Indiana Tribüne, Volume 15, Number 252, Indianapolis, Marion County, 29 May 1892 — Page 3

,,, I ,., f::,!'1'!';,,!'

3

n :' - " - : V ' lJ , ASW,ff 1"i! I ' ' ,,, VKtfnsa

I I

Wer ifi der Schuldige? SltztZt ic . ZsUer-Lisnxt. (4 Fortsetzung.) ;' Ich faßte stürmisch nach seinin feinen Händen, und stotternd brachte ich meine Entschuldigung vor: Sie verstehen also? i" Ta entzog er mir feine Finger, die sich kalt uudifeucht anfaßten, und kW wies ab: Die NeWng ja. nicht den Aus bruch. Ab:r die Naturen sind ja der schieden. Waö ich Ihnen vorhin sagen wollte, als Sie mich unterbrachen: Sie haben theilweise gut gemacht und den richtigen Weg betreten, als Sie den völliger Aufrichtigkeit wählten. Sie öxsmx ab:r wohl " er sah mir mahnmd dabei in die Augen, daß es nur der erste Schritt war, daß Ihnen weitere bevorstehen, wenn Sie aufrichtig bereuen."' Jetzt blickte ich ihn betroffen an. ,,Jch verstehe Sie nicht. Meinen Sie Nomana? Marie?" verbesserte ich schnell. Er schnitt mir brüZk das Wort ab. Marie hat damit gar nichts zu schaffen. Sie haben ihr gegenüber schon gethan, waZ Ihre Schuldigkeit war. Aber haben Sie gar keine anderen Ver Hflichtungen, keine unbegrenztester Auf richtigkeit gegen Ihre Braut? Schul den Sie ihr nicht ein reumüthigeZ Eins Icständms; Ihrer Augenblicksverwlr rung? Müssen Sie da nicht um VerHebung flehen' In untdillkürlichem Trotz warf ich den Kopf in den Nacken. Mally abbitten! Was ging es die an? Für meinen stürmischen Gefühlsausbruch hatte ich wo anders schon Verzeihung gesucht und erhalten. Meine starke NeZznng ich wußte jetzt in felsenfester Ueberzeugung, daß es keine Augenb!ickZerre.;ung der Sinne allein) konnte ihr völlig gleichgiltig sein und' war cs'wührscheinli'ch auch. Denn hellseiend jetzt, erkannte' ich deutlich, was ihr an mir galt : eine gute Perser gung. eine brillante Stellung in der Gesellschaft durch mein Geld. Die sollten ihr beide ungeschmälert werten, und so diel von meiner Person obendrein, als dem kühlen Dämchen wünfchcnwcrth sein würde. Meine neucrwachte Liebe war mein, Und so wenig ihren neuerwachten Ansprüchen Abbruch thuend, wie die Naturschwär. merei, die sie mißachtend, wie eine sentimentale Kinderei belächelte. Ich will mir das überlegen," entsegnete ich dem Pastor. Tann zog ich , meinen noch feuchten Rock an, ließ'mir den Abendmantel meines Wirthes auf reden, und mit einem trockenen Gute Nacht wobei sich die Hände kühl und Wchtig begegneten, trennten ' wir uns. 4. Kapitel. Es war voll Mittag, als ich nach schlaflos verbrachter Nacht aus spätem Morgenschlmnmer erwachte. - Meine Stimmung konnte nicht gerade behag lich genannt werden. Die schuldige Rücksicht gegen meine Braut hatte ich jedenfalls stark vernachlässigt. Mich. ; nach der nicht ganz gefahrlosen Tonr, seit zwanzig Stunden ' Nicht darum ge kümmert, ob sie todt' oder lebend das väterliche Heim erreicht hatte! Mein Sündenregister war so über voll, und mich packte Galgenhumor; jene desperatlustige Stimmung, die Alles auf eine Karte fetzt. Sie, sollte Alles erfahren, und ich wollte mich auf Gnade oder Ungnade ihrer Entscheidung unterordnen. Wollte sie mich dann noch, konnte sie auf meine unverbrüchliche Ergebenheit rechnen, halt sie mich jetzt nicht mehr' gut genug dann y . , Bei dem Gedanken machte ich fast einen Lustsprung vor Freude, wenigsiens mit beiden Beinen zu meinem thron artigen Bett heraus und war schnell in den Kleidern. Mein edler Vorsatz sollte jedoch einstweilen nicht zur Ausführung kommen. Im Gefänznißhof führte ein Mann ein Reitpferd spazieren, dessen edle Raffe rückzielend auf die Verhältnisse des Besitzers schließen ließ. Jm Salon empfing man mich allseitig ziemlich frostig.' Der Aeiter in enganliegenden Hosen und hohen Stiefeln streckte mit gönnerhaft einen Finger im Militär? Handschuh zu, und Mally' sagte spitz.: Ten Herrn Oberst hat die Besorgf niß, wie unS die gestrige Fahrt bekommen, schon aus H.. herübergetrieben. Wir meinten schon, Dir sei etwas zu? gestoßen, "und ließen im Gasthof nach, fragen Zum Glück siel ! die Antwort ebenso beruhigend als befremdlich aus." - f" Mich vor einem Fremden wie einen Schutbuben abzukanzeln fand ich von Wally nicht sehr taktvoll. Meine Ent schuldigung fiel daher viel weniger demüthig aus, als ich mir vorgenommen. Möglich., daß sie wie pure Aus kehnuna eigen die despotische Bevor mundung des altkindlichen JrauleinK ,klana.k ''i'' . "i'ft: 'Mi; Ich sah, wie der galante Oberst in tadelnder Verwunderung die Brauen hochzog. Miß Sampzon.wle das ver steinerte VcrdammungSurtheil blickte. und der Herr Gefängnißdirector noch um einen Grad refervirter und steiser wurde. . Man lud den nur auf eine Visite "Vorgesprochenen so dringend zum lülci den ein, daß er sich entschloß, sein Pferd absatteln zu lassen und Tischgast ezuerdenM , , if-- " Mich ignorirte man dabei gänzlich. Es war aber auch wohl nur natürlich daß der künstige Sohn des Hauses sich selbstverjtündllch als eingeladen oetrach tete und es da keiner besonderen Auffor deruna bedürfte. , , , Sehr behaglich war mir dabei trotz allcdem, nicht. ..Man sprach bei Tisch über die Jtzcns" und,.Witzens" und ..lidens", lauter yochseudale Schluß kndunaen. die im Gotbaer, Kalender

sicher ihren vollgiltizen Platz einneh men. mir aber: total unbekannt und uninteressant waren. Man behandelte mich dadurch, als wenn ich Luft wäre, denn die militärischen Kiu-Iits-Llstsch gcfchichtcn, die man eifrigst erörterte, waren für mich nicht mehr, als 'wenn man ..Nothwclsch" gesprochen. Mally sah mich ein paar Mal ein wenig schadenfroh an, als genieße sie den Triumph, mich durch dieses Aus schließen aus , ihrer aristokratischen Atmösphäre vor mir selbst zu demüthigen. Zuletzt sagte sie foM etwas böZhast spöttisch: .IJier meine iVrriVhstftfn. wir ftir

r i - - - - - - - i 7 - - gessen den guten Jbelius ganz und gar I dabei, der für unzere Welt unmöglich Interesse haben saun." ,.Es aber gewinnen muß. da d'r Herr den Ehrgeiz besitzt, sich zu ihr. zählen zu wollen." sprach d:r Herr Oberst streng lehrhaft und fa.si mich ein wenig hochmüthig von der Höhe seines stolzen Selbstbewußtseins an. Ich hätte mir den Blick ganz gut mit frecher Eindringling" übersetzen kirn nen. Nach Tische lustwandelten wir im Garten. Ich hätte mir wieder sehr überzählig vorkommen müssen, da der Oberst, lebhast sprechend, mit gewandten Seitensprüngen neben meiner Braut hinging, wenn' sich Miß Sampfon nicht meiner erbarmt und mich streag in's Gebet genommen. Jow illbred von bebaveJ to tlie poor child und whov disappointecl slio rnast feelafter all," bis ich mir ob dieses: schlecht erzöge nen Betrag.'ns und Mally möglicher Enttäuschung über das JugendidealWie der ha'rtgebackenste Sünder auf Gottes Erdboden vorkam. Zum Glück errettete mich das Hinzukommen des Hausherrn vor einer völligen Zerschmetterung. Die Paare for mirten sich anders dadurch, daß die Herren rauchen 'wollten. Die beiden älteren zogen sich in die Laube zurück, während mir Mally ihre neue Gold draht'Boliere zeigte, ein Geschenk des aufmerksamen Obersten. d:m die Pflege oer bunten Vöge!l, nach Abreise seiner grau, eine Last geworden. Mir fiel es dabei schwer auf's Ge wissen, daß es unter Verlobt.'n Brauch tti fein pflegt, der Braut ein werth volles Angebinde darzubringen. 5n ropens übertünchte Höflichkeit" hatte mich Hinterwäldler noch immer nicht gründlich wieder in die Lehre genommen. Während Mally mit dem Zeigefinger den Kopf des weißen Kakadus kraute, der rothäugia blinzelnd sich an die Stäbe drückte, drangen einig? laute orte aus der Laube an ihr Ohr. Ter Oberst sprach ste scharf pointirt : Paar Monate Anstandsfrist Auch bemittelt genug, Ansprüche zu besriedi gen." ES wurden mit gedämpfter stimme Gegen bemerkuugen vom Baron angeschoben, die nur wie ein dumpfes Murmeln uns erreichten. Dann kam eine heftige Erwiederung: Im Gegentheil beweist der Welt, wer der schuldige Theil gewesen" dann eine kurze Pause, .'in der die Stimmen sich senkten, und darauf ein markirles; Paßt nicht in die Verhältnlsse. verschiedene Erziehung, Le bensannchteu, Gewohnheiten. Werden sich unglücklich machen. Noch Zeit. Thörichte Scrupel! Besser vorbedacht, als beklagt. Uebertriebener Ehrbe griff Mally hatte gerade so gut Alles gehört wie ich. Wenn ich daran gezwei selt, hätte die fliegende Rothe auf ihren etwas eingesunkenen Backen es verra then. Sie that aber, als wäre sie völ lig unbefangen und hätte 'den Sinn der in der Laube geflogenen UnterHaltung nicht ebenso gut combinirt, wie ich'selbst. Der Herr Oberst that also meiner Braut die Ehre an, um sie, als dritte Frau, zu werben. Erstens, weil er der bösen Welt dadurch beweisen wollte, daß sie im Unrecht war, wenn sie be haupteie, seine zweite Frau sei wegen einer' zuweilew etwas handgreiflichen Bchandlungsweise entlaufen. Würde man ihm sonst aus derselben Familie eine Tochl.'r geben?' Zweitens: weil es klar wie d Tag toar, daß ein .so fein organisirtes, zur großen Dame erzogenes Wesen, wie Fräulein von Below, mit einem so im gehobelten Patron, 'wie meine Wenig keit, der sehr ungelenke Verbeugungen und gar keine Complimente machte, auf .alle Fälle, unglücklich werden müsse. ' - .?:;!!;: f!j! mimM ' Ich kann nicht behaupten, daß der Rest des Tages sehr angenehm verbracht wäre. Ader auf irgend eine Weise führten wir ihn mit Anstand zu Ende. Möglich auch, dan der Skat, bei dem Mally den Strohmann mit Geschick und Verständniß abgab (manches Lob des entzückten Oberst dafür nheimsend) und der alte Johannisberger Cabinet", den der Baron dem 'Kenner" ponirte, das ihre thaten, die Harmonie wenigstens oberflächlich zu erhalten. Ich empfahl mich mit dem andern Gast zugleich, wenig ahnend, daß ich zum letzten Mal hier unter dem tödtll chen Einerlei dieser Gesellschaft geseufzt hatte. Ehe ich am nächstens Morgen den Marter und Bußgang zu meinem weib lichen Beichtvater antreten konnte, kam der sreiherrllche Bediente mit der schein heiligen Galgenphysiognomie. Er über reichte Mir Mit gehelmnißvoller Wichtig keit ein Päckchen und einen Brief, und fragte: ob er auf Antwort zu warten hätte? , ':.vvAiIch that einen flüchtigen Blick hinein. dann belohnte ich den Kerl königlich für l seinen Botenweg und hiek lyn gehen tes hatte nicht viel aetehlt, so wäre :ch vor Freuden dem Galgenvogel noch um den Hals gesallen. !,Ui" : j j.- '! .Da' stand es;1, irl". feierlichcr-steifer Handzchrlit, Zehr höflich, m sehr rück sichtsvolle Form gekleidet, was unge führ der Oberst gestern behauptete ie Kmdcrennnerungcn hätten nch Ui

reiferer Prüfung als Illusion erwiesen. Erziehung und Gewohnheiten ständen zu schnurstracks sich entgegen, um ein gedeihliches Zusammenleben erwarten zu lassen. Zu dieser schmerzlichen Erkenntniß fei sein (des Barons) liebes Kind heute erst gekommen; aber lieber noch jetzt, als wenn es zu spät Lur Rück kehr wäre. Man erwarte von meiner Männlichkeit ein vernünftiges 6m sehen und großmüthiges Verzichtleistett, was sich, tür den einen Theil wenigstens, nicht als das gehoffte Glück er. wiese. Run kamen die üblichen Ver

sicherungen tiefen Bedauerns, besonderer Werthschätzung und dann die 9!a mensunterzeichnung mit allen Titeln und Würden, als hätten diese mir zu quterletzt .so recht vor Augen führen ollen, wie unwürdig ich eiqentlich sei. einer solchen Familie einverleibt zu werden. Da auch das äußere Bindeglied eres Verhältnisses beigefügt war. das , wir mühsam im Städtchen aufgetrieben lich unachtsamer, ungeleckter Bär. hatte nicht mal' im Voraus an die üblichen Arillantrinqe gedacht), so mußte ich wohl oder übel zur Antwort .schreiten, und den viel zu engen Goldreis, der mir schmerzhaft in's Fleisch schnitt, an einen Geber zurückzusenden. In meiner überfließenden Freude hätte ich's am liebsten in diese Zeilen hinausaejubelt. wie dankbar ich den Herrschaften für meine Erlösung sei. Ich that mir aber schicklichen Zwang an und theilte dem besorgten Vater erge benst mit, daß ich die Trennungsgründe emer Fräulcm Tochter anerkenne und mich ihnen unterwürfe, mir anbei er aubend, den Verlooungsring m lyre Hände zurückzulegen, und mich den Herrschaften ganz gehorsamst empfehle. Anständiger konnte man ein drückend Band nicht lösen. Ich kam mir denn auch ordentlich befreit und glückselig wie ein Knabe vor, der der strengen Zuchtruthe glückich entronnen. Irgendwo mußte ich neine Freude hinausjauchzen, und so chlug ich denn naturgemäß den Weg zum Pfarrhause ein. Der Pastor, der eben von einem Amtsweg. heimgekommen, empfing mich elbst, mir wollte schemen, beute wieder mit alter Herrlichkeit. Er kam mir merkwürdig verändert, eigentlich gealtert, zusammengefallen. wie nach überstanden Krankheit oder überwundenen Kämpfen vor. Seine fniche Stimme klang matt, das Auge blickte müde. In dem lichtbraunen, seidenweichen Haar sah ich zum ersten Mal , an. den Schläfen es ergrauend schimmern. Die gewohnte Elasticität fehlte der Haltung, Augen und Wangen kamen mir ein wenig eingefallen vor. Ich fragte ihn, ob er krank gewesen? Er schüttelte verneinend 1as Haupt und lächelte trübe: Nur schlecht geschlafen die beiden letzten Nächte. Das macht sich in memm Jahren schon geltend, wie Sie sehen." Ich sagte ihm dann, daß ich es für meine Pflicht gehalten, ihn zuerst und persönlich von den großen Veränderung gen in meinen Verhältnissen zu benach richtigen, ehe es von außen zu ihm dringe. Und nun erzählte ich. was ge schehen. Er nickte wieder mehr zustimmend als verdammend. ' Ich habe einen so menschlich urtheilenden und menschenfreundlichen, nachsichtigen Diener der Kirche Zeit meines Lebens nicht kennen gelernt! Ihr habt Recht gethan, em Band zu lösen, dem die höchste Weihe, die echter, starker Liebe, fester ZusammengeHörigkeit mangelte." sagte er nach tu ner.Weile. Nichts Zelotisches, nichts den starren Buchstaben Festhaltendes haftete an dieser hohen, reinen Men schenseele, die auch im Entsagen sich selbstkos edel zeigte. Jetzt sind Sie frei sprach er be dachtsam, als wenn sich die Situation dadurch klar machen wollte. Ja, frei und unabhängig." mag ich überselig hinausgejubelt haben, denn er sah mich lange nachdenklich an, und ein wehmüthiges Zucken spielte um seinen feinen Mund. Sie Glücklicher! sagte erdann ohne die leiseste Abgunst. Sie bindet nichts, dem starken Zuge in sich zu , folgen. Keine Verhältniße legen Ihnen Fcneln an. Sie wurzeln in keinem Beruf, der Ihnen Pflichten auferlegt. Sie, sind nicht vor die Wahl gestellt, diesen aufgeben zu müssen, mit dem sie organisch verwachsen sind, oder Ihre liebsten Wünsche ihm zu opfern. Sie haben Keinem Rechenschaft abzulegen, weder Schwester noch Kind, wenn Sie ihr per sönliches Glück allem Anderen vorzögen Ihnen wird lern Mensch alsdann -den Bormurf machen können, Sie ruhten auf bequemen Lotterdett, das liebevolle Hände, die längst hinüber sind, Ihnen in der Welt zurecht gemacht. Sie genos r n ,t , .;. . . . . v -. . m rv ..... 1 1 . . n mn einer remoen, was ener n dern zugehört.-. , Ich sah ihn tödtlich erschrocken an; Sein wohlbchüteteZ Geheimniß war ihm unwillkürlich über die Lippen ge glitten. , Er 'hatte sichtlich schwer ge litten, gekämpst uud überwunden in diesen acht Jahren und sah so erschöpft aus. ' .Mit ernster Freundlichkeit reichte er mir die Hand. , Betrüben Sie sich nicht, ich,! habe mit alledcm abgeschlosien" Mein Theil Erdengluck hab ich gehabt, werde tch an den Kindern ' noch haben, finde ich in dem völligen Aufgehen, , in ' meiner fegensvollen Berufsausgabe: zu helfen, zu rathen, zu trösten und oft zu bessern Aber. Jbelius, ich habe Sie nicht aus müßiger Schwatzhastigkeit einen Blick in mein ringendes Herz thun lassen. Ich bin auch nur ein Mensch von Fleisch und Blut: ich mun mit meinem Hei land flehen: Herr, Herr, nimm diesen Kelch von mir!" Bei Gott, ich mißgönne Ihnen Ihr Glück nicht, aber legen Sie mir nicht die Qual auf. viel Zeuge desselben werden zu müssen. , Machen SicIurz:k??sS;,

Nehmen Sie sie gleich mit fort. Ich

will Euren Lebensbund gern noch ein eqnen und die Wege zur qesetzlkchm l5heschließung Euch ebnen. Sie haben doch nach keinem Menschen in der Welt zu fragen, nicht wahr?" Doch, mem altes Mütterlen,, dessen Stolz und Freude ihr Einziger ist, lebt Gott sei Dank noch.'' Da verstummte er betreten, und naö einer Werke fragte er ängstlich:! 0 .Ist sie ohne Voracthm. Im meme. mit jenem weiten, humanen Gesichts rels begabt, der menschucheS ehlent chuldigen, ja verstehen läßt?" Sie 'ist aanz gut und vom alten Schlage, in mgbürgerlichen Kreisen, als Tochter eines Subalternbeamten groß geworden; als Amtsmannssrau chwerllch aus demselben herausgewach en, in Zucht und Ehren alt geworden. un mschen aittranliiQ, nn viscyen chwerfällig im Erfassen von neuen Eindrücken. Aber kreuzbrav und gründ ant. Da haben Sie meiner ehrwürdi gen Mütterleins Portrat in großen Zügen." Er sagte keinen Ton daraus, aber ein bedcntlichcs Kopsschütteln meinte icherlich: Dann scheint mir die Sachhoffnungslos. Gehen Sie zu ,hr, da hinunter in das Birkenwäldchen. Sagen Sie ihr, ie möge die Kinder heimschicken, ich wünsche es so. Und dann sprechen Sie mü ihr. Sie sollte Ihnen ihr vergan genes Leben vorlegen. Und wenn Sie Alles erfahren, müssen Sie wissen, ob Sie sie als Tochter noch in das Haus Ihrer strcngdenkendm Mutter führen wollen und dürfen.- . Dabei seufzte er schwer und wir IjicI en uns in bedeutsam festem Druck die Hände Als ,ch den Weg verfolgte, den ich ahnungslos am Abend meiner Ankunft gegangen, pochte mir das Herz in banger Fürcht und Besorgniß. Was wurde ich zu hören bekommen ( Wie würde die Entscheidung ausfallen? Auf dem moonaen Waldboden hatte sie mich nicht nalzen gehört, und ich konnte die liebliche Gruppe mit allen Sinnen genießend, in mich aufnehmen. Romana hatte aus emem Baum stumpf unter einem sogenannten Schutzdach von Lattenwerk, Rohr und Moor Plak genommen. Sie sah wie nn Bild in der köstlichen, grüngoldigen Be leuchtunq aus. die sich durch die Fugen ftahl. Die Kinder vertheilten sich um sie herum im Grase. Das Kleinchen rutschte unermüdlich umher und las die zierlichen Eicheltäßchen vom Boden in die Schürze. Der Aelteste, ein angehen der Sextaner, lag der Länge nach in hohem Grase, aber seltsamer Weise aus der Körperscite, die der Mensch sonst Nicht zum Ausruhen sich erwahit. Er hatte beide Zeigefinger in die Ohren gee stopft, und las mit' glühenden Wangen seine, für Kinder präpanrte JUtad halblaut vor, während der etwas jün gere Bruder sich von der freundlichen Erzieherin unermüdlich die lateinischen Vokabeln abfragen ließ, und die Zwil linasschwestern 'selbstsüchtig dazwischen fuhren, um Romanas Rath beim Pup' it. - ... . - r. 3L penueloernaym zu oeansprucyen. Mit unermüdlicher Geduld und Freundlichkeit gab sie Bescheid, unter richtete, ertheilte guten Rath, und der lor all dem Ansturm gegenüber, nicht einen Augenblick ihre angenehme Nuhk und gute Laune. Man erlabte sich an diesem voukom men schönen Menschenbilde von Kraft und LebenSfulle, von klarer Besonnen heit und gesunder Natürttchkeit, und wer hätte sie nicht als kostbares Eigen, thum. begehren sollen i Em derbes Noth stieg rn ihre immer blassen Wangen, als ich begrüßend sie ansprach und meinen Austrag ausnch tete. Die aufgelöste Ordnung gab den Kindern Anlaß zu frohem Davontollen. Selbst Kleinchen watschelte an der Hand deö beschützenden Bruders tapfer mit und Romana sah ihnen lächelnd nach. So sind die Menschen, große, f leine," meinte sie, sich wundernd. Nur Ab wechselung um jeden Preis,, nur eine Unterbrechung der monotonen Ordnunq sei's a'ucy zum Schlechter. Se hen Sie, wie die unvernünftige kleine Horde ans dem Waldes schatten ln die Sonnengluth davonsturmt." Wir lachten Beide, aber es war nn gezwungenes Lachen; es kam Keinem vom Herzen. Die ComSdie kam mir unwürdig zwischen uns vor. Ich nahm warm und fest ihre wiederstredenben Hände m meine. Sind Sie eme Ausnahme von dem Naturgesetz? Wurden Sie eine Wand lung zum Bessern hoffe, ich nicht freudig begrüßen ?" Und ehe sie noch antworten konnte: Tlnn Verlöbmß ist gelöst. Fahren Sie nicht aus, nicht von meiner Seite so sehr mir danach auch verlangen mochte. . Sie gab nur ein überraschtes Oh l von sich, aber die Hände zuckten erregt in den meinen auf. Dann wandelten wir, die den Kindern eine Strecke ge folgt, und sie im Garten sicher anae langt . waren, den Weg zurück, und weiter, immer weiter, an dem jetzt sonnenbeißen Platz, am , Schutzdach , vor über, durch die kühle, grüne Schlucht, in der die Farrenwedel still und weit p y ii .: v .i, . ..,! orn , ! i. icyalieno vis zu annesyoye uanoen Beklommen schweigend, suchte .ich in dem 1 feuchten Grunde vergeblich nach einem Ruhesitz, und mechanisch stiegen wir wieder aufwärts bis zu jener Stelle, wo plötzlich der Wald aushörte. und augenverblmdend, übersprüht vom goldenen MmagSlichte, der Miniatur' fee sich zu Fußen hmbreitete. ' , Ruckartig Durchfuhr eS meinen Kör per in plötzlichem Erschrecken., Anfang und Ende meines RomanS", zuckte es mir durch? Hirn, als ich auf das im Mondllcht , so ; unheimliche, ietzt male rische Gewässer niederblickte, auf!, dem ich Romana vor kaum zwei Wochen hie? zum ersten Mal erblickt. , WaS lag alles zwischen diesen 14 Ta gen! ; Eine Welt der Erfahrungen und

(öesWe, daß cS mich schier berücken wollte, ein ganzes Menschenleben langte nicht dazu aus. Wir setzten unS im Schatten einet breitfchattenden Platane auf einer der malerischen Komposthaufen mitten zwischen das üppigwucherude?unent wirrbare Blumenchaos von Klatschrosen, Kornblumen und Bergißmeinnicht. Neben uns murmelte das lle Wasserlein, um uns summten goldbänchige Hummeln und gauk'eltm Blauftügler. Ueber uns , brütete in lautloser Ruhe .die heiße, fast bewegungslose Mittcisgluth, einschläfernd, betäubend, ja einlullend, was in leidenr f. f"i ? at"i.- .- tvin . ?

,cyasruqem nziurm in AcenzL) uns Thier sich regen mochte. Nur durch das Röhricht gma em ra schelndes Flüstern, nur die Wasser plät scherten lustig über ausgewachsene Kiesel in den. Grund, und ein Fifchlein glitt silberfunkclnd durch die klaren Wcllchcn. Soust Schweigen, ' tmeS, traumhaftes in der Natur, eine fast gespenstische Ruhe, in der selbst die reise Kornhalme unbeweglich standen. Nrnir fragte ich blos, und sie vorstand. Ick lcbnte den Rücken aeaen den Stamm und schsoß die Augen. Ich wollte ihr bei dem. was ich hören mußte, nicht ins ?lntlitz sehen. UNocemflußt uno unpersönlich sollte das. was sie mir zu sagen hatte, auf mich einwirken und leid?nschaftlos, ja trocken, als spräche sie von einer gleich giltigen dritten Person, war auch ihr Vortrag. Ich komme aus seltsamen Verhältnissen, die' vielleicht deu Keim meines unseligen Geschickes schon in sich tru gen. Vielleicht wer will es sogen. hatten sie an allem Späteren die Schuld. Mein Vater stammt aus altem AdelsHause, aus vornehmem und reichem Geschlecht. Vom zwanzigsten Jahre stand er als Offizier, wie alle Söhne seines Hauses in einem Eliteregiment tn Berlin, ehe sie die väterlichen Bern jungen übernahmen Mit einundzwanzig Jahren lernte cr in der Neuen Welt", die er in Eivil mit einigen Kameraden aus Neugier sich mal ansehen wollte, meine Mutter kennen. Sie soll eine ganz eigenartige Schön heit, von bestrickendem Körperreiz gcwe sen sein und. zu seinem Unglück, mit ihren fünfzehn Jahren unter der Ob Hut eines sehr strengen Vaters, das, was man landläufig mit anständig" bezeichnet. Körperlich unverdorben durch strenge Zücht. aber seelisch so früh . reif entweiht, wie es die Kinder des Volkes naturgemäß fein müssen, vor denen man nicht die heilige Scheu in Sprache und Geberden übt, wie vor den Mädchen höherer Stände. Mem Großvater war Arbeiter m ei ner großen Bildhauer und GrabmalWerkstatt, bilduugsfähig,' ku.iststnnig und strebsam über seinen Handwerker stand hinaus. , Er hielt streng auf An stand und Sitte, erlaubte seiner Tochter nie, allein auszugehen, holte sie sogar oder ließ sie von ihren Brüdern aus der Blumensabnt abholen, m der sie lernte. Aber ihre Ohren und ihren Sinn oer frühen Verderdtheit und den rohen Späßen alterer Gefährtinnen verschließen. das vermochte der wackere Mann trotz alledem nicht. Ich wünsche Sie nicht zu ermüden mit langen Vorreden," unterbrach sie sich, als sie sah, - wie ich ungeduldig mit der Hand über den Bart Hinsuhr, aber diese psychologischen Streiflichter sind zu Ihrem Verständniß durchaus nothwendig, sie bilden gewissermaßen die Grundzttge zu meinem finstern Lebensbilde. Sie müssen erfahren, daß ich in ganz abnormen Verhältnissen groß qewordeu, um Manches nachher zu verstehen. Kurz und gut, die Bildhauerstochter, deren Brüder übrigens schon der Höhe ren Lebensstellung zustrebten und die Kunstgewecbeschule besuchten, blieb für den . Gardeofjizier ein unerreichbarer .-m Der Gardelieutenant, der ein heiß. blütiger, temperamentvoller und sehr verwöhnter Herr war, dem kein Wunsch im Leben bisher versagt geblieben, tut mndete an dem ungewohnten Widerstand sein flüchtiges Gefallen bis zur leidenschastlichen Raserei. Er vergaß vtandesehre, Familienrücksichten m dem einzigen Verlangen. Er trotzte Hm Zorn, den Drohungen der Seinen, und da er mündig war, henathete er trotz des Wiederstrcbens meines verliunstigen Großvaters mütterlicher Seits meine Mutter vom Fleck weg. mußte den Dienst quitiren, wurde aus der Familie ausgestotzen und von dea Kameraden wie ein Verrückter mit mitleidigem Achselzucken geschnitten. Das hielt der stolze Mensch natürlich nicht lange aus, und zwar um so wem ger, als die kurze Verblenoung schnell genug im ruhigen Besitz wich, un er einsah, daß Jene mit ihren .Verwarnungen Recht hatten. Verbittert, und trotzig gab erden Gedanken auf..rn der Residenz, wo er alle Augenblicke' Bekannten und Verwandten begegnete und sich seiner ungebildeten Frau , recht gründlich zu schämen ' begann., eine bejchcidene Staats- oder Privatanstellung zu finden, und griff ingrimmig und mit gekränktem Stolz doch endlich zu. als sein jüngerer Bruder durch ,standesgemäße Heirath zur Majoratsfolge gelangt, , l)m wiederholt eine ileiric Summe anbot (wahrscheinlich in der nicht selbstlosen Absicht, den Famuien chand steck aus der Rchdenz zu cntser nen), niit der er sich irgend ankaufen l0NNte.!lK,,, ',,:...'!!,: Nua hätt: noch Alles gut gehen können, wenn meine Mutter eine andere. kine tüchtige, sparsame vernünftigeWirthin qcwcicn; denn Vater als paj sionirter,, Jäger,,,, und Naturmensch würde sich wohl in die, neuen Verhalt niste frei , und froh eingelebt habm. Leider war die durch die Fabrilräume der Großstadt Vergiftete aber von alle dem das Gegentheil. , , ,

Sie wenden mich eine unnatürliche Tochter, nennen, daßlch s? mtheiZe und mich ausspreche. Ich habe meines VaterS Schwächen aber fo hart tadeln hören, daß eS M? Bedürfniß ist, riefen edelsten: der Menschen- zu vertheidigen. Das Elend diese? unharmMischer? Ehe trug an Allem Schuld. Er lernte sich betäuben,' um sich) nicht immer mehr vor sich selbst zu schämen ob dieser Le bensgefährtin, die- mit den Mägden paktnte, .Heimlichkeiten trieb und sie bestach, um die niedrigsten Gelüste zu befriedigen: heimlich sich Puhkram und Naschwerk herbeizuschaffen, Gaukler banden in Abwesenheit des VatnS' mü ihrem Gesinde in der nächsten Stadt zu besuchen, Kartenlegerinnen sich durch die Hinterthür ins Haus schmuggeln' zu

anen; die einmal sogar,, alsVater-ver reist war, cm Tanzkränzchen von Ge eilen und Mägden lm nächsten Orrmn der Gegenwart der gnädigen- Frau" beehrte und sich von wiehernden Gefel en bis zum hellen Morgen herum chwenken ließ. Sie hat. sich nichts Böses dabei gedacht, das arme Ding, das nicht in die vornehm rnhige Atmosphäre des Edelmanns' paßte.'und onnte semen furchtbaren- ZoruattZ. bruch nachher auch nicht verstehen nahm ihn wie eine ungerechte Tyrannenlaune hm und begegnete ihrem Mann fortan mit störrischer Scheuheit eines geschlagenen Thieres, die jedes in j nmere Zuzammenievem ganz uno gar abschnitt. Bald nach ! der furchtbaren Szene ward ich geboren, nachdem den. Eltern m der Reihenfolge von Mbn Jahren mehrere Söhne gestorben wa ren. Grollend mit seinem Schicksal und tief verbittert, suchte mein Vater von dem Augenblick an. der seiner Verölen, dung erst onentllch das- Schandmal aufgedrückt, den Trost, der zu einer fchrecklichcn, selbstmörderischen auch seine pekuniären Verhältnisse untergra benden Leidenschaft: heranwuchs. Selbstvorwürfe. Unzufriedenheit mit seinem damaligen Jähzorn, der schweres Siechthum der Mutter bet meiner Geburt hervorrief, mögen ihm daZ. Leben vollends- vergällt? haben. bis Aber ich greife den Ereignissen vor. Meine Mutter kränkelte noch ein paar Jahre dah..,, der Vater ward-immer wortkarger,, verdrossener, aber auch wilder. Dann starb sie zu- ihrer, zu unserer Erlösung, und ich wuchst ein wildes, tollkühnes- Dingt rn völliger Freiheit zwischen Männern aut Auf unserm kleinen Buuernqut, an der holsteinischen Küste, hatte sich ein ehemaliger WaNenbruder und Kadettenfreund des Vaters- als Mitbewohner eingefunden, der ebenfalls Cchiffbrnch im Leben erlitten. ES war eme gründgescheute, träumerische und) ganz bc dürfnißlose Gelehrtennatur, die aus gcfälliger Schwäche für einem leichtfertig gen Kameraden mit seinem Namen ein getreten war und diesen Liebesdienst mit dem Abschied schließlich bezahlen mußte. Eine sehr bescheidene Familienunter stützung verzehrte er nun bei uns. Die meerumrauschte Stille sagte ihm zu. Jetzt konnte er nach Belieben, sich in seine Studien, vertiesem und selber Werke schreiben, die leider nie einen Verleger fanden, und in. dew Stunden, die ich nicht ausi der Jagd' oder zu Pserde aus dem Felde- Mit dem Vater verbrachte, mich? unterrichten-, wobei meine Erziehung' viel gründlicher und tüchtiger bei dieser gediegenem Lehrkraft ausgefallen ist;, als im dur höheren Töchterschulen das erreicht wird. So wuchs ich ganz und gar wie: ein. Junge aus. , Vom MWHenverkchr hielt mnn Va ter mich ängstlich fern, weil er (durch meine Mutter gewitzigt) darin die Wut zel alles Uebels und aller Sünden unse res Geschlechts sah. Der arme Vater! Wie wenig ahnte: ihm. dnß gerade meine völllge'Unschüld und kindliche Unerfah, renheit ja Unwissenheit von Leben und Menschen mir zum Verderben werden sollten! Ich hatte noch nicht ganz mein fünfzehntes Jahr erreicht, da fand der bewahrte Freund: unseres au es end lich in der Gclehrtenwelt die verdiente Beachtung.. Ein. naturwissenschaftli ches Werk lenkte plötzlich die Aufmerke samkeit auf den Einsiedler. Man ge wann ihn. für eine wissenschastliche E pedition, und seine Forschungsreisen entfremdetem ihn unS entweder, oder ihm ama, spater merne Spur verloren. Jch.habe nichts-wieder von ihm gehört. noch erfahren konum. Meinem armem Bater giltst durch die Entferuung des Freundes der letzte moralische Halt verloren. Er verfiel immer mehr den leidigen Gewohnheiten Unsere Verhä1tru.ne verwirrten stZl immer heilloser Kaum ein Acker Lau des war - inebr unverschuldet unser. Eines. TageS brachten sie ihn mir todt ins Haus.. Er wäre aus der Jzgd verunglückt, sagten Einige. Andere flüsterten - sich - zu, . er sei feige dem gänzlichem Rum entflohen- Ich gwub es. , nicht von ihm," sprach sie mitstarker Ueberzeugung. . Ich , unterbrach sie mit keinen Word. Lebhaft sah , ich vor erstehen, was eine so- , eigenartige, mwüchsise. Natur herausgebildet hatte Ich spürte den energischen Athem des Meeres., der Kraft und Gesundheit ihr ius. Blut ge flößt, die verwildeiie und doch wieder kultrvirte UmqcbMg, die dl.eseö Zwit terding von ?!awrwüchs'gkit!, und ge dildetem Weser: aus, ikir geichanen. Die Einsamkeit die sie auf ,i sich i gestellt und ihr Terzen und Sern , vertieft; während der Aujtnthast im Freien ihr f- m. '., iii : " rft .. ' fl il 1' ; M Y .' orper uns Mifl geuamr,uno aoge Hartet).AD Deutlich kvnnt ich's ihr nachempfin den, wos gerade dieses, in der Freihei au7gei?achsene Geschöpf unter der mora li.chen Einengung der Pastoralen De muth, was sie gar erst in dem auch körperlichen Zwang des GesängnizseS gelitten haben mußte. lForts'etzuna folat.)

Ach tlne Ueberraschung. ?as kleine Fest, zu welchem kr Rech nrngsrath Rosendcrf feine Untergcbe um geladen, galt, seine Geburtstag in würdiger Weife zu feiern; auch meinte der Rechnungsrath. daß er doch endlich einmal seine licbwerthen Amtscollegen" seiner Frau und Tochter vorstellen müsse. Und sie kameiZ alle, die Gcla denen, brlüÄwünschteV das alte Ge burtstagstinb und licßes eS sich an der reichbesctztcn' Tafel wohl schmecken. Der Rechnungsrath schwamm heute in einem Meer von Wonne: Das feiste kupfcrrothe GcMt glänzte wie der Voll mond in Purpurröthe, der breite Mund verzog sich stets zu einem herzlichen La chen, die kleinen Acuglern schweiften in der Tafelrunde ,rnd blieben öfter an tu ntt Stelle mit zärtlichem Zwinkern hangen jener Stelle, wo sein Dor chm faß, das heule eine glüZstrahlmde Miene Zur Schau trug. Dorchen war das einzige Kind ihrer Eltern und natürlich auch dcrm Liebling. Das magere blasse Gcsichtchen zeugte von Reife des Verstandes denn ein überlegenes Lächeln begleitete stet? jedes ihrer Worte. Sie zählte 23 Sommer doch hätte- man sie auch für älter halten können. Das-alttluge

l. Wesen, welches ihr anhaftete, schien keineswegs gekünstelt, vielmehr war 3 der natürliche Ausfluß einer gereiften. tat Alter vorgeschrittenen Mädchensttle. War das cm Jubel, als der.Rcch. nungsrath fein Glas auf das. Wohl seiner Gäste geleert hatte! Natürlich wurde der Trinkspruch gebührend be antwortet, natürlich trank man auf das Wohl des Hausherrn, was- diesen jedesmal zu einem verständnißvollen Lachen bewog. Tann erst würd des . Hauses Juwel" ' in einer Reihe öoz TrimkZprüchcn gedacht. Die jungen Herren überboten: einander, dieses Kleinod", diesen Schatz-, den der liebenswürdige Amtschcf und Hausherr besitze, in würdiger Weise hochleben zu lassen., Dorchen .ihrerseits hörte die aus sie', ausgebrachte, Toaste, vernahm die Huldigungen Mit w ornch mer Würde und lächelte.stets dem jcwei'igen Sprecher in verständnißvoller Weise zu. Die heitere Laune des Rech numgsrmyeZ wuchs vom: Minuten zu Minute; er war iglücklnh, gernchAte er all' diese guten Menschen umarmt und am sein Herz gedrückt. . Diesen Gefühl le gab er auch beredten Ausdruck, m dem er im Namen seiner Tochter-herz uchen Tank sagte und eme. Ueberraschung ankündigte, die er. zur Feie des Tages in sinniger Weise ersonnen. Eme Uebcrraschung? durchlief eS von Mund KUi Mund, eine Ueber aschung oh,". Ja. meine Herren-, sagte der Hausherr, und winkte Torchm. verständnißvoll zu. Torchen verschwand. Die Lobsprüche, die ie soeben, meine Herren) auf mein Dorchen verschwendeten, , sie haben mein väterliches Herz mit stolzer Freude er füllt. Gleichwohl muß ich Ihnen ia am, meine Herren, dan mirdieselben nicht unerwartet kamen. Als ich Sie zu Tische bat, da wußte ich bereits daß jeder von Ihnen . Torchens- wirklichen Werth erkennen undckür sie schwärmen wird. Ich. sehe eS jedem Einzelnen von Ihnen, an, meme Herren, hak Torchm haha, wie- soll ich nur sagen, allo day Torchen, ihm zumindest recht gut gefüllt. Um- num meinem heutigen Geburtstag-, würdig zu seiern, habe ich beschlossen, einen: von Ihnen mit Torchens Hand zu beglücken. Toch, wer soll dieser Glückliche sein?. Das - ist eben - die Frage.. Sie alle. meine Herren, sind tüchtige,, brave, fld ßige Männer und. würdig eines solchen Kleinodes, eines j olchem Juwels, eines solchen Schatzes. waS- Torchen nach Ihrer eigenen Meinungsäußerung ist. Ich möchte keinem, von Ihnen bcvorzu gen aber auch.keinen von Ihnen mu dlgen.. DaZ. einzige richtige Mittels dieses Dilemma .aus dem Wege zu räu men, besteht in der Berloosung. Tuse Zettelchen, die ich hierr im Händen halte, auf jedem derselben steht em Name von Ihnen. Wir werdem daher diese Zet telchen.zusammenrollen dieselben ia ei nen Hut: legen, und jetzt kommt erst das; Spaßige Dorchen selber mag sich ihren. Bräutigam aus der Urne zie hen. HahLha, was sagen Su zu dieser köstlichen, Idee?" Alles schwieg. Torchen wurde, wie der. hereingerufen. Die jungen Leute, deren Gesichter, noch vor Minuten hoch geröthet warenj. sie erblaßten plötzlich und rückten unruhig auf ihren. Stühlen hin und hra Ter RechnungSraty rollte lachend die Zettelchen zusammen,. danmerbat er sich einen Hut EcnHut nn Hut -"erscholl eS. vom; allem Seiten., Alle stürzten zur? Thüre hinaus,, Fm. ihren Hüten zu gelangen Bitte, ich druche ja nurernen Hut, meine Herren hören Sie,, nur einezi. nnzigen Hut' , Niekchcn, schau' mal nach in, Vorstmmcr, wo die Herren so lanzi bleiben 1"

PiZU vß iS t gä

W , - A lvi('ßm: ' jniw iz X T ' i rsw f&sJ xßi s VM 7 ' f XCIr1 0P ii WÖfet? II i??iwyc v P-Afi l jfrtS!4ßtJj

m- !;,! !,f, i,;;,.1,: Kft rv;x. I? . lliifi1!.!'::1 ..-Ii: i'

'.'.j e;