Indiana Tribüne, Volume 15, Number 245, Indianapolis, Marion County, 22 May 1892 — Page 7

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.üdamcriraifche Vklder und ltctt Crna best SKitui, N, Canic5 jn Irnifat. faa mit meinem Freunde Don Vcdrs LiodrZguez bei (Sarapo bei tinct lasche eisg.kÄblten Champagners in de büdschauZgestattttcn Epeisesclon d Nölisieris Francaife zu Buenos klares. Wir waren beide sehr guter Launk, denn wir hatten vortrefflich zu Abend gegessen. Als wir nun auZ sri, schen HavannaS blaue Wolken aromatischen DampfeS vor uns hinblieZen und behaglich von diesem und jenem plauderten, konnte ich nicht umhin, mich bedau ernd darüber zu äußern, daß ich trotz elf' tigert Studiums der Grammatik' im mündlichen Gebrauch der Landessprache nur rech: langsam Fortschritte mache, worauf mein Freund lächelnd sagte: Erlauben Sie mir, Ihnen zu bemer ken, caro arnio, daß das lediglich Jbrs eigene Schuld ist. Sie wiffen ge wiß ebenso gur wje ich, daß man eine Sprache nicht ans den Büchern lernt, venigfterkz nichr sprechen lernt, sonderndas dazu vor allein praktische Uebung nmhig ist. Weshalb suchen Sie nicht Gelegenheit zu solcher, indem Sie mehr mit Hiesigen verkehren? Ich versuchte ihn zu unterbrechen, allein er lies; mich nicht zu Worte komnen und fuhr fort : Ich weiß, es gebt Ihnen darin 'ton den meisten Europäern, die irgend eine Laune m Schicksals auf das Pflaster dieser vielfprachiaften aller Städte schleuden, wo jeder, von euch unter dem Na men der ceutscfceiu englischen, französischen, italienischen Golonie ein Stück der Heimath wiederfindet. Man kann ja hier unter 70.000 Italienern vollstän diA auf italienische, unter 40,000 Fran IWn auf rein französische, unter 20,000 Engländern und Dankees auf' stockeng lischt und unter 10,00? Germanen auf echt deutsche Art leben, in deutschen Kneipen deutsches Äier trink?n, deutsches Sauerkraut essen, deutsche Cigarren von höchst zweifelhafter Güte rauchen, sich schließlich auf gut deutsch langweilen und dabei vergessen, raß um das colo niale Dotf der in allen Farben der Malerpalctte fchjllernde, in allen Zungen redende, singende und weinende Men schenstrom eines modernen Babels fluthtt. Ich gebe sogar zu, daß daö seine Annehmlichkeiten oder doch wenigstens seine Bequemlichkeiten haben mag; allem wer so lebt, der kann Jahrzehnte unter uns Argentinnn wohnen, und wild doch nicht nur dem Namen und der Nationalität nach, fondern auch gesell schaftlich uns fremd gegenüberftehen, die Landessprache immer nur höchst nothdürftig handhaben und vor allem nie malt einen tiefern Blick in das innere Leben unserer einheimischen Gesellschaft thun. Ach, die einheimische Gesellschaft! Sieben Sie mir nicht davon, Don Pedro. t Giebt es denn in dem Bolkermischmasch. ' drsien kunterbunte Außenseile Sie eben so richtig zeichneten, wirklich noch eine Ausgesprochen inländische Gesellschaft, die sich ihre berechtigten und unberett,g t n Eigenthümlichkeiten, Sitten und Gebrauche bewahrte und sie nicht der Mode der dem Ton znn Opfer brachte? Gewiß, mein Lieber, es giebt noch eine selche, nur müssen Sie ihre Vertreter dicht in den Palasten jener geseUschastli. chen Emporkömmlinge suchen, für die das non plns Ultra aller Feinheit und alles guten G schmacks in der kritiklosen Sc'achässung ihrer Pariser Vorbilder be ftehr, denn diese An von Leute kehrt nach der eisten kurzen Euro.areise gewöhnlich dollständig französirt zurück, um fortan mir überleg . em Lächeln auf die r in blürigen vricllos herabzusehen, die noch nicht den Vorzug genossen haben, von der d ulrur der Boulevards beleckt zu werden. Dennoch finden sich gerade in den JIi fen citier letzteren nickt allem ehrenhafte Grundsätze, wirklicher Adel der lÄesinnunI zio herzlich gebotene Gast freundschaft, fondern auch ein gemüthsund re zvolles Familienleben, das die althergebrachte Ergenart treu bewahrt und even deshalb der Beachtung und öukmnksamkeir des Fremden werth ist. Ich zweifle nicht, daß Sie recht haben, aber dtese Gesellschaft ist eben für deu gremden schwer zugänglich. Keineswegs, wie irf Ihnen zu beweisen gedenke. Ist eS Ihnen sonst recht, o führe ich Sie am nächsten Sonntag m eine gute , alte Criollo Familie, die zu unserer besten Gesellschaft gehört und mir seit langem befreundet ist. Dort müssen Sie wohl oder übel mit Ihrem Spanisch herausrücken, namentlich wenn Stehen hübschen Mädchen, die Sie dort finden werden, gehörig den Hof machen wollen, was ick Zhnen als das. beste Mittel, unsere Spracht zu lernen, anem pfehle. Ich lachte: Und fürchten Sie dabei nicht für mein Herz. Amigo Pedro? Doch einerlei, ich nehme Ihr freundliches An erbieten dankbar an und erwarte Sie also am -irw.iag Nachmittag in meiner Wobnung. Es war an dem bezeichneten Tage kurz nach 2 Uhr, als wir uns auf den Weg machten, um langsam dem in der Lalle gelegenen Hause der Familie B, zu usch lendern. Wir kommen just zur rechten Zeit. ) meinte Don Pedro, denn die beste Stirn j ve für einen ersten Besuch ist immer bald nach der EinUhr-Messe. Spater fabren die Damen gewöhnlich nach Pa , lermo, wo sich, wie Sie wissen. Sonn ' tags die ganze elegante Welt ein Stell dichein gldt. Ich habe übrigens Ihren 1 Besuch schon im voraus angekündigt und ? wir werden jedenfalls erwartet. Sehen : r r r Sie nur, man zqaur nacy uns i:""siu?. - Er deutete mit einer, leichten Bewe gung seines Stöckchens auf eine nicht weit entfernte offene HauSthur, aus to'l 7 cher zwei dunkle Mädchenköpfe neug 'ig ' die Straße entlang blickten. ZA ..td die beiden Chinitas,' welche dort Posten ' sieben, um unsere Ankunft jruyzetttg ge ua ,u melden. Passen Sie nur auf. , , Wichtig verschwand einen Augenblick :.'. " 'k 1 lf!.A. ki " X 4lW a .XfcB j i Sparer cic ntnuit ivsi iwaij , ciaen Dienerinnen, während die andere !' m der Thür stehen blieb und uns mit ' einer hsld unterwürfigen, halb verttauiiäien Lsöeln entgegenblinzeite. Guten Tag, Juana; ist die Menora

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"' GewH', SenoreS, haben Sie die Güte, naherzutreten. Das HauZ, vor dem wir standen, zeigte auf einem mit g.rauen Marmorplatken bedeckten Sockel eme einstöckige, mit gel der Oelfarbe gestrichene Schauseite.deren drei hohe Fenster durch zierlich geschnörkelle Eisengitter wie mit einem Netz überspannt waren. Die hinter densel den befindlichen Perstanas aus dunkelm Holze waren schräg gestellt um das grelle Tageslicht abzuwehren; die breite, mit reichem Schnitzwerk versehene Eingangs, thür stand dagegen weit offen. Durch einen mit bunten Mosaikplatten bedeck ten Zaguan (Hausflur), dessen Seiten wände rm lebhaftesten pompezanischen Roch strahlten und von dessen Decke eine blitzende Krystall-Ampe! herunterhing, betraten wir einen mittelgroßen, von einem Sonnenzelt Überdachren Innen Hof, der einem blühenden Trpengarten gllck. Ungefähr in der Mitte breiteten zwei prächtige Magnolien ihre saftigen Zweige mrt den dick? ovalen zolattern aus und um sie herum standen in großen grün gestrichenen Kübeln süßduftende Jasmin standen, Kamelien mit tiefrotheu oder schlohweißen Blüthen und Orangen äume, aus deren btchlem Laub aold Selbe Früchte hervorlugten. Fast die Hanze rem Umgänge zugekehrte LLand toat von einem Schlinggewächs über wuchert, das von oben bis unten mit 'violetten Blüthenkelchen bedeckt schien. ! Ich batte kaum Zeit, alles das mrt einem flüchtigen Blick zu erfassen, als , k . L I , rorr aucu ?c?on. aux oer scywelle oes Empfangszimmers oder, wie man am La Plata sagt, der Sala, standen. Llentanso, ubalteros, ya va venir ja Senora" Setzen Sie sich, Ca ! balleros, die Dame des Hauses wird so gleich erscheinen" , mit diesen Nwrten verschwand die Chinita, nicht ohne mich vorher mit neugierig forschendem Blick von oben bis unten gemustert zu haben. Der Raum, in welchem wir uns be fanden, nahm die ganze Breite der Stra ßenfront ein und war mit ausgesuchter Eleganz möblirt. Ein prächtiger Brüsse ler Teppich von ungemem zarten Fart ben, der auf purpursammtnem Grunde Nofensträuße in helleren Schattirungen zeigte und von einer stilvollen Einfassung umrahmt war, bedeckte den ganzen Fuß boden, sodaß auch nicht das kleinste Stück desselben sichtbar wurde; reichgestickte Gardinen, über welche schwere rothsei dene Draperieen herabfielen, hüllten die Fenster ein und von der Mitte der ganz ,n Weiß und Gold gehaltenen Decke hing ein großer achtarmiger Kronleuchter aiu geschlissenem Glase herab, auf dessen Kanten das spärlich durch die gefchlosse nen Jalousieen und die halboffene Thür eindringende Tageslicht in bläulichem Abglanz spielte. Elegante Möbel uS Jacaranda Holz mit rothem Seiden damast überzogen, vergoldete Phantasie stuhlchen, kostbare Schrankchen und Cta geren von Voule, Bronzestatuetten und Vasen aus gemaltem Porzellan vervoll händigten die Einrichtung, zu deren Glanz einige ganzlich werth lose Del druckbilder einen auffallenden Gegensatz bildeten. An die Sala schloß sich unmittelbar, nur durch zwei den Eingang eir.fassende Säulenpaare getrennt, die etwzs schmälere Antt'Sala, deren Einrichtung sich in nichts von der oben be schrieben! unterschied, sodaß beide Räurne gewissermaßen als ein einziges Ganzes gelten konnten. Das Oessnm einer Thür im Hinter gründe der Ante.Sala und das'Rauschen eine? Schleppkleides verkündete uns in diesem Augenblick das Nahen der Haus' Herrin. Eine Dame in mittlerem Alter, deren hoher Wuchs durch eine gewisse Körperfülle nur unwesentlich beeintrach. tigt wurde, erschien raschen Schritts, meinem freunde mit liebenswürdigem Lächeln die kleine fleischige Rechte entge genstreckend. Wie geht es Ihnen, Don Pedro? In den klangvollen Lauten der spanischen Sprache glitten diese Worte von ihren Lipven. Gut, Senora, da ich das besondere Vergnügen habe. Ihnen in diesem aus gezeichneten Caballero, meinen Freund Don Frederics N.. vorzustellen. Auch an mich kam nun die Reihe des Händeschüttelns. Seien Sie mir herzlich willkommen, Caballero und belieben Sie Platz zu nehmen. , Dona Carmen deutete dabei mit einer graziösen Bewegung ihres Fächers auf einen dicht neben dem Sofa stehenden Armsessel. Sie durfte, trotzdem sie jich gewiß den Fünfzigern näherte, noch ,m mer für schön gelten, denn ihr volles, regelmäßig geformtes Geficht, ihr starkes wellenförmiges Haar und ihre durch schwarze SpiHenarmel nur halb verhüll'en runden Arme ließen kaum irgend velche Spuren herannahenden Alters er kennen. Ein schwarzes Kleid von schwe rer Seide schmiegte sich eng an thre kppiae Büste und ließ, während sie saß, Metlen die Spitze eines sehr kleinen wohlgeformten Fuses sehen. Wie alle Portenas besaß auch Dona Carmen sehr viel natürliche Anlage zur Weltdame, denn von Steifheit oder gar Berlegent . .... ,rf. r . . oeir ivar an ryr nrcyr oie geringste pur u bemerken. ' Jede ihrer Bewegungen ichien vollkommen abgerundet, für jede Frage fand sie eine verbindliche und un verfängliche ZZorm, sodaß ich fast ohne es gi merken ein vollständiges Examen in ezug auf meine, persönlichen und Familienverhältnisse ablegte. Mein Freund unterbrach dasselbe mit einer Frage nach den ninns (ein vertraulicher Ausdrucke oer eigentlich .Kinder", in weiterem Sinne aber .Fräulein" bedeutet und ab wechselnd mir dem förmlicheren senori las gebraucht wird). ., Sie werden sogleich kommen, lautete die Antwort, und wirklich erschienen t at, Hü f "i. " t" .t t"t . einen Liugenvlui zparer zmet oltvyuozqe Mädchen in eleganten Sommertoiletten, die zuerst Don Pedro und dann mich mit freundlichem Händedruck begrüßten und mir von ona warmen ais ryre Tochter Manuelita und Rita vorgestellt wurden. Sie mochten zwischen 13 und 20 Jahre alt sein. Die matte, gedämpfte (apa. ado, sagt der Poxteno) Farbe der Haut, die großen,' kohlschwarzen, von dichen Brauen beschatteten Augen, die vollen Formen ihres Oberkörpers, der kleine Fuß und endlich, die zwar nicht große aber unschöne, knochige Hand: das waren die untrügerischen Merkmale ein Abstammung aus , echtem Criollo-Blut.

Manuelita, die ältere von beiden, hatte 1 , "" " -P- ' " " ' " " " 'r: ' i

sichnzwlschen auf dem hr von mirbar gebotenen Sessel an der Seite ihr Mutter niedergelassen, sodaß sie zwischen dieser und mir saß, wahrend ihre jün gere Schwester uns gegenüber an der Seite meines Freundes Platz nahm, der ziemlich allgemein als ihr novio (Ver lobter) galt. Eine öffentliche Verlobung, die von den Eltern feierlich ver kündet oder gar durch die Zeitungen und besondere Anzeigen zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird, kennt man im romantischen Südamerika nicht und es umschließt daher auch den novio und die nova nicht entfernt jenes feste, auch äußerlich erkennbare Band, welches den Bräutigam an die Braut kettet. Der südamerikanische novio ist eben nach deutschen Begriffen nicht weiter als ein

den Cltern genehmer Courmacher, dem auch dann keinerlei besondere Rechte eingeräumt werdeu, wenn er in aller ; Form bei Papa und Mama um die Hand seiner Angebeteten angehalten hat. Okan betrachtet ihn dann in der Familie allerdings, eoniromeUcZo (rersprochen), gestattet ihm aber noch immer nicht die geringste Vertraulichkeit gegen über seiner eomprometicla, nicht ein mal einen Händedruck ausgenommen bei der Begrüßung und beim Abschied und wel weniger also einen Kuß oder eine Umarmung. Nur durch im mer häufiger sich wiederholende und stetö länger ausgedehnte Besuche, durch leise geflüsterte Worte, heiße Blicke, Blume!:spenden und Angebinde anderer Art, namentlich Fächer und Schmucksachen, darf er den Gefühlen Ausdruck verleihen, die ihn beseelen, und erst nachdem er vor dem Altar Gattenrechte erworben, fallt ihm mit dem ersten Kusse die Braut ganz anheim. So wenigstens will es die gute Sitte,' und in denjenigen Famin ff zi- r -fi rsti uen, wo man jlrenz aus ue yair, ia$i . man deshalb die Verlobten bis zum Tage der Hochzeit auch nicht einen ein zigen Augenblick allein. Immer ist eine Äiutter, eine ältere verheirathete Schwe er oder eine Tante vorhanden, die sich der manchmal nicht ganz leichten Auf gäbe unterzieht, sie zu ewachen, cuia novios fügt man am m Plata. Und das erscheint angesichts der Um Üände so gerechtfertig , denn 'da, wie schon erwähnt, kein äußerlich erkennba reS Band den novw als solchen kennzeichnet und an die novia fesselt, so flattert der veränderungslüchtige, Wetter Wend'sche Caballerits als echter Picasso:, (eine Kolibri Art, die an den Alumen kelchen nascht) mit einer Leichtigkeit von Blüthe zu Blüthe, welche'.die tfnsche der selben sehr gefährden würde, wenn man ihm gestattete, mehr auszusaugen als eben den Duft. Das deutsche Wort: einen Kuß m Ehren darf Niemand wehren," läßt sich nicht ohne weiteres auf jene Länder der heißen Sonne und der heißen Herzen übertragen, wo die Grenzen ich: so leicht festzustellen sind. Dank dem lebhaften T:mperament Donna Carmens kam die anfangs ein wenig zurückhaltend geführte Unterhal tung bald in immer lebhafteren Fluß. Man plauderte in sehr zwangloser Weise für diesen oder jenen italieniichen Tenor Partei, von den Trtulias und denBäl len, von dem bevorstehenden Casamieuto dieser oder jener befreundeten Ninna und erzählte, daß Magdalena Fulana einen Novio gefunden, Enrique: Su tana aber von dem ihrigen sitzen gelassen worden sei. La pobre (die Arme), äußerte Donna Carmen in 'bedauerndem Tone, es ist schon der zweite bolsazo (wörtlich Sack schlag, dem Sinne nach aber Korb), den sie bekommt. Pero tambien es mujrfea aber sie ist auch sehr häßlich, meinte Fräulein Rita. Inzwischen hatte man Mate gebracht. den ein zwölfjähriges Jndianermadchen berumreichte. Ich hatte dieses Getränk früher me leiden können, weil es irnch anwiderte, mit allerlei unbekannten Leu ten aus ein und derselben Röhre das herbe, meist von einer schmutzigen China zubereitete Zeug aufzusaugen. ' Diesmal kostete mich daS rndev kemerler Ueber Windung, im Gegentheil, ein Blick auf den hül icben frischen Mund und die Per lenzähne Donna ÄkanuelitaS ließ mir den - ". . evanren, meine rppen an ometve Stelle zu setzen, wo soeben noch die ihr! gen geruht batten, sogar recht reizvoll er chemen. Wahrend nun dte rerchve? zierte Kürbisschale mit der silbernen I Ä HD r.'Vk-r x i": . m l oomoina oyre) unrer uns vte Nunve machte, stand die Indianerin unbeweg 9 9 r ..- m r uq, emer iiDjauie gteuy, einige Schritte abseits. Sie war nicht nur reinlich, fondern auch'mit einer gewissen r-i.i . w i , 't " norerierre geiteroer, oaoer rron ivrcr gro ßen Jugend körperlich schon fast vollkom men entwickelt und zeigte den ausacsvro chenen Typus der gegenwärtigen im Aussteroen begriffenen pampean'schen Rasse. Glattes strähniges Haar, durch ein brennend rothes Seidenband nach hinten zusammengehalten, umrahmte ihr breites, sonnenverbranntes Geficht, aus dem kleine, ftarrblickende Augen hervor schauten. Als sie sich zurückzog, um den svtate!opf von neuem füllen zu lassen, fiel!! mir ihr eigenthümlich schleppender lsang aus und Donna Carmen, die das bemerkte, warf deshalb wie beiläufig hm: Sie ist eine jnckia und noch wenig . , Vr r , . r ans ieyen auj unseren epprqen ge wöbnt. So ist sie erst kurze Zeit in Ihren Diensten? Sie gehört nickt uns, sondern Tante Leonor, Äußerte Manuelita..? Sie gehört" Ihrer Tante.' wie ist daS zu verstehen, konnte ich mich nicht enthalten zu fragen. Donna Carmen lächelte. Sie dürfen den Ausdruck nicht ganz wörtlich neb men. Das Mädchen wurde, als neulich der letzte Transport von gefangenen In dianern hier anlangte, von den damas de benehcencia kWoblthatiakettS Damen) meiner frommen Tante Leonor übergeben, um m deren Hause erzogen und zu allerler leichteren Deenstlelstun gen angewiesen zu werden. Dort hat sie es sehr aut und die Tante ist vor allem bestreb:, eine gute Christin auS ihr zu machen, denn sie halt streng darauf, vaß Filomena jeden Tag die Me". be sucht. Da sie selbst, eineö Unwohlseins wegen heute nicht zur Kirche gehen konnte, auf ein o sandte sie uns das Mädchen vaar Stunde herüber. Sie ou die Tochter cmS nszuen

So behauvicn wenigstens einige ihrer rübkren Gefährtinnen. Das Gespräch stockte infolge des Wie dereintritts der inäia einen Augenblick und nahm dann eine andere Wendung. Bald darauf nickte mit mein Freund bedeutungsvoll zu und wir standen auf, um uns zu verabschieden, wob? wir nach Landes fitte den Damen abermals die Hand reichten. Es hat mir viel Vergnügen bereitet, Sie kennen zu lernen, Caballero, und ich bitte Sie, fortan dieses Haus als das Ihrige anzusehen, sagte mir Dona Car men, ohne sich indeß dabei einen Zoll breit von ihrem.Sitz zu erheben. . Mit einigen Dankesworten und den in solchen Fällen üblichen Höflichkeitsphrasen entfernten wir uns.

Später sah ich Donnei Carmen und rhre Töchter noch recht oft, und immer setzte man mich neben Manuelita, mit der ich bald auf ziemlich vertrautem Fuße stand. Ich brachte ihr Caramelos (Bonbon? und Zuckerwerk) und kleine Blumen fträußchen, welche sie nicht nur mit Hi4d seligem Lächeln entgegennahm, fondern auch sofort an ihrem Busen befestigte und mit den Veilchen, Rosen oder Jasmin blüthen heimzahlte, welche an derselben Stelle geruht batten. em Wort von Liebe war zwischen unS gesprochen wor den, allein dennoch nannte man mich ibren Novio, und im südamerikanischen Sinne des Wortes war ich es auch, vielleicht hätte tch's sogar zum erklärten Bräutigam und noch weiter bringen können, wenigstens ließ Freund Pedro, oer inzwischen seine Rita glücklich heim geführt hatte, mehrfallS Bemerkungen fallen, die ich in diesem Sinne deuten mußte. . Wer weiß also, was geschehen wäre, wenn mich nicht dringende Ge fchafte gezwungen hatten, zlem'.lck plötz 'ich Buenos AireS auf mehrere Monate u verlassen. Als ich zurückkehrte, hatte in schwaribärtiger Estanciero aus dem Lüden meinen Platz an der Seite Ma nuelitas eingenommen, die denn auch bald darauf seine Frau wurde. Ich er fuhr damals auch, da Tante Leonor mit ihren Bemühungen, aus der jungen n . r. s . , r. . c:i . ofi irr Puili?avtuiy? Hiivliiri! eine m vsania (Heilige) zu machen, nicht viel Glück gehabt hatte, denn die'Kleine ließ sich, noch nicht ganz dreizehn Jahre alt, von einem Pferdebahnkutscher entführen und nahm dabei, aus Versehen wahrschein' llch, Donna Leonors Schmuckkästchen mit fort. Die ganze ziemlich alltägliche Episode aber lebt deebalb noch in meiner Erin nerung, weil ich dabei an mir persönlich die Erfahrung machen konnte, daß eS allerdings kein besseres Mittel giebt, um schnell Spanisch zu lernen, als das von meinem Freunde vorgeschlagene. Die elektrische Eisenbahn. In Wien fchwcbt gegenwärtig ein Procck. dessen Objekt uie Anlage und das Material einer. Bahn, dessen Ver llaater aber der Tlrcctot cmcr - Bühneist. Die, Firma für elektrische rvrf t ! Wi . . ...... l mW' ' t . rvrt Aiuaam. ncaycr uno W0,tr?m Wien, Kat nämlich' dcst Director des dortigen VolksthcatcrZ, Herrn v. Bukovics, aus Zahlung von fcchsüg Gulden für eine tym acluserte elektrische Eisenbahn die Herr v. Bukovics im Jahre 1889 seinen Kindern zum Weihnachtsgeschenk machen wollte, verklagt. Da Herr v. Bukovics diese elektrische Eisenbahn für mißlungen erklärte der elektrische Motor reichte nicht aus, den Zug in Bewegung zu setzen fo ordnete das Gericht über die Bctncbsunfähkakcit dieser elektrischen Eisenbahn einen Sachverständigen Befund an. und es fand bereits einmal in dctt Räumen des Veiirksgerichts eine Probefahrt mit die scm MiniaturCisenbahnzuge st att, die aber so kläglich verlief, daß ein neuer Fahrvcrsuch angesetzt werden mußte, während in der Zwischenzeit ciniae nn wesentliche Mängel behoben werden sollten.' Die Mlte Probefahrt ya nun staftacfundcn und es ist ein Eisen bah nun fall zu verzeichnen. Es fand eine kntalniuna des Zuacs statt. Jr einem Saale des Bezirksaerichtcs fanfc diese Probefahrt statt, zu welcher sich eine ßoiKirnmo aus sechs Mltqlicderr eingefunden hatte: der Richter, ein Protokollführer, zwei Sachverständige für elektrische Brtriebsanlagcn und die Vertreter der Proceßparteicn. Ein großes Brett, auf welchem rund herum Schienen liefen, war in dem Saale ausgestellt, und nun wurde der clektn sche Eiscnbahnzug in Bctrkb gesetzt Anfanas rollte der Zua qansernsthaf auf den Schienen dahin, Plötzlich aber bekamen die Waqqons emm aewallmei Ruck, der aarne Zuq gerieth aus den Schienen und man hatte das Schauspiel emer Entgleifnng im Kleinen vor sich. Die Sachverständigen erklärten daß die mangelhafte Eonstruction der Schienen die Ursache der Entalcisuna sei. Es wurde daher eine neuerliche dritte Probclahrt für nothwendig er klärt und vorher sollen die Schienen xx die richtige Lage gebracht werden. Der Richter vertagte daher die Verhandlung und wird den Termin der dritten elck irischen Probefahrt - im schriftlichen Wcae bekannt qcvcn. Niemals woh hat ein Proceß um ein Kinderspiel zeug so große Dimensionen angcnom men, als es hier der Fall ist. D o v pel t e S U n a l u ck. .Vber fa' mir, HonS, warum bist Du .denn immr fn mitvfrt 2 iwmuv v .wtij i . .Ach geh', ich hab' ein doppeltes Un. zlück ! .No, was ist'S denn ? da weiß ich ja zar nichts davon h ' .Erstens bin ich mit Dummheit' ttchkag'nsS..- W!Wf-m I- :,; .Geh', laß' geh'n, weiöt nit, die dnm nen Leut' haben daS größte Glück! Ns rnd das zweite Unglück ist?No daS ist eben, daß ich be! tÄ des 'ein Glück habe l' ' W a S n ich t gar. .Ei. ver. Toffel, ist' eS denn wahr, daß , Ihnen Zhe Frau neulich ein ! paar Ohrfeige ttgeben hat?" WaS doch nicht gar, der? Nachbar! Das issen'S ja selbst, r , : . , ... je . r ' 1 1

la gewöhnlich die Hälfte von dem, r?a5 i !e Leute sagen, erlogen ist! ' , -i. -' m "" 1 .. : .:. . '! " ,. ' K,!,, jin :nl.;i.in..

Im holden Wahnsinn".

Vsa Theodor von SoSnockY. Man bat die poetische Beaeistcrung ..Holden-Walmsinn" genannt. Ob mit Recht, soll hier nicht erörtert werden. Zunächst handelt es sich darum, ob du Bezeichnung Wahnsinn" zutrifft; daö Beiwort hold" kommt vorläufig noch nicht in Betracht. Vorausaejchickt mun werden, dafc der Ausdruck dichterische Begeisterung- hm im weitesten Sinne aufzufassen ist, daß damit also nicht blos die Verzückung bei Oden oder Hymnendichters gemeint ist, sondern auch der schaffende Geist bei Prosa-Schriftstcllers. too meinen Fcnr Tahn und Mar Vrociner. das Korn sei blau. DaS Korn blau?" wird man erstaunt fragen, das ist doch wohl ein Irrthum, man meint natürlich gelb." Nein, nein, das Korn ist blau. So steht es ganz umwcidcutia in DahnZ Kampf um Rom" und Brociners Schikcle". Beidk Autoren braiickien da den Ausdrug kornblau". Wenn sie damit abc7 du Farbe der sogenannten Kornblum Oentaurea. cya.n& meinten, dann muß ten sie sagen: kornblumenblau. Oder glauben sie etwa daß die Kornblümk das sei. was ihr ?!ame sagt: die Blumc des Kornes? Wohl möglich, daß sie das thun, aber das hreße doch die hcmiu poetica auf die Wissenschaft ausge dehnt.. Nun, Carl Bleibtreu. dc, Realist", macht es thatsächlich so. iw dem, er den frischen Mund eines jungen Mädchens als ihrer Lippen Erdbew blüthe" bezeichnet. (Größenwahn.) 'Die junge Dame war also offenbar im höchsten Grade bleichsüchtig, denn du Erdbecrblüthen stny za bekanntlich weizz. So leisten zwei Vertreter so verschw denartigcr litcrarischer Dichtungen, wu Tahn und Bleibtreu es sind, clnandn unfreiwillig Gesellschaft. Bisher bat man nur stahlgrau und stahlblau gekannt: Wilhelm Jenscn bereichert den Wortschatz mit dem AuZ druck stahlblond". (Ueber die Wol. len.) . Höchst erstaunlich ist die Schärfe dn Augen Hermann Heibergs. Er erkennt sogar an abstrakten Dingen warben. So spricht er von einer fchwarzgrauen Verachtung- und ..lila-roth'grümn Bemerkungen". lAus den Papieren der verwam von Seeland). In ahn licher Weise erkennen auch E. M. Vacano und Graf Emmerich Stadion dik Umrisse des Geistes, vorausgesetzt, daß es nicht zu dunkel ist. Sie schreiben: Es war ein fo dämmernder Märztag, daß man die feinen Nüancen ihrer Persönlichkeit und ihres Geistes mchl .wahrnehmen konnte." (Dornen.) Dieses vttdcn Herren haben auch.emk überaus seine Nase. So riechen sie durchstochene Karten.- (Dornen.) Ueberhaupt haben die Dichter sonder bare Nasen: Anton Freiherr von Per fall zeigt in dem Satze: Jbdn ihrem jnaendlichen, acsnnd heitsstrotzcndem - Leibe stieg es auf wie frischer, kräftiger Hcuduft.- , (Gist und Gcaenattt.Z Adolf Wlldbrandt läßt einen feiner Helden einem Mädchen saaen: Wie ein Kornfeld im Sonnenschein, so uf tet Deine Wange." (AdamZ Söhne.) In dem seiden Romane sprüht Wlld brandt, auch vom dorfsüßen Hollunder dufte. Also der Hollunder duftet! Nun, das lstGcschmaajache; im Auaemer nen ailt er aber nicht als wohlriechend, und das Wort Duft- ist hier 'doch onenbar lm Sinne von Wohlacruch gemeint. Immerhin aber kann man Wildbrandt das Recht, den Hollunder duften zu finden, nicht streitig machest. Es liegt , jedoch die Vermuthung nahe, daß er mit dem Worte Hollnnoer Dieder (Svrlna. vusl?ar!s) meint, den die Dichter, mit Vorliebe Hollunder nennen, wahrscheinlich weil ihnen däs besser gefällt. Diesen Hollunderduft bezeichn net also Wlldbrandt mit dem klasuschen Aciwortc dorfsüß", d. h. süß wie ein Tors. Die größte Nasenleistung bietet aoer doch Jenscn. Er necht den Mond, denn er spricht vom Mondduft der Syringen" (Jugendtraume). Das will etwas ; heißen. Tcr Mond ist a im Mittel nicht weniger als 384.400 Kilo metcr von uns entfernt, eine Distanz. der gegenüber selbst die längste Nase ohnmächtig wurde. Daß ein Parfüm durch feinen Ge ruch ein Wegweiser sein kann, ist gewiß; . ij ! ..... ".'''i- ,',..',. . .,, ' X M. . .? .A4 iini uuiica , ii iv, uuö w uuf uu weittönender Wegweiser ist, wie V acanc und Stadion m ihrem Roman Tornen" behaupten. Wie man steht, sind bei diesem Tichterpaare alle Sinne von ganz unglaubliche? Schärfe. Besonders ihre Ohren sind ungcmein sein konstruirt, denn lie vermögen es. , die Tod ten, lachen zu hören, wie könnten sie sonst von einer Tarne sagen : sie pachte, todtcnhaft. Dieses ÖhrenZunststück scheint unübertrefflich: und doch wird es ttbertrosscn, und zwar von Marcc Brociuer. dcal Entdecker des blauen Kornes." Er schreibt nämlich: Tz tönt Olgas ' Lachen wieder durch die Stille. Es ist dasselbe lautlose Lachcn." (Toctor Hamlet.) ', ' " , , " Aus diesen Proben geht wohl zur Genüge hervor, daß die Sinne der Herrcn Dichter, oft etwas empfinden, was gar nicht vorhanden ist, daß man also infofern das , Recht hat, von Dichter Wahnsinn zu sprechen. , , Wem diese Vrobcn doch noch nicht genügend erscheinen sollten, der lese die Werke Albert Eonradis. Terielbe schreibt in seiner Novelle Unterm Nußbaum": Dieses, Bett mit feiner ungeheuren Zecke, die so viel VersteckendesZugute redendes in's Land weicher, mildfingerige? Träume hinein , wohllüstig ,Entsagend.'s besaß.. Da brennen plcft lich verschleierte, glühende und mit zartlichcr Ironie leuchtende Kerzen auf am Wcihnachtsbaume der ; Erinnerungen, die so weit, so weit mit ihren gljhern den Lichtfäocn zurückperlen, zurückperlen .! ; . ,w a 'i: . : w ' !C . "; ft : ::' -MWi-. . ' : i: 1 - !"

Vk i - ' m,??,1111? Damast der Natur Demen Bllck segnet. ' :" . j. :-- l ; '' . . ' : :-li;:liä!.

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wo weiche, fchwermüthige, flockig ge rippte Teppiche Tcincn stürmischen ifktt mnsi mtt nlanbte'i kian Dir die siedende Sehnsucht nach den "7 " .ff MarmorbZöckcn der That, in welcher allein man stille und von Frieden be hcrbergt fein darf, die klopfende Brust zersprengte." Unter dem segnenden Damast, den fchwermüthigen Tcppichen und den zärtlichironifchen Kerzen gebührt wohl den letztgenannten die Palme. Man stelle sich doch nur das ironische Lächeln einer Parasfinkerze vor oder können vielleicht niir Wachskerzen so lächeln? wie es bei allem Spotte doch Zärtlich in ihren Augen blinkt, und man wird beareuen. welch arandroie Lebenswahr' he!t in dieser Tarstellung liegt. AuS dem Leben Ludwigs i von Bayern. Mehrere fesselnde kleine Züge aus dem Leben Ludwigs I. von Bayern theilt nach dem loeden erschienenen 4. Bande der Erinnerungen des Joh. Nepom. von RingsciZ" Dr. A. Sulzbach in der ..Frls. Ztg." mit. Im Jahre 1817 machte Ringels mit deni damaligen Kronprinzen die erste Reize nach Italien. Das war damals, namentlich in .dem unwegsamen Sizilien, noch sehr beschwerlich; der Krön Prinz machte alle Strapazen mit durch. er bewahrt sich als tüchtiger Fußgänger und muß oft in einer elenden Baracke auf einer auf die Steinplatten des Fußbodens gelegten Matratze übernachten. Angenehmer ist das Leben inRom, das der Prinz jetzt nicht zum ersten Male betrat. Ter kunstsinnige Fürst sucht vor Allem die Ateliers von Camuccini, Eanova, Thorwaldsen, Ccha dow und Cornelius auf, , macht Beste! lungcn für die von ihm angelegte Glyp rother, kaust für fern Privatiavinct Manches an und sammelt eine Echaar von Künstlern um sich, mit denen er an den Freuden des Carnevals theilnimmt. Er durchstreift Rom nach allen Richtungen und bewundert immer von Neuem die künstlerischem Reste der allen Weltstadt. Als er einmal an den Kaiservalästen des Palatinhügcls vorbeifuhr, bemerkte er zu Ringseis, daß er bei seinem ersten Aufenthalt in Rom im Jahre 1805 die Absicht gehabt habe, hlcr für Schüler ein Stück Land zum Bau eines Wohn Hauses zu kaufen, als dann die Nach--richt von des Dichters Tode den Plan vereitelte. - Eine Eigenthümlichkeit des Prinzen veranlaßte eine diplomatische Anfrage; recht bezeichnend für jene Zeit. Der Prinz liebte es, sich mit, seinem Gefolge in emer besonderen Kleidung zu zemen. Sie sollte altdeutsch fein, von einem Kenner erfuhr er. dan sie spanlsch sei Kurz, sie machte Aufsehen, so daß man einige schallhafte Römerinnen über die Maskenanzüge nach der Fastnachtszeit sich lustig machen hörte. , Tie überall schnüffelnde Diplomatie aber witterte Unrath, fo daß eines Tages sin Diplomat bei dem baicrischm Geschäftsträger V. Rechner anfragte, was diese alt deutsche Tracht bedeuten solle, ob nicht vielleicht irgend em geheimer altdent scher Bund dahinter stecke; es seien jcht so bündlerische Zeiten. Der Kronprinz behielt auch später noch seinen alkdeut schen Rock bei. 6is er einmal" in Brücke nau einen Seiltänzer in einem ähnlichen Kewande ferne Sprünge machen sah; da legte er ihn ab. Wie naiv Ludwig I. als König der Ftikctte gegenüberstand, beweist' fol gende kleine'Geschichte. Einmal wurde der König zu einem dramatischen Abend im Hause Ringseis erwartet, die Herren hatten sich mit der Rücksicht auf den hohen , Besuch mit weißen Kravatten versehen; das überraschte deu König, der eine schwarze Halsbinde trug. ..Lakai, nach Hause fahren", wfahl er. eine weine Halsbinde ' holen!" Und mit dieser betrat er den Salon. - Ludwigs Sparsamkeit, die nicht selten an Geiz grenzte, ist bekannt. Doch irrt man sich, wenn man ihn schlechthin für einen Geizhals hält, er war in manchen Dinge kleinlich, konnte aber doch mit vollen Handen geben, wenn es sich um Kunst oder V?rschömrung seiner Reudenz handelte. Aber Rings eis weiß anch mitzutheilen von dem Wohlwollen, das er Armen gegenüber bewies, und daß er manche Thrän: durch wahrhaft' fürstliche Speden getrocknet hat. Da ist denn kein gehler, wenn ihm das Geringste nicht zu gering schien, um es unbeachtet zu lassen. Wenn es einmal bei einem Thecabcnd vorkam, dan er von der Frau des Hau scs sich keine neue Tasse' reichen ließ. sondern, mit dem' Finger aus die erste weifend, sagte: Hier auffüllen! Hier ist noch etwas Zucker darin!" so kann solche bürgerliche Einfachheit mehr anmhen) als abstoßen. r Eine Anzeige, die mit satirischen Schlaglichtern gewisse Ver Hältnisse unseres kaufmännischen Ledens beleuchtet, findet sich in einer Nürnberger Zeitung. Es ist da zu lefen: Für einen Zungen Mann aus guter Familie, welcher seine Lehrzeit in ?inem (5ngros-Geschäft' beendet hat, kvird eine Stelle als Commis gesucht. Derselbe ist durch l' eine dreijährige ausschließliche Lehrpraris im Briefabklatschen. Packet- und Briefaustragen, Zeitungsholen, . Magazin- und Hofraumlehren, ! Abstauben,, Lampenputzen, kkohlenschaufeln u. f. w. gründlich erfahren und daher im Stande, in den zenannten kaufmännischen Wissenschaflen (Au! Anm. d. S.) wirklich Gediezenes zu leisten. 1 Gefällige , Offerten iinter M. K." erbeten.", , , "' Es giebt nur 53.000 Z e ihingen und Zuschriften in der Welt. VZindestcnsiein Sechstel davon Hat die zrößte (irculation der Welt. ,, ,, ,, Ordnung machen, Heißt Mancher: ven Schmutz aus einer Ecke xi die andere k'bren.

Die gröHtc THat in unserer Z?:t.

In Schorers Familienblstt" wird die Frage aufgeworfen: Was wäre die größte That, die ein Moijch m unserer Zeit vollbringen könnte? Daraus smd folgende Antworten eingegangm : Die arönte und zugleich segenZreichste That, die ein Mensch unserer Zeit voll bringen könnte, ist. die sociale Frag? zu losen. Viel Glück dazu wünscht dem thatendurstigen Fragcr L i e s a A. aus M. Die größte That, die ein Mensch voll brinam könnte, wäre die Gewinnung eines sicheren Mittels gegen die Lungenschwikldsucht. Ter beste Beweis hlmür ist der unacheure VoaelsterunaZ. taumel. welcher die gesammte Mensch hcit bei der Koch'fchm Entdeckung des TuberculinS ergriff, weil man sich der Hoffnung hingab, nunmehr von der fürchterlichsten Geißel befreit zu sein, die je über das Menschengeschlecht verhangt war. Die HoUnung war eine trügerische. Trotzdem möge man nicht verzweifeln. Oskar Ksene. Die größte That, die jetzt auf Erden Von einem Menschen vollbrecht könnt' werden. Ich will sie Dir künden nach meinem Sinn. Lasest Du Frau von Sutlmrs Buch? .Die Waffen nieder!" . Des Kriegers mm Soll nie mehr der zitternden Mensch hett droh n. Die Waffen nieder!" Wer nun die Macht Und den Willen hätte, die dies voll vracyt. Der Ruhm der größten That wäre. lern! Er könnte stolz fein Haupt erheben. Ein -Glorienschein würd' ihn um schweben. Unsterblich müßt' sein Name sein! M e l a n r e K. Wenn ein Mensch dam überhaupt die Macht Kälte, und wenn That soviel wie Wirten heikt. dann wäre die größte That ln umerer mi meuttHt die, die Cultur des Abendlandes dem Oriente die Einfachheit und Ergebenheit des Orientalen nach dem Abendland? zu vermitteln. Zu Weltfrieden und Menschenwürde, $u Wohlstand und Glück wäre es viel leicht die (Grundlage. E rne st Rothe in Wien. Erfinden mußt Tu neues Land, Das uns bis jetzt noch unbekannt. Ein Mittel gegen Hungersnoth, Die jetzt die Russen so bedroht, öluch 'nen lenkbaren Luftballon. Das wäre wohl das Beste schon. Denn lange hat man schon probirt. Doch niemals was hcrausstudirt. Derartiges tönnt' ich noch vieles sagen, D'rum thut man gut, solche Ding? nicht zu fragen. S. Bodl.... Eine Erinnerung an Napolcon l. Als Napoleon I. am 22. Juli 1793 in Kairo einzog, wurden ihm von der Obrigkeit der ägyptischen Hauptstadt drei kostbare, reich mit Steinen ausgc legte orientalische Säbel verehrt. Napoleon nahm sie mit nach Europa und schenkte 1802 einen dem Marschall Ncy, den zweiten Murat, den dritten behielt er für sich. Ney erhielt die Waffe in einer Audienz, und der Säbel ging von Hand zn Hand und wurde auch von einem unbedeutenden Officier des Regiments Auvergne besehen, welcher in diesem Augenblick nicht ahnte, daß er durch die Kenntniß dieser Waffe 13 Jahre später dem tapferen Marschall verhangnißvoll werden sollte. Als Napoleon von Elba entwich, brach Ney em König den Eid und ging zu fcimm chemaligen Kaiser über. Nachdem aber die Allnrlen in Paris eingerückt waren, begann der Boden Ney doch heiß zu werden und er ging nach den Bädern von Ulkan, um da selbst einen Paß in Empfang zu neh men, welcher ihn unter falschen Namen nach der Schweiz bringen sollte. Indeß seine Gemahlin und ein Bankier, welche mit ihm correspondirtcn, redeten ihm zu, daß die Lage für ihn gar nicht so gefährlich sei, und er ließ sich bereden und blieb in Frankreich. Inzwischen erschien der Befehl. Ncy zu verhaften. Der Marschall entging der Verhaftung nur dadurch, daß er auf das Schloß Voeigue zu Verwandten seiner Frau flüchtete. Eines Tages betrachtete sich Ney die Gemälde eines Gefcllfchaftszim. mers im Schlosse. Der orientalische Säbel, den er aus Anhänglichkeit für seinen ehemaligen Kaiser fast nie ablegte, genirte ihn und er warf ihn auf ein Sopha. Plötzlich hörte er Stimmen. Erschreckt schleicht er auf sein Zimmer, ohne in der Eile den Säbel mitzunehmen. Nach einer Weile tritt eine Gesellschaft in's Zimmer, darunter ein Oberst. Diesem fällt sofort der Säbel in's Auge, Da er ihn vor dreizehn Jahren bei der Ueberreichung an '1!cy in der Hand gehabt, erkennt er ihn auch gleich wieder und sagt: Hier ist :ntwcdcr Napoleon oder Ney!" Die Besitzer des Schlosses suchten ihm dies auszureden, doch er läßt sich nicht bär rcn und schreitet seiner Pflicht gemäß zur Durchsuchung und Verhaftung. Den sofort an Ort und Stelle bcordc'r ken Gendarmen ergibt sich Ney jrciwil!ig. Am 7. December 1815 wurde ver unglückliche General erschossen, nachdem :twa zwei Monafe früher den , Besitzer ; des zweiten Säbels, Murat, dasselbe'.' Schicksal ereilt hatte. ;F DieBifiten-K arten sind eine chinesische Erfindung und wurden schon unter der Dynastie der Tona's (G18-907) aebraucit. , " I

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