Indiana Tribüne, Volume 15, Number 259, Indianapolis, Marion County, 5 June 1892 — Page 2

Was einem Schauspieler pasfire 5an.

Wohl fetten ist es einem Secrctär so schlecht ergangen wie dem Sccretär .Webe?" im Präsident", welcher vor kurzem im Theater einer Provinzialstadt aus im weltbedeutenden Bretter kam. Der unglückliche Weber hatte dabei auf der Bühne, wie es die Rolle vorschreibt, mit einem Buckel" zu erscheinen, und er erinnerte sich hirean erst, als er sch.m auf der Bühne stand. Als gewandter Mann aber geht er rücklings zur Cou liste, wo der Inspizient in Hemdärmeln steht und den Statisten einschärft, sich nicht so dumm zu benehmen, und ruft diesem zu: Um Gottes wrnen, rasch einen Buckel!" Der Inspizient hat nichts Geeignetes bei der Hand, zieht deshalb m ker Noth die Weste aus und stopft sie dem Weber unter den Rock. Toch Jammer über Jammer! Tc? Inspizient hat vergessen, den Schlüssel, die Uhr und die Kette, an welcher noch zwe, Schücnthalcr hingen, ferner einiges Geld aus den Taschen der Weste 'zu nehmen. Bei jedem Schritt nun, den der unglückliche Weber that, klimper ten diese Dinge eine eigene Melodie. Weber war in Verzweiflung, der In spizient nicht minder, denn er befand 'ich wegen semer Uhr m emer wahren Höllenangst. Da spricht Weber: ....man U hauptct. in solcher Hülle könne kein ehrlicher Mensch stecken!" Kling, klang! und einige Sllberftücke lagen auf der Fite. Das Publikum lacht. Weber ist der Verzweiflung nahe. Der Jnspi jicnt reckt seine Hände in die Scene und ruft: Geben Sie um Gottes willen acht auf die Uhr!" Unglückliches Vor urtheil," sagt die Landräthin", da iällt Weber ein Schlüssel aus dem Buckel. Erneutes Gelächter. Erregt sagt Weber: Glauben Sie mir, ich bade schon so manches Weh dadurch er litten." Krach! liegt die Uhr in Splitkern sammt den Thalern neben dem Schlüsicl und den Geldstücken. Der Inspizient stürzt in Hemdärmeln hervor und schreit: Jesus, Maria! Do legst Di nieder! Trampelt der Esel wie a Elephant auf meiner Cylinderuhr her um!" Der Vorhang fäüt, einige Knalker beweisen, daß auf der Bühne jetzt in allem Ernst mit den Handen agirt wird. Stürmisches Bcifallrufen im Publikum. Wieder hebt sich der Vorhang, und Hand in Hand, die Wangen hochroth zefärbt? treten die Beiden, holdselig lachend, vor die Lampen, um sich unter vem dröhnenden Gelächter des Pubkikums zu bedanken. Ja, ernst ist das Leben und heiter die Kunst. Erkenne Dich selbst. Die Jll. Ztg." bringt unter der Rubrik: Erkenne Dich selbst" einige Fragen zur Selbstcharakteristik, die von bekannten Männern und Frauen beant Vortet werden. In der legten Nummer betheiligt sich die Heroine Clara Ziegler in Berlin an diesem amüsanten Frage und Antwortspiel in folgender Weise: DcimLieblingseigenschaftcnamManne? Tharaktersestigkein, Gemüth. Verstand, umor. Diene Lieblinzseigenschaf ten am Weibe? Häuslicher'Sinn, An muth, seines Gefühl. Verständigkeit. Deine Lieblingsbeschäftigung? Ausübung meines Berufes. Studium des Wahren, Guten. Schönen. Deine Me von Glück? Selbstzufriedenheit, Jesundheit. Welcher Beruf scheint Tir der beste? Der der Menschheit den größten Nutzen bringt. Wo möchtest Du kebm? In meiner Vaterstadt München), zeitweise in Griechenland und Italien. Wann möchtest Du aeledt haben? Jetzt, oder zur rmt des Auqustus 30 I. v. Chr. Deine Idee von Unglück? Unheilbare Leiben. Keliebte Personen überleben. Gott Verlassenheit. Dein HauvtcharaktcrtUg? Streben nach Unabhängigkeit. Deine Lieblinasschriststeller? Grillparzer, Goethe. Schiller. Sticler. Deine Lieblingsmaler und Bildhauer? Ra fael, Cansva. Deine LicblmgNom poniften? Schumann. Mendelssohn Bartholdy, Beethoven, Wagner (bfc dingungsweise). Deine Lleblingsfarbe und Blume? hellblau. Veilchen. Lieblingshelden m der Geschichte? Armin. Karl d. Gr.. Friesrich d. Gr.. Kaiser Wilhelm I.. Moltke. Bismarck. Lieblmgsheldinnen in der Geschichte? Maria Theresia, Cornelia, die Mutter der Gracchen. Lieb lingscharaktere in der Poesie? Jphige nie, Sappho, Antigone, Medea, Wal lensteins Thekla, Max Piccolomini. Deine Lieblingsnamen? Siegfried, Achill. Armin, Anna. Frida. Welche geschichtlichen Charaktere kannst Du nicht leiden? Die tyrannischen und hermtuckizchen. Welche Fehler wurdest Du am ersten entschuldigen? Die in Folge angeborener Schmachsinnigkcit und mangelhafter Erziehung begangen werden. Teme unuberwmdiiche Ab Neigung? Rohheit des Gefühls. Leicht sinn, Steinkohlengcruch, übelriechende Speisen. Wovor furchtest Tu Dich? Vor salfchen Acenschcn. Liebungs speise und -Trank? Zahmes Gcfiügcl, , gebratenes Fleisch. Chakeau Larose.' Dein Temperament? Sanguinisch-cho lerisch. Neigung zur Melancholie. Dein Motto? Utat sei der Mcnfch und ?lmg nnt sich selbst. Zerstreut. Professor: Ach, verzeihen 'etc tausendmal, lieber Mül ler. daß ich nicht eher grüßte. Ich war im Zweifel. Bon weitem glaubte ich. es sei Ihr Herr Bruder; dann meinte ich. Sie waren eS; und nun w es doch. wie ich sehe, Ihr Herr Bruder. Sie sehen sich aber auch zu ähnlich! G u t m ü t h l g. Rce, har'n Se erscht hamm e mtrMnn Wler umgeschmissen, dann ham:n , Se mir mit der Zigarre cn Loch in'n Rock cc brannt, und seht hamm Se mich cnnen alten Filz geschimpft wenn, Semu noch ecn Wort sagen, sei)' ich mich an 'neu and cren Tisch l"

Ste emaneipirt slch

Moderne Jraueotzp vsu A. Z. m r I, ,., . f. i Rudolf Bochow schritt abgespannt und hungrig seiner 'Awynung ju. Lmu.jm .l. lt. 11 VT" J. M V tf I Ti.S5T Z den. freundlichen Züge, während er sich ausmä re, w)e woyng e mi pm zu Hau,c sein wurde. .eme Gattm ernwng ihn freundlich aus der schwelle und hals , hm den engen Gchrock ablegen und m den weiten, warmen Echlazrock schlupscn. Weder eine sammlung noch eine Vorstandsntzung ihres Vereins fand heute statt das muhte er ganz genau und . , konnte er sicher lein, emen gemüthlichen Abend zu verleben. Gcwin aus dem Tch stand schon die Abendmahlzeit bereit. die er sich, von der sorglichen Hausfrau oedkmt. treulich munden ließ, denn er hatte nnen Bärenhunger. Die Kinder. die schon ihr Andsuppchen gegebn. boten ihm den üblichen GutenachtkuV und liefen sich von dem Kmdcrmadchm irt?3 ! bringen. Und friedvolle stille herrschte und die von der Be . E . f.. 1 UuAu Vll &amam ruf niu. r 1 1? F im bchaalichen Hern: Ruhe und Erholung. l Stillvergnügt lächelte Herr Bochow vor sich hin. Jetzt steckte er den Drücker ms Schlon. um die Eorndorthur zu ' Ä onnen. Was war das ? Lautes schreien und Wewen von zwei Kinderstimmen hatte mit dem lieblichen Bild häuslichen StilllcbeuS. das noch soeben seine Phantasie so angenehm beschäftigt hatte. Fritz und Paullne. die beiden kleinen vier- und sechsjährigen Kinder des Hau scs, käkbalatcn sich auf der Erde herum. Im Zimmer selbst der gräßlichste Wirr warr. tlihle lagen umgestürzt am Fußboden, daneben die Scherben einer 5?assectasse und emcs Kuchcntcuers, ferner Sophakissen, Kleiderbürsten, Damcnstiefeletten Strickzeug u. f. w. im lieblichsten Durcheinander. Auf dem Tisch stand noch das Kafseegcschirr vom Nachmittag. Von irgendwelchen Vor berntunaen für sein Abendbrot war keine pur. Rudolf Bochow stand einen Augen blick starr, der lächelnde Ausdruck seiner Mm hatte sich jäh m unmuthiges. äraerllches Staunen verwandelt. Nun trat er an ferne Kinder heran. die sein Kommen gar nicht bemerkt zu haben schienen. Aber Frik! Pauline!" rief er, sie scheltend an. Die Küider sprangen ans und wandten sich dem Vater zu' Pauline mit ..a. rl.' olt, .u schrecklich zerzausten Haaren, Fritz mit hochrothen Wangen, me deutliche Spu rcn von der älteren Schwester Finger nagel auswiesen. .Wo ist Mama?" herrschte er die beschämt vor ihm stehenden Kinder an. .Mama ist fort schon seit einer halben Stunde,- antwortete scm Töch tercocn. .Fort? Aber das ist doch " Er unterbrach sich, trat zur Flurthür und rief: Auguste!" Die Gerufene, ein dralles Wochen mit bleßen, kräftigen Armen, einen hölzernen Kochlöffel in der Hand, stürzte ellig herbei. Ach Gott, der Herr!" stien ne be stürzt hervor. .Wo ist meine Frau?" fraate Herr Bochow und seine Stirn zog sich m smstere galten. i'myurn i(1 uhs; rviiu, vus sie dem öerrn aufgeschnkbm. Aus dem 11... : r, l ic3 0" wie lieg. Rudolf Bochow biß sich auf die Lip pen. Und was ist das hier für eine areu liche Unordnuna? Warum sind Sie Mcht vtt den Kmderni" Ich ich koche ia eben die Suppe ! für die öiinder. Jekt um halb neun? Eine nette Wlrthschatt!" Das Mädchen zeigte eine gekränkte Miene. Werni ich doch der Madam beim An ziehen helfen munte!" Herr Bochow suhr sich mit der vand : . . . - l i uoer oic mn. Es ist gut!" sagte er etwas milder. Geben Sie den Kindern zu esien und l: r' et. ,

w "" U ü' Was war aus dem munteren, nschm lichtn semes häuslichen yeerdes. km Mädchen geworden? zufriedenes Lächeln verklärte seine mtl m.,. 1;,! r..,?,.. ut ita.

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vvV44 !Le. aus der andern ein paar flttchtia bmae t ' M 4 i - f 1 . t j - " iiiRcuc eucn von oer Dcino iklner Frau: Lieber Rudolf! Werde plötzlich' zu unserer Nerelnsprüsidentin gerusen. Bornandssinung. Denke Dir. die Meyer, die für übermorgen den Vor trag über die Emanzipation des Weibes" übernommen hatte, bat vlök lich abgesagt. Irgendwelche Kabalen! ßinbiiI sz? WnihlKUAleit ttrtt,! u(vB)im. v.v w pv uii4ijiiitnivu uuimlich! Woher nun so rasch eine andere Rednerin nchmen? Aerctung wird wahrscheinlich lange dauern. Warte nickt aus mich! n (fjs t'tn hslr . y . ' I - .... ... lAnl-lto. I rtrffiniiM Ml'ii.itfi mit 5ir da 9fnÄdftrM f.rr.n " T"" XVIIVIII w frnAnnelit! cine ttnnstan.' Guten Appetit! Rudolf Bochow ififMp riwtmU in k& ftjn, anhc t&t iSmrÄY btr Spi Petit vergangen. Es war a nicht das erste Mal. das; die Vereinsthätigkeit seine nrau binderte, iüre Nünorae ihrer Häuslichkeit zu widmen und dan ihm beim Nachhausekommm statt ge - müthlicher Qrdnuna und Bebaalickkeit ein wirres Durcheinander ' empfing, Nur war er gerade heute ganz unvorbereitet gewesen und müder , und abge fpannter als gewöhnlich. - -.:,: - .. Wchzerid sank er in den Sessel " vor dem Schreibtisch nieder und starrte nachdenklich , vor sich hin. Mechanisch r. .. v ' : . t , .. 1 ' zireaie er 01c ano naq ocir oewen' Vbotoaravüien aus. die in ,ierlicken i ,Sfthrahmm ,vor..ihmOänden.,,S

Bilder stellten Constanze dar, das eine

als zunaes Mädchen, mit hsLcn, frischen Augen, frobgcmuth in die Welt blickend. das reiche Blondhaar in dichten fflcch VV itlUJV VIUIIWUMUI Hl fjivujipn snt hnB, ankere aU Strstii mi, dem Kneiser auf der Nase, das ' kurz geschnitten. stand hatte diese Umwandlung zu weqe gebracht? War eS die kinderlose Zeit der ersten drei Ehejahrc, während mi$tx die junge Frau, da ihn seine Beschästigung den ganzen Tag außer halb des Hauses festhielt, sich ost über Einsamkeit und Langweile beklagt hat. te j a Cbcr ar f das böse Beispiel ihrer Freundin, der Präsidentin des Vereins Gleiches Recht, das so unheilvoll auf Constanze gewirkt ? g fflfe ber same Mann fast regungslos und sann über diese Frage mie cx m x m emu Aschen Widerstand geleistet und (Ion t Un mmi -in Un und der Frauenrechtlerinnen nicht gestattet, alle unannchmkichkeiten. die daraus solqtcn. föstrm m spart geblieben. Äber ft m Qu al ' daß Con- ' r stöRcs Betheiligung an der Vereins ,v i,rfnmit i ntt lt V i- V 1 V genommen, eine sole ?raaweite für K,sjaltl,na seines bäuslicken Lebens k)en würde? Zum Unglück hatte n S1r&ru uiuii v,viiiuiijh umu tivi g -vyuri.s,; mrrin& tmnnnt imh mhmk ihrer neuen Pflicht mit so ganzen Geschlechts von der Ersüllung derselben ibhinge. (vs war bereits 11 Uhr. als Frau Constance von der Vorstandssttzuiig heimkehrte. befand sich, wahr fchcinlich unter der Nachwirkung der stattgehabten Debatten in großer Erre qunq. Ihre schmalen rangen giuy' tcn, ihre Augen blitzten unter den funkelnden Gläsern ihres goldberänderten Plncenez. Ah. noch ans!- nef sie aus. als sie beim Eintritt in das Wohnzimmer ihres Gatten ansichtig wurde, der die Hände auf dem Rücken, stumm aus und ab schritt. Ich glaubte Dich längst zu Bett. Er blieb mitten im Zimmer stehen und blickte mit schmerzlichem Gesichtsaus druck zu ihr hinüber. Sie legte Hut und Mantel ab und war noch so ganz von dem. was sie an dem Abend innerlich be schastmt hatte, m Anspruch genommen. daß sie den ungewöhnlichen Ausdruck in feinen Mienen nicht gewahrte, ja, sie vergaß sogar ihm zum üblichen Bcwill kommungSkuh die Lippen zu bieten. ZT? 2l Abston chnur ch:es lcideo war !o-ge-(XLm v. M A 7i & Am A fZit Jfm f 4 4 A trennt und ein Stück davon schleifte zer saiert am Futzboden nach. Ter Kra aenbesatz am Halsausschnitt war un sauber und seit lange nicht erneuert. ihre Finger zeigten haplche Tmten flecken. Mit Bitterkeit und stiller Betrübniß nahm er davon Notn. Welch e,n Ge gensatz zwischen dem unmuthigen. adretten, mn tadelloser Sorgfalt ge kleideten Mädchen von Cinst und der Frauenrechtlerin von Jekt. die ihm in diesem Zlugenblick zorniger Erbitterüng 1 flIA i$ A.f A.- XrtM flAAAlUlt lllll .UUUllUlUl UU3 Util ..(JllvU" den Blättern" vorkam. Ich habe mit Dir zu sprechen, Con stanze," redete er sie, ihr näher tretend. mit ernster stimme an. Aber sie hörte gar mcht auf ihn. son l "tiu v- v vw W. fvv-tiVsnfJi rtA tt it ff frlrtt t irltt ?.,.Z?N fi?vVNV "M"??' ". LS"irgmd eines Grundes. Natürlich man kann sich denken: ferne Unterwerfung unter das Machtgebot des Mannes. Schmachvoll!" Sie nahm den Kneifer von der Nase und rieb mit dem Taschentuch heftig an den Gläsern herum. Constanze, ich ich finde, daß Herr Meyer" Cie lien ihn nicht ausreden. Cm pörend ist die Rücksichtslostgkelt." fuhr sie in ihrer ungestümen Weise fort, die übernommen, absagt. Natürlich, die reme Bosheit von . ihr und ihrem Ehe tyrannen. Aber, sie haben sich Beide I in hic yArpirnc nÄhb ilickk sie ,u ikrem Gatten hinüber, der sich aus die Lippen bin und unwillkürlich einen Schrü zurücktrat. Wie? Tu wolltest stieb er hervor, während ihm das Blut in Wangen und Stirn schoß. Den Vortrag übernehmen frei M vollendete sie stolz, voll Sclbstge 1 mm. I . , . r FX. V c7 V W E il sl? Tnch. . I IIv.L( Erregt schritt NudolfBochow im Zim I ;' 1( I - " 1 wer aus und ab und bemühte sich, den der m Jhm üWtto Mm tcrit. vui m Ufflt . und crccotm - lhr ff'uno. uuyw uuu -u 55 be nU us den rechten Weg zurück zubringen. - - Dazu gehörten Ruhe und geistige j Klarheit. Er glaubte endlich, das nöthige in nere Gleichgewicht wieder gewonnen zu haben, als Constanze von ihrem Buch ausblickte, mit . dem Bleistift, mit dem sie sich auf dem Blatts Papier Notizen machte. : ein paar mal auf den Tisch ausklopfte und ihm stirnrunzelnd zu rief: Rudolf, willst Tu nicht lieber zu L-'-vaAi ..t rrs.. x.n .rjf. rs: iytus muu;ii um r, nem Herumlaufen ganz nervös".

Rücksichtslosigkeit, die darm liegt, dap sie; uns fo kurz vor der großen Ber sammluna. für dZe sie den Vortrag

rung unterbrechend, willst Du Dich

mcht auch niederlegen?Ich'?" sie zuckte entrüstet mit den Schultern. Wo denkst Tu hin? Ich habe zu arbeiten". Zu arbeiten?" Er bemühte sich, seiner Stimme einen möglichst gleichmüthigen Klang zu geben. ..Jeht zur Nachtzeit? Was ist denn das für eine dringende Arbeit?" re machte eine Bewegung der im geduld. Na höre mal", fuhr esHr ärgerlich heraus. Wie du nur so so thöricht fragen kannst! Ich shz;,re die unnM meines Bortrags und da ich ihn, wie du weißt.schon übermorgen halten mutz, so habe' ich alle Ursache, mich zu beeilen." Du willst also wirklich den Vortra halten V Er blickte ihr ernst und ruhig m s Auge. ..Aber natürlich:" entgegnen? sie scharf und entschieden. ..Ich habe mich dazu verpflichtet und ich halte mein Wort. Denkst Du, ich mache es wie die Meyer ? Er that, als ob er die lekte. in etwas spitzem, spöttelndem Tone gehaltene Frage nicht gehört habe und fuhr immer mit derfelben Ruhe und Gelassenheit" fort: ..Hast Du Dir auch über legt, dan Du in dieiem Falle Deine häuslichen Pflichten, die doch für eine verhenathete Frau obenanstehen. würbest vernachlässigen müssen?" i? rümpfte die Nase und verzog den Mund. Häusliche Pflichten? Für die Kinder ist Auguste da und für die Küche Minna." Sie umiante ihren Blei stist und blickt vom Neuen in ihr Buch. Und nun bitte, laß mich!" Er aber trat dicht an sie heran, ent wand ihr den Bleistift und sagte in ruhiger, aber entschiedener Weise: Tu gestattest, dak ich Deine Auf' merksamkeit noch ein wenig in Anspruch nehme." Sie blickte erstaunt, geärgert zu ihm auf und eine zornige Entaeanuna schwebte ihr auf den Lippen.'Aberkals sie IN seine mit sehr ernstem und unaewohnlich strengem Ausdruck auf sie ge gerichteten Augen sah. senkte sie schww gend den Kopf. Hältst Du es denn nicht für eine Deiner heiligsten Wichsten, Constanze," fragte er, wieder etwas milder, aber doch eindringlich. Dich selbst um das geistige und leibliche Wohl Deiner Kin der zu bekümmern?" Sie lachte schrill auf: Na, weißt Du," entgegnete sie spottend, dieser feierliche Ton! Für Pauline's Entwikkekung sorgen die Lehrerinnen in der Schule und für Fritzchen's geistigc Wohl genügt wohl vorläufig Auguste vollauf." Er zuckte zusammen, seine Augen flammten und es hatte den Anschein, als würde er endlich feine ruhige Ge lassenhcit aufgeben, aber er bezwäng auch diesmal den in ihm aufsteigenden Zorn. Er seufzte tief auf und' sagte: Und ich hast Tu nicht Pflichten'gc gen mich?" Sie zuckte wieder spöttisch mit den Schultern. Pflichten gegen Dich? Was soll ich darunter verstehen? Soll ich Dich vielleicht auf Schritt und Tritt behüten, und hinter Dir her sein wie hinter einem Baby?" Er schüttelte mehr schmerzlich als im willig den Kopf. ..Als Du Dich verhcira thctest. hast du gewußt das; Du nun in allcr Zukunft in erster Linie, nein, aus. schließlich alle Deine Kräfte und Deine Zeit Tcinem neuen iBcrufe zu widmen haben würdest., Tcinem Berufe als Gattin und Mutter." Er fah sie erwartungsvoll an, sie aber verzog geringfchätzig lächelnd den Mund und entgegnete, ohne sich eine Sekunde zu besinnen, schlagfertig: Be ruf als Mutter und Gattin? Einen solchen Beruf giebt es gar nicht. In erster Linie bin ich Mensch und ich habe auch Pflichten gegen mich." Ihre Erregung und Lebhaftigkeit wuchs und sie sprach mit erhobener Stimme, alZ stünde sie auf der Tribüne: Wir Frauen von heute sind es müde, immer und ewig nur als Anhängsel des Mannes zu gelten und uns widerspruchslos in die recht-und wehrlose Lage zu sü gen, die ein veraltetes Gesetz.' eine ver altete Sitte uns anweist. Wir wollen auch thcilnchmen an der Lösung der großen Fragen der Zeit. Wir vcrlan gen volle Gleichberechtigung mit Euch und die Freiheit, die uns " verliehenen Kräfte im Kampf des Lebens bcthAigen zu dürfen. ' Wir wollen uns nicht immer aus die Küche, die Kinderstube und den Strickstrumpf verweisen lasscu. Wir erklären uns als mündig und eh mm das Recht in Anspruch frei über uns selbst bestimmen zu dürfen. Und nun " sie ergriff mit energischer Bewegung den Bleistift nun lav mick an meine Rede denken. Er war sehr bleich geworden, ein lei ses Zittern durchfloz seine höh:, breitschulterige Gestalt. Doch er raffte sich auf. Seine Brauen zogen sich finster zusammen, dicht an seine Frau heran tretend, faßte er sie mit festem Griff am Arm und sagte gebieterisch: u wirst diese Rede nicht halten, ich vcr biete es Dir, Constanze. " ' Sie schnellte empor und außer sich. !n maßloser Heftigkeit schrie sie ihm mit gellender Stimme , zu; Tu verbietest es mir? Aha! Gelüstet es Tich den Herrn und Gebieter herauszukehren? Mir imponirt das gar nicht. Ich bin ein Mensch wie Tn und ich habe wie, Tu das Recht zu thun, was ich als richtig, was ich als meine Pflicht erkenne. Oder willst du mich vielleicht zwingen mit Gewalt. , Ich bin ja nur ein schwaches Weib und Tu, ein starker Mann und das Gesch. das famose Gesetz, das Ihr Euch , so schlau für Euren Gebrauch zurecht , gestutzt habt, giebt Tir ja das Recht dazu. ,,So - sie blickte ihm mit einer herausfordernden Miene rn' Gesicht und kreuzte die Arme über einander ; Ma,'!fi züchtig, mich dock." I Er sah ihr fest, aber äußulich rubia t

tn's Auge und entgegnete: Es liegt mir fern, körperliche Gewalt anzuwcn den. Ich will Dir aber bemerken, daß Tu. solltest Du meinen Wunsch, mein Gcbot mißachten, die Folgen zu tragen haben wirst." Er wandte sich und schritt zur Thür, wahrend sie höhnisch hinter ihm her lachte.

Sie arbeitete noch mehrere Stunden und legte sich dann, angekleidet, aus siÜ iitai ! ffst U n!im v $)s!5 t VU9 wU.'lJU Ui vi'VtJtlJIUIlilU. U am anderen Morgen die Stube betrat, I um zu frühstücken, lag sie noch im uc fen Schlas. Leise trat er vor die Schlöserin hin und betrachtete ihre lieblichen. feingeschnittenen Züge, die jetzt in der Ruhe des Schlases einen sauften. friedlichen Ausdruck zeigten. Alle Liebe, die ihn einst angetrieben, um das schöne, anmuihsvolle Geschöpf zu werben, erwachte in ihm und machte ihm das Herz weich. Lange betrachtete er sie schweigend und seine Mienen zuckten vor mühsam beherrschtem Schmerz. Dann strich er sich mit der Hand über die Stirn und Augen und seine Züge nahmen einen ehernen, entschlossenen Ausdruck an. Es muß sein!" murmelte er vor sich hin. Es ist die höchste Zeit, wenn es nicht schon zu spät ist. So weiterleben unmöglich! Bienen oder er stöhnte tief auf buchen!" Als er um em Uhr zum Mittagenen nach Hause kam, fand er sie am Schreibtisch sitzend und emsig schreibend. Im Wohnzimmer war noch nicht einmal gedeckt. Die Kinder hörte er in der Küche nach der Mama und nach dem Essen schreien. ..Wie steht es mit dem Mittagbrot? fragte er. Doch sie hörte gar nicht aus ihn und er mußte seine Frage wieder holen. Ich weiß nicht frage die Minna!" entgegnete sie kurz, unwirsch. Du siehst.' ich habe zu thun.Ich warne Dich noch einmal. Eon stanze," sagte er ernst. Sä vernünftig! Bedenke, was " 'Sie unterbrach ihn ärgerlich. Ich will nichts mehr hören, nichts, nichts! Ich habe den Vortrag übernommen und muß und werde ihn halten. Und niemand, hörst Du, niemand wird mich daran hindern." Er antwortete nichts, denn er fah. daß mit Worten nichts auszurichten war. Hier mußte gehandelt werden, energisch, mit eisernerStrenge. Schweigend verließ er das Zimmer, um in einer Restauration seinen Hunger zu stillen. Den ganzen nächsten Tag über ging Frau Constanze, mit geringen Pausen, memorirend im Zimmer hin und her. Rudolf Bochow nahm keine Notiz da von. Er aß. da Minna diesmal das Essen zur rechten Zeit auftrug, und be schästigte sich mit den Kindern, die ziemlich vernachlässigt aussahen und die ihm ihr Leid klagten, daß sie sich gar nicht muksen dürften und daß Mama sie jedesmal zornig anfahre, so oft sie den Versuch machten, ein wenig zu spielen. Am Abend kam Rudolf Bochow früher nach Hause als gewöhnlich. Constanze stand, zum Ausgehen fertig. mitten im Zimmer, unter dem Arm hatte sie eine Papierrolle, wahrfcheinlich das Concept ihrer Rede über die Emanzipation des Weibes." Ihre Augen leuchteten in fast sieben schem Glänze, ihre Wangen flammten. Es war das Vorgefühl des Triumphes, den ihr der Abend in Aussicht stellte, das bctauschcnde Gefühl der Ehrsucht. das in ihren Adern gahrte. Ihre Stimme klang heiser, als sie sich jetzt zu ihm herumdrehte: Du! So zei tig heute?" Ich wollte Dir noch einmal vorstellen, in Güte vorstellen bleib, Constanze, ich bitte Tich. bleib!" Ueber ihr Gesicht, das noch eben hell gestrahlt, zog eine dunkle Wolke des Mißvergnügens. Aber gleich darauf zeigte sie wieder eine freundliche Miene. So sei doch nicht so elgenjimttg Nttdols". entgegnete sie sansten Tones: Ich kann doch unmöglich jetzt mehr ab saaen." Bedenke doch, daß es sich um den Frieden unserer Ehe. um das Glück der Kinder handelt", mahnte er. Aber fei doch nicht so wunderlich. Ruvols! Das ist doch eine ganz nnge heucrliche llcbcrtreibung." Sie lächelte ihn an und er. bewegt von ihrer uncrwarteten anstmuth. trat an sie heran, faßte nach ihre? Hand, und redete eindringlich 'in sie hinein: Liebe Constanze, sich Dir unsere Kinder an, wie vernachlässigt, wie verwildert sie sind! Und ich, ich weisi nicht, habe ich noch ein Heim, ha'ie ich noch eine Frau oder nicht.- Eie bewegte nervös die Schul lern und schüttclte'mit dem Kopf. Er aber fuhr eifrig fort: So kann es nicht weiter, gehen, so nicht! Die Frau gehört in's Haus, ihr Platz ist bei Maun uiid Kind und nicht auf dem Markt des Lebens, aus dem Forum. Sie machte sich hastig los. Schon war ne nnt ihrer Sanstmuth zu Ende. Weint Tu. Tu, bist wirklich unaus stehlich mit Deinen Deinen svicßbür gerlichen Anschauungen. Und nun lag mich es ist die höchste Zeit!" Sie wollte sich zur Thür wenden, er aber trat ihr rasch in den Weg. Seine Augen blickten sie sc t, gebieterisch an und seine Stimme klang rauh und cntichleden. Du bleibst!" Sie taumelte erschrocken einen Schritt zurück und starrt? ihn Mit weit aufgcnttwn 9iiir?frr sln. (. P . -wr mmw " ,.ff f W.. .,.- - Du bleibst," wiederholte er kurz Dann schritt er zur Thür, drehte den Schlünel um ,, und steckte ihn in di Tasche; h:s :: "' ; '. , X ,:, X Ah!" , Sie stieß es mit gcifendcm Munde heraus. Ihre Brüst ging stürmisch auf und nieder. Eine furchtbare Ausregung durchglüht: , ihren Körper. Tu Tu ' willst mich einschließen? Mit Gewalt willst Tu mich zurückhaten? j,-,., i v'"!:: Üi,:,;, w. ! '':'; :-, ii: ' i,:,,; : , Mit einem Satze war sie an seiner

Seite und nun rüttelte sie ihn heftig am Arm. Oessne!" kreischte sie öffne! Ich bin keine Sklavin, keine Berbrecherin, die man einschließen darf. Oefsne. sage ich Dir!" Sie zitterte am ganzen Leibe. Ihre Angen flammten. Er machte sich von ihrem Griffe frei und faßte sie an dem Handgelenk. , Oessne!" kreischte sie. ..Nein!" Nichts weiter als dieses kurze, ener aisch gesprochene Wort. Da riß sie sich

mit einer ungestümen Bewegung von ihm los und warf sich mit voller Wucht gegen die Thür und rüttelte an der Klinke und trommelte mit den Fausten gegen die Holzfüllung. Eine unendlich peinliche Empsindung durchbebte ihn. Zum ersten Male fühlte er. wie es sich wie Han und Ber acytung in ihm regte gegen das Weib, das in zügellolcr Wuth, aller Mätzi gung daar. wie eine Furie sich gebärdcte. - 'Constanze!" rief er warnend. So manrn? Dich doch! Die Dienstboten ie aber nahm nicht die geringste Noth von seiner Warnung. Mit erncutem, heftigem Anprall stürzte sie sich gegen die Thür. Oessne!" schrie sie. öffne!" Dann, von einer neuen Idee gepackt. drehte sie sich plötzlich um. eilte blik schnell zum Fenster, denen Flügel sie aufriß und nun drehte sie sich zu ihm um. Lan mich hinaus! oder ich schreie um Hilse." Er erschrak heftig. Um Gotteswillcn. Nur keinen öffentlichen Skandal. Ein helles Schamgefühl durchfuhr ihn. Schon sah er sich und seine Frau in aller Munde. Nasch trat er an sie heran und bemühte sich, sie vom Fenster hinweamnehen. ..Constanze, ich bitte Dich die Schande. bedenke doch die Schande!" Sie aber klammerte sich mit sieben scher Heftigkeit an das Fensterkreuz und ihren Vortheil wahrnehmend, drohte sie: Wenn Du mich nicht augenblicklich hinausläßt, schlage ich die Scheiben ein und rufe die Leute auf der Straße an." Und sie erhob mit entschlossener Ge bärde die geballte Faust. Er ließ sie los, seine Nerven hielten nicht länger Stand. In dieser Art des Kampfes war sie ihn überlegen. Das fühlte er. Ihm blieb nichts übrig, als vorläufig nachnigeben. Er griff in die Lasche und reichte ihr den Schuln. el. Da geh'! Aber das sag' ich Dir; diese Stunde scheidet uns sür immer! Sie stieß einen Triumphschrci aus; aus seine Worte hörte ne gar Nicht. Und nun, ohne Verzug, zur Thür, un tcnvegs die Papierrolle, die ihr beim Ringen entfallen war, aufnehmend und. ohne lich noch einmal nach ihm umzu wenden, hinaus, fort zur Versammlung der Frauenrechtlerinnen. Rudolf Bochow sank erschöpft, völlig gebrochen auf einen Stuhl nieder und verhüllte ächzend sein Glicht in beiden Händen. Am anderen Morgen hatten die bei den Ehegatten eine kurze, inhaltsschwere

Unterredung. Frau Constanze erklärte, während der Elfer des Fanatismus ihr vom Gesicht leuchtete, daß ihr Lcbcn der großen Sache der Frauenemanzipation gehöre und daß Niemand in der Welt sie zwingen könne, dem, was sie als ihre heilige Pflicht erkannt habe, je untreu zu werden. Rudolf. Bochow aber sagte, cr habe nicht gehcirathet. um das Leben eines Junggesellen zu führen. Eine Frau. die ihre Familie vernachlässige, um des Interesses An derer. Fremder willen, tauge nicht zur Ehe. So gingen sie auseinander, öuf.erlich kalt und' glcichgiltig. Herr Bochow leitete unverzüglich die Scheidungsklage ein wegen gegenseitiger unüberwindlicher Abneigung". Frau Constanze fand im Hause der Präsidentin ihres Bcmns, cincr alteren Wittwe, eine Zufluchtsstätte. Die Zinsen ihres in die .Ehe gebrachten Vermögens wurden ihr rege! mä mg ausbezahlt und reichten sür ihre Bcdürfttisc hin. Vier Monate später fand die Schluverhandlung in oer Schcideangclegenhcit statt, zu dem beide Parteien persönlich eingeladen waren. Der vom Richter pflichtmäßlg noch einmal vorgenommene Bersöhnungsversuch erwies sich als fruchtlos. Rudolf Bochow gab alle seine Erlläruugcn in ruhigem, entschiedenem Tone ab. ' Schon während der ersten fünf Minuten hatte cr aus dem ganzen Auftreten seiner Gattin erkannt, daß sie während der wenigen Monate erhebliche Fortschritte auf dem Wege der Emanzipation gemacht hatte. Ihre Gestalt und ihr Gesicht waren eckig und knöchig geworden. Ihr dunkles, sackartiges, ünsanberes Kleid zeugke von ebensoviel Geschmacklostgleit, wie Achtlosigkeit in Bezug auf ihre äußere Erscheinung. Ihre Reden und Gegenreden waren zum Theil in spitzem, höhnendem Tone, zz m Theil in tönendem Pathos gehalten. Die Scheidung der beiden Gatten wurde ausgesprochen und .Frau Constanze kehrte in das Haus ihrer Gcsinnungsgcs nosscn zurück. Friß und Pauline würöen dem Vater zugesprochen, nur einmal des Jahres wurde der Mutter ge, stattet, ihre Kinder bei sich zu sehen. Am anderen Tage nahmen Mutter und Kinder Abschied von einander. Die Kleinen zeigten sich scheu und befangen, die Frau mit den unheimlich suntclnden AugM war ihnen ganz jremd geworden.' Als 'Fran Constanze eine Stunde später in ihr neues Heim zurückkehrte, schloß sie sich in ihrem Zimmer ein und ünc ganze Weile ging sie ernstlich mit sich zu Rathe, ob sie sich für den Abend, zufällig war an demselben Tage eine Versammlung anberaumt nicht durch Krankheit entschuldigen lassen sollte. : ' '. Als ab.'r die Bcrsammlung eröffnet wurde stand , sie an ihrem Platze aus der Tribüne. - Ihr Auge flog aufleuchtend über die dichte, andächtige,, Menge hin welche den Saal bis , zum letzten Platz füllte. ' Das war i)?e Familie jene Frauen

und Mädchen. dievcrtrauenIvoll. glau big wie zu einer Erlöseriu 51t ihr auf

blickten, und die sie s:6) gelobt hatie. aus Noth und Unwisnnhkit, aus Knechtschaft und Unterdrückung zu erretten. Die Klingel der Präsidentin ertönte setzt. ..rau lonstaNze Bochow hat des Wort!" Und ein Ruck ging durch den Körperder Frauenrechtlerin, ihre schmächtige Gestalt richtete sich straff und stolz auf. Schwärmerei und FaNLttsmuZ strahl ten von ihrem schmalen Gesicht, blitzten aus ihren weit geöffneten Augen, und sie hob an zu sprechen, feuriger, berede ter. zündender als zc I. Eine interessante Tkatpartie. Tie nachstehend geschilderte Ckatpa? iie hat den Vorzug! nicht etwa gelegt, sondern thatsächlich durch den Zufall gesägt und gespielt worden Zu sein. AlZ psychologisches Moment ist noch zu be achten, daß die Mittelhand während des ganzen Abends keine einigermaßen an ständige Karte bekommen hatte, und daß der Spieler nun, da er zum ersten Male eine gute Karte in der Hand hatte, bis zum Aeuhcrsten zu g?hen cntschlosien war. Vorhand hat Treff Aß. König, Dame, Bube, Zehn, Neun. Acht. Sie ben, Pique Sieben, Crncau Neun. Mittelhand hat Pique Buben, Carreau Vubm. Pique Aß. Zehn König. Coeur Ah, Zehn. König, Carreau Aß. Sieben. Hinterhand hat Coeur Buben. Carreau Zehn. König, Dame. Acht, Pique Dame, Neun. Acht, Coeur Neun und Acht. Im Skat liegen also Coeur Dame und Coeur Sieben. Mittelhand reizt zunächst auf Pique Solo, und da Vorhand dies annimmt und Null-Ouvert spielen will da5 Null-Ouvert wäre mit der Carreau Neun übrigens gefaßt so erklärt Mittelhand Grand, das nach der Usance der betreffenden Epielpartie NullOuvert überbietet. Mittelhand wird schwarz, und zwer entwickelt sich das Spiel fo: Vorhand spielt natürlich Treff Aß. aus, Mittelhand sticht mit Carreau Buben, wird von der Hinterhand mit Coeur Buben ttbcrstochm. Hinterhand spielt nun von seiner Force ab und zwar Carreau Acht, Vorhand übernimmt mit Carreau Neun, Mittelhand' läßt den leeren Stich mit dem bcwußten Ausruf: Den sollt Ihr auch noch haben'.- und gibt die Sieden zu. Das ist der verhängn! ßvolle Fehler, da sonst das Spiel unmöglich zu verlieren ge wcscn wäre. Vorhand, der jcnt am Stich ist. fordert den Alten. Mittelhand' muß den Grünen zugeben, Hinterhandwimmelt Carreau Zehn. Nun spielt Vorhand seine sechs Treff auf. Mittel. Hand wirft auf die beiden ersten Stiche die beiden Könige zu, Hinterhand die beiden Carreau. König und Dame. Im weiteren Verlaufe wirft Mittelhandganz richtig Carreau-Aß weg, da alle Carreau gespielt sind. Sie behält schließlich sür die beiden letzten Stiche Pique Aß, und da vier Coeur noch fch len. wirst sie auf den letzten Treff, Sieben, das Pique Aß ab und behält Coeur Aß. Vorhand spielt nun ihre Pique Sieben, auf die das Coeur Aß fällt. Mittelhand ist schwarz. Brauchen wir hinzuzusilgen, dah Mittelhand nur mit äußerster Energie davon abgehalten werdm konnte Hand an sich selbst zu legen? Die bösen Zeitungs ch r e i b e r. Im Jahre 1726 wurde in der Ncsidenzstadt Dresden und ande rcn Orten vermcrtt, daß sich allerhand Leute unterstünden und anmaßeieu. Zeitungen zu schreiben und durch deren Versendung in's Land und auch außer halb, darinnen viele falsche und un wahre, mit anzüglichen, vcrgällcicn und die Gemüther verbitternden Cjprcfswmn angefüllte Nachrichten auszustrcnrn, sowie die fremden und aus. wärtigcn Zeitungen, in welchen vielerUi widrige, unwahrhaftige Nachrichten und Raisonnements enthalten, abzuschreiben oder wenigstens zu crtrahircn und hiernach in ihren Korrespondenzen, mit wegzuschicken und öffentlich bekannt zu machen. Da nun durch dieses un geziemend: und strafbare Benehmen Leute, und besonders der gemeine Mann, wie anch.Andere, die leinen Un-, terschicd zu machen verstehen, dadurch irre gemacht, zu falschen Konzepten und Impressionen und zur Unznsric denheit verleitet würdm. so erließ die Skcgicrnttg gegen diese falschen, widrigen oder lonst bedenklichen und verdacht tigcn Altungszchreiber die Tarnung, sich solch? Gebahrens und Raisonn'cmcuts zu enthalten. Wer dagegen han , dclte. sollte nach Befinden mitÄcsüngniß. Verweisung aus der Stadt öder Festungsbau bestraft und sonst mit) Schimpf und Schande belegt werden. In Leipzig, so berichtet das Leipz., Tagcbl.", dem wir diese Notiz entneh mcn, wurde noch ..rill igcndidät der Theologie, welcher Unter dem , Aa mcn Franz von Chrenberg eine Satpre auf Leipzig geschrieben hätte, auf Le benszeit von der Kanzel verbannt. ' Eigenthümliche Beur. theil un g. Frau vom Lande: Gelb -Du der mit der großen Geige j'Baßgeige) ist' der Vefchickteue? 'MaW ter: Ach nein, im Gegentheil, das ist,: der Unbedeutendste von Allen! Frau, vom Lande: Und der mit dem kleinen Geiger! !, Bekannter: Das ' IZltzM ganz tüchtiger Künstler! Frau vom Lande: . Schau, überall , dieselbe Ungerechtigleit; der, Musikant. . der net , viel ' kann, kriegt das größte , Instrument zum Spielen und der G'schiätcst muü Uch mit der ilcinen Geige zusncdcn ge den: " ilii N eidi s ch Na. Kleiner. warum weinst Tu denn so?" Ja, MMüi ter hat mir und dem Hans'n Scnspfla. st er ausgelegt und dem Hans fein ist viel größer als mrinsJfe

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