Indiana Tribüne, Volume 15, Number 182, Indianapolis, Marion County, 20 March 1892 — Page 6
Ei diarolo alemano.
9mtsU tu cm Krieg irnHAtn b,le unD lern. 0N Waivemar Ltrspp Buena noch! Siist berauschender, tropischer Sommernachtstraum. Weiß schimmert die mondbeglänzte Plaza mayor mit ihren Marmorsliesen, Marmorbänken. Marmorbrunnen, aus denen plätschernd? WasierKrahlen im Licht der tausend Gasflammen wie Dia n'.antcn funkelnd aufsteigen, und auf derselben wogt es durcheinander in allen rbcnnüanccn vom elfcnbeinmatten Teint der Kreolin bis zum Ebenho'sschwarz der Regresse, in elegantcrParier Toilette od:r dem farbenprächtige Na tionalkostüm; schwer fast betäubend duf ten in der weichen Nachtkuft erotische Blumen, starke Parfums und das feine Aroma der den Caballeros wie den Scn noras gleich unentbehrlichen (Zigarillos; durch das Rauschen und Plätschern, das Lachen unÄ Girren klingen die melodischen Weisen einer Militärkapelle; im phantastischen Spiel wechselnder Lichter funkeln die sprühenden Tropfen, die Diamanten und die Gluthaugen der Scnnoras um die Wette es ist ein Klingen und Rauschen, ein Girren und Schwirren, ein Glühen und Sprühen, zln Tust und Glanz! Und dieses Chaos von Tönen, Fett bcn, Licht und Duft verschwimmt in der wohligen weichen Nachtlust des Südens zu einem harmonischen Ganzen, dessen Barockrahmcn die alterthümliche Architektur des Palazzo de Gubernio, dcs AcgierungspakastcS und der Muniziplüität. des Rathhauscs, mit seinen ltcrSgrauen düstern Holzkolonaden bildet überwölbt von dem tiesblaucn Nachthimmcl Perus, von d?m die Sterne so groß und strahlend hcrabslimmern, als könne man sie mit Händen greisen. Und der volle Mond, nicht der bleiche Geselle, der in nordischen Breiten Füllt Busch und Thal Still mit Aebclglanz.. .." sondern eine mächtige gluthrotheScheib. ergießt sein magisches Licht hcrad, das selbst die Gasflammen verdunkelt, und tic derselben scdarfe Schlagschatitn wirst; wie ein u . ästiger Vtausch legt es sich über die ciiiii'e, und die Englcin im Himmel müßten an den wandelnden Licbcspärchcn ihre Freude 2pb:ii,- manchmal auch die Teufel in der Hölle. Tort auf dcrMarmorbanl im Schal icn hochstämmiger Myrthen und Fuchsien ftjü gleich ein Pärchen, an den: sich der Zauber der Stunde augenscheinlich ebenfalls wirkungskrästig erweist. Und doch ist Sie", Sennorita Tolores pLcheco, nicht nur eine der schönsten, sondern auch vornehmsten und reichsten Damen Limas, und (5r", Hans Au denow ein armer Teufel von Co:umis, der Tags über in einem der unl len Gewölbe unter den Rathhauscolonnaden hinter d:nl Ladentisch sieht jene Gewölbe, die so unscheinbar aussehen und doch für den Inhaber eine Goldgrube sind, denn jede echte Limanenn würde ebenso leicht die Frühmesse ks das tägliche Chopping" durch dieselben versäumen. Dort hat ihn auch Sennorita Dolores gesehen und huldvoll ihr strahlendes Aug: auf ihn geworfen, etwa wie Däne Poiiphar auf den Joseph und, anfangs wenigstens, mit demselben negativen Erfolg.' Hans Nudenow ist freilich ein hübscher Junge, Antinouskopf mit goldblonden Kraus haar und einem Paar stahlblauer Au gen. die keck genug in die Welt blitzen, r ist eine schlanke,' elastische Gestalt, und besiht ein sicheres, gentlemanlikes Benehmen er ist als Sohn eines cchemals wohlhabenden Gutsbesitzers in guter Gejellschaft aufgewachsen und nur her-, übergekommen, um hier, in dem Land? derrafch wechselnden Chanccn.schncllcru tökfh in kommen und damit dem nelun. lesen Glanz seines väterlichen Hauses wieder aufzuhelfen. 'aber trotzdem ist erstem Mädchcnheld und allen Crmunterungen gegenüber, die ihm in landcsüblich ungeüirtcr Weise von wehr oder minder lchönen Kundinnen wohl gemacht worden sind, stets kühl bis an Herz geblieben und nun gar der stolzen reichen Sennorita Dolores 'Pachcco gegenüber, die als . ancrkannte Schönhnt von Lima gilt, fühlt und benimmt cr sich ganz nur als der simple Commls von Beljr y Cia. eben weil cr im Bewußtsein seiner Vcrgaugcnhcit zu stolz ist, sich einer, etwaigen hochmüthigen Zurückweisung auszusetzen. Aber gerade das reizt die stolze, verwöhnte Schönheit erst recht was erst eine Laune, ein flüchtiges Wohlgefallen gewesen, wie es sich hier die Damen nicht übel nehmeit und die Gesellschaft noch weniger, wird dnrch den ungewohnten Widerstand, den sie findet, zum brennenden Verlangen sie läßt alle Kaufte der Koketterie spielen,! und der Crfolg konnte bei einer Srnno rita Tolores nicht, zweifelhaft sein, noch dazu einem jungen Manne gegenüber, der bei aller Selbstbeherrschung doch immer Sinne und ' heiße? Blut in den Mein hat; feit geraumer Zeit schon liegt der arme Hans rettungslos in den Banden dieser Circe,, die seiner ' bereits überdrüssig geworden, und iin, Stillen daran denkt, ihm mit guter Manier den Laufpaß zu geben, vivat sequens ! Aber das wird ihr diesmal nicht so leicht, wie sonst , wohl bei dergleichen Affairen so souverän sie sonst versteht, ihren Willen geltend zu machen, und so gehorsam' die olivcnfarbigen Don sich stets in das Unvermeidliche gefügt 1 1) ade n. bei (diesem jungen, blondcn Alemano mit seiner heilen Lei' tmÄaft iiis. ihr selbst nndchaalich. ihm so geradezu den Stuhl , vor die Tbür zu setzen, und er , macht, es ihr auch , so unbillig schwer, er verstebt gar , seine Andeutungen; diese Gnngos", ' iem spöttisch benennt, sind doch zu schwersälkein "Wunder, der arme His träumt ja nur noch von dem ewigen Lcsitze des Weibes, dem cr sein ganzes
Herz gegeben; er ist eben bei aller Weltgcwandtheit in gewisser Beziehung noch sehr unerfahren und sehr deutsch! Und während sie auf der Marmorbank im Schatten der Myrthen unter den Klängen des Carmenliedes und seiner heißen Liebcsworte darauf sinnt, wie diefer peinlichen Situation ein Ende
machen, glbt er, vom Rausch der stunde fortaentten, dlesem Traum, dieser Hoffnung mit bebender Stimme Ausdruck, und sie erkennt, daß nun keine Zeit zu verlieren, sondern daß ein Ende gemacht werden muß. schnell em Ende. Toch nicht hier, er wäre in seiner Leidenschaft wohl im Stande, ihr eine Scene zu machen, leise drängt sie rhn etwas ab: Pst. Don Juan. nicht hier vor allen Leuten. besuchen Sie mich morgen Abend, ich werde allein sein, Iiasta rnairnana querido!" (Auf morgen. Geliebter!) Damit schlüpft sie von ihm weg ins Gewühl, anscheinend n holder Verwirrung in Wahrheit froh. ihm noch so entwicht zu sein. Mit welchem Herzklopfen, mit welcher seligen Hoffnung wandelt der gute Junge am nächsten Abend den wohlbekannten Weg die Calle decontas, HM' ab zum Hause der Geliebten! Doch Mit dem Tonnerworte Wird ihm aufgethan die Pforte: Tie Du suchest, ist nicht hier! Sennorita Tolores ist schon heute Morgen verreist, hat aber für Scnno? dies Bricfchen hinterlassen. " " Verreist?!" Wie eine kalte Hand lrnt es sich ihm auf's Herz, mit zittern dcr Hand erbricht cr den Brief. Oaj-o Amigo! -Verzeihen Sie, daß ich mein Ver sprechen. Sie heute zu empfaugen. nicht halten kann, weil es mir peinlich ist. Ihnen das mündlich zu sagen, was doch endlich einmal gesagt werden muß. S,e sprachen gestern die Hoffnung aus, mich einst ganz die Ihre nennen zu können, Sie müssen sich selbst sagen. daß das unmöglich ist. Selbst wenn meine Angehörigen über den großen Unterschied zwischen uns in Bezug auf Vermögen und Lebensstellung hinweg sehen wollten, was sie sicher nicht thun würden, so könnte ich mich doch nie ent schließen, einem merchante, einem Ge schäftsmann, und sei er noch so reich und angesehen, meine Hand zu reichen, sondern nur ernem Hidalgo, der Cm cier oder sonst im Staatsdienst thätig ist. Ich halte es deshalb für bester, um uns Beiden die nothwendige Trcn nung leichter zu machen, Lima für lan aere cit m verlassen, und ich hosse. wenn wir uns später wiedersehen, daß es in Freundschast geschieht, und wir Beide ruhiger über die Sache denken. Bis dahin mit besten Wünschen für Ihr Wohlergehen Ihre ergebene Dolores Pachcco." Kurz und brutal! : Einen Augen. blick drehte sich Alles mit ihm im Kreise, doch der lauernde Blick und das höhni sche Lächeln des Frauenzimmers, das ihm den Bncs übergeben, bringt ihn schnell wieder zu sich. Mit gewaltiger Anstrengung rafft er sich auf und sagt anscheinend ganz ruhige ' Ich danke Ihnen, ich werde den Auftrag der Sennorita Tolores besor gen! Xdios!" Damit schreitet er mit festem Schritt, aber wie ein Träumender aufs Gcratbemohl in die Straße hinein. Seitdem sind Monate vergangen. Monate voll Kampf und Verwüstung. Denn der schon lange drohende Krieg mit Chile ist fast unmittelbar daraus zum Ausbruch gekommen und wird beiderseits mit maßloser Erbitterung und Grausamkeit geführt, wenn auch nicht mit dem gleichen Glück. Tie peruanischen Helden sind nur tapfer gegen wehrlose Gefangme. wo's Ernst wird, reißen sie gewöhnlich aus. wie Schaflcder, so daß die ohnehin besser discivlinirten chilenischen Truppen, fast ohne Widerstand zu finden, immer naher gegen die Hauptstadt vordringen. . Um so mehr erregt eS Aufsehen und freudige Genugthuung bei den firme nern. daß' eine einzige kleine Schaar, eine Gucrillabande, in dieser Niederlage nicht nur die peruanische Waffenchre hoch hält, sondern auch dem Feind so namhafte Verluste beibringt, daß der sclbe.sogar cinm Preis auf den Kopf ihres Führers gesetzt hat. , ' Ab das nutzt nichts, vergeblich sind alle Bemühungen, ihn zu fangen, alle noch so schlau gelegten , Hinter halte, cr ist eben noch schlauer; der wahre Ucberall und Nirgends, plötz' lich i taucht auf, wo man ihn am wenigsten erwartet, wirst den über raschter. Feind nnd ist wie in dem Erdboden verschwunden, ehe derselbe sich noch von seiner Bestürzung erholt hat.z Die erbosten Chilenos haben ihn i-e. .l :t v , , vcsyulv um oim pißnaiiien "ei, qia voIo alemano beehrt, das. und daß er ein noch junger blonder Mann. ist.Allcs, was man in der Hauptstadt von ihm weiß, im Uebrig?n schwebt über seiner Person ein mystisches Dunkel. ? Der Einzige,' sich allenfalls eine Vermuthung bilden könnte, ist Don Guillermo Behr, as dezsen Ge schäst der junge Deutsche damals fc plötzlich ausgetreten, aber das ist hier etwas Gewöhnliches, wenn Einer, was Besseres findet, und Ton Guillcrmo hat in dieser NZllden Zeit seinen Kopf so voll, daß cr an einen früheren Kommis woyl kaum noch denlt. f Und doch ist der berüchtigte Guerilla chef in der That Niemand Andres als 'in' i'l-'i'!''1 i , , " 4 (i j ja. . s j j j , , ,,, , ,,, r II- ., 1 Hans Rudenow. Im ist der Ausbruch des Kruges gerade recht Mommenals eine Erlösung aus hoffnungslosel Qual. und nur in der Hoffnung aus eine solche hat er sich in das braujendc ttampfgctümnicl gestürzt.' . Aber grade Solche haben oft ein gefeites Leben und nach und nach haben dann das wilde k ecke Rci terleven. v 1 seine i; ; ; ngc broch ene Jugendkraft und die angeborene märtische Rauslüst das Ihre gethan, von der anfänglichen honnungslozen Ber zweiflung ist , nur eine kalte Todesver
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achtung übrig geblieben, die keck mtt Tod und Teufel Karten spielt, und dik
wilden Buychen die er führt, willenlos mit sich fortreißt, trotzdem cr, eben falls eine große Ausnahme im pcruani, sehen Heere. , unter ihnen strengstk Mannszucht hält. Und das Beides ist eben das Geheimniß seiner lßrfolge. , Sennorita Tolores hat diese Zeit fern von Madrid" auf ihres Vaters Hazienda zugebracht, jetzt aber, wo dik feindlichen Schaaren immer näher strci fen. hält es derselbe doch für gerathen, sich mit den Seinen wieder in die sichere Hauptstadt zurückzuziehen, und hat sich zu diesem Zweck von dem perua' nischen Ob:rkommand?ein Geleite erbeten, die ihm, dem reichen, angefche nen Mann, auch bereitwilligst gewährt worden ist. Unter deren Schütz wird denn die Reise nach der Hauptstadt an getreten, und dieselbe , gestaltet sich um so angenehmer, als der Führer des Detachements ein Bekannte? des Hau ses, ein junger Limemr Hidalgo, Don Enscbio Gutierre. ist. der ebenfctlls einer reichen und vornehmen Familie ungehörig. Don Pachcco als Schwieger söhn ganz willkommen wäre, und'der denn auch die schöne Gelegenheit ausgiebig benutzt, scmer reizenden Schutz befohlenen nach Kräften den Hof zu machen und ihr wie ihrem Erzeuger Odrsichert, daß sie unter seinem Schutz von den chilenischen Spitzbuben nicht das Geringste zu fürchten haben. Aber trotz dieser hochtrabenden Vcrsicherungen ist Don Euscdlo cmer der Ersten, der seine theure Haut hütet, als die Schutztnippe von einer feindlichen Strciffchaar angegriffen wird, und Sennorita Dolores' nebst ihrem Vater sehen sich in die unangenehme Nothwendigkeit versetzt, derselben als Ge fangen? zu folgen, um so fataler. als die junge Dame als eifrige Patrio tin die Chilenos glühend haßy und der alte Herr nmn; daß man ihn bei seinem bekannten Reichthum gehörig schröpfen wird, ehe man sie losläßt. Doch das Schicksal hat es anders beschlössen. als das chilenische Streif corps auf seinem Marsch zum Lager in einem kleinen schattigen Thal Rast macht, um die glühendste Mittagshitze erst vorbei zu lassen, nnd Alles sich mit echt spanischer Sorglosigkeit der Siesta überläßt, wird es, plötzlich in den die Abhänge bedeckenden Büschen lebendig. und mit eingelegter Lgnze stürmt eine Neitcrschaar' auf das kleine Lager los. Allen weit vorauf mit geschwungenem 2aoel der innge nhrer, bei beizen An blick der Schreckcnsruf: Kl Uiavolo alemano!4 aus den Reihen der gänzlich ubcrrasü)ten Ehilenos erschallt. Das Getümmel daucrtl denn auch nur ein Paar Minuten, dann stäubt die chilcnische Abtheilung nach allen Richtungen auseinander, verfolgt von den wilden Lanzenreitern, während der junge Füll rer ncy mx angenen nayerr, uno Sennorita Dolores glaubt im ersten Moment in die Erde sinken zu müssen, der Mann, dem sie , einst so vcrächtlich als ..Gefchäfksmann den Laufpaß gegeben, sieht jetzt als ihr Befreier, als )e? gcfttrchtcte Gncrillachcf er ihr! Wenn sie aber geglaubt hat. daß cr diesen ihm von einem boshaften Schicksal gegönnten Triumph nun auch gehörig ausnützen werde, so hat. sie sich getäuscht. kühl höflich, wie vor einer Fremden, verneigt er sich, bedauert das Mißgeschick der Herrschaften. Ya5 die Dame einer solchen Scene, ausgesetzt. und verbietet sich, dieselben soweit zu geleucn. bis sie vor weiteren herum streifenden feindlichen Abtheilungen in Sicherheit sind. und Sennorita Tolores fühlt, daß diese einfachen Worte etwas Andres bedeuten, als Ton Euse bios hochtrabende Prahlereien. Aber gerade das läßt sie seine kühle Zurück Haltung doppelt beleidigend empfinden. die deutlich zu sagen scheint, daß er mit seiner Neigung noch viel schneller und gründlicher 'ie.'tig gemorle l als sie, und jetzt an Wichtigeres zu denken habe, als an alte abgethane Liebcsgeschichtcn; wäre er noch der unbedeutende Eommis. würde es ihr sehr gleichgiltig sein, was er denlt und fühlt. aber dieser Mann, der seinen Namen binnen Kurzem geachtet nnd gefürchtet gemacht hat, den der Nimbus tollkühner Tapferkeit umgibt, der hat sicher, noch eine glänzende Karriere vor sich, und wie gut stct)t der männlich? entschlossene Ausdruck seittcnr, Gesicht, ? km man die Gewohnheit des Beschleus ansieht! Jetzt lohnt es sich schon eher,' ernstlich an ihn zu denken. ob cr sie wirklich schon so ganz vergessen hat? Kaum glaublich , dazu ist sie .sich der Macht ihrer Reize zu sehr bewußt, jedenfalls ist die Sache einen Versuch werth. Aber das ist nur nicht so leicht. Hans Rüdenow reitet, ganz von seiner Dienstpflicht in Anspruch genommen, meist an der Spitze des Zuges, denen Mitte Sennor Pacheco und seine Tochter einnehmen, und selbst auf den' nothwendigen Rastcn hält cr sich unter dem Anschein, die Herrschaften nicht belästigen zu wollen, dauernd i n ehrf urchtsvoüer Ferne, was ihm Ton Pacheco, der von den früheren Beziehungen zwischen den Beiden natürlich keine Ahnung hat. - als taktvolle ' Zurückhaltung hoch anrechnet, während seine schöne, verwöhnte Tochter vor Un ged il ld schier vergehe n m öchte. , , Endlich kann sie's nicht länger aushalten. die Reise nähert sich bereits ihrem Ende, sie will 1 wenigstens wissen, woran sie'WFMnU so ' stiehlt sie sich denn während der letzten Mittagsrast, die sie in einem schattigen Ge holz halten, leise von der , Seite ihres schlummernden Vaters und wandelt langsam am Lager hin, wie um Kuhlung zu suchen, indem sie heimlich, aber scharf nach ihm" umhcrspäht. Richtig, dort lehnt er am Waldrande einsam an einem Baum, die Arme über der Brust gekreuzt, und sieht in Gedanken . versunken in das sonncnbeglänzte Gelände hiNaiis.'iS!t!k!I!z!!!!! So vertieft, Ton Juan?" flötet es auf cinm al s neben : ihm.i!H!!SHLtZ D Er fährt auf
hat er ihren Tritt nicht gehört, ein nichts weniger als freundlicher Blick streift sie. SU wünschen. Sennorita?" Mit Ihnen zu sprechen. Ton Juan. Sie weichen mir ja beständig aus ..Kann Sie das befremde? Ich meine, damit Ihren Wünschen entgegen zu kommen." Sie zürnen mir.. ..Durchaus nicht, wie hätt' ich ein Recht dazu? Ich muß Ihnen im Gegentheil dankbar sein, daß Sie für uns Beide vernünftig waren." Und wenn ich Ihnen nun sage, daß es mir leid thut, daß ich jetzt ganz anders darüber denke.... - Er hat bis dahin mit kühler Bitter keit gesprochen, jetzt sprüht es in seinen stahlblauen Augen auf. daß sie funkeln, wie blanke Schlägerklingen, ein kalter Hohn legt sich auf sein'Gesicht: Weil ich kein Geschäftsmann" mehr bin? Zu gütig. aber ich bcdaure, von dieser gütigen Sinnesänderung keinen Gebrauch mehr machen zu können. Cennorita." Sie fährt erbleichend auf, mißt ihn mit zornfunkelndem Blick und rauicht wortlos davon. Der Rest des Weges wird ohne irgend welche ferneren Berührungen zurückgclegt, und als man sich Angesichts der Thürme von Lima trennt, erschöpft sich Sennor Pacheco in wortreichem Dank, der mit der spanischen Höflichkeitsphrase schließt: Wenn Sie nach der Hauptstadt kommen, bitte ich Sie, mein Haus als das Ihrige zu betrachten!" Ein vielsagender Blick fliegt b?idiescn Worten zwichm Hanö Rudenow und Sennorita Dolores hin und her. während er mitruhiger Höflichkeit ablehnt: Ich habe nur meine Pflit gethan Ton Pacheco. und die Wechselfälle des Krieges machen es doch sehr ungewiß, ob ich im Stande sein werde, von Jlirer gütigen Einladung, für die ich meinen verbindlichsten Dank sage, Gebrauch zu machen !" Damit grüßt cr noch einmal militärisch, und galoppirt mit seiier Schaar davon. Nun. die Wcchselfälle" des Krieges haben ihn verschont, er ist sogar zum Obersten aufgerückt aber das Haus Pachecos hat er trotzdem nie wieder betreten. Sennorita Dolores hat sich getröstet und kaut 6s mieux einen steinreichen, aber schon etwas ältlichen Würdenträger mit ihrer kleinen Hand beglückt, abcr so oft sie dem Eolonel Rndenow, dem schönen, hochangesehenen Mann in der glänzenden Uniform, am dritten Ort begegnet, gibt cs ihr doch jedes Mal einen Stich durch's Herz, und mit einem Zornblitz zischt sie leise: Diavolo alemana V
&ttttUt In einem Gebirgsdorfe des Vreuschthalcs (in den Vogcsen) saß vor einigen Tagen die ziemlich zahlreiche Familie eines biederen Bewohners zur Abend stunde bei der Lampe Schein um den warmen Ofen, als plötzlich an die Thür geklopft wurde und ein Fremder eintrat, der nach der Kleidung zu fchließen zu Dianas Jüngern gehörte. Nach kurzer Einführung erzählte der Fremde, er komme aus einer Gemeinde bei Evinal, wo cr Förster sei, und bringe Gruzze von der altestcn Tochter de Haukes. welche ebenda wohnt. War die Familie durch die aünstlaen Nachrichten über, das Wohlergehen ihrer Tochter herzlich erfreut, so wuchs die Freude und aucy zugleich das Ansehen des ..i?ar6s - korssrier" noch mebr. als die scr erklärte, er sei gekommen, um sich eine Elsüssenn als Lebensgefährtin zu suchen, und seine Wahl wäre auf eine Tochter des Hauses gefallen. Er würde sich um die ibm schon bekannte Tochter beworben haben, aber sie sei etwas zu klein von Verlon. und da sich zur Jörsterssrau nur eine große Pcrsoil eigne, sa frage er jetzt bei dem Latcr an, ob cr nicht eine etwas größere hcirathssähige Tochter besitze. Gleich Jsaak so erzähltZdie Siraßb. Post" führte nun dcr 'überalücklicke Vater seine blühenden Töchter der Rcihenach vor. Und siehe da, der Grünrock iöählte sich die größte nnd schönste der Töchter zuö, Und nun wurde in aller Eile ein Mahl bereitet, daö bis spät in die Nacht dauerte, wollte der Bräutigam doch schon mu dem ersten Hahnenschrei wie der zurückkehren. Im Lause des Abends offenbarte : nun der Zukünftige auch noch unter großem Bedauern, 'daß cr seinen Geldbeutel und o Schrecken! mit demselben auch die bereits erstandenen erlooungsrlnge verloren hätte. ? Die guten Leute versahen daher den Schwiegersohn mit genügendem Reisegeld, gaben ihm zwei Flaschen crtrafeineZ Kirschwassc? - und einen Schinken! mit auf die Reize und vertrauten ihm noch verschiedene Sachen für ibre in ftranfi reich wohnende Tochter an: Nach, abgegebenem Versprechen, er werde bald lchreib.'n UA sich über den Zeitpunkt der Hochzeit zu einigen, verließ der arclq.5ors8t!sr mit den besten Segenswünschen die Familie auf Nimmerwiedersehen. Im letzten Hause des Torfes gab er die für die Tochter mitgenommenen Sachen mit der Bemerkung ad, er müßte zu viel Zoll dafür ent'"'Ü , - iin.T, '. ili.i- 'i ."!: ' i ' :. il' . w, richten, tCv.;;-: ffy, Siji:'!... tj un c 5!urechtwcisu na. Sin noch jugendlich aussehender General el)t im Ucberzieher die Straße entlang. ?o daß die Abzeichen seines hohen Ranzcs nicht erkenntlich sind. Ein Lieuteaan) gleichfalls im Uebcrziehcr, kommt chm entgegen und geht, ohne zu grüßen) oorüber. General (den Ueberzicher aufknöpfend): Warum verweigern 'cii mir den schuldigen Gruß?" Lieutenant: Halten zu Gnaden, Ercellenz, habe Charge nicht erkannt!" Generat: Was sind Sie denn?" Lieutenant: Zu Befehl. Excellenz Lieutenant'." Venera! (gutmüthig): .Nun, dann ha'. ten Sie'S schon riökiren können!"
' .ii '''-'' IS,-,. ' , Eine AschermittwochSgeschichte'pl) Skvev dk Bhlver. Es ist wahr, gnädige Frau, ich bin lebensmüde; aber nicht weil ich unfähig zu leben bm. sondern weil mich das Leben langweilt. Etwas Neues kann es mir nicht mehr bringen, und diese steten Wiederholungen sind ermüdend so entsetzlich langweilig. Etwas fcues kann es mir nicht, mehr bringen, und diese steten Wiederholungen sind ermüdend so entsetzlich langweilig." Der schlanke Mayn mit den regclmämgen Zügen, die von tadellos srisiertcn Haaren uud einem zierlichen Bärtchen eingefaßt waren, unterdrückte ein leichtcs Gähnen. ..Und so ist mein heutiger Besuch bei Ihnen, schöne. Frau, ein Abschiedsbesuch. Ich will dieses Theater, wo man mich in eine Loge gesetzt hat, ohne vorher meine Erlaubnin einzuholcn. verlassen, weil das Stück mir nicht gefällt." ' Eigenthümlich genug klangen diese Worte, an dem' Orte, 'an welchem sie gesprochen wurden, einem Zimmer, das von einem Parfüm von Wohlleben und Schönheit erfüllt war. Wcichgcpolsterte Sitze luden zum Ruhen' und Träumen ein, dicke Tcppiche und Thier fclle auf dem Boden schmeichelten dem Fuße und eine behaglich erwärmte, von einem matten Maiglöckchenduste crfüllte Luft den binnen und gegenüber dem heillosen Pessimisten saß eine Frau, welche in der ärmsten Umgebung und in der ilnschcinbarsten Hülle sähig gewesen wäre, das vollendete Glück eines Manncs zu machen. Wie viel mehr kamen die ebenmäßigen Formen, welche etwas zur Fülle neigten, der zarte, geschonte Teint, welcher die Farbe der Gesundheit hatte und das pikante, von blauschwarzen Locken eingerahmte Gesicht mit, den brennenden, dunklen Augen in der poe tisch gewählten Toilette zur Geltung. Ein rothsammtcner, mit Zobel besctzter Schlafrock, auf desien Sarnne Arabesken in mattem Golde gestickt waren, öffnete sich genügend, um die herrlichen, von einem duftigen Neglige umschlostenen Glieder errathen zu lanen. Der schöngcformte weiße Arm der Dame, der jungen Wittwe des Grafen Z., tauchte aus dem dunklen Pclzwcrke, und ihre schlanke Hand rührte mit dem silbernen Löffelchen in der winzigen Thcetasie aus, chinesischem Porzellan, während sie mit einem spöttischen' Lachcln den Lebensmüden betrachtete und antwortete: Mir scheint, daß Sie krank sind, Baron V., von den vielen Süßigkeiten, die Sie genossen, und daß Ihr Herz nach Bitternissen schmachtet. Das Neue, was Ihnen das Leben brin gen kann,, ist die Arbeit. Temaskiren Sie sich , nach diesem tollen Fasching, den Sie durchtanzt haben, und zeigen Sie, daß hinter der M!e des Salonlöwen ein tüchtiger, nützlicher Mensch steckt." Das ist sehr leicht gesagt; aber mein Gott, was soll man denn anfangen, wenn man nichts gelernt hat! Soll ich Steinklopfer, Tanzmcister oder Reitlehrer werden?" Tie schöne Frau sah ihn schelmisch an, Dazu müsicn Sie ja nicht greifen. Es gibt einen edlen Beruf, zu dem jeder echte Mann von der Natur bestimmt' ist, und zu welchem Sie vollkommen befähigt sind." Oh gnädige Frau, es gibt keinen Beruf, der nicht tut hundert Anderen besser erfüllt wird, als ich cs vermöchtet Mein Entschluß sieht übrigens fest, und morgen führe ich ihn aus." Wenn Sie sich durchaus nicht davon abbringen lassen 'wollen, , sagte die schöne Dame lachend, so thun Sie, was Sie nicht lassen können; aber dielleicht würden Sie die Ausführung um 24 Stunden verschieben,' um mir einen Gefallen zu crweifen. Ich mochte morgen eine Schlittenfahrt nach meinem Gute jenseits der Grenze kn Rußland in, Ihrer Gesellschaft machen." Es wird mir ein Vergnügen sein."antwortete Baron V. Es drängt mich ja , nichts zur so schleunigen Abreise in's Nirwana, und deshalb verschiebe ich sie gern für 24 Stunden, wenn' ich Ihnen dadurch gefällig sein kann."'. -. iV'lihii : a,4 ii ' .' ' ' 's i , Am , folgenden Tage lenkte Gräfin Vera! Z. ' selbst das elegante, mit Wolfsscll ausgcschlagene Geführte, das leicht , über die schneebedeckte, Fläche glitt. 'Sie sah entzückend in der enganschließenden, mit Schnüren und, Pelz besetzten i polnischen . Jacke , und dem kecken Pelzbarctte aus. Ihre Wangen waren von der frischen Lust geröthet, und ihre dunklen Augen glänzten vor Vergnügen, . während Baron V. . ziemlich gelangweilt aussah, r J-;tQ Auf dem' einsamen Hofe jenseits der Grenze angelangt, ließ sie ihren Gast in das dunkelgetäfclte Speisezimmer, welchcs mit ! Hirschgeweihen und Jagdtrophäen i aller Art geschmückt war, eintreten und bat ihn dann, sie für kurze Zeit entschuldigen zu wollen, da sie mit dem Verwalter Verschiedenes zu bespre$Mfyctbi WächelnerM Baron V. damit verbracht hatte, den blauen Wolken einer angenehmen Manillacigarre ' nachzuschauen, trat t die Gräsin in das Zimmer, von dem VerWalter und zwei handfesten Knechten gcfolgtAWZ Hier ist der junge Mann, von dem ich Ihnen sprach." sagte sie zu dem IVerwalter. einem krasügen Manne von energischem Aussehen, ' r gewendet und wies auf Baron V. .ES ist ein fauler Bursche, den Sie kurz halten müssen." k Daran soll cs nicht schien," antwortete der Verwalter. Gnädige Frau wissen, daß ich cS verstehe, meine Leute im Zaume zu halten." ' Dann wendete er sich zu Baron V. und befahl ihm mit den Knechten zu gehen und den Weg bahnen zu helfen. Ich glaube, Sie sind verrückt," brauste dieser ans. ,Wie können Sie
Natürliche Magie. '
sich ünlerNen in einem solchen Tom mit mir zu reden!" Sträuben Sie sich nicht weiter.sagte die Gräfin; es hilft Ihnen ja doch nichts. Sie waren lange genug ein unnützer Müßiggänger und sollen jetzt zur Abwechslung einmal arbeiten." Dann wandte sie sich erklärend zu dem Verwalter: Der Bursche hat cö bei sei nen Eltern viel zu gut gehabt, er wird Ihnen deshalb zur Besserung nnd Abrichtung übergeben." Iran Gräfin," rief Baron V. ent rüstet, ich finde diesen Scherz etwas stark." Was sollen die langen Redensarten,herrschte ihn nun der Verwalter an. Vorwärts an die Arbeit oder" und damit griff er nach der kurzen Hunde, peitsche, welche er am Gürtel trug. Auch die beiden Knechte sahen danach aus, als würden sie ihren Gebieter bei jeder Gewaltthat nachdrücklich unterstützen. So sah denn Baron V. ein daß e, s!P der Gewalt fügen müsse und folgte dem Verwalter nach der Landstraße, auf welcher er kurz vorher an der Seite der Gräfin angefahren, und nun in Gesellschaft einer Anzahl Knechteden seil
emiczen Tagen gefallenen, tiefen Schnee wegschaufeln mußte. Es kam ihm sauer genug an, und er ließ manchmal seine Schaufel sinken; aber ein bczeich nender Griff des Verwalters nach der Peitsche bewog ihn desto eifriger fort zufahren. Aus diese? Thätigkeit wurde er durch Schlittengclaute. welches dicht an seinem Ohr klang, nnd das cr vorher nicht wahr genommen hatte, geschreckt. Er sprang rasch zur Seite, um nicht überfahren zu werden. In dem Schlitten faß die Gräsin, welche nach der Swdt zurückkehrte und ihn im Vorbeifahrcn malitiös ansah Ihr lautes, spöttisches Lachen trieb ihm das Blut in's Gesicht. Nun kalncn Tage für den armen Baron, wie er sie noch nicht erlebt hatte. Morgens mußte er bereits um drei Uhr ausstehen und in derSchcunedcnDrcsch. flegcl bis sechs Uhr schwingen, wann das erste Frühstück in der Gesindestubc aufgetragen wurde. Es gab'Schwarzbrod mit Speck und Kartoffclsuppe, welche kulinarischen Genüsse ihm besser mundeten als früher die rafsinirtcsten. gastronomischen Meisterstücke seines französischen Kochs. Danach ging es in die Scheune bis zum Mittagstifche. Den Nachmittag wies ihm der Verwalt ter so viele andere Arbeiten zu. daß er durchaus keine Langweile empfinden konnte. Am ersten Tage wollte er sich einige Male' auflehnen; aber sein nuii mehrigcr Gebieter wies diese Versuche energisch zurück. Auch an Flucht war nicht zu denken, da man ihn keinen Augenblick allem ließ. So mußte er sich in das Unvermeidliche fügen, und die , Sache machte ihm schließlich Vergnügcn. . So zufrieden mit sich und seinen Leistungen, batte er sich nie durch seine Erfolgs im Salon gefühlt, wie jetzt bei der einfachen, aber nützlichen Arbeit, so gut hatte ihm noch nie das Essen geschmeckt, und solch eines festen gesunden Schlafes ' wie jetzt auf dem Ctrohsack hatte er sich sonst auf seinen weichen Matratzen nicht erfreut. Er lernte zum ersten Male in seinem Leben die Arbeit kennen un$ schätzen. Als ein Monat vorüber war wurde der methamorphosirte Baron in das Speisezimmer des Wohngebäudes gcrufen. Tort erwartete ihn Gräfin'Vcra. welche ihn lächelnd begrüßte. Ich muß Sie um Entschuldigung bitten, lieber Baron",' sprach sie, daß ich Sie von Ihrer projcktirtcn Abreise in bessere Jenseits abgehalten habe aber damit Sie nun Ihren Vorsatz ungesäumt ausführen können, habe ich Jhnen . ein , rasches Beförderungsmittel mitgebracht". Sie bot ihm mit einer graziösen Bewegung ernen zierlich gearbeiteten Revolver. Ich bedauere, von Ihrem liebenswürdigen Anerbieten keinen Gebrauch machen zu können," entgcgnete der Baron, denn ich habe meine früheren Thorbeiten eingesehen. Ja, ich glaube jetzt selbst, daß ich noch ein nützliches Glied der Gesellschaft werden kann, und sei es nur durch die Bewirthschastung meines Gutes. Sie waren ein rücksichtsloscr Arzt, Gräfin, aber die Kur war die allein richtige." ' Können Sie nur verzeihen?" bat Vera, indem ' sie ihm die Hand entgegen streckte. : Baron V. ergriff die dargebotene Rechte und antwortete: Ich verzeihe Ihnen nicht nur, sondern danke Ihnen sogar dafür, daß Sie mir die Augen geöffnet haben. Jetzt verstehe ich, was Sie mit dem edelsten Beruf eines Mannes meinten: Der edelste Beruf eines Manncsist i der, die Stütze eines licbendcn Weibes zu sein, und ich hoffe, ihn erfüllen zn können wenn Sie mir dazu helfend wollen. . Theure Vera, haben Sie Vertrauen genug zu mir, um sich i unter meine Hut für ganze Leben zu begeben?" fi "vr:ik:-.-Sie fah ihn mit einem vollen, warmen Blicke an und sagte einfach: Ja, ich vertraue Dir." ;; -U4WBtmü; , Hellerlcuchtet sind die Fenster des Palais der Gräfin Z. am ; Abend des Aschermittwoch ; ' denn die - Verlobung der Gräfin mit Baron V. soll gefeiert werden. ii Man war in der Gesellschaft über dieses Fest ini Anfang ZdeÄFasten sehr choquirt; aber schließlich kamen die Eingeladenen doch, da sie auch diese Excentrizität des verzogenen Lieblings der .Salons " 'jo nl?Sriäfi Es ist ein unangenehmer naßkalter Märzabend. Vor dem Hauptportale, welches heute geöffnet ist, liegt ein weieher Läufer auf dem Trottoir. 1 Ein vsn vier Messingsäulcn getragenes Dach von roth gestreifter ? Leinwand spannt sick darüber aus. damit die ankommenden Gäste aus ihren Wagen trockenen Fußes und unbehelligt von dem feinen, herabriefelnden Regen in da? Treppen
haus gelangen können, wo sie von einer warmen, von Blumcndüften geschwängcrten Luft empfangen werden. Im großen ' Speisesaale ist die Tafel gedeckt. Zwei brillante Kronleuchter baden das bindend weiße Leincnzcug, die Crystallgläser und den silbernen, mit Blumen und Früchten garnirtcn Tafelaussatz in verschwenderischem Lichte. Die weißen Schultern und Büsten dc? Damen, welche aus schimmernden Seidenroben hervortauchcn, wie die ÄenuS aus dem Meeresschaume, glänzen, und das fröhliche Lachen und Plaudern erfüllt den Saal mit einem summenden Geräusche. Indem Baron V. dieses nmuthende Ensemble betrachtet, erinnert er sich der Tafel in dem Gesindezimmcr des Hof gutes; hier Glanz und Pracht, Damen und Herren in eleganter Toilette mit weißen geschonten' Händen, dort in einem Zimmer mit Wänden deren Kalkbewurf von der Zeit geschwärzt worden, ekn roher ungedeckter Tisch, auf welchem verkratztes'Linngeschirr und ein Essen standen, bei dessen bloßer ?!ennung die zarten verwöhnten Magen seiner heutigen Gäste eine Jndislion bekommen hätten, und um den Tisch eine Gesellschaft Männer in ärmlicher, schmutziger und geflickter Kleidung, mit von Wind und Wetter cbräunicn und
von Sorge und Entbehrung gcfnrchicn Gesichtern mit schwieligen ÄrbeztcrMustcn. Baron V. erröthete bei der Frage, welche cr sic vorlegte: ..Welche von diesen beiden Tischgescllschastcn hat sich mehr Recht auf ihr Mahl crworden?" Nachdem eine Anzahl gute und schlechte Toaste ausgebracht worden waren, hielt Baron V. einen kleinen SpeechStt welchem er erklärte, daß cr seine Verlobung am Aschermittwoch feiere, weil er diesen am passendsten hielt, die heiteren Thorhcitcn der Vergangenheit zu 'bereuen und ein neues Leben zu beginnen; cr erzählte weiter in launiger Weise die Geschichte feiner Verlobung ,cs war dies die beste Art, den abenteuerlichen Gerüchten, welche darüber in der Gesellschaft cursirten, entgegenzutreten und toastete zum Schlüß'aus die Arbeit, welche allein sei es auf dem Gebiete der Politik. dcr Kzinst und Wissenschaft oder auf dem des Gewerbes und' der Landwirthschaft, in die etwas d?generirte Beaumonde frisch pulsircndcs Leben bringen könne. Der Erfolg, welchen die Ncde fand, war ein ziemlich getheilter. Eine kokette Dame sagte zu ihrem Nachbar: Mon dieu, zu was das Philosophiren Wenn unsere Reize nicht mehr genügn und wir nicht genug Witz besitzen, einen hübschen Mann, der leider sehr ercentrisch ist rn.unser Netz zu locken, so fangen wir ihn,,mitGQvalt. r ' i ena toxxW iljjs;l" LluS dem Lebe eineS MissionärS In einem St. Eugene ' bei Algier,,, den 10. Dezember 1887, datirtcn ' Schreiben dcö , jüngst verstorbenen Patcrs Schynse an einen rheinischen Psarrer, welches der ttöln. Vollsztg." zur Verfügung gestellt ist. heißt es u. A.: rvi'-t--, JTt t . 'k. n: '! I w : n . '(!! es rcocu in oer miohik 1 1 ctmu dend und aufreibend, aber wer es ein Mal gekostet hat, wer ein Mal so die Nacht durchwacht hat an der, Seite seiner Brüder, nicht wissend, was der Morgen bringt, aber trokdem fröhlich plaudernd von der Heimath und den Hoffnungen, ergeben, gleichgiltig.! was Gott auch schicken mag. Leben oder Tod. Hunger, Hie, Krankheit, , 3 zieht ihn immer wieder hin zu den Lager seuern mit ihren wechselnden Schatten, und
oft genug erwache ich in der Rächt und js7 noch haibträumend vernehme ich das i ni t.. v.a 't"'toi'.:t!ju.. v.3
ranzen oes ongo iilt'uuzctt nahen Meeres und rufe einen meiner Leute, er soll auf Korral achnn oder nach dem Feuer sehen, oder ich !o:nmandire mit lauter Stimme meinen Rüderern. um glücklich über die gefährliche Stromschnelle hinwegzusetzen, daß meine eigene Stimme mich zur Besinnung rust, und j ich finde t mich in meinem Bette in St. Eugene. Toch fo Gott will werde ich im nächsten Frühjahr wieder zurückgehen, zwar nicht mehr nach dem Kongo über Westafrita. sondern über Sansibar in die dentschen Besitzungen. ' , ,. , , Am 21. Juli betrat ich wieder den europäischen Boden in Marseille. Ich hatte unterwegs noch Stanley mit seiner - kleinen Armee getroffen. WaZ Flußpserde anbelangt, so schoß ich b:rn Abschied vom Ober -Kongo noch fünf,' die ich meinen Leuten und den Eingeborenen und den Leuten einiger Jactoreicn vertheilte, daZ wacht nun im Ganzen bis jetzt 25, eine schöne Menge Fleisch, das Stück bloß zu 1000 Kilo gerechnet. Einen Monat später zertrümmerte ein solches Ungethüm die Barke eines Mssionars auf dem Nyanza, und der brave Pater ertrank, da er ehe 'er sich retten wollte, noch feinen KateD chumencn , taulen woäte. was er aucy that, aber er wurde such von dem Ux trinkenden in die Tiefe gezogen. : Sc ' endigte das Leben des Missionars. Wir, die den Bestien so sehr zugesetzt und sie'nur als Schlachtvieh betrachtet hatten, kamen glücklich davon, und der Andere, der ihnen nie was zu Leide ge than. fällt ihnen zum Opfer. M war am Kongo auch Koch und fand, daß ich sonderbare Anlögen zur Küchenkunst habe. Wollen Sie mir nicht Das häusliche GlückA fenden ! für Mädchen, wo y Küchen-Recepte für einfache Küche darin stehen, damit ich nächstens einen Leitfaden habe und nicht fo nach cige nen Heften kochen muß." K at hcderblüth e. (Profes sor- lim Eifer des Vertrages) : Sie
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glauben gar nicht, meine Herren,, welch? Bravour die Gladiatoren entwräeltcn; rs kam vor, daß einem solchen währen des Kampfes ! alle Zähne eingesÄage wurden. Er aber schluckte diese hinad.' verbiß den Schmerz und kämpfte muthi weiter!" 1
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