Indiana Tribüne, Volume 15, Number 252, Indianapolis, Marion County, 29 May 1892 — Page 7

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I7xs ?ti namiU , (Eine öMich Hschwüle Lust streicht Nber PsiiZ. In du Statt der nervö. sen wpplgkeitett und des fröhlichen gallischen Geistes ist die Furcht gefönt men. Man fürchtet die Sardinen schachte!, die unter der Bank liegt, auf welcher man schtz man fürchtet den ele ganten Herrn im Cylinder, der eben die Stiege herabkam, als man den halb dunklen Flur deö Hauses betrat; man fürchtet das reizende Bonbonpäckchen, das Jemand auf dem Trottoir verloren hat. Man fürchtet das ist ja eben das Schreckliche, daß gar kein vnnünf tiges Verhältniß besteht zwischen der kleinen harmlosen Patrone und der entsetzlichen Wirkung, zwischen der Un faßbarkeit des Thäters und der gespen stischeu AÜgegenwart der Gefahr. Eine Handvoll Leute halten eine große Stadt im Belagerungszustand. Tie chemischen Stoffe, mit deren Hilfe dies stattsindet, sind das typische Produkt unserer Zeit, einer Zeit, die nach gewaltigen Äaturkrästen sucht, um einerseits die Kriege furchtbarer und entscheidender, ndererscits die Arbeiten $er fortschreitenden Kultur rascher und 7eichter zu schalten. Jahrhunderte lang hat das Echießpulver die AlleinHerrschast ausgeübt. Ein ernster Fort schritt und eine neue Epoche traten erst vor wenigen Jahrzehnten ein. Man kann diese Epoche der modernen Spreng stoffe mir 1845 beginnen, wo Schöndein die Schießbaumwolle entdeckte, Tas Pulver ist bekanntlich eine Mi schung von Salpeter, Kohle und Schwefel. Salpeter enthält Sauerstoffe wel cher Verbrennung der Kohle und des Schuefetöient, wodurch heiße, spreng kräftige Gase entstehen. Je rascher die Verbrennung und je größer die Hihc, dests gewaltiger die Wirkung der in einem .Augenblick zusammengehaltenen Kräfte. Man'vcrfügt nun über chemische Vcrbindungcn, aus welchen die Entwicke lung der Gase mit solcher Schnelle in Hitze vor sich geht, daß die Gewaltsam keü :ver Sprengwirkung, die Brisanz, an Großartigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. So haben Has Dynamit und Ws Nitroglycerin die merkwürdige Eigenschaft aus einen festen Körper frei ausgelegt und zur EzPMon gebracht, auchinach unten durchzuschlagen und dm 'festen Körper zu zertrümmern. Schießvulver würde m .einem solchen Falle wirkungslos in dieLuft verpuffen, dz'die Gase sich vcrhältnißmäßig langserm.' entwickeln und genügend Zeit ha tat, die Luft zu verdrängen .und zu entweichen. Mit dieser Langsamkit.hängt-cs auch zusammen, daß bei Pulverexplosionen die Opfer schrecklich verbrannt -und ge schwärzt erscheinen, während cdas Dy nannt. die Kleider zerfetzt, die Glieder useinanderreißt und weit fortschlcu tert, ohne daß sich im Allgemeinen Bei brennungen zeigen; da ibit , Sprengar beitchereits vollbracht ist,-che.die,Wcirme zum Versengen Zeit findet. Die Schleßbaumwslle, .in 'Darstel luna und Anwendung .nach .-und nach ehrfach verbessert, spielt noch heute iue große Rolle im submarinen Kriegs toesen. Tie Torpedo, welche. die ge t?altigen modernen ' Punzerfahrzeuge zum Bersten bringen, '.die Seemiuen. welche, als Verthcidiqungskette.un Was ser, vor den Hasen liegen und das Ein dringen fremder Kriegsschiffe hindern, sie sind am meisten mit Schicßbaumvolle geladen und belehren am, besten über den Vortheil, mitverhältnißmäßig a?ringem Aufwand vsn Zeit, Mühe, fcelb und Mannschaft isich :deN'Feind vom Seioc au halten. Einige Jahre später entdeckte der JtaZimer Sobrero dss .Nitroglycerin, jene äußerstexplo fi?nsfähige, .gelbliche, öüge .'Flüssigkeit. w?lche der Schwede Mred Nobel im Jhre 1862 unter dem Namen NobelschesSprengöl in die Technik einführte. Das Nitroglycerin wird sceiner Mi fchLng von csncentrirter Salpetersäure Und Glycerinuuntu Zuhilfenahme con ' ttQittrter SäMefelsäuredarIchellt. Tie Fabrikation ßcschieht in Äleigefäßen mit Wasserkühlung. Sie ist sehr gefährlich, :zumaZ m Händen von Laien und rs Erschleicht Emezuder HunA?, wie über .eine Fall' staff'i'e LeistuLy, wenn anin dem Pron RavachskZ, die Aussage seines Genüssen liest, fctr ihm beim bereiten cinerunbekannkk?, gefährlichen" Flüs figken dieselbe anrühren fälst, 'dann aber M)lich von der Furcht, nn die Lust gejagt zu werden, übernnnnt. seine kzck Thätigkeit uuteriricht und sich davomnacht. DaS Nirroglycerwaist schwer atand Zich und brennt ruhig ab. Es 5äßt sich langfau? Hitzen und siedet 'bei 585 Grad, erst bei, 250(!rad detsnirts. n dünnen Schichten zwischen Hartcn Äörpern xox& es du?ch starke Schläge der Stöße zur Expd?sion gebracß. Tm sicherten and heftigsten explsdlrr größere Mengen, wenn .in ihnen M wenig Knallqrcksilber, entzündet wird. Mcn vermÄM dieses dLin'Küpfez hülsen als Zündhütchen. 6& mag Wunderlich exs&cinen, daß dieses Sprenzbl. ähnlich, tvesn auch i geriserem Mafo, das Dyn.auit, lang-, sam abbrennt, venn es zgezündet wird, währendes unter ewem Stoß oder Ui hoher Erhitzung ' eMlodirt. Man erklärt sich Im Vorganz in folgender Weise: Die Elemente, welche die Verbindung des 'Oels bilde?, benöthigen plr Lösung derselben eine g wii'e Wäremenge; sie stehen, um mit eium Gleichniß des englischen Physikers Tynall zu sprechen, an einem Abgrund, in welchen ein richtig geführter Stoß ihnen hineinhilft. Dann stürzen sie sich cuf einander und bilden neue, kräf t tigere Verbindungen, . bei welchcn sie großeWarmemengen entwickelundab geben. ; Ezplodirt ein anderer fc?pr:nv stoff. z. B. ein Zündhütchen Knall, quecksilbcr im Sprenzö! oder im Dyna. mit. so erhält die nächste Umgebung den Anstoß, sich zu zerseßcn und entpidtlt dabn so viel neue Energie um

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SCSTl die Mvaltsame Zcrle.tzung durcy ine Maue welter fortzupsianzen. Treort pflanzungsgcschwilzdigkcit, dieser inneren Verbrennung beträgt 3000 ml mi.i. rrsi . iwv secier IN oer klunoe. xic Verbrennung des Schießpulvergemisches ist demgegenüber nur eine äußerst lang same. Das Sprengöl zeigte bald sehr un angenehme Eigenschaften, da es beim Transport und in der Handhabung sich als sehr gefährlich erwies. Auch bleibt X?Hrni,rirt iif fitfVrvtfirt nWit fii UUjVVIVUijU HLUjl Vvlillt genug unverändert, sondern zersetzt sich nach einiger Zeit und ezplodirt dann sehr leicht. Ein Zufall führte DZobel darauf, das Nitroglycerin von einer Art Kieselguhr, die man in Hannover findet, aufsaugen zu lassen und das so zwischen der gebrannten und gewalzten Infusorienerde vertheilte Oet weniger schädlich zu machen. Diese mit 75 pEt. Nitroglycerin ge tränkte Kieselguhr. eine braune, fettige, plastische Masse, ist nun das berüchtigte Dynamit. Es hat viele der schlechten und alle guten Eigenschaften des Sprengöls, nur die ersteren w bedeu tend geringerem, Maße, so daß eS für die Prazis brauchbar würd. Aufbe Wahrung, Transport und Handhabung ist bei einiger Vorsicht ohne Gefahr. Interessant sind die Versuche, zu wel chen die Firma Nobel & Eo. die 49. Versammlung der Naturforscher und Aerzte in Hamburg im Jahre 1876 nach der Fabrik Krümmcl bei Lauen burc; einlud. Unter Anderem wurde da ein Jäßchen mit 2 Kilogramm Dynamit von (i Meter Höhe herab auf Las Steinpflaster geworfen, ohne daß es erplodirte, ebenso ein Füßchen von 1$ Kilogramm mit brennender Cigarre angezündet. Der Inhalt brannte ruhig ab. Statt des Dynamits, in welchem die Kieselguhr eine todte, inactive Masse bildet, war man bald bedacht, Mischun gen mit brennbarer Grundlage herzu stellen. So entstand das wertvollere Cellulofedynamit und die Sprenggelatine. Zu den Verbindungen mit aktiver Basis gehört auch jener Sprengstoff, mit welchem jüngst die Weinschenke zer stört wurde, in der der Anarchist Rava chol von dem Kellner Lherot der Polizei überliefert .worden war. Der Stoff heißt Sebastine .und 'besteht aus Salpe ter, Kohlenpulder mnd Nitroglycerin. Noch eine große Menge anderer Dynamit, no das Nitroglycerin von Holz stoff, Kohle, Magnesia, Zucker u. s. w. aufgesogen und gehalten wird, entstan den nach und nach, .wie Lithofrakteur. Koloninpulvcr. Tualinm. s. w. ' Als neuere Sprengstoffe wären Hellhofit und Rrburit zu nennen, und nebenbei das Melinit des Herrn Boulanger, um welches herum, wlL.es schemt, mehr GeschrÄ . gemacht 'wurde, als es der dlkNt. t Sehr groß :ist :das Anwendungsgebiet des Dynamits und der anderen Sprengstoffe. allem bei Berg iverk-arbeiten und imTunnelbau. 'Das Gestün wird angebohrt, .die Löcher dicht mit Dynamit-Patronen .gestopft, und dtcielden mlttclu .Zündschnur oder elek irischem Funken ,zur Explosion ge bracht. Zs diesem Zwecke wird das Dyna mit liercits in der Fabrik in Hülsen aus Pergamcntpapier gefüllt, welche? dem Äohrlochdurchmesser entsprechen.! ! v: t. - o "rv . :i ! tjcrnc: iUicri .ca qnairnt zur prrn gung unter seüschcc Felsen, welche die Schifffahrt behindern. So vor mehre ren fahren im Hafen zu Genua, wo :in Zickzackaanq .in einen 60 Meter hohen Felsen gehauen wurde, der in eine Kammer mündete, in welcher eine ' größere Menge Dynamit ausgcjtapclt wurde. Die Hohlraume füllte man mit Snd.aus. fpcrrte.die.Wegbiegun gen mit Holzbalken, vermauerte schlief, lich du? Eingang mit Betton und gab dann Feuer. Der Fels barst an dir Zickzacklinie des Ganges auseinander. Auch Piloten im Flußbett und Baumstrünke .ini Äalde werden hurch Dynamit in billiger und .rascher Weise ent fernt. Stahl und Eisenblöcke werden zertrümmert und gebrauchsfähig gemacht. Endlich aber .kann die Dyna mitpatriM .zum Fischen verwendet wer den, da Zu, im Wasser zur Explosion gebracht, .eine grche .Anzahl Fische tödtet. Man 5ut gedacht, cdie Explosivstoffe zum Durchwühlen dös Ackerbodens zu ,benützen, wcdurch das Erdreich mit sei nen tiefer liegenden Sal.zen metr zur slusnützunZ cn?. als kfelbst durch den Dampfpflug. Doch scheinen abschliehende Resultate auf diesem Erbiete ebenso wenig .vorzuliegen, .als es, auf einem anderen .der Fall D, nämliH in Betreff der CixplosivWtoren. Die Jdc?, Kraftmaschinen zu auen. welche, statt durch DsnU'f oder Pßluft, d:uch eine Reihe tlüner. nicht brisankr Sprengpatronen .in Bewegung gehakten werden, ist nicht icu, leidei aber auch noch nicht in befrkÄigender Weise ausgeführt. Für die LustschiMochrt wäre dies cir großer Gewinnst, da tik Efplo sivstosfe als sehr Reicht wiegele Gas Zrastrcsecvoirc anzusehen sind. So ist die Technik an der mühevollen Arbeit, zerstörende Lräste nußFar zu achen. Las Unheilvolle, in Sezen zu dttwandelZT. So setzt der Chemiker sein bestes Können daran, mit den Experimenten seines Laöoratorium5 die Menschheit zu. fördern, indeß draujen auf der Straße der politische Phantast dasselbe Ziel auf dem Wege des Verbre chens zu erlangen glaubt. Gilbert. Qin VerliuerLriglual. Ein Original, wie sie sonst nur da vereinzelt gedeihen, wo Kultur und Seife nicht hinkommen mit ihrer Qual, hat ein Hausbesitzer so schreibt ein Mitarbeiter dem ..Verl. Tageblatt" vor Kurzem in seinem im Norden Ber. lins gelegenen Hause aufgestöbert. Hier j wohnte in einer Stube zu ebener Erde keit längerer Zeit, von dcm Verwalter und en Lewohnern unbehelligt, der alte Kn.....Kein5.Sttle künimerte sich

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um den rtwa öMhttgcn Junggesellen, der nur spöttische oder mitleidige Blicke

aus stch lenkte, wenn er, mt das jeden Morgen gczchah. m einem langen, brau'ngrün schillernden Gehrock, dem sämmtliche Knöpse schlten und der da für mit einfacher Strippe" zusammen gehalten wurde, feine Wohnung vcr ließ, um sich den Bedarf für den Tag einzukaufen. In der Hand trug er auf diesem Morgengange einen großen ab genügten Korb, in welchen er Stein kohlen. Brot, Epcck. Tabak und dle Schnapsstasche friedlich neben einander bettete. So beladen suchte er dann wieder seine Klause auf, und weiter bekam man von ihm weder etwas zu hören. noch zu sehen. Selbst ein Blick nach ihm durch das tief gelegene Fenster sei ner Wohnung wäre erfolglos gnvcfcn, denn die Scheiben waren in der ganzen Zeit nicht mit Wasser in Berührung ge kommen. Aehnlich mußte es wohl' mit der Reinlichkeit des ganzen Zimmers bestellt gewesen sein, denn die Nachbarn des wunderlichen Alten befanden sich in arger Noth wegen allerlei Vier- und Mehrbeiner, die zu ihrer beschaulichen Brutstätte sich die stille Einsiedelei aus gesucht hatten. Da blieb nur ein Radikalmittel übrig: die Wohnunz mußte gründlich gereinigt werden und der Alte zu diesem Zweck ausziehen. Als Kn. sein Schicksal er fuhr, stand er erst wie versteinert, dann geberdcte er sich wie ein Verzweifelter, und plölich war er verschwunden. Als er sich am andern Tage nicht blicken ließ, sah sich der Verwalter gezwungen, die Thür zu der Wohnung öffnen zu lassen. Das Ereigniß lockte natürlich die neugierigen Nachbarn herbei. Die Thür wurde aufgestoßen, und man sah von dem Haken in der Mitte der Decke einen dicken Strick herabhängen, an ihm aber nicht etwa den Alten, wie einig? Schreckhafte fürchteten, sondern ein halbes Brot, und an einer Strip pe," die mit dem Hauptstrick in Vcr. bindung stand, ein Stück Speck und, in gleicher Weise angebunden, ein großes Messer. 'Welch einen Anblick gewahrte aber sonst noch diese Klauje! Aus dem wenig einladenden Tische stand die halb aelecrte Kläsche. und an d"r klebri gen Außenseite spazierte ein ganzsS Regiment Schwaben auf und ab. Ein Stuhl und Sopha, welches zu gleich die nächtliche Lagerstatt bilden mochte, machte das übrige Mobiliar aus. Ein paar alte Kleidungsstücke, die auf dem unergründlichen Fußboden la zen, mochten wohl Betten oder Decke ersetzen. Dann noch eine Art Kasserolle auf dem Kochofen, -und daneben der alte, wohlbekannte Korb, aus welchem ein paar Mäuse weghuschten, als die Thür geöffmt wurde. Von dem Alten keine Spur! Während man aber noch in fcer geöffneten Thür stand, die n sonst -ata m m-m . .. Hammer ana niaz aeiazio nen seylnren. kam er herangepustet. In fieberhafter Z.Hast stürzte er auf den Ofen zu, faßte mit zitternder Hand dahinter und grinste, sobald e? entdeckt hatte, daß jein im Strumpfe versteckter Geldschatz Nicht entdeckt war, die Umftcherden vcr gnügt an. Nichts gesunden?" schmunzelte er. Man fragte ihn. wo er so lance gcwe sen sei. Er habe nach einer Wohnung gesucht, da die Menschen so schlecht seien,, ihn aus seiner gemüthlichen Stube zu vertreiben. Ob er .eine ge miethet habe, fragte man weiter. Der Alte schüttelte .das BuschwerZ seines Kopfes. Jn's Asyl wolle r zum Sommer gehen, oder in der Hasenhaide ein Obdach suchen. Das schien den plötzlich ganz gcfühl !voll i werdenden Frauen zu trostlos. Er :war interessant geworden, der .alte Sonderling, .dmch'den gcheimnißvvllen 'Griff hinter den Ofen, und .man .wetteiferte in LicbcnswürdigkeUen ge Gen. ihn. So'n juter, stiller Mann," jagten die. welche vorher gerade am meisten gegen ähn tauszufetzen .gehabt hatten. Er thut keencm Thier mischt ttich, un so wat wird jekündijt." Den meisten Erfolg hatten dabei Bemühungen cciner ältlichen Jungfrau, die .auch so anidie sechzig" war, .aber sehr sauber und micht furchtsam. Sie schlug dem Alten vor. in ihr gutes Zzmmer überzusiedeln, indeß der Vice Wirth !die Einsiedelei einer gründlichen Auffrischung nnterziehcn wollte.. Der begehrcnswcrthe Alte ging vergnüglich dar.cmf ein, und .auch der Verwalter zeigte sich entgegenkommend. Kn. wurde gehest ,und gepflegt, und man erzählte jich syar. daß n isich gewaschen und kie resowts Jungfreu: :ihm die Haare a kürzt hatte. Darn jtom der Tag, bu seine eigene Wohnftätte ihn wieder auü nehmen sollte. Die alte RauberHühle war .blitzblank und saubcr geworden, nicht wieders zuerkennen. Und i)er'Alte er!annte sie wirklich nicht mehr wieder, .prachlo stand er n dem veränderten Raum, sich ängstlich umsehend. Dasn aber brach er in thränen arB, und immer wieder klaxie er. man chabe ihr ver trieben, er Hnde sich icht' mehr zu ttcht! Es helf . kein Sieden, .selbst tie Resolute, .die ihm so lange Gast freundschaft gewährt hatte, nchtete nichts aS, er ging ef und davs, das OrigiQal führ hie in seiner Pracht nd warÄ nicht mehr Lesehen. eine Mördersamilke. In Laufcnburg im Aargau verche lichte sich vor kauzn einem Jahre die Wittwe B. mit , einem drciundsechzig jahrigen Vittwer B....r. Die 'Eheleute führten einen Kasthof in der Stadt. Aus der ersten Ehe der Wittwe i B., , lebten fiint; aus der, ersten des V...r lebten drei Kinder: ' Der neue Ehlbiind war nicht glücklich: insbeson dere beklagte sich die Frau über rohe Behandlung von Seiten ihres Mannes Und beschwerte sich bei 1 ihren Kindern über die Haltung o'ö llesvaierv-.' 1 Der älteste Sohn der Frau 93. faßte schließlich. Lusgeregt durch die, Klagen

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seiner Miltter7denVntschluß. den Stiel ! vater iu beseitigen. Am Abend des 2?. November letzten Jahres äußerte er sei ner Mutter gegenüber den Borsatz. die Vesrctungsthat auszuführen. Wahrend der istietvater im Keller hantnte. folgte ihm der Sohn, nachdem er sich zuvor Muth angetrunken hatte, und zcrmalmte ihm mit den Worten Nun mußt Du sterben" den Schädel. Mutter und Sohn berathschlagten sodann, was weiter zu thun sei. Sie schleppten t iT- Z ... . icyließilcy oen irmoroeien zur euertreppe, legten neben ihn em Bierfaß und machten am Morgen die Mzeige, der Vater fei beim Hinaufschaffcn eines Falles vic Stiege hinuntergesallen und dabei verunglückt. Der ärztliche Befund bezeichnete den von den Angehörigen geschilderten Hergang als wahrscheinlich und der ..ver unglückte" B....r wurde 'beerdigt. Gleichwohl wurde in Laufeuburg Verschiedenes gemunkelt, und die älteste Tochter dcs B r (aus dessen erster Ehe stammend). Namens Natalie, hielt ihrer Stiefmutter gegenüber mit Verdächtigungen Nicht zurück. Eines Tages ließ sich die Mutter zu dem Aus jpruche verleiten: sie könne nichts dafür, sie sei unschuldig. Nun siel sofort der Verdacht der Natalie auf den ältesten Sohn der Frau B., und rasch en! schlössen, machte sie ihrer Stiefmutter die Angabc. der Sohn habe ihr. nun Alles eingestanden. Aufs Höchste erschreckt, fiel Frau B. ihrer Stieftochter um den Hals und beschwor sie, doch um Gottesmillen Niemanden davon Mittheiluug zu machen. Und Natalie versprach, die Mörder ihres Vaters nicht zu verrathen wenn man sie gehörig entschädige! Zu wiederholten Malen empfing sie Geld für das Ve sprechen, zu schweigen. Dem Mörder und seiner Mutter schrieb sie mehrere Briefe und stellte schließlich einen, vorläufig auf ein Jahr berechneten Tarif der Abschlagszahlun gen auf. Hier war genau angegeben, wie viel ihr, je nach dem muthmaßlichcn TageserträgnM'des Gasthofcs Zum Pfauen-, auf Ostern, Pfingsten und die verschiedenen Tanzsonntage in Baar ausbezahlt werden mußte. AIs die Geldgier der Natalie immer stärker wurde und Frau B. ihren Ansprüche kaum mehr genügen konnte, macht; schließlich die von Angst und Gewissens bissen gepeinigte Frau einer Verwandten Anzeige, von der geschehenen Blutthat und entschloß sich auf eindringliches Zu reden, sich selbst auf dem Bezirksamt zu stellen. Das geschah, wie die N. Z. Z." mittheilt, vor einigen Tagen. Mutter und Sohn wurden verhaftet. Beide haben ein offenes Gcständniß ab gelegt. Die liebevolle Tochter Natalie, welche die Ermordung ihres Vaters zu einem Geldgeschäft ausgebeutet hatte, sitzt ebenfalls, nnangency'me Verwechslung. In Spanien treibt die Anarchistenfurcht die wunderlichsten Blüthen, und die Tynamitardenriechcrei der fpani schcn Polizei führt nicht selten zu über aus römischen Zwiicyensaucn. langte unlängst ein biederer Landbcwohner aus dem GaronncDcpartemcut in Gcrona an, wo er seine geliebte Gattin wiederzuslndcn hoffte, die mit einem zuverlässigen Hausfreunde eine klciue Vergniigungsrcile angetreten hatte. Um 'von dem Pärchen nicht sofort tx kann! zu werden und seine Beobachter .rolle eine Zeitlang ungestört spielen pi können, hatte es der gute Gatte für na thig gefunden, sich durch eine Pcrräcke nud .durch einen falschen, sehr strupHi gen Bart unkenntlich zu machen. In dieser Maske glich aber der frcn Mschc Pechvögel .auss Haar einem sehr gesuchten spanischen Anarchisten, dosten Signalement an alle Polizeibehörden .der'Grenzstation und der Küste verthitt .wardeii war, und so kam es, daß er gleich nach seiner Ankunst in Gcrsna von, zwei Gen-darmcn in die Mitten nommcn und vor den Ehcf der Guardia Eiuil geführt wurde. Umsanst bctheut- te seine Unschuld unv'.entlcdlgte nch zum Beweise daß a ein ganz anderer fei, vor dem gestrengen Polizeihauptmann seines Bartes und fc'uicx Perrücke; .man hielt ihn sei)t noch ixtx einen weit afsinirteren Bei breche?, der sich nurmerkleidet habe, um alleu Nachforschungen zu entgehen. Dazu kam noch, kiß der harmlose Franzose kein Wort .spanisch verstand während Jbie hohe Obrigkeit vom Franzöfischen auch nicht .die leiseste Ahnung yatte. Wer weiß, zu wie viel Jahren Zuchthaiis der betrogene Gatte verurtheilt norden wäre, .wenn nicht, der noch rechtzeitig .benachrichtigte Eonsul in Gcrona l'as Mißverständniß endlich aufgeklärt Mte. Noch schmerzlicher aber .wurde die tragi-kolräsche Geschichte für &en FraiLnsucher. als er erfuhr, daß scine ung.etrcue Gattw .und ihr Scla dsn, die jich.ivirklich rn Gcrona, befaw dn, von eäuem Hotelf.enster riii seiner Brhastung zu gesehen hatten und über das verduM Gesichts ks- er dabei gemacht haben muß, vor Lachen fast tu Hiit waren. Ein Unterschied. Ä.: Seh.! Sie 'mal was habe iich bitt? B.: , Gott's Blitz, ein Briefchen an Kie schöne Rosalie, SiecorresposÄiren schsn mit ihr, ich gratullre. A.: Nicht p hitzig lieber Freund, vorläufig corspondire ich zwar it ihr, aber sie mit mir noch nicht! " , Schwach pari rt. Mutter: Aber Franz, warum sieht mau Dich denn gar so oft in Kneipen, und fast nie ün der Universität ? Student : Aber Mama, bedenke , doch, das ist ja ganz natürlich, , wo es hier nachgewie sencnnaßen 89 Wirthshäuser und nur S Universität gibt ! : ' 5 5" u l r r " Z? r u cr s e kzler. Aus,' einem 5Zeitunasberickte.) . .Alle Aemter in den Bureaux, silid .bereits besetzt es fehlt nur noch der Ser stand.

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, Auf keinem Gebiete der historischen Wissenschaften hat die Forschung so überaus reiche und überraschende Sie sultate zu verzeichnen, wie auf dem Ge biete der Egyptologie. Zwar zählt die Egyptologie zu ihren jüngsten Zweigen, denn die' exakte Behandlung der vcrschiedcncn, für die Kenntniß der kulturcllcn Entwicklung des Menschengeschlecht hochwichtigen altegyptischen Materien beginnt streng genommen erst mit der denkwürdigen französischen Eypcdition unter Bonaparte (1793 1801). Ueberblickt man aber die ülte des literarischcn Materials, das' seit den ersten Entzistcrungsversuchen der Hieroglyphcnschrist im Verlause von neun Tecennien auf Grundlage antiker Schätze erwachsen ist, so wird man dcmkbar anerkennen, daß die kleine, alle Theile d:r Erde verstreute Gemcinde der Egyptologcn mit bcwun dhnswürdigem Fleiß, Ausdauer und Scharssinn daran gearbeitet hat. den Schleier des Räthselhastcn und Mysti schcn, welcher seit beinahe zwei Jahr taufenden auf der altägyptifchen Wundcrwclt ausgebreitet lag, an allen Ecken und Enden zu lüften und die Rc. sultate ihrer Studien der gebildeten Welt zuzuführen. Vier Jahrtausende liegen zwischen den ersten Anfängen der 'menschlichen Kultur am heiligen Wasser des Nil und heute. Geschlecht nach Geschlecht ist über die Erde gewandelt, 9!ationcn sind emporgeblüht und untergegangen; Gewohnhciten. Sitten und Gebräuche haden im ewigen Wechsel ihre Formen verändert, aber eins hat sich in diesem Wechsel beständig erwiesen und in seiner vollen Ursprünglichkcit erhalten und wird noch mächtigere Zeiträume der Zu kunst überdanern: Kindersinn undKindcrspiel Alles ebenso wie heute!" Immer und immer wieder, so schreibt Franz Woenig in einem soeben erfchicnencn interessanten Büchclch n Am Nil", dem wir diese Ausführungen ent nehmen, immer wieder drängt sich diese Wahrnehmung jedem auf,' der sich mit Ernst und Liebe in die reichen Schatze des bewundernswürdigen Nil Volkes vertieft, in seinem schriftlichen Nachlaß forjcht und die überreiche Fülle lebendiger scenischer Tarstellungen an seinenÄugcn vorüberglcitcn läßt. Der bunte Spielrcigcn, der sich aus dem Bildcrfchmuck der uralten Gräbergrottcn zu BenniHassan hcransh.'bt und sofort unsere Blicke fesselt, ist er nicht dem Leben und Treiben unse rer Jugend abgelauscht? Und wie kommcü Puppen,' Bälle und mancherlei Spielzeug unter die reichen Schätze un sercr egyptischcn Museen? Mögen uns auch die farbigen Darstellungen noch' so lebhaft von den Wänden der Gräber entgegmstrahlm: der Maler, der sie entworfen, hat schon vor Jahrtausenden Pinsel und Farbckastcn beiseite gelegt, inb Spielball und Puppe entnahm man den Särgen der Kindermumicn, ie nach zwei und dreitausendZahriger Zuhe aus Fclsschachten heraufbcfördcrt vurdcn. Hier bei diesen Spielscenen and bei dem Spielzeug reichen sich -die Jahrtausende die Hand, da grüßt die alte cgyptische Kinderwelt die .Kinder welt der Neuzeit, denn das Alte hat die ewigen Wcchselstürme überdauert und ist neu geblieben. Wie heute bei unserer Mädchen und Knabmwelt. wurden auch bei der alt egyptischcn Jugend Ball und Reif spiele unter den Spielen im Freien bevorzugt. und betrachten wir die erste der Ballspiclscenen, welche die Grabge mälde van Bcni-Hassan enthalten, so gedenken mir unwillkürlich der anmuthigcn Ballspiele, die uns unsere Mädchenwelt auf den schattigen Spiel Plätzen unserer Großstädte und auf den Schulhöfcn zugleich vor Augen fuhrt. Zu der Geschicklichkeit, zwei' oder drei Bälle zugleich zu fangen, hatten es die egypüfchen Mädchen vor 4000 Jahren auch bereits gebracht.. Dcnn'von den an dem genannten Orte dargestellten VierBällspielerinnen wirst die eine einen Ball in die Höhe und fängt ihn wieder iüuf., während jede der übrigen drei Bälle nacheinander emporwirft und sie nach blitzschnellem Zwischenspiel der Arme Auf-und Abbewegen, Kreuzen aber der Brust) wieder auffäntzt. Durch Phantasie und körperliche Geschicklichcit wurden Hie gymnastischen Urbunjcn während des Auffliegens und Fal!lens des Balles vielfach und kompllzir 4er gestaltet. So ist am gleichan Orte eine andere Gruppe,, bestehend aus sechs Ballspielerinnen ,,mit enganliegenden bis an die' Knöchel reichenden Gewänidern dargestellt, bie bei Auswerfen des Balles hiipsen -und vor dem Auffangen im die Hände klatschen, mit den Händen an die Hüften oder sie hinterrücks zusammenschlaaen oder zugleich den rech ten Fuß nach hinten einziehen. Eine andere GrnMe veranschaulicht das Reitballspiel, wobei sich ze zwei Spielerinnen auf den Rücken von " je zwei MÄspielerinnQl setzten und die sick) i gegenseitig zugewarfenen Bälle aufsin gen; verfehlte die eine das Auffangen des Balles, so Mußte sie absitzen und der Trägerin ihren Rücken bieten. Die Bälle dtt'SpieleLden sind ans den Eemäldui roth, gelb hellblau und dukelblas. ., . . , Die Eigenthümlichkeit deS altegyptischen Velkes, dem Todten mit insGrab zu legen,, was ihm im Lebe lieb und theuer gewesen, verdanken wir auch den Fund wablerhaltener Bolle, die aus der Gräberwelt ThebenZ stammen und zur Zeit im britischen Museum zu London ksnscrvlrt werden. '. Der größere dcrselbrn ist ein Lcdcrball vsn L m Durchmefscr. Die Naht der zusammcngefügten beiden Lcdcrstücke ist öurch Kreuzstiche hergestellt. Der Ball ist mit Kleie gefüllt. ; ' Der zweite Ball ist von ganz anderer Beschaffenheit. Er ist aus Thon gefertigt und buntstrcifig bemalt. Bon Lederbällcn, die man außer dem im Berliner Museum, andcrweitia eben ! indermumim gefunden Hai und über

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deren Verbleib nichts verlautet ist, wa ren viele mit Binfcn ausgestopft. Nicht minder beliebt äls das Ball, spiel war das Rcifcnsp'cel, mit dem sich, wie noch heute, Alt und Jung delu stigte., doch scheint es in etwas anderer als in der bekannten Weise gespielt wor den zu sein, denn auf einem Gemälde in Bcni-Hassan sehen wir zwei Spieler den fortzutreibenden Reifen auf inein andergcfügte Hacken halten, mit denen ihre langen Stäbe enden. Derjenige, der nun das meiste Geschick befaß und seinen Haken schnell aus dem des anderen zu lösen verstand, wurde vorläusig Besitzer des Reifens und konnte ihn tretben odcr in die Höhe werfen. Von Glücksspielen veranschauliche:: uns die Wandgemälde in Beni-Hassan drei Arten, und zwar das sog. Morra spiel, das unter diesem Namen in den niederen Vollsklasscn Italiens noch jetzt fleißig gespielt wird, das Gerade und Ungerade und das Blindcnspiel. Tie Eigenthümlichkeit des Morraspicls bestand darin, daß eine der spielenden Personen die Finger plötzlich ausstreckte und blitzschnell wieder zusammenrückte. In demselben Augenblicke mußte der Mitspieler die Zahl der ausgestreckt gewesenen Finger errathen. Natürlich war der Rathende immer auf die Ehr lichkcit des Mitspielers angewiesen. Bei dem Gleich, oder Unglcichspiel ergriff einer der beiden Spieler mit der Hand in ein zur Seite stehendes Gefäß, das mit kleinen Gegenständen, Steinchen, Gerstenkörner, Bohnen' :c. ae füllt war, und hielt alsdann die auf erncn Gnn erfaßten Gegenstände fest. Der andere mußte darauf angeben, ob die von der Hand umschlossenen tem chen oder Früchte in gerader oder ungc rader 'ahl vorhanden fern Zollten. Das Auszahlen der Gegenstände offenbarte alsdann den Gewinn oder Verlust des Spiels. Das Bllndcniplcl bestand dann, daß sich zwei der Mitspielenden aus den den setzten und eine dritte Person zwi schen sich nahmen, die in kriechender Stellung mit zur Erde gesenktem Kopse und verbundenen Augen errathen mußte, wer von den beiden Spielern , sie mit der Hand auf dem Rücken berührte. Würfel aus Knochen oder Elfenbein, die man in der Gräbcrstadt Thebens gefunden und von denen vfc? im Mu seum zu Berlin aufbewahrt werden, geben uns die Gewißheit, daß auch dieses Glücksspiel im alten Egyptcn beliebt war. Die Würfel sind sechsseitig, und zwar hat ein Exemplar ganz' flache Seiten, die drei übrigen dagegen aber nur zwei flache und vier etwas abgcrundete Seiten. Die Seiten der Wür fel sind mit Augen in der Zahl von eins bis sechs bezeichnet und sogar auch ln der- Anordnung der Augen unserm Würfel vollkommen gleich. ' Daß das Würfelspiel bei hoch und niedrig allge mein war, bezeugt eine Sage, nach wcl cher Rampsinit (Ramses III. um 1200 v. Ehr.) in der Unterwelt mit der Isis um einen goldenen Mantel würfelte, den er gewann und mit auf die Oberwelt brachte. Unklar, wie das Würfelspiel, ist uns bisher auch die Art und Weise des Dame- und Brettspiels geblieben, das vir nicht nur mehrfach abgebildet sinöcn, sondern von dem sich auch Spiel breiter und Spicltästcn, Steine und Figuren erhalten haben. Auf einem (Gemälde in den Grabcsgrotten von Beni-Hafsan sehen wir zwei Egypter bor einem kleinen niedrigen Tischchen hocken und Dame spielen. Die kcgcl förmigen Stein?, ioclche sich auf dem Brette hin- und herschiebcn, erscheinen in der farbigen Tarstellung abwechselnd Tieiß und schwarz oder roth und schwarz. Tie Steine, entweder aus hartem Holz )der Elfenbein geschnitzt und verschieden (n ihrer Form, zeigen große Aehnlichkeit mit den Schachspielsteincn. Das Brettspiel, das die Egypter noch in der Unterwelt mit den Göttern zu spielen hofften, war das Lieblmgsfpiel der Würdenträger und Könige. So ist Ramses der Große auf einen hohen Seffel vor einem Brettisch sitzend darZestellt, wie cr sich mit seinen beiden Töchtern am Spiel ergötzt. Tie eine der Töchter, seine Partnerin im Spiel, steht ihm gegenüber, während er die andre kleinere Tochter, die das Spiel aufmerksam verfolgt, mit seinem Arm umschlungen halt. Zahlreiche Darstellungen ßhmnattilcher Spiele lassen darauf schließen, daß b'te egyptischcn Knaben und Jünglinge im Ringen, Laufen und Springen ihre Kräfte stählten und erprobten und durch Scheinkämpse, Speerwerfen zc. sich auf öea Beruf eines Kriegers vorbereiteten. Zu diesen Uebungen gesellte sich auch für die Kinder aus beffercn Stünden er Unterricht im Schwimmen, denn mehrfach werden unter den Prinzcmrziehern die Schwim mmeistcr" genannt. Außer Ball und Reif waren es mancherlei bewegliche Figuren, die der Knabe von Eltern uud Verwandten als Ge schenk erhielt. Zu diesen gehörte auch der im Leidener Museum befindliche einfache Hampelmann aus Holz, einen Korn Wählenden ' Sklaven darstellend, der seine Thätigkeit beginnt, sobald man an dem Faden zieht. Am gleichen Orte befindet sich auch ein aus Holz geschnitztes Krokodil mit beweglichem Rachen, und ein ähnliches wird im egyptischcn Museum zu Berlin aufbcwahrt. Das Lieblingsspielzeug der altegvptischen Märch.'n war die Puppe. Die Kinder erhielten sie in der mannigfachsten Gestalt und in verschicdenstcr'AusGattung. Eine Puppe von pappartiger Beschaffenheit,' theilweise vergoldet, mit Waaren aus Erdkügelchen findet sich im ägyptischen Museum zu Berlin und indere Holzpuppen, Ledcrpuppcn. be kleidete uud unbekleidete sogenannte Stechkiffenkinder, auch mitNcqcrtypus. puppen mit beweglichen Gliedern und langen Haaren, die wir noch h:uie im öritischcn Museum, zu London bfw::ii dern können, waren auch schon vor WOQ Jahren tas Entzücken der Kleinnödchenwelt" am Nil. ; V

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Hexenwese und Jauverct. Ueber Hercnwescn und Zaubere, hn

heutigen Vottsleben". d. h. übe? den kragen Aberglauben, von welch, n$$ heute ein Theil der großen Menge desangen ist, sprcch dieser Tage der Gy nasiallchrcr Dr. U. Iahn im Verein für Voltskunde" in Berlin. Der Vor tragende hat auf vielfachen Reise Gc lcgenhcit gehabt, die Sitten und Gc brauche der untkren Volksttassen im deutschen Vatcrlande zu ftudircn, und hat dabei gefunden, daß der Glaube an Wundcrkurcn und Hexereien in die sen Kreisen noch ungemein verbreitet ist. Sehr stark vertreten ist der Glaube,, das gnviffe Mcnsch?nklasjctt. wie dieSgeuncr, Freimaurer und Jsracliten, im Besitze vonMittcln und ZauberformeZn sich befinden, durch welche sie ihrerr Mitmenschen Schaden zufügen können. Am meisten gefürchtet sind vielfach die Freimaurer, und wenn gcgcn dieselben noch niemals Ausschreitungen stattsan. den, so beruht dies wohl nur auf dem Umstände, das die Logenbrüder zun:eift dm höheren Ständen angehören. Im Allgemeinen muß man unterscheiden zwischen dem Glauben an die miit Kunst" und an die schwarze 5hrnst". Zur ersteren zählt die Krantctthciluttss, durch Sympathie, Besprechungen und sonstige Kurpfuscherei. Die schwarze Kunst soll vor Allem dem weiblichen Geschlecht eigen sein, oder auch allen in. der Mitternachtsstunde am Donnerstag, Freitag und Sonntag Geborenen, sowie dem sicbtntcn Kinde. Gegen die: bösen Anschläge der Hexen schuht man sich durch das Anbringen von rothen und weißen Kreuzen an den Tvohnun gen in der Walpurgisnacht. Die ä? teste Form der Ucbcrtragung von Jan bcrformeln und Sprüchen ist die Wünw liche, wird jetzt aber sehr wenig onge wandt. Dabei stellt der Unterweisende dem Lehrling gewöhnlich die Bcdin gnngs daß er die erlernte .Kunst nicht vor ö dis 0 MLNSlm irno vor l'll lern nicht in feinen eigenen K'.rndni kreise ausübe. Tie Unterweisung darf nur kreuzweise" geschehen ; ist der Un tcrwciscnde z. B. ein Mann, so muß', der Lernende dem weiblichen Geschlecht' angehören. Die Uebcrtragnnz an dss' gleiche Geflecht hebt die Zauberkraft für immer auch sür den alten unterweis senden Zauberer, auf. Gebräuchlicher ist die Form der Ab schreibung der Formeln, aber der Be' fitzer schriftlicher Zauberformeln bewacht diese mit mißtrauischer Scheu und wird nur dem die Abschrift gestatten, welcher sich den Anschein geben kann, als sei er ein noch mZchtigcrcr Zauberer un im Stande, dem Besitzer Schaden zu zu fügen. Bei dieser Abschrift dürfen keine Vcrbcsicrungcn von Schreibfehlern vorkommen, sonst ist die Zauberkraft gebrochen. Am gangbarsten ist die Verbreitung der Zauberformeln durch den Druck, durch das sog. 6 und 7 Buch Moses und durch das Zauberbuch von Albertus Mügnus, die von dem aber gläubischcn Landvolk zu scbr holten Preisen erworben werden. Der Vor tragende hat es selbst erlebt, daß für einen sog. Himmelsbrics, welchen eine 3ZeuÄupPincr Firma für 10 Pf. absetzt, von einem ostpreußifchen Land mann an einen Kolportcvr ein-Doppel thalcr gezahlt ward. Eigenthümlich ist, daß fast aLe Sprüche int Namen. Gottes oder der heiligen Dreieinigkeit lauten. Nur einmal ist dem Bortragcndcn ein Spruch porgckommcn. durch welchen der Satan zn Hilfe geruftn wurde. ?!atür!ich ist auch der Spruch ohne die vor geschriebene beremrnie wirkungslos. Neben den Besprechungen giebt es noch andere Zanderformen. Um sich unsichtbar zu machen,. muß man in der Reujahrsnacht einem schwarzen Kater lebendig ioi:n undsodann ans dem Hirn desselben einen Bestimmten kleinen Knochen lösen, mit welchem man dann den Zauber voll führen kann. In einzelnen Gebendem hängt man kranken Kindern eine ltben" de M .us mittels einer Schnur um deni Hals, damit das Tbicr die Krankheit, an sich ziehe. Tie Thatsache, ' daß Sympathie und Zaubersprüche oft hcl sen, findet nach Ansicht des Redners ihre Erklärung in dem felsenfesten Glauben an ihre Wirkung: so lzade et selbst am eigenen Körper bei einer 3?er lctzung durch dm festen Willm, nicht: bluten zu wollen, die Blutung gestillt. Vielfach helfe auch der SalbenZop mit. Aus einem Orte in der. Fkahe von Andcrnach wird der üoblJ Volkszeitnng" von einer erschütteniden.Julius Eäsar--Aufführung berichtet. Markus Antonius befand sich gerade oberhalb der Bühne auf der. Treppe Erlaubt ihr, darf ich hinuntcrsicigcn fragte er die untenstehenden Römer. Diese gaben ihre Einwilligung. War kus Antonius aber trat unvorsichtig aus' das schwache, mit Segeltuch ubcrzagcne Gerüst., welches die Marmorplattfonn oberhalb der Treppen vorstellt, und hinab kam die ganze Geschichte nebst Markus Antonius selber. Julius Eä sar aber, der schon seit mehreren Stun den todt war und starr auf einer Bahre am Fuße der Treppe lag:, streckte seine? Arme in tödtlichem Schrecken empor,, als die Plattform krachte, und schlug rechts und links aus, um die ihm um die Ohren sausenden Trümmer ab.iu wehren. Markus Antonius jedoch, kurz entschlossen fuhr in seiner Rolle fort: Sofern ihr Thränen habt, berci tet euch, sie scho zu vergießen." Uud die Thränen flössen reichlich, aber e waren Lachthräncn. ' Os i a rs Protest. . Mutter? Oscan Mein-warst D artUund. heute bist Tu gar nicht brav. Oscar (weinend): Ader, Mama aUe Tage kanN'MüudOch,Nlchiz,,b?av'iein .; mann mch!, jchrcll mcmc Kleine singt: grau, oder raisonnirtfMne Schwie' acrmuiier.,

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