Indiana Tribüne, Volume 15, Number 189, Indianapolis, Marion County, 27 March 1892 — Page 3

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Die kleinen VMn

CLi pariser Arbeücr'IdyÄ toa tZugen v. Jagow. (2. Fortsedunq und Schluß.) Ich freue mich auf die warme Maljl zeit! fcte August. Und ich auf das warme Kaminfcuer! tnnnte Emil, und das Märchen von: Schneewittchen, das auch in Frankreich wohlbekannt ist, mochte ihm lebhaft vor schweben. Aber auch Clise hatte, scheint es, in einen verbotenen Apfel gebissen; allerdings fanden sie dieselbe, nicht todt vor, aber auch nicht lebendig, kurzum, der Vogel war ausgeflogen, das Nest war kalt und die Suppe würde es auch gewesen sein, wenn sie überhaupt vor Handen gewesen wäre. Ta der Schlüssel nicht im Schlosse siccktc. hatten sie bei der Nachbarin, bei Maman Layre, "'anklopfen- müssen, welche ihn in derartigen Fällen in Ver Wahrung hatte. Tie alte Frau kam auch gleich heraus, leuchtete den Brii dern in ihr Zimmer und erzählte ihnen, daß Elisc vor drei Stunden fortgegan gen und seitdem nicht zurückgekehrt fei. Merkwürdig, sagte Emil; die Borlcsnng in dcr' Rue 'd'Ulm ist langst zu Ende! Wenn ihr nur nichts zugestoßen ist! meinte August besorgt. - Maman Lahrö schüttelte unwillig den Kopf und ein spöttisches Lächeln zuckte um ihre welken Lippen: Ein junges Mädchen von 16 Jahren kömmt nicht unter die Räder . . . . ! Tann wendete sie sich unwirsch ab, ..um nickt, noch mehr von dem zu sagen, Vwas sie, dachte. Aber in der, Thür gewann der andere Trang die Oberhand: Meine armen Kinder, ihr habt eure Schwester gar zu sehr verzogen! Warum? riefen beide fast gleichzeitig. Knabcn-Erzichung Puppen-Erziehung! murmelte sie vor sich hin, ; ,, ohne ans ihre Frage zu antworten. ' Das Muttcrauge fehlte ihr! ' ' Wir haben gethan, was wir konnten! sagte August. ' . ! ,:. Zuviel habt ihr gethan, eure Jugend habt ihr ihr geopfert und wer weiß, ob sie es euch danken wird! Wer weiß! dachte Emil, indem er nach dem kalten Kamin schielte. Ilber Miaust rief ungeduldig! Tas ' kennen wir 'ja schön, ' Maman ' Layre, nach Ihnen hätten wir sie nach Abfol dirung der PrimärschuZe in die Druckerci schicken sollen, statt sie für die Eomp

tadilitat vorbereiten zu lassen. Atec hat sie Ihnen denn gesagt, wohin sie gegangen ist ? Litt ich v,xt Vertraute ? Dazu braucht , sie ciue von ihrem Alter, womit, nicht gesagt ist, daß deren Rathschläge so gut sind wie die einer ' alten Frau. Aber sie mag Gronmuttern" nun mal nicht leiden, weil ich ihr zu viel in's Gewissen rede, und dann lacht sie mir in's (ic sichte. Aber Maman Layre, unterbrach Emil die redselig gewordene ?llte, was hahey, Sie nur heute gegen Elisen? Hat sie Ihnen auch etwas in die Suppe, gc brockt? "' ' ' Tas wäre noch immer besser, als gar keine Brocken und gar keine Suppe, ihr armen Jungen, und das empört mich! Ihr arbeitet den ganzen Tag, um ein Fräulein , aus ihr zu machen, und sie denkt nicht einmal daran. , ihre Er- , nährer zu ernähren! Ihr solltet ihr eine K Köchin halten....! Genug, genug, Maman Layre! rief August verletzt.. .., ... Maman Layre hat rechts sagte Emil zugleich 'übellaunig ' und spöttelnd r wir werden ... die Zügel straffer an i 3 ; fimmm'!?' i 3,;!!if ßfi'H'P. "::ill'i:.;:;;:8l!I ivi'i: 9lCi'uKiis:;;i ' ' 'ßt- tp ' ; !' g' Dazu muß m an ' sie erst in der Hand j 4 1 haben; murrte ' die Alte in sich hin nii- jf , Sie wird sich wohl bei ihrer Freun ,din verspätet, haben! bemerkte August L,acbdenMchÄ'. i f, MTie Alte nickte. ' : t," ,

!! Ihr kennt diese Freundin? fragte sie plÖNlich. ; ' ; Nein. . aber Elise hat. uns viel von ihr erzählt!, - V-." h ß, : Nun, ich ich habe sie gesehen,' und Eurer .Schwester war-es gar nicht recht,,, 'V i' ft t-jfe: if - 1 X '-tJL v.-.i !L' !!" 1 F r v u h u: :i v Di mu u oai o u k . i : nur ' . ,.: . :'' .,!:?!;,! Z',i ?,,.,,.!!.' .. , .;:, ,l emli;::;?? m mß n-tTi!!!!!!!::;!!:: , Nein. Monsieur August, trotz meiner ! siebzig Jahre habe ich,, Gott Lob, noch gute Augen. . lbcrwas thut es mir ! " 'Ncht um meinetwegen sage ich es euch. U,H" bcrwcil ich sehe, welche großen Kinder ihr.tieblieb,?n feibJ": Ihr' ahnt nicht, ' :!L' , rr':J'Yrt :wZnkii?"L oqb K gcraoe jci in ein Atier gerreien ist, wo ihr sie mehr als je zu überwachen habt, wo sie besser in's Asyl gehörte statt in die gelehrten Vorlesungen. Und wißt ihr. w?Z ihr jetzt am alleraesährlichsten ist? Tie schlechten Freundin-,

nen, die schlechten Beispiele und Rathschlag?! Wenn's so fort geht, wird fi C;', der Vogel bald ausgeflogen sein! setzte K sie, in sich hineinmurmelnd, iinzu. , Als die Brüder wieder allein waren.

sahen sie sich einen Augenblick stumm

an, nut Blicken, welche die Unentzchlossenheit über das, was zu thun sei, , deutlich bekundeten. Tie eben vernom-

; ;; ; mencn Warnungen, deren Berechtigung ,, durch die Abwesenheit der Schwester bestätigt zu werden schien, der leere

Titch. der kalte ciierne Ofen am Kamm.

: die Bcsorgniß, daß Elisen doch etwas

' iU begegnet sein könne, der Conflict zwr

, sch:n dc? Brüderpflicht, nach ihr zu " fahnden, und zwischen der ehrlichen

' Arbciterpslicht, den knurrenden Magen

- zu befriedigen. alle diese Gedanken. , Empfindungen, und Bedürfnisse ver- . i ursachtcn in ihren Köpfen eine beinahe

,drolltgePerwirrung,lMM, Tie Alte hat recht, sagte Emil, in

V dem er den Wandschrank öffnete, um

nach Brennholz zu spähen: man müßte die Freundin kennen lernen, ich habe jchoir lelb't daran gedacht. , NatürliÄ!. erwiderte August unwil lia,- laß dich nur , von Maman Layre eui Hetzen , und traue ihr meh" als det

ner Schwester. Siehst du denn nicht, wie sie aus Bosheit spricht und darüber

entrüstet ist, dak die jungen Mädchen nicht zu ihr gekommen sind, um ihr! f . . y: j i v! f yaariiein zu oericyicn, roa? vie reuil bin ist und treibt! Nicht ein Stück Holz, um Feuer anzumachen! rief Emil mit einer Bcrwünschung. Nun siehst du doch, daß sie sich immer weniger um die Wirthschaft kümmert und mit ihren Gcdaw ken anderwärts ist! : Sie ist ja nur noch ein Kind und mit uns kann ste Ucy doch auch nicht vm zerstreuen. Wir waren auch mal jung wie sie! Tie Naturen sind verschieden! Ja, ja! bemerkte Emil seufzend, in dem sein suchender Blick an dem Bildnisse seines Vaters hasten blieb: ist es dir nicht ausgefallen, wie ne Pgpa lmwer ähnlicher wird? Wenn sie nun auch so würde ? Emil! rief August vorwurfsvoll. Tu läßt ihr soviel Freiheiten, daß n j Mich nicht wundern würde. Was machst du denn in ihrem Zim mer? Glaubst du. daß sie sich unter dem Bett versteckt hat? unterbrach sich der jüngere Bruder, trotz seiner schlecht ten Laune laut auflachend. Ich .weiß selbst nicht, was ich suche! erwiderte der andere zerstreut; ich suae Feuer, Essen und ich finde mchts. Einer von uns sollte ihr entgegengehen. Wo? Tie Vorlesung ist längst beendet. Ich werde zunächst mal Holz, detorn. ; Tu machst mir Vorwürfe, daß ich ihr zuviel Freiheiten laue.-. Ja, du gibst allen ihren Launen nach. Gestern noch hau du ihr er laubt. sich einen neuen Hut zu kaufen, trotzdem ; ' August unterbrach ihn ärgerlich: Und du? Du erlaubst ihr zwar nicht. sich einen put zu kaufen, abn du selbst kaufst ihr eine silberne Armfpange, die sie doch noch viel weniger braucht....,! Tas war für ihren Namenstag. Aber im übrigen würde ich ihr weniger; nachgeben als du, wenn ich hier etwas zu sagen hätte glaube mir! Tu hättest hier nichts zu sagenmeinst du? Warst du es nicht, Cm'il. der da! rauf gedrungen hat, ihr die freie Ver fügung über die, Wirthfchaftskasse zu lauen? I a Allerdings, aber es war nicht meine Absicht, daß wir fast alles hineinthun, was wir ' verdienen. Wir verdienen mehr als früher, an sechzehn Franken täglich, und wir essen schtechter , und die Eaue lst , numer teer ds kommt davon. dan Tu dich nicht getraust, ihr ein strenges Wort zu sagen und sie häuslich zu erziehen. Maman Layre hat ganz recht! :;.;,; . Wer wein., wie lange omer streit noch gewährt haben würde, wenn er nicht glücklicherweise durch Erscheinen des Zankapfels selbst unterbrochen wor den wäre. ' üMk Aber beeilt Euch doch! rief die unqeduldig' Vochmde.- und gleich siachdem fik emMtreteWWÄr:'abör so nehmt pur doch meiue Pakete ab! und die Arüder, deren ft!r,, trrt&fi-r iff i"? ttrfStAl1 rtÜnrif tt?if Ikl4l k4l4Vb Vttlt)ltVV inmim gewesen war, gehorchten ihr geschäftig. Elise war nicht nur körperlich, son dem, wie so viele Pariserinnen zumal der untern Classen, auch geistig über ihre Jahre hlnans entwickelt. Ihr hüb'ches. ; aber unbedeutendes, Geuch! zeiate wenia feelischen Gebalt Und ibr Wesen hatte etwas Unruhiges, dem i?i.,j,;lii.ii!..fi-:i1' i..,.f.!iti..ii smmcucniini oergieicyoar, oer rnqi findet, was er sucht, und dem, was er berührt, knne Aufmerksamkeit schenkt. XTfi!?' 'iirt'A TJriS.-fiu Vrirt ,l,4 Yf iisiln. sten Mode gekleidet, . einfach. ,. aber doch ,u-j luuiiv 'uwuiia tyui iiuuj vcv uuu bedeutend eleganter als eme Arbeiterin. 'Aber Eliten . : , begann Augu t, doch sie, ließ ihm ,? nicht die Zeit Hu einem Borwurs." - ' v ' , Ja, a, - lch habe m:ch verspätet. seid Nicht böse! ' Ich werde euch zeigen. was ich gelauft habe! Und. sie machte ttch hastig daran, die Bindfaden zu lö sen, welche Hut, Schachtel und Pakete der chlonen. Aber ich sehe nichts zu essen! brummte. Emil. ' 4 . ' Toch. dort dort im Paket. Ich habe euch Nicht verqeuen. . . . Und d:e Suppe i unterbrach ne der Bruder, der in dem kleinen Paket nur Broh,und kastcnAufschliM vorgexündcn hatte. O iur einmal muntMyr ne uun schon entbehren. Seht murg was ich für euch gekauft habe! Und ne zog zwei schöne bunte Eravatten bervor. i . i Wie. ' du warst im Louvre? ' fraate August, der die Geschäftsmarke entdeckt hattek v i ich ziehe ihn dem Bon Marche vor jenseits des Waerö ist s vor nehmer. Gefallen euch denn die Era vattcn ' nicht? ! Jhr sagt ja nichts. Komm, Emil, daß ich .sie dir umbinde. die jungen Herren machen sich jetzt selbst die Schleife ! , t ,., i ' ,,. Laß mich! sagte Emil etwas un freundlich; .was,!,, die Stutzer machen das .brauche ich ihnen noch lange nicht nachzuNiachen!' O.'du Garstiger! rief sie schmollend ' ,"m '". ' W ? - . A. ! TT '. aoer rrooem eifrig vlc uizcyacyiei, rj ticnbfölft' :.ti-' iöirf Sie bat ein gutes Her?, Was verdirbst du, ihr die Freude, Emil, sagte August vorwurssooa. , , , , t Weil mir eine Eravatte zum Essen nicht genügt und gegen dieälte auch müV.'tA$ffi& Wenn ihr so hungrig seid, so helft mir doch. den Tisch decken Wie findest du meinen neuen Hut. Auguste Bc schmutze ihn nicht ! rief sie hastig, ihm den Hut aus den Händen reißend? warte, ich will ihn ausjetzen. Man oUte meinen, daß du 30,000 Franken Nente hast! bemerkte Emu, ohne daß seine Schwester auf den darin enthaltenen leisen Vorwurs , geachtet hätte. ' , Was hast du denn da in dem dritten Pakets Zuerst essen, rief Emil. ' , jicihe, was darin ist, August! 1

Vermuthlich eine anüffelte Poularde,

um uns für die Suppe zu entschädigen. neth Emu. Sieh! nef Elise, leuchtenden Auges eine rosafarbene, fpitzenbefetzte Matinee hervorziehend, nicht wahr, das ist hübsch? August runzelte die Stirn. Ich' versichere dich, sie ist nicht theuer! rief sie hastig, ihn mißverstehend. Das ist honentlich nicht für dich, be merkte August ernst. Freilich, warum denn Nicht 7 Für den Morgen, um Einkäufe zu machen. Tamit willst du ausgehend Wie du fragst! Meine Freundin hat auch eine und .... Ah ! unterbrach sie Emil mit eig?n thümlichcr Betonung deine Freundin geht -mit so anstauender Tracht aus? Ich kannte sie nicht, nun weiß ich Bc Ichew. Tu hast dir da .eine schöne Freundin angcschaftt! 1 1 Elije ward sehr böse. Sie hat sie nicht gestohlen," und ich denke, sie kann sich kleiden, wie es ihr beliebt! - Sie ja, aber du nein ! erwiderte Emil streng. , Das hängt von Augun ad ! rief ue mit einem bösen Blick. - Tie so oft mit Glück versuchte Verhctzung der Brüder wollte diesmal nicht gelingen. "Tie Warnungen Maman Lanres hallten in Augusts Ohren noch lebhast nach. Mein Elischen, sagte. August hu fchwichtigend und fast mit bittendem Zons sich mal, Emil mcints ja nicht so schlimm aber du mut sa leibst crn sehen, daß ein junges Mädchen wie du. welches gute Beispiele in der Rue d'Ulm vor Augen hat, keinem ! so schlechten Bcispiel'folgendars..l.. -Aber ich versichere dich, daß Titlne. . Du meinst Erncstine?" ' unterbrach sie Emil, , unangenehm berührt durch diesen vertraulichen Ton. K Sie : besucht mit Tir die Vorlesungen." , , ' Nein, aber sie ist sebr nett Nl mir. ihr Vater ist .Beamter, tragt leine Livree. ..Pah, Beamter!" rief Emil geringschätzig. Er verdient vielleicht wemger als wir!" , ,.Lal; doch das, ' Emll". sagte der ältere Bruder in vorwurfsvollem Ton. Tarum handelt - es sich ja nicht. Siehst Tu. Clise Tu, Tu hast etwas zu thun. Tu kümmerst Tich um unsern haushält, aber wenn man nichts zu thun hat. wie Deine Freundin, das führt ans Abwege!" Aber August, ihre Mutter macht ihr- ja sogar das Bett, und hat ihr ertra verboten, nch die Hände durch Waschen und ?!ähen zu verderbe D:e ich!" Emil runzelte die Stirn. ; Na' dn überanstrengst dich nicht Und was wird aus ihr werden, wenn ihre Eltern ' todt sind? Vermuthlich, was sie jetzt schon ist, fügte er mit emcm lusorna oer Geringschätzung hinzu, I anstatt , seiner Schwester die Frage beantwortend. Du glaubst nicht, wie besorgt ton um dich waren., agte 'August, welcher fand, sein Bruder gehe zu weit, und der das Gespräch abzulenken suchte; beinahe wäre einer' von uns nach der Rue, d'Ulm gegangen, um Erkundigun 0 imtiMiiiMt' ' t ;: :' i'rt'i;M5:' ':"n ' - vitt minjn.i;vi .... Wie'e In die em Kostüm? xt das junge Mädchen mit unwilligem Staunen. , Nun. ich denke, sagte Emil, der mit seiner Knoblauchwurst, gewaltige Bissen Brot in den Mund steckte, unser Kostüm macht dir keine schände, wir haben unsere Blusen in der Truckcrci gelassen, und wir sind rein. Sollen wir uns etwa für die Schwester , einen Frack, anziehen? Mit diesem Kostüm verdienen wir deine Hüte und deine rosenfarbenen Matinees. Nun schämst du dich wohl unserer schon, weil wir, nur Arbeiter sind. Tas kommt von den ,, guten Freundinnen. Elne schnitt ein Gericht, antwortete aber nichts. , ,. , ' ,, , Aber Emil! sagte August.' und da er sie ihren Teller trotzig sortschicben sah, laß deine Schwester doch wenigstens ruhig cucn! ' " Aber der zunqe Mann war heute übelgelaunt, und ohne auf des Bruders Vorwurs zu achten, rief er heftig und die Bedeutung jedes WortZ durch ein Zilopkcn mit dem Menergnn vckrästlgcnd: Tcin Umgang mit der Freundin muß aufhören! j L .T -i!u! " . i rrXrrsA v?ii eunlivoricre aucy um Nlaus, aoer ie war hastig aufgesprungen und wähc. tr:i, 'L ' -""I-v: " t1.: '.. i- ;-' Ircno iyr oie Waranen in rue geioicywar zcn Augen traten, packte sie ihre Ein '!. i 'ri , sr lause mll yanlgen eoaroen wieder zu sammen. Was thust Tu denn? fragte August verwundert. ' '" ' i; - ; 'v Ich will die Sachen wieder zurückImnertl ' ' : " ?'' " '--"-N1" . s Ununn! was man hat, behält man. i w i . j ,,, komm, setze Tich und iß! ' '' Tas ' war freilich nicht die Art. um tdrm Trotz m brechen. W ' ' Ich will nicht, datz man mir meine Einkäufe vorhält. ' Ich will anziehen. was Mir gefällt, und will umgehen, nut wem es mir gefällt. Wenn man Emil sprechen hört, sollte man meinen, daß er alles bezfcr versteht! , ;. Man kann nicht einmal ruhig essen. klagte August. ; Ihr zankt Euch immer wie die öiinder. Laß sie doch in Ruhe, Emil, siö hat- ja ; nun verstanden. was wir wünschen, und da sie eine gute und gehört ame Schwester ist. wird sie den Umgang schon ganz von selbst aus st & h ? T1 ' : ''iß' 'i. ":IT !'r f fe:'' UVv Hh 4tlr Kli::C- iii U t U 1 1 1 .äi! ....... , ::; i - jUjij ,i: ! fSiji'A. giS:;;?.:1!. tf'JSt M'i'iAi Ich werde thun, was mir beliebt! Das fehlte nur noch! dachte Elise trotzig und verschwand im anstoßenden ZiM merchcn. , , August sah ihr bekümmert nach ; da Zimmer war kalt, die Mahlzeit gestört. das geschwisterliche Familienleben ge trübt, und all sein Unwille richtete sich gegen den Bruder: Wie du brutal gegen sie bist! Du verstehst ein junges Mädchen nicht zu nehmen

Tu gewiß noch viel weniger, bi um nie . Emil, der ebenfalls die Eust verloren hatte. Tu bist zu schwach gegen sie. sie fürchtet dich nicht, und immer nimmst du Partei gegen' mich, sodan auch ich keine Autorität besitze, und ich gebe doch immer eben soviel in die Wirthschaft, tvie du. . Nun' bin ich an der Reihe. abge kanzelt zu werden, nicht wahr? Das arme Ding muß doch Umgang haben! Natürlich, aber nicht grade mit einer Dirne, die sie uns abspenstig macht! Wir haben es uns genug ko sten lassen, um sie groß zu ziehen, da fchlte es nur noch, daß sie auch so würde wie die 'andere, dazu brauchten wir wahrhaftig nicht soviel Schulgeld zu zahlen! Wohin gehst du? fragte August ver wundert. Ins Cafe! Mich friert es hier und ich muß etwas Warmes im Leihe haben. Und August blieb allein, denn die Schwester, die einen Augenblick das Ohr an Schlüsselloch gelegt hatte, hatte sich' schmollend zu Bette begeben; der Bruder hatte ihn grollend verlcrsscn. Und er saß wieder einsam am Fenster, wie vor zehn Jahren, aber fröstelnd und mit dem Blick auf verschneite Dä? chcr, und er ' konnte nicht begreifen, warum er von denen verlassen werde, für die er ausschließlich lebte und webte. Nie war ihm der Gedanke gekommen, daß er heirathen könne, und als man ihn darauf gebrächt hätte, war er in ein Helles Lachen ausgcbrochen. Er, der Vater Elifens, heirathen, und vielleicht gar eine, die zusällig auch Elise geheißen hätte? Nein, nein, das hätte jedenfalls eine Elise zu viel gegeben. Es war schon so nicht leicht, seine Liebe unter die beiden Geschwister zu vertheilen, und der Löwcnanlheil derselben kam. allerdings ohne das es in seiner Absicht lag, schon ohnehin auf das Schwesterchen, welches damals, als er am .Sterbebett der Mutter sein Ge-

lübde that, noch so ganz hilflos war, während Emil schon kräftig arbeiten konnte. . ,, Wieder blickte er über die mächtige Dachrinne hinweg träumerisch in den Himmel hinein, der nicht großer schien, als .ein winziges Pariser Hintergart chen, und wie dieser winterlich grau aussah. Und wieder kam ihm der Gedanke an die Mutter und er seufzte tief auf. Vie verstand er als Fami lienoberhaupt jetzt' ihre Sorgen! We nigstens hatte er keine materiellen wie fle, aber die anderen die Berantwor tung o. das war doch gar zu quälend! Wenn ?.cama Lavre, wenn Bruder Emil nun doch recht hätten! Ja, ja, diese Freundin war seinem Abgott gefährlich, die rosafarbene Matinee war ein leben digcr Beweis dafür und EliscnS Trotz auch und. ebenso die Knoblauchwurst. die auf ihrem Teller unberührt lag.unc wahrend er sich den letzten Rest, des 2u. ters Wein einschenkte, entschloß er sick zum ersten Mal in seinem Leben, dem Schwesterchen nicht nachzugeben und daZ Verbot, mit der. Freundin fernerhin zu verkehren,- energisch 'aufrecht zu erhal' ten. Er. konnte ja , überdies aus dn Unterstützung des entschlossenen Bruders rechnen. " :, Als die Brüder tags darauf aus der Druckerei zurückkehrten, fanden sie daZ Nest wieder kalt und leer und auf dem ungedeckten Tisch einen, Brief, der bst gefaßt war: , . lebe Bruder! Aus der gestrigen Scene habe ich erkannt, daß ich Euch entzweie, und das darf nicht ferner sein. Ihr wollt Eure muhe haben und ich meine Freiheit. Ihr bringt mir Opfer, aber, auch ich, indem ich Euer Tun st. müdchen bin und im engen Kämmer JL . ' ' .Jl- L - '- tV C .". C l j . ftl cjcn .ryoyne. ru suyle iiila) zu yo berem berufen als Eure Kanerollen zu waschen, und ich mag es nicht, daß .,!,... , ,i. ; , . . man mir feine Woytlyalen vormirsl. Gebt Euch keine Miihe, mich zu suchen. denn , im , Augenblick,, vo Ihr diesen Brief lest. bin ich schon über die Grenze. Besten Tank und Adieu. Eure Schwe "ft 'f nr'r. w : ' 1 i fler üiiic : . Wieder , sahen sich, die Brüder langt an' ohne ein Wort hervorbringen zu können, , und- unwillkürlich hielten sie den Athem an, wie um auf hastige, von der Reue beflügelte Schritte auf der Treppe zu lauschen.'' Aber die Fluch tige; dieMerlor.en.käm, ö wenig zurück wie einst der Vater, und sie vernähmen nur fröhliche Bkanner' Frauenstimmen, die aus der gegenüberliegen den Studentenwohnung vorbedeutungs voll herubertonten. , . : Undankbare! murmelte " August, Zn dem er auf einen Stuhl , sank. !' Aber Emus Unwille äußerte - sich in minder erqebunqsvouer onn. ; ,! 1 r Elife über die Grenze? rief er hastig kem Gedanke! Zur Freundin ist fle geflüchtet! Wir werden sie mit Gewalt zurückführen,.- und wenn wir uns an den Polizei -Eommissar wenden müß ten !' ,, y - e': 's'!ös'!,K!!!,.5'! "-hm j stf An den Polizei Commi ssar,' mur August . o, daß es dahin kom men mußte! ' mm-.v-Und diesmal ganz ihren' hungrigen Magen vergessend, beriethen sie hin und wieder, wie es am besten anzufangen sei und möglichst ohne Aufsehen. ' O, der Schande vor den Kameraden, vor den Hausbewohnern! Wie Maman Layre WürnplÄ ihnen nun gelänge, die Flüchtige wie der in ihre Gewalt zu bringen wer z weiß ov ? die, , welche ic wie ihren Augapfel gehütet zu haben glaubten, 1 inzwischen nicht schon zur Dirne herabgesunken war! Bei dem bloßen Gedanken ballte sich ihre ffaufl wider den unbekannten Verführer und in einer Anwandluna zorniaer Ver zweiflung rief Emil sogar: Ueberlassen'wir sie ihrem Schicksal Sie gleicht ihrem Vater und darum isi sie nicht zu retten! Wie er den Unfne den in unsere Familie trug, so ha sie uns entzweit! Ueberlassen wir sie ihrem Schicksal.damit wirs nicht mit ansehen brauchen, wie sie allmählich immer ne fer sinkt.

' Tust war aufgestanden und der Ausdruck feiner sonst etwas trägen Züge ward vergeistigt und beinahe feierlich: Vergaßest du unseres Gelübdes? Du hast recht, erwiderte der jüngrn Bruder, dessen Zorn bei dem Gedanken an die sterbende Mutter schnell ver raucht war. Ja man würde uns aus nnserer Gleichgiltigkeit für die, welcher wir unsere ganze Jugend geopfert ha den, einen schweren Vorwurf machen. Wir sind verpflichtet, für ihre Rettung alles zu thun, was in unfercr Macht steht. Und was hindert uns, fuhr August

orr, wieoer auie Vruoer zu em wie ehedem und sie mit vereinten Kräften dem Verderben zu entreißen? Gerade der Umstand, daß wir immer uneinig waren über das, was ihr dienlich ist, verdarb sie uns. Ja. Bruder, rief Emil, die dargebo tene Hand innig drückend, von nun an wollen wir zusammenhalten, und es müßte wunderbar zugehen, wenn der Wille von zwei Männern nicht mächti ger wäre, als der eines verwöhnten, sechszehnjährigen Mädchens! Sie waren gerade im Begriff, eine Forschungsreise anzutreten, als es an ihre Thür klopfte und ein Beamter der Sittenpolizei in bürgerlicher Tracht ein trat. Er theilte ihnen mit, da ihre Schwester bei einem polizeilichen Streif mg in Moulin Rouge, einem bekannten Pariser Ballhaus, verhaftet worden war und sich von dem Verdacht, eine Dirne zu fein, durch die Berufung auf ihre Brüder zu reinigen versucht habe. Ob es damit seine Nichtigkeit habe? Ghtt Lob, daß sie gleich verhaftet morden war. Zwei Stunden darauf befand sich das junge Mädchen wieder in dem Dachzimmer der Rue Säint-Jacques, das ihm im Vergleich zu der widerlichen ProMlscuität des Polizeigcwahrsams als ein Paradies erschien. Ihre Augen waren geröthet. ihre Lider geschwollen, und :e schämte sich, und zwar um so mehr. als ihr die Arüder auch nicht den ae ringsten Vorwurf gemacht hatten. Hät en sie ihrer eigenen Eingebung gehorcht, o würde es vielleicht nicht ohne einige. von'kräftiger Arbciterhand verabreichte Puffe abgegangen fem. Glucklichkrweife war der Polizeibeamte, mit dem X. v m -! . -fv i r . , ... . ic null) vem 4oilzcioepoi gesayren waren, evcnfo ein ichtlg, wie erfahren. Ziehen Sie Vortheil aus der derben Lection. welche der Zufall in der Ge statt eines ' meiner Einlegen ihr im Moulin Rouge ertheilt hat, sagte er; tauen ct Ihre Schwester den Gegen saß zwischen der unbarmherzigen Geheimpolizei und der brüderlichen Barm Herzigkeit recht ' deutlich empfinden. Seien 'Sie mild, aber energischer als zuvor, und da ie mich fragen, was das beste Mittel ist, um sie vor neuen Abwegen zu bewahren, so mun ich Jh nen lagern oan ic es ve er icnnenai: irgend Jemand sonst, und daß Sie nur den Wald vor lauter Bäumen nickt sehen:, die Arbeit., . . Liebe Elife, bemerkte Emil nach der schweigsam eingenommenen Mahlzeit. die vtlemanden recht schmeckte, mit - lel er Ironie: Tir fehlt etwas, denn onst würdest du uns ja nicht verlassen yaoen, uno wir wlifen ienl auch, was. v . . rr . f i " ' i. Morgen früh wirst du unZ nach der Druckerei begleiten, damit wir es dir zeigen. Emu ! net das iunae Madchen erschrocken, und meine Studien . . . . 1 Heine großen Worte! Deine Studien werden dir in der Druckerei mehr-zu statten kommen, als im Moulin Rouge. Uebrigens ,st , leder Widerspruch unnütz . August will es so! Unter Thränen warf sie dem Fami lienoberhaupte einen zugleich fragenden und hllfeflehenden Blick zu. Aber er widerstand dieser . Versuchung, und allen seinen Muik zusammennehmend sprach er, wie einst der Sonnenkönig sein berühmtes noiw vouions", wur devoll gebietende: Ja wir wollen es! Wir ! Elife aber, sehr iiberrascht, beugte. das Haupt dem Willen ihrer kleinen Väter der Trowar ihr im Moulin Rouge vergangen. ; Ende. l e oie Kot acken ! N-. Jahre '18k 3 der Berliner Damenwelt Artigkeiten erwiesen, Habens wir 'vor . ir irt.TJLrjtl- t öiurzem oura) eine uernc cu;ityic vc leuchtet. Jst schildert der ..Bär" ol gende Berliner Straßenszene aus dem selben Jahre, in der gleichfalls ein qa lanter Kosack die Hauptrolle spielt. Zum Königsthor herein kommt ein sol cher Sohn des Ostens, ' begleitet von einer- aronen Schaar Gassenjungen. von denen er einige bald bei der Hand nimmt, bald seine Mütze apportiren lüßM Da tritt unter die Zuschauer ein Bäcker, unae mit einem Korb ; voll Schusterjungen" , und Brezeln" Diese nimmt der Kosack sogleich in Be schlag, vertheilt seine Waare unter die jauchzend? Gassenjugend,, bezahlt den Verkäufer zwar nach Gutdünken, aber recht , reichlich und behält für sich etwa nur ein Duhend Bretzeln. die er in büde Taschen seiner weiten Hosen steckt. Eben noch mit deren ..Einquartiruug" eifrigst beschäftigt, erblickt er eine vornehme Dame, welche des Weges daher kommt und dem Gassenbuben schwärm A bedächtig ausweichen i will. Der Kosack aber vertritt ihr den Weg. langt aus seinen weiten 'Ho enmaaa zinen" der Bretzeln drei und reicht sie der vor Schrecken wie gebannt stehen bleibenden Dame freundlich schmunzelnd mit den Worten hin : Mamsell gut ! Dobre pani !" AlS diese bittenden Worte und die ne begleitenden lieblichen Bewegungen nicht befangen, da drückte er der Mamsell das Backwert in's offene Strickkörbchen, küßt ihr ehrfurchtsvoll die niedlichen Handchen, die sich sehr unniedlich loszureißen streben und schaut mit unverholenem Bedauern der Fliehenden nach.

' Cln hisZorischrz' Maskenra. Zer Sriünernni an drn fi. rb?. Boa . Reim,.

In Stockholm herrschte am Morgen des 15. März 1792 große Erregung unter der Bürgerschaft, denn aus' dem Schlosse kam die Kunde.dab in der Nach! ein Posten, der vor dem Bibliotheksaale, unweit vom Schlafzimmers des Königs Gustav U!., Wache gestanden habe, ge tödtet worden fei. Man schloß daraus. daß es sich um einen Mordanschlag ge gen das Leben des Monarchen gehandelt habe, der eben erst in Geste einem solchen entgangen war. Dort war unmittelbar nach dem Schlüsse des von Gustav aufgelösten Reichstags das -lebensgroße Bild Gustav Wafas von der Wand auf den darun ter flehenden Thronsessel gestürzt und würde den Monarchen zerschmettert haben, wenn er noch darauf gereuen hätte. Man war überzeugt, daß es sich dabei nicht um einen Zufall, sondern um ein geplantes Attentat gehandelt habe, zumal man auch im Sidungsfaale der schwedischm Stände Waffen gefunden hatte. Es wär ja auch allge mein bekannt, daß Gustav von der Adelspartei ingrimmig gehaßt wurde und unter dieser befanden sich manche Persönlichkeiten, denen man es zutraute. daß sie vor keinem Mittek, den Herrscher aus dem Wege zu räumen, zurückschrecken würden. Als Gustav III., der älteste Sohn des Herzogs Adolph Friedrich von Hol stein Gottorp, nachmaligm Königs von Schweden, und Louise Ulrikens, einer Schwester Friedrich des Großen, snnem Vater am 12. Februar 1771 in derRegierung gefolgt, war es sein erstes Streben gewesen, die in dm letzten fünfzig Jahren in Schweden ausschlag gebend gewefene Macht der Adelspartei zu brechen. Nachdem er ganz im Stil len die Burger schaft wie den Bauern stand zu gewinnen gewußt hatte, schaffte er am 19. August 1772 die alte aristo' kratische Verfauung gewaltsam ab und führte eine neue ein die ihm alle Gewalt übertrug. Dieser Gewaltakt war cm und für sich eine Wohlthat für Schweden gcwesen. Die neue Verfassung unternahm den Versuch, entgegengesetzte Zeitrich tungen mit einander zu verschmelzen, nämlich einmal den mit Gustavs Eha rakter und Anfichten ubereinstimmcndm aufgeklärten Despotismus undzweitens die Richtung, welche Reformen nicht nur für das Volk, sondern, auch durch dieses verlangte. Leider war aber Gustavs spätere Regierung durchaus nicht dazu geeignet, jenen Versuch gjc . - .? lingcn ii laen. Immer mehr traten die Schauern ten des Charakters dieses so hcrvorra gend veranlagten Regenten hervor: seine antokratifche Eigenwilligkeit,, sein Mangel an Mäßigung und seine Nci ... -. -1 - ri? n - ..' ... gung zu, pyllniauiiazcn .raumereien. Seine Prunksucht stürzte das Land in Schulden, noch mehr der 1783 begon nene Krieg mit Rußland, wodurch der König sehr unpopulär wurde. Die allgemeine Mißbilligung steigerte sich aber noch, als er dann 1791 .mit Ruß land einen Freundschaftsvcrtrag schloß, um, von diesem, Preußen und- Oester reich unterstützt, einen abenteuerlichen Zug zur Bekämpfung der französischen rts ttf ? nrr ttttS ftf t-rtimr hÄ trrtnA VW4Ml4t4 - 4 V VVVHH; W mF V fc-V-fischen Königspaarcs zu unternehmen, wozu jedoch' der im Januar und- Fe bruar 1791 zu Gefle tagende Reichstag die Mittel verweigert hatte. Thatfachlich bestand bereits eine Ber schwörunq gegen das Lebendes Königs, deren erster, in Gefle unternommener Versuch aber wir oben erwähnt : fehlgeschlagen war. Die Mitglieder derselben waren : Rcichsfreiherr General Pechlin die Grafen Horn und Ribbing,, , der Frei Herr Bjelle, Oberstlieutenant Liljchorn und noch einige andere Mitglieder der Adelspartei. Als Werkzeug, zur Aus' führunq ihres Vorhabens hatte sich ihnen neuerdings der Hauptmann Jo hann Jakob Anckarftröm angeboten und ihm war wohl zuzutrauen, daß er vor einem solchen Attentate rncht zuruckbeden werde, da er den Monarchen grim mig hante. Anckarstrom, det 17W seinen Abschied aus ' dem , schwedischen Heere genommen hatte, war überhaupt ein roher, gemalt thätige? Mensch, 1790 war er auf der Insel Esthland , wegen hochveratherifchcr Reden in , Haft ge nommen worden, hatte aber aus Mangelan .Beweisen wieder . freigelassen werden muffen, worauf er nach toa hollNö übergesiedelt, war-. und sich den Berfchworenen zur Verfügung gestellt D 3ur Ausführung des Anschlages war ein für den Abend des 16. März im königlichen Opernhaufe ' zu ! Stockholm anberaumter Maskenball bestimmt, von dem man annahm, daß der König ihn besuchen werde. , -: , Am Morgen des verkänamkvollen Tages schlug Hofmarschall ' v. r Ersen, der durch den ' oben berichteten geheim mvvollen nächtlichen Vorfall im Schlosse mit Recht beunruhigt worden war, dem Könige vor, den Maskenball doch verlerr "i ii w ' 1 : tv.n '' r gen zu i nen oocr aoer ocm e 10 uxn bmmmM .Nein, lieber Graf," entgcgnete dei König gut gelaunt, das Erstere geht nicht, nachdem der Ball bereits dreimal meinetwegen verschoben worden ist und das Letztere werden Sie mir wohl nicht im Ernste zutrauen. Das könnte ja aussehen, als ob König Gustav Furcht beate! Sie werden , mich nach dem Abendessen zum Feste in der Oper ab holen! Ebenso lehnte es der König ab, die längst verdächtig gewordenen ZLerschworenen der Adelspartei, deren !camen man ihm nannte, verhaften zu lassen. Als er sich Mittags zu Tische sckte. fand er unter seiner Serviette ein Billet mit folgenden Zeilen: Sire, geruhen ?ie, der Warnung einZ Mannes Gehör zu geben, der nicht in Ihrem Dienste ist der keine

Gnnstbezeugungen donJh.M bcrlang der Ihren Fehlern nicht schm:clt, cbej Ifc Gefahr, welche Ihr Leben bedroht, vne Jhnm abwenden möchte. Eeheq Siehrute Abend nicht auf den Maskcn ball, denn dort harrt Ihrer der Tod. Vermeiden Sie überhaupt alle öffcnt, lichen VcrgnüFUNgen. wenigstens i? diefem Jahre, in diesem Monat!" Der König zerriß den Brief, dm cm Bäckcrjungc gebracht haben sollte, bei aber gleich wieder verschwunden war. und kürz vor elf Uhr Abends begab fict. der Monarch in der That mit dem Gra. fen Ersen auf den historisch gewordener Maskenball. Das königliche Große Theater (Lto 3Wro), in dem jenes denkwürdige Fest stattfand, ist jetzt vom Erdboden verschlvundcn, um Platz für einen Neu. bau zu schaffen, nachdem am 30. Ni vembcr 1891 Die letzte Vorstellung darin stattgefunden hatte. Es nahm die Ost feite des schönen Platzes- ein, der b3 Namrn GustsvAdolfstorF führt, toav in dcwIahrm 177582 nach Adler, rrantz' Plänen von Gustav 1IL erbau! und Patriis Musis, der nationaler Dichtung. gew?iht worden deren eifrig' ster Förderer der Monarch war. Der König trat zuerst m feine Log, und plauderte dort eine Wcile mit Erf und dem alten General Armfeld, danr befahl er; ihm einen Domino und cün Maske zu bringen. Die beiden Herren beschworen- ihn, sich doch wenigstens nicht in daS'MaZkengcmühl im aal, zu begeben allein er war vvn scineni Vorhaben nicht abzubringen: Es wai kurz vor Mitternacht. Trotz der'Verhüllung erkannte war ihn sogleich 'im Saale und' zahlreiche Masken drängten sich an ihn heran. Alsbald abc umgab ihn eine Gruppi von in schwarze Dominos gehüllten Masken es waren die Verschworenen, die ohne Weiteres an die Ausführung ihres schwarzen Planes gingem Einer von ihnen es war' Gras Horn klopfte dem Könige sehr ostew tati mit den Wdrten; Guten: Abend) schöne Maskel auf die Schulter, h demselben Augenblick feuerte' Anckar ström von hinten cr seine Pistole aus den Monarchen ab, während' der Ruf: Feuer!" die Menge' in: Verwirrung setzte. Der König blieb trotz der rrhsltcncn Verwundung aufrecht stehen und be hielt feine ganze Kaltblütigkeit. Ei befahl die Thüre zu schließen und kein, Maske hinauszulassen, dann' schritt er in ein Scitengcmach, wo tt sich auf dem Sopha niederließ. Es zeigte sich, daß die Wunde deZ

Königs an sich nicht unbedingt tödllich war. aber die Ladung, aus einer run den und einer viereckigen Kugel nebst verschiedenen Nagclsvitzcn bestehend. war so mörderisch gewesen, daß Gustav UI. nach dreizehn Tagen unter- großen Schmerzen starb, nachdem er zuvor noch mit bewunderungswürdiger Fas, sung alle Regierungsmafzrcgeln getrofs sen und für seinen noch unmündigen Sohn eine Regentschaft eingesetzt hatte. Tie Mehrzahl der verschworenen wurde schon am nächsten Morgen ver haftet; Anckarstrom selbst war durch das im Gedränge ihm - entfallcne,- Mes fer verrathen worden, mit dem er die Unthat hatte vollziehen wollen, falls ihm der Schuß fehlging. Er wurde am 27. April hingerichtet. Für die übrigen Verschworenen hatte der ster bende König selbst bei seinem Bruder, dem Herzog Regenten Karl, Fürbitte eingelegt. Von ihnen wurden Horn. Ribbmg und Lilfehorn des- Landes verwiesen, Pechlin eingekerkert wäb rcnd Bilke sich vergiftet hatte. Bekanntlich hat die! er vor hundert Jahren stattgefundene Maskenball mit dem tragischen Schlüsse in spaterer Zeit Scribe ' zu einem'-höchst' wirkfamctt Ovcrnlibretto den Vorwurs geboten. Sein Gustave oulebalrnasque tüdi ursprünglich für Rossini bestimmt. wurde dann aber-von Auber in Musik gesetzt. Teffen Oper blieb, lange be liebt, bis sie- von . dem VerdUschen .Maskenball- todt gemacht wurde.. Der Maestro hatte sein Werk getreu nach Scribe komponirt, kam mit diesem köniasmörderifchen Tcrtbuche aber bei der damaligen, italienischen. Censur gar übel an und konnte seine Oper nur da. durch retten, daß der Schauplatz mög lich st weit weg, nach Amerika verlegt wurde. So ist aus Gustav M. darin der Graf Warwich, Gouverneur von . ,w . .. , - rr Vofton, uno aus Änaarfirom 'veffcn Sekretär. Renata geworden Zw ei gleiche T h o r en. Spruch eines Weiberfeindes.) Wohl dürft die. Beiden ihr als gleiche r , Thoren preisen: Der sucht eiir. treues Weib und der ( : . den Stein der Weifen. Die beste Enr. Selma lihn kranke Freundin besuchend): Und wel chen Arzt habt Ihr zu Rathe gezogen, Clsa?-Elfa: O. Pava hat drei Aerzte herbeigerufen. Ader merkwürdig. Sei ma, Jeder von ihnen wandte eine an dererEUrc ''an! .'SraM-'Bel, welcher fühlte sich denn mrine arme Elsa am wohlstcn? , Elsa , (vertraulich): Bei der, die der KWe)Doctor,S,ernig mir schneidet! , : t: : :.fi9S.i r iiiDe t?,,& eka nn t d an is ch t Vierbrauereibesitzer und Kunstmäccn Karl Jakobscn hat sämmtliche Brauer, die seiner Zeit am Braucrci-Eongrcsse zu Berlin theilgenommen haben, zum Sommer als seine Gäste nach Kopenha ztn eingeladen, eine Gastfreundschaft, die selbst für diesen dänischen Millionär großartig genannt werde mu&. , "it.. "' tk . . r : ju i i : . & couiiiiyiiu r. :-j,rnici. i Also Sie sind wirklich nicht Her? Schmidt? err. Nein, ich tagte Zdnen schon einmal, daß ich Polborn heiße. . j- - ' r -r ;ii r"". Aber wesyaio fragen ?ie fok wiener: Wenn Sie nämlich Schmidt hießen, dann hätte der Herr Baron gestern eint 14tägiae Reise anzetreten.

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