Indiana Tribüne, Volume 15, Number 175, Indianapolis, Marion County, 13 March 1892 — Page 7

Die Rache deS FusitierS. C untere: von K. s. Vena?H. Hkmclbon n e r ej elterkreuz,, bombettelement!! Es ist .eigentlich Unrecht, mit ttnein HimmmelbonncNJctterktcuzboAbenclement zu beginnen, aber tc'ix müssen gleiö) tci Anfange unserer Erzählung bewerken, daß der Unterofftcier Müller IV dicfe etwas starke und emphatische Redeweise besonders liebtk. Der Ünterofsi cier IV liebte außerdem noch gar manchedei Dinge: gebrannte Wasser und eiishrcnc Getränke jeglicher Art. Mett-, cdcr- und Bkutwurst, Hammelkotelet? ten ur.d SHseuubratm, Köchinnen und MeinniZdchea, soniie Taback in Form' von Cigarren und kleinen Packcten zunr Gcbranch für hie Pfeife. Der Unterofsicicr Müller, IV liebte aüßcrdem feine Füsiliere, liebte sie wie eine ÄWer, die ihre Kinder züchtigt und sie doch mit allerlei Schmeichelua belegt. Die SchmelchclnazncndcsUnterolficicrsMüls ler IV freilich waren etwas sonderbarer Art, meist loologischc? Natur und eine Art von Barometer, bei dem die Fnsi: liere sofort erkennen könnten, in welcher Art von GemüthSoerfasZung sich der gestrenge HerrUntcroffttier befand. Rannte er sie beim Antreten des Morgens ein fach Esel, Kameele, oder Nhiuierosse oder Trampelthier. so zeigte der Barometer auf schoueS Wetter, steigert sich aber die Andere zmn Uindskameel Kalbödromedar ode? Schweinehund, 'ss stand veränderlich- rm Kleder; Sturm aber bedeutete es, wenn Ux Unterofsicier Müller IV die Astrsnomie mit der Zoologie verband, wenn es Himknclhunde, Mondkälber und Blitzviehcher regnete. Wehe dem Füsilier alteren Jahrganges, der dann auch nur einen Ächtet Zoll aus der Richtung stand, ehe dem Rekruten, der seine Finger nicht vorschriftsmäßig an der Hosennaht hatte ode? dessen Knöpfe nicht den tadel losesten Glanz auswiesen ; über ihrem Haupte entluden sich dann ungeahnte astrsnomisch-zoologischen Bezeichnungen, ihnen öffnete sich eine Perspektive von unzZhlkzen Tagen Mitttel- und schweren Arrestes, vermischt mit elegischen Klagen über daS nicht mehr Erlaubtsein von ltrummschließen, Lattenliegen, Spießruthen und spanischem Bock. Ja, wer den Unterofsicier Müller IV. m dem Augenblicke gesehen und gehört hätte, und hätte dann Abends den War ten deß Kriegers in der Küche beim Herrn Silbersiein gelauscht, der hatte nimmermehr geglaubt, daß eS derselbe Mensch fei, und doch war er es. Er führte eine Art von Doppeleristenz, dieser in zweifarbiges Tuch geklebte Paris der Küche und Esliban dcö Erercierplatzes. . Ja, er verglich sei Leben sogar mit dem zweifarbigen Tuche seine? Uniform. Das ötoch der Aufschlage, das ist die Liebe, also die stäche, und das Blau der Kommiß, als der Erercierplatz, die Kaserne. Was aber dett wackeren Kneger son derbarer Weise mit höchstem Stolz und Genugthuung erfüllte, das war sei Siame. Wir sagen, sonderbarer Weise, denn die meisten Leute, die Schulze, Lehmonn. Meyer, Fischer oder Müller hei, ßen, sind darüber durchaus nicht erfreut, ka fcder Mensch gerne einen ?iamen für sich allein hat und Schulze, Lehmann, Meyer, Fischer ode? Müller GattnngsNamen sind, die selbst durch die ausgefüllensten Vornamen sehr, sehr schwer 'Tinzelnamen werden und immer ein sUekliobegriff bleiben, der Schrecken der Vrieftager, und auch derjenigen mit ebige?; Namen behafteten jungen Mäd-,, chen, die Ich sie Augenblkcke lüde? Zeitung als gcöorenf verlobt, vcrheirathe entbunden und gestorben erblicken, ohne es zn fein. Der Unteroffizier Müller I V. aber war stolz -,,auf seinen Namen oder besser gesagt auf die IV. Außer ihm waren noch drei Muller in der Com'pagnie, Müller I, II und III, zwei Unteroffiziere und ein Feldwebel, aber die waren eben die misera pled der Müller, die Masse, an deren Spitze er stand als Müller I V, und darum ar er auf die IV stolz und mit ihr auf seinen Namen. irc$deni er nur Müller war. In der Eompagnle waren freilich noch mehrere Müller, aber die Kerle zählten überhaupt nicht mit, und. vor Allem nicht die Frei willigen, die so wie so ja nur halbe Solda ten sind. . Warum aber stand der Unterofsicier Müller IV. am Sonntag Nachmittag um 5 Uhr vor dem Hause dcö Banquier Silöerstein und äußerte in tiefster ErreJung jenes Wort, mit welcheu; wir ansingen, nämlich: Himmcldonnerwetterkrcuzbombenclement i Warum? Das Warnm wußte der Herr Unkcrofficier Müller , IV. wohl, eöer das Wie, das wußte er nicht, das wußten nur die drei Füsiliere seiner Korporalschast, die eben militärisch grüßend SN ihm vorbeigingen und dabei vorschriftsmäßig Jugen recht? machten und die Hand an die Hosennaht legten. Der Unterofsicier Müller IV.. oer sie trotz seiner Wuth aufmerksam gemnsttrt. hatte trotz deS besten oder bösesten Willens nichts vorschriftswidriges an ibnen entdecken können. , Freilich, das Grienen sah er t.icht, als sie ihm den Kücken gewendet, er hätte ihnen auch sonst schon heimgezeigt. Warum aber grienten die drei? Auf dem Erercierplatz hatten sie sicherlich gestern nicht gelacht, und der Unterofsicier Müller IV. hatte ,, ihnen auch keine Veranlassung gegeben, seiner Wenigkeit ' mit einem freundlichen kacheln zu gedenken, denn der , hatte sie jeden eine Stundelang mit gepackten Affen jTornlster) mit 3 Sandsäcken darin strascrercieren, lassen, bis ihnen allen , Drei grün und blau vor den Augen wurde. Abends aber in der Kaserne, da faßten jene drei Bösemichter ans Anstif- ' Jen dcö Füsilier Müller I. einen furchtcaren Nacheplan einen Nacheplan gegen die Mutter der Korporalfchaft., den Unterofsicier Müller IV. und den Rache1 plan hatten sie ausgeführt. , ' ,' ;' Der Füsilier Müller 7. hatte seit lZn, . gerer Zeit das zweifelbafte Glück genosfen, der Bursche des Unterofsicier Mül ler IV. zu sän,' eine Stellung, die weit davon entfernt war, dem Inhaber An nehmlichkeiten zu gewähren. Je oerlicbter nämlich der Unterofsicier Müller IV. war, je sröber wurde er in der.Ka-

ferne gegen die Hm 'unterstellten Mannschafren, es war als ob er jeden in der stüche geseufztcn Engel im Dienste durch slnen SÄafskopf oder Hlnlme!hund oder sonstige kleine Schmeichelei., ausgleichen wollte, und er war sehr verliebt in der letzten Zeit, der Herr Unterofsicier Müller IV. Niemand hatte mehr darunter ;u leiden als sein Bursche, drc Füsilier Müller I. Aber selbst der Wurm krämmt sich, wenn er getreten wird, also auch ein Füsilier, und die Stunde Strafercrciercn mit gepacktem Affen hatte das Mas; vollgemacht, war oer letzte Tropfen, der es zum Uebeilaufcv brachte. , Der Füsilier Müller I. harte wie jeder richtige Füsilier, maiz er Müller, Lehmanu, Meyer oder Fische? heißen, seine Köchin, die ihm, da er nichts zuzusetzen, hatte, gelegentlich etwas zusteckte, Und die auf den Namen Amanda horte, trotzdem sie der Füsilier Müller 'I. gewöhnlich Smudjc" nannte, ein Schmeichel wsrt, das sie sich von jedem Anderen als vem Füsilier Müller I. aber auf daS Be stimmteste verbat. Amanda Soctbeer aber dienre im Nebenhause vom Banquier Silberstein, und da die Küchen der bei Kn Häuser auf denselben Lichthof män beten, so kam es häufig ?, daß der Füsilier Müller I. plötzlich inmitten eines zärtlichen t?t,s--t.w, f bald der Unterofsicier Müll:r IV. am gegenüberliegenden Fenster erschien, aufstehen, die Hand an die Hosennaht lege und militärisch Wüßett mußte sehr zuH Aerger von Amanda Soetieer, genannt iB!. . Die Köchin beim Banquier Silberstcin, eine schon etwas bejahrte Person, die immer mit ihrem Sparkassenbuch über 1500 M. dicke tbat, erfreute sich überHaupt nicht der besondere Freundschaft Amanda Soetbcer's. für die 'sie zu Ldep?teto war, wie sich Amanda ausdrückte. Banquiers Riekc, wie sie in der Nachbarfchaft hieß, oder Fricderikc Wilhclmine Dorothea Kniffler, wie sie sich selbst nannte, war nämlich eine kleine Scheinheilige, die vor der Herrschaft zeden .männlichen Anhang" ableugnete, be!

der bloßen Erwähnung eines Liebhabers roth wurde, die aber doch, wenn die Herrschaft aus war, den'Unterossicier Müller IV. in der Küche empfing, wo er der Frau Silberstciu's Kalbsbraten aß und des Herrn Silbcrstein'S Cigarren rauchte. Wenn wir sagen, daß Fräulein Friederite ZJilhclmttie Dorothea Knisslcr eine kleine Scheinheilige war, so ist das nicht wörtlich zu nehmen, sie war nämlich durchaus nicht klein, sie war sogar groß, sehr groß, und dick, sehr dick, sie war mit einen': Wort der Küchendragoner älteren Jahrganges, wie er im Buch? steht. Ihre Liebhaber mußte reelle Absichten haben, sonst war c$ kichts mit ihr, unto: oer Nnterollttlc? Müller IV. hatte d reellsten Absichten, nicht nur auf den Kalbsbraten und die Eigarren des Ban? qniers Silberstein, min, auch auf das Sparkassenbuch nul den 1S00 Mark und denen Inhaberin. ArS nach Werhuach ten wollte Fricderike Wilhelmine Dorothea Kmssler lhr fußes GehermulV noch bewÄhren. da der Herr Banauker Sllöcr stein m Betreff der Moral feiner Dienstboten etwas sehr kitzlich war. mit seiner eiacncn nahm er cS freilick nicht'fo genau, und die votzettige Enidecküttg deS' mannIlchen AnhangeS berecoiitraduch itreng verboten war. aur den Uvkthnachtcn Ein siuß haben könnte, dann aber wollte sie kündigen, und dann sollte so zwischen Weihnachten und Ostern die Hochzeit zwischen ihr und dem Unterofsicier Müller IV, stattfinden, aber L'hornrne propo: et U ciiable cisposc. Diesmal sreilich war es nicht der Teufel, sondern der Füsilier Müller I., aber teuflisch war eü darui? niZ destoweiliaer. si.ojiuauaio üciiö nach dem OtraT'erercieren hztte der Füsilier Müller I. t,ke Kaserne, freilich ohne Urlaub, aber auch unbemerkt, verlassen, und hattk mit lmanda oetbeer eine lange Unterrcdnnc; gehabt, bereu Fokae an: nächsten Morgen schon ein Brief an .den Füsilier Müller I., 4. Compaanie, Soldaten bricf" war. In dem Briefe stand weiter nichts als: ie juid heute Abend alle zu öause. Umanda. Der Unterofsicier Müller IV. aber er ln'clt zur selben Zelt gleichfalls einen Brief, dessenInhalt ihm ebenso lakonisch anzeigte: Sie sind heute Nachmittag Alle aus. rledcrlke.- trotzdem du beiden Briefe gerade das Gegentheil be sagten, war die Handschrift .in beiden offenbar dieselbe. Da aber der Unterostlucr Müller IV. den Füsilier Mül ler I. nicht zu seinem Vertrauten machte und llzm seilte liorrcipoiiöcm nicht zeigte. so mackite das nichts. Aber gesehen hatte der Füsilier Müller I.. daß der Untereknier dm' Brief erhalten Iiatte. unr dann, dann hatte er gelacht, so höhnisch' gelacht, wie überhaupt nur Fanliere lachen tonnen, denn die und zwar nur klein, aber irotlg. 1 Schon am Abend vorher hatte Mül ler I. mit den ünlieren Lehmann und Müller, II. den Kopf zilsammengesteckt t u . r :. , tiD elsrig gc ntxt; lehmann, , uno Müller II. waren gerade keine Lieblinge deS Unteroffiziers Mäller I V. und heaten bnrchaus keine "frommen Wünsche für lein Woyleraehen, nein, der Herr Unter ofsizier hatte bei ihnen für allerlei kleine Liebenswürdigkeiten, wie man sagt, einen Schinken im Salz' und das einen ae.4 7,n jit 3 'irr.v . i n f 5 ; ' , !, 1 r f i l Pl( ; yorigen. , - ,, , , 1 Um 3' Uhr verließen der Füsilier Mül ler 1 Lehmann und Müller II die Ka ferne und scZiluaen den Weg nach der Ul menstraße, w der Banquier Silberstein wohnte, cm. , An der Ecke der Ferdinand straße machten sie Halt, und faßten vorlausig, m emer Lütt und Lutt Wirthschaft,' von deren Fenstern man die Thüre oeö Wilberzteinschen Hauses jehen konnte. Posto, d. h. nur zwei, der Füsilier Müller I ging in stranlme'l' militärischer Haltnna gerade auf das Silbersteinsche Haus ;u. und lrat, nicht etwa durch die Thüre für die Dicnübcten, nein, durch , die Hauptthüie ein, ging die Bordcrtreppe hinauf und! klingelte ! an der Vorderthür init dem blanken Nsckelfchilde, auf dem in ?chi?ar;en ' Buchstaben prangte: M Silberstein. Das Kleinmädchen Dörte ölsaete. Wcn wünschen Sie zu sprechcn?,"HA;HA Die Köchin Fricderike Wilhelmine Dorothee Knifsler.' .Jeht ich ; es ist Mittag Gesellschaft die is in die Küche beschäftigt."

3 mir einerlei, ich mutz ihr spre

chen." Es Zcht nicht" uns damit schlug w crn.-. ff t ot?,.. C.-UUC vcui nuuicv jytuuci x yic ,yuic vor der Nase zu. Dieser aber wartete einige Sekunden und klingelte wieder, klingelte so stark, daß der Hausherr vom Tische aufsprang und hinauseilte uuo erstaunt den Soldaten fragte: Herr, waZ ' r l tr .-L. . m Bmizen ?ie uno wer xino ie k" .Ich bin der Füsilier Müller I. und wünsche die KochlnZFriederike Wilhemine Dorothee Kiuftler zu sprechen. rm . .-. anerne avmm ui cciqafrmi uno m or?:t iibcrö;a2t leine SBduxht . x-vt. w : j t r rr- . i'ta, eriiu nity, avev ciui geven ie 191 das von mich, dem Füsilier Müller I., und ehe noch der erstaunte Banquie? Silberstein etwas erwidern könnte, druckte :r ihm ein Pfefferkuchenherz in die Hand, zuf dem in großer Schrift prangte: .Für meinen Schatz", und eilte die rexpe hinunter. Der erstaunte Hausherr sagte nichs. garnichts, nur seiner Frau flüsterte er etwas zu beim Eintritt in das Eßzimmer. B der ersten paßlichen Gelegenheit ver ließ Frau Silberstcin den Tisch und trstzdem die Unterredung rn der Küche mit giupftetz Stimme geführt wurde,, gb es doch zwischen' ihr und Friederik Wuvemine Dorothee öcnufler, wie Aman da Scctbcer, welche die Andere vom Küchenfenster vis-lV-vis beobachtete, bemerkte einen ständigen Krach. Ja, eS krnchte nch. als zum zweiten Male geklingelt wurde. Frau Banquier isilberjtein, die eben auS, deß Küche! über den Flur nach vsrne ging, öffnete diesmal die Thür. Et Soldat aruzzte m strammer militarifcher Haltung, in der linken Hand aber hielt er ein großes Pfefferkuchenherz, mtt dem er sozusagen Honneurs machte. bc wunsÄen? Ich bin der Füsilier Müller II und wünsche die Köchin Friederike Wilhelmine Dorothee KnisZler zu sprechen. Ist bezchafttgt und empfangt überhaupt keine Besuche, am wenigsten von Saldoten. Sind Sie ihr Bruder oder sonstiger VVIMIUIlVIli 5 ' Nee, aber ihr zukünftiger Kollege bei's tandesamt, ihr Schatz. ', ' : Frau Banquier Silberstein. schlug die Thüre zu, aber nicht schnell genug, daß der Füsilier Müller II. nicht Gelegen:U gesunden hatte, vaS Pfefferkuchenhen urch die Spalte m werfen, dann eilte c' km Lauffchrittdie Treppe hinab. Fncdenke: Madame! erscholl cS aus der'Küche, und zu gleicher Zeit erschien das rothe Geffcht der Jungfrau Fnederike Wilhel mine Dorothee Kniffler im 5!ahmen der Dlchenthure. Da, das it für toie, nc, ne Person Sie, aber warien Sie ur, wir sprechen uns noch heute Abend. lvnedenke WtlhelMlneDorstöec Knistler starrte sprachlos das Pfefferkuchenherz ttt und wollte re?cn, aber zum ersten Male l chrem Leben mangelten lhr d:e Worte, und doch hatte man sie Person genannt; , sie rang nach Fassung und stau; melke endlich mühsam: Des is uich vöi mich!" nnd dabei gab sie dem Pfesse?, m tt ji . r. . rurycnycrz einen voio mir oem iz, baß es zn DSrte, dem kleinmädchen, hlNflog.,,,,,, ,,:;. ,7 v!i ' rü;.-.. .. , . . ,ü,,.' Iv'ii: ' Via, mcencn toie etwa, 0M ez voe mich iö? . Wer weitt? ; 5 n.ii-:" ü i, ,.',!! II '!!i'-,i ,T.r '",ttv wi'."!!!! ' ' il''!:; Wer weiß, das wagen Sie zu sagen zn der Zweiö in ernem Nachnllttag kom. men, Sie alte MllltärschachtelSie KomMiVbomve. Militärschachtel. Kommißbombe; und das von einem Kleinmädchen, ihr, , der Köchin Frlederike Wilhelmine Dorothee Knisfler, das war, zu viel ; wüthend stürzte sie auf Borte zu, die' sie kampsberett erwartete. ' : Frau Banquier Silberstein wollte sich vazwifchen stürzen, aber, sie, konnte d:: beiden erbltlerten Gegnerinnen-, die schon seit längerer Zeit einen Groll ans cinanver hatten, nicht trennen, nur nach der Küche konnte sie dieselben hinlootsen. damit die Gäste den Streit nicht hörten. Etwas aber mochten sie doch vernomm?:i haben, denn die Gesellschaft empfing si, mit einem souderdaren Lächeln. Frau Banquier Silberstein sehte sich. Aber kaum hatte sie Platz genommen, als eS wieder klingelte. Diesmal stürzt! Herr Silberstcin selber hinaus und öffnete. - ' Wieder stand ein Soldat an der Thür mit einem Pfefferkuchenherz. Kcrl, was will er?" rief der erzürnte Ha'usherr. Ich mochte gerne die Köchln Friedcri ke Wilhelmine Dorothee Knisfler sprechen. Wollen Sie wslzl so gut sein und ihr sagen, der Füsilier Müller III wäre da." , Der Herr Vanqu!:r Silberstein brauchte nicht zn antworten ; im Sturmschritt nahte die Gewünschte an? der Küche, und sehr übel wäre es dem Füsi lier Müllcrlll. der eigentlich Lehmann hieß, ! ergangen, wenn sie ihn crwisckt hätte; aber der war zu behende. Mit affenartiger Geschwindigkeit warf er der Jungfrau Fricderike Wilhelmine Doröthce Knissler. das Pfefferkuchenherz zn und entfloh, entfloh ohne rückwärts zu schauen. Im Korriöor aber, stand Friederike Wilhelmine Dorothee Knisfler und schluchzte vor Wuth, schluchzte so laut, daß alle Gäste bestürzt aufsprangen und herauseilten. , Frau Banquier Silberstein aber .kündigte ihr sofort den , Dienst, denn eine Person, die an einem Nachmittage drei ' Füsiliere , Mütter I., II. und III. besuchten, die brauchte und wollte sie nicht im Hause behalten, und wer weiL, wie viele noch kommen wurden. Schweiqeiid. düster.unheilbiütend hatte- Friederilc Wilhelmine Dorothee Knisslcr,, die Kündigung angenommen. mit dem Weihnachten war eS Essig, der war hin,, aber ilir Untcrcnicicr, lhi Mülle? IV., der sollte sie 1 rächen, der war nicht so dn:nm, Sonntags, wenn die Herrschasi, zu , Hause ist. zukommen. Zoch immer starrte sie aus das Pfeffer knchenlicr? das Geschenk des Füsilier Müller 1 , noch - immer standen die Gäste auf vem Korridor, als Törte, daS Klelnmachden, mit einem lauten Auf, ichrci auZ der Küche nach vorn eilte. Es is allwcdder cener da, dies Mal is er die Hintertreppe rufjekommen, die Person; dabei wies sie auf Fricderike Wilhelmine Dorothee Kniffler, is wohl recn des DeubelSl Als wedder eener, und in der Küche !

"We eineHurie stürzte die Köchin dorthin, gefolgt von allen Gästen, die in einem Chor dem Hausherrn zuriefen, den Kerl sofort arretiren zu lassen. ,1 Wen aber erblicktenNiekeMd dieGäste inZcr Küche Einen Unterofsicier ,m-t, einem mächtigen Blumenbouquet, der lächelnd mit ausgebreiteten Aruien auf Fricherike Wilhelmine Dorothee Kniffler zueilte und ihr zurief : Da bin ich Schnuteken, schnell einen Kuß und denn in das Futtern. Weiter kam er nicht, er erblickte den Banquier Silberstein, Frau Silberstein, die Gäste, und dann dann erblickte er gar nichts mehr, denn Friederike Wilhelmine Dorothee Kniffler hatte ihm das Douquct entrissen! und schlug unbarmherzig auf ihn los; schlug nicht nur, sondern krähte und schrie mit lauter kreijchendet Stimme: Hinaus mit Dir, hinaus, mit Ihnen habe ich nichts mehr zu schaffen, Sie metallknöpsiges Ungeheuer." .Das is ibrer", raunte Derte, das Kleinmädchen, der Frau Silberstein zu, den kenne ich. 1

Wer sind Sie, was wollen Sie hier, zum Donnerwetter, Herr?" rief der aufaebrächte,!-Hausberr. sobald Friederike Wilhelmine Dorothee Knisfler für ,ein'enNbmeIt''!uufhLrte, um Athem zu schöpfen. Ich bin der Unterofsicier. Müller J'V.l ergänzten lautlachend die Gäste, und wünsche die, Köchin Friedenke Wilhelmine Dorothee Knisfler zu sprechen. Sprachlos, stumm mit onenem Munde horte der Unterofsicier Müller IV. Vit vielstimmige Rede an. Das ama noch über die Keile, die ihm seine Angebetete znertheilt, so etwas war ihm schon va sirt bei seinen früheren Verhältnissen, freilich nicht so aus der Luft gegriffenen Thätlichkeiten, aber immerhin doch Handgrciflicher Demonstrationen, auch aus der Küche war der Unterofsicier Müller IV. in seiner langen Karriere schon auf alle möglichen Weisen herausbefördert, aber baß eine Gesellschaft von Personen, Herren und Damen, ' im Chöre feinen Namen nannten, im Chöre ihm zuriefen, was er sagen wollte, nämlich, daß er die Köchin Frlederike Wilhelmine Dorothee K.'izflcr sprechen wollte, das gmg ihm über die Hutschnur, das konnte er nkch verstehen. Eines aber verstand er, daß es ans. für immer aus war zwischen ihm und sei Mnairau Friederike' Wilhelmine Doro lyee juuicr uno gvcni vparia)cnoua) t,. V rir-i'" .ist ' it. :" rfjfv ' i'I' (.-. t x. über 1500 M.. und außerdem verstand nnd sah der Unterolneier Muller IV. tirii daß es am besten sei, sich so schnell - .. .i? t , r j . j t t ais,; uioaiiaj zn enisernen, nom cn? rnc Jungfrau Fricderike wieder Athem gesoptt. Eilig stürzte er nach der hur, eilig schloß er dieselbe, gerade schnell genuq, um dem Eimer Schüsselwasser zu entgehen, den ihm die Jungfrau Friederike Wilhelmine Dorothee Knisfler nach: goß. Unten vor dem Hause aber bktct er stehen, 'trocknete die Schüsselwassertropfen von der , Uniform, dachte an du leider auf Nimmerwiedersehen entschwün denen 1500 Mark, an den Kalbsbraten und die Eigarren, und sagte gerade tn dem Augenblicke, als die drei' Füsilier Müller I.. Lehmann nnd Möller II; mk Zitärisch grüßend mit der anW Cei H 0 senna t h a n i hm vorübergingen . jenes Wort, das wir zu Anfang erwähnten:, , j. - M i, - ä ' ä i,:lm:isottnerwcuer5reuzvou'.Lineie' neu!!' - r :i.W, -Sioflliti. Die Italjcncr haben aus dc? framö fischen ?!ationalbibliothck RosfimZ Eor respondcnz mit der Ncaicruna, Louis PhlllppZ hcrausqeh?ben., Drcielbe wird bmucn Kur;cm aklcntjch ' cxjchclncn und die Italiener werden der Welt zu wissen thun, , wie schlecht cS eine Zeit lang RoistNt m Pans ergangen sct. ls wird nun. in PariS, qcwlncrmaßcn, um den italicttlschcn Vorwürfen von vornherein zn begegnen., ein Brief von IVlr ? ' k " " t ä ' 'iif w ' jr 'jfoiniu vcronenllkcht, ans welchem ycrvorgeht, daß Rossini ,schr daran hielt. m Paris bleiben zu können. Der Brief lautet: , 10. April , 1820. ,, Hccr Graf bc la Nochesoucauld! Die Bcr traasklauscln. welche Sie die Güte bat ten, ! mir mitzutheilen, stimmen mit jenen nicht überein. welche ich dem Mi Nistermm des k. HanseS unterbreitete. Ich schicke Ihnen daher eine neue Ab schrist, und ich 'Wunsche und ich ver lange, daß danach mein Bcrtrag abgcfaßt werde.. Dabei leitet , mich das Jnterene, ,wle te ,vcrlnuthcn können. ls sind mir wiederholt, viel vortlicu hastcre Bedingungen ' " von Englands Deutschland, 1 Rußland und Italien gemacht worden; ich habe sie aber nkic lehnt. Meine musikalische) Laufbahn ist in jeder Bcziehuug genug rjcit gediehen, als daß ich sie verlängern niüßle. und nichts würde mich hindern, in mei nem' Baterlande 'der süßen -Rübe zu pflegen. ;; : Ich bitte , Sie , aber, Herr Gras, darüber zu wachen, dan die An gelegenheit nicht in die Länge gezogen werde; man ljat schon zwei Monate verloren, und zögerte man weiter,' den end giltigen Bertrag zu unterzeichnen,' wäre es uninöglich. Wilhelm Seil", im Friihlalirc zu geben, wie Sie es wünschen. G.ioachimo Rossinis ZvünfIahre dauerte es, bis NösjiNl, in seine Rechte kam. Während dieser Zeit ging es ihm so schlecht, , daß er in einer Mansarde des Boulevard des Italiens wohnte. Dom Pedro, der ihn besuchte,, mußte sich einer Leiter bedienen, 1 um 1 zu ihm zu aelan gen. Rossini, versuchte sein Glück manchmal an , der Börse. ' Man hielt ihn für geldgierig. In Italien pasfirte ihm folgendes Geschichtchen." '(?s war damals die Etikette, : dem Souve rän, desst'n Huld man empfinq. ein Gc schenk zu schickend Rossini hatte nun elnen alten Schimmel, welcher im Stalle sein müdes Leben verschlummerte. und diesen schickte er als Präsent. Dlmi be trachtete man das , aber bei Hofe , als einen pan von zweifelhaftem Gc schmack. Und als Rossini davon erfuhr, kehrte er wieder nach Frankreich zurück. um dort bis an sein Lebensende zu bleiben. , , 3ctt ! st Geld. Kem Wun. der daher, daß solche Leute, die mit der Jil Lcyrll, liumer retly werden.

Der hatt? und dke Heuschrecke

Von Friedrich Mclster. Es war, einmal? ein Chalif. der sich 7str lfeiuebeMeM Geschichten erzählen ließ, was' bekanntlich eine Liebhaberei vieler Chalifen gewesen fein soll. Et widmete diesem Vergnügen seine ganzl Zeit, konnte aber dennoch niemals sc recht voll und satt daran werden. Die Höflinge qaven sichdle erdcmllchste Mu?j ! , t . ... ; , Jt. ? ye iyn zusricoen zu ireuen, zeoo? ver gebens. Je mehr er hörte, desto mehr wollte er hören. Endlich ließ er im ganzen Lande verkünden, daß der Mann, der ihm eine immerwährende Geschichte zu erzählen wüßte, die Prinzessin, sein kwzjge Tochter zumWegemahl undda u sein ganzes Reich als urve erhalten olle; unterstände sich jedoch Eintr, ihm mit einer Geschichte zu kommen, die doch einmal alle würde, so solle er ohnc Gnade und Barmherziigkeit um einen Kops kürzer gemacht werden. klne schone Prlnunln und ein gro ßes Chalifenrnch ist ein Preis, der nicht zu verachten ist. Cs meldeten sich da her gar viele Candidatcn, die zum Theil , .j. . rr . ji ... . . r:).ci!ii. aucy ganz ericyreai zung vscillen zu erzählen wußten, s Einige-wahrten eine Wock)e, andere einen Monat, noch andere sechs Monate. Man kann m leicht denken, daß die armen Teufel ihrk Erzählungen so lanq als nur lrgenl möglich ausspannten, hinzerrtcn und reckien. aber alle Bemühungen waren umsonst; früher,,, oder .später mußten sie doch zum Schluß kommen, und sr verfiel Einer nach dem Andern dem Beile, des Henkers. Endlich meldete ncy em Äcann, wel cher behauptete, dem Chalifen eine Ge schlchte erÄhlen zu können, m memau zu Ende ginge, wenn Seine MajeW nur die Gnade haben wolle, den Bersuch mlt ihm zu machen. Man hielt ihm das Gcsäkrliche cmtt Unterfangens vor; man sagte ihm, wu viele brave Äcänner bereits den Vcrsuck gewagt, denselben jedoch ausnahmslol mit ihren Köpfen bezahlt hätten. D nremdllnq aber uennch nlcht im acrmg ften einschüchtern, fondern begehrte, pm den Chalifen' gebracht zu Werder. E, erwies sich als ein Mann von höchst higem kaltblütigem und methodischen Wesen, und nachdem alles Rothwendigi vereinbart und festgestellt war du Quantität und Qualität der ihm zu ab währenden Beköstigung, einschließlich de, Getränke, we Dauer der Nuyepauscn. der Schlafzcit nnd was sonst noch zu bei Lebens Nothdurft gehört begann ci fölgendennMn seme Geschichte: Erhabener Beherrscher der Glaubv gen! Mögen deine Tage zahlreich sein. wmder Sand am Meere! Es lebte einst ein Könia, deuen Tw rannet und Habsucht ihres Gleicher nicht fanden. Sein Reichthum wai unermeßlich, aber um lhn noch zu ver mehren, lies; er alles Getreide zn seinem ganzen Reiche in einen Speicher schassen. r J , '...1.. .... der so aron uno o oo war wie uw Berg und den er eigens zu diesem ms von seinen Werkleuten ? hatte erbauen '!NMm ÄSMI 1 Viele' Jabreymdurch übte ' er''dltter. Raub ' an seinen armen Unterthaner aus, bis der Speicher gefüllt war bis unter das höchste Dach. Darauf ließ er Thüren, und , Fensier vermauern, fc daß der Speicher allenthalben dicht' im ' . r sicher verscylonen war. Durch den Willen Gottes aber nnd aus Versehen hatten die Wcrkleuke aani oben unter dem Dach ein winziges und umnerkliches Loch gelassen. Und es cß fchah. daß ein Schwärm Heuschrecken herbeikam; dik witterten das noxn m Speicher nnd hätten gern davon gesres fen; die Qesjnung unter dem Dach aber . . . . war so nein, das; immer nur eine ein iclnc Heuschrecke hinei'uschlüpsen konnte. ES kroch also eine Heuschrecke in da! Loch hinein und schleppte ein Getreidelorn heraus: danach kam eine andere Heuschrecke und schleppte noch ein Störn ort: danach kam wieder eine Pcuschreae nnd schleppte noch ein Korn fort; danach kam wieder eine Heuschrecke iurt schleppte . noch ein Korn fort ; danach kam weider ..eine ,, Henschrecke , und schle ppt, i. r I. V . jf. .j.:.;. nocy nu Moui son; ,ounacu.iuui lutiuci tincHeu schrecke undschlcpptenocheinKorr sort; danach kam wieder eine Heuschreckl Und schleppte noch cm Korn fort.'. . . 1 Auf diese Weise erzählte er vom Morgen bis in die Nacht die Mahlzeiter und die anderen fcstgeschteu Pausen unl Unterbrechungen ausgenommen nn gcführ einen Monat taug. Dann bei wurde, dc? Ehalif. der im Grunde ein sehr , geduldiger Ehalif war. der vieler Heuschrecken überdrüssig. Er fiel daher öem Erzähler ,n S Wort und jagte: Hore nreund. von den Heuschrecken hätten wir eigentlich nun genug gehabt: wir wollen also annehmen, daß sie sich so viel' Getreidekörner geholt haben, a!Z sie brauchten, und Du kannst uns nun rriählcn, was dann weiter ge schal)'. , s ' Darauf antwortete der Erzähler ,mi tiefer Bernemuna: , , , Erhabener Beherrscher der Gläubi gen! , Möge Dein Bart , länger werden. als diese meine wahrhaste , Geschichte. Es ist, mir unmöglich. Dir zn erzählen. was weiter geschah, ehe ich nicht berichte: habe, was zuvor geschehen ist!", Damit suhr er fort: Danach Zaw wieder eine Heuschrecke ' und , schleppn noch ein Korn fort; , danach kam wiedei eine Hiuschrccke und schleppte noch cn Korn fort; danach kam wieder eine Heu schrecke und schleppte noch ein Korn oru'7 Der ,, Ehalif lauschte der Erzählunc mit , unermüdlicher Geduld noch ganzc sechs Monate länger, dann aber unter brach er den. Mann aus's Neue. ' 1 I O Freund!" rief er, ient bin ich Dcener Heuschrecken wahrlich müde: Wann meinst Du eigentlich, daß sie mit dem Korn sertlq sein werden? Der Mann erwiderte: Licht deS Weltalls, wer kann das wissen? Zu dem Zeitpunkt, auf dem ich jetzt mit meiner Geschichte angelangt m, haben die Heuschrecken erst einen kleinen 5!aum leer aemacSt. etwa emen Kudiltuk! im

Umfang; draußen vor und über dcv Speicher aber .ist die Sonne, noch ver finster! von' der Menge der-Thiere.

Möge mein Herr noch Geduld haben im LaujK der Jeit werden wir ohm Zweifel' Mit ihnen zu Ende gelaw gen!- ! ' Durch diese Worte wurde der Ehali) wiQcr crmuthigt, so daß er wicderunz ein Hal r lang zuhörke, wie der Erzalz ler immer weiter berichtete: Danach kam wieder 'eine Heuschrecke und schleppn noch ein Korn fort; danach kam wieder eine Heuschrecke und schleppte noch th Korn fort; danach kam wieder emeHeu schrecke und schleppte noch ein Korn fort. , - Endlich aber vermochte der arme Eha lis es nicht mehr auszuhalten. O Mann!" ritt er.. DSr' aur! Hakt' ein! Nimm Dir meine Tochter. nimm Dir mein Reich, nimm Dir Alles. Alles. Alles, Alles! Nur lass' mick mchts mehr von Deinen Heuschrecken hören, die Gott verdammen möge!" Da hcirathete dcrGcschichtenerzähler du schonePrmzejsm und wurde vor allem Volk zum Erben des Reiches ausgerufen: Keinen aber gelüstete es, die Fortscnung der Geschichte zu vernehmen. denn er bestand darauf, daß er nicht im Stande m, auf den weiteren Verlauf derselben zu kommen, ehe er nichi mlt den, Heuschrecken semg geworde wäre. Ciu Kater und seine Folgen. Vor den Thoren des lieblichen Elbflorenz. liegt eine Sommerstadt, dustia und idyllisch, in welcher ein bekanntet Berliner Rentier , es sich um du Sommerzeit alljährlich wohl und munter sein IM.. Schiller, der Unsterbliche, war ja bereits ein Verehr?: deß reizende Blascwlk und der dort häufenden feschen Gustcl! Der Berliner Herr ist imolgl seiner regelmäßigen Wiederkehr cint bekannte Persönlichkeit dort geworden, in den letzten Jahren auch seine zu eine, bildhübschen Jungsrau herangewachsene Tochter, welche den Vater stets beglei tete. . Ueber jenen Vater nebst Tochter erzählt man sich nun folgende niedlich Geschichte: (B war kein Wunder, daß die Zungen Sachsen dies Blitzmädel vom Strand der? Spree verehrten! Wer da glaubt oder gar behauptet, daß eine Berlinerin kein Herz besitze, irrt sich gewaltig. Ju Gnstels sie hieß gerade so, wie dic Schiller sehe -Augen fand ein lrebens' würdiger Assessor Gnade; über der alt, Herr und Wittwer hielt sein ihm an'ß Herz gewachsenes Töchterlein, von dem er sich nicht trennen mochte, sin noch zu jung, um gcsreit zu werden. Die Kleine war iedoch anderer Mei nung nnd verstand, wie- man auf güi ivs,?? Irtrtthf Tlrttci nirtttitf! daß er nicht nur ja sagte, sondern mit . , .. . tr . . v . . VVtllUIIUI vll IV IV .MItnUtllvtV4t, inr; in voriger ocye nacy ViazewiS dämpfte, wo Verlobung gefeiert werden sollte, da des Assessors Mutter, cme kränkliche, Dame, an. einer, eventuellen Feier in Berlin Nicht hätte! Theil nch men können. Der Bräutigam W z-ie MipsingSajer, nnh Braut, !,?ls auf dem Dresdener Bahnhöfe, Abends ge leitete er s:e von , seiner, mütterlichen Villa iiach ihrem Dresdener Hotel. Am nächsten Tage sollte die Verlobung ne feiert werden; doch der Herr Asjefsm wollte es sich nicht nehmen lassen du Vorfeier jenes Ereignisses im Kreise guter Freunde bei schäumendem Eektt durch zahlreiche Libationen festlich zu begehen, so festlich, dak bereits der Morgen tagte," als die höchst animirU Gesellzchast sich trennte. . 'Der Mittag des Verlobuuqstagc rückte heran. Gustchen wurde sehr unruhig, dcnwder Geliebte fehlte, um sie, wie verabredet, nach Blasewitz zu . plen. i Das Gesicht des alten Herrn wurde immer länger. Endlich, des Wartens , müde, eilten sie nach Blasewitz. Tort fand er den Schmiege?, söhn, aber wie In einem Zustande, den man mit dem Namen des bekann ten viersüßigen Vkäufefeindes msscuZiui ensris zn bezeichnen pflegt. Und d:cs am Berlobungstage ! Einem solchen Karerfreunde wollte der Alte die Zn kunft seines, Kindes um keinen Preis anvertrauen. Alle Vorstellungen waren vergebens. Umsonst betheuerte der ehemalige Schwiegersohn in sp?, daß es niemals mehr , vorkommen sollte. ie verlißcn die Villa., Gustchen aber hatte vorher ungesehen . Mit dem Gc liebten einige vcrstäni.inniae Worte nc wechselt, nnö scheinbar resignirt folgte sie dem Vater. .. Ehe sie zum Bahnh'ofk gingen, hatte, der Alte ,das Bedürfnis einer ,Ctärkung.'' er, und seine, Tochter betraten ein RestanrSnt, und die Letztere war von einer solchen Munterkeit. als ob es in der Welt überhaupt keinen Bräutigam gäbe., Auch der Alte würd: fidel, und Beide , poculirten, ,,, dan e so eine ,Art hatte. Das ,! Töchterchen wurde , jcligtl Sie , fuhren dann zum Bahnhofe, , Gustchen setzte sich in einen Winkel uud schlief die Folgen , de Weines. : Da trat, völlig reisefertig, der Ver schmähte in den Wartesaal.' Die Züge des Alten verfinsterten sich- es wurde zum Einsteigen gerufen". Gustchen schlief trotz des Baters Bitte eifrig wei ter, so daß der alte Herr, kurz entschlos fen, sie schnell in's'Nichtrauchercoupee trug. Tort saß bereits der ominöse Assessor. 11 Dem Alten bereitete die Zcu gcnschaft des wegen desselben ZustandcZ Abgewiesenen, in welchem seine Tochter sich jctzt befand, furchtbare Qualen, und er fühlte bereits eine, Art von Reue. Da plötzlich sprang Gustchen auf, umarmte ihren Vater und rief: Vergib mir. Papa, ich habe meinen Kater nur fingirt, um den feinen in Deinen Augen abzuschwächen!" Schüch lern, fragte der Assessor: Ist Ihnen in Ihrem Leben flwas noch nie pafsirt?" Der Lllte that, als wenn er diese Frage überhört habeer murmelte nur so etwas von Schwefelbande - aber die öZer lobnnA kam nun doch zu Stande.

Py antasten vom Tchlachtfelvs. Seit drei Stunden liege ich hier ins

nasien Grabe. ' Vier Tage nicht aus den Kleidern, kaum zehn Stunden ge schlafen. Die Beine fühle ich nicht mehr, der Rücken wund von der Torrn fterlast. Eben gab mir der FeldVcbel einen Tritt in Genick. Gerade Üegen." Ja. gerade liegen, wer dasnoch könnte. Oh! Wenn nur die Kugel auch für mich schon käme! Marie! Armer Schloßmann! Da liegt er neben mir. Vor einer Viertel stunde erzählte er mir noch von seinem' Wewe. Er Hostie, der Krieg wärebald aus, zu Weihnachten wäre er sichere zu Haufe, bei seinem kranken. Weibe bei seinem Söhnchen, dein drei Monate alten.... Er kannte es noch nicht. Sein Auge blitzte vor Freude. DaZ Bild wollte er mir zeigen. Er nahm es aus der Brufttasche, er hob sich em por, um es mir zu reichen, er hob sich zu hoch zu unvorsichtig hoch bums, da kracht cs .... er schrie nicht einmal mehr! Sein Vaicrstolz war sein Tod! Wie er daliegt das Bild in der Hand. Keine Weihnachten mehr lein Weib, keinen Sohn, kein Glück! Fwig aus! Doch es ist besser, bessere wor, ais icoenoig irnr Warum nickt für mick diese Kunelk Seit drei Stunden zehn Mann m mei ner Umgebung für ewig geschieden. Wie ste daliegen! , An ihrer Stellt stehen ' neue Reserven! NeueNum mern für die Alten. Nullen in diesem unseligen Getriebe. Wann kommt meine ugci: Mann Marie: Armer Schlöbmann! Au Dein Platz ist ausgefüllt! Wie Dein Ersatz, mann Dich zur Seite stößt Herz loser! Doch man wird roh und abgestumpft bei diesem Massennlord Schlöß mann!! Und warum? Warum dies Allesl Warum keine Weihnacht mehr sur Dich! Kein Weib, kein Kin warum lern Gluck mehr? Wenn ich s nur wuM! Ich würd cs leichter Ira gen. Du wußtest es auch nicht; Du verstandest, es nicht, weshalb man Dich aus Deinem Glück crincn Du kola. test einem Muß Du glaubtest wie ich) es must so sein! Es war Dein Tod! Und wukte er es. der dicke. Kugel sandte da drüben?.... Gcwik auch nicht? ir wäre sicher auch ne ber daheim, auch er aenounaen. Dick, zu. morden, mich, uns Alle. Und warum, wosür k Du weinst, Kamerad? Schäme 'ich! Dein Vorgänger war tapferer als Du! Mit Freuden cmvnna er den Tod für's Vaterland! Schwelg! Erbärmlicher!" ruft er nur, zur Antwort. Was verstehst Du vom Vaterland! Was vcrZZcM Du. Dummkopf, warum Du bier bockkt im nassen GrabenZunaer Zvant. sei still! fr.& weik mehr, als Tu! Aber der Gedanke an'S Vaterland mun Dich trösten, mus; Dich halten! Denk an Deine Mission hier. zanz Europa biiZt ans Tich herab JXfa danke Dir für den TrM: uA diesem Graben , kommt Keiner lebend,, . . ?, i :."';' ..'.. ... , , yeraus. vs gioi mir Europa oenn zafür und was.. Da lleat er Aber noch nickst todt Schrecklich! Sein starrer Blick . gänzt den abgebrochenen Satz .... er windet sich im Todeskümpfc, die Zähne nurschcii endlich, endlich n:'s vor bei! Mir ist leichter, daß er ganz todt stUnd noch immer keine Kugel für Mich, ich lebe chon am längste kner in diesem Graben Seit vier Stunderr weiß ich, daß ich da in meinem Grabe stehe M wein es und kann nicht berauS mun mich dem Sode tzxi hen!....Jch will nicht!!, Ich will nicht! Ich muß. ich springe auf! Ich stürme sort: n oen oo: ;n den Tod! O! O! Und warum? Warum, Marie? Das lieikt Menschbeit? Das hnkt Notbwendiakcit? Wenn dies dar Men to heit wirklich nothwendig, dann wehe ihr. wehe, dreimal wehe! Kampf ist nöthig, Kampf ist schön, Kampf ist menschlich. Kampf ist ein Nakurgese das starke, das Gezunde siege . Aber der iZxm ist kein Kamvr. nrr erbärmlicher Mord ist der Krieg. Ich träume wieder! Die Kugel kommt nicht aber das nieder packt mich Od. Warie! Marie! Weggerissen von Dir wie das Thier zur Schlachtbank hier bin ich todtbercit ich mutz in ick liabe keinen Willen mzhr . Alles, was die Welt dem Menschen b:e. tet, sehe ich schwinden Liebe, Glück, Lust und Freude Traum Seön. sucht ich bin ein lebendig Todter, die ganze Welt stirbt Zur mich cd. Wenn ich nicht mehr bin. dann ist j diese große, große Welt auch nicht mehr scchioKmannl Armer stainerad, was frommt Dir denn jetzt die Entdeckung Amerika's, die Electricität, die ganze schöne Welt? Schrecklich, sie stirbt, sie vcriinlt ein ricsenbaftcr Tod. wenn die aane Welt stirbt!, - Und sie stirbt mit'Jcdem, jedesmal mit Jeder starb die Welt in diesem Graben hier. Oh, , wie entsetzlich ist der Gedanke kaum zu fassen Meine Welt meine Kindheit mein Honen die Sonne - Alles nie mcbr. Ecken klick chcs Muß Gewaltsamer Mord mei s ner fsfifinen' nrnfceir 3Tiflt TOnTifl Weh! Oh! Warum Oh! weK Wa rum ussa 1 : ' Leo Karasfowilsch , I! , . - . t - "l ' ' ;-,n t ' - , i , 11 ; ' I mm er derselbe. Kerienfe gerin: D, Sie Glücklicher! Sie wer den später eine sehr reiche Erbschaft machen!" Student: So? Na. wifsea Sie was. pumpen Sie mir 100 Mail daraüshin.i?S S p ecu l ativ e Schmeiße l e i. Sie entschuldigen, mein Herr, heute ist es das siebente Mal, daß Si; Ihren Kaffee nicht bezahlen!" Öw mein Fräulein, wenn man S;fU& vergißt man Alles!"

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