Indiana Tribüne, Volume 15, Number 196, Indianapolis, Marion County, 3 April 1892 — Page 6
Nnzleiche Loose
Skizze so Sinnt Block. Ein VUethOauI in einer fo aroßni Stadt, wie Berlin, ist fast zu vergleichen mit einem Assenbrodbaum der Tropen, wie Reiseberichte ihn uns schildern. Tort sind die .verschiedenen Quartiere, wie Etagen und halbe Etagen, hier find's Acste und Zweige. Auf den untcren Acsten bauen sich die Reichen dergniiglich ihre hängenden Gärten, wäh rendsieAermeren schon höher hinauf und die ganz Armen bis in die Tachkamzncrn oder Wimpel des Baumes klimmm muffen. Das ist ein Hin Ul d Herttettern ohne Ende, und beständig begegnet man sich auf dem für Reich und Arm gemeinsamen Stamm des Baumes, oder der Treppe. Welch' vcrschieoenartige Loose sind da oft unter einem und' gleichen Dache vereint und doch so getrennt voneinander, als wenn i lassende Schluchten und Abgründe zwischen ihnen lägen! In einem solchen Hanse sah ich eines Tages ein in sehr bescheidenm Verhält nisscn lebendes Ehepaar., lleine Beamte, einen Besuch machen bei dem Vorgeseht:n d:s Mann:s. . . .enorm reichen Le itcn. Sie interessirten mich, und ich tagirte sie, als ich die Frau in ihrem sicher schon zwei Mal gefärbten Kleide, mit der dürftigen billigen Blume auf dem Hut und den fest angepreßten zweiknöpsigen Glacehandschuhen sah, aus die Bewohner einer halben vierten Etcgc. Sie gingen zu den Reichen,' um zu irgend einem Festtage zu gratuliren. In einer Droschke zweiter Güte fitlj ren sie vor. wahrscheinlich um die besten" Kleider und Stiefel nicht zu beschmutzen, denn es regnete stark. Als sie das Vestibül betraten, schüt telte die Frau die Falten ihres arm lichen Kleides sorglich auseinander, und der Mann fuhr behutsam mit dem Rockärmel über seinen nicht mehr allzu neuen Cylinder. ' Ich finde in der der deutsch: Sprache leine rechte Bezeichnung für diese Art traurig - Äiständiger Armuth der Engländer nennt sie shabby genteel" Shabbj-enteel waren die Beiden Don Kops bis zu Fuß, die Frau sowohl wie auch der Mann. Jedes von ihnen trug ein sorgsam in weißes Papier at hülltes Packet. Das eine hatte die steife Form eines länglichen Kartons und enthielt vermuthlich em Spielzeug. in dem anderen befand sich eine Düte mit Bonbons, welche die Fran selbst einmal geschenkt bekommen hatte. Aber wie hätte ne es gewagt, diese Herrliche 1.1t. .. i ,.?. vcixii niocT su wciicuieiu min, uu war nichts für sie. . . . und zudem. . . . als sie es geschenkt bekam, dachte sie bei sich: wer wech, ob man uicht e:neZ Ta es auch irgend Jemandem etwas fchen' tcn müßte dazu würde, es gut sein; es wurde also sorgsam aufgehoben, und als dann m Rede auf diezen notlMw idigen Gratulationsbesuch kam, hatte die Frau mit vor Erregung zitternden Händen die Düte von ihrce Papicrhülle befreit die kostbare Tüte! sie war ja aus papiernem Atlas und ihrem Manne gezeigt. Das wollte sie mit nehmen als kleine Aufmerksamkeit, waren sie doch so oft schon dort in dem vornehmen Hause eingclad.'n gewesen! Mit großer Vorsicht war die- Düte geöffnet und die noch darinliegcndc Visitenkarte entfernt worden, und heute endlich sollten die Herrlichkeiten in die Hände einer Person kommen, die, sich den unerhörter: Luxus erlauben durfte, sie auch zu essen. ' Vor der Thüre der Wohnung enlsernte die Frau die PapierhüUe von 'dem Karton und sah nach, ob die Ecken xe zeldcn auch nrcht emgedruat oder be schmuhtiwarcn; dann bctrachtcte-sie den Karton einen Moment, als überlegte lie, od der dann enthaltene Gegcnstam uch thatsächlich unnüh genug war, in -als Lurnssache gelten zu können; denn in ihrem bescheidenen Sinne galten diese zwei Dinge: unnütz und luxuriös, ,, für alttchdedeutend: sie kam endlich zu dem Schluß, daß ihr Geschenk an Uebcrflüs. rnrnt ln dcr Tyat mchts m wünschen ließ, und lächelte ihrem Manne befriedigt zu. Fs ist anständig" sagte sie, auf den Karton werfend. Sehr anständig!" bekräftigte er. Und beide fühlten sich durch die Wort anständig" in ihrer EtgenWe bcfricdiat. 1. Hierauf zupfte die Frau noch das DrUlge Scwenband des Hutes zurccht, glättete die kurzen Handschuhe am Hönd ackenk und klingelte. : Die Klingel hatte jenen merkwürdig erschreckend hellen Klang, Ctoid r .den Glocken der reichen Hauzer ergenthüm lich ist. ' , ' Em Diener öffnete sofort, bat Mann und Frau, einzutreten, und .wollte ihnen die Pakete abnehmen. Aber nettr. sie gaben sie nicht her, sie wollten sie beim (nutritt in den Salon selbst in den Handen hatten. Sie wurden angemeldet und 'traten tN . ' ;.. . l'S'J.I , Die elegante Dame erhob sich bei ihrem Erscheinen aus ihrem bequemen Geisel, trat ihnen , ein . paar ' kurze schritte entgegen, um ue zu begrünen. und scSte sich dann wieder mit einem leichte kacheln und einer aussorderu Oen Handbewegung, daß sie Platz nehwen mögen. ' ' Sie jedoch traten zunächst an sie her an und boten ihre iczchenke dar. Sie lächelte wieder,, schüttelte den Kopf, nahm die Packete, At ein er stauntes Zeucht und sagt; O, was soll das Schc freundlich Mar. aber auch zehr unrecht!" , , Aber sie öffnete die Packete nicht. Als sie zu bemerken schien, daß die Frau darüber, ein wenig traung aus sah. klingelte sie, ließ sich eine Scheere bringen und durchschnitt die sorgsam geknüpften Schnüre. Das eine Packet enthielt die Tute aus Papier.Atlas, das andere einen Hasen aus Papiermache, als Bäuerin verkleidet mit wei
ßem Mchü, rothem Rock und Holzschu.
heu, und war gleichfalls mit Bonbons gefüllt. He Ucbcrslüssigkcsj dUcs Ge t?4Ei.t3 f s ii :frtt ! juuui? ivui iti niiiuu ijuukju HiHt' lMwenn Ueberflüssigkeit wirklich Luxus bedeutet,- so war dies entschieden ein Lurusgcgenstand. Pnm Anblick des Hazen lächelte dtt Dame zärtlich. Für Baby! Ach, wie sie sich, dann! freuen wird. Aber" und sie drohtk schelmisch mit dem Finger. Sie verwöhnen sie zu lehr". Stille herrschte nach diesen Worten. Die bescheidene Frau im gefärbten Kleide fühlte, daß sie etwas sagen müßte. Sie wurde roth und Der legen. Ach. gnädige. Frau" brachte jic dann hervor, ..wir haben ja schon so oft bei Ihnen dmirt!" Kaum waren dieze Worte heraus, so fühlte sie selbst, daß sie ungeschickt und wenig würdevou gellungen tzatten. Außerdem, begegnete sie dem Blick ihres Gatten, der sie verächtlich ansah,,, und zugleich zu bemerken schien, wie brrit sie war. und wie roth ihre Haut,,, während die andere Dame schlank, graciös und blau m ihrem wesicl lehnte die' Augen leicht zukniff, wenn sie mit Einem sprach, und die eine Hand mit den bitt zcndcn Brillantringm der anderen spie len ltey. Der Mann fühlte, daß es nun an ihm war, etwas zu sagen. Herr von.K,,, befindet nch ganz wöW" fragte er. Ich hahe ihn- lange ,mchU : . . DaWergUügen gehabt! " yy-.: i' .... :r. :.ui Cir'üit'ida. .viim lum in juu vx utiitiji, ci ist passionirter Jäger", entgegnete höflich die elegante Dame, und, die ganze Zeit des Besuchs hindurch' hielt sie das feine, stereotype Lächeln aus dem Ge ficht fest. Als die beiden Gaste wieder aus der Straße waren und eine Droschke zwei ter" bestiegen hatte, legte die Frau ihrekurze breiMHand aus die, ihres 'I'can; Nes. ,. ,? ' : V ' ! i Soste was Du willst" begann sie ich möchte doch nicht alle Woche dort einen Besuch machen. Es ist un heimlich prächtig." Ja , ja" erwiderte der Mann ; aber Deine Bemerkung vorher war auch nicht gerade " . Ich weis; ich wem unterbrach sie ihn rasch. Aber was willst Du? Wenn man so viel zu arbeiten hat und kaum je herauskommt .so .... " Ja, feunte er es begreift sich." Glaubst Du wenigstens, dar. sie sich mit den Sachen gefreut hat?" begann die Frau von Neuem. , , Hm!" machte er blos." Ach ja; sicherlich! Der Hase war ja auch entzückend" tröstete sie sitf selber. Dann nach einer kleinen Hause: Hast Du Dir die Vorhänge genau angesehen? Maisgelber Atlas! Meitt Gstt! Ich möchteas nicht in meinem Salon haben. Denk' doch nur. wie schnell das schmutzt! Ein so helleZ Gelb!" ' , Und sie schüttelte ernst mißbilligend den Kopf. .Ja, za" agte der Mann. Du hast Rechtf cs,zmüß sehr schnell hü lchmnhcn."' ' ' Und wabrend , sie bei dem Gerumvel der Droschke bald gegeneinander, bald" wieder auSeinanderflogen, und während sie noch immer über den unerhörten Lurus der maisgelben Atlasporticrcn nachsann, betrachtete er vom der Seite' ihre rothe Haut, ihre gerntheten Augenider, ihre, breites von einem schlechten Corsctt gehaltene Gestalt. " ' ülnd Mlt bitterer Honnungslosiqkclt dachte er än ! elegantes schlanke, schöne. parsumme Frauen, die außerhalb seims Gesichtskreises lebten und für ihn) Nicyr existtrrcn. Heute hatte ihm der Anblick des Reichthums Anderer einen" Stoß Zn's Herz gegeben, und mißmuthig und ver' dittcrt kehrte er heim. IZ M Bj$8 Wer zahlt die Zeche? HuNoresfe von fiw?o Müll,?. II xw Daß bei einem Bruder Studio das MooS zu jenen Artikeln gehört, welche eine ganz bedeutende Rolle spielen, ist eine hinlänglich bewiesene Thatsache. oaß cs über auch immer in dem gehört ... tt, . 7 . . , , gen Äcase voruanoen, oursic woyi Aiemand behaupten wollen. "So durchwanderten auch mehrere Studenten 'die Straßen des Univcrsitätöstädtchen L.. und man konnte es an W .-..n.- . l,, ,: .:(' W J f Hi'li, ihren theils niedergeschlagenen Mienen erkenn e $b ci ß, auch: si :i;;;;am:;: Geldübersluzmlangel litten; denn das; es nicht galt, wissenschaftliche Problems zn W seil, bewiesen ihre wehmüthigen Blicke, welche , sieh zum ' festeren nach hVeir Wirthshausschildern emporsandten.', . Die Stimmung ? war, wie ' gesagt, eine recht gedrückte, denn ein vorgenommenet Jasienstur'HüttftideyZl agel'' eine würdige Feier der Geburtstage der Studiosen Schlauch und Loch, welche beide auf diesen Tag fielen, gar nicht u denken war. ' ' , 1 ' - ' . ' . " Doch kommt Zeit, kommt Rath." meinte der stets unverzagte kleine Studio ' mit dem bezeichnenden Namen Bacchus, und, fügte er gleich hinzu, als sie in die , Nähe des Weißen Schwan", von wo ihnen angenehme Bratendüfte :c. ?ntgegenw:htcngekommen'warenfrifch gewagt ist halb gewonnen." machte eine halbe Schwenkung nach rechts und stolz erhobenen Hauptes schritt er durch die roeit geöffnete Thür am dicken Schwancnwirth vorbei; die Uebrigcn natürlich folgten seinem Beispiele und bald saß man vergnügt und guter Dinge in dem behaglichen sogenannten Clubzimmer bei eurem auserlesenen Mahle, . t. .? .. . i x ;,! v . a m.si. . o v . a Ivovei nuiUTiiuJ uud tue, luua ves schwamnwirth's Heller an Weinen bot. nicht fehlen durfte. Nach dem Diner wurde selbstredend ein regelrechter Biercommers abgehalten, welche? bis tief in die, Nacht hiaem anhielt.
Endlich aber war es Zeit, ans Nach haufegehen zu denken, und jetzt kam der iritische Moment des Zahlens. und um dies wichtige Geschäft zu erledigen, be rief man Carl, den Kellner! . Carl, ich möchte zahlen, natürlich ganze Zeche!" erklang die Stimme S )lauch's; ab:? wie auf, Kommando .cicholl es plötzlich von allen Seiten: Nein, ich bezahle; Carl, hier her. ich werde zahlen!" u. f. w. Jeder wollte zahlen; nun, das ging doch nicht gut an; des Präses Stimme gebot deshalb Ruhe und machte er darauf den Vorschlag, daß zwei aus , ihrer Mitte zahlen sollten, ulld zwar einer an den Wirth, der andere denselben Betrag nochmal an den Kellner als Trinkgeld für geleistete treue Dienste. Damit aber nun nicht abermals Streitigkeiten bezüglich dieser zwei ausbrechen könnten, schlage er ferner vor, daß man von Carl, dem man zu diesem Zwecke die Augen verbinden mög?, zwei ans ihrer, Mitte herausgreifen lassen solle, wovon der Erste den Wirth, der Zweite den Kellner bezahlen solle. Allgemeine .Anerkcnnung wurde diesem Vorschlage zu Theil, und ganz besonders war es Carl, der denselben als rein salomonischer Weisheit entsprossen bezeichnete Man ging sofort zur Ausführung über; mit einer Serviette verband man Carls Augen, und gleich, darauf, sah man ihn d:nn - 'auch mit langsam ; bedächtigen schritten, die Arme tastend von sich gestreckt, den Raum durchmcsseii. Doch während dies geschah, bereitete sich unter dem Schutz von Carls verhüllender Binde etwas ganz Abfonder? liches vor; fast schien es, als wollten die vergnügten Zecher gleich hier ihr :Sla fi f a ti a ? t i'c r ! a u f i cfa 1 a a c n , ij b c n n sammt i i'1 'r-1. r.H v httt. liche entledigten sich ihrer uscheklei dung in schleuniger Hast und über ließen es Freund Carl, das Uebrige zu thun. Schon geraume Zeit war verstrichen und trotz eifrigen SuchenS und mehrerer erhaltener uufanfter Stöße gegen Wände, Tisch und Stühle, war es Carl noch immer nicht gelungen, etwas Zah'la es zu erfasfen.- , .Im, Gastzimmer war schon einigemale Nachfrage von Gasten nach dem Kellner gewesen, der Wirth suchte ihn auch durch das Klingelzeichen herbeizu rufen; aber wer nicht kam, war Carl. Endlich sah sich der dicke Schwanen-, wirth genöthigt, selbst nachzusehen wegen Carls unhegreiflicheflÄüsblei bens.' Langsam steigt er die . Treppe zum,. Clubzwimer empor. Von : der noch kmze Zeit zuvor darin stattgehabtc Unterhaltung. Gesang je". " war keine Spur zu vernehmen; nür ein un regelmäßiges Hin- und Herlausen einer einzelnen Person und ein ab und zu stattfindende .Rücken-' Don Stuhl oder 'Tisch war .vernehmbar. ,, Dem Schwa nenwirth war ganz absonderlich fast unheimlich zu Ä!uthe ; aber' hier galt kein Zaudern; langsam öffnet er die Thür er glaubt seinen Sinnen kaum trauen zu dürfen: Carl, sein sonst fj""iü1are ist unzweifelhaft plötzlich verrückt ge-
worden. denn wie -ein Rasender, in Schwein' gebadet, laust er ,unt verbun d:neu Augen im Zimmer umher, tastend ti S. m S t v n : J: -ii iilli tyaiiutu uuu jjuiirn ' :- ': Starr vor Staunen und Entsetzen bleibt der dicke Schwanenwirth in der Nähe der' Thür 'stehen 'er vermag sich nicht von der Stelle zu rühren. auch als der Rasende immer naher und näher aus ihn zukommt, (schon suhlt er den Heine Athem des Näherkommenden. seine Hände berühren ihn und plötzlich fühlt er sich von Eavls Armen fest umschlungen. indem Letzterer gleichzeitig mit nie geahnter Stimmsülle ihn An, brüllt: Halt, Sie bezahlen '" und sich gleichzeitig das Tuch von den Augen entfernt. '' ' Jetzt war aber das Erstauen und Erschrecken C.r.s Nicht g?llnger als das seines Herrn Pnnepals: mit onenem Munde und mit weitaufaerls senen Augeit starrte er ihn sWchlos an. und erst nach einigen Minuten der Er holung vermochte er über das Borgefallene. insoweit das leere Zimmer nicht selbst beredtes Zeugniß gab, Bericht ab zustatten. ' , , , , -S- cifif Auf der Maskerade .mfnoldMa VSiit tnirfi tirn.ist fnfjnsft" n-Vf " . , ' j( ;? ! r, , Hab' ihr im Gedränges - , MliyTaXiÜiiki - Hab''ichchochbeVücktHW II, zIiZÄWkelUnbekannteW An mein Herz gedrückt! ' "Vb iirifll! jirf ":-?:( 'sß'' rji'i'iS I ;;: ;!,';'$,i Sii!.jiSiIMi ,Jn,Ze,IenWilMW Hab' ich dann geschickt Auf den weißen Nacken Einen Kuß gedrückt! m .H.i.,.'i fr Dich als ohne Maske , ÄchWMnbtiMAW ,a.!ii.-;. Hab ich aus dem Saale Schnell mich selbst gedrückt! N' i; 2 i MDleH'ala di ne Napo l t ons Ö Aus Anlaß des jüngst erfolgten Todes des Herzogs von Treviso ' zählt der Gaulois " die Zahl der herzoglichen und fürstlichen Familien auf, die ihr Entstehen aus der Zeit des ersten Kaiserreichs herschreiben, und die Zahl der erloschenen Titel. Napoleon t. schuf 35, herzogliche . und fürstliche Jamitten, von Venen zwei königliche geworden sind, näuilich Murat und Bernadotte. Die erloschenen sind: Her zog von Danzig (Lrfebvre), Herzog von CambacereS (CambacereS). Herzog von Friaul (Duroc), Herzog von Castiglione (Aiigttfou), Herzog von Jstrien (Bessiercs), . Herzog vou Padua (Arrcghi), Herzog von Daldcrg. Herzog von. Gaeta (Gaudin), Herzog von Valmy (Kcllermann), Herzog von Ragusa (V!rmmt), Herzog von Dalma tien (Soult), Herzog von Rovigno (Savary), Herzog von Crcs, Herzog von Ligny (General Girard).
Moderne Geschichte in arabifcker
Auffassung. Ba Ludwig Jacoboroski. Noch heute steht IZcapoleon I. bei den Arabern Nord-IZlfrika's in höchstem Ansehen. Ja, mit einer Art vcrehrungsVoller Pietät bewahren sie das Anden ken an diesen Mann. Freilich als Ersinder und Meister einer psychologischen Politik hatte Napoleon Alles gethan. um,die Araber während seiner Expcdition nach Egvpteu für sich zu gewinnen. Noch auf hoher See befindlich, hatte er feinem Heere Verhaltungsmaßregeln eingeflößt die sie im Verkehr mit den Arabern des Landes zu beobachten hatten. Namentlich wünschte er die Neu gion der Muhamedaner und ihre Muf trs geachtet und unverletzt zu sehen. Dte Völker." heißt es in dem Armeebesehl vom 22. Juni 1798, mit denen wir zusammentreffen werden, behandeln die Frauen anders als wir; gleichwohl ist. wer ihnen Gewalt anthut, überall ein Scheusal. Plünderung bereichert nur Vcnlge. entehrt Alle und macht uns denen verhaßt, die zu Freunden zu haben unser Interesse erfordert." Kaum hatte er Alerandrien genommen, als er meisterhaft geschickt sich den Eon flict zwischen den Mameluken und Em geborenen zu Nutze machte und sich in einer arabischen Proclamation (2. Juli) zum Beschützer der Letzteren aufwarf. Aber trotz aller entgegenkommenden 1 v. Freundlichkeiten und Versuchungen ver hielt sich hie Bevölkerung stumpfsinnig. spröde und ablehnend, ja oft sogar feindlich. Um fo historisch interessanter ist es daher, daß sich nach der Rückkehr Napoleons ein ganzer Kreis vcrherrli chendcr Legenden und Märchen gebildet hat. die bis auf die Gegenwart hin lebendig sind. Daß seine Sympathien für den Islam psychologisch auch nur gemacht waren, beweist die characteristische Thatsache, daß Napoleon in dcr kleinen Bibliothek, die er mit nach Egyptcn nahm, die Bibel, den Koran und die indischen Reden zusammen mit Montesquieu's Werken unter der Ru brik Politik" 'aufgestellt hatte, War doch die Religion für ihn auch nur Mittel und Zweck, ein neues Mittel, seinen Willen und seine Jnstincte zur Macht zu befriedigen. In einem Werke von Dr. William Fröbel-Armanspcrg (Europa und die Anschauungen mohamcdan'ischer Völker, Leipzig, Wiegand) bcsinden sich interessante Legenden über Napoleon !. und M., die einen wichtigen Beitrag dazu geben, wie sich derbe Geschichtsthatsachen zu märchenhaften lockeren Sageugcbilden verflüchtigen.- Von einem alten Tür ken Algeriens . hat er sie sich erzählen lasten. Dieser, ein gesprächiger alter Araber, galt durch seine historischen Kenntnisst gewiß, als ein ..gelehrtes Haus", war darauf nicht eingebildet und hörte sich gern erzählen' ' Mit orientalischer Lebhaftigkeit erzählt er, und es ist erstaun Ach,? welch einen Wirrwarr er in, der chronologischen Anordnung der Zahlen anrichtet. : !, Die Geschichte Frankreichs beginnt er mit dem Kiffar (d. h. Cäsar), dessen Nachfolger Hirkla gewesen ist (vielleicht lst der byzantltttsche ötalser Herakles ge meint).' Zu dessen Regierung theilte sich das Reich; es herrschten große Wir ren, bis endlich em Mann von gewal tigem Geiste, Namens Bonaparte". Heerführer wurde. Weil-er Ordnung schuf, weise Ge setze gab, wurde er zum Kaiser gemacht. Alle Lander unterwarf er, nur fehm ihm noch das Land, der Moskowiter wenn er dieses erobert hätte, würde er nach Indien ziehen, und alle Schätze wegnehmen. Er zog aus mit einem großen Heere, so groß, wie selbst nicht zur Zeit Pharaos und des großen Jskenders (d. h. Alexander der Gros;?). zci der Schilderung der (rosze ge braucht er ein recht orientalisch-bibli sches Bild. ..Unabsehbar waren die Schaaren, und die Staubwolken,, welche sie aufwirbelten, verdunkelten das Ta. geslicht, Die Moskowiter flohen, aber nun kam ein furchtbarer Winter. Der Schnee siel haustief". Da erfror der größie Theil , des Heeres, und Bonai parte wollte heim. Aber er durfte den Moskowitern seine Lage nicht enthüllen ,.Ta zeigte er seinen großen Verstand Er ließ alle erfrorenen Krieger in Reihe und Glied im Schnee aufstellen ein Erfrorener . bleibt stehen und fällt nicht """'is-iift '.. .. "' . ' : .: : :. ' li rn . " . . " . :: Die todten Reiter saßen ruhig auj S''"' . (!. Vl , il'1'1;: i LJJi ','14 :r .'ii i j 1 '". iV- " J" " kil ' llirtflt rtrfott Wrtin RrthöT I r 1s iivv tuiiiit iiviii,, w i wuw t wt Faust. Die Geschütze standen vor, deni tzi;',.4ii fr, t;n j VltVil . j ;'!' JL, I W "j: IliUlklitV UUIUVIU ittl der glühenden Lunte (!) in der erstarr MAHaMMSUW'M als oi Seele in ihnen wäre." : , , ' -' -1 Diese ungemcin plastische und orien lälischHWntastischD perte den Arabern , den verunglückten russischen Feldzug Napoleons., ! Dieser floh, geschützt vor den Blicken der Ruf' sen, durch sein erstarrtes Heer. "Als diese hersln Schte sie erschrocken zurück . : und berichteten ihrem Kriegsobersten, die Franzosen seien unwiderstehlich. Diese ständen ruhig in Reih und Glied w der -grim migen Kälte, während sie sich' kaum durch die dicksten Pelze zu schützen permöchten. Erst als der Kaiser gerettet, merkten die Mos k owiter dessen L i st ii nd erstaunten gar gewaltrz und priesen seinen hohen Verstand." , : Auch über die Art von Napoleon's Abdankung gab der alte Araber einen ernsthasten 'historischen" Bericht. Seine Beziere wollten sich in seine Reichthümer theilen und bildeten eine Verschwörung.. Aber der weise Kaiser hätte längst ihre Pläne durchschaut. Als sie Nachts an ftinen Thurm drangen, um ihn von der Spitze desselben herabzustürzen, fanden sie ihn nicht. Als sie zum Himmel aussahen, sahen sie ihn hoch oben in einem kleinen .Schiffe ruhig schweben, dos von einer großen rothen
Kugel gezogen wurde. Von diese!
aus warf er Bomben und Granaten auf die Verschwörer herab und tödtet sie. Er hatte, um sich zu retten, den Luftballon erfunden (!) und langte mit feinen Schätzen glücklich in Englant an. Aeußerst komisch ist auch die Gefchichtt Frankreich arach Napoleon in der Be leuchtung des alten Arabers. Sein Nachfolger war Scharlediß" (d. h. Eharles X.). Das sei em Ehrenmaniz gewesen, aber wegen Algiers seien du Franzosen auf ihn sehr wüthend gewor den. ..Da war ein großer Kaufmann, Philippe mit Namen (d. h. Philippe Auguste), der hatte viele Millionen iml war sehr ehrgeizig." Ter sagte: Wu behalten Algier." Scharle'diß" xoax dagegen.. Da sprach Philipp: Scharlediß ist alt und nicht mehr bei binnen ! Und Scharlediß müßte mit seinen Schätzen - nach England fliehen. Aber balt floh auch Philipp mit seinen Schätzer nach Enaland. Das sei die Ursache für die Reichthümer dieses Landes. Da machten die Franzosen eine Bublick" (Republik). Als dann wieder.ein.Napoleon kam. wurde er von den Nemtsche" (Deutschen) in einer großenSchlacht besiegt und gefangen genommen. Dar auf kam wieder eim Bublick" und du Nemtsche" erhielten zwei große Städtk (? d. h. Elfaß'Lothringen) und eink ungeheure Summe Geld." Der fraw zösisch-chinesische Conflikt entstand naul der Meinung des alten Türken, weil dtt Franzosen für die Summe Geld Erfafc haben wollten. Im Lande Lind (China) sei ein riesigee Berg, dessen Inneres aus gediegenem Golde besteht. Die Franzo sen unterhöhlten den Berg und nahmen das Gold, während der Herrscher von Lind" dachte, sie bauten und grüben Rcis.IDeswcgen derEonflict vonLind deswegen die Unzufriedenheit der Iran, zosen unter einander. Ueber die Gegenwart sagte er: ..Da ist jetzt ein tap ferer Mann in Frankreich, der war in seiner Jugend Bäcker (!), wurde dann Soldat und schließlich dann General. Den nun wollen viele Franzosen an d Spitze stellen, damit er lhncn Gluck um Ruhm bringe, und er wird bald wi, Bonaparte Kaiser werden." Ter gut, Alte hatte also auch schon von Vornan gcr gehört, aber seine würdevolle Pro phezeiung ist zetzt nach dem Ende Bou langörs gerade zu rührend in ihrer weis 'en Naivetät. Der Baumeister JwanS Schrecklichen. Sei Ein Italiener und tüchtigerMünstk der sich zu Florenz am vrachtvoller .Hose der Medlccer gebildet, erhielt In Jahre 1554 Mit Auftrag, zum Gedächt niß der zwei Jahre, zuvor erfolgten Eroberung der Provinz Kasan eine Kirchi in' Moskau' zu , erbauen, ,wclch?düi Beinamen -..Zur schützenden Jungfrau" erhalten sollte' Was den blutdürstigen Wütherich , Iwan, , den Schrecklichen zu solcher frommen Handlung vcran laßte.ist nicht leicht zu entrüthscln. denn damals cmpsand er noch lcme Gcwis sensbissc wegen seiner fast unglaublichcn Schandthaten und trat fortwah; rcnd jedes Gebot Gottes und dcr MenschIlchrnt nut Fuhen. Er licö auch noc; fernerhin Tausende von Menschen ermorden und zwar häusig zu seinem Vergnügen auf die rafsinirteste Art iml Weise. Unter seiner . Regierung wur den Die seinem orn verfallenen unglücklichen Menschen lebendig gerädert. gcpsaylk, gespicßr, verorenm. geicyun den, gekocht, gebraten, in Stücke ge sägt, zerichnitten. an's Kreuz genagelt und auf jede andere erdenkliche Art zu Tode gemartert. Nero und Caligula, , diese gekrönter Scheusale des alten Rom, konnte Lämmer genannt werden im Vergleich zu dem blutigen russischen Tyrannen. Seine Soldncrbanden zogen plunderni im Lande, umher. Alles verheerend unl verwüstend, wohin sie ihr Weg .führte. Viele Mdte,,Torser, Klöster uOMlr. chcn wurden von ihnen ' verbrannt Vielleicht sollte die Erbauung der Kirch Zur schützenden Jungfrau" ein Sühn opfet für. die, vielen zerstörten Gottes Häuser, sc!n4 Iwan gab dem Jtalie ncr, der so unvorsichtig und leichtsinnic sich in seine Dienste begeben, , den Befehl,, eine Kirche zn bauen,' welche all, vorhandenen an' Pracht und Herrlich. keit überträfe, . l Der Baumeister durst nicht daran denken, eines der herrlicher Bauwerke . seiner Vaterstadt Floren; zum Muster, zu nehmen; er, mußte viel mehr etwas recht Seltsames ersinden. ' . . ,, " um von dem ungeb, beten Sinnendes roben Tel Voten Anerkennuna und Bei rohen Despoten Anerkennung und Bei ,,,'iM: ,i. 1. ! i! !.!'-. h'-- . : ":: :- ' :iNi,fv sau zu erzwingen. , -r. w&mi So baüte er ! denn die wunderliche Kirche" welche noch heute die, erstaunlichste und merkwürdigste unter den dreihundert Kirchen Moskaus ist. "; Aus ihrem Dache erhoben sich siebzehn groteske Kuppeln, 1 jede von verschiedener Gestalt und Farbe, die täuschend so aussahen wie rothe, grüne, blaue, gelbe, brauue Tannenzapfen, Zwiebeln, Kür bisse, Melonen, Ananas uud andere ähnliche Früchte. Iwan der Schreck liche war außerordentlich zufrieden mit diesem Bauwerk und beschenkte den Architelten mit einem großen Sack voll GoldstuckeWNlHiRrselbeZ? lendung des Baues zu ihm kam. um Abschied zu nehmen und nach Italien zurückzukehren. Dann aber sagte er: Damit Du nicht Dich verführen lässest, in Italien einen ähnlichen Prachtbau auszuführen, so sollen Dir vor Deiner Abreise die Augen ausgestochen werden!" Vergebens protestirte der Künstler gegen diese grausame Sentenz; vergebens waren seine Versicherungen, daß es ihm niemals einfallen würde, die Residenz der kunstsinnigen Mediceer mit einer Zwiebel- und Melonenkirche zu schmücken. Er wurde geblendet und lebte in seinem traurigen Zustande noch lange Jahre in Moskau. Für den blinden Mann war eine Reise nach dem fernen Italien zu beschwerlich.
Zwei Kanarienvögek.
Von Hellmuth LSMe. Sie waren Beide ganz gleich gelb und zierlich, vertrugen sich sehr gut in ihrem engen Käsig und hüpften fröhlich von einem Stäbchen mm andern. Das eine Vögelchen gehörte Louiscn, das andere Anna. Der erste Frühlingssonnenschein z man hatte das Fenster geöffnet und die beiden Vögclchen hüpften lustig herum, immer von dem einem Stcngclchen zum an dem, es waren deren nur zwei in dem kleinen Vogelhause. Aber die beiden Piepmätze wußten es nicht anders und waren ganz zufrieden. Ami und Louise. die beiden Schwestern. saßen am Fenster und nähten, die me an dcr Maschine und die andere arbeitete nur mit der Hand. Die Mutter kochte lndtssm dcnKance. sie sah zu schlecht, um nähen zu können und besorgte die Wirthschaft. Ter Vater war lange todt, und die Mädchen hatten sonst nichts gelernt, als Nähen. Auch sie waren beide jung und zier lich, hübfch gewachsen mit zierlichen Puppengestchtern und goldgelbem Haar. Nur der Ausdruck war verschieden. Lonisens war ruhig, das Auge traumensch. Die Haltung gelassen. Annas Augen blitzten, ihre Züge veränderten unaufhörlich den Ausdruck, sie bewegte sich lebhaft und cntfchicdm. Mit glockenheller Stimme begann sie jetzt as Beckcr'.fche Lied O, wie wunderschön Ist die Frühlingszeit" Louise fiel mit der zweiten Stimme um Ihr Organ war ebenso schön, ihre Jntonatiou ebenso rein. Aber auf einmal stockte sie: Da die Herren drüben es waren die Beamten der Sparkasse, die ebenfalls ihre Fenster geöffnet hatten, Dte Herren hören uns zu sie sehen auch herüber." , Was liegt daran?" rief Anna und sie erhob noch machtvoller ihre Stimme. Louise schwieg und rückte etwas vom Fenster ab. Drüben standen die jungen Herren am Fenster und äugelten herüber. Die Mutter kam mit dem Kaffee. Es war ein sehr dünner Eichorienkaffce mit großen, groben Semmeln dazu. Kinder, macht doch das Fenster zu. es zieht ja schändlich und seht ihr denn nicht, die Leute gucken herein." Ja, se gucken herem." Aergeruch schloß Anna das Fenster. Sie begriff iicht. warum nian sich nicht einmal sollte angucken lasten. Jetzt' können die Mätzchen auch heraus", sagte Louise, den Käfig öffueud. Die Vögckchen pflegten am Kaffcctisch etwas Zucker und Senimelkrume zu bekommen. ;, Annas Vögclchen hatte einen kleinen schwarzen Tupf aus dem Kopfe, Louiscns war ganz gelb. Die Vögel, sonst )!e Hanptuntcrhaltuug der kleinen bcfchcidcncn Familie, wurden heute wenig beachtet.' Dcr Vormund der Mädchen, ein Eigürrcnhändlcr. war gekommen, trank eine Tasse von dem dünnen Kaffee und qualmte ordentlich dazu. Er hatte eine große Neuigkeit; Anna und Louise sollten zu dem ' SüstungZfest des Gesang. Vereins Lyra" kommen, dessen EhrenMitglied er war. (Er hatte einmal Zu eiiicr SylvestcrTombo!a Cigarren ge schenkt.) Man brauchte zn dem Stiftungsfcst Stimmen. Es würde aikch getanzt werden. Der Onkel und' Vor mund wollte Zeug zu zwei weißen Kleidcrn, Handschuhe und Seidcnschleifen svcndicrcn. .Nähen und zurechtmachen müßten die Kinder selbst. Tie Mädchen , waren außer sich vor Freude auch Louise. Sie hatten s o Men ein Vergnügen. Um Gotteswil'lcn." sagte die Mutter. als der Onkel gegangen war, ist das ein Qualm hier.K ittdcr. macht doch noch das Fenster auf unsere Gardinen werden ga uz und ich huste schon." :j "Eines der Mädchen öffnete den Fensterfliigch aber Beide dächten' in ihrer Freude nicht daran,, aß die Vögel draußen warcn Mau räumte den Tisch ab und schwatzte von dem großen Er- .:(;;" '.'i:ä-i'ii ':;..''- - . eignizz. . Auf einmal stieß Louise einen Schrekkcnsschrei aus. ; " ,'Tas eilie Vögelchen war, wie häusig, von selbst in den Käfig zurückgekehrt und c r p t ii t e v 1c i ot ! 0 ct o r h crw a n oere war fort. Es war unbemerkt Hin ausgeflogen, . das ' mit dem schwarzen Tupf, Annas Vögelchen. - Man stürzte : an's Fenster. Da saß Mätzchen auf , der Brunnenstange im Hofe, begafft von ein paar Kindern. Man begann sofort die Jagd nach dem Thierchen. ' Aber es wurde verscheucht ind j! flatterte über das Dach des Vorderhauses fort, in die Ferne. . Natürl$;f?tztWl die Spur des kleinen Flüchtlings bald Djeder?l?Zßg 5 ' " ' i Er flog nach der nahen Promenade, trieb sich-dort auf den Bäumen herum, setzte sich dann auf die Bildwerke, welche die Giebelseite des Museums zierten und entschwand dann den Blicken. , !,! ' II, !,;'."! ': :!!!.- - ;' ' . ;ä Der Schmerz um das, Vögelchen wurde in den Hintergrund gedrängt durch die Vorbereitungen zu dem Fest. Die dürstige Stube süllte sich mit wei ßen Tüllwolken, der Bodcn war wie beschneit mit Schnitzeln. Rosaband leuchtete auf den morichen Möbeln und ,'rische Blumen rerdreiicten ihren Dust. Und mitten in diese Pracht plaßte plötzlich ein kleiner Znng? aus der Nachbarschaft. ,, Er brachte das Kanarienvögelchen schmukia. zerzaust und todt. Da lag es auf dem Rücken mit gebrochenen Auaen und eingebogenen Krallen. In einer großen elelhaften Pfütze draußen auf emem unreguiirten Bau gründ hatte es der Knabe gefunden. Siehst Du, Mätzchen," rief ouise mit Thränen in den Augen, wärest Du doch im Käsig geblieben, wie glück lich ist Dein Bruder.".
Die beiden Vögelchen waren nämZi in dem Käfig aus dem Ei geschlüpft und lmtten ihn nie verlassen. Warum. sagte Anna nachrenllich. warum .ist das andere - Mätzchen se glücklich? 'Es hat nie etwas gesehen cU unsere Stube, als die - Stäbe seines KäsigZ. Der Flüchtling ist zu tknl p Grunde gegangen, aber er hat doch etwas gesehen, den Himmel, die Sonne, den freien Raum, ein Stückchen Wett. Lohnte das nicht der Müh'? 0, das arme Thierchen wäre gewiß gern zurückgekommen", sagte die Miü ter, ..aber es fand nicht zurück. El
verirrte sich immer und immer weiter, v bis es in dmSumpf fiel." Mir thut's leid", sagte Anna. Du hast kein Herz!" versetzte ihn ";j
Schwester. l
Die Mutter und Louise fanden diesen
Gedanken frevelhaft. Das andere, das :
solide und vernünftige Mätzchen bdam jetzt doppelt so viel Zucker und Lieb' tosungen. Das Fett kam mdenen heran und nahm einen alämendenVerlauf. Die bei den Mädchen fielen allgemein auf durch ihre Anmuth und ihre hübschen, reinen Stimmen. Beide hatten lleine Soli gesungen und ernteten stürmischen Bei fall. Anna war ganz überrascht uud konnte sich nachher gar nicht ln das einförmige, dürftige Alltagsleben hinein-' finden. Sie war es jetzt, die mit den offenen Augen träumte. An das in der Pfütze ertrunkene Mätzchen dachte sie gar Nicht mehr. Das Fest fand ein unerwartetes Nachspiel. Ein Herr, der demselben beigewohnt hatte, erschien in der Wohnung der Wittwe. Er war Mitglied einer Theater-Agentur und erklärte, er würde die Mädchen sofort engagirm für eme ..Tournee", die er arrangirle. Um keinen Preis der Welt," sagte Louise. Arnm erwiderte nichts, efe ihre Augen funkelten seltsam. Einige Wochen vergingen, während denen Anna ans ihr Ziel losarbeitete. Sie ertrokte von Mutter und Vormund die Erlaubniß, mir einige Proben beiwohnen zu dürsen. um über ihre Stimme und TaUsestigkeit selbst ein Urtheil zil gewnrnm. Sie machte einige Proben mit und trat dann einmal auf zn einem wohlthätigen Zweck. Sie hatte
nur ein tlernes olo, aber ie gczicl. Endlich gaben die Mutter uud der Vormund ihre Zustimmung unter der Bedingung, daß das Mädchen im Haufe bliebe und streng behütet würde. Eines Tages aber entwich 'Anna heimlich, iinr eine ..Touriiec" anzutrc tcn. Sie kam mehrmals wieder. , , Nntcnvegs wurde sie von einem anderen Agenten anderswohin cngagirt Ab und zu schickte sie ihrer Mutter, iws Geld dann war sie verschollen Sle, fand nicht zurück. 1 . Louise blieb unvermählt --Ock Hrer, Mutter, die cm. ungewöhnlich hohes Greiscnaltcr -erreichte.' Auch das ""Vo-"!' M gclchcn lebte noch lange und berNeß nie fetal Käsig. , ' ?4
Welcher von den beiden Kananm vögclchen war dcr glücklichere? Professor Pillendreher über ic ' Influenza. : -fs: Werthgeschätztc Redaktion! .-M Nachdem sich so viele meiner mcdicini. , fchcn Kollegen über diese Krankheit ge-t äußert haben (gestatten Sie. da& ich Mltlewlg dle Achzeln zucke), bin lch gern! ,, bereit, auf Ihr dringendes Ansuchen ,; meine allcingiltige Ansicht ffatent Phiü ! ladclphia No. 00373) über diesen Ge- , genstand zu äußern. , 11 . Die Influenza ist eine Krankheit, an der Jeder auch leidet. Mitglieder des Teutschen Sprachrcinigungsvercins bcfällt c unter dem Namen Grippe", weil , man , nämlich wenn Mange" daran leidet, zum G'rippe abmagert. Denen, welche davon verschont bleiben, ist sie nicht gefährlich. Sie pflanzt sich durch die Luft fort, und zwar, wie sich vermuthen läßt, weil sie so schnell HA, schreitet, die Tephondrähte, entlanA Die Krankheit beginnt gewöhnlich mit einem leichten Husten und hört immer mit einer langen Apothekerrechnung auf. tt,p0:lp.feHcAräht6 außer wenn mÄsammtliche in den ZeitungennngcpricseneDcgcnNittcl braucht oder wenn man sich von ihr so lange erzähleniassen muß, bis man vor Langeweile stirbt. Das einzig sichere, von mir ersundcne Mittel gegen Influenza besteht'ÄntinWafte'r welchetzKuZ das linke Ohrläppchen geklebt wird. Diese fogeW Normalpflaste.' sind in . allen feinerm Apotheken und in solchen Trognenhandlungen, die etwas auf sich halten, zu haben, nur .' echtHcnnÄit einem Normalstempcl und meiner ei gen händigem UnteWrijt versehen.,, , Ta5 ist meine feste Mcinung.über die In- , ueuza. . ... ' ;.:: ".,,. ji ' " i t, isen n't c.rn 6 st Seit; u' tf ein liii;;: ', Prof. Pillendreher. . v : , ' " ,il!!,,N'in;!i:ji;;1 'j!1! ! " ''iiijli'ii.'' ! , M -1!' , .,,J uf- . ..r' .t 'sfii.ii's ,! 'BermHelrathsvermit ler. Vermittler: Eben ist eine neüez Sendung brillanter HeirathscandidatenZ angekommen. Dame: Meine Mitgift ist nicht groß. Vermittler: Hat nichts zu sagen, es sind auch einige Beschädigte zu billigen Preisen darunter,H, Jiilif :;il,i:h:Sliiiif:; .i:r f v-vt 'j 'Ä , Er hat Recht. Vater: Tu mußt beim Lerne? deiner Schul auf gaben nicht so oberflächlich sein. Was Tu! einmal ordentlich lernst, kannst du nie vergessen. Sohn : - Da ist es ja noch beZsc.r, wenn ich gar nichts ierne, das kann ich erst recht nicht vergcfsenISD Unterschied. Wie unter scheidet sich ein Gewitter von einer schönen Frau? Das Gewitter ist gefährlich, wenn es im 'Anzüge, die schöne Frau, wenn sie im Negligee ist. Geld ist nur Chimäre," heißt es im Lied. KeinGeld" ist es lei der nu
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