Indiana Tribüne, Volume 15, Number 245, Indianapolis, Marion County, 22 May 1892 — Page 4
Jtldilma Tribüne. Erscheint & ii 0 1 i fy unb cttn tn&.
Die tZgliche .Tribüne" kostet durch den Träger Cents per Woche, die SonntazSTribüneErntS per Woexe. Btide zusammen 15CentS odct 83 Cents per Monat. Per Post Ujjefit in Vor 2ödczahlLNS " per Jshr. Ofsice : 130 Ost Maryland Strcszc.I Indianapolis, Ind., 22. Mai 1892. Der verliebte Frschttneassirer. um.-kL?k au dem klsendnltben ton S'eh lcklok. Der Herr Frachtencsssirer Johünn Nepgmuck Sturm war durchaus fein un intenflanlrr Mann. Schon die Art und Weise, wie er zu Amt und Würden. sogar Ze er zu seiner prächtiger. Ehehälfte gelangt war, bittet manches Pickanie. Sturm sr früher einmal Wachtmei ster bet den Dragonern gewesen. Man sah eö ftm übrigens auf den im Bück an, datz er Cavsllerift war. Als er noch den heLblauen Wajfenrock und Sporen trug, da war ihm seine Mari anne zum erstenmale begegnet. Es war bei einem SonmerseZZe, im Brauhaus garten hinter der Stadt. Der schmucke Wachtmeister führte da? noch schmuckere Mädchen eben vom Tanze wieder ihrer Begleitung zu und benutzte einen Qüii stigen Moment, um derSchÄncn einKüß chen zu applicieren. Blitz und Donnerfchlag folgten. Wie ein Blitz schoß es nämlich aus den sckwar zen Augen der schönen Marianne und, einem Donnerte'! gleich fiel daL, etmaS voluminöse, fleischige Händchen der mol leten Jungfrau aufSturm'S Wane nie der. WachtlreifterSturm, dekannt unter feinen Cameraden als .verZluchter Kerl' und grober Verführer, rsurde nun auf einmal st'll und in sich gekehrt. Die schöne Marianne hatte es ihm ange than. Nicht lange darauf ward er auch um jene Hand, die ihn dort draußen im Brauhausgarten mores gelehrt, und erhielt dieselbe. Noch mehr, mit Mari annenS Besitz verhies man ihm auch eine Anstellung bei der Eisenbahn, die ihren Mann nährt. Seines BrSutchenS Mutter war nämlich einmal beim Herrn Drrector Köchin genesen, kein Wunder daher, daß ihr Schwiegersohn soglelch als StationSaufseher angestellt wurde. Wachtmeister Sturm nahm daher seinen bschred und schwur zum rollenden Jlu aelrad. Die Eisenbahn machte übrigen? an Sturm etne ganz prächüge Acquintion. Der Soldat bewahrte auch ,n seinem neuen Berufskreise jenen Sinn für Pünktlichkeit und Disciplin, ohne den man sich einen Wachtmeister gar nicht denken kann. Da Sturm überdies ein intelligenter Mensch war und, wie ie reit? erwähnt, fchmiegermütterlicherseitS große Protektion besaß, erhielt er am dritten Neujahrstage seit seinem Dienst' eSantritte man sah damals noch nicht so sehr auf Schusqualisication und hatte auch den sta!ignsausjeher zu den Fach Prüfungen zugelassen feine Ernen nung zum Beamten. Mit dem Sprunge Sturm'S von der blechernen zur zierlich gestickten Dist:nc tion uar auch sein bis dahin schlummern deS Faible für daS schöne Geschlecht wie, dererwacht. WaS der Mann vom Ein fahrtSwechfel mit dem rothen Fähnchen in der Hand nicht thun konnte, vielleicht auch nicht thun wollte, das brachte nun der Herr Verkehrsbeamte Sturm, der in seiner Uniform so verteufelt stramm und geschniegelt aussah, im gehörigen VZaße ein. Jeden anlangenden Personenzug zwei-, dreimal abschreiten und, seinen martialischen Schnurrbart drehend, die iüngeren meiblichen Passagiere mustern. war bei ihm, ob er nun im Dienste war oder nicht, Lebensbedürfnis. Wohl blieb dies Frau Marianne, dienlcht um sonst zwei Fenster ihrer Wohnung auf den Perron hatte, nicht verborgen. Ge blitzt hatte eS wohl oft aus ihren Sprüh äugen., Da aber Sturm merkwurdkLer weise weder den Blitz aus fce.i Augen, noch den Redestrom aus dem Munde feiner theueren EhehSfte fürchtete. bZied Alles beim Alten. Dem braven Er, Wachtmeister hatte nur jener famose Donnerkeil im BrauhauLgarltn impo niit. Aber eS Zollte wieder einmal gehö :ig einschlagen. Eine Gesellschaft wandernder Schau spieler passtrle die Station. Sturm hatte eben den Drenst, und die lugend liche Liebhaberin dieser Truppe, eine Viondme Mit Schmachlaugen, schien sich für den vorbnschreitenden, mrlrtarrZch ktrammeu Mann m der kleidsamen llr.t z'orm der Stationöbeamten ganz bcson derö zu intereffiren. Das dies Sturm nicht verborgen blieb, ist teld verstand lich. Er vertieste sich auch ganz und gar in den Anblick der mmnenden Blondine und vergaß das elektrische Distanzfignal su pellen. In Folge dessen fuhr ein anlangender Lastenzug. der draußen aus daS Freimachen eines Geleises zu arten zehadt hätte, auf eine lange Reche be .dener Wagen. Es entstand wohl keine Karambolage, denn der Maschinenführer l ielt noch rechizzitig an, aber wie dies ihon der dergleichen unrndZamen Zrol chenfällen zu fein pflegt: der Herr Verkhrscheffah im Hüttelwagen dufeS La itenzuzeZ. Man nahm Tags darauf mit Sturm tm Protokoll auf und beantragte beider Direktion ihn strafweise vom selbstSn ligen VerkehrSdienste abzuziehen. Alk Sturm dreS ersubr und dann leine (tfat tin zum Herrn Direktor .bitten' sch!ckm vollte.da sehte eS vorerst Madame Sturm hatte die richtige Ursache des Malheurs lhres Gatten erralhen ein en gehörigen .Donnerfchlag' , ab. Schließlich aber entschloß sich Frau Marianne doch zu duser, gar nicht sel Unen.vrobaten Rettungsmethode. AM Ntlse oer waukirn lirnoaynveamtenSgattin hatte auch Erfolg. Siurm ' wurde znarvssVerkthrödlenfte abgezo Kw, haS war nicht abzuändern, ober n . v ,.. ji : f er if t .
erhielt dafür enen andern Bertrauens Posten. Man versetzte ihn als Jrach tevcaslirer nach der Station Kirchberg.
Der resoluten Beamtenöfrau war dieser umstand doppelt lieb. Erstens war ihr. trotz seiner F?attsrhastZgkeit geliebter Nepomuckvom Nachtdienste dispensirt, ünd zweitens verirren sich in die schmucklosen Naume der Fkachtencaffe, dort hinten im Magazinkgebüuöe. wohl wenia schöne Frauen und Madchen, nicht einmal häßliche. Ihr Muki hatte nunmehr bloy mit Bauern und HandelSju den zu thun; da wird er den einigen Feh ler, den er besaß, wohl ablegen. Da Frau tsiinra ihren Gatten nun versorgt und ausgehsden wußte, ent schloß sie sich zu einem lang beabsichtig ten Besuch ihrer Mutter. Der nnwb, rige Frachtencassikr Sturm gab s iner Gattm w.e die vS?en Zungen der ta twn behaupteten, mit qroßem Vergnü xen vier Wochen .Urlaub" und Ma dame stürm reiste ad. Halte sie ernen B!?ck m em Caupo dritter Classe jenes Zuges geworfen, mit !em der ihrige in der nächsten Station kreuzte, sie wäre schleunigst rn denselben überstiegen und nach Kirchberg zurückge kehrt. Sie hJtte nämlich in jenem Coups dasselbe muntere Bällchen und mitten unter demselben dasielbe Blon dinchen geikhen, welches damals, ihre vormalige Station passtrt, und welche? Blondinchen speciell die .falsche Ein fahrt" ihres Muki verursacht hat. So aber fuhr d:e biedere Frau Frach tencassier ruh?g in die Arme ihres Mut terchenS, richt ahnend, daß ,hr Gate oder viklrr.ehr dlsien leicht entzündliches Herz wieder m fürchterlicher Gefahr schwebte. Denn das RliiezirZ der be zeichneten munteren Schakspielergesell' schast war irchberg. daffelre Kirchberg. in welchem ihr Muki Frachtsätze calcu lirte und Nachnahmen zahlte. Wer bezchrelbt Johann Nepomvr Stulm's jreudige Utderralchung. als nach langer Zeit wieder vor einem Personenzug herumflanirend,auS demselben jenes Blondköpfchen zum Barschem rom men sab, welche? ihm damals jenes co lossale Mißgeschick, verbunden mit dem. von seiner basieren HaZste ausgehenden Unwetter zugezogen hatte. Wie erwähnt, hatte eS damals ernae schlagen, gerade wie nahezu zehn Jahre früher im Brauhausgarten hinter der tadt. Johann Nevomur Sturm'S herz schien nun ausschließlich bei der gleichen Elementarereignissen tiefer be wegt zu werden. Darum fühlte er auch für diese blonde Wanderpriesterin Tha lienS mehr als alltägliches Inceste. Drei bende hindurch saß nun der Herr Frachtencassier Johann Nepomuk sturm unter den Honoratioren Krrch berg's im Saale .zum goldenen Hir schen-, woselbst die bezeichnete Schau pielertruppe Vorstellungen gab. Der stramme Mukr hatte die Freude, wahrzunhmcn, daß Fräulein Rosina Süßholz so nannte der geschriebene Theaterzettel die blonde Diva von der lmprovistrten Bühne herab nur für ihn Augen hatte. Und waZ für Augen! Potz Stirnräder und Buffergehäufe ! Die war'n noch viel schöner als diejeni n seiner Marianne, aus denen es nur manchmal so unheimlich bezaubernd blitzt. Auch erfuhr Muki durch dre Kellnerin Kuni, daß stch die reizende Theaterprrn mnn erkundigt habe, was denn .jener schöne, sta,ke Herr eigentlich auf der Station sei. ES schien ihr besonders wöhlrugefallen, als man ihr sagte, es wäre der 5erx Frachtencassier. Hatte Qerrn Johann Nepomuk Sturm schon das Kreuzfeuer zweier Augenpaare zwischen Buhne und Zuschauerraum unnennbares Behagen verursacht, fo ver meinte er am anderen Taae in seinem Zahlen Casscnbureau vor Wonne schier vergehen zu müssen, als er vom Maga Ausräume draußen ein wundervolles Sllberstimmchen hereintönen hörte. War'Z nicht Täuschung? Nein! Wahrhaftig und leibhaftig Rosina Süß holz war eS. die Primadonnki der Thea tergesellschaft beim .goldenen Hirfchen-, und neben ihr stand der vierf. trötige Hau.knecht deS letztgenannten Gastho feS, eben einen großen Koffer absetzend. Herr Johann Nepomuk Sturm stand im nächsten Augenblicke vor der verfüh misch schönen Provinziak-Dioa und drehte ein wenig verlegen an seiner ab gezogenen Dienstmütz?. Fräulein reisen schon ab?" begann er trmuntert durch ein liebreizendes Lä cheln. wklches man ihm spendete. " .Jawohl, Herr Cassier," grollte da? Sildeistimmchkn aus dem reizenden Mündchen hervor. .Ich habe Contract mit dem Dinctor in Lerchenau. . Spätesten übermorgen muß ich dort auftre ten..Wie schade!- bemühe sich Sturm mit seinem Trompetenorgan zu flöten. Und seinen ganzen Muth zusammenraf send, sehte er hinzu : Wollen Sie die Manipulation mit dem Koffer nicht im Casselocale abwarten, gnädiges Fräu lein ? Dort könnte ich so glücklich sein, Ihnen einen Stuhl anzubieten." Dieser Vorschlag wurde, statt, wie Sturm befürchtet, abgeschlagen zu wer den, mit Überaus huldvollem Lscheln ac .eptirt. Noch mehr. Fräulein Rosina Süßholz sthte sich, statt auf den mit zweifelhafter Grazie angebotenen Stuhl, auf das def'cte Eisenbahnfofa und lud den Herrn Frachtencassier durch eine freundliche Handbewegung ein, an ihrer Seite Platz zu nehmen. Fräulein Süß' holz mußte diese Aufforderung mitWorten wiederholen, ehe Muli derselben zu entsprechen wagte. '' Himmel k Wenn ihn seine Marianne hiec sehen könnte. Troßdem Herr Sturm seine wackere Ehehölste 89 Kilometer weit wußte, lugte er doch einen Moment lang scheu durch das Fenster zu den her abgelassenen Gardinen seiner Zimmer hinüber. Demoiselle Süßholz begann milHenrn Johann Nepomuk Sturm über Theater und Musik zwei ihm sehr fern liegende Dinge zu sprechen. Er hielt sich zwar wacker, war aber schließlich doch froh, als die schöne junge Dame vom Theater auS ihrem Wirkungskreise in den sein! qen übersprang. Sie redete von der Eisenbahn mit so viel Verständniß, daß er Nicht genug darüber staunen konnte. Zuerst fvrach sie vom Telegraphenwesen. erwähnte, daß sie .leihst ein Bißchen
.klopfen könne, imttkrte dann m neckt
scher Weise mehrere akustische Signale und ging schließlich auf den commerciel len Dienst der. Auch die Frachten cssseManlpukation war ihr nicht ganz kremd. Sre mudte, was .nachnehmen im Vorhinein", beziehungsweise Baar Vorschüsse feien, und meinte dabei, daß es ihr ganz genehm wäre, einen sol chen auch aus ihre Effecten bekommen zu rönnen. .Mit allergrößtem Vergnügen be eilte sich Frachtcassier Sturm zu erwi dern, glücklich darüber, der schönen, jungen Schauspielerin aus betriebSregle wentSmäßig gestatteter Weise einen Dienst erweisen zu können. .Wirklich?' fcagte Fräulein Süßholz und klatschte erfreut in die Hände. .DaS wäre ja reizend : AH, waS sind Sie für ein netter Mensch, Herr Frachtencassier! Si? verdienten dafür wahrhaftig geküßt zu werden. Herr Johann Ncpomu! Sturm be gann e 8 heiß zu werden. .Wie viel wünschen Sie, mein Fräu lein ?" bauchte er hervor. .Wollen Sie nicht zuerst meine Esfec ten besichtigen?" lautete die Gegenfrage der jnng.n Schauspielerin. .Kommen Sie, liebes Cassierchen !" .Unnöthig meinte Sturm, und wag te es, feine schöne Sitznachbarin aus daS ...!. ? t Vvsa zuruazuzieyen, roovkl iym oas Herz zum Zerspringen pochte. ,Da dringt man eben den Frachtbrief. Wir wollen die Sache gleich in Ordnung bringen. Ich kenne einen Theil Ihrer prachtvollen Toiletten von Ihrem Auf treten her. Ist Ihnen mit hundert Gu! den entsprochen, mein schönes Jräu lein ?" .Gewiß, Cassierch.'n, gewiß ! Ach, wai sind Sie für ein reizender Mensch! Ich danke Ihnen, Sie llkbenSmürdiges Jrachtencassiecchen ! .Aber mein liebes, liebes Fräulein. ich thue doch eigentlich d!o meine Pflicht stotterte Muki und griff hinge rissen nach dem ihm dargebotenen Händ chen, dasselbe über und über mit Küssen bedeckend. DaS Bublrkum xxt za be rechtigt, aus jeineEgekten Baarvorschüffi zu nehmen. Eine Weile plauderten die Beiden, die immer mehr Gefallen an einander san den, noch fort. Dann erhob sich Frach tencafsier Sturm, stellte den Sendschein nebst der dazu gehörigen Frachtkarte nach Lerchenau aus und überreichte dann seiner holden Partei mit dem Rrcp sie en erwähnten Baarvorschuß in der. schönsten Banknoten, die er in feine: Caffe fand. Mit einem herzlichen .Auf Wiederse. den bet der Abfahrt- verabschiedete sict sodann die Dioa vom .goldenen Hir-schen-von unserem Muki, der ihr da schöne .Sammtpatfchchen" schier au einander schmatzte. Herr Sturm, der Frachtencassier, verfehlte im Laufe dieses Tage mehrrna! die Rubriken des KilometerzeigerS'un' der Tarife. Zum Glücke gab eS weni zu thun und gerade diesmal keine schift rige Calculationen. Eben malte sich der verlieft' Nro tencassier im Geiste auS, wie er für der nächsten Sonntag Urlaub nehmen und zu seiner reizenden Freundin noch Ler chenau hinüberfahren wolle, als diese selbst wieder das Cafsenlocal betrat. Muki Sturm wollte vor Freude einen Luftsprurg machen. .Stellen Sie sich vor, lieber Freund." begann die Künstlerin, dem Casuer ihr Händchen zum Kuffe überlastend, .ich soll heute hier auf Berlangen noch ein mal, und zwar als .Amalia" auftre ten..Wär's möglich? O, diese Glück. Sie nochmals bewundern zu dürfen, ut Muli entzückt auS. .Dazu brauche ich aber das schwarze Sammlkleid mit den Brüsseler Sp'tzen, welches im Koster liegt, und die Rosa rode mit den Allaöborduren auch ,Da5 wollen wir Alles herauSneh men erklärte - Frachtencassier Sturm und küßte die .Hirschen-Diva galan auf die Fingersoitzen. .3 , geht denn das auch l meinte die Schauspielerin klndischunglaubig. .Warum denn nichts Mit meiner Intervention, auf meine Verantwor tuna hin geht Alles. Wollen Sie sich gütiqst mit mir 'ins Aufgabsmagazin venuaen, dort den Koner öttnen und demselben entnehmen, was Ihnen be liebt. Ich schicke Ihnen dann daS Be treffende durch einen meiner Leute zum .Hirschen- hinüber Und Arm in Arm schritten Frachten kassier und Schauspielerin zum Maga zm, Fröulem Süßholz lachend und plaudernd, Muki Sturm in seliger Stimmung, jedoch wieder nicht ohne scheuen Seitenblick nach den Fenstern seiner Wohnung, hinter welchen er alle Augenblicke 1as strenge Angesicht seiner Marianne erscheinen zu sehen sürch icie. Rosina Süßholz hatte gespielt, hin reißend gespielt und war durch Johann Nepomuk Sturm in ihren prachtvollen Toiletten bewundert wordln. Noch mit dem Nachtzuge war die Dk va dann abgereist ; in Folge einer De pesche von ihrem Director, wie sie dem verliebten Frachtencassier erzählte. Herr Sturm halte sie zum Bahnhol gelette und selbst erklärt, das Zurücklegen der berden Kleider in den Koffer ser über flüssig, zu so später Stunde sogar seh umständlich. Er lieh der kleinen Diva feine 5)andtasche und verpackte die bei de Kleider kunstgerecht in derselben. Vie e yölllchreit trug .xdm abermals einige allerliebste Schmelchelnamen von Seite der hübschen Schausplelerin ern Der herbe Augenblick des Abschied war oerangerommen. ivcurr nano au der anderen Seite deS Zuges, wo er von den StationsangehSrigen nicht gesehen werden konnte, und die blonde Rosina lehnte sich zum Coupsfenster hinaus. Der Abschied gestaltete sich zu eine . . . . " uoeraus verzlicyen. - .Auf Wiedersehen '! Lerchenau !- riefen sich Schau vlelerin , und Fracklen kassier zu, als der Zug schon im Gang war. ' i. Und doch gab eö kein Wiedersehen !n Lerchenau. - . Wohl war frachtencassier Sturm am nächsten Samstag Abend dorthin gereift. Bon der Künstlerin Rosina Süßholz land er eben keine Spur. Nur ihr Kok
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ser, oen er von Kirchverg aus mit mwu Gulden Nachnahme im Vorhinein- er pedirt, er lag aus der Station als .unanbringlich". In den nächsten Tagen litt Johann Nepomuk Sturm unsäglich, wenn er in seinem Caffenlokale vott'den aufgeschla genen Tarifbüchern weg nach jenem ge dienten Sofa blickte, aus welchem er vor tturzem noch dicht neben ibr, der Holden, der Unvergleichlichen gestffen. Die Zeit heilt bekanntlich alle Ge müthSwunden, und so waren denn auch drei Wochen genügend dazu, um Muki Sturm, den flotten Wachtmeister von ehemals, feine blonde Rosina Süßholz vergeffen zu machen. Der flatterhafte Frachtencassier war gewillt, reumüthig in die Arme seiner theuren Marianne zurückzukehren. ES war aber auch bohe Zeit zu diesem Entschluß, denn die An kunst der Madame Sturm war mit dem Abendzug signalisirt. Die Frau Frachtencassicr kam aber schon Mittag?. Sturm, der während seiner Strohwittwerschaft im .goldenen Hirschen speiste, hatte keine Ahnung davon und erfuhr erst eine Stunde spä ter aus der Station, daß die .Gnädigeangekommen sei. . Nicht ohne Gefühl der Bektemniung betrat er seine Wohnung, das verfluchte böse Gewissen ! Aber woher sollte sie denn auch nur eine Ahnung haben ? .Gott zum Gruß, mein liebes, süße? Weibchen" , - ,M. Blitz und Donnerschlag zu gleicher Zeit. Diesmal hatte. eS ganz gehörig eingeschlagen, und Johann Nepomuk Sturm stand da, die Hände auf feiner rothen Wange haltend, in nichts wen! ger als fröhlicher Stimmung. .Ich war gestern beim Herrn Diret tor lautete der Commentar dieser neu esten häuslichen Gewitterscene aus dem Rosenmunde Fkau Mariannen's. .Mor gen wirst Du wohl das Nähere erfahren. Warte, ich werde Dich's kehren. mit Ko mödiantendämchen liebäugeln und ihnen Baarvorschüsse geben!" Muki Sturm schlich sich trübe in seine Jcachtencaffe. Am andern Tage präsentirte- ibm sein Stations' Chef achselzuckend eine längere Direktions Zuschrift. Durch dieselbe ward dem FrachtenCassier Johann Ne pomuk Sturm in Kirchberg kundaethan, daß der in Lerchenau unanbringlich ge wesene, an die Schauspielerin Rosina Süßholz, bahnrestanie adressirte Koffer sammt seinem, aus werthlosem Plunder bestehenden Inhalts von Amt? wegen versteigert worden sei, und daß der Er löS dieser Sendunz nickt einmaZ den aus derselben hastenden Lage zinS gedeckt habe. Man sei daher bemüßigt, den leichlsinniger Weise gewährten Baarvor schuß sammt den ungedeckt gebliebenen Frachtgebühren im Gesammtdetrage von 101 Gulden und 97 Kreuzern dem schuldtragenden FrachtCassier Sturm zum Ersähe vorzuschreiben, und wird demselben die genannte Summe in zwan zig Monatsraten von der Gage in Ab zug gebracht werden. Der dritte .KnaLtss :t- im Herzens. Kunde Herrn und Madame Sturm'S hatte das Grlißariigste erzielt. Derun b ständige Muki wendete sein Herz voll und dauernd sciner Marianne zu, die ihm nzch zweimonatlichem Grollen ver zieh. Er war ja doch ein herzliche Mann, dieser Johann Nepomuk Sturm, der smucke Drogonerwachtmeister vor Brauhausgarten. Aber strenae wurde er eontrollirt, de, flatterhaste Ebemann. Frau Marianne konnte von Küche und Wohnzimmer aus den'Zugang z,r Frachtencaffe überwa , chen, und so oft sich nnr ein halbwegi gesähriichkS Lärvchen auf diesem Wegt blicken ließ, erhielt Herr Johann Repo muk Sturm 'N jen e n Casses.locale flugs den B.such feic.ct Gemahlin. Ob Muli'S empsindungSvolleS Herz nicht troßdem manchmal geschwankt, is! unbekannt. Geblitzt hat eS wohl recht ojt aus dem ehelichen Firmament. öch .Nicderschlag hat eS seither nicht wie vergeuden. . , Faiivieiv Jetzt für Besucher groffnet. Neue Verbesserungen ! Neue Attraktionen! ! Man nchmej, die Fairview Park elektcischen Cars, die? nördlich von. der Union Station an der Illinois Straße, abfahren. ;
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