Indiana Tribüne, Volume 15, Number 252, Indianapolis, Marion County, 29 May 1892 — Page 9

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SOIll iaw Cr)ia QrR'bf. AIS bet cltc Nards fern Ende u nahen fühlte, rief er Lsla, die am Fen fier, das Gesicht gegen die Wand ge kehrt, stand, zu sich heran. Sie richtete ihr braunes Köpfchen in die Höhe und trat mit von Thränen und Staub befteck? tein Gesichte an sein Lager, aus dessen ' anderer Seite Santi, ein weißhaariger Mann, stand. Ein Sonnenstreif siel indieenge Stu, ht, doch reichte er nicht bis an das Bett deS Sterbenden. .Lola," sprach Nardo mit gebrochener Stimme indem er den Kopf seiner Toch ter an die abgezehrte Aruft drückte. Lola, gelobst du es mir?" Weiter sprach er kein Wort. ES war dieS der Abschluß eines langen, alltäglich sichwiederholenoen Wortwechsels zwischen den Beiden und wurde von der Gefrag teil auch in diesem Sinne verstanden. Nardo fühlte, wie der jugendliche Leib oiV4. den er mit feinen Knochenarmer' umschlössen hielt, erbebte. Sie hob langsam den Kopf empor und blickte nnt stieren Auge), erst den Stet ienden, dann Santi an. Die ganze Geschichte der Vergangen heit zog oft ihr vorüber. Wie ihre V!ntter in Noth und Elend gestorben, die langen Monate düsterer Eliisamkeit und qualvollen Hungers, und wie Santi ihnen Hilfe geleistet und sie aufgerichtet hatte; dann die Vertreibung von Haus und Hos. und wieder war eS Santi, der ihnen ein Obdach gegeben; schließlich itjre Vaters Erkrankung, und wie Santk, obgleich selbst schwächlich, viele Nächte bei dem Kranken durchwachte, nur daß sie ihrem ermüdeten Körper 3tuhe zu gönnen vermochte. Die Blicke Lola's kehrten zu dem Va ter zurück, der nicht ohne eine Antwort aus diesem Leben scheiden wollte. .Ich gelobe es dir!" Und ue warf sich hin über den fast starr gewordenen Körper. Wie traumend, ohne Bewußtsein, lag die arme Lola einige Zeit; unwillkürlich bäumte sich ihre Jugend auf gegen das Opser, das sie gebracht hatte. Dann fühlte sie sich an der Hand gefaßt; sie schauerte zusammen und rassle sich auf. Santi versuchte sie von dem Todtenbette hin, weg und an sich zu ziehen. Lola stürzte mit einem Wehefchrei rücklingi zu Boden. Santi verschlang mit den Augen das schone, zwanzigjöh rige Geschöpf, das versprochen hatte, die Seinige zn werden; Haupt? und Ant litz waren vom Sonnengolde übergössen; der schwellende, jungfräuliche Busen schien wie geschaffen, um sich iu rasen der Liebeslust daran außer Athem zu küssen. Er betrachtete ihre nackten Füße, ihre Kiilderhandcben. ihr wollendes Haar, i're über die stammenden Augensterne gesenkten Lider mit den reizend geschmua genen Brauen. AU' dieö betrachtete er und fühlte sich verwirrt, beunruhigt. Erzeugte sich über Lola's Antlitz, als wollte er ihr einen Kuß geben; statt dessen flüsterte er ihr in's Ohr: .Nein. Lola, nein! Du bist frei.... du kannst heirathen, wen du willst ! Lola öffnete die Augen. Zwei Thra nen flimmerten in denen SlNti's und Güte leuchtete aus seiner Wiene. Nar do's Leichnam schien die Worte vernom men zu h.lbcn un) die Beiden noch immer anzu Narren. Ihr kam es vor wie ein Traum. Und doch hatte ihr Santi gesagt: Du bist frei!" Aber seine Stimme hatte ge klungen wie ein Seuszen, wie ein Stöh nen. Freilich war Sauti ein alter Mann ; dennoch wie oft hatte Lola gesehen, wie. durch ihren Anblick entzündet, die Flamme der Leidenschaft in seinem welken Gesichte, aufloderte. Alö sie, bedenklich erkrankt, im Fieber gelegen, hatte sie Küsse und eine Feuchtigkeit an ihren Handen pexspürt; eS war Santi, der an ihrem Bette geweint. Nur einmal hatte, er, sie mit den Armen umschlingen wollen fein Angesicht war ganz verändert glühend roth, fast schreckhast und sie hatte ihn zurückgestoßen, da war er aus die Knie gesunken, sie um Vergebung anflehend; zugleich hatte er sie aber auch sein schönes Herzliebchen" genannt. Sauti hatte also fein Herz für sie. Seit sie diese Entdeckung gemacht, hatte Lola keinen Hunger mehr zu leiden ge t)abt und ihr Vater, Nardo, hatte seia sieches Leben noch um ,'in JZhrlein bin, aus zu fristen vermocht! Als mit dem' Schatten der hereinbre chenden Nacht die Starrheit des Todes n Unheimlichkeit zunahm, scheute Lola vor dem weiteren Anblicke zurück. Wil, lenloS, vom Weinen und Schluchten er schöpft, ließ sie sich von Santi hlnweg führen, fort durch die in dunkle Schleier hüllte Landschaft, in der scharfe Wind: stoße, würzige Düfte und unklare Toni ihr abwechselnd das Geleite gaben; st, beuchten ihr Küsse und Worte, die yon ihren zwanzig Lenzen erzählten. Die Hand Santi's erschien ihr schwel und hart wie Stahl; sie sah seine schal, tenbafte Gestalt wie von neuer Lebens, fräst ausgerichtet ; sie fühlte seinen he ße?:, sengenden Athem. Sie sprachen aus dem ganzen Wegi kein Wort. Als sie in das Haus traten, in jeneß HauS, in dak sie hungernd und ocrzweij, ZngSoll gergnnt war Beistand zu er flehen, erschlaffte Säntl'S Hand und liej kie ihre lo. Sie fank aus einen Stuhl sm Winkel des Gemaches. Lola sagte Santl, dieses Haus ist dein; daZ ganze Anwesen, Alles, was ich hesitze, ist dem Und er kniete vor ihr nieder,a!S wollt, gr ihr alles dieses zu Füßen legen. DaS Licht der Lampe siel auf feinen weißen opf, fejn Antlitz verblieb im Dunkel. .Du wirst mein schone? Herzliebcher sein und bleibend Kein Zweifel mehr: sie hatte vor.

hin bloS geträumt, von nun an Phßrt, t Vantl n.... Das war ein Gerede im gan:eff $r blrgSdorfe Gamberaia. ; : ' s '.. .Keine khe, wie sie sein soll eir. Frevel gegen Gott riric Elitmeihun? hex Sakramente. . . Der kindilcke Alte, der ScbwZker. m- " n ? . . J hat stin Netz ausgeworfen; der Verstor bene mit allem Anderen zit untexaeaqn gen, dit juZtlchsrische Dirne ist häflger akbli?ben."

Bei Gott, ein Verschmitzter Kerl! - Dr verdiente wohl ein Ständchen mit

5p'en und , Scherben, daß ihm di hren gellten. Die reinste Psffe. es ist zum Lachen..

Was auS ihr wo?)t werden wird?" Man nrnb nicht lauge daraus warten brauchen." Lola gmz in die Kirche, im schwarzer Seidenkleide mit goldenen Ohrgehängen und einer Gürtelkette, die keinen gerin geren Werth als 300 Lire haben konnte. In ihrem Benehmen aber dned ste be scheiden und anspruchslos. Sie lache!:' Allen freundlich zu, redete mit Allen, ohne von Oben yerabzilzehen auf k. Wenn man jcdoch von Santi zu ihr .prnch nnd fle dabtl nlillcldlg anblickte, erröt bete sie. , er hat ,ie enszestattet, wie ein' Königin! Er schwärmt für sie und ievt sie gewaltig!" rief eine derKkrchengsngertnnen. (vcwaltlg?!- kicherte eine andere. Was nicht gar. Wie etN Grop' vater!". . .. Lola schlug die Auqen tu Boden und' ging ihres Weges. Öefttrs und erstchi;. ich gerne vlitt it stehen, um mit Paolr. wä Bcstra ä plaudern. Dies war tr orventticher AurstZe von bestechendem Aeußern und artigem Benehmen. Bis weilen verließ Paolo, sobald sie an d Kirchenthür zum Vorschein kam. du Schaar der Burschen, die vor der Kirche Aufstellung genommen hatten, um Mu' sterung zu hallen über die Andächtige weiblichen Geschlechts, ging auf sie zu und begleitete sie ein Stück Weges, bis an den Steig, der am Dorsbrunnen vor überführt. Dort hielt Lola plötzlich an und drückte ihm die Hand; sie wollt, nicht, daß er sie weiter begleite. aolo begriff j. : wohl, warum sii sich gerade dort von ihm verabschiedete; eS begannen daselbst die Felder, welcht threm Mannc gehörten. Er machte ein stumme Verbeugung und kehrte ärgerlich um. Im Dorse aber nah.n das Sii-. cheln und Lachen über die Beiden immer mehr zu: Ieyt wird's lustig!" Was sagte ich. die reinste Posse!' Der Anfang vom Ende ist schon da Nur Santi allein zeigte sich sorglos. In einer lauen Sommernacht ruhte Lola halbnackt, umflosscn vom silbernen Licht des MondeS. träumerisch vor sich hinblickend aus ihrem Lager. Neben ihr sazz Santi und starrte sie wohl scho.i eine halbe Stunde lang an; plötzlich rückte er ganz nahe an ihre Seite und flüsterte ihr mit lallender Stimme zu: Mein Liebchen, mein schönes, engel schönes Herzliebchen!Mit einem gellenden Schrei streckte das schöne Weib die Hände wie abweh rend von sich Eines Tages nahm der Alte sie bei den HZnden, seine Augen waren gerö thet. .Lol.... sprach er zu ihr. doch die Stimme versagte ihm und weinend wcn dete er sich ab. Lola sühltedas Bedürfniß nach Schutz, nach einem Veistanve, verschieden von dem. welchen Santi ihr damals geleistet hatte. Als Paolo unter den Steineichen am Dorfbrnunen ihr sagte, daß er in der Ticse ihres Herzens gelesen und daß er sie bis zum Wahnsinn liebe da erschloß sie ihm ihr ganzes Innere, die Gluth, die sie verzehrte; durch ihre Blicke vex? riech sie ihm das Bedürsnik nach LiebeS inbrunst und Cinnengenuß, wovon sie bisher nur in Traumen voll Entzückens und schmerzlichen SehncnS eine leise Ahnmig gehabt. Und als Paolo sie aufforderte, ihm einen Kuß zn geben, gab sie ihm einen solchen, daß ihm seine Lippe,, braun ten. Von da an hatte sie nichts mehr. zu zu? geln vermocht ; der ?!aturtrieb brachte den Äufruhr in ihrem Innern zum Ausbruch. Sie vergaß ihrer Häuslichkeit, ihrer Feldwirthfchast, ihres Schmuckes, die weite Landschaft erschien ihr zu enge sür ihr Bedürfniß nach Freiheit. Halb anrekleidet, wie sie vom Hause fortgegangen, blieb sie mehrere Tage mit Paol? zusammen. . .. An seinen Armen hängend, ließ sie sich sehen. Mit frohlockenden Blicken und mit elnem schamtosen Zug um die Lippen setzten sich die Beiden über das Schmunzeln und Kichern der Dorfbewoh er hinweg, Eines Tages schien diese Liebesrzserej plötzlich gewichen zu sein. Lola schlich mit blassem Gesichte und xerzausten Haaren, scheu wie eine Diebin, jeder . Begegnung ausweichend, den Steig am Dorsbrunnen binan, schlüpfte in den Weinberg und von diesen' jn ihre Wohnung hinein. Sie trat über die Schwelle, lies durch die leer gefundenen Stuben bis zum Schlafgemach, stieß dessen Thür auf und stürzte mit einem niarkerschütternden Aufschrei zusammen. Santi lag todt auf dem Bette. Der. Gram hatte ihm daS Herz ge. brochen. Galgenhüuser. Jn Berlin giebt eS noch heute einigt Galgenhäuser, welche ihren Namen daher führen, daß in alter Zeit vor diesen Hänsern, den Schauplätzen ihrer Frevelthaten, Diebe an den Galgen gehängt wurden. In mänckkn GcsÄichtswerkcn und Berliner Führern wird berichtet, daß auf die Weie König .Friedrich Wik Helm I.' die Verbrecher am Thatorte habe bestrafe lassen, .'aber nach Faßmann, henr Biographen des Königs w.ar e& nicht dieser, sondern fein Vater Friedrich I. welcher ln den Straßen Berlins das abschreckende Erempel vor Auge führen ließ. Faßmann berichtet darüber wörtlicht De? önigi Frideriki Majestät siegen auch etliche Jahre nach eiua'sder zu Berlin die Diebe vor denen Häusern aufhencken. in welchen sie gestohlen hatteu. Zu solchem Ende wurde des. öZa chtß vor her Erekution ein Gasgen ro,r fc?m öestohlenen Hauff aufgerichtet und der Dieb des Morgens ' an denselben gehan, gen. Des Abends, bei der Sonnen.'Un: tergang aber wurde der Dieb von diesem Galgen wieder abgenommen und erst hinauß vor d!e Staot an den rechten Galgen gehangen.' Doch ist diese. Mqz wer, die Diehe zn hencken, endlich wieder aiaekommen weil dadurch inder ! Stadt, absonderlich, aber in dem Hause, ror welchem die Erekution aeickeb.en und in

derselben Nachbarschäfstllziloiel Furcht und Schrecken verursachet worden." Ue berjaupt übte König Friedrich I. eine strenge Justiz. Er erließ ein Edict, laut welchem ieder Dieb ohne Unterschied des Werthes der gestohlenen Sachen ae hängt werden solle, und in der That mußte in Pommern eine Frau, die Brod und Butter, und in Berlin ein zehnjähriger Knabe, welcher Oel aus Skraßenlas kernen entwendet hatte, den Frevel a:n Galgen büßen. Bisweilen freilich ließ König Friedrich Gnade vor Recht ergehen, so gegenüber den beiden königlichen Küchenjungen, die zwei WildschweinSkopfe gestohlen hatten, aber nur zum Galgen hinaus ge? schleppt und von dort, nachdem ihnen oie Begnadigung verkündet worden, nach Spandau abgeführt wurden. Wie lange sie dort für die zwei WildschweinSkopfe haben sitzen müssen, verräth unser Ge: währsmann nicht. Auch aus der Zeit des großen Kurfürsten weiß derselbe ein merkwürdige Galgengeschichte zu erzah: len. Auf der Universität Frankfurt befand sich ein Professor, der sich mit der Chiromantie abgab, der Kunst, aus der Hand zu wahrsagen. Als dieser Mann einstmals nach Berlin kam. ließ der Kurfürst ihn vor sich führen, Lußerre sich ziemlich wegwerfend über seinf -tast und verlangte eine Probe derselben. Im Gesättgniise befand sich gerade ein diebi? scher Deserteur, d-r den Tod erleiden soll e. Dr Knrfürst befahl dem ChiroMlintiker, zu dem Delinquenten in den LLerker zu gehen, die Hand des armen Sünders zu untersuchen und dann ihm, )rm Kurfürsten, Bescheid zu bringen, b der Mensch gehängt werden würde oök' !icht. Der Haudkundige folgte dem Befehl unl brachte die Antwort,, der Mann werde iicht gehangen werden, woraus der Kurfürst entgegneie, nun solle es gerade ge, chehen. und heruach, wenn eS geschehen ,ein wird, will ich Euch mit Eurer Kunst bensalls zu ihm hinke lassen." Das letztere war natürlich nicht ernst geneint, und der Chiromantikus war auch i,-iner Sache so gewiß, deß er mit Nuhe .tm Ausgang entgegensah. Nun tras ,n dem für die Hinrichtung festgesetzten 5age vermuthet die Lieblingsschwester es Kurfürsten, Landgrasin Hedwkg Loobie von öessen-Kattel. in Berlin ein. nd beim Hochgericht, o UuU de? Delinquent der Strafe harrt, vdrbeifah, rend, gab ihr gutes Herz ihr ein, den du Erecution leitenden Ossizier um Auf, fchub' zu bitten, da sie den Bruder mn Begnadigung des armen Sünders bitten wolle. Der Ossizier berief sich auf den strengen Beseht, welchem zufolge er durch keinerlei Zwischenfall.sich von der Voll skreckung des Urtheils solle zurückhalten lassen, aber den Bitten und Vorstellung zur der Landgrasin, die alle Verantwor tung auf sich zu nehmen erklärte, gelang ks schließlich, ihn zum Aufschübe zu U vegen. Nun sprengte die Landgräsin. waS dl Pferde laufen wollten, dem Schlosse zu, der Kurfürst, von dem unerwarteten sÄe fuche freudigst überrascht, eilte die Trepp hinunter und umarmte zärtlich die ge liebte Schwester. Diese aber erklärte, keinen Fuß weiter setzen zn wollen, ehe kr ihr eine Bitte gewähre, deren Erfül jung ganz leicht sei. Heiter sagte der Kurfürst zu und sie erbat darauf die Be anadigung des armen Sünders. Jn bet Freude des Augenblicks dach!e er gar nicht paran, welche besondere Bewandtniß es mit demselben hatte, und entsendete sofort nach dem Hochgericht einen Reiter, welcher der Vollstreckung Einhalt gebot, ilber der Chiromantiker unterließ nicht, in die Untruglichkeit seiner Kunst zu erinnern, und zu seinem Erstaune erfuhr der Kurfürst, daß der Wahrsager dych Stecht behalten hatte. Friedrich Wilhelm war indessen nicht de? Mann, in kincm in der That wunderbaren Zufammentres sen das unzwejde.utic;e Zeichen eines Höhe, ee Willens zu erblicken, vielmehr blieb ihm die Chiromantik, was sie in Wirk lichkeit ist, eine nichtige Spielerei, und bn eifrige Apostel dieser sogenannten Kunst erhielt anstatt der erhofften Be lohnung den Befehl, dem Kurfürsten aus den Augen zu gehen und niemalen wie, !er vor dieselben zu kommen. Denz innen Sükcher aber, der so merkwürdig das Wort des hohe Herrn zu Schanden zemacht. wurde nicht urdas LcbkN, son, $ril auch die Freiheit geschenkt. D?rHt!t. , I '. '.' , Ohne Zweifel hat auch der Hut, so wohl dl? Frauen wie der Männer, gleich pem Haare seine ästhetischen Gesetze. Ex bat seinen Zweck, der Zweck bestimmt Form und Material, uny an die Form tritt die Kunst heran, ihr Schwung zu eben oder sie zu schmücken,. Der Huj soll den Kopf schützen g?gen die Unbll? den des Wetters, gegen Kälte und Sonnenbrand; ex soll auch die Schon heft dcx Gesicktsfgrbe wir erkennen dieses Recht der Schönheit an 'vor Entstellung und ' Verderbniß bewahren, und endlich ist er ein Theil der Toilette, das Schlußstück der .gesammten Klei sung. Ans diesen seinen Aufgaben ver Zwecken gehen nun Bedingungen für die Gestaltung e$ HuteS hervor. : Den Kopf zu schätzen, muß er ihn bedecken.

das Gestüt vor Schädigung zu bewahi ren, ruß er mit einem Schirme vor springen, als Schlußstück der Kleidung muß er mit dieser in gewisses Harmonie, stehen ; wie aber jene wechselt, muß auch ihm ein gewisser Wechsel gestattet sein, rin Wechsel nach der Mode und nach der Jahreszeit. DaS sind Bedingungen gff; gemeinster Art. ES kommt aber auch eine Neihs ganz individueller Vedingnn, äen hinzu : das ehrwürdige Alter und die friste Ji'gend, Neichthum und Vornehm. heit einerseits und bürgerliche Einfachheit andererseits, ein sdöl. geformter Kops und kin pikanfts Soubrettengsicht mit nnrygelnwßigen Zügen, ejn länalicheS Gesicht und ein rundes Gesicht, eine hohe und kleine Gestalt; sie machen alle ihre U' sondere ß Auforderungkn Ein Mner. Mann, der einen mächtige hohen ' pn ausseht, würde selbst nur um so kleiner, erscheinen, Ein ehrwürdiges Haupt würde mit einem zierlich kokett gebildeten Hut ln vollem Widerspruch stehen." Wer ein fach, unauffällig erscheine ' will, wird auch sür den Hut eine einfache, feste, bestimmte Gestalt xu wäblen Habens sin?

fach in der Form, Bescheiden m der Farbe. Aus solchen Bedingungen allgemeiner nnd individueller Art ließe sich sicherlich eine Aesthetik der Kopfbedeckung schaffen, eine Aesthetik, welche die Vorschriften angäbe, wie sich die individuelle Persönlichkeit, wie sich Rang und Stand, Alter und Geschlecht in dieser Beziehung zu verhalten und angemessen zu kleiden ha? ben. Allein wenn irgendwo die Aesthe tik nutzlos angebracht wäre, so ist es bei der Kopsbedeckung der Frauen; wenn irgendwo die Mode aller Aesthetik, aller vernünftigen Gründe und Lehrsähe spot: tet, so ist es bei diesem Theile der weiblichcn Kleidung. Betrachten wir, so führt Jacob v. Falcke in einer überaus iiitereianten Studie über den FrauenHut" aus, ein wenig vom Standpunkt der Vernunft auch dasjenige, was wir selbst in den letzten Jahrzehnten erlebt habe. Was haben wir nicht Alles gesehen und erlebt! Welch' ein Wechsel der Gegensätze und welche Unvernunft, welcher Wi? derspruch mit Schönheit und Zweckmäßig: keit ! Wir haben es erlebt, daß der Hut im Nacken saß, fast aus dem Nücken lag und den Kopf unbedeckt ließ. Wir haben eS erlebt, daß er auf der Stirne tanzte, als ob er nnr die Nase zn schützen hätte, und Scheitel und Hinterhaupt dem Wet: ter und der Sonne preisgab. Dann ge: schah es, daß mit Hilfe einer Masse frem: den Haares 3tiesencoifsuren sich thürmten. daß der Hut, in weiter Entfernung vom Scheite! solche Coiffuren frönend, mit dem Kopfe nur noch indirekt in Verbindung stand und ebenso gut mit der gleichen Zweckersüllung auch anderswo hatte seinen Platz haben können. Wir haben es erlebt, daß der Pamelahut, ein Niesenschwamm, eine umgestülpte Schüs sel, mit seinem schwankenden dlatfit den Kops so zndeckte, daß nichts mehr sichtbar blieb die Schultern und ein Hut da: raus. . Wir können heute und es ge? schieht ja auch die Damenhnte in zwei große Gruppen theile, jede allerdings von tausenderlei Gestalt. Die eine dieser Gruppen bildet der geschlossene Hut, iv h. derjenige, welcher mit Bändern un-. ter dem Kinn gebunden wird, die andere der offene Hut, welcher, aus der Form des Mannerhntes hervorgegangen, frei auf dem Kopfe sitzt. Nun aber ist jener, welcher eigentlich die Ausgabe Hot zu schirmen und zn schützen und den Ernst, tie Würde, den Anstand (z. B. in der 5tirche oder b'ci Besuchen) vertritt, zu ei: nem Nichts geworden, das nicht deckt und nicht schützt. Er ist nichts als ein Slückchen Sammet, Seide, Spitze oder Tüll, ein unsichtbares Gestell, als Halt für Schleifen und Federn. Der andere Hut dagegen, der offene, die leichte Tracht der Jngendlichkeit, er ist es. welcher allen: falls noch deckt und schützt.' So haben die Hüte nach Form und Art ihre Rufgaben und Bestimmungen gewechselt. Was bestimmte Form haben soll, hat gar keine, ist ein Geschöpf launenhafter Phai taste, nnd was die Leichtigkeit, Beweglich keit und Anmuth der Jugend vorstellen sott, das hat feste Fon" und schweres Material, so sehr auch die erstere wechseln mag. Diesen Zuständen gegenüber kommen wir mit der Aesthetik schlecht weg. Ob der geschlossene oder der offene Hut gewählt weiden soll, darüber entscheidet nicht das ästhetische Wohlgefallen, fondern die Gelegenheit oder Alter und Stand. Allerdings wird die Dame, wenn sie sich einen Hut erwählt, fragen und prüfen, ob ihr dieser auch zn Gesicht steht, und unter den tausenderlei Gestallen wird auch die eine mehr, die andere weniger diesen Zweck erfüllen. Aber der künstlerische Geschmack ist es nicht, welcher die Formen schasst, die allgemeinen Formen nämlich, wenn eä mögz lkch ist, dieselben unter einen Hut zu bringen", und zu Zeiten ist das in der ö'ostumgeschichte, sehr möglich gewesen. Wenn irgendwo, so herrscht hier bei den Kopfbedeckungen die Mode unerbittlich und heute wechselvoller als bei irgend einem anderen Kleidungsstü Di Mode aber ist von ganz anderen Faktaren abhängig als vom ästhetischen Wehs, gefallen oder künstlerischer Schaffenslust. Sle ist allemal ein Kind ihrer Zeit, und wie diese, wie die Epoche in ihren Haupt: charakterzügen, so stellt sich anch die Modt ar. Und sa ist es auch mit der Kops: bedecknng, mit der Kopftracht. Sie bib det -'keine Ausnahme. Die Zeit schaff die Hutformen nach ihrer Art, nach ihrem Charakter. Freie, bewegte Zeiten weiden sie frei und flott zur Erscheinung bringen, lockere Sitten anch lockere, formlose Gestalten fchaffeii; neigt die Zeit zur Bersteisung. zu, Geziertheit, zur Manier, so wird es nicht ausbleiben, daß auch die Hutformen solchen Charakter annehmen. Die Eostumgefchichte lehrt das zu alleu Zeiten. I. v. Falke läßt nun eine gedrängte Geschichte des Frauenhulss von der ersten Zeit des Nitterthums bis auf deu heut! Ar, Tag folgen nnd gelangt zu einer seitkamen Schlußfolgerung, zn dem Ergebniß nüinlich. daß die Politik es sei, .velchetzie Hut sormcn erzenge. Er schließt: o sehr eS die Frau mit Kunst nnd Gefchmack auf schone Zierde, und edle ErschciNunS abgesehen hat, sie befindet sich immer rn harter Zwangslage. Ihr bleibt nur die Wahl zwischen Forme, die häßlich, aber auch schön fein können, deren Entstehung aber von ihr gänzlich unabhängig ist. Sie mag glauben frei lir sein ;, sie mag selber ihr Hütchen dreheu und biegen, mit Bändern Schmück und Spitzen zieren, und doch liegt das, waS wirklich leitet und schasst, völlig aner ihrer Macht. Wenn man den Weader GeschichtedeZ Frauenhutes über blickt, den rvir soeben in aller Kürze zn, rückgelcgt haben, so wird man nicht ver, kennen, daß es die Politik ist und die cultmgcschichtliche Bewegung, welche das große und entscheidende Wort sprechen und den Frnuenköpfen die Formen der Bedeckung aufdrängen.., Was dem Geschmack und den Willen der Frau' übrig bleibt. kM sind kleine Hananlende'r Mode und der Laune und eine Wahl iv engen, festgezogenen Grenzen.

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