Indiana Tribüne, Volume 15, Number 259, Indianapolis, Marion County, 5 June 1892 — Page 4
Jttdiana Tribüne. Erscheint Täglich ttttv Sonntngs.
Die tägliche .Tribüne" ksftrt durÄ den Träger 12 Cents per Woche, feie SonNtszZ-.TriS2e" S CcntS per Was:?. Beide zserncn iZCeutZ oder Cents per Monat. Per Post zugeschickt Inot AUödezahIur, $f per Jahr. Office : 130 Ost MaryZand Strasze. Indianapolis, Ind., S. Juni 1892. J 9 U t ! firatnn HelberH i O, wär der Man nur treu? er wär vollkommen. Ticser Fehl zieht tausend nach. frnrjZi in alle Sünden (Tie beiden VeroneZcr.) Der oppenplatz in Berlin ist mit Bäumen geschmückt, die aber gleich ihren Brüdern unter den Linden nicht eben in ihrem Wachsthum sonderlich gedeihen. Die Häuser, die den Platz umfassen, tei gen das Miethlafernenartige der meisten neuen Straßen der großen Stadt und die Wohnungen sind auch vornehmlich be rechnet süt kleine Kaufleute.Handwerker, Musiker unb Beamte, welche bei geringe rer Familienanzahlsich mit wenigen Näu men genügen lassen. Um die Frubmorgenzeit eines Juli Sommertazes un Jahre 1883 starb in dem Hause ?!r. 16 am Koppenplatz die noch ziemlich rüstige Wittwe eines Gutsinspectors, welche seit einer längeren Neihe von Jahren ein hübsches Logis in der dritten Etage bewohnt hatte. Sie hinterließ eine einzige Tochter, Elisabeth, welche eben in's achtzehnte Lebensjahr getreten war. Die fc eiern Frauen hatten ganz für sich gelebt ; die Wittwe befaß keine Ver wandte und war, als ihr Mann gestorben war, schon aus Sparsamkeitsgrün dendenUmganz ferngeblieben. Elisabeth Ney aber hatte eine gute Erziehung gcnossen und war eine jener in sich abge schlössen?, sich selbst genügenden Natu ren, die Anderer nicht zu bedürfen fchei nen, von denen auch Niemand spricht, die aber bei irgendwelchem Heraustreten doch die besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Groß, schlank und üppig gebaut, di ückte sich in ihrem Wesen Stolz und fester Wille aus. Ihre Augen aber besaßen jenen stummfragenden, räthselhaftenAusdruck, der uns bei Frauen im Zweifel laßt, ob dieser das örgebnin eines fanf ten Verzichtes ist, oder ob sich unter drückte Leidenschaft darunter verbirgt. Elisabeths Ney fand sich äußerlich curyaus gelayr mu oer zur it traun gen Thatsache ad ; sie handelte in Allem umsichtig, suchte den Hauswirth auf, bat ihn, einen Aftermiether stellen zu dür fen, und erließ auch, nachdem lhre Mut ter in die Erde gesenkt war, sogleich eine ölnzerge tut Berliner Intelligenz Blatt, in der sie die Wohnung anbot. Scbon am nächsten Tage meldete sich etn Mann irnt zremdlsndtZchem Accent, dunklem, etwas lcckigem Haar und mit überaus rosilchen und vornehnken Ma nicren. Er sab sich aufmerksam rings um, wich, als Elisabeth ihm ibr Schlaf gemach öffnete, mit ei'eni zarten: Danke verbindlichst, eS genügt!" zu nick und ward schon nach kurzer Zeit mit chr emig. Noch einmal überlegte er halb laut: Hier Eugenie mit dcr Kleinen, dort das Wohnzimmer und hier mein Ärbettsgemach. Wohl, es gehl! Alles sehr gut ! Und die Gegend ? Nun ich bin za nicht für tmmer gebunden, rtchtete dann noch einige Fragen wegen der Mlethsconrract Aekttmznunaen an die schöne Bermietherin, erkundigte sich nach dem Wlrtbe und flocht am chlune noch ein, daß er Medcn beiße, Pomätmoler sei, erst vor einigen )!onaten von Brüs kel nach Berlin übergesiedelt w.,re und bisher in einem Chambre garni gewohnt habe. Bevor Medon sich von Elisabeth trennte, reichte er ibr Die nand und lies sein Zluge mit einem Ausdruck auf ii ruhen, der sie, ohne daßsie sich Rechenschaft darüber zu geben vermochte, oeun lubigte. Und dann ging er, und bereits am nächsten Tage, während die Möbel Eli fabeth Ney's. welche fast sämmtlich von nahe wohnenden Handwenern erworben waren, die Hintenrevpe hin.ib getragen wurden, zog Herr Medon mit sehr büb schen, wie es schien, völlig n.'uen Mö beln die Bordertreppe hinauf. Herr Medon war schon seit geraumer Zeit mit dem Einrichten beschättigt und gerade in Beariff, einen alten, sehr reich geschnitzten Schrank an die Wand zu rücken, als Elisabeth Nev, welche diesen dem Miether 'auf seinen Wunsch käuflich überlassen hatte, ins Zimmer trat. Ich wünschte Ihnen Lcbewcbl zu sa gen " bub sie an, und bitte, kann ich Ihnen behilflich sein?" fuhr sie fort, als er, auf ihren Gruß nicht sogleich inne haltend, nur mit freundlich dankender Miene den Kopf wandte. Und nun trat das Mädchen unbefangen hinzu, und nachdem die Arbeit gethan, holten sie Beide tief Athem. Und in diesem Augenblick öffnete sich die Thür und Frau Medon, eine sanfte, wahrhaft überraschende Schönheit, sagte, sich bei Elisabeth'S Anblick verlegen, fast scheu verbeugend und mit einer seltsa mm Unterwürsigkeit im Ton svrechend : Das Clavier stellen wir doch an die Wand neben das Fenster, Aime? Der Arbeiter meint " Ich komme gleich!" gab Medon kurz zurück und schob auch sein kleines Mäd chen, ein schlankes, schönes Kind von etwa sechs Jahren mit dunklen Augen und langem, seidenem Haar, zurück. Geh' zur Mama, ich bin gleich bei Euch, Genie!" fügte er in schroffem Tone hinzu, und mit erschrockener Miene verschwand das Kind hinter dem Ee wände der Frau. Und nun wandte sich, Elisabeth Ney rasch zur Thür, zupfte, jetzt doppelt ver wirrt, an den weiten Aermeln eines hel len Sommermantels, der ihre schlanke Figur eng umschloß, und neigte mit ern Kel, lurnFbaltender Miene das Sauvt.
Mge es Men wohl gehen" Dtt
Satz verllang. Und Jbn?n !" erwiderte der Mann und suchte nach ihrer Hand. Bleiben ii t w o nr . iw f?-' L.. f. etc in Vernn 5 vo weroen üic wo? nen, wenn es nicht unbescheiden ist, zu fragen?" . . m fV W Ja, tch bletre tnBrntn. orlaung habe ich mir hier in der Nähe ein Zim mer gemiethet. Ich hoffe, in einem Geschüft Arbeit zu sinden. " i (c;; 2 MTKrK a ifmpn WV V)U v nicht schwer fallen ?" Er hielt sie mit seinen Blicken, in de nen jetzt ehrerbietige Theilnahme, aber . 1. t 1.0 i's ....... Air. CVüf JCItPtl CIMUIUC tUtfc "? bliLte, welches das Mädchen fürchtete und das sie doch wie magnetisch anzog. Sie war widerstandslos seinen Ein flümn h,ra?aeben. Nun da sie geben wollte, gebuchten die Kniee nicht. Sie faßte nach'dcm Thürgriff und ihre Hand blieö unschlüssig daraus ruben. Eltsabetb !" sagte Medon mtt leinet weichen Stimme. Elisabeth !" wiederholte er, und sie wollte den Mund öffnen, und doch ging nur ein unruhiger, heißer Athem aus ibrer Brust. Ich werde zwischen 6 und 8 Uhr heut' Abend in Ihrer Wohnung sein, mit Jh!-en überlegen, wie ich Ihnen werde vielleicht behilflich sein können. Darf ich? Wollen Sie es gestatten ?" Sie sagte nicht Nein und nicht Ja. Sie schüttelte den Kopf. Aber sie glr.g auch nicht und eben wollte Medon. nicht Herr seiner Empsindungen, noch einmal auf sie einsprechen, als die Thür des Nebenzimmer von Neuem geöffnet ward und die Frau erschien. Sie stand in der Oegnung, wie ein weinendes Heiligenbild, und leate die Hand auf die Brust; aber sie zog sich auch loaleich wieder mrück. Die Arme san ken ; und aus ihren Schultern schien die stille Ergebung in einen ungebeuren Schmerz zu liegen. In Medon'S Gesicht dber erschien eine böse Zornfalte und die weißen Zähne, die unter dem geöffneten Munde hervorblitzten, preßten sich heftig aufeinander. Elisabeth aber hatte bei dem Anbliä der Frau ihre Fassung zurückgewonnen und eilte, wie betäubt, die Treppe hinab auf die Straße. Medon stieß da? Fenster auf und strich sich durch den lockigen Kopf ; er holte tief Athem und schaute hinaus. Sein Blicke suchten sie, die von ihm grgangen war, und als sie nun, die Mrne des Weges nehmend, unter den Bäumen des Platzes auftauchte, riß er, wie nach Er lösung suchend, die Arme auseinander. und rn semen Blicken und semen Geber den lag ein Ausdruck von fast unheimli cher Leidenschaft. Aber ein fester, wenn auch aus wilden Gedanken geborener Entichlun malte sich tn setnen Zügen zu gleich, und noch einmal der Brust Athem Mährend, schloß er wiederum das Fenstei und trat zurück. Gegen die Abendzeit klingelte Medon drei Treppen hoch in der Ackcrstxaße Nr. 198. Fräulein Ney ?" (er sprach das Wort mtt einer starken Betonung deS y). Ist nicht zu Hause. " 0, sie wird zu Hause sein. Ich bitte, daß Sie ihr sagen, Herr Medon sei da, um ihr einige Kleinigkeiten zu t .. t t r- r c .r ortngen, n?kicoe ncy tn oem qranle ge funden hätten. " Die Thür schlug zu und Medon stand wartend auf dem umdämmerten Flur. Drüben ward geöffnet; ein Mann trat heraus, blickte ihn mißtrauisch an, rrdod auf der Treppe noch einmal das Auge und verschwand. Auf dem Hofe ertönte eine Orgel. Anna, zu Dir ist rr.t.Ti er ... . sw ' mein ueoiiiT isang." niemano ersten, nichts rübrte sich. Jn Medon's Gesicht trat ungeduldiaer Zorn. Er faßte noch einmal die Klm gel und zog wiedethslt daran. Allein erfolglos. Nun pochte er mit dem harten Finaer knochen wiederholt an die verichlojiene Pfor:e. Das Wanen, die Ungeduld machten ihn zornig. Er war eine ungebändigte Natur. Was er wollte, mußte geschehen. Aufschub gab's nicht. Was schwer zu erreichen, das wuchs bei ihm an Werth' Sie will mich nicht empfangen !" Er überlegte, stampfte den Fußboden und stolperte ungestüm die Trepp h.nab. Noch an demselben Abend empsing Elisabeth Ney nachfolgendes Schreiben : ,.Sie haben mich von Ihrer Thür ac wiesen. Ihre Entschlüsse feien geehrt. Aber hören Sie : In meinem Innern sitzt eine tödtlich Unruhe. Helfen Sie mir durch ein einzige Unterredung diese überwinden. Ich schwöre, daß ich nach dieser thun werde, was Sie gebieten. Atme Medon, Maler." Und am kommenden Morgen brachte die Post ein Billet, welches die Worte enthielt: Sie sind ein Mann k Männlich sein aber beißt : Ganz können und wollen, oder verzichten. Sie aber müssen da Letztere ! Leben Sie wohl!" Medon las das Schreiben und las eS von Neuem. War'S ' berechnende Ge Fallsucht, die so sprach, oder waren es fester Wille und klare Ueberlegung, die so redeten ? Ws lag Alles zwischen den Zeilen! Stand nicht darin : &Jch weiß, daß Du mich liebst ich lieb? auch Dich ! Wir gehören zu einander!" Medon griff sich an den 5!opf. Er liebte seine Frau und voll Zart lichkeit sein Kind. Bei der Erinnerung an sie trat ihm bisweilen wobl gar ein Thränlcin der Vtührung in's Auge. Äh! Welcher Teufel hatte sich einge nistet in seiner Brust ? Er eilte fort. Aber statt seine Wohnung zu schmücken, trieb's ihn wieder hinaus. Er gab vor, daß er in's Atelier müsse. Alle die kleinen Arrangements, die er sich Vorder überlegt batte, schienen , ihm jetzt gletchgiltig. zwecklos, überflüssig. Seinem künstlerischen Geschmack, seinen besonderen Launen hatte er einen Aus druck geben wollen, noch allerlei Ein käufe machen, mit ihr Eugenie- pla nen, wie's einzurichten, aufzustellen sei. Jetzt dachte er nur, wie er Elisabeth erfreuen, beschenken, dadurch ihr Herz gewinnen s könne. . Die größte Summe war klein in seiner Borst:llung daß 1 es kür sie sei und Alles war plötzlich zu
lostspieltg, solern es uugeme renar. Schmuck und Gewänder sollten Jene zie ren. Der Preis war gleich. Ganz wollen, oder verzichten!" Immer wieder
borte der Acann Die Worte. Das Mädchen erschien vor seinem Blicke. Ihre schlanke Gestalt, ihre Bewegungen, ihre Blicke, die unverdsr benen Reihen ihrer Zähne, ihr Ernst, ihr Lächeln, ihre Jugend Noch an demselben Tage schrieb er in einer Postanstalt einen Nohrpostbrief : Ich empfing Ihre Antwort. Ich danke Ihnen! Da ich sein will, was Sie wünschen, muß ich Sie sprechen. Ich komme heute um dieselbe Zeit. Wei fen mich nicht av. ty stehe te an. M. Und er reichte das Couvert in den Schalter und eilte nach Hause zurück. Während er fort gewesen war, hatte Eugenie in der neuen Wohnung sorgsam sich umgethan. Schon faßen die Gardi nen, die, Fußboden blitzten. Alles war fe hübsch neu, vornehm, so wohnlich und so ehrbar ! Ja, ein Glanz der Ehrbarkeit lag um sichtbar über den Dingen ; und sie, sie felbst i ihier demmhvollen Liebe zu ihm. ging umher, und obgleich ihr Herz in Feuer brannte, unterdrückte ihr edlei Sinn jede Aeußerung. Er käm von selbst wieder zu sich. Widerspruch, Vorwürfe würden ihn reizen. Sie wußte genau,. was ihn beschäftigte. Es war nicht das erste Mal. Aber sein Herz gehörte doch ihr. Freilich Kämpft hatte sie zu bestehen Schmerzen ertrug sie, für die es keinen Namen gab. Auch das Kind hielt sie entfernt von ibm. Papa ist nicht recht wohl! Komm, Genie X Sei hübsch ruhig und artig." ' Und die Kleine ging und sah ihn mit ihren seltsam schönen flehenden Äugen an. Und er verstand, was in seinem Weibe vorging, und Ä!esjer, glühende, saßen in des Mannes Brust. Er hätte vor sie hinstürzen mögen, ihre Kniee umfassen ! Und er wußte, wenn er es that, war Alles gut. Diese Thräne der Frew de, die sich aus ihrem Auge lösen würd, hatte tausend silberne Punkte. Sonnen, die ihn anzogen und nicht ließen, die ibn kräftigten, ihn zu sich selbst zurückbrachten. Aber er vermochte nicht zu lösen dit Bänder, die um seine Brust lagen und er schwieg und ging ! Kommst Du zum Abendessen ?" hörte er hinter sich noch ihre sanfte Stimme. Sie fraate. ob er komme k wie wollte nicht einmal sagen: Bitte, komm! Mem Herz verzecht. Ich we,n, brauchst mich, und ich, ich brauche auch Dich !" Ja, ich bin in einigen Stunden zu. rück." Aime!" Nun hatte sie doch nicht die Kraft, ihn olme Abschied zu lassen. ..Aime!" So viel Schmerz. Demuth und Liebe lag in diesem Wort, in diesem siehenden one. Liebe Euaeaie !" Er nickte ihr freundlich zu, aber etwas Fren-.des, so ganz Fremdes lag in seinem Bl'ck. Nun schloß sich hinter ihm die Thür. Als Medon das Zimmer von Elisabeth Ney betrat, stand sie unbeweglich da. und als er stürmisch und nicht Herr sei ner Empsindungen auf sie zueilen wollte, winkte sie ihm mit stummer Miene ge bieterisch ab und trat zurück. Unsere Unterredung wild kurz sein, Herr Medon!" begann sie, athmete ties auf und legte, gleichsam um Kraft zu gewinnen, die Hand auf die Vrmt. Ich gestehe, daß ich Sie liebe. Ich lubt Sie so unbegreiflich beftii, daß ich seil der Stunde unserer Trennung kein Äuge schloß, und ich darf es sagen und wenn ich unglücklich bin durch den Tod meinet Mutter, der Einzigen, die mir im Leben nabe stand, mir Alles war und mir Alles, gab. wonach mein Herz verlangte, so bin ich jetzt zehnfach unglücklich durch diese unselige Liebe. Ich bin ein Weib und widerstandslos, wenn ich in Ihrer Nähe mich befinde. Deshalb webrte ich Ihnen, sich mir zu näbern. Ich erinnerte Sie in meinen feilen' daran, daß Sie ein A!ann und daß es an Ihnen sei, mich nicht in Ver suchung zu sübren. ?leüe, Qual, Un glück muß enlstehen aus solcher Liebe, nicht zu gedenken, daß Sitte und Ehre verbieten, daß wir einander gehören. Ich würde glücklicher sein, als je ein Mensch, der geboren ward, wenn ich Ihr Weib sein dütfte. Da dies aber un möglich, so wollen wir nun als gute Freunde von einander scheiden, überwin den, vergessen und beklagen, daß daS Schicksal es anders beschlossen hat, als unsere Herzen. Und nun stehe ich Sie an : Aerlaffen Sie mich rasch! Nein, nein, ich bitte, blicken Sie mich nicht so an. Haben Sie Mitleid! 'Ich that ihncn nichts Sie lieben mich ja. So seien Sie aus Liebe barmherzig !" Aber nach dem Schlüsse dieser Rede tvar's auch mit der künstlichen Fassung ves Mädchens am Ende. Und da eilte er auf sie zu und nahm sie in leine Arme. Er küßte sie auf die roiben Lippen und siel vor ibr nie der. Statt vor dem Madonnenbilde in seinem Heim, knieete er vor ihr. umsinz sie mit seinen Armen, richtete den glü henden Blick empor und rief: Ja, ich liebe Dich und wie Du willst, so soll es sein! ' Du wirst mein Weib!" . - Sechs Monate dauerte der furchtbar schöne Nausch ; dann meldeten die Blät ter das End?. ' Er fand nicht den Muth, seinem Weibe das entscheidende Wort zusagen, welches sie trennte, und sie wollte nicht weiter .leben in der Sünde. w'y: : :-t' Und da beschlossen sie zu thun, wo durch alle rasenden Flammen sich aus löschen keine Ji keine nagenden Gedanken, kein quälender Schmerz mehr auftauchen, ?!uhe, fanftes Vergessen er sökgt, und war's auch eine Hirn melschreiende Sünde gewesen gegen die Treue M'.,HDWM'MW Die Zeitungen meldeten kurz und büw 1?;af r-ym ' . ' ., -" '!!"'',"' !, V ''!!!!'l!, ! " Bereit? feit drei Tagen wird ein hiesiger Maler vermißt, der erst vor kur ter Zeit aus Brüssel hierher gezogen war
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TX.7XXIS.V&SS& Unsere Auswahl von Q&t and eine Woynuna am Ztoppenptatze ge miethet baue. Die Umstände laffen ei' nen Selbstmord vermuthen." 2. Im Canal fand man ein jungeö Mädchen, anscheinend den besseren Stän den anehöri. Die angestellten Ver suche zur Wlederbelebunq waren vergeblich. Sie wurde nach der Morgue ges Lasst." . Niemand ha je erfahren, was aus dem Maler Medon geworden ist. Ei ist verschollen Z Lebendig. todt ? Für Eugenie und sein Kind ist er jedenfalls lod: für immer! Frau Medon ging mit ihrem Kinde in ihre Heimatb, Brüssel, zurück, nachdem sie Allts verkauft hatte. Gute Bcrmo zensverhaltnisse enthoben sie den Sor gen. Als Medon nicht wiederkehrte, er kündigte sie sich unter der Hand nach Eli sabeth Ney. Die Auskunft, die sie er hielt, bestätigte ihr Alles! Und sie nahm das Bild des Mädchen, das sie unter ben Papieren ihres Mannes gefunden hatte, und senkte es mit einem unbeichreiblichen Blick in die Flammen des Herdes. Die kleine Eugenie stand dabei. Das hübsche Bild verbrennst Du, Mama ! Z" fragte sie und guckte in dem schwarzen ttletde mit ihrem blassen Gestrichen zu ihrer Mutter empor. Die Frau erwiderte nichts ; sie be tvegte nur, stumm bejahend, den Köpf. Zer aber das grenzenlos traurige, einst o schöne Antlitz hätte sehen -könnt,' der ,ätte weinen mögen. Allerlei Lachen. Daß daö Lachen eine gesunde LeibeS ubuag ist, den Umlauf des Blutes be tchleunigt und die lebhaftere Mischung der L.binsgeifter verursacht, ist eine alre Sentenz; ein aroaymer Schrrftstel ler des vorigen Jahrhunderts bedaup' lete sogar, daß es gar keinen kräfrigen Ürorcismus" gebe für jene schwarz blauen Teufel, die nur gar zu oft unse ren stetblichen Körper besitzen, wie in ei nem Banne, den ein ganzes Konklave von Kardinälen ausgefertigt hat. Nach diesem von derWeser-Zeitung" au?ge grabcnen Gewährsmann giebt es fo mancherlei Arten des Lachens, als es Gegenstände giebt, die unsere Muskeln reizen", welche Arten sich indessen unter die Kategorien des Kichern", Grie nenö", der Pferdelache", des verhalle nen" und des herzlichen Lachens" un tsrordncn lassen sollen. Das Kichern" hißt es ist ein in der Geburt ersticktes Lachen, weil man sich nicht am rech ten und schicklichen Ort befinde:, um es zur Welt zu dringen. Dergleichen Fehl 'geburtcn fallen sehr oft in der Kirche und an anderen öffentlichen Orten vor. Das Grienen soll den Mädchen eigen sein und von einem gewissen Muchwillen in den Muskeln des Lachens hcrrühren. die g:rn tanzen wollen, wenn ihnen auch nicht g pfiffen wird ; es ist indessen ein sehr gutes 'Verwabrungsmittel wider die Bleichsucht. Die Pferdelache ist eine höchst fürch terliche Nachahmung der rohen und natürlichen Lache und entsteht oft in öffentlichen Berlammlungm, zum großen Schrecken der Redenden. Das verhal tene Lachen in der Gurgel ist ein sehr unart'ger Mißbrauch ihrer Fähigkeiten und eine unnatürliche Uebertragung des eigentlichen Geschäfts der Bcutt an die Gurgel; es kommt .öfters daher, weil man lange, gedrechselte Halstücher trägt und zärtlich besorgt ist, daß sie durch die Erschütterung der Brust und der Seiten aus den Falten gerathen mögen. Das herzliche Lachen endlich ist von allen das gesundeste, und ich bewundere gar sehr die Weisheit unserer Borfahren ruft unser Anonymus begeistert aus welche besondere Spiele erfanden, um eine so nützlich: Leibesübung zu befördern, Spiele deren Verbannung auS der feinen Welt mehr schuld ist. an den VapeurS unserer modischen Damen", als der Thee, dem man ! oieS Unheil so oft in die Schuhe schiebt. Zum Schlüsse seiner lachhaften Heilgy:nnastik" em pfiehlt unser Gewährsmann eme löbliche", Wiederherstellung dieser Zeitrer treibe und Lachspiele, indem er sein Leser an : daS alte .Sprichwort erinnert : ache. so wirst Du fett! : : ' JDTcii3iiiiiitl;sti"ii'ni51 ' i i i- . !-. .. ' lt. .'rL.,- .ly 'lt "' rsJii'-trr-i ' ?' ' 92 Ost Washington Str.,, ,, 'S' i'i "i, , ;; '!';. ' . ' .'. B. ' : t j it" ri':"i -!:" I o ir,r Mci l acher. ?:.'7T,,j:i:l.;'ti.:.:i.:;'l, ' -il'. : ' - 3Vn;t-i;;. ,, Eigenthümer ; jWr.
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