Indiana Tribüne, Volume 15, Number 263, Indianapolis, Marion County, 9 June 1892 — Page 1
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Editorielles. Wir erhielten gestern folgende Postkarte : Sie haben die Zeitungs-Redak-teure vergessen, dieselben produziren ganz gewiß nichts und schreiben zu Zeiten viel Blech." H. Lauter. Wir würden vermuthen, daß Herr Lauter einen Witz auf unsere Kosten verüben wollte, wenn er nicht, ihm selbst vielleicht unbewußt, eine grimme Wahrheit ausgesprochen hatte. Reun Zehntel dessen was von Zeitungsredakteuren geschrieben wird, ist in der That unproduktive Arbeit und die Redakteure schreiben leider nicht nur zu Zeiten, sondern zu sehr vielen Zeiten viel Blech present Company, of cöurse, excepted. Was zur Belehrung und Ausklarung geschrieben wird, zur Förderung des Fortschritts und des VolkswohleS dient, ist nicht unproduktive Arbeit. Da aber die meisten Redakteure nur das Interesse ihres Geschäftes im Auge haben, da die meisten nur das schreiben, waS ihnen selber nnht, da Abonnementsgelder schwerer wiegen, als Prinzipien und Volkswohl, so ist in der That die Arbeit der Redakteure zum größten Theil unproduktiv. Auch außerdem findet in der Iournalistik, durch die Konkurrenz hervorgerufen, eine riesige Verschwendung von Arbeitskraft statt. Denn was ist es sonst, wenn in einer Stadt mit sechs Zeitungen die Berichterstattung durch sechs und mehr Leute in derselben Weife geschieht, dieselben Berichte sechs Mal aufgeschrieben und sechs Mal in Typen gesetzt werden. Beruhte das gesellschaftliche System auf dem Prinzip der Association, so wäre einmal genug. Man muß eben einen Unterschied machen zwischen Volkswirthschaft und Privatwirthschaft. Letztere richtet sich nach der ersteren und Jeder sucht sich unter dem bestehenden volkswirth schaftlichen System so gut einzurichten, wie er kann. Darum ist es vom pri vatwirthschaftlichcn Standpunkte aus, Jedem ganz einerlei, ob seine Arbeit produktiv für die Gesellschaft ist, oder nicht, wenn fie i h nnur nährt. Vom volkswirthschaftlichen Standpunkteaus sieht sich die Sache aber ganz anders an, und für den Fortschritt und das allgemeine Wohlbefinden ist das Volkswirthschaftliche, nicht das pribatwirthschaftliche Interesse maßgebend. Letztcres schmiegt sich immer ersterem an, und ändert sich mit ihm. Wir wollen versuchen, Ihnen dies klar zu machen, Herr Lauter, vielleicht lernen Sie dann den Unterschied zwischen Privatwirthschaft und Volkswirthschaft und sehen ein, daß Redakteure zuweilen auch produktive Arbeit rerrichten und "daß sie auch zuweilen etwas schreiben, was nicht Blech ist, trotz des McKinley Tarifs. Sie schicken wahrscheinlich eine An zahl Reisender hinaus, welche Ihre Fa brikate , verkaufen. Nehmen wir an, dieselben machen sehr gute Geschäfte, daS ist natürlich privatwirthschaftlich von Vortheil für Sie, aber glauben Sie, daß deshalb ein einziger Tisch mehr fabrizirt oder verkauft,,, wird, 'glauben Sie, daß der (Konsument, der einen Tisch kauft, ihn bloß deshalb kauft, weil Sie ihn sabriziren ? Glau-
ben Sie nicht vielmehr, daß wenn Ihre Reifenden schlechte Geschäfte machen würden, oder wenn Sie gar keine Tische sabriziren würden, das Publikum eben einfach die Tische anderer Fabrikanten
kaufen würde ? Volkswirthschaftlich aber, da heißt für die Menschheit ist es ganz gleichgiltig, ob der A. oder der B. mehr fabrizirt. Ihre Reisenden können machen, baß S i e mehr Tische verkaufen, aber alle Reisenden des Landes zusammen können nicht machen, daß im ganzen Lande mehr Tische gemacht und gekauft werden als das Publikum braucht. Begreifen Sie den Unterschied zwischen Privat und Volkswirtschaft ? Begreifen Sie, daß Arbeit privatwirthschaftlich produktiv, volkswirthschaftlich aber unproduktiv sein kann, und begreifen Sie, daß der zu Zeiten Blech schreibende Journalist sich nur um Volkswirthschaft, nicht aber um die Privatwirthschaft des A. oder B. kümmert ? Begreifen Sie nicht, daß wenn beispielsweise das Volk der Ver. Staaten 300 Millionen Bushel Weizen zu seiner Ernährung braucht, es diesem Volke ganz gleich ist, ob der Farmer Är 100 Bushel odr 1000 Bushel, ob der Farmer Ipsilon 1000 Bushel ode 10,000 Bushel zieht, wenn nur die300 Millionen Bushel gezogen werden, welche daS Volk braucht, um Brod zu haben ? Gesetzten Falls, sämmtliche Möbelfabrikanten des Landes würden ihre Geschäfte zusammenwerfen, würben sich associiren, so daß es ihnen einerlei wäre, aus welcher Fabrik mehr Waare kommt, so etwa wie es dem englischen Syndikat einerlei ist, ob mehr Bier aus der Schmidt'schen, der Lieber'schen oder der Maus'fchen Brauerei verkauft wird, so wären alle Reisende, alle Reklame, alle Verkaufsanstrengungen überflüssig und es würde doch nicht weniger fabrizirt, verkaust und verbraucht. Können Sie daraus nicht sehen, daß sich Arbeit für einen oder den Andern privatwirthschaftlich sehr gut bezahlen und volkswirthschaftlich unproduktiv sein kann ? Können Sie nicht sehen, daß wenn die Gesellschaft nach dem Prinzip der Association und nicht nach dem Prinzip der Eönkurrenz organisirt wäre, die heute nothwendige unproduktive Arbeit überflüssig würde, und können Sie verstehen, daß noch lauge, nicht AlleS Blech ist, waS Sie für Blech halten ? Drahtnachrichten Inland. WeNerauösichten. Für Jndiana : Wärmeres, schönes Wetter. G . Die republikanische 9tational - Convention. Minneapolis, 8. 3uni. Die Situation hat sich anscheinend nicht viel geändert, und der Ausgang ist noch eben so ungewiß, wie er immer war. Beide Seiten behaupten, an Anhängern gewonnen zu haben, doch ist die allgemeine Ansicht die, daß Harrison bei der ersten Abstimmung nominirt werden wird. Die AlaineLeute thun alleS Mögliche, um Zeit zu geninnen, denn sie haben dabei nichts zu verlieren, und es. scheint fast als ob es vor Samstag gar nicht zur Abstimmung käme. Beide Parteien beschuldigen einander, daß sie Willens seien, ihren Kandidaten zu opfern und ein "darit Korse" an die Oberfläche zu bringen, nur um den Gegner abzuthun, und die Stimmung ist daher eine sehr bittere. ES wird in Folge dessen in der That sehr viel von "darK Korses" gesprochen und am öftesten wird bet Rame McKinley'S genannt. Richt viel hatte gefehlt, so wäre eS heute Abend unter den 3nMan(a)ern zu einer Keilerei gekommen. Die Blaine-Leute unter der Führung McDonalds von Fort Wayne beschlossen eine Demonstration, zu mache" und hielten einen Umzug durch die Städte Der Columbia Club wollte , sich nicht bieten" lassen und that desgleichen. Beide, kehrten nach dem West Hotel zurück. Die Blaine Leute trugen ein Banner mit der Inschrift: Wenn Blaine nominirt, wird, , erhält er in Jndiana 10,000 Majorität", und ein anderes 1 mit der Inschrift ; Wenn Harrison nominirt wird, wird er in
Jndiana mit 20,000 Mehrheit geschlagen." Als die beiden Parteien im Mest House ankamen, begannen die Blame Leute das übliche Gejohle. Um eS tzu
unterdrücken riefen die Harrison Leute daS auS 35 jungen, Leuten bestehende Trommlercorps von Lafaette hcrdti. Diese trommelten nun darauf los, was dasZeug hielt. Die Blaint Leute trieben sie auseinder, die Trommler aber zerstreuten sich nun über den ganzen Raum hin und jeder Einzelne trommelte sür sich selber frisch daruuf los. Von dem Larm macht man sich, gar keinen Begriff. Schließlich sielen die Harrison Leute über die Bannerträger der Blaine-Leute und rissen die Banner in Stücke, dagegen thaten die Blaine-Leute das Gleiche mit einem Banner, welches das Bildniß Hatt;sonS' trug. ES war ein Glück, daß jetzt einigen besonnenen Köpfen die Besinnung zurückkehrte, sonst wäre es zu einer riesigen Keilerei gekommen.. Die Führer und Prominenten stecken fortwahrend die Köpfe 'zusammen und brüten Pläne aus, wie', die andere Partei zu schlagen sei, und der politische Schacher ist lebhaft im Gange. Versprechungen werden nach allen Seiten hin gemacht, aber Alles ist Confusion und was über daS schließliche Resultat gesagt und gemuthmaßt wird, ist nichts alS zusammengetragener Klatsch. 7 ' " Ml ' " ' ' Zuwachs für das gelobte Lan d". . i N e w A o r k, 8. Juni. Die Be amten auf ElliS Island hatten bei dem heißen Wetter alle Hände.voll zu thun und schwitzten nicht wenig, um die 4044 gelandeten Einwanderer abzufertigen. Die Darmstadt" von B.remen hatte allein 1947 ZwischendecksPassagiere gebracht, während' die State of California" von Glasgow 234 die Servia", von Liverpool 744, die Arizona" von Liverpool 597 und dieWerra, , .von Genua 522lan deten. , ' "' ' ' " ' "' Sehr bezeichnend ist die Thatsache, daß eS immer schwieriger wird, österreichische, irische, englisaze und italienische Contraktarbeiter abzufassen, da systematische Anstrengungen gemacht zu werden scheinen, dieselben vor ihrer Landung so zu instruiren,' daß sie nicht von den Contrakt-Jnspektoren gekapert werden. Als vor einer Woche Italiener angehalten wurden erklärte ein Agent einer der italienischen Gesellschasten einem Inspektor gegenüber : Hiernach werden Sie wohl nicht so viele mehr abfangen z dafür wird schon gesorgt werden." Ferner wird e6 als sehr eigenthümlich bezeichnet, daß 'seit einigen Tagen Dutzende von russischen Mobelschreinern täglich anlangen, ohne daß es möglich ist, ihnen nachzuweisen, daß sie Contraktarbeiter find. " " WaS ein Augen z e u g e e rzählt. P ittö burg,8. Äuni. Der bekannte Hotelier Lohn Newel von hier, welcher den Sonntag in Titusville bei Freunden zubrachte, kehrte gesternNacht.! hierher zurück. Er spricht sich aus wie folgt: Ich glaube nicht, daß es Jemand giebt, der daS Drama in Titusville am Sonntag realistisch geug beschreiben kann; denken Sie sich einen großen See, welcher mit brennendem Oel bedeckt ist und in dem Hunderte von Perfönen umherschwimmen, um elendiglich bei lebendigem Leib zu verbrennen; die Hilferufe der Männer, Frauen und Kinder waren herzzerreißend und doch war Hilfe fast total aus dem Bereich der Möglichket. . Ich sah einen Mann, der schon drei Personen gerettet, hatte, eine Heldenthat vollbringen, welche ich nie vergessen werde. Derselbe sprang zum vierten Mal inS Waffer, um ein Kind dem sicheren Verderben zu entreißen; als er dasselbe erreichte, schlugen ihm die Flammen, ins Geficht, doch schnell ergriff er das Kind und- verschwand unter dem Wasser. ES vergingen zehn Sekunden und Jedermann glaubte sicherlich, daß beide von den , Jluthen sortgeriss en wurden. Doch zu allgemeiner Freude erschien der prächtige Taucher mit dem Kind an der Oberfläche und wurde dann auS dem Wasser gezogen ; daS Kind war halbtodt, , doch gelang es den Aerzten, eS wieder zum Leben zurückzurufen : sein Retter war im Gesicht schlimm derbrannt und die Haare aus oem ops waren ver engt "
Ausland.
Zur Kaiserbegegnung. Kiel, 8. 3uni. Während deS gestrigen Besuchs des Zaren waren alle zum Schloß und zum Hasen führenden Straßen von 9 Uhr Morgens an von Militär besetzt. Bor dem Schloß standen Doppelposten und nur eingeladenen Personen war der Zutritt gestattet. In Folge der nie zuvor dagewesenen polizeilichen Vorsichtsmaßregeln konnten die Bürger sich an dem Empfar g der Kaiser nicht betheiligen. B er l in, 3, Juni. Bei einem Liebesmahl der Offiziere in Potsdam am Montag erregte das plötzliche Erscheinen des russischen Botschafters Grafen Schuwalow großes Aufsehen. Er sprach lange mit dem Kanzler von Caprivi, welcher ihn schließlich an den K'tiser verwieg, der noch nicht nach Kiel abgereift war. Der Botschafter begab sich zuzn'Kaiser und überbrachte demselben einen Brief, über dessen Inhalt noch nichts bekannt geworden ist. Der Besuch beö Großfürsten Konstantin bei dem Präsidenten Carnot gerade während der Kaiferzusammenkunft in Kiel wird hier allgemein für taktlos gehalten. St. Petersburg, 8. Juni. Anläßlich der , Kaiserbegegnung hofft Rowosii" heute, dieselbe werde die Kriegspartei in Deutschland zum Schweigen bringen, indem sie die friedlichen Absichten der beiden europäischen Kombinationen, des Dreibundes und des russisch -französischen Abkommens, die einander die Wage halten, darthut. Der Besuch deS Großfürsten Konstant!n , bei dem Präsidenten Carnot zur Zeit des Turnfestes in Rancy würde Frankreich überzeugen, daß die Zusamminkünft des Zaren mit dem Kaiser Wilhelm nur ein Akt der Höflichkeit war. , Schnee un d R egett i n Mi e n, -Wie n, 8. Juni. Räch einem heftigen Schneesturm gestern hat es stark geregnet. Die Donau ist ausgetreten und hat einen großen Theil der Stadt überfluthet. Die Hochfluth im Donauthal steigt schnell und die Bewohner von Wien sind von der drohenden Hochwasscrsgefahr benachrichtigt worden. Es werden Schritte gethan, um den Donaukanal abzusperren. Der Dampfcrverkehr zwischen Preßburg und Passau ist eingestellt, worden. AuS dem Jnnthal wird große Überschwemmung gemeldet. Die Seen im Salzkammergut und bei Jschl sind ausgetreten und der Bahnverkehr ist unterbrochen. Viele Thierkadaver, sowie Trümmer von Brücken und Häusern treiben stromabwärts als Beweise für die Verheerungen des Hochwassers. Mehrere Menschen sind ertrunken. Der Marktflecken Pulkaio ist zum Theil, durch Ueberschwemmung zerstört worden. . . , ' Der Grubenbrand in Böh men,. Wien, 8. Juni. Der österreichische sozialdemokratische Kongreß hat Bericht über ben Brand, im Birkenberger Silberbergwerk erstattet, worin behauptet wird, der große Verlust von Menschenleben dabei sei der Thatsache zuzuschreiben, daß die Beamten die fliehenden Bergleute mit der Erklarung, daß keine Gefabr vorhanden sei, in den Schacht zurücktrieben. Der Bericht behauptet serner, der Schlüssel zu dem Stall, in welchem die drei Spritzen für daS Bergwerk waren, habe nicht gefunden werden können und statt den Stall aufzubrechen, sei nach dem Schlüssel gesucht worden. AlS endlich die Spritzen herauSgebracht worden' waren, fehlte es an Wasser. DaS Feuer entstand bei dem Anzünden der Kerzen auf dem in der untersten Gallerie dem heiligen Repomuk errichteten Altar. i-:- .'nin.i . in "' ' ; tbtssSnaödricSten. Angekommen in : New Aork; Spree" von Bremen, Westernland" von Antwerpen, City of New Aork" von Liverpool, Helvetia" von London. Genua: Fulda" von New Aork. Plymouth: Fürst, Bismarck" von New Aork nach Hamburg. Irgend eine Summe von 5100 bis $1,00 , und aufwärts. ! Niedrigste Raten. Alex. Metzger, Agentur.
Unsere Natisnalfahne. Das amerikanische Banner ist noch nicht einmal so alt. wir die politische Geschichte unseres Landes." Und doch läßt sich über die Bedeutung und Ent. .stehung mancher Eigenthümlichkeiten vs rf t . . . rsiii. o, pi
uciciwc leine veilaßiiHe AUSlUNi' mehr geben. Wenn man heutzutage . noch manchmal Bilder von der Schlacht m Bunkn Hill oder dem Uebergang Washingtons über den Delaware, od?r ein allegori. fches Bild vom ersten .Yankee Doodle" sieht mit dem heutigen Sternenbanner darauf, so ist dies weiter nichts, als eint patriotische Geschichtsfälschung. Man yak ,nveß chon viele eigene Banner vor diesem gehabt, und zwar schon längere Geit vor dem Revolutionskrieg. Geradk h diesen Bannern spiegelt sich daZ immer arökere Verlanaen der amerika .nischen Colonien nach Selbständigkeit. m gab auch schon zlenmch früh aemem fame Flaggen und Abzeichen für die Colonlen. Eine der am meisten brauchten Flaggen war scharlachroth, mit einem st. Veorgs-ttreuze aus weitem Felde. Eine andere hatte außerdem in der KreuzEcke einen Fichtenbaum. Wieder eine andere, die Flagge der Neueng' Staaten" genannnt, hatte ein dunkelblaues Feld, in der einen Ecke das Kreuz auf weißem Felde und an Stelle des Fichtenbaumes eine Erd-Halbkugel. Die alte Staatsfahne von Massachu. setts zeigte eine große Fichte in ihrer Mitte. Bei anderen Fahnen trat an Stelle der Fichte eine Palme. Die KreuZ'Ccke. wenn eine solche vorhanden war, befand sich bald rechts, bald link." oben. Das Roth war beim patriotischen Yankee nicht immer so verpönt, wie es seit einigen Jahren ist. Man hatte auch völlig rothe Fahnen, vor dem Re vlutionskriege sowie in der ersten Zeit desselben. Die Fahne, welche General Putnam auf dem Prospect Hill am 18. Juli 1775 entfaltete, war ganz roth und hatte auf der einen Seite die In schrift: Ein Appell an den Himmel", auf der anderen das lateinische Motto von Connecticut: Qni . traustulit, austiie (Gott, der uns hierher der pflanzt hat, erhält uns auch aufrecht).. Was für eme Fahne btt Bunker Hm gebraucht wurde, weiß man nicht mehr genau: hSchstwahrscheinZich aber stritt .das Schwert von Bunker Hill- unter der Fahne, welche auf dem berühmten Trumbull'schen Schlachtgemälde dargestellt ist, nämlich einer rothen Flagge mit nur einem kleinen Weißen Kreuz feld, das auch die Fichte zeigt, in der rechten Ecke oben. So mannigfach, wie die Banner der .einzelnen Colonien, waren die Flaggen der Flotte rn der ersten Hälfte des Freiheitskampfes. Der Provinzialcongreß von Massachusetts nahm eine weiße Flagge an mit einer grünen Fichte und der Inschrift: ,Mn Appell an den Himmel". Viele Kreuzerboote hatten eine Flagge mit sieben rothen und sechs weißen öanzsstreisen. über welche sich quer eine Klapperschlange streckte, dazu die bezeichnende Inschrift: .Tritt nicht auf mich!" Die Klapperschlange erscheint noch auf verschiedenen anderen Flaggen; doch zog man eZ bald vor, sie statt in gestreckter Lage, in der sie etwas Schlaffes und Todtes hat, auf gerollt zum Angriff darzustellen. Die allgemeine Flagge für die Ver einigten Colonien indeß wurde von ei nein Congreßausschuß entworfen, zu welchem Dr. Franklin und zwei Andere gehörten, und sie wurden zum ersten Male am 1. Januar 1777 im amerikanischen Lager zu Cambridge entfaltet tu Ehren der Organisirung des neuen Heeres; sie bestand aus dreizehn abwechselnd rothen und weißen Streifen, mit dem rothen und weißen Kreuz von St. Georg und St. Andreas auf einem blauen Feld in der Ecke links oben. Als im Juni 1776 die Unabhängig, keitserklärung zu Philadelphia erfolgte, wurden die königlichen Wappen an den Wänden deö Saales abgerissen und verbrannt, um jedes äußere Zeichen der Angehörigkeit an die Krone zu vernichten. Aber erst beinahe ein Jahr später, nämlich am 14. Juni 1777, nahm der Congreß eine National flagge an, und der Beschluß wurde erst am 3. September desselben Jahres veröffentlicht. Fortan sollte die Fahne der Ver. Staaten aus dreizehn abwechselnd rothen und weißen Streifen be. stehen, mit einer Gruppe von dreizehn weißen Sternen au' blauem Feld, welche damals kranzartig geordnet würde. Der Ausschuß, welcher diesesgahnen bild entwarf und zu dem auch George Washington gehörte, sprach mit Frau Roß in Philadelphia, einer Polsterin, wegen der Anfertigung, und diese Dame beredete den Ausschuß, statt her Sterne mit 6 Spitzen solche mit 5 zu wählen, weil diese einfacher und bequemer mit der Scheere auszuschneiden waren. Sa kam es, daß die Sterne auf dem Banner 5 , Spitzen haben, diejenigen auf den Münzen dagegen 6. Merkwürdiger weise enthält auch das Familienwappen der Washingtons die Sterne sowie die Streifen; ob dies einen besonderen Ein fluß gehabt, muß dahingestellt bleiben. Das Gesetz, wonach für jeden neuen Staat ein neuer Stern hinzukommen sollte, stammt aus dem Jahre 1818. , Die Zolllutter führen , sonderbarerweise noch heutigen Tages nicht "unsere Nationalflagge, !, sondern ' sie behalten noch immer das alte Adlcrfähnchen, das im Mürz 1790 für sie eingeführt wurde unverändert bei.
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Es giebt keinen stärkeren Conkurrentcn des Brantweinö als das Bier. ,
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mert und unzugänglich gemacht wird, desto mehr wird es den des Branntweins , verdrängen, und hier ist der Gesewebuna der ricbtiae Wen be,eicknet. mit l?r-
- ' ' I folg und in vollster Uebereinstimmung kcit, gegen ttamäßigkcit anzukämpfen. allmälig vom Branntweingenuß und schweren Folgen des Alkoholismus Patriot an seine heimische Geschgebung
als Resultat langjähriger, wissentschaftlicher Beobachtung, empfehlen gut der- ;j gohrene, reine Biere Gesunden und Kranken als nahrhaftes, belebendes te-, tränk, dessen mäßigem Genuß sie, entgegen fanatischen Zeloten, alle üblen , Folgen absprechen.
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welches alle Rivalen neuen und alten Datums siegreich aus dem Felde schlägt. Nicht aus Eigenlob, sondern mit bescheidener Genugthuung weisen wir auf die Thatsache hin, daß namentlich unser Budweifer immer größere Freundcskreise gewinnt und den Beweis liefert, daß aus ihren Brauereien ein nicht, nur ebenbürtiges sondern anerkannt besseres, vorzüglicheres Gebräu hervor-
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