Indiana Tribüne, Volume 15, Number 189, Indianapolis, Marion County, 27 March 1892 — Page 8

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Die H. LIEBER , C0HPr Vilder, Nabmen, Spiegel, i Maler. Materialien für I . Photographen Kunst-Handlung. 33 Süd Meridian Str.

HiesigvS

Indianapolis, Ind., 27. März 1892.

Civilstanbs-Neglster. wie aneführten Namen find die dr Battr oder der Mutter. Geburten. Ierry Baker, Knabe, 21. März. James Smith, Knabe, 25. März. H e i r a t h e n. Henry Smith mit Hannah Morris. Thomas Morris mit Dosca Waldon. Jacob Crank mit Maggie Sowers. . . Todesfälle. Frau Carrie Wade, 59 Jahre, 25.

März, 22 Oriental Str. Anderson Cobe, 32 Jahre, 24. März, 12z Jndiana Ave. Cowad, 4 Tage, 22. März,"Jndianapolis. Woods, (toötgeboren), 24. März, 219 West Merrill Str. Henry Goliah, 18 Jahre,' 24. März, 9 Ezselsior Ave. m ui ,

Plauderei.

Wenn es eine heikle Frage giebt, welche ein Zeitungsschreiber nur mit Widerstreben berührt, weil er befürchten muß, jeder deutschen Hausfran auf die Hühneraugen zu treten, vorausgefet, daß sie mit dieser Gottesgabe ge segnet ist, so ist es die Dienstmädchenfrage. Aber ich kann nicht umhin, den Mulh zu bewundern, mit der eine Amerikanerin, eine Miß Salmon diese Woche vier Vorträge über dieses Thema hielt. Man könnte gerade nicht behaupten, daß die Vorträge sehr unterhaltend waren. Ein Haufen statt stischer Zahlen und eine Mengb Gemeinplätze konnten nicht dazu dienen, die Zuhörer besonders zu belehren, aber einzelne Gedanken kamen doch

zum Vorschein, welche man je nach der Ansicht die man bat, gut oder Unsinn nennen kann. Da mir, ich gestehe es offen, den Frauen gegenüber ganz und

Zar. die Courage fthtt Stellung in der

'DienMötinsrägf zu nehmen, so will

ich selber gar kein Urtheil fällen. Denn man denke döch, daß lö Rednerin z. B. es beklagte, daß Dienstmädchen nicht desselben .Schutzes wie andere Frauen sich 'erfreuen. Als Beispiel führte sie an, daß'' wenn die Herrin in

Gesellschaft geht, sie sich vom Dienstmädchen begleiten läßt, um nicht allein gehen zu müssen, daß das Mädchen aber wieder allein nach Hause gehen muß, und also den Schuh entbehrt, den jedes Weib haben sollte. Gewiß würde da manche Frau entrostet ausrufen: Na soll etwa mein Mann denBegleiter des Mädchens machen?" oder: Soll ich etwa ihren Schah auch noch mitnehmen?" Obwohl nun Fälle denkbar sind, in welchen der Mann" gegen die Rolle des Begleiters gar keine ernstliche Opposition machen würde, so wird man mir .doch nicht zumuthen können, in solch schwierigen Fragen ein Urtheil abzugeben. Die Sache ist wirklich zu.ristaut., . Oder, was könnte Ich zu Folgendem

sagen? Ein Mädchen diente , mehrere

Jahre in einer Familie, dann gab es

die Stellung auf und sing einen klei-

nen Laden an. Späterhin kam eines

Tages ihre frühere Herrin in pen Laden und fragte sie, wie es ihr gehe und wie ihr das Geschäft gefalle. Darauf

antwortete das Mädchen: Ich

glaube, was mir am besten gefällt, ist, daß mich Jedermann Miß King und nicht bloß bei meinem Pornamen nennt." 9ka, da brat mir aber Einer einen Storch, wird da manche Hausfrau sagen, soll ich etwa gar mein Dienstmädchen Fräulein ansprechen? Da wäre ja schließlich mit den hochmüthigen. Frauenzimmern gar nicht mehr auszukommen !" Sie haben vielleicht Recht Madame. Ich werde mich auch schön hüten, Ihnen so etwas zuzumuthen. Ich salvire mich von vornherein 'Die Sache geht mich nichts an. Ich sage Jhneu bloß, was Miß Salmon für Ideen Hat, und ob diese Ideen gute oder unsinnige sind, das verstehen Sie,. Madame, ohne allen Zweifel besser als ich. Daß von allen Fragen sozialer 5katur die Dienstmädchen Frage die allerschwierigsten Probleme in .sich birgt, Probleme welche selbst dem gelehrtesten Profcsser Kopfzerbrechen bereiten

muffen, daß weiß auch Miß Salnzon. Ich sage Miß" Salmon, denn da, sie kein Dienstmädchen ist, ist sie zu diesem Titel berechtigt. So macht sie denn

auch ewige schüchterne Versuche Zur Lösung derselben. Ich gebe zu, Madame, daß das ein Unsinn ist, denn da Sie selbst, Madame, diese . Frage noch nicht gelöst haben, wie soll eine Miß Salmon dazu im Stande sein ? Sie empfiehlt Schulen für Dienst

boten, welche Diplome austheilen, die

als Empfehlung dienen sollrn. Der Gedanke hat etwas für sich

einerseits, anderseits aber sind die Geschmacker und .die . Einrichtungen und die Umfänge der Geldbeutcl in den Haushaltungen so vcrschieden, daß ich nicht recht einsehen kann, was da eine Schule nühcn soll. , Auch könnten die Professoren einer' solchen Schule sich einfallen lassen, den Doktortitel zu verleihen, und wenn die Dienstmädchen gar den Doktortitel führen würden, was meinen Sie Madame, würde da nicht jeder Unterschied

der Stände aufhören? Und daß das nicht geht, das ist doch felbstverständlich. Geradezu vermeffen aber werden Sie es sicherlich nennen, daß dieses Fraur . . t . . t . j, , . 5 in ...

lem saimon iagi, oas grope Prooiem

des Zeitalters bestehe nicht in der

Edukäschen" der Armen, sondern in

der Edukäschen" der Reichen. Nein, eine solche impartinente Person ist Jhnen sicherlich noch nicht vorgekommen.

Madame. Ich stimme Ihnen wirklich bei. Die Idee als ob Sie, Maöame nicht alle Edukäschen" hätten, welche eine Frau in Ihrer Stellung haben kann, ist geradezu eine verbrecherische. Edukäschen" der Reichen, rieiir ein solcher Unsinn. Sie haben Recht Madame, der Reiche hat Anspruch darauf für edukäted" zu gelten, selbst wenn er es nicht ist. Der Reiche ist exofti cio edukäted". Aber solch philoso

phische Prämissen sind natürlich einer

so arroganten Person, wie dieser Miß

Salmon ganz unverständlich. Man kann sich wirklich, wenn man im Besihe

moderner Bildung ist, nicht ohne Aer

ger mit ihr beschäftigen. Also hören

wir auf und verderben wir uns die

gute Laune nicht: Richt wahr Ma-

dame ? Der P lau der er.

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