Indiana Tribüne, Volume 15, Number 252, Indianapolis, Marion County, 29 May 1892 — Page 2

Der Schmetterling.

Vo A!ex. TeZftk. "Das junge Mädchen saß an der Seitt jbÖ schmeichelnden Galan. Cs war ein herrlicher Sommermorgen, der kleine Park dünkte Emem schier das Paradies, die Bäume schimmerten in saftigem Grün, die Rosen weinten vo? Freude thauige Thränen. Das Pärchen lachte vor sonnigem Glück, die ganze Sehe pfung schien's mitzuempfinden. Du bist mir Alles, Kind," sprach er und streichelte ihr , goldiges Haar. Warum glaubst und vertraust Du mir nicht, schicke doch die Zweifel zum Teu sei, womit soll ich Dir denn meine Liebe beweisen? Du mum sie a suhlen. u spricht zu Dir mit jedem meiner Hände drücke, mit jedem meiner, verliebten Blicke, mit dem Hauche, niemes Mim des, der Dich streift." Sie richtete ihre Augen auf ihn und schwieg. Alfred verstand es trefflich, zu schmcicheln. zu tändeln, zu kosen. LiebenWürdigkeiten und Komplimente zu sprcchen. Dabei klang seine Stimme' so ehrlich, aus seinen Au gm blitzten be redte Flammen. " Er hatte Glück bei den Mädchen, da rum flatterte er von der Einen zur An deren. Wie schnell gelangen ihm doch seine Eroberungen! Nur Ella war so schwer zu besiegen; dies kleine, junge Mädchen besah Lebensernst, Stolz und trotzte dein Liebcsgotie. Man merkte es ihr aa,effim zen schwer' kämpfen mujHet. S So saßen sie schweigend , neben einander. Sie dachte, ob es das wahre Glück sei. das ihr hier entgegenlache? ,Jlnd er ersandHKischmAWlHende flammende Schmeichclrcden. ' j Da schwebt plötzlich über ihnen ein häßlicher, weißer Schmetterlw.q. Alfred greift nach ihn:, doch ohne ihn zu er reichen. Der Schmetterling schaukelt und gaukelt immer auf ' demselben Plätzchen, er will nicht fort. trotz Alfred's Mehrmaligem Haschen: J- Eine gewisse Spannung entsteht zwischen dem Paar; Ella rückt sogar weiter, Alfred stockt, als er ein warme Wort reden will. Der wogende Schmetterling stört ihn, er nimmt seine Ausmcr!sam!elt in Anspruch. Das verstimmt ihn, er wird ärgerlich, eine rasende Wuth gegen den spielenden Walter ersaßt ihn i Er jagt, ihm nach, es ist vergeblich, Einen Augenblick verläßt das scherzende Infekt die Beiden, doch bald flattert es wieder über ihren Häuptern. Alfred kann keine Silbe hervorbringen, . i. i.& jedes Wort erstickt in seinem Munde. Ella bemerkt feine Verlegenheit er weiß nicht, wie er sich entschuldigen soll .... Der Fall ist ihm in seiner Liebespraxis noch nicht vorgekommen. Jetzt springt Alfred in die Höhe, er drückt mit seinem Hut das arme lose Ding zu Boden, um es sodann wüthend zu zertreten. Als er sich danach zu Ella setzen will, stößt sie ihn von sich. Tiefes Mitleid mit dem unschuldig ver fchiedenen Falter spiegelt sich in ihrem Anlih. Dann flammt es jählings in ihr aus und im schreienden Tone ruft sie lhm zu: . Jetzt erst sollst Du die Antwort er halten, erbärmlicher Mensch ohne Herz und Seele. Ich liebe Dich nicht, ebenso wie Du mich nicht liebst, weil Du nicht lieben kannst. Du bist selbst ein Schmetterling .... tändelnd und wir belnd, kosend und spielend, einen kur zen Sommertag. Du verdienst dasselbe Schicksal, das Tu soeben dem unlchul' oraen uy:crchcn gegeben, mir von mir mit Deiner glitzernden, flüchtigen' Eintagsliebe.... ich bitt' Dich, kreuze mcht mehr meine Wege." Sie kchrle dcm bleichen, sassungslo len Manne den Nucken und arnq, davon. eilenden Schrittes. Er wagte es nichts ie anoers zu veuimmen ooer rizr zu folgen. , l Resignation. Erst dacht' ich: Ohne Nest V Kein Heil in dieser Welt!" , Jetzt seh' ich, daß die Pepi Mir g'rad so gut gefällt. Und seit die fesche Kathi Mein weites Herz regiert, Ist es geheilt von Grund aus, Ist völlig rcsi-gnirt. , Neulich schlug eine eng 4 lische Zeitung, vor, man sollte Krokodile einführen und mit - ihnen die Themse bevölkern, damit dieses Thierzeug den Fluß und die Londoner Ka I näle rein hatte. Das Krokodil, sc wurde ausgeführt, verdanke seine dicke Hant dem Schmutz, den es fresse; das sei aber eine, gute Eigenschaft, welche ausgenutzt' werden könne, um London rein zn halten. Der übrigen lieben'swürdigen Eigenschaften der Thiere gedachte der Artikelschreiber nicht. Sächsisch. Tante:,,, Ei hcrrjeses nee. nu habt Ihr den zweeten Jungen schon gekricht,'das 'is aber scheeneMatcr: tJaZ das is ooch wörtlich .scheene;, awer. nu .zerb.'ächen wir uns den Kopp wie er eechentlich heeßen soll." Mutter: Ich 'machte gerne, daß er Moriz heeßen , soll, wer das will rnei Mann mch." Tante: ,iJch will (sich den basten Rad gaben: Da der Erschte doch nu' eemal Alwin heeßt, so bleibt doch beim A-B-E Ui läßt den Zwecken Baul bansen!" ,'. . , a ch' esWenige recht. Vielen gefallen ist schlimm," sagte Schiller. Bei den Frauen ist das Um ..gekehrte richtw, da ist Vielen gesälleu Veit wenige? schlimmer, als es Wenigen recht machen. Gegen die schödlkcheWn. tung des Rauchens gibt es keine voll kommene Abhärtung. ' Der Vesuv raucht unausgesetzt ünd speit doch zueilen. , C': Durch schlimme Gewöhn heiten werden schneller Mißbrauche ge Haffen, als durch weiseGcsetze beieitigt werden können.

Das Mit tagessen. 1 1 i Vo I. Raß.

In die Spanne Zeit, welche wir Tag nennen, macht daß Mittagsmahl einen bestimmten kkinerklichen Einschnitte Es bezeichnet den Höhepunkt des Tages, den Augenblick, wo die Thätigkeit, welche er zu erfüllen hatte, bis zü einem gewissen Abschluß gediehen ist und sich der Körper durch Kost und Rast für die weiteren Stunden zu kräftigen hat. In dieser Gewohnheit sind sämmtliche Kul turnationen gleich ; nur daß die. Zeit, zu welcher sie die Hauptmahlzeit ein nehmen, sehr wechselt. Die Mode mit ihren Launen hat darauf einen ebenso großen Einflnß, wie der Wille des (hi zelncn, welcher unabhängig in den Obliegenheiten, die seinen Tag ausfül len, die Theile desselben nach eigenem Gutdünken durch das Mittagsmahl in mehr oder weniger gleiche Hälften schei det. So aßen die Könige von Frankreich im 14. Jahrhundert um acht Uhr Morgens ihr, Diner. K Unter Ludwig Aiv. war dasselve bereits in die elfte Stunde des Vormittags verschoben. Ludwig XV. dinirte schon um zwei Uhr. Seit der Mitte dieses Jahrhunderts hat man das Mit tagessen in Frankreich allmäsig dem Abend immer naher verlegt; augenbkm lich ist man im Allgemeinen bei der sechsten Stunde angelangt, aber bei dem Streben, den Tag stets entschiedener in den Abend hineinzuzwingen. muß. die Mroße Nation" schließlich wohl dahin gelangen as Mittagcssin erst am an dern Tage zu nehmen. Achnlich verhält eÄsich in England. Nochßuntcr Heinrich VIII. dmnte man bereits um zehn Uhr Bormittags. Die jungfräulichelKöMin ließ sich ihre sehr, kräftig zubereiteten Schüsseln schon eine Stunde später auftragen, aß jedoch bereits um sechs Uhr des Abends zur Nacht, also "V i . k. sv . ja einer 501, roo augenonancy isoini Bull kaum zu Mittag' essen mag. In Deutschland aß man bis in die aller neuesteZcit stets um zwölf Uhr; erst jüngst ist die Mittagvmahlzeit auf eine spätere Stunde verlegt worden. Auch hat sich im, allgemeinen der Norden nur dieser Sitte angeschlofseir. während der Süden, Oesterreich mit Znbegrissen, noch immer an der guten alten (sepflogenhcit sesthält, welche die Zeit zwischen zwölf und ein Uhr als die Mitte des Tages für am geeignetsten halt, 01 Hauptmahlzeit einzunehmen. Wie man über die Stunde des Mittagsmahls uneins ist, so erst recht über die. Art und Weife, wie dasselbe zube reitet öder genossen werden soll. Jedes Volk hat seine besondere Küche, und diese Verschiedenheit des Gaumens erstreckt sied wieder bis auf den Einzelnen. Was dem Einen mundet, düntt dem Andern unacnienbar; Jeder hat sein Lieblingsgericht, welches ihm nicht oft genug aus den Tisch wiederkehren kann. Allerdings hat sich in den oberen Stün den eine! gewisse Kochart eingebürgert welche man mit ewigem Recht alS in ternational bezeichnen darf. ' Dasselbe gilt von der Reihenfolge der Schütteln. unter denen die Suppen ersten Platz einzunehmen pflegt. Ader selbst von dieser ReAel kommen immerhin genug Abweichungen vor. Von Friedrich Kohlrausch, dem vormfstichcn Gclebr ten, wird erzählt, dock er die Suppe stets zuletzt aß. Als ihn einst ein Gast seines. Mmer ostencn Hauies nach dem Grunde fragte, sagte ihm dieser treu herzig in seinem kraftvollen, nicstkäli schcn Dialekt: Dar dem eck ut aaudcn Grunne! Wenn eck de Suppen taulctzt kte, dann lcpet de Löcker so nett vull!" Evrach's und schwang den Lössel fleißig in das dampfende Gebrühe, welches den Teller bls zum Rand füllte. ; Einen ähnlichen Grundsatz befolgt man bei einem Diner, welches im Jahre 1882 die Thcilnehmer der "Exposition des arts mrollersQts" zu Paris veranstalteten. Man wollte ' ein Mittaas mahl zu Stande bringen, welches einen gewissen Zusammenhang erkennen ließ i . i.ri'f 1 . v i mu oem pyaniainicyenVireorn, zu .oem sich -diese Gcsellschast bekannte. - Das Tmer wurde also rückwärts servirt, in dem man mit Kaffee und Liqueren be aanil. ssch daraus dem Dessert zuwen dete und schließlich über Gemüse, Braten und Kompots zur Suppe aclangte. Bei diesem Anlaß kam übrigens die Macht der Gewohnheit aus die überzeugendste Weise zum Vorschein. Der Mag; war nämlich nut dieser Vergewaltigung so venig einverstanden, daß sicy bei den meisten Theilnehmern - des Diners noch beim Essen ein bedenkliches Uebel befin den einstellte der weiteren Folgen nicht zu gedenken, welche eine solche Re bolution der Tischkarte zu Wege brin geu mußte! , ,,,,,, : t , An Ausschreitungen und Albernheiten, m welcher sich ein rafnnirter Gaumen offenbarte, hat es gerade beim Diner niemals gefehlt. . Die übrigen Mahlzeiten des Tages bieten bei der verhältnißmäßigen Knappheit der Zeit, . r P sv- i, ftXif' weiaze iur ne zu Veooie nevr. im Avaemeinen nicht die Veranlassung dazu; beim Diner dagegen konnte der Geschmack Purzelbäume schießen und der Gaumen in den Orgien schwelgen, die der Mensch eine Spanne höher im GeHirn ausheckt. Wer die Verkehrtheiten, v. . nx. v. rnut ' ' ' . ... 1 ucuiii juy 01t utyiorarncn noams gefallen, etwa schildern will, würde das eraiebigste Material auf diesem Gebiete vorfinden. Dabei scheint in der That die Gegenwart , von der Vergangenheit nichts gelernt zu haben. " : f 1,1 Der Kaiser Vitcllius hatte als Lieb1 , ' .', imasaericol bti leinem Trner 1 eine Schüssel, welche aus den edelsten The: len seltener Thiere bestand. Zumal gern ß er die Leber von Pfauen und Fasanen. Hand in Hand mit 1 solchem Raffinement des Gaumens ging die Verschwendungssucht. Man erzählt von einem gewissen Apicius, daß er ein Vermögen von neunzigMillionen Sesterzicn zu keinem anderen Grunde zurucklegte, als gut dafür zu essen. Als er dann nach einiger Zeit fand, daß cr nur nch zehn Millionen übrig hatte.

nahm er Gift, weil er fürchtete, Hun

gers sterben zu müssen. ' ' An solchen Diners, welch: nur veranstaltet werden, um einerseits einen Tummelplatz für die Vcrschwcndungs s ncht zu gewähren, andererseits zu ;cigm, bis zu welcher Vmrrüng des Gejchmacks ein überreizter Gaumen ge!an gen kann, fehlt es noch heute nicht. Fürst Bieloserski, ehedem ein Kroius unter den Großen des Zarenreiches, hat es verstanden,' innerhalb weniger Jahre sein Vermögen im Betrage von 60 Millionen Rubel- in den Freuden der Tafel zu vergeuden. 0 wettete er einmal mit dem GroN' fürsten Nikolai, er werde ihm in irgend einem Restaurant binnen kürzester Frist ein so seines Diner austragen latten. wie es zener trotz seines Ranges nicht zu Stande bringest könne. . Die Wette wurde angenommen und bei Brnoer, dem Sammelplatz der russischen jeunesse doree, zum Austmge gebracht. Mehrere Mitglieder derselben wurden eingeladen und einigen von ihnen die Rollen der Unparteiischen übertragen. Ter Kron urst bestellte sein Diner zu erst, und , es war selbstverständlich, daß es aus den theuersten und seltenstea Gerichten bestand, welche die auqenblick" liche Küche herzustellen versteht. Am nächsten Tage kam die Reihe an Bjeloserski. Auch sein Diner stand aus der gleichen Höhe der kulinarischen Weisheit: eine köstliche Schüssel rcih'.e sich an die vorausgegangene; mindestens wnrdcn die Gange keinesfalls von denen überboten, mit welchen der Großfürst Tags zuvor seine Gäste bewirthet hatte. Nun kam das Tencrt. - Mehrere Diener trugen eine mächtige, wanncartigo Schütte! ans getriebenem Silber herein und Wtcn sie in die Mitte dcTischcs. Als man den Met abschob, bot ich ein ebenso entzückender wie unerwarteter Anblick dar. Umgeben von den selten sten Früchten, aus einem Lager von Blumen ruhte, als Bacchantin gekleidet, die durch ihre Galanterien nicht weniger als durch ihre Schönheit bekannteSchauspielerin Tcveria. Die Unpartctifchen erklärten nunmehr einstimmig, daß Bjeloserski die Wette gewonnen und der Großfürst die sehr erheblichen Kr:"gskosten zn zahlen habe., Das .Mittagsmahl, wie - es unter wirthschaftlich gesunden Zustanden aus unsern Tisch kommt, weiß von solchen Ausschreitungen selbstverständlich nichts. Man braucht, wofern die Mittel vorHanden und, kcin, reund von schmaler Kost zu sein und spartanische Genüge t j. - fTi -k j. l lamieil oes Daumens zu pr.'oigen: aber die Thatsache bleibt bestehen, da das tuvderne Diner, welchem wir zumal bei Festlichkeiten und Geselligkeiten beqegnen, im allgemeinen wett entfernt davon ist, einem späteren Geschlecht etwa als nachahmungswerth hingestellt zu werden. Die mannigfachen Schufseln erregen unsere Eßlust, ohne sie zu stillen. Wilhelmine Buchholz, der kö stliche Typus einer echten Berlinerin aus dem soliden Älttelstande, erzählt auf ebenso einleuchtende wie humorvolle Weiie, daß sie für sich und ihren Kar erst einige tüchtige Butterbrode hcrrichum wenn ste beide . vom Tmer nach ''fi'A.tJ . . t.m ' & v .. Vauie lamen. .azu geicur zia) mancher Umstand, wodurch bei einem solchen Gastmahl unser Behagen an den Schüsseln, wenn nicht aufgehoben, so och wesentlich verringert wird. . Wahrend alle übrigen Sinne in einen geradezu überreizten Zustand versetzt wer den, zieht der Geschmack selbst den Kürcren. s Dinaelstcdt that deshalb einmal den Ausspruch: Ein großes Diner ist eine lange Tafel, die wie em Silber- uns Krystallläget aussieht, links und rechts eine Kleiderwaarenhandlung daran !" Das mag boshaft sein, aber es ist wahr! Das stupide Essen ohne Untert . .1 ,. '. ; yairung zeiflt fleroiB oon rocnig urouni tät: allein die Art und Weise, wie män die Tafelrunden augenblicklich mit unnöthigen Zugehörigkeiten überlistet, ist nicht minder zu verwerfen. Wenn wir gerade unsere Lieblingsbisscn an die Lippen fuhren wollen, wird ern Toast anaekündiat. Wir mütten dielen, der oft so langweilig und albern ist, wie man ihn eben nur bei einem Diner zu hören bekommt, anhören, mag auch das Gericht darüber kalt und unschmackhaft werden. Däiu kommen die manniäfachen Rücksichten auf schöne Nachbarinnen zur Rechten und zur Linken, huben oder drüben, die nicht allein unterhalten, fondern auch bedient sein wollen. Wer könnte oabei noch Muße zum Essen , gewinnen! Da war der alte m " v . l ,, r f r . w . Vraucy oocy vetter, wie er iq m folgendem Merkvers kund thut: Das Mittagessen sei bereit Stets pünktlich zur, bestimmten Zeit. Das Tischgeschirr sei 'blink und blank. Dann mundet besser Speis' und Trank Wer Speisen aufträgt, sorge auch ' Zu thun, wie's guter Sitte Brauch. Nach Tisch stell' man das Zimmer her, Als ob nicht drin gegessen wär'. Wer'S darf der kann nach Mittag ruh n, Wer'S nicht darf hat wohl was zu ' -V thun!" - Nein, wir reden nicht der Knauserei das Wort oder einem Streben, welches Frohsinn und Geselligkeit von der Ta fel ausschließen möchte! Die Germa nen waren klug genug, die Freuden derselben hoch zu halten; und bei der Offenheit, welche ihrem gesammten We sen aufgeprägt war, machten sie daraus auch nicht den mindesten Hehl. Dieser Zug blieb, hergeleitet durch das Geblüts in den Nachkommen haften. So bezeichnet zum Beispiel der, Speisezettel des Gasthauses zum Muthlacn Ritter in Kösen als Erfordcrmjse eines guten MNtagsmahls das , folgende: izm freundliches Gesichte Viele gute Ge richte- Weine von Gewichte Eine schöne Nichte Eine lustige Geschichte Hübsch hell und lichte 'Beim Sitzen nicht so dichte Zuletzt eine gute Verpichte." , Wie weit der Trieb nach Geselllgkeit aber ging, erhellt sehr hübsch allem daraus, dan an dem Mit

taqsmahl nicht allein die Familienge- ' rr.. t. tti.J ;r4-itüi ,!rv

noen in zyrer wcianimioen, iDnocrii auch ebenso die Gesindeschast thettneh' men mußte. Leider erstirbt der Brauch immer mehr; aber ebenso häufig tauchen auck Wiederbelebungsversuche auf. welche von den besten Folgen für den Frieden und das Gedeihen des Hau?wescns begleitet zu sein Pflegen. ' Ebenso hielt man auch allzeit auf eine gute Unterhaltung, bewerkstelligt durch' Rede und Gegenrede. In der kurzen Tischzucht sür die ungehobelten Grobianskncckte". einem vielaelekenen Buche unserer Altvorderen, findet sich die folgende Regel: Wenn von anderen Leuten über Tisch etwas sürbracht wird, sollst Du nicht bald darein wafchen. So Du aber gefragt wirst, so antworte fein, kürzlich und bedachtsam was die Wahrheit ist und zur Sacye dienet." Derselbe Autor nennt die rechte Würze des Muhles die Lustigen Scherze und die schimpfernstlichen Äeden und Geschichten". Ueberhaupt finden wir in jenem feltenen Büchlein, das aus dem Jahre 1594 stammt, über das Benehmen, welches in dieser entlegenen Zeit für wohlanständig beim Mittagsmahl galt, manchen werthvollen Aufschluß. Wenn Tu zu Gast gefordert wirst, so laß Dich nicht zehmal zerren oder schieben oder heißen, daß man sich müde an Dir arbeite. wie die SchriZter an einem Bier faß." Auch das Schläfchen nach Tisch, wie wir es heute so sehr lieben, zumal wenn der Körper die erste überschaumcnde Jugendfrische ausgegohren. war bereits bei' unseren Altvordern sehr beliebt. Natürlich wird es immer nur dann statthast fein, wenn das Wittagsmahl in diejenige Zeit des Tages gelegt von welcher es den Namen führt, nicht aber in die Abendstunde, wohin es augenblicklick) unter der Nachahmung einer nicht schönen fremdländischen Sitte immer mehr gedrängt wird. MuS den: englischen Parlaments' leben. cf.. 0 v sirjL..m f lor.s.. nus oem cnauiaje uriunirnisirorn. thlt Karl Blind in der R. F. Pr." folgende Züge viit: Die Abgeordneten haben meist den Hut auf d:m Kopse; das ist das Zeichen des freien Mannes. Es gibt sogar Umstände, unter denen selbst ein Redner den Hut unbedingt aufhaben musi, um sprechen zu dürfen, was in gewissen verwickelten Fällen zugleich nicht anders als sitzend geschehen darf. Es ist vorgekommen, daß Gladstone. der sich des töntes aern cntlcdiat. im entscheidenden Augenblick den scinigen nicht finden konnte. Eme hilsreiche Hand hatte ihm rasch einen anderen auf s Haupt gestülpt; aber siehe da. der ungewohnte Cylinder schwankte, da Gladstone einen zwar in Teutschland gewöhnlichen, in England aber eher f.tl f!" i "i-l leirenenscyaoeiumsang ocni, irrncyielirend aus seinem Kopse hin und h:r. Mit Mühe den fremden Hut oben. haltend, letzte der Redner seine vin spräche unter großem Gelächter fort; denn das ilt auch eine Eigenthümliche keit, der wie man meint, so steifen Eng-, . w ' v j-. : i.r.i.i; kX "' lanocr, oap ic cir.c imoitojc reuoe an recht unchuidiaen Spielen haben. Eine über den Flur des Unterhauses kriechende Schwab? hat schon einmal die ganze Berjammlung zu unbezZhmoarer Reuaie? und Hetteclett auweregt. Doch, um ioieder au? den Jceduer zu kommen, gemeiniglich nimmt er den Hut ab wenn er sich erhebt und stellt ihn aus seinen Sin. Ist der Mann von etwas lebhaften Geberden, so kommt seine Hand, da die Bänke sehr nahe an einander gerückt sind, leicht bei einer besonders schwungvollen Ausfuh' runq mit dem nur zu oft kahlen Schä ocl seines Vordermannes in Berüh? rung. (5s erfolgt dann ein Ton, den man ast für den Anfang einer Aeifallssalve alten könnte. Ein Schmerzensrnf stellt sich jedoch eher ein. Nicht selten begibt es nch, dan der Redner, nachdem er mit einer kühnen Wendung geendet. sich Mit yochvewutlem klatsch! auf den eigenen Cylinder niederläßt, was unter den großen Kindern stets einen Ausbruch des Jubels herbeiführt. Der Sprecher des Unterhauses heißt so - weil er nicht spricht, tumm und feierlich ffyt er in seinem hohen geschnitzten Thronsessel da und läßt nur manchmal ein rdmig! Ordnung!" wie aus der Grust heraus 'ertönen. Erst in den legten Jahren hat sich ein paar Ausdrücke angewöhnt. Will ein Abgeordneter das Wort ergreifen, so darf er nicht darnm , bitten, sondern mutz des Sprechers Auge erhäschen" In des Sprechers Belieben steht es,' den stumm zn ihm , hin Zwinkernden nicht sehen zu wollen, und dieser erhält das Wort, dann eben nicht. Um als Zuhörer den Verhandlungen beiwohnen zu können, .muß man eine Unmasse, von Förmlichkeiten und vindernnsen, überwjnden. Die hereingelassenen Zuborer aber, haben, , gesetzlich 'gesprochen, gar kein Recht, da zu sein. Versanunas mäßig ist das Parlament nämlich eine geschlossene Gesellschaft. Die Zuhörer werden nur, unter der .robulistischen Rechtsdichtung geduldet,, d iß man sie als nicht anwesend" betrachtet. In England sind solche halsbrechende Kunststücke der Logik , beliebt. ' Thatsachlich kann ein einziges Unterhausmitglied durch den bloßen Rus au den Vorsitzenden: Herr Sprecher, ich sehe Fremde im Hause!" , die Räumung , der r . rts . suicrir erzwingen, as iam aucy einmal während, der,,, arimmiasten Kampse mit den Iren in den achtziger, Jahren duch die, Bosheit eines derselben richtig vor. Umschrieben. Wie ich neu .ich Abend spät nach Haus' komm',krica' ich auf der Hausflur eine fürchterliche Ohrfeige!" Und was sagtest Tu?" .Gu!e:i Abend, Weiberl!" ,, Reich ist, wer seine Schul ocn bezahlen kann; reicher, wer s 'trotzvem uicyt tvut.

Im Taues.

Humoreske von The,. I. Der Subalternbeamte Schulze bczicSt fein Gehalt vierteljährlich und erhält nach Abzug , aller Abzüge' quarialiter 517 Mark '50 Pfennig. Da cr sich damit einzurichten versteht, so steht Schulze überall in dem Rufe, als habe er m varnnze: m man munim waar. daß seine freie Zcft Zum Coupons-1. abschneiden bmuke. was ab?r Dank der vielen Anwrückie' die an ihn berantreten, zumal er nocy Geschwister zu unterstünen bat. nickt der all ist. 1 " 1 -r. V X

Die über seine Verhältnisse courii- 'el rs ja men n Proppenzierenden Gerückte n widcrleacn. fällt her!"

unserm Freund Schulze um so weniger . z 't . ' . . -Ji- I ein. ais iym oer reicye coeruanoicr 1 Lchmann feine liebreizende Tochter Mathilde nicht versprochen hitte, wenn rf . ML V-1 I er mazt ausl) der Acemuna aewe en wäre. Cckulze sei tbatfäcklich vermögend. Am 1. October, als Schulze eben sein Gehalt bezogen, kommt berjr. ' - -1 - - i 1 9 , ,3- 1 ' , I , 9 Magier vccyivitqctüui jt ui vmc. t Droschke vorgesahren und erbittet sich, da er seine Geldtasche vergelzen, aber auf dem Wcae zur Elsenbabn cl und nickt er!r wieder umkebren könne. schnell aus einige Tage 500 Mark zur Abwickelung eines Geschäfts in Dresden. Schulze, der sich den Nimbus, ßflh 111 fsctikftt. nm keinen Dreis neb-1 men lallen will, aivt ein aames Ge v.. " . . ' l halt bis auf den Rest von 17 Mark 50 mr !-Js.. Pfennigen uno oer u)ivirgcrouzcr 1 durck das ntacaenkommen seines zukünftigen Schwiegersohnes angenehm berührt, sährt auf und davon. 'Schulze beeilt sich nun zunächst, den Hauswirth auf die tvätcre av una der Mietue vorzubereiten, indem er 'ihm gewissenihm der bramlige Wirth und sei es auch .. . . ' . I leichtsinnig, seine Gelder zu verborgen, mikrend man dock ,unäM an eiaene Verpflichtungen zu denken habe; aber acht Taae wolle er sich gedulden. So ein verdammter Kert", sagt jich Schulze; nimmt sich vor, nach Zahlung der Miethe sofort zu kündigen und tritt zornentbrannt den Rückzug an. Kaum, daß er seine Wohnung betreten uno-die Thür hinter sich zugeworfen, klopft es und aus sein kräftiges Herem!" önnet sich die Thur und vor ihm fleht die Jammergestalt seines sich sonst sehr abwartend verhaltenden Schneiders. ..Seien Sie nicht döse, Herr Schulze-, stotterte der Schneider, den seine Auf

ha t den Grund der Verzögerung an- gcworsenen Manne. gibt. Er sei zwar gewöhnt, seine Ein Backpsch, mit Mozartzops und Mietbe dünktlich zu erbalten erwiderte Musikmappe sprach sogar seinen Ver

Dringlichkeit selbst genirte; aber ich :rbat, durch ein verständnißvolles Kopfhabe heut noch bei dem Tuchhändlcr licken beruhigende Antwort gegeben.-

einen Wechsel einzulösen und wollte isZXl&n VlUni Wieviel bekommen Sie denn, Herr 5dlickZ" ' . - - m . Nur 30 Mark; ich habe in der Wartung, dan" Schon gut. schon gut, Herr Flick; es thut mir aber leid, kommen Sie in acht Tagen wieder und nehmen Sie vorläufig fünfzehn VJiaxu ..Tanke, danke, Herr Schulze, aber wenn Sie mir ausnahmsweife heut di' dreißig Mark, geben könnten . Nehmen wie nur. perr iitf, und kommen Sie in acht Tagen wieder; meinetwegen können Sie dann sogar noch einen Vorschuß sür's nächste Quar tal bekommen, aber heut bin ich nicht in der Laae; ich habe mein Geld ver pumpt; boren ''Sie, verpumpt, und nxn fchceren Sie sich zum Teufel! Wehmüthig schleicht der Schneide? von hinnen und tiesbetrübt beliebäugelt Schulze den Rest seiner Habe von noch l Mark 5U Pf. Herein!!" - -Xuten'ag, vcrr l-chulze, ick dringe Ihnen soch die Abbennemangsquittung vor den Localanzcigcr, 80 Pfennige und 20 Pfennige vor t Sonntagsblatt!" Die Äeiiunaskrau war es. eine sonst r: V ; . V:... . , . 10 yarmioze, ane rau; yeur aoer M seinen Anaen eine raubaierge SSnäm. die diese Worte air ihn richtete. Nach l:.s,.,. z.ä -snsts ifm 4VtVtUV4Mllt UUVV WVbUV VUIVI lllit - tv !' " t. 'A, hl? .'.'; f. i. f j .'l nom 1 VJiaXl 0J -15 f., uno irOB fClNCr Bedrängn! mußte er herzlich lachen, als die Alte beim Gehen mit dem Schu. steriungen dermalen carambolirte, das oie crucre lumminuze Aoonnemen- , . ti . r ui x.. am . i qiiittunqen und der Junge die Stiefel fallen ließ, die er Herrn Schulze zu überbringen hatte. Auf die halb fchüch-

lerne, am ironiscye zrage, oo oer aucy nicyr emen :naei meyr aufzuweiJunge die Rechnung mitgebracht, er- sen hatte.

, f rv . k " V :: ' hält Schulze die beruhigende Antwort: Ree, soll ick se holen?" ' Laß nur fein, mein Sohn, ich komme schon selbst, mit beran" und Schulze, im srohen Gefühl wenigstens dieser Gefahr entgangen zu sem, gibt ihm 10 Pfennig Trinkgeld, die der Junge schmunzelnd einsteckt und sich dankend empfiehlt, sich aber nochmals bereit erklärt, die , Rech - nuna, die cr ciaentlich nur licaen qelaf - 'r':.iM,.-rj: r. :x: . .r... . ...z fen. fvsorl zu lvlen, lvvruuj uutze selbstredend nicht reaairt. 'r -Eine Treppe höher als Schulze wohnt die Nahterin Lerche, die schmucke Marie die gestern erst zugezogen und die ers.e rer zum. Ausbessern mehrerer Wäschestücke auch sogleich erworben. Die Erledlgung htte, durchaus keine Eile gehabt und Schulze hatte das auch ausdr,!lich , vorher , betont. Sei es nun aber, daß das arme Mädchen selbst iT- ;i-IL ' ''.--.!.,!- , ; ,, ',. - 1 "!!" V' Mio georaucyle, fei es, oafz Zle ficy Xi iflfj wssl.. t ...W mi tÄiuimu iHc iuuu;c, mt uuu gut, Marie bringt dem alle Pünktlich. i ,:.: . .". . . r x. - w r i.... i..tv : .,,i,cmi rx: ich ucrrounia;cixocn ulze oie wx)Q)z uno nquioin fcyucyrern uno zogcrno j Mark und Pf. Schulze opferte auch dieses Geld, so daß ihm nur noch &0 Pfennige, sage zwunzig -pscunigr uno oir ttussiuji ver--ii'.i . rn: : ..w :v: or.. o n iii! . Schulze. Für 20 Pfennige fahre ich bis zum Landsbcrgcr Thor, da wohnt mein

Freund Lampe, der muß borgen; allere Sie mir das Documcnt für zehn Pfendings meine einzige Hoffnung. nici ließen, so müßte ich Ihr Anerbieten Gesagt. gethan: Schulze geht zur dennoch ablehnen, denn hören und stauPferdebahn und besteigt dieselbe gleich, nen Sie, ich habe vor eine: zeitia mit einer ihm bekannten Zreun j Stunde meine letzten zwanzia Vlennia

Mir seiner Braut, die er artig begrüßt, indem er sich nach ihrem Befinden angelegentlichst erkundigt. ,. " Nach dem Landsberacr Thor!" '

Der Schaffner überreicht ihm das coupirte Billet und Schulze gibt ihm seine letzten 20 Pfennige. 2ä Pfennig. mein ' Herr!" Schulze denkte d?r Schlag solle ihn rühren. Gib Deine' Uhr," flüstert ihm sein gatcr Genius zu. Nehmen Sie meine Uhr Zum Pfande, Conduetcur; ich habe leider mein Geld vergessen, und mit diesen Worten zieht .wchulze seine Uhr, wie er vermeinte. , , V, , Schulze erbleicht; die Passagiere, un. .".f:jt-- m..:. c-a ..srir:-itu. uuticc uumikuwa) -m men. fangen an zn kichern und Erna, die Freundin semer Braut errothet. CV -fc .A 1 nrdhkM&!fL . V of v wuz n inou cnzia iT, ucc mi der Nickclkctte hing. Die Uhr hatte ".w . Schulze gellern zur Reparatur gegeben und es verabsäumt, sich vom Uhrmacher iniit .-i- sin rtTt1tA" nttfwtt t Iflt?in ijivnvv mv y. w!. während er an das Factum in feine? naiurnazen Aufregung nicyk mcizr ge oacyk yaue. , Schulze hatte, wie aefaat. seine Ge' sichtsfarbe gewechselt, cr zitterte wie ein ertappter Verbrecher und war unfähig. auch nur ein Wort zu sprechen. War es nun Wuth über das erbärmliche ai. war rs vericMs a amae' - J.lf. .- ' fühl; seine Augen gingen ihm über und lms lrhÄH ii I n V n ut ui i.uu;iMi, pram iaur zu einen unuen. Alle die jungen Mädchen, die ihm gegenüber saßen, hatten ihn weinen sehen und alle durch die Bank, hier im wauren lnne oes vorics. suuiien Mitleid mit dem nunmehr interessant dacht dahin aus, daß ihm wohl gar . . ?! t 4 - t L oie iiyr geuomcn uns imn oafur ein Pfropfenzicher zugesteckt worden wäre. wogegen eine Dame aus der Markthalle proieninc uno lyr crwioerie: Havm wie Äynunz, 'rauiem; die I Uhr is verseht, wat ja woll öfters vorkommt und nu hat sich det Äcannelcn man verdahlt." Wat hilft da allet leimen. hier haben Sie fünf Pfcnmge und nu schwamm drüber!" Wer wird denn weicn sonne Plündere! so ville Ushcbens machen!" Ehe, sie aber zur Ausführung kam, hatte Erna bereits sür Schulze die fehlenden fünf Plenniq bezahlt und ihm aur seinen vielsagenden Blick, der ihr Schweigen Na sehen S' woll, nu is allens Widder nn fnnnm fe ÜAfrri I : " "W. v.... Smrtr f.u, - heirathen," sagte die Gemüsefrau, wo I durch natürlich die Lachnuskeln der I 1 t w A .i v '(4 JrC1 wetterwendischen cadchen auf s :'ccue zangeregt. Schulze aber und Erna i!i neue Verlegenheit gebracht wurden. Am Landsberacr Thor empfahl sich denn Schulze dem Rettungsengel in Madchengcstalt und der Zeugin seines fatalen Abenteuers und suchte im Vor Gefühl naher - Hilfe seinen Freund Lampe auf. Herr Lampe sei verzogen. 1 hieß es da Wann dem:?" fragt Schulze. Heut früh!" Wohin!?" Nach dem Potsdamer Thor!" Gerechter Himmel," schreit Schulze m der Erregung so laut, daz? ihn das Dienstmädchen, das ihm Auskunft geaebcn. aanz verwundert analokt. während Schulze nichts Besseres zu thun weiß, als wiederum das Mädchen anzustarren. Wat isn da zu. verhimmeln,. sängt endlich das Mädchen an zu mt chen, wat mccncn Se'n, wenn ich immcr jleich lN de Wolken fahren würde. wenn ick ziehe, und det pafsi passirt öfters denn krichte mcr kcene Herrschaft mehr M lehn. Nu setzen Sie sich man uff I k. ntA.Vd. V f N. I svoun unu jviivittt .-n. 1 14 U ct. dicht neben Nr. 15; een Endeken weiter rüff nach , Schöneberg zu, k ,er swarZe Adler. ' Wenn 5?' " ..T" -m,rmw.r . T I ..W (I 111m nnn. I Nttt tvi, u unu via tag warten, denn komm' ick nach. Adche!" Das Mädchen hatte die Thur langst I .v . .rjr.f .rr... . r. i lvicoer ariuilv irn, ms 'cuniiic cuuiuu Anstalt machte, nach dem entfernten Potsdamer Thor sich aufzumachen und iwar per perlen, da sein Portemonnaie I . v r i m . .. r . 1 1 Eine Stunde später befand sich Schulze endlich vor der Thür seines freundes Lampe. Schon mir dem Flur vor Lampe s Wohnung war es ihm, als höre er die etwas erregte I Stimme seines freundes und vernahm denn auch, da cr sich in weiterer Folge auf s Horchen, verlegte wir sich fein 1 freund einem Anderen gegenüber dahin 1 äußerte, daß es ihm vor der Hand unI ? . : X f.: v:. t Xi. i. ... ...l. i uingnu; jti, uic uotcurucyic jutynung bezahlen. Schulze wollte nunmehr'seinen Plan sofort aufgeben, sah sich aber im selben Augenblick , seinem Freunde Lampe, der eben feinem Gläubiger die Thür geöffnet, , gegenüber. ' Schulze, Dich führt ein 'guter Ge.,ius ui mir. ,' komm' berein, alter Schwede und pumpe mir 300 Mark. um diesen entschuldigen Sie, mein Freund Schulze. Herr Joseph I ! :! :: . . ' , Z- lüWU-. , , w !!' 1 1 ' Magnus, Agent!" ommen,, i-le, I " i. . :r- .: ' i meine Verrcn. ico iaoe ie zu einer Flasche Wein, komm' Schulze, komI ,V .,:,. ;,,77-. '..i:., ,,, - ; ;ü .,,':. "-'wt ,! r 11 men IC, verr Acagnus; 0, , nun nehmen Sie Platz." Während Lampe sich nun mit dem Entkorken der lasche beschäftiate. konnte Maanus eS nicht unterlassen, die unbel . .jin,., . 'w. ,!..! ..f zahlte Rechnung nochmals zu entfalten daaeaen an m declamiren: 'bier käm pfen Götter selbst veraebens. und wenn

uk den Schienen der Pferdebahn sah.

ren lassen, in der Hoffnung, von mei nem Freund Lampe aus dem Dalles gerissen zu werden, oer sich heut a meine Fersen geheftet und anzuschauen ist, wie ein Ungeheuer, das aus hm Pechfaß gezogen." Nun schildert ihm Schulze feine Lag and erzählt ihm Alles, was ihm heul' begegnet, so daß Lampe in helles Lachen auSbrach und sich auch Herr MagnuZ nicht des Lachens erwehren konnte. .Junge, Du bist za der reine Pech schulze," meinte Lampe. Ja, das hecht. Pech haben fügte Magnus hinzu, ich werde Ihnen auZ der Verlegenheit helfen: geben Sie ran ein Papier über 350 Maxi, zahlbar a:r 1. December: ich werde Ihnen 3ÖC Mark baar geben." Schulze mna ohne Zögern aus da? Anerbieten ein und empfing ebcnsc schnell seine !M Mark, deren HAltt ihm. aber Lampe sofort ungemrt ab. pumpte. Dar nun die drei Genossen noch au! Veranlassung des biedern Lampe ein Lokal besuchten und daß er es dem Schulze überlief, die Zeche zu bezahlen. darf nicht Wunder nehmen, und so tm es denn, daß Schulze endlich etwas an geheitert nach Haufe ging, oder viel medr nach Hause fubr. Das Schicksal bewahrte ihn aber dies mal davor, daß er in dieser Stimmuna gesehen wurde. Inzwischen sind U Tage vergangen. Lehmann hatte dos geliehene Geld zurückgezahlt und Schulze seine Abenteuer bereits vergessen, all er urplötzlich zu Lchmann gerufen wurde. Wer malt nun seinen SchreZ. als ihm derselbe mit höhnischem Lächeln seinen Wechsel präsent irt. Als Wechsclgcschäste, Herr 'Schwie gersohn m spe, Sie pumpen Geld aus Wechsel?!" Sie werden einsehen, daß Sie unter diesen Umständen auf die Hand meiner Tochter wohl verzichten müssen'" Schulze war sprachlos und wenn . Mathilde, feine Mathild nicht plo'5lich dazu gekommen wäre, sr wäre zur Salzsäule geworden, wie weiland Loths Frau. Mathilde aber, der die Verhältnis', e ihres Bräutigams besser bekannt 'waren. als ihrem Vater und der Schulze Alles gebeichtet hatte, nahm sofort cncr gisch für ihren Verlobten Partei und wupte Papachen auch bald zu bcsanftigen, indem sie ihm Alles getreulich und haarklein erzählte. , Wie bist Du denn aber zu dem Wechsel gekommen, Väterchen?" .Den habe ich dem Agenten abaekaust, als er ihn bei meinem zufälligen Dasein bei einem Kunden, daselbst biscontircn wollte; er sollte die Marschroute werden für Deinen Zukünftigen? . nun ist es anders gekommen und Gott gebe. daß er auch spater leine Wechsel zu ma chen nöthig habe. BiehrHeirathen. Es ist kein Aufsitzer: die Spitzmarke ist nicht nicht nur so hergesetzt, um arg. lose Jungfräulcinö zum Lesen, zu , verlocken und nachher schmerzlich zu cnttäuschen, sondern es handelt sich einfach darum, daß eine kluge und warmsühlende Frau, von dem Jammer der Sihengeblicbenen gerührt und von der Lasterhaftigkeit der Hagestolze abge stoßen, allen Ernstes die Männerwelt dahin bringen will, insgesammt zu h.'i rathen. Ja, w:nn aber nur auch die Manner wollten!" Sie, werden wohl müssen, denn Frau Mathilde RcichardtStromderg gibt m ihrem chrytchen: 'Das Wcib'als Wehr,cgen alle Vaterlandsfelnde" ein Mittel l, zur Berwahrung der Ehen an. das bei aller utopistischen Färbung immerhin der Beach tung Werth ist. ' Denn was ist uns Alles vormals utopistifch erschienen. und ist doch, wahr geworden., Was' hält die Männer vom Ehetchliepen adifragt die Bcrsasserin. Doch zumeist die Sorge, ob es möglich sein w:rde die Familie zu eroalten. Die ,ran allein das ginge ja noch, aber die Kinder. Wshlan, so nehmt den Batcrn die Sorge für die Erhaltungder Kinder ab und sie werden lieber und öfter heirathen. Die Sache ist nicht so schwer, als, sie, aussieht. Menn der Staat die Altersversorgung der Arbeiter und die Finnin eines Ronnalarbcitstaqcs in die Hand nehmen kann nebenbei ge sagt, lauter Flickwcrk, weil es nicht an die Wurzel der sozialen Mißlage reicht warum könnte er nicht auch die Bclorgung der Kinder aus sich nehmen l Die Mittel dafür wären schon aufzubringen. Jeglicher V!ann, jung oder alt, arm oder reich, verheirathct oder ledig, kinderlos oder mit zahlreichen .theueren Häuptern" gesegnet, soll mit einer seinein Elniommen angemessenen icuer leicht zahlen; der Arme, d:r keine Kinder hat, braucht ja nur einen geringen Obolus dafür zu leisten, daß er der Kindersorgcn ledig ist:' aber der Familicnvaler wird nach der Zahl seiner Kinder seine Steuer vervielfacht wieder ' zurückerhalten, da er, aus diesem' Lm mll M i. "i A4 ! U W '-il 1 T ( '. i'il' A A 's ::' vSJicattviiiuiiH) , ueu i uiutiutt, jeden Kind'S vergütet erhält. Da würde gleich viel luftiger darauf losge-, heirathtt werden, da hätten die Frauen nicht nöthig, sich IN Bureaux oder tfa brikeu stecken zu lassen und gegen die Männer den haßlichen Kampf um das karge Stück Brod kämpfen zu müisen; da würde der oft erhobene Auf: Gebt die Frau der Familie zurück!" verstummen und weg wären mit einem Male alle Wünsche nach Frauen - Emanipa tiern, die ja doch nur eine Erfindung der Sozialdemokrntic ist. w:lche nicht .nur die ganze Kultur mvlliren möchte. sond.'rn auch ds, was im zu nwelliren gch.'n wird: den Unterschied d:r Geschlechter." , So die Verfasserin. Wir unterbreiten ihre Vorschläge einer größercn Ocnentlichkcit. Vielleicht finden sich die Regierungen und Parlamenie bereit, darauf einzugehen. Viele Menschen h a b e i von ' der Weisheit nichts m?hr, als di Zähne.