Indiana Tribüne, Volume 15, Number 245, Indianapolis, Marion County, 22 May 1892 — Page 9
Mne verhAngnlbvoUe Ueber, rajchnng. VoH, ,. Schlei Sc!t einem Monat wohnten sie nun fn der Hauptstadt, der Herr PostsecretZr und feine junge Frau. Sie waren ejar so glücklich gewesen über diese plötzliche Versetzung; hatte sich doch erstens dadurch einer ihrer sehnlichsten Wunsche erfüllt, und war doch zweitens auch eine sehr willkommene Gehaltserhöhung damit verbunden gewesen. - Es war eine recht seelenvergnugte Stimmung, in welcher der Herr Sccretär Heinrich Krause jeht nach Schluß seiner Dienstsluuden durch die vsttaßen schlen dcrte. Nächsien' Sönntag war der Geburtstag seiner Anna, seines geliebten Weibchens, der unter den eingetretenen glücklichen Verhältnissen anuz besonders solenn" gefeiert tvcrven zollte so hatte er sich's wenigstens vorgenommen. Es. war gegen Ende des Oktober; die langer erdenden Abende hatten den aufmerksämen Gatten zur rechten Zeit an einen Wunsch seiner kleinen Ehehälfte erinnert .Wenn wir einmal so glücklich sind, nach der Hauptstadt versetzt zu werden, dann kaufst Du, uns eine recht hübsche Höugelalüxe," hatte sie gelegentlich ein mal gesagt. Und das war ihm nun glucklicherloeise wieder einSefallen. Der Umzug und die Einrichtung der neuen Wohnung hatten allerdings diesmal außergewöhntlche Ausgaben oerursacht; mil seinem Gehalt langte er nur knapp bis zum Mouatsschluß, daS frttc er sich ausgcrechuct. Ader der jzeier des Tages sollte dieser Umstand keinen Eintrag thun, zumal er ja seine UmzugSkssten mit dem nächsten Monatsgehalt wieder zurückerstattet erhalten würde. Heinrich hatte darum gestern an feinen Freund in dem kleinen ÄZ., wo er bisher gewohnt, sein Sparkassenbuch mit der Bitte gesendet, er möge sein dortiges Guthaben erheben und dasselbe ihm zusenden, und zwar nicht in seine Wohnüng, sondern onJ sein Postamt. Heute war Donnerstag; morgen früh Musste die Sendung eintreffen. Dann wurde die Lampe gekaust: am Sonnabend Abend, wahrend er hinterlistiger Weise selue Anüa ins Concert führen würde, sollte die Auswartefrau das Gefchenk im Besuchszimmer aushängen lassen, und m Sonntag früh, wenn sein Weibchen wie gewöhnlich zeitig indle Küche huschen würde. 'Ute er in die .gute Stubeschlüpfen und seiner Anna einen .strah icndm" Empfang bereiten. Und er sah schon im Geiste die vor Freude vjIUu strahlenden Augen der Gattin sie sah so muttderschon aus, wenn sie so recht glücklich war. Am nächsten Morgen erwartete ihn im Dienstziinmer ein Brief seines FreundcS. .Unser Sparkasse hat ihre großen jährlichen Scheuerferien, darum kann ich Dir das Gewünschte erst am Montage senden" das war ungefähr der Inhalt des Schreibens. Das war ja im höchsten Grade ver häuanißvoll ! Was in aller Welt war nun zu thun 15 Das war ja das schrecklich 11 angenehme! der Großstadt: kein Mensch kannte ihn. Sich etwa an seinen Äorge. setzten oder an einen College wenden ? Um alles in der Welt nicht! Er wußte, waS bei einem Postbeamten der Eredit zu bedeuten hat. Er war im Haufe sei neS Vaters an die peinlichste Ordnung in Geldsachen gewöhnt worden, und es haNe ihn schon fast unangenehm berührt, wenn in seinem früheren Wirkungskreise manchlnnl der eine oder der andere Eollege sich scherzweise beklagt hatte, da die letzten 28 Tage im Monate doch im mer die schlechtesten seien. Öder die Lampe einstweilen aus Aorg entnehmen? Erstens widerstrebte das an und.für sich schon seinem Gefühl, und dann sich bei dem GefchSftSinbaber möglicherweise einen abschlagigen Bescheid holen? Nimmermehr! An seinen Freund um Aushilfe telegr phiren? Am Ende hatte er diesen doch damit in Verlegenheit gebracht; vor allem aber war ihm peinlich, daß man auf dem Postamte der kleinen Stadt durch die Depesche Kenntniß von seiner Verlegenheit erhalten würde. Und brief lich ar'S zu spät. Die Hiobsbotschaft verdarb ihm den Rsnzeu Tag. Als er gegen Abend sein Postamt verließ, war er noch eben so rathlS als am Vormittage. Unschlüs sig schritt er die Straße auf und ab. in welcher der Lampenladen war. Eine ,ezifelte Stimmung wollte sich seiner ' bemächtigen. Sollte er etwa .am Sonn tag früh vor seine Gattin hintreten und sagen: ' ,5$ch wollte Dir heute eigentlich Deine Hängelampe bescheeren, aber ich bekomme irst morgen mein Geld!" We zart, wie ftunig hatte sie ihn im m an seinem Wlegenseste überrascht ! Und wie überglücklich war sie immer ge esen, wenn ex mit gleicher Ausmerk samkeit ihr zu ihrem Geburtstage irgend eine kleine Freude bereitet hatte J Und diesmal hatte er sich auf di? große Ue-
berrafchung schon gar o sehr gefreut t Er wußte, sie würde mit keinem Worte ihn ihre Enttäuschung fühle lassen - aber weh würde es ihr ganz gewiß thun, wenn er diesmal mit ganz leeren Händen vor sie Eintreten würde. Der Monats' schluß stand nahe bevor t handelte sich also nur ' um ein paar lumpig Zaht Der Ton einer nahen Kirchenuhr schreckte ihn auf. Seine Frau erwartete ihn zu Hause ; sie mußte sich wundern, ' a er so lange bleibe. Er zog seine oldene-Uhr aus der Tascheuin nach der Zeit zu sehen. ES war eine schöne, erthvolle Uhr, ein Gelegenheitskauf, um den ihn schon mancher seiner Freunde beneidet hatte. Als ex sie wieder einsteckte, siel sein Auge zusöllig auf ein r - c . :.. irogc cylio an oem geaenuoerireyenoen )ivt. .Lklhhaus" stand auf dein Schilde mit grogen schwarzen Buchstq, tat. Wie ein Blitz durchzuckte es ihn: Menn Dünung, Und doch überrieselte ihn. wieder bes .Kieseln ,,, .Kedankennn'Annangenehmei ''''1 WZ A,,, (ini fCsfri rthr !nr ii. rmm-x y"-"g l m Sv11 . j , 5. v v 1. .. skhiff hörigen peinlich Jordnunzslieben' wien!VtTttiaMfn jemals-Zähren. . Vöir di tauchten ihm Eriunerungen J'fif 'SAsblkiijlnilkrrkheftn ugcndge? noffen bslken viese,akS sie auf der Uni' tcisttät waren, nicht aar oft und obne
die mindesten EewissenKbizse sich aus solche Weise auS ihren kleinen Verlegen heiten geholfen 'i Du bist ein Sophist, lieber Frennd sagte er zu sich selbst, während er uiit solchen Erinnerungen sein Drdnungsgez wissen einzuschläfern im Begriffe war. Aber war's denn wirklich gar so schlimm? War es nicht vielinehr eine Selbstsucht, schnöde Selbstsucht, wenn er um solcher Bedenken willen sie waren doch eigentlich etwas spießbürgerlich, (sagte er zu sich) seiner süßen,' lieben Anna den ganzen Geburtstag verderben wollte? . Dienstmann rief er plötzlich, indem er mi einem Gemaltstoße feine Bedenken von sich abzuschütteln versuchte, einem eben aus jenem Haufe kommenden Packträger zu. Ader mit diesem Kraftanswaude hatte er eigentlich alle ihm sür diesen Fall zu Gebote stehende Thatkraft ausg-2'ben. DaS nun Folgende, der gehemni grolle Auftrag, das Loslösen der unglncklichen Geisel das AÄeS geschah 'mit Stimnie nd Geberve eineö Menschen, der ein hr belastetes Gewissen rn;& eilen Gruno hak, mit seinen Thaten das Taaeslickk zu scheuen. DemDicnstmann, In ein guter Men, fchcnkenner war, entging dieser verdach" tige Umstand keineöwcgS. Er rastte dek üalb für alle Fälle feinen unheimlich: Zlnftrazgcbcr forschend in'S Auge, damit ihm spÄcr bei etwaigen unangenehmen Verwickelungen die Personalbeschreibung SeS ManneS geläufig sei. Der Bote hatte sich entsernt. Während der Secretär Heinrich Krause auf der Straße aus? und abgehend seiner wartete, hatte er ungefähr das ocrzweifelt entschlossene Gefühl eines Menschen, der mit ruchloser Hand ein großes Verbrechen begangen hat und nun troyig der strafenden Gerechtigkeit in's Auge fchaut. Die abgebrühte Ruhe eines Gewohnheitssüuders war über ihn gekommen; mit einer ihm selbst unheimlich erscheinenden Kaltblütigkeit that er, was er in solchen Fällen seine l?cwuß!en Jugendfreunde l,atte thun sehen: er befestigte einen Schlüssel an den Anker seiner goldenen tlhrkette als belastenden Stellvertreter, indem er sich zugleich vornahm, mit allem Ausgebot feiner Geistesgegenwart über sich zu machen, daß nicht ein unvorsichtiiter Grisf die schnöde Täuschung an's Licht bringe, welche seine Westentasche pon jetzt an geheimnißooll barg. Endlich kam der Dicnstmann zurück. 120 Tlaxt brachte er dem Harrenden, und er zahlte sie ihm aus. nicht ohne llvchmalS seinen Auftraggeber von oben bis unten forschend zu bettachten. Dem Sekretär fiel ein Stein vom Serzen. Er hatte ja nun, was er brauchte. Bedeutend später als gewöhnlich kam der Sekretai heute Abend heim. Dfa wohl er sich Mühe gab, den heiter Unbefangenen zu spielen, so verrieth er doch gerade durch diese Absichtlich keit eine gemisse nervöse Unruhe, die seinem klugen Weibchen aufsiel. . ES muß schon recht spät sein, sagte sie. Die Wanduhr ist stehen geblieben welche Zeit ist es bei Dir? ES hat acht geschlagen," antwortete kr, indem er den verhängnisvollen Schlüssel hervorzog und wie ein ange zender Taschenspieler denselben in der zeballten Faust verbarg, während er sich Sen Anschein gab, seine Uhr zu betrach ten. Innerlich aber hegte seine gutmüthige Seele wirklich etwas wie Groll, er wußte nicht, ob gegen das Schicksal oder gegen seine 'Fran; die kleine Schwin, belei- wurde ihm doch gar zu schwer ge macht!.. . . Als am anderen Morgen seine Frau zeitig erwachte und zur Küche cilen woll te. stel ihr auf, daß aus der Weste ihres Mannes die Uhrkette hervorschaute, statt daß Uhr und Kette neben seinem Bett gegangen hZttcn. Wie leicht konnte die Weste mit sammt der kostbaren Uhr zu Boden fallen! Aber indem sie sich anschickte, die Kette von der Weste zu lösen, stieß sie einen Schrei aus, der ihren Mann aus dem Schlaf emporfchrcckte. Hrttrnch! rief sie, indem sie ihm zitternd den schrecklichen Schlüssel cnt gegenhielt. Dir ist Deine Uhr gestoh, len worden!" Heinri senkte zerknirscht das .aupt und überlteß es seiner Frau, dies sur ein Zeichen der Bejahung zu nehmen. Hast Du denn den Diebstahl schon angezeigt, Heinrich?" srug Anna wei' ter. Er verneinte. Er habe es wäre wolle es ganz gewiß heute Vormittag ihun , Anna jammerte über den Lerlnst und weinte fast. Die schöne Uhr! Der Gedanke verlitß sie nicht, auch als ihr Mann in den Dienst gegangen war. Wird er auch zur Polizer gehen? Er hat ja keine Zeit heute Vormittag! Und wenn es nicht bald angezeigt wird, kann es leicht zn spät sein. Der Spitzbube verläßt die Stadt, und die schöne Uhr ist für immer verloren! Anna war von jeher gewohnt rasch und entschieden zu handeln. Uebereike wr ihr entschieden lieber als langsame Be, dächtigkeit. Darum stand ihr Entschluß bald fest: sie selbst wollte die Anzeige besorgen. - Glücklicherweise hatten sie sich. die. Nummer der Uhr aufgeschrieben: n60tf. Sie warf sich ein Tuch um und eilte zur Polizei. Ihr Mann war, wie sie vermuthet hatte, noch nicht dagewesen. Man nahm ihre Angaben zu Protokoll und beruhigte sie mit dem Trost, eZ solle Alle? geschehen, um das kosthare Stück puS den diebischen Handen zu retten. Als ihr Gatte Mittags heimkehrte, wurde deS Falles nicht" Erwähnung ge than. Wenn Heinnch den Dkebstahl hinter her auch noch anzeigt," dachte Anna, so schadet's nichts. Vergiß, er's aber, nun, so werde ich ihn um so freudiger überraschen, wenn die Nachxorschungen der Polizei von Erfolg sind." l 'Per Sekretär hatte sich von seinem rf' 1 ' pri' ifH'il'll1 ' '"'v1' morgendlichen Schreck wieder erholt. Er wollte ruhig seine Frau bei ihrem G!au, ben lassen, bis ti lif am Dienst durch
die Rückkehr der verschwundenen beruh! gen nzürdk. ,' Nach.Schluß der 'abendltchen Dienststund, eilte xr in da Lm enaeschSft. um den Kauf abzuschließen
und pünktliche Besorgung seines Aüzirages anzuempfehlen. Beim Heraustreten wäre er beinahe an einen Packkräer angeprallt, in welchem er feinen gestrigen Boten zu erkennen meinte. Als er kurz darauf um die Ecke bog, um den Heimweg einzuschlagen, legte sich plötzlich eine schwere Hand auf seine Schulter und eine barsche Stimme rief ihn: halblaut zu: Im Ramcn des Gesetzes! Folgen Sie mir!" Krause war iödtlich erschro5cn. Der Kriminalpol lzi st, denn ein solcher war :s. hitlt dieses Erschrecken natürlich sür Schuldbewußtsein. Kommen Sie schnell!" drängte er. Der SecretZx, war wie betäubt. Er ocrhastet ! Und daheim wartete seine unglückliche Gattin! Es mußte ja natürlich ein Irrthum sein, aber welche Angst mußte Anna ausstehen, , wenn er nicht nach Huse kam! Glücklicherweise war das Polizeiamt nicht weit. Dort wurde der Sccretär zwar alsbald vernommen, allein der an wesende IZegistrator schenkte sein?n An, gaben wenig Glauben. Krause" könne sich jeder nennen; wenn er keine besseren Ausmeise habe, müsse er sich , vsrläusig bis zum nächsten Morgen gedulden ; da könne er an maßgebender Stelle anbrin: zen, was er zu feiner Rechtfertigung zu jagen habe. Viel werde das ja Wohl nicht nüyen, denn der betrefsende Dienstmann habe ihn heute sofort wiedererkannt und die Nummer der als gestohlen gemeldeten Uhr stimme mit derjenigen überein, welche er verfetzt habe. Krause mochte den wahren Hergang oer Sache nsch so oft betheuernd erzählen manbeschicd ihn, daß vor morgen Vormittag nichts in der Sache entschieden verden könne. tlnterdeffen saß die Frau örarin daheim und wartete von Stunde zu Stunde aus die Heimkehr des Gatten. Vergeblich! Und er hatte sie heute Abend in's Concert fuhren wsllen wer weiß wie oft hatte er's wiederholt. Wo blieb er nun? Es klingelte. Die Aufwartefrau versuchte zwar, die Secretärin vom Oessnen abzuhalten, allein Anna, welche jeden Augenblick die Rückkunft ihres Manircs eryosfte, drängte sie beifeite. Der Gehilse auS dem Lampengeichäkt war'S, der lyr tsevurkStagSgeschenr oracu te. Und was ihr unter anderen llmstZn, den hohe Frcnde bereitet hahcn würde, erfüllte sie jeZst sast mit Bitterkeit. Wollte Heinrich sie mit einem (beschenk absp.iscn. wahrend er selbst vielleicht mit irgend wekchen neuen Freuttden" sich ohne si lustig machte? Sie verlebte eine kummervolle flacht und einen noch kummervolleren Morgen. Heinrich war noch nicht nach Hause ge kommen! So leichtsinnig konnte er nicht sein es mußte ihm etwas Färchterliches zugestoßen sein! Es freute sie nur wenig, als ihr im Laufe des Vormittags ein Polizist eine Uhr überbrachte, die sie sofort als die ihres Gatten erkannte. Er selbst war ja fern von ihr sicherlich verunglückt, vielleicht il.at todt! Heute, an ihrem Ge, burtstage ! Der Beamte brachte zugleich eine Auf forderung an sie. sich rum Zwecke einee Befragung womöglich sofort an Polizei stelle nzusinden. Sie eilte augenblicklich dahin, als ob
ihr eine Ahnuna sage, daß sie dort einigt 'Äeruhignng über den Verbleib ihres Gatten erhalten werde. Sie trat ein in das UntersuchungS zimmer. ..... Der anwesende PolizeiAsseffor wollte eine Frage an sie richten aber da flog sie auch jchon auf ihn zu, den sehnlich Vermißten, endlich Wieder gefundenen, nämlich auf den in Unter suchungShast befindlichen pp. Krause. Und nun kam ja endlich die Aufklä, rung für beide. Natürlich wurde det Gatte fofort aus seiner Haft entlassen. Wer hätte auch denken können, daß mein solider Gatte seine Zuflucht ,;u,n Leihhause nehmen könnte!" schloß Anno ihren aussührlichen Bericht, als sie glück, lich in ihrem Heim angelangt waren. Und wer hätte denken köijnen. daß meine kluge Gattin ihren eigenen Mann als Spitzbuben anzeigen würde " sügti. er unter einer herzlichen, versöhnenden Umarmung hinzu, indem er ihr uglej den ersten Geburtstagskusz auf die fri scheu Lippen dlückte. Wie sich Tbiere amüsieren. Wenn Hunde auch nicht Stunden lang über dem Tageblatte" brüten, so sind sie doch im Stande, Stunden lang ini Fenster zu sitzen und die Vorgänge aus der Straße zu beobachten, ja mein Hünd chen schleicht sich sogar in späte? Abend stunde aus seinem Bettchen, setzt sich in ein Fenster und starrt in die Nacht ; viel' leicht wohnt ein? Dichter oder Philoso phenseele in ihm. Hunde können lange Zeit ein Mauseloch beobachten ; sie wis sen, daß sie davon nicht den geringsten Prosit haben Werden, aber es dünkt ih nen ein vorzügliches Mittel, sich die Zeit zu vtreiben. Wenn Hunde auch nicht Tabak kauen, schnupfen oder rauchen, sg legt sich doch sast jeder Hund Schadkam mern von herrlichen yUen KnschenHrcd oder Kuchenbröckchen, Wurstschalen usw. an und amüsiert sich mit diesen, entweder indem er sie Hrer materiellen Bestim mung zuführt oder indem er spielend mit; ihnen Fangball macht. Man versorgt jq gern den kleinen, verhätschelten Liebling aus dem Hunde oder - Katzengeschlechte, mit Spielzeug und wie possierlich, selbst den griesgrämigsten Hypochonder erher ternd, diese Thierchen spielen, werden wi wohl Alle wissen. Thierische 'Amüsements sind die oft lange anhaltenden Flüge unserer i Haus, tauben, die Quadrillen der Fliegen an t)e? Zimmerdecke, die Tänze der Mücken, das graciöse Schweben der Libellen übel einer Blume oder einem Wasserspiegel, Bekannt ist, wie Assen, die sich zu Zim rnerthieren meiner Ansicht nicht recht eignen, sich mit Schelmenstreichen otnu siren, dse aewflmlich einzn hämischen BeiZeschmack habenf Selbst der gedul, dige Esc! ist von ?!atur in seiner Art ein Humonsl, N'enn euch gklvöhiillch sein Amüsement nur darin besteht, daß er sich. ledig aller Pflicht, im Stauve derStraße
walzt, möä tänn leoocy auq vcora:y:en, mit tvelch' freudigem Jah er einen ihn pflegenden, lieben Bekannten begrüßt. Ich kannte einen v'erbeinigen Esel, der
sportkt'Ke Äcergungzn hatte, ai oemlÄutS böse die kleinen Sckweine iaade und fid königlich amüsirte, wenn er einrs an dem genialen" Ningelfchwänzchen erwischte, so daß es mörderlich quiekte. Worauf er r f . 1 . vann rosttep uns cm anoeres sxier kor. Kein Schuljunge kann nach Schluß der Schule dem seligen tÄesuhle der Freiheit lebhafteren Ausdruck verleiben, wie ein Pserd, wenn man es auf die Weide läßt. Es aaloppirt an der Um Dünung entlang, blerbt schnaubend einen Augenblick stehen, füllt die Lungen mit Lust, macht hell wiehernd eine ISapnol und stürmt dann wieder los, bis st seine Freude beruhigt hat. Dieses Spiel ist von verschieden langer Dauer, je nachdem em Pferd mehr oder weniger lange im Stalle zubringen mußte. Ein Zahler, das täglich auf die Weide geschickt t . c .... ?i ... . " wird, läuft mit einem dem heiteren L 1:1 chen ähnlichen Wiehern eine kleine strecke und beginnt dann zu grasen. Im Ltalle nehmen die Amüsements ost einen unliebsamen Charakter an: sie zerrcn bes Kutschers Stallkittel herab, beißen Löcher hinein, zernagen ihre eigens Decke, die ttrippe, zertrümmern mit Hussch lägen die hölzerne Stallwand u. s. w. ltn svieleriges Pony hatte die Liebhaberei, einen gewöhnlich auf seiner Krippe ru benden Pfau zu rupfen. Ein Amuse ment sür Tauben, Haussperlinge, Naben und andere Vögel ist das viele Schwatzen, schreien. Zetern, wenn sie, sich zur Nacht' ruhe begeben und bevor sie ihr Tagewerk beginnen. Wenn auch die zahmen und Haus lhiere unserer Beobachtung zugängliche: sind, so ist es doch wahrscheinlich, daß auch die in der Freiheit lebenden ihren angenehmen Zeitvertreib haben und sich zu amüsiren verstehen. Wohl die inte reffantkstcn Beispiele hierfür sind einige zustralisHe Vogrlalten, welche sth rusllaube'n, gleichsam Gesellschaftssalonz bauen. Der Alkasvogel in ?!u Süd' Wales errichtet sich ein Haus lediglich ;um Bergt uzen und schmückt es mit al lerlei bunten oder glänzenden Sächel chen aus : Schnitzel gefärbten Bande?, Nuscheln, Papierfetzen, Zähne, Knochen, Uas- und Porzellanscherben. Federn iuch wohl Fingerhüte, Tabacköpseiseq und glitzernde kleine Gegenstände des menschlichen. Gebrauchs. Sobald dit Eingeborenen des Landes dergleichen verlieren, suchen sie zunächst die Lauben ( dieses Vogels aus und finden häusiz das ' Lersorene als eine Verzierung des Baues wieder. Ebenso baut der gefleckte Lau benvogel (lrlmvilsrÄ itteularn) Lauben von verhättnißmäßig bedeuten der Lange nnd Höbe, zu welcher betracht lick lange Alleen von Steinen, Muscheln and Federn führen. Hier stellen sich die Lvgel in großer Anzahl ein und spielen in und durch die Laube mit großem öif und Freude, haschen und jagen einander iu schnzba'er Weise. ?"an künn allen ErnstcS behaupten . .Jedes Tbierchen hat sein PlSsirchen !- A us Ha l b asien. Frau Löwen, ftetn kaust eme altdeutsche Speifezim. mer Cmrlchtung, bestehend unter ande. rem aus 18 Stühlen und ladet Herrn und Frau Adler ein, das neueingerich. te Zimmer zu besichtige. Frau Ad. to.' ?Ä'S'' Löwenstein. W?S e sthlvoll' Ztmmerl-Herr Adler: LZle heust?! Stylvoll' Zimmers Js ts fco nor 5 Zimmer voll Stibl' t Die BigFonrBahn , Erste große xtyvf i$ ii nach iui: W mm und Lake Chautauctua, Mittwoch, 22. Inni. Rundfahrt S3.00. $1 mehr nach Toronto, nach Thousand Islands, Tickets gut für die Stäckfahrt bis Vontag. 27. Juni irnl. Schlafwagen, Fhair-cars" im Zuge. Näheres bei H. Bronson, A. G. P. Agt. der Big Fou? Bahn in Indianapolis. '.'V Martin, Ge. Pasj. Agent, Ein' cinnati, Q. J tliS Keller. . . . . ravt SeOer. Gebrüder 5lcller, WkWiWDM Indianapolis. Ind.. Ofsice: No. 170 Madi'son Avenue. Wir empseklen uns für die Herstellung vvn alle Arten Cment-Ardette für ller, t&üt, Rinne, Randneine, Hau s t hür -T re p pe n, Äliviair Arbeiten ?e. zc. Cement-Seitenwege eine Spezialität. . ' fOST Eämwtliäie vsn uns ausgeführt? Ar baun werden karantirk. Gebrüder Keller, 170 Madifon Ave. CARL PINGPÄNK'S - - ' Jt l :i; , !f . i tf !. . ; ' Deutsche Buch-Handlung 7 EuDlalam Straße. Bestellungen und Abonnements auf alle im In und Auslande erscheinenden Bücher und Zettschrlften vxrden angenommen und prompt abgelieZerS ß r M- ' tz e H K !An- und Verkauf alter Bücher.' ' Sozialistische Literatur. :&!Vi'; " :';
G
Falls
Jzamp JIDa&m Importeur und Händler in fremden und einheimischen Weine und Liquoren. Alle Sorten und beste Qualität. 3S Süd Delaware Straße.
Waaren werdm ohue Mra-Berech nunz prompt in's Haus gebracht. Reine Weine für Kranke und Familienaedrauch eine ispkzialitat. Televhoa lSS. FRED. KLEIS' Neue Wirthschaft 1 54 Süd New Jersey Straße. Jeden Tag guter Lunch, frische? Bier, gute Weine, Liquöre und Cigarren ; Alles ANo. 1. Jetzt ist auch die Sartcnwirthschaft eröffnet und bietet au Tommeradenden den Befuckcrn ein an genehmes kühles PtStzHen. Freunde und Zekanute sind ringeiaden. vorzu. sprechen. Fred. Kleis. Neue Wirthschaft von -Wni. Scliuessler, No. 27 Madison Avenue. Ich empfehle meine neue Wirtbsckaft bier mit dem geehrten Publikum, und vrforecke durch freundliche Bedienung und Perabre'ch ung der besten Genänke meine Gäste jederzert zufrieden zu stellen. Wm. Schüßler.. Wiedereröffnung k Mein wettbe Äunoen zur Nachricht, hah ich meine Utektt-tt.Vier-Wlrthschaft S. O. Ecke Washington u,New Jersetzstr. nieder erösiurt habe. Die besten Getränke irnl iasrrea fteti an Hand. Aufmerksame Beöienu. ?0ML.VILK. Agent. Btt Schlikenkonig F r e d. Klein, hat die Wirthschaft von Äug. Mömcr, No. 8 Ost Washington Str., käuflich übernommen. Die besten Getränke und die besten Eigar ren werden alle Mt verabreicht, mmttksamc Bedienung. Das Publikum ist zum Besuche freundlickst eingeladen. JPreA. Klein. FriizWertthart's Wivtltschnft. No. 76 Süd Delaware Straße. Pool- nud Billard-Tische. Gntor Bunch jeden Vormittag und Rachmittag : Au zahlreichem Besuch redet ein Fritz lieniliart, taentbiirner Wirthschaft ! HENRY W. BAAS, Nv. 1 Madisvn Ave. No. , Ztachfolger von Julius Keller. Die besten einheimischen und importirten LZeine, Liquöre. Cigarren, Bier u. f. w. Freundliche Bedienung und Lunch. & Kost per Mahlzeit, Tag oder Woche. Heniy W. Baas, 1 Madison Ave. (Mimilna Halle! Ecke McCarty & Delaware Str. Die schönste, größte und am bequemsten ein' gerichtetete Halle ber Südseite.' "' Sie steht zur Verfügung für Abhaltung von Conzcrten Tanz-Krättzchen, ; Parties tc. Besonders ist sie Vereinen zu empfehlen. E& Die schönste Wirthschaft in der Stadt. Nur h!e besten Getraute berden verabreicht. Zu zahlreichem Besuche ladet ein Otto' Schmidt. Milwaukee Vudweiser. Wir haben die Agentur für Papst VWdweisvrBier, dem König der Biere, für uns von der größten Brauerei der Welt, der Papft Brewing Co., gebraut. JACOB METZGER & CÖi rle bbon 407. Mozart nHaflM f K . t f " 5 , V,ii,I . i :i i ' S f " . M. M i i .. Henry Victor. DaL größte, schönste und älteste derartige ?!,,. Z,
Lckal' in dn Etadt. Die gttäumige und ! i'lüij.ji.'T ...C . . t'hf !:'vschön eingerichtete Halle stht Vereinen, Logen und Privaten zur Abhaltung von Aä!im. ;iriK,',i;l:'!:ii!E- f'i'üji .... ii" - ,!!. - ,ii Konzerte und Persammtu, umin libera lmVäinßunzkn zur WngWWff mA
Woche Vargams Große Prcishcrabsctzinig.
OT'flsP iM fi I T i) pJf L1A A.Xa JLL. xJl KjJ'
109 & lll Si,d
Wir haben einen großen Ansvcrkans und haben dazu noch von einem Fabrikanten eine große Partie Waaren zn 50 Cents am Dollar bekommen. Diese Waaren müssen vor dem 1. Juni verkaust werden. Jetzt ist die Zeit billig zu kailsen. 100 Stück Craslz zu 3 Cents, werth 6 Cents. 50 Dutz. Wuting" heinden für ZNänner V) Cents, wertlz 40 Cents. 50 Vamen Reefers $i.?5, weit!, $ 50. 5 Stück Seidenstoff 49 Cents, wertlz $1.00. 1.0 Dutz. weiße Unterröcke 25c, werllz 50c. Kiste prints 5 Cents, wertl, f. Cents. Kiste Gntmg" Tuch ?Zc, wertlz ä Cents. 25 Dutz. Damenkeibchen 49c, wertlz $1.25. 100 Dutz. Damenstriimpfe 5c, ivertl, 12 äc. 50 Dutz. it V. Nlill Hemden für Herren 4)c, wertl? $i. 1.0 vtz. ganz wollene Challi 41c, wertlz 65c. 1000 rZards Zeplzrrlne 9c, ivertlz 20 Cts.
Dies ist ein positiver MttMttZllzsverkanf. Alles
verkauft, wie
ffiSI B 4 lzciuser nördlich
Deutsche hotographischeGallerie Vkv. Sk ,SV Oft Wasbittgtvtt Straße. Cabwet Klldev. Sebensgrojzo Vorlrnto. Beste Arbeit garanlirt. Um geneigten Zuspruch bittet Xü - I3Sl12allc3jr GCT Sonntags offen von 9 bis 4 Ubr.
ei ., z. .rrZVW Damenschreib- ri-n' t. s kWS t;tL i i M "--ir1 Ttsöe 1 ftftV. 1 fiä34S!i
Seeretare Tepp Arten E;t S!Zk,.pr.-.f
fa i Tr'-fW'! l fe?Ö.tas?
.mr Ä IMMMA'. 0, ' . 1 . -"7"
ir?i.r tv&s X & 14 23t. 5 xtii W!sV:5??j
"7" p,mfcyn i iirw '-iÄ.Us
Irn-T Z ' i'j T r-'WifTT,l f " " ' ' ' -Vff j, mr rWi y;i
rs.in. r , , -mkmm "
wuuuttkuici -iiv7r!j( (Große Auswahl) I -HZW SSi&&S&
t -.V---: i t v:
FRANK KCESTERS CO., Ecke New Bork u. Delaware Str.
Etadlirt Albert Krull Fabrikanten und EngroS Händler von
Ml
m ' ' i
(öam(Slfi.s9
Händler in
Peanuts, Mandeln, Brasilianischen.,
Cltrozren, Sardinen, Austern, Extracte ?c. ,c: IttCT Groceristen, Bäcker, Vereine, Kirchen und Sonnkagöschulcn, wer-
den auf unser vollständiges Lager aufmerksam gemacht.
, . ' . , ' - 1 , '. 'i ' . .. Südwest-Ecke m-nnlulvania und Maryland Str.
A
4 Jl A.
CJIMJ
und die neuesten und schönsten Muster in Tapeten-Dekorationen. -
?rxin:'7mr
kMNlA
ff''l7und'1'9Mes Agent für S. T Johnson'S HtholzTppich, 'Z,AtnMlSskvmdegeUch
Eine M
FIinoi5Stras!r. angezeigt. n V vom Valzllbof. Schlafzimmer . j uns .4! m:.-. m ULUi.jk rLUAcikLi .d n3n VftfniiSi 0 0 " 7 fctT'5 . . lung o?s? Baa? Ufm-mii 1888. CJias, j, Schmidt. chmidt den billigsten bis zu den feinsten Sorten Peean, Wall." und Hasel'Nüisen!
ull
W ,.5.WW5Ä arlor.Mi'bkl
; Sitzen-Garditten,
" '!"!,,!!! !ii!!i!!!!!!,!!!!!!,!! W, ' '. maz-m McMW
j! -""illlv : !;!: ' W Paretr ubodeinVeZeSnzkkl ' vTttM ;,i
