gehirn selber, und zwar in olge von umgrenzien sni Zündungen des Gehirns oder der Hirnhaut, oder von Blutergüssen (Schlaaanfalk. Gehirnschlag) oder Geschwülsten. . .Nicht selten ist auch der übermäßige (&e , nu alkoholiZcher Getränke und Unma ßiqkcit im Tabakrauchen die Vcranlas Ais unii und diese Fälle sind ;t$t auch ""' a'lcin. in denen man bei rechtzeitigem Erkennen der Ursache noch honen darf, durch eine entsprechende Umgestaltung , der Lcbenswcuc' dem fortschreiten des .ebels Einhalt thun zu können. Die. zweite Gruppe. , die unter Um fi.gi.-tfi" " y" 1 I'"1 ' . ". J ri1, l ! .1 ', ' ;. nanven vermeiovaren tzrvlindunacn. - umsaßt in erster Reihe diejenigen der selben, welche sich im Anschluß an Ent .Zündungen fc . qcnbogLnhaut entwickeln, und wo häufig - '. . 4 i'i'-iM '-' '' "'' '" 1 "!,,:" " : .;' ' genug per ume Ausgang nur eme olg der Vernachlässigung von Seiten des Patienten oder des Arztes ist.! Auch die diphtberitische Augenerkrankung iTiphtheritis der Bindehaut) gehört , lnerher. Ttcjelde zahlte noch d:Z vor Kurzem zu den unvermeidlichen Er hlinungsursachcn, während man jetzt ?W,?MÄlMOMU ; fc'sii i. ;!;'

in 'Folge der verbefferlen Heilungsmethoden einen nicht unerheblichen Pro centsatz der ergriffenen Auen zu ret ten vermag. Allerdings ist dazu eine so frühzeitige und dermaßen energi sche Behandlung erforderlich, daß das ganze Wiffcn und Können eines ge schulten Augenarztes dazu gehört, um den schlimmen Ausgang abzuwenden. Ein nicht minder gefährliches, wenn auch durch geeignete Maßnahmen vermeidbarcs Ereigniß ist die Abtrcnnnng der der hinleren Augenwand nur locker anhaftenden Netzhaut. Dieselbe kann bei allen möglichen Arten von Crkrankungen und Verletzungen des Auges zu Stande kommen. Die häufigste und praktisch wichtigste Ursache aber ist die fortschreitende ' Kurzsichtigkeit. Das kurzsichtige Auge ist anders gebaut als das normale. Während nämlich letz teres die Form einer an der Vorder fläche etwas abgespaltenen Kugel hat. ist das erstere sn der Richtung von vorn nach hinten verlängert, so 'daß es die Gestalt eines Ei's, oder richtiger einer Ellipse aufweist. -Bei Nichtschonung fce? Augen nimmt nun die Kurzsichtig kett mehr und mehr zu, dh. also, die horizontale Augenare wird immer länger. In diese Verlängerung hinein wird zugleich auch die Netzhaut nach hinten gezerrt. Schließlich kommt der Augen blick, wo dieselbe der Ausbuchtung nach hinten nicht mehr folgen kann. Sie wird alsdann mechanisch von der Hin terwand losgelöst und flattert nunmehr wie ein leichtes Wölkchen im. hinteren Abschnitt des Auges umher. Diese Ab lösung geschieht aber nicht plötzlich, in der ganzen Ausdehnung, sondern, cntsprechend der allmäligen Axenvcrlänge rung, partienweise. Demgemäß ist auch der Verlust des Sehvermögens kein plötzlicher, sondern er stellt sich lang fam. abcr sicher ein. In anderen Fällen kommt die Netz hautablösung nicht auf diesem rein me chanischcn Wege, sondern dadurch zu Stande, daß 'das erkrankte Auge und als ein solches ist jedes kurzsichtige Sehorgan anzusehen hinter der Netz haut eine irankhaste Flüssigkeit, ähnlich etwa der in Brandblasen, absondert, die nun jene von ihrer Grundfläche abhebt. Der Effekt ist jedenfalls der gleiche. Man hat natürlich auch ver sucht, die Netzhautablösung zu rcpari ren. so z. B. in den zuletzt erwähnten Fällen dadurch, daß man besagte Flüs

sigkcit nach außen abzukaffen versucht hat und so der Netzhaut ermöglichen wollte, sich der Hinterwand wieder an zulegen. Da indessen die Erfolge weil hinter den Erwartungen zurückgeblic den sind, so richtet man jetzt mehr und mehr sein 'Hauptaugenmerk ans die Verhütung . solcher üblen Zufälle. chlienlich seien als zu diejer Gruppe gehörend noch erwähnt die mißglückten Augenoperationen, die nicht immer dem Mangel an technischen Geschick von Seiten des Operateurs zuzuschreiben smd, und endlich jene vielfältigen Ver letzungcn. wie sie sich fast alltäglich bei ungluckssallen aller Art ereignen. Eine nicht geringe Anzahl dieser Ver letznngcn ist jedoch wohl vcrmeidbar und muß deshalb zur dritten Gruppe gerechnet werden. Es sind das jene, die durch unvorsichtiges Umgehen mit besser, cycere uno anderen JNjlru menten. durch Verbrennungen. Aetzun gen und dergleichen herbeigeführt wer den. Ferner gehören hierher die Ev blindungen nach Pocken. Masern und ähnlichen Erkrankungen, sowie die nach der eitrigen Augcnentzündung der Neu geborenen, worüber der Leser aus der zu Anfang erwähnten Abhandlung sich hinreichend unterrichtet haben dürste. Die gleiche Erkrankung kommt natür sich auch bei erwachsenen Personen vor, ist aber von der bei Neugeborenen sc wenig verschieden, abgesehen natürlich von der Entstchungsursache, daß es qe nügen dürste, auf dieselbe hingewiesen zu haben. Eine besondere Erwähnung verdient nur der sogenannte grüne -kaar". tc Hardenbezeichnung rührt davon her, daß die starre, weite PuPille durch einen von den KrankheitsProdukten im Inneren des Auges ausgehenden Llchtretter eine tchmukia grünliche' Färbung erhält. Die Er kranlung selber ist eine der mtereuan testen und merkwürdigsten, die die AugeNheilkunde überhaupt auszuweisen r i rrv.-., ".. V ' yai. as veien oerseiven oesieyi da nn. daß der flüssige Inhalt des Auges eine Zunahme erfährt, so daß das nor inaler Weise mäßig gespannte Auak prall gefüllt wird und sich so' hart wie eine kleine Marmorkugel anfühlt. Äian kann den Vorqana in der Weis, nachahmen, daß man eine mit Wasser .:::tit cvt!. i.r. l . r ' ciquuie -igurroioje onraz welltten Wasserzusatz bis an die Grenzen der !,....., n ioglianeii ausoeym. Durch eine solche abnorme Steiae runq des s ulüszigkeitsdruckes werden nun die Gebilde des Auges in ihren Funk tlonen derartig beeinträütigt, daß ein gänzlicher Verlust des SebvermöaenZ die Folge ist. Welches sind nun aber die Ursachen dieser unheilvollen Flüssigkeitszunahme? Der berühmteste Auaen arzt der Welt, der 1370 gestorbene v. Gracie, nahm an. daß es sich hierbei um eine schleichende Entzündung der inneren ÄUgcnyaute handelt, wobei. w:e eben, auch bei anderen Entzündun gen, erinnert fei wieder an die schön vorher .erwähnte Brandblase , eine übermäßige Menge krankhafter Flüssig keit aus den Blutgefäßen austritt.' An dere schieben diesen vermehrten Aus tritt von Blutwusser auf eine Reizung oer Äugcnnerven durch irgend eine Er krcmkung derselben, wie ja anch z. B die Thränen reichlicher fließen. ,, wenn irgend ein Fremdkörper in's Auae ae langt. Diese Auffassung gewinnt eine 'L.ir-JÜH!''':':kri'L ' ' r , . i - lve,eniiicyc ViuZe rn oer oen Äerzken bekannten Thatsache, daß namentlich häufig solche Personen vom grünen Staar befallen werden, die von Neu ralgien ' der Kopfnerven , viel zu leiden haben, welche ' Nerven eben auch mi dem Augen innern in 1 Verbindung jleyeu. tt-ii m liill

In anderen FäUen kommt das Lei

den dadurch zu Stande, daß die weiße Haut des Auges, die sogmannte Leder haut, eine Verdickunq, erfährt und da durch mehr oder weniger an Elasticität einbüßt. Dadurch verliert sie die Fä higkeit, sich den wechselnden Flüssig leitsjchwankungen im Auge anzupassen, beziehungsweise dieselben auszugleichen, ähnlich einer starren ' Gummiblafe, die der anhaltenden Einfuhr von Luft oder Wasser durch den natürlichen elastischen Gegendruck, den sie verloren hat, sich nicht Mehr zu widersetzen vermag. Be agte Verdlckung kann nun die Leder haut des Auges sich ebenfalls durch eine chlerchcnde Entzündung zugezogen ha ben. Häufiger aber ist es, daß der Proceß mit zunehmendem Alter sich von elbst entwickelt, wosür auch spricht, dan die meisten Erkrankungen am grünen j""!-- . r n j. . luar oci crsvnen ncy ereignen, vle das 50. Lebensjahr überschritten haben. Was nun das Auftreten der Krankheit elber anbetrifft, so gehen demselben in den allermeisten Füllen gewisse Vorbo en voraus. Die bisher meist anscheinend aan. gesunden Personen empfinden öfters ebhaste Schmerzen in den Knochen der Augenhöhle, sie sehen häufig alle Ge en stünde wie durch einen Nebel oder erblicken auch Regenbogenfarben um eine Flamme. Diese ' Erscheinungen onnen zahrelanq andauern. Dann plötzlich, meist zur Nacht, stellen sich festige schmerzen um die Augenhöhle herum ein, das Auge selbst ist stark ge röthet, und die Thränen fließen im Uebermaß. Damit verbunden ist ein mehr oder weniger hestigei! Fieber und nicht selten cm so hartnäckiges Erbrechen. daß dieses letztere die ganze Ausmerk sammt aus slazieht, und der Vorgang häusig. auch vom Arzt, als eine Ma genstörung oder eine heftige Migräne gedeutet wird. , Indessen wird der mehr oder weniger erhebliche Verlust des Sehvermögens, der das charakteristische Zeichen dieses Leidens ausmacht, doch bald auf die richtige Spur leiten. Solche Anfälle wiederholen sich nun öfters und zwar in immer kürzeren Zwischenräumen. während jedesmal danach ein Nachlaß der Erscheinungen ertolat. Nacknedem Anfall aber wird die Herabsetzung des Sehvermögen? beträchtlicher, bis schließ lich ganzliche Erbundnng eingetreten ist. So wenigstens war der Verlauf dieses Leidens bis vor 36 Jahren. -Das Jahr 1856 aber bezeichnet einen Wendepnnkt, und v. Graeses unsterbliche? Verdienst ist es, denselben herbeigeführt zu haben, und zwar darch Entdeckung emer Operation Herausschneiden eines Stückchens der Regenbogenhautwodurch die ubermänige Druckstemeruna dauern) herabgesetzt und dadurch das Auge gerettet wird. Der Segen 1 dieser Entdeckung ist ein geradezu unermeßlichei und gar nicht hoch genug zu schätzender. 'wenn man die statistisch iestgesteUte Thatsache berück slchtlgt. daß ein Procent aller Auaen kranken am grünen Staat leiden, also ohne jene Operation einem unabwend baren Schicksal verfallen sind; Noch ist zu bemerken, daß ' die erwähnte Erkran tung nicht immer in einzelnen heftigen Anfallen austntt, sondern häufig einen mehr chronischen langsam fortschreiten den Eharakter annimmt, öfters auch zu einer schon bestehenden krankhaften Ver anderung des Auges sich hinzugcscllt. In solchen' Fällen ist auch der Heilerfolg der Graefeschcn Operation kein so aunstlger. Alle diese erwähnten Ver Hältnisse fordern aber dazu auf. dem .. . : mr.jr.j,. ..c .-. tc.v - nuuc in iHuuiuii uu vk Miöiinounq Ursachen größere Aufmerksamkeit zu schenken, als es thatsächlich geschieht. Ztommen doch suns Procent aller Er blindungen allein auf Nctzhautablöfung in Folge von Kurzsichtigkeit. Welche Ausgaben demnach in dieser Beziehung und auch sonst auf dem, Gebiete der Augenhygiene durch Belehrung in der Schule, Vorträae und populäre Schrif ten zu leisten sind, wird daher ohne ni!-.? f Ais iJ4-V : f Wiil.4V3 llllUUltUil JllU . Kriegsvorbereltungen in Frank reich. Die Ausgaben Frankreichs für nl?,. i'iuv t.:t-:l..Uw 5 r-i iiiijivmc uiu(üiuüuyuiiu im Viel gen begriffen. Der Voranschlag für das Heer von 645 Miü. Fr. ist für 1893 zwar um fast 600.000 Fr. niedriger, als im Vorjahre, allein das Ordina num von' 585Mill. ist Um Lz Mill. gestiegen, obwohl die Präsenzstärke um 4000 M niedriger angesetzt worden ist (wegen der noch durch den Knca von 1870 beeinflußten geringen Stärke des ft!f Sr tt7f.i:.i(.......3 Mi"ifc"'vvi . jn.i.u;t.iijiiiji(tuaey.j Noch auffälliger aber ist die Steiacrun.1 dex Marineausgaben, die für 18! von VW Mill. aus 28C erhöht werden so! len. Der Marineminister will zunächst die Bemannung verstärken, die Schiffs bauten' vermehren und beschleunign und die Verproviantirung vcrvollstön digen.' Er hat einen anderen Vcrthci digungsplan der vorhandenen' Schiffe entworfen, welcher das Nordsceacsckwli. der beträchtlich verstärkt,, indem er die Ncservediräston desselben in die aktive Flotte , einreiht und das Mtttelmccr Geschwader gleichfalls durch Zusügung einer Llezcrocoivlslon vcrmcyrk. Außerdem soll die Zahl der Panzer schiffe in den Geschwadern vermindert, diejenige der Kampfeinheiten minderen Grades aber ' vermehrt werden. 5 in Jahre 1893 werden die drei Geschwader nur mehr 21 Panzerschiffe, dafür aber 17, Kreuzer besitzen. Als Präsenzstärke oer ampfslotte sind l4ö)l Mann für 1893 in Aussicht genommen, als totale Präsenzstürke (Kampfflotte 'und Re serve) 40,620 Mann. An Kosten für Schiffsbauen sind für das Jahr 1892 rund 68 Millionen und 76 für das Jahr,1LSZ proectirt. ,d Ein Schiffsbau. Plan ist entworfen, der für das iab? 1892 als auf der Werft befindlich 93 neue a)lne. oarunter L Panzerschisse, nennt. ic nertiastelluna der Van zerfchiffe. ist für 1893 in Aussicht ae ü?,mmen; Ls zum Jahre 1.896 wird esm iffi ; ':iil!i.;nsf $&&

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die französische 'Flotte außerdem noä) einen Zuwachs von 21 neuen Schnell

ayrer5!reuzern erhalten. Dre Zahl der neu zu constrmrcndcn Torpedo boote beträgt 62. Dak es für einen Kr!eaS?a!1 auck nickt an Geld seblen würd? fimpift di? Thatsache, daß der Goldvorrath der u.. . . : .-üuiu vvu uiuamiu; nunlncyr aus 1447 Millionen Franken angewachsen in. 2 c aW isi uns in oen nacysien voazcn oic dritte Halbmilliarde erreichen wird. Jndirect wenigstens steht also der fran iöVitchen ififmerntirt tit jrifrtSfrt! , 0 -, y - I, " x, " i 17 "Sf Gebote, wie keiner andern Macht, ganz keseben timt fen drei Wiflilhrhfit Sparkasscngeldern in Rente, die eben all angegriffen werden können., . Eine berühmte Kirche. Die Lütticher Martinskirche. in der am Sonntag Ävend die Sprengung durch Dynamit oder Forcit stattfand, erhebt sich auf der Anhöbe über dem halbkreissörmigen Boulevard de- la Sauvcniere, nach allen Seiten der Stadt hin sichtbar. Mit ihrem unvol lendeten Thurm mag sie als ein Wahr zeichen der Geschichte der Stadt und des Fürstbisthnms betrachtet werden, als ein Wahrzeichen der kirchlichen Herr chaft, welcher diefreiheitliebendcn Bür ger oft genug den noizm urslenyui vom Kopfe schlugen. Tie Kirche wurde 962 vom Bischof Eraklcs gebaut, 1342 im aothi chcn Stile hergestellt. Es ist ein mächtiger Bau, dessen flammgothi sche Ausführung wegen der Groe der Verhältnisse einen erhebenden Eindruck macht, der durch die maßige Aus schmückuna der Architektur noch ver mehrt wird. Zwei Reihen achteckiger Gäulen, deren Ecken von runden Halbsöulen verdeckt sind', senden ihre Bogen nach dem Triforium und tragen die mit ge m;.. ......r.fc". ,i.,5k. ircuzien Mippcn vcrseyenen elvvivc. Ueber dem lhor zertheilt sich der groe Bogen in zahlreiche Zweige, die durch die Blumen der Polychromie in das Maßwerk der Fenster allölaufen. Diese Zensier, die nun leider zerstört sind. stammten aus dem Jahre 152,; sie stellten das Lebender Jungfrau und der beiliaen Bischöfe LambcrtuS von Lüttich und Martin von Tours,, dar. Tcn Lüttichcrn, die auf alle Andenken an frühere Zeiten halten, war cm klci ncrcs Fenster besonders wcrthvott, weil es das einzige bis jetzt erhaltene Bild nm des Btschoss Erhard de la Marck aus dem Jahre 1513 enthielt, eines Neffen Wilhelms, jenes Edelmannes, der die Unabhängigkeit deS -Luttzcher Landes erfolgreich gegen Kaiser Mazi milian vertheidigt hatte. Erhards lange Regierung war' bemerkenswerth durch essen fortwährende Erngnne in die bc schmorenen Freiheiten des Landes und die gewaltsame Unterdrückung des Pro testantismus. An die Kirche knüpft sich die Erinneruna an die Einseßuna dc4 Fronleichnams-Procession, die zum ersten Mal im Jahre 1246, und zwar infolge eines Gesichtes der Acbtissm Juliana von Eornillon.bci Lüttich statt fand. 1264 vom Papst Urban IV., einem frühern Lütticher Domherrn, für die ganze Christenheit angeordnet wurde. Eine andere Erinnerung ist die an den 4. August 1312. wo die Edeln, die Großen", in der Kirche von dem ausgebrachten Volke, den Klei nen-, lebend verbrannt wurden. Nachdem einige Jahre vorher die Glcichbc rechtigung der beiden Klassen d?r Gesellschaft förmlich anerkannt worden war, versuchten die Adeligen, die Zünfte, welche die Bürgerschaft vcrtra ten, wieder zu unterdrücken. Sie widersetzten sich namentlich nach dem Tode des Bischofs Thcobald von Bar (1312) der Ernennung BlankenHeims zum Manbour oder bürgerlichen Statthalter durch das Domkapitel und die Zünfte. Darüber kam es in der Stadt zu blutigen Gefechten. Die Adeligen unterlagen und flüchteten sich nach der Martinskirche, die nun von den erbitterten Städtern eingeäschert wurde. Es sollen an dem Tage an 200 Große" nut dem Leben gebüßt haben, ohne der Uebcrlänfer aus den anderen Anten -Städten" zu gedenken, die sich zencn angeschlossen hatten. Bald darauf kam zwischen beiden Pärteien ein Ausgleich zu Stande, der 1316 zu dem Frieden von Fexhe führte, einer förmlichen Staatsvcrfassung, die der Bischof beobachten mußte und die im Laufe der Jahrhunderte das Grund gcsctz des Fürstbisthums blieb, häufig verletzt, von den Burgern aber stet wieder zur Geltung gebracht. Im Jahre 1334 siegte der dritte Stand endgiltig: don nnn an lag die bürgerliche Gewalt bei den 32 Gunsten, und die Adeligen, die , ein öffentliches Amt nachsuchten. mußten sich unter die Mitglieder einer Zunft aufnehmen lassen. in , . , , ' m Geda.nkenspäne. . CTDa rr.ift ' Ttfit 5rilf etnen Fehler, als dem emd einen Vor zug. r ' ; ; : " ' - A'IUII Vlljiltfl ..V Vllll QltlilH In der Jagend macht man di Dummheiten für sich, M Alter süc-Zlii oere. , , , . "Im-. Uebereifer. D5er i. einer Vrovinnalstadt wohnende Bericht erstaiter einer hauptstädtischen Zeitunz träumt, als er ein MittaaSschlafchei hält, von einem großen Feuer, das U ; seiner Stadt ausbricht und wie er sick soalelch daran macht, einen Bericht nie Verschreibt und absenvet. . .Sapperlot ! ruft er aus, als er erwacht, .letzt yav. , ich , daZ schöne Feuer nur geträumt irnl der Berlch t i st schon sort. : eilt schien mast zum Telegraphenamte, um die Auf ahme seines Artikels noch verhindern z, können. Alk er das Telegramm aufgc : geben, a thmet er erlei chtert auf und kehr nach Hause zurück, bis ihm dann ein. ; fallt, daß ;i er ja in Wirklichkeit keine, Bericht geschrieben und abgesandt., sou dern dies ebenfalls nurgetraumt hat. N e s i g n i xhf,bciox:m alt bist Du,i Kleine?' Kleine Emma: Ach. Herr Doctor, Sie heirathen mic! ia doch mÄt! ! WiM tCßiM&Bl'mm'Ww :fjfMr w;'wM;fi

Die egyptlschen Harems.

2e N. de VttntL In der, Meinung der Muhamedaner steht die Intelligenz der Frau soweit unter der des Mannes, daß der Prophet den Frauen nicht einmal die Beobach tunc; der religiösen Gebrauche vorge schrieben hat; einige Gelehrte gehen so gar soweit, zu behaupten, daß ein weibliches Wesen keine Seele habe. Die Abhängigkeit' und Abgeschlossenheit der Frauen in Egypten ist noch größer, als in vielen anderen Städten des Islam; sie' genießen noch geringere Freiheiten und gehen selten aus. Vielleicht Hai dies semen Grund darin, daß die Ha rems' in Egypten im allgemeinen aus Sklavinnen zusammengesetzt sind; diese finden nicht, wie die Töchter aus guten türkischen Häusern, wenn ihr Gatte sie schlecht behandelt, eine Stütze in ihrer Familie und haben auH nicht daS Recht, sich an die Justiz zu wenden. Jeder Pascha und jeder Bey ist unnmschränkte? Herr seines ' Harems. Er kann despotisch, grausam sein, seine Opfer dürfen , bei Niemand Klage füh ren. Während daS Recht, Frauen und Sklaven zu todten, im übrigen ottomanischen Reiche (zuweilen allerdings nur nominell) abgeschafft ist und die ienigen, welche sich dieses Verbrechens schuldig machen, bestraft werden, maßen sich die cgyptischen Mnselmannen dieses Recht 'noch in voller Ausdehnung an. Wird in s einem Harem ein Verbrechen begangen,, und der Pascha ist der Thä ter, so schweigt ein Jeder; ist der Schul dige eine Frau, so verhängt der Pascha selbst die Strafe über sie nach seinem Gefall:, und damit ist die Sache er? kedigt. Man begreift leicht, wie selten em im Harem begangenes Verbrechen in die Öffentlichkeit dringt, aus dem einfachen Grunde, weil das Gesetz in Egypten die Person nicht schützt. Stirbt im Harem Jemand, so wartet man kaum bis der Körper erkaltet ist, um ihn zur letzten Ruhestätte zu besördern. Ein Standesamt eristirt nicht, kein Mensch bekümmert sich darum, wer in die Welt eintritt, oder wer sie verläßt. Ein ärztliches Attest der Todeserklärung ist nicht erforderlich, und so erfährj Niemand, ob der Verstorbene eines na turlichcn Todes starb, .oder ob Eisen und Gift ihn hinwegrafften.Während das Ehristcnthum die Hei ligkeU der Eh: predigt und das Weib zu de? bevorzugten Stellung erhöben hat, d:e es jffrt nn ganzen - Abendland! einnimmt, erlaubt das Gesetz des Pro phcten seinen Anhängern vier rcchtmä ßige Frauen und eine unbegrenzte Zahl von Sklavinnen. Doch machen nur die Wenigsten Gebrauch von dieser Er laubnln. Die Mehrzahl der Egypter hat nur eine Frau, und zwar erstens ans dem einfachen Grunde, weil die Zahl der weiblichen Bevölkerung in Egypten der männlichen ungefähr gleich kommt, und zweitens aus praktischen Gründen, da ein großer Harem zu kost spielia ist und,' wie schon früher bemerkt nur die höchsten Spitzen der Gesellschaft so gestellt sind, das; sie sich diesen Luxus gestatten können. Zuweilen findet man auch ln den untersten Klassen anen An Hänger der Polygamie, dessen, Frauen . ' c . . 1 t . Cvt t 1 . .: aoer oann ourcy iyre roelr zum un terhalt des Hauses beitragen müssen. Im allgemeinen herrscht der Glaube, daß die armen muhamedänifchen Frauen, die keine Herrenbesuche em pfangen und nur selten, und dann noch tief verschleiert, ausgehen dürfen. Tag und Nacht über ihre Gesängen schast seufzen und ein unglückliches D sein führen. Aber das ist weit gefehlt. Sie ehren in den strengen Vorschriften das Gebot des Korans, wissen nichts von Allem, waS in der übrigen Welt vorgeht, und suhlen sich im engen Kreise ihres Lebens vollständig befrie diät. Ihr größter Kummer ist. wenn ,, ihr Gebieter ihnen eine Rivalin .vorzieht, und ihr höchster Ehrgeiz, von seiner Gronmuth die schönste Toilette und das köstlichste Schmuckstuck zu erlangen Tie meisten der Frauen sind in einem Harem geboren und dort aufgewachsen, ohne auch nur eine Idee davon zu hä ben, daß ein weibliches Wesen ein von dem ihrigen verschiedenes Leben führen konnte. Der Harem war der chäü Platz ihrer kindlichen Spiele, ihrer erslen Freuden und Thränen: und diezel ben Mühen und Genüsse, Leiden und Wonnen spielen sich für die türkische Frau im engen Rahmen ihres Harem ab, wie für die Europäerin- auf s der Scene ihres mehr onentlichen Lebens. Das wahre Wort: für Jeden wird die Gewohnheit zur zweiten Natur, gilt auch für die Muhamcdanerinnen. Gc wohnte sich in diesen Verhältnissen zu bewegen, gehen auch ihre Gedanken nicht darüllcr hinaus und rcspectiren diese durch Religion, Sitte und lange Jahrhunderte geheiligten Grenzen. . : Vertauschen sie durch die Heirath den Harem ihrer Mutter, mit dem ihres Gatten, so sehen sie sich von neuen Freuden umgeben, und Herz und Geist, die nie geweckt wurden, fühlen sich von Allem, was das neue eoen ihnen ver? spricht.' im reichsten Maße , beglückt. Und dazu trägt die Sorgfalt des Gat tcn, seinen Harem' mit dem Schönsten und Reichsten zn schmücken, das ihm zu Gebote steht, nicht das Wenigste bei. Während er sich selbst mit der einfachstcn Wohnung begnügt ßund nur i in auserlesenen Pferden A undP Waffen Luxus treibt, umgibt er seine Frauen mit wahrhast rassinirter Pracht uud den ausgesuchtesten Erzeugnissen aller LanderNK! fSrn Bst la femme? wie überall, so auch im Orient stine Bedeutung. Die bevor zugte Frau liebt es. die Herrschaft, die f sie über den Gatten ausübt, zuweilen lauf die Probe zu stellen, und mehr als ein Großvezier und Essend: des Hofes j verdankt feine rasche Beförderung den unwidkistehlichen Bitten einer Lieb lingSgattin. Die Damen der v?rschie wBM, fi tm P'.f iiii.; ::V.;lii!-' : jij.ääjjiJSlijl'jjjlliiEijii

denen HarcmS können ungestört mit : - v . .t ':,:,'j,i':-::t"-'ri ,.?..

kinanocr vericyren, uno oci oiezen e suchen werden dann dle kleinen Jntrl guen angesponnen und Versprechungen gegeben.' deren Erfüllung sie durch ihren Einfluß bei dem Gebieter durch zusetzen wissen. Auch mge . schöne Vorrechte sind den Haremsdamcn ge währt. Flüchtet im Kriege ein Besieg ter in einen Harem, so ist er gerettet und dieser Schutz dehnte sich früher so gar aus die Verbrecher aus. Wenn zur Zeit der Mamelucken ein Verurtheil ter zum Richtplatz geführt ward, so verband man ihm die Augen; denn wäre es ihm bei t:t Begegnung mit einem Harem gelungen, das Gewand einer der grauen des Zuges zu beruh ren. so mußte man ihn freilassen. Den Bevich eines andern Herrn, als den ihres Gatten, 'empfängt eine tür kische vrau nie. In Krankhcitssällcn, wo der Arzt hinzugezogen werden muß. bedeckt man die Kranke sorgfältig mit Schleiern und ein EunuchZist wägend des Besuchtz anwesend. Jeder' Frau aber, welcher Religion sie auch sei, öffnet sich der Harem, und auf diese Weise sind durch christliche und Mische Frauen manche intime Einzelheiten dieser mu hamcdaniZch.'n Klausuren bekannt ge macht worden. Oft dauern diese Bc suche mehrere. Tage und jeder Hausherr macht es sich dann zur Pflicht, während dieser Zeit bett Harem nicht zu betreten. Musik und die Productionen der Sängerinnen und Tänzerinnen, Hand arbeit und Besuche bei Verwandten und Freunden füllen die Zeit der Muhame danerin aus. Dieses Letztere und ein Gang zu den Badern ist, die einzige Ge lcgenbeit, wo man der vornehmen türki fchen Dame auf der Straße begegnet. fei es zu Fuß oder auf einem Esel rci tend, abcr stets von der Dicnerschast ge folgt. Wie schon zur Zeit des Venalls der alten Roma, so haben auch jetzt noch die Bäder hier zu Lande eine grosse An zichungskrast für die Araberin; sie kann sich stundenlang da aufhalten, früh? stuckt, raucht und schläft da. sie bespricht dort mit ihren Freundinnen häusliche Angelegenheiten und arrangirt Heira then. mit einem Worte, das Bad ist für sie ein Vcrgnügungsort. Auch ernstere Intriguen werden hier eingefädelt. Aus sicherster Quelle erzählte man mir. daß diese Gewohnheit des stunden .langen Aufenthalts in den Bädern von manchen Damen bcnützt wurde, um ihre Gebieter zu . hintergehen. Sie versichern sich der Diskretion der Vor sieberin der Bäder, hüllen sich in das einfache Eostüm einer Fellachin und gehen so unerkannt an ihren Eunuchen l ."it.- mi ic t.ir:jt tu.. uutuuct. :auuj ujru xjtinuiuien ÄUs fluge legen sie ihre Gewänder wieder an und kehren in der Begleitung ihres nichtsahnenden Hchütcrs nach Hause zurück. Diese fortwährende Conttole ist ihnen aber durchaus nicht schrecklich, im Gegentheil hören sie nur mit Ber wundcrung. wenn eine Europäerin sie ibrcr Elausur wegen beklagt. Ihre VTi. l. . v . e . nniworicn aus ocrgiclcyen Bemeriun gen sind nmv uno puant. Als eine Türkin gefragt wurde, wozu denn ihr Schmuck diene, wenn sie sich nicht önent lich damit zeigen dürfe, antwortete sie: Er soll nur dazu dienen, uns in den Augen unseres Gebieters schöner erschci nen lassen. Schmückt Ihr Euch denn Nicht für Eure Eiatten, sondern für an oere Männer und Franen'i" -Trischka war ohneZwei sei einer der verwegensten Räuber Häuptlinge, die in Rußland je gehaust haben. Er war ein weggelaufener La kai des Fürsten Paskiew'itsch,- besaß eine gewisse Bildung, ein einnehmendes Wesen und verstand auch ein wenig Französisch nnd Teutsch.- Er war in seinem ganzen Auftreten nobel, scheute den Mord und bewies sich immer wohl thälig gegen Arme. Bor einem halben Jahrhundert war sein Ruf in Aller Munde. Damals war es, daß die be rühmte Taglioni eine Tournee über die russischen Bühnen machte. Tie Tän zerin begab sich eben auf der Tünabur ger Chaussee von Petersburg nach ihrer Heimath zurück, als sie von Trischkas Bande überfallen wurde. Tristhka öff nete selbst den Kutschcnschlag und fragte nach dem Namen der Insassin. ..Ich bin die Tänzerin Taglioni. erwiderte die - Prima Ballerina. O, welches Glück!" rief Trischka vergeblich strebte ich danaH.Äbre,göitllche Kunst in Petersburg zn bewundern nun führt mich das Schicksal auf der Landstraße mit. Ihnen , zusammen!" Und er bat die Tänzerin allen Ernstes, ihm aus der Ehaussce, bei Nachtzeit, mitten im rauschenden Regen, gefälligst eine' Probe ihrer Kunst zu geben. Sind Sie verrückt?" rief die Künstle rin,,,.hier im Kothe soll ich tanzen?" Aber, Trischka wüßte ihre Bedenken zn beschwichtigen. Erließ aus ihrer Bagage Teppiche hervorholen und auf ' die Straße breiten, 2ind während die Tag lioni im Dunkel der Kutsche ihr Kostüm anlegte, . brannten die Spießgesellen Trischkas Fackeln an, mit denen in der Hand sie die sonderbare Bühne umstanden. Die Tänzerin trat aus dem Kut schenschlage wie eine Zaubererscheinung unter die Söhne der , Wildniß. ,, Sie tanzte einen Pas. noch einen zweiten , wie eine , Nixe, , eine Nussalka, erschien sie auf dem unheimlichen Hintergrund, im Schwarzgrau des nächtlichen Regens und im Flackerschein der Fackeln. 'Als sie geendet hatte, kniete Trischka entzück! vor ihr nieder und küßte ihre Hand. Unbehelligt fuhr 'sie darauf weiter nur ein leichter Schnupfen war , der Preis, um den sie sich auö Trischkas Händen befreit hatte. ' ' B e rz w l a te am i I l ende rhältnifse deckt der ..Elberf. Gen.Anz." in einer Ortsmittheilunz auf. in welcher es heißt: Der Difd" ist das jüngste Kind seiner Eltern und der Neffe" der älteste Sohn seiner ver heirathetellMchwestcr,5l!:GÄ MiAs1'!!1':!'!;!!!'; "".''', er-"1'1 r i"!'4 'W'ri !ri'-i':i 's'1':! -,;:'-, ! m' VID l e W e l t in st i t i n e Mena gerie, in der man vergessen hat, Wölfe uno vammer; zu lÄciecnilo ff'' ifiMi.tt"iÄiH iiliiii,!!!'':!!:!!;):'-:!:'!:!!. ';!il-5i: ; "'i;;.!!::;- "lii:;"!-: ''!!-

Der Berliner VotkSwitz

Äle ' Denkmäler Berlins und der Volkswitz" betitelt sich eine Schrift von Viktor Laverrenz in Berlin, die alten Berlinern zwar meist Bekanntes bringt, aber auf ziemliche Vollständig keit Anspruch machen darf. Das Neue dann sind humoristische Zeichnungen von Gustav Brandt, die alle ausge führten Standbilder in Karikaturen wiedergeben. Nachstehend eine kleine Auslese. Dem Großen Kurfürsten auf der Langen Brücke, der zur antiken Tracht die Allongeperrücke trögt, ruft einer der am Sockel kauernden Sklaven be wuudernd zu: Ei fein!- Der alte nntz Unter den Lmden mteresurt sich für das Universitätsgebäude: .Hm, das ist also die Berliner Universität? ' Die hatte ick mir ville jrößer vorlestelltZ--cin Denkmal ist bekanntlich von Rauch- gemacht, und das ist kerne Kleemaleit." König Fnednch Wil Helm III. aus dem Lustgarten prüft HIH HliV 4iyW.t-V l'tl? iHlllki mij;.. ...v ...a r.ii--Halt, ick zloobe. et drippelt schon!" Das Denkmal Friedrich Wilhelms III. bei der Luiseninsel hat an d:m rechten Fune im Marmor ne dunkle Stelle, und der Volkshumor behaup tet. der Bildhauer Drake habe absich! lich hier einen Riester" am Stiefel an gebracht, um b!e große Sparsamkeit des Königs anzudeuten. Hierzu eine 'Miiwoiv. vjin xreniver juuo Denkmal zur Winterszeit in eine Brei terverschalung gekleidet ; er ließ sich darüber von einem Berliner folgende Aufklärung geben : Dd is det Denkmal von Friedrich Wilhelm III. Sei ner jroßen Einfachheit wejen hat der Künstkr ihn so dargestellt. Sehen Se dock bloß, wie einfach det Denkmal lw -fs. . i - rr: r- c.iw v:.xo,. is " Der Fremde aber sperrte Mund und Nase auf und starrte den hölzernen Obelisken an. König Friedrich Wi! Helm IV. vor der Nationalgalleric sieht sich fragend um : Herrjeh. ick hab- ja meinen Hut verjesscn Aus die Herr scher mögen einige Feldherren folgen. Der alte Blücher : ' .Uff meinen Üfen kommt mir Kcener. ick habe selber kaum Platz!" Gneiscnau, der die Rechte ausstreckt : .Meine' Handschnhnummer wollen Sie wissen, Fräulein ? Sehen Sie mal zu, ick jloobe, 101 werde ick brauchen." Bülow von Ttnnewitz sieht auf seine arg zerknitterten Hosen herab: Dm: nerwetter, sind meine Hosen naß! Sollte ick vielleicht damit bcimlich int Wasser jefallcn sind?" Scharnhorst, freut sich mit aufgehobenem Finger der. aufziehenden Wachtparade: Horch, die schöne Musikc!" Zietcn am Wilhelms platze fährt sich mit der Hand prüfend über's Kinn: Soll ick mir nu rasiren lassen, oder warte ick noch 'n bislcn?" Winterfcldt faßt feine Schärpe an: Die Schärpe? Herr, wat meenm Se woll, wat die jekost' hat, wie sie noch neu war?" Brandenburg am Leipzi ger Platz streckt den rechten Arm aus: Un wenn der Dreck so hoch liegt, mit die Stiebcln komme ick überall durch!" Papa Wränge!, fein Gegenüber, weist die Wagen mit dem Fcldherrnstabe zu recht: Jmmer rechts fahren" Auf dem Sicgesschornstein" auf dem Könkgsplatz prangt als Bictorla das anständigste Fräulein in Berlin". denn sie hat lein Verhältniß". Ihre ältere Schwester auf dem Brandendur ger Thor aber fährt die vierspännige Normalkutsche". Bei der Friedrichs säule auf dem Aclle Alliance.Platz muß ' man eine Brille aussetzen, um sie zu sehen, denn sie is zu ilcen". Den Hannoveraner im Hoplitenkostüm da neben, der vor seinem verwundeten Schlachtroß steht und die Händ: empor streckt, sieht der Volkswi für einen Droschkenkutscher an: ' Der verdammte Asphalt! Nu is der Jaul schon wieder mal jestürzt!" Nun etwas von Staatsmännern, Dich' kern und Denkern. Alerander von Humboldt brütet"; der Bildhauer hat ihm nämlich einen Globus als Ei unter den Stuhl geschoben. Schiller vorm Schauspiclhause hält den Mantel mit der Hand krampfhaftzusammen: Herr jott, mir rutscht-immer der Paletot!" Das Haupt , des Dichters ist ein Lieb lingsplatz der Sperlinge, daher das Scherzräthsel: Du, ebend hab' ick nen Spatzen üf'n Kopp stehn, jcschni" Dem Freierm von Stein auf dem Donhosfsplatze. der den rechten Fuß vorwärts stemmt, ruft der Volkswitz Zu: Halt renm Schritt und Tn liegst unten!" Die Herkulesbrücke im Lützowplatz gibt zu zwei Scherzreden Anlaß. Dem überwundenen Löwen greift der Heros in den Aachen: Sie, Männeken. der Zahn muß raus!" Der besiegte Zentaur aber wehrt die ge schwungeneKeuleab: Au. Menschens lind, sehn Sie mir bloß mit dem ver dämmten Mijranestizt vom Leibe! ' Der Schloßbrunnen heißt im Volks munde trotz seinem osficiel'en Nümm noch immer, wie von Anfang an, das Forckcnbeckcn. und der Mccrgott darauf war in der ersten Sylvcsternacht. die er (1S0IJ02) erlebte, von einem bezechZen Bürger also angchöhnt: ..Schäme Dir, oller Neptun, ick habe bloß ecnen Zak kcn. Tu abcr hast dreie!" Die typisch gewordenen vier Mccchcns". die sich an so , vielen Sockeln von Denkmälern finden, würde der Berliner ungern ver missen: denn es ist eine schöne Sitte, wenn an jede Ecke cen Meechcn wartet." Das Goethe-Tenkmal hat ü brigcns nur drei drei von den Vielen, die Goethe bei' Lebenszeit hat sitzen lassen.- - ;. '--2:hp:-:" - Das allcrfeinste Dlrndcrl ' ' Is halt do mei Lieserl. . : ; ,,! So süaß wie a Birnderl, ' So flink wie a Wieser!. !! :.;: T '::,..,,, 4 ,, l .,i fi m Verliabt wie a Täubcrl Zehrn wie ihre Kälba;: : Zutrauli' wic's Schwalbcrl Und dumm wie i' felba. i A l lia$ t a"xixtffii$ b.r: gekleidet sind nur wenige. .'i 5i'"-;;i;;i' fiiV1'':!!1!! ,!''. ! If :; lli!'' ''f'i'i !!s . 'i'T'-!!;; 11 !;i!'!. ' '

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f'if !- lä"'' l1'' Si'llljiii'i;? 'H 1' iiifS Bii-J;1:1:!!;; k ! !i: ;i :U, ; ;!; ,; ;! :! i i! !;; b ; ::: i : im 'i'llls 'M: 2m ;'''!!!:::.: 'Mm'ä; !,!!,,:!.!!, 1 u i i f. s.,,si :ä : i -y m 1- . i- !!!;, ! ia t &iMSB Si'-iiiiijv ;