Indiana Tribüne, Volume 15, Number 175, Indianapolis, Marion County, 13 March 1892 — Page 3

ff

Sergins Uanin. Neman von George S OHnst, 05. Fortsetzung und Schluß.) Fr begriff die ganze Tragweite diese 5ZathcZ und beschloß, ihn zu befolgen.' Michetin liebte ihn, wandte er sich a'n ihr Herz, so mußte sie zu ihm halJen, odschon er sie ouf'Z äußerste verletzt hatte; daß aber Frau DesVarennes ilyrer Tochter keinen Widerstand entgegensetze könne, wußte er längst. . Durch eine versiegte Gsrtenthür ge. langte er unbemerkt in ä HauZ und er reichte, ohne Aussehen zu erregen, seine WohnunJ. Er fürchtete Frau DeSva Tenne zu begegnen, beoor er noch Michrline gesehen hatte. Vor allen Din hin mußte er feine Kleider wechseln. im schniarzen Frack und weiHer Kraa::e hatte er halb Paris durchnzaw der?. AIS er sich jetzt im Spiegel" be trsÄ!?:.', erfchrack er über sein verändertks Aussehen. Sollte sogar seine Schz:: he it. sein einziger Vorzug, ihn km Stiche gelassen haben? Was sollte aus ihm werken, wenn er nicht mehr genele? Er mußte da her wie ein Komödiant, der im Begriff ist. eine Glanzrolle zu spielen, seinem Aiuhern die nöthige Sorgfalt widmen. Nur diesmal noch wollte er seiner Frau Lerführerifch erscheinen; denn rön dem Eindruck, den er jetzt auf sie hervorbrin m würde, hinz sein ganzer Erfolg ab. Als er sich endlich von seiner Unwiderstehlichkeik überzeugt hatte, begab er sich lächelnd in Michelines Zimmer. Die junge Frau war bereits aufge. stünden. Als sie SergiuZ eintreten sah. konnte sie. ihre Gemüthsbewegung nicht verber gen. Schon feit langer Seit hatte ihr Mann sie von solchen vertraulichen. Aesuchen entwohnt. Das Erscheine desGe liebten in diesem Zimmer. daS ihr so öde schien, wenn er nicht in ihrer Nahe war, verursachte ihr eine gck , ime Freude. Sie, trat ihm lächelnd entgegen und reichte ihm ihre Hand. SergiuZ zog sie zärtlich an seine Brust, küßte sie auf'S Haär -und sagte lieberoll: .Schon eufgestan,ben, Uekes Kind? habe nur sehr wenig geschlafen, nttvortete Micheline gerührt: ist) war, unruhig. Einen Theil der Nacht o;r brachte ich, um Sie zu erwarten; denn gestern trennte mir uns, ohne daß ich Ihnen gute Nacht sagen konnte, es war das erste Mal, daß dies geschah. Ich wollte Sie um Verzeihung bitten. Aber Sie sind sehr spät nach Hause zurückgekehrt Micheline! Ich bin ein Undankbar rer", unterbrach siePanln, indem er sich cn ihre Seite setzte. An mir ist es, um Nachsicht zu bitten Serzius: Ich bitte Sie! sagte die junge Frau und ergriff feine beiden HZnhe. .UlleZ, ist, .vergessen! Ich wollte Ihnen ja keinen Vorwurx machen; ich liebe Sie so sehr!Ein Freudenstrahl erhellte MlchelineZ Antlitz und Thränen füllten ihre Augen. Sic weinen?" sagte Pamn. ,A!), jetzt, wo ich sehe, wie herzensgut Sie sind, erkenneich erst, wie sehr ich gegen Sie gefehlt habe! Jetzt erst sehe ich ein, wie sehr Sie weine Ehrerbietung uns Zärtlichkeit verdienen. Ich bin Ihrer unwürdig und will niederknieen vor Ihnen und Ihnen sagen, wie sehr es wir leid ist. Ihnen so viel Kummer zugefügt zu chaben; daß eS mein einziges Bestreben sein soll, Ihnen diesen Kum wer sergessen zu machen." , sprich, sprich weiter!" rief M cheline entzuckt. Welche Freude, so süße Werte von dir zu vernehmen! Welche Wonne, dir glauben zü dürfen! Schütte M Herz aus),,. Dix .weißt, um dir zu gefallen, könnte ich' sterben, hast du Sorgen. Verdruß, so vertraue sie mir an, ich werde dich davon befreien. Wer könnte mir widerstehen, wenn t5 sich um dich handelt?" Jch habe gar mchts, Micheline." er' widerte Sergius, mit der erkünstelten Miene eines ManneS, der etwas zu verheimlichen sucht, nichts weiter, als das Bedauern. Sie vernachlässigt zu haben." Aber gehört unS nicht dieZükunft?" fuhr die junge Frau fort und warf ihrem Gatten einen zZrtlichen Blick zu. tx Fürst schüttelte .den Aopf und sagte melanchglifch: .Wer kann für die Zukunft bürgen?-Vepgstlich-uud ohne-ihn recht zu ver. stehen, aber scharf aufhorchend, näherte sich Micheline ihrem Mann: WaS sind daS für sonderbare Worte?" sagte sie. .Sind wir nicht beide jung? Stehen uns nicht noch viele glückliche Tage bevor, , roenn cu es reimt f Schmeichelnd hängte sie sich an seine Schulter. Sergius wandte sich ab. .Ach. bleibe 5er mir, flüsterte (ii und schloß ihn in ihre Arme, jetzt , bist du sii gänzlich mein eigen!" Pamn begriff, daß jetzt der Moment gekommen sei, wo er alles sagen könne. Es gelang ihm sogar, Thränen zu vergießen; er stieß seine Frau heftig, von r i 6 ... .. ;"' z)t ms oo er von einer fingen Allsregunz ergriffen wäre, und trat, an'S Fenster. Mß'cheline war sofort an seiner Seite und rief leidenschaftlich , und mit bebender Stimme: At), ich wußte es doch, daß du mir etwas verbirgst., Du bist unglücklich und bekümmert, bist vielleicht in Gefahr? O, wenn du mich' liebst, fo sage mir die Wahrheit", "., Nun ja. eS ist wahr,, ich bin in Iefahr, bin bekümmert und unglücklich! Aber hoffe nicht; daß ich dir alles anvertraue, ich müßte zu schr erröthen 1 Wenn ich aber nicht imStande sein sollte, mich aus der fürchterlichen Lage,! in die mich mein Leichtsinn meine Thorheit gestürzt hat, zu befreien,' so bleibt mir, Gott sei Dank, noch ein letzter AuSrocg, den ich betreten werde .... " , Sergius! 'Du willst dich todten!" , rief, Micheline fassungslos, als sie Parn3 verzweifelte Gevarde sah. Aber 1 Ich? Was soll alsdann auS mir werden? Um GeUeswillen. wa2 ist eZ. dsö du

wlr ntSt, sagen kannN? Und von wen: soll ich rtirff Bon. demerMLjter. fazte Ser, gius. den Köpfeakend. Bern meiner Mutter? Tut. ich gehe zu ihrl O, du brauchst 'dch n:cht zu fürchten, ich vertheidige dich: wer bich schlagen will, muß zuvor mich, treffen." Sexgius streckte ihr seine Arm int gegen und mit einem Kuß flößte er. der Heuchler, ihr. seiner Verthe:dgern,. einen Muth ein, dem nicht? zu wider stehen vermochte. Erwarte mich hier!" sagte die junge Frau. ' Sie entfernte sich durch den kleinen Salon und betrat das Rauchzimmer. Tkef. athmend und von der gehabten Aufregung fast ohnmächtig, mußte sie sich einen Augenblick erholen. Endlich war der langersehnte Tag gekommen. an dem ScrgiuS zu ihr zurückkehrt. Sie eilte weiter, und als sie die Thür der kleinen Treppe erreichte, die zu ihrer Mutter hinabführte, da hörte sie ein 'eifeS Klopfen. , Staunend öffnete 1 sie die Thür? uH prallte wit einem Schrei zurück. (sine Frau stand vor ihr, deren Gesicht ein dichter, schwarze? Schleier verhüllte. ' Als diese Frau Micheline erblickte, wollte sie zurückkveichen und entfliehen. Aber die Eifersucht der jungen Frau hinderte sie daran; die Fürstin packte sie am Arm. riß ihr den Schleier herunter und stieß, als sie erkannte, wer Z war, den Ruf aus: scanne! Frau Csyro! trat nun auf Micheline zu, streckte ihr die Hände enkgeaen änd bar flehentlich und fassungslos: Miche, Ime! Du mußt nicht glauben.. .. Ich komme, SchweiZe rief Micheline. lüge nicht! Ich weiß alles! Du bist die Ee liebte meines ManneS!" Niedergeschmettert durch diese Worte, bedeckte Ieanne ihr Antlitz mit den Han; den und stöhnte: .O, mein Gott! Deine Dreistigkeit übersteigt alle Schranken!" fuhr Micheline mlk zorn, bebender Stimme fort, sogar hier, in meinem Haufe, fast in meinen Armen suchst du ihn auf!" Ieanne richtete sich empor und rief, erröthend vor Scham und vor Schmerz: Ah! Denke ja nicht, daß eS die Liebe ist, welche mich herführt. Ilnd was denn sonst?" fragte Miche line mit souveräner Verachtung. Dle Kunde von einer unmittelbaren, unvermeidlichen Gefahr, welche SergiuS bedroht." Eine Gefahr? WsS für eine?"

Durch Herzog kompromittirt, häng. er nun gänzlich von der Gnade meinej Mannes ab, der geschworen hat, ihn zu verderben." .Dein Mann! 0, mein Gott!" rief Ieanne, er tj. sa sein Nebenbuhler. Wenn du irr. Stande wärst, mich zu Grunde zu rich, ten, würdest du e5 nicht auch thun?" " Dich?" sagte Wkcheltne mtt wildem Ungestüm, als ob ich an dich dachte! Zuerst kommt Sergius! Tu bist gekom wen. um ihn 'm warnen? sagst du. Was muß geschehen?" Er muß fliehen, ohne emeu Moment zu verlieren, ohne sich eine Minute län: ge? aufzuhalten." s'';1 ElN teltfamer Verdacht ocmachtiate sich Michelines, sie näherte sich ihrer Nebenbuhler! und hult sie fest durch ihren Blick gebannt: Er muß fliehen sMwkederholte sie, und du bietest allem Trotz, um ihn zu warnen, kümmerst diü nicht um das Unheil, das du unchtest? Du willst alfo mit ihm fliehen? Ieanne zögerte noch einen Moment. Dann aber rief sie, der legitimen Gattin schamlos und dreist entgegentretend, sie fast bedrohend: v!un ja ! Ich will eS ! Genüg denVorstillüng! Ich liebe ihn ! Mit abwehrenden Händen warf sich Micheline ihrer Nebenbuhlerin entgegen, als ob sie verhindern wollte, daß sie sich Sergius nähere. Sie war jetzt wie verwandelt, kampsbereit und wüthig: Versuche eS nur, ihn mir zu rauben!" rief sie. Ihn vir rauben?" cnkgegnete Ieanne, wie eine Wahnsinnige laut auflachend. Wem von uns beiden gehört er denn? Etwa der Frau, welche weder von seiner Liebe noch von seiner Gefahr etwas , , . . . . v . , ' , . . " V wußte, me weoer zur zein x&iua, nocy für feine Rettung etwas zu .thun ver mag? Oder bet Geliebten, die feinetwillen ihre Ehre opfert und die, um ihn zu retten, ihre Existenz auf's Spiel setzt! ' ': ; ' ' ' ; 4"'!"' Unglückselige!" entgegnete Micheline, .Du berufst dich auf deine Ehrlosigkeit, wie auf ein Recht! Welche von uns beiden hat ihn denn eigentlich der andern geraubt?- fuhr Ieanne . fort, alles ' vergessend. Scheu und Scham. Weißt du auch, daß er mich schon vor deiner Heirath liebte? Weißt du auch, daß er mich deinetwegen .. ...das heißt um deines Geldes willen, verließ? Wollen wir jetzt abwägen, wer mehr gelitten hat, ich oder du? Wollen wir zählen, wer von uns Beiden mehr Thränen vergossen hat? Und erst dann kannst du sagen, welche von uns Beiden ihn mehr geliebt hat, welcher er mehr angehört." , ' ;, Ganz verblüfft hatte Micheline diesen rasenden Ergllß angehört, dann enkgeg nete sie ungestüm: 'Ach, was liegt daran, wer von unS Beiden triumphirt, wenn sein Verderben unvermeidlich ist ! Egoisten, die wir sind! Anstatt uns um seine Liebe zu streiten, sollten wir unZ lieber um seiner Rettung willen verbündcn! , Du sagst, er müsse fliehen? Wenn er aber flieht, so bekennt er da: durch, daß er schuldig ist! Die Flucht bedeutet ein Leben der Temüthigug, ein glänz- und ruhelose? Leben in der Fremde. Und daS ist's, was dn ihm anräthst? Tu rechnest darauf, oiese elende Existenz mit ihm zu theilen! Du willst ihn ehrlos machen! Ist daZ alles, was du ersonnen hast?" , -Strahlend vor Entrüstung und Stolz und ihre niedergebeugte Nebenbuhlerin vernichtend, fuhr die legitime Gattin fort: Wie, sein (Schicksal hangt von einem Manne ad, der dich vergöttert, der alles , für dich aufopfern würde, wie

.'.., 'iM-srrr-! "ijSsss ich für SerzluZ alles aufopfern kZnnte. and du zögerst noch, dich tiefem Mann zu Fäzen zu werfen? Du hast ihm noch nicht dein Leben engeboten, um das Leben deines Geliebten zu retten? Und du behauptest, daß du ihn liebst?' .Ah stammelte Jeannt verwirrt du wünschest. d2ß :ch ihn rette, damit er die angehZrel Das ist der wehre Ausdruck deines Herzens Z riet Micheline mu zermalmen-, der Verachtung. .Nun. ich will dir zeigen, wesier. ch iähig bin. vergleiche alSdann! Wenn ich. um deine Ei'erwch: zu beschwichtigen, miö cajopfeni muß. 0 schmore ich dir. daß Serg?us nach semer Rettung frei sein Zoll uns daß ich ihn nie wiedersehen will. Micheline. die :n verklSrrer Netnhet! die Hände gen Himmel hob. schien größer und erhabener geworden zu sein. Die zitternde Ieanne blickte auf :hre Nebenbuhlerin mit verzweifelnde; Angst und siüstette erstaunt: DaS wolltest du :hun? ..Ich werde noch mehr thun!" rief die legitime Frau. ,sich vor der Rivalin ce müthigend: Eigentlich müßte ich dich hassen, aber ich kniee vor dir nieder, um dich anzuflehen. Höre mich an: thue, was ich dich bitte, und ich ver zeihe dir und will dich segnen. Zaudere nicht länger? Folge mir! Laß unS fort! eilen und "demjenigen zu Füßen sinken, den du beschimpft hast. Sein Edelmuth kann unmöglich gninzer als der unsrige se in , . . Er w ird , u ns, d je,,.. w jr,.., , unser e Lieb: opfern, nicht verweigern können, ,i . ' Vy-: . L j'il ,,; n- . (.( , ': 1 :; !-! ' seine Rache zu opfern." "PJl .; Diese ('ee (en gj tjo ijSti tjiK $ Icf I ;'ü efis weckten in Jeannes Herz Gefühle. 'die sie? längst ersterben wihnte Einen Z-'- ' Vii IT -i Augenblick war i sie ganz starr vor Erstaunen,, dann aber. hob sich ihre Brust unV'em, herzzerreißendes Gestöhn drang daraus heroo,r"' kraftlös , sank in MichesmeS Arme. roDe"Hri!eje ' erbarmungsooll entgegenstreckte. " , ..Vergib mir!" wimmerte die Unglückliche; ich bin besiegt, deine Rechte sind geheiligt, und du hast sie jetzt noch ehrwürdiger gemacht. Behalte Sergius; mit dir wird er wieder achtungswerth und glücklich werden, denn deine Liebe, wenn sie auch nicht größer als die mei nige ist, ist reiner und erhabener. 1 : Hand in Hand eilten nun die beiden in Opfermuth wetteifernden Frauen fort, um den geliebten Mann zu retten. Unterdessen labte sich der im kleinen Salon zurückgebliebene Sergius an der

Hoffnung, oie ihm Micheline eingeflößt hatte. Von den Strapazen der fchlaf losen Nacht ermüdet, von den heftigen Aufregungen, die er gehabt, erschöpft, fand er in der nun wieder erlangten Ruhe eine süße Befriedigung. Er ahnte nicht die fürchterliche Scene, welche sich einige Schritte von ihm entfernt zwischen Ieanne und Micheline abspielte. Der leidenschaftliche Heldenmuth seiner grau und die resignirte Entsagung seiner G liebten blieben ihm unbekannt. Die Zeit verging. ES war schon mindestens eine Stunde her, feit ihn Micheline verlassen hatte, um zu ihrer Mutter tu eilen, und SeraiuS fand. daß diese Unterredung fürchterlich lange dauere, elS ihn plötzlich nahendeSchritle aufschreckten. Es kam jemand durch die Gallerie. In der Meinung. eS fei Micheline, öffnete er die Thur, um ihr entgegen zu gehen. Enttäuscht, unnulllg und erschrocken prallte er zurück, als er Pierre vor sich sah. ' Seit' der schrecklichen Scene in Nizza standen sich die beiden Männer jegt zum erstenmal allein, gegenüber. Der Fürst suchte , gute Miene zum bösen iplct zu ? macyen; er. vot.oem ernsten und festen Blick DelarueS die Stirn und rief, indem er Furchtlosigkeit zu heucheln suchte: Wie? Sie sind es! Haben Sie mich nicht ermartet? antwortete Pierre, dessen barsche Stimme den Fürsten bis : in? I Innerste - erbeben machte. Er wollte eben den Mund öffnen, um Pierre mit Fragen - zu bestürmen, aber der junge Mann schnitt ihm das Wort ab., Mit harten Worten und heraus fordernder Stimme fuhr er fort: Ich habe Ihnen doch ein Versprechen gegeben sollten Sie eS 'vielleicht Hergesfen haben? Ich meineStheilS habe ein besseres Gedächtniß. . Sie sind ein NichtSwürdiger, und bin gekommen, Sie zu züchtigen. " ; ' ' Pierre! rief Panin, sich ausbau. meiid. Dann ober zwang er sich, ruhig zu scheinen, und sagte:' Mh, was! Lasseä Sie mich in Ruhe,, ich nag Sie nicht anhören. " " " ' ",'"'.."""., Sie müssen , eS! Sie sind ein Um glück und ein Schandfleck für" die Fa milic, in die sie aufgenommen wurden. Und da Sie nicht den Muth' haben, sich selbst zu todten, so , bin, ich gekommen, um Jbntttz,zn helfen., Bis heute Abend müssen Sie Paris verlassen haben wi drigenfalls man sie verhaften wird., Wir weiden zufammen nach Brüssel reisen und uns dort schlagen. Sollte das Waffenglück Ihnen günstig sein, so kön nen Sie Ihre Schändlichkeiten fortsetzen . . ..Ich werde wenigstens alles Men fchenmögliche gethan haben, um zwei un: glückliche Frauen von Ihrer Gegenwart t ' 'hl! ii Jii1 l''1'!' b 'Hü' ; llii-;iii.iil!:' 4 . zu befreien. i, Sie sind wohl wahnsinnig!? , rief SeraiuS böbnifch. 'Glauben Sie das ja, nicht! Seien Sie überzeugt daß ich alles aufbieten werde, um Ihre Einwilligung zu erzwingen. '' Soll ich Sie etwa ohrfeigen. um Ihren Muth zu entfachen?" drohte lexreA i t,üHa, nd Lrh e b cndMMAi , Ah, nehmen 'Sie "sich,, in Acht! knirschte Sergius mit unheildrohendem Blick. ,, Bei, diesen Worten öffnete er eine, Schublade,, die sich in seiner Nähe befand, und riß einen Revolver hervor. Erst Dieb, dann Meuchelmörder! rief, Pierre mit fürchterlichem Hohn. jHer da Er trat auf den Fürsten zu. Da Lff, nete sich plötzlich die Thür und Frau

' DeSvarennes erfchien. Die Prinzipalin 1 trat, ohne sich zu beeilen, naher, legt die Hand auf DelarueS Schulter und .l'kS

sagte in jenem befehlenden Ton, dem niemand zu widerstehen 'wagte: (Srroer: ten Sie mich in meiner Wohnung, ich will eS. Ohne ein Wort erwidern, verbeugte sich Pierre und ging hinaus. Der Fürst legte feine Waffe auf den Tisch und war Ute. Wir haben miteinander zu reden." fagte Frau DeSoareneö bedächtig. Sie werden geiviß darauf gefaßt sein?Ja wFhl. Madame," antwortete Pa nin betrübt. ,.nd Sie können mir glauben. daß niemand mein Betragen strenget beurtheilt, als ich selbst. ' ' ' Dix Priuztpalin konnte eine Bewe gung des Erstaunens nicht unterdrücken. Ah'" jagte sie mit verächtlicher Jro nie, dies Gefühl erwartete ich nicht bei Ihnen anzutreffen. Sie haben mich nichl an folche Demuth und Ssnstmulh gewohnt. Sollte die Furcht vielleicht Sie so weit gebracht haben!" Der Füst that, als ob er das Belei, t)igelM,,has in den Worten seiner Schwie geMtzter lag, gar nicht begriffen habe. Nur eins schien ihm aufzufallen: Frau DeSvarennes' Erklärung, daß sie nicht erwartet habe, ihn reuig und trostlos zu finden. Micheline muß Ihnen aber doch ge, fagt habn. ..." begann er wieder. Ich habe meine Tochter nicht ge fehen," unkerbrach ihn die Prinzipalin streng, als ob sie ihm deutlich zu verstehen geben wollte, daß er nur noch auf sich selbst rechnen könne. Da SergiuS keine Ahnung hatte, daß Micheline. als sie zu ihrer Mutter hinabgehen wollte, unerwartet auf Ieanne gestoßen und daß sie, ihren Plan ändernd, zu Eayrol geeilt war. so glaubte er. daß ihn seine einzige, mächtige Ner'' bündele verlassen habe Er hielt" sich für verloren! Nun sah er ein, daß feine ex heuchelte Resignation nutzlos sei, er warf fie von sich und rief mit wuthentstellier Stimme: Also auch sie hat mich vcrra then! Nun gut, dann werde ich mich

allein vertheidigen!" Dann wandte er sich an Frau DcSva enneö mit den Worten: Vor allem, was wollen Sie mit mir?" Ich will Ihnen eine Frage vorlegen!" sagte die Prinzipalin mit eisiger Ruhe. Wenn wir. die wir zur HandetSwclt gehören, falliren und nicht mehr im Stande sind, unS wieder zu erheben, so waschen wir unsern Makel mit Blut ab, und er verschwindet. Und Sie, die Sie zum Adel geboren, wie machen Sie es. wenn Sie entehrt sindi .Wenn ich mich nicht täusche. Ma, dame, so erweisen Sie mir die Ehre, mich zu srageu, was ich in der Zukunft zu thun gedenke. Ich will Ihnen darauf eine ganz präcise Antwort .geben, ant wertete bei Fürst leichtfertig. Da ich es durchaus nicht für unmöglich halte, mich, wie Sie sagen, wieder aufzurichten, so habe ich beschloßen, heute abend nach Aachen abzureisen, wo ich mit meinem Eompagnon. mrxa Herzog, zusammen treffen weide Wir beginnen unsere Ge jchäfte auf'S Reue. Meine Fraü auf de een Anhänglichkeit ich trotz AÜem. mäS geschehen ,st. zZhle, wird mich begleitend - In diese Worte legte der Fürst da, ganze Gift seiner entarteten Sectt. , Meine Tochter wird mich nicht ?er lassen!" sagte Frau DesvarenneS., Nun. dann werden Sie unS also auch begleiten, erwiderte Panin. Diese Aussicht ist mir äußerst angenehm.' Seit ich Unglück gehabt habe, begreife ich den ganzen Vortheil, den daS Familienleben mit. sich bringt." - . Ah, Sie hoffen, mich mit denselben Mitteln wie früher auf's Neue kodern zu können! sägte ' Fküü DeSoarenneZ. Wenn Sie glauben, daß ich' jetzt nach Ihrer Pfeife tanzen werde jö müssen Sie ' eine ' andre Melodie j anßtmmen. Meine Tochter und ich vereint mit Ihnen .... in dem Pfühl worin Sie versinken Werden? rxaß ' 1 ' . . Nun. " rief Panin waS hoffen Si denn eigentlich?" ' . . Frau Desoarcnnes wollte eben antwor ten, als ein Doppelschlag der im Hofe befindlichen Glocke- ertönte und ihre Worte unterbrach ! DiefeSz Signal ver. kündete nur ganz, außerordentlich wich tige Besuche und sein Schall wiederhallte im Herzen der Prinzipalin wieder Klang einer Tedtenglocke.i Sergius runzelte die Brauen und wich unwillkürlich zurück.? Mit verflörkent Antlitz überreichte Ma rechal durch die halbgeöffnete Thür Frau DesvarenneS eine Karte. Die Prinzi, palin warf einen Blick darauf, erbleichte und sägte ihtem Sekretär : G utl Er soll warten! 0 rii' s' ' "''5ij Sie schleuderte die Karte auf den Tifch. Sergius näherte sich und laS: Delbarre. Polizeikommkssar. " AlS er nun verstört und bestürzt die Prinzipalin fragend an blickte fagte diese: Nu daS ist deutlich aenuq. Man kommt,, .Sie festzuneh F '" . : " ' " , fii ' ' ' ' ' " men.,. r,tf,r4Ur - . ' Sergius slürzte jetzt aufseineKommodk zu, öffnete die Schublaoen. raffte fn sie, berhafter Eile' mit vollen Handen Geld und Banknoten zusammen und füllte dä mit ' ZeineTasch en. i;t ch Ich habe noch Zeit genug um durch die Hiniertreppe zu entkommen.,,, DaS ist meine letzte Aussicht, wenn Sie diese Mann nur ucch fünf Minuten aushalten roOlHfn. i'l!,,. ;-;;;. ..!, iS:!!!:jr::f";' fflA MTS Wenn aber die Thu? bewacht ist? fragte ArüUzzDkHv ";S ; SergiuS stuyte. Er fühlte, daß er in einem Bannkreise gefangen ti, dem er nicht mehr entrinnen konnte.' H' ,,'Mn kann ongekdagt fein, ohne deS halb auch verurtheilt zu werden. " 1 stam melte er. Sie werdenJhrenEinstuß gel tend machen. -Ich weiß, Sie werden mich retten. Sie können auf meine Tankbar, keit rechnen, ich, werde alles thun, was Sie verlangen. Lasjen Sie mich nicht im Stich, das wäre feige." -1 , h 1 Er war fassungslos, er zitterte, flehte. , , Frau TeSverenneS' Schwiegersohn fo ll n icht auf ! die Anklagebank komme n. auch nicht um freigesprochen zu werden sagte die Prinzipalin schonungslos. ' Aber was wollen Sie denn, daS ich thun soll?" rief SergiuS außer sich. , nrau DeSvarennes antwortete tickt.

Indern wies mit dm Fingern aus den Revolver hin. ' " " Ich soll mich erschießen? Ah. da? wäre eine gar zu große Freude für Sie!" Er fließ die Waste. hesiitz von sich und diese rollte zu Frau DesvarenneS hin.,,, Ha, Elender!" rief die Prjnzipalitt wüthend ihre so lange zurückgehattenk Entrüstung kam endlich zum Durchbruch du bist nicht einmal ein Panin! Die Panins wiff.en zu sterben! Deine Mutter hat ihren Gatten betrogen, du bist de: Sohn eines Lakaien! Ich habe keine Zeit mehr, mit Ihnen ein Melodrama aufzuführen. erwidert Sergius cZnijch.. ..Ich will lieber an meine Rettung denken." Dabei suchte er die kleine Thür zu ge w innen. Aber die Vrinzipalin ergriff den Re volver und vertrat ihm den Weg. Du kommst nicht fort von hier! fagte sie. Sind Sie toll geworden?" knirsch! der Fürst. Du kommst nicht fort o,on hier! wiederholte die Prinzipälin. in deren Augen ein düsteres Feuer glühte. DaS werden wir gleich sehen! ries Panin, packte Frau DesvarenneS mit kräftigem Arm und schleuderte sie zur Seite. ' ' , " Die Prinzip!!? war todtenbleich. SergiuS hatte bereits, die Hand auf der Thürklinke; er war im Begriff, zu en! kommen. " Da erhob Frän DeS?arenneS den Arm. ein Knall ertönte und die Scheiben erzitterten. Die Pistole stet, nach dem sie ihr Werk vollbracht hatte, zu Bodenundein Körper lag. vom Pulverrauch verhüllt, zuckend auf dem mit Blut steckten Teppich. . , Im nämlichen Moment wurde die Thür geöffnet und Micheline, mit der verhängnißoollen Quittung in der Hand, die sie der Großmuth Eavrsls entrungen hatte, trat ein. Hie junge Frau stieß einen herzzerreißenden Schrei ouS und sank wie todt auf die Leiche ihres Man

nrs nieder. Dicht hinter Micheline kam der Poli' zeibeamte, von Marechal begleitet, die Treppe herauf. Der Sekretär und die Prinzipalin wechselten einen Blick, wäh, rend diese ihre ohnmächtige Tochter auf hob und an ihr Herz drückte. Marechal hatte alles begriffen; er wandte sich an seinen Begleiter und sagte: Sie haben leider einen traurigen Thatbestand zu konstatiern, mein Herr! Als der Fürst 5bre Ankunit erfuhr, aerieth er. obfchon seine Angelegenheit nicht desonders schlimm stand, in Angst und erschoß sich. " Der Poltttikommissär grüßte eyrer bietig die starr in die Betrachtung der bleichen, bewußtlofen Micheline versun kknePrinzipalktt. Dann sagte er: Ziehen Sie sich zurück. Madame: Sie haben de. Aufregungen bereits genug gehabt. Ich begreife ihren ivohlberechtigten Schmerz. Sollte ich Aufschlüsse brauchen, so wird dieser Herr sie mir geben. " : ;; '-4 Frau DeSvarennes erhob fich. unk ohne sich unter der Lyst zu beugen? trug sie ihre svledereroberteTochter an ihr Herz edsückt hinaus, , y . lEnde.) Der ttünstlcr auf der L'Takte.' Eine Erinnerung an Moltke Wie der dämonische saaenunnvobcne Paganwl zum gcwalttgm Deigcnkünst lcr niuroe, oaruvcr iji n ia;oii incinqcö, erzählt worden. Eine der heutigen Gcncration wohl nicht mehr bekannte Variante, die, nach dem Eingcstandniß dcS Erzählers selbst zum, Thnl seme Erfindung ist, liegt jetzt aus dem Jahre 1841 in Form eines Briefes vor. ..In Italien", so : heint es dort. lebte vor sechzia Jahren ein Mann,, der schon als Jünaling von auffallen,. der Häßlichkeit war. Das lange, raben-. schwarze Haar bmg wild und starr ' um t . iU-TTH-t sein gelvllll) vleilyes esicyi. ein Antlitz alich dem aüsaebrannten Krater eines BulkanS und die Zuge waren, regungslos, bis die Leidenschaft sie be wegte. ' Tann verzerrten sie sich bis zur Wildheit und das Sprühen der dunklen Augen verrieth 1 die Gluth seines Innern, wie das Feuer deS Aclna unter der Decke von Schnee lodert. Ein .' fol-, ches Gemüth war nicht gemacht, um dzr Welt zu gefallen, Die Männer haßten, die Frauen verschmähten' ihn,, und er! war allein ganz allein ,n der Welt. , Wie jeder Mensch iraend eine Fähigkett besitzt, , die ,ihn für die Abwesenheit, der übrigen entschädigt' so Izatte tetro, die Gabe der Musik. In stirem Haus-, chen zu Ravenna wanderte er die Nacht: : aus und ab und geigte schmerzliche Äcc-,! lodien.. , Einst ,dnnete er um ,Mi!ternacht die mit Oelpapier verklebten Fenster. ' Da horte er ganz nahe Beifalls klatschen, von zarten Händen. Es war, die schöne AnceUa, seine Nachbarin., Dasselbe wiederholte sich in den folgen-! den , Nächten, und bald entflammte, Pietro in heißer Liebe für-das junge,! reiche schöne Mädchen, und nicht blos, seine Geige, , sondern ' seine melodische, Stimme wurde der Dolmetscher seiner, Gefühle. . Es entwickelte sich bald ein, Verhältniß' zwischen beide; aber Ancellcr hatte , ihn nur gehört, und er zittcrte vor dem Augenblick, wo : sie ihn sehen würde. , ' Jemand bat sehr richtig bemerkt, daß die Männer das Herz durch die Augen,! die Frauen durch die Ohren verlieren Ancclla liebte ihn ,und hätte ihn doch geliebt, 'wäre er, zehnmal garstiger geWesen. Aber der Italiener konnte das nicht glauben, und mit einer stürmischen Neigung wuchs eine wüthende Leidenschast in seinem Herzen auf Er mißtraute allen, sich selbst und seiner Geliebten, und quälte sich in dem Maße, wie er sie vergötterte. Ich weiß nicht, welcher hämische Zufall in einer unglücklichen Stunde den Schein wirkllcher Untreue aus sie warf. Nur fo 3 I viel ist bekannt gewordrn, daß Ancella, von einem Stilett ourchdoytt gefunorn. wurde, und PietiV, sich .den Gerichten übergab, um ein Leben zu enden, . das er nicht mehr traaen konnte Aber so gut sollte es ihm nicht wer

den. Man schickte ihn auf die Galeere,

.da er aber zu schwach für die schweren Arbeucn war, so sperrte man. ihn M einen' einfamen Kerker. Die, Nacht sank herab und-schreckliche , Gestalten senkten sich von dem Gewölbe nieder, sie drängten sich drohend um sein Strohlagcr, sie streckten blutige Krallen nach ihm aus; er that einen Schrei. Niewand hörte ihn. ''Die Gesellschaft des elendesten Verbrechers, feie eines Hundes wäre Wohlthat für-ihn gewesen. der er war allem ganz allem. Doch nein! Seine Geige war ihm geblieben, er ergreift sie krampfhaft, und f-u berührt er mit dem Bogen die S ten, so erklingen sie wunderbar lieblich gend, vorwurssvoA begütigend, verzcihend. Es war die Stimme Ancellas. ganz Wie sie ihn so oft beruhigt und ermähnt wie sie ihm geschmeichelt und wie sie geweint 'hatte. Es war ihm klar, daß Ancellas Seele in feine Geige gefahren wer,.; Es schien ihm, daß ein Theil sei ner Schuld schon durch sein maßloses Elend 'gesühnt sei, daß die Hingchiedene, welche, jttzi bei ihm war, die zu ihm sprach und ' die er, verkörpert m seinem Instrument, umfaßte, ihm Vergebung verheiße. Da riß eine Saite, eine zweite eine dritte, ein Jammerton hallte von -! dem kalten Gewölbe wieder, es war der Todcsseufzer der Gemorde ten. Erschöpft sinkt der Unglückliche auf seine Streu zurück. Am folgenden Tag fleht der Gefanaene den Schließer an, ihm drei Biolm faiten zu verschaffen. Sein ganzes Wohl und Wehe hängt an ihrem Besitz, aber er hat kein Geld, um das Mitge suhl des härten Mannes zu Mausen, keine Worte, um ihn zu gewinnen. Trauernd betrachtet er sein liebes Instrument. Nur die Saite ist ihm geblieben. Aber gerade diese zaubert ihm die tiefe Altstimme feiner Geliebten hervor. : Die ganzen Tage sitzt er, re gnngslos vor sich hinflarrend, da, aber ivenn die Nacht ihre Schatten herabsenkt, dann greift er zu der einzigen Trösterin seines Elends und geigt, von niemand geHort, die wundervollsten Melodien. Damals eombonirte er die schauerliche Melodie d Liedes: Das Glück, das einst mich hegte, Ist meiner Brust ein Dorn, Die Liebe, die mich pflegte. Ist meinem Schmerz ein Sporn. O, wende deinen Spiegel, Erinnerung jener Zeit,' Und drücke. Nacht, dein Siegel, Auf die Vergangenheit: Die heiße Thräne zittert Auf meine Brust herab; Mein, Leben ist verbittert. Ich wünsche mir das Grab. j So geigte er viele lange Wchte. zehn Jahre lang, ohne daß ein Mensch ihn gehört; als vollendeter Meister trat er aus der dumpfen Gefängnißzelle in die weite, fmnige Welt zurück. 'Dort nahm er einen fremden Namen an und reiste in ferne Länder; eine liefe Scheu hielt ihn lange ab, den Menschen seine Gefühle zu offenbaren, denn" die Töne seiner Geige sprachen deutlicher als Worte von dem Zustande seiner Seele. Aber die Noth zwang ihn, sein Talent in die Münze zu schla gen. Bald erfüllte der Name Paganiin oie Welt. : ;; Tausende strömten in die goldenen Opernsäle, um den wunderbaren Fremdling zu hören. Da stand er leichenblaß, abgespannt, bis der erste, Bogenstrich ihn und die Menge beseelte. ',, ,, Ihr stürmischer Beifall ließ ihn kalt. Zerstreut nur blickte er auf die tausendsöpßge..Wo5a des .Publikums, seine Seele war anderswo und versenkte sich in ihn selbst, sobald der letzte Klang seiner Saiten verhallt war. Der von allen gefeiert war, eilte , schüchtern und menschenfeindlich in seine Einsamkeit uruck. Dort überzahlte , er die Gold saufen, die' seine Schatulle füllten. aber sie -gewährten ihm keine Genugthuung. ' " ' ; Jetzt sind seine Melodien verklungen. Seine ' Ärust Hatte ausaeseufzt und seine Gebeine ruhen in einem unbekanntcn Winkel: :, Denn als , der müde Pil ger zu ,den, Citronenhainen seines Hei mathlandes zurückwanderte, verweigerte man ihm zu Rom noch die letzte Wohl that einer geweihten Ruhestätte. , Nur feine Geige ist übrig geblieben und in )erielben ' wohnt noch heute die Seele )er armen Ancella gebannt. Und wer hät diese Ocschlchle Pägakiini's so einfach und doch so rührend er zählt? "Wer'war der Schre bcr jenes Briefes? ' Es war kein anderer als Graf 'Moltke. 'Am Abend des 1. De;ember , 1841 ' war' er im r Opernhäuse bei einem Concert gewesen, das ein Lemiffer Skiori,' Schüler Paganini's und Erbe seiner Geige, gab. Und , nach Hause , gekommen, setzte sich der damä-" lige Hauptmann an den Schreibtisch, um seiner lieben Braut und spateren treuen Lebensgefährtin etwas vorzuplaudern. Der ganze so oft bewunderte Zauber Moltke'schcr Darstcllungslunst ruht auf diesem Briefe, der uns, den ernsten, kaltberechnenden ' Denker nun auch im Lichte der Romantik zeigt , und als selbstschöpferischcn, phanwsiereichen Dichter. Freilich verspürte d.'r Briefschreiber für die Freiheit , seiner Erfindung bald etwas wie Gewissensbisse.' Denn am 5. Dezember fügt er dem Schreiben mit guter Laune hinzu: ..Die Geschichte von Paganini bitte ich aber doch nicht als von mir verbürgt mitzutheilen, seine Erben könnten mich wegen Verbalinjurie, wegen angcschul? 'zetcn Mordes, belangen." Was die Welt fagt. Ist man artig, so heißt's: Der will waS'." Ist man kurz: ' - Der hat was!" l Ist man traurig: "" ' )em fehlt was!" Ist man lustig: k?., Xxnl ti k a Ti

I

vb jfwi z viii.

Staat,!

Grob. Onkel: Also Du bist verliebt?" Neffe: Ja. Onkel! Ach. die Liebe ist doch recht eigentlich der labende Quell in der dürren Wüste des Lebens!" Onkel: Mag sein ; aber es geht mit ihr, wie mit so vielen Oasenquellen: die ihrm Durst daraus löschen, sind Ka mele! Frommer Wunsch. Dienstmädchen: Na Heinrich.wo wollt Se denn hen? Hausknecht: Wo Se herlaamt, Ma rie. Op'n Kontor is nir to dohn; da hett de Herr seggt, ick sall na de Wah nung gähn un mal Alles düchtG UUt kloppen. Dienstmädchen: Alles? Wie schad dalt de Madame nich to Huus is! Ein Streik zur rechtenZeit. .SJt t V1 V I -wii ÄMMö. ZP I 1 l-.-l Schillers e l l, erster Alt erste Scene. . Werni: Er stößt schon ab; Gott helf. oir, braver Schwimmer! Sich, wie das Schifflein auf den Wellen schwankt! 4 Kuoni: Die Fluth acht drüber wea ich seh's nicht mehr! Doch, halt, da ist es wieder ! kräftiglich Arbeitet sich der .t Ni., üuu vmu) uic jiuuuuuy. 41. ;,. . ' $ ' H ff- "4.V f V? Li'j ii ax jy-rv.y I i i , Die Brandung (zum Direktor, der den Tell spielt): Hären Se, Herr M rektor, wenn Se uns nich zwee Neigro scheu mehr pro Abend geben, dann hol's der Deibel!' dann hört die Brandung aber och sofort un! - In der Verlegen h eit. In einem Gebirgsort soll der Minister beim Eintreffen des ersten Eisenbahn zuges von den Honoratioren empfangen werden! : Böllerschüsse, Flaggen, Ehrenpforte, Glockengeläute bilden das Festprogramms Des Schulzen Töch. terlein - an der Spitze 'einer' Schaar festlich geschmückter Mädchen halbem Minister ! mit,, tiefem Knixe einen Blu.' mcnstrauß zu überreichen, und sodanre mit einer Handbewegung, gegen 'die Lokomotive, welche den Minister Qt bracht, sich wendend die vom Torf schullehrer verfaßte,, Fefthymne vorzu-j tragen. ' Vorschriftsmäßig händigt daZ Schulzmtöchterlein mit tiefer Verbeug gung und klopfenden Herzens dem ordenbesäten ' Gewaltigen das Bouguct ein, vergißt lber in ihrer Seelen angst die Wendung gegen die Lokomotive und beginnt mit grüßender Handbk'wegunz 2eaen die Errellenz: , ' 1 ' ii 7 '' ,7.',! i - 'i'liiatliff'L-ifi1 - tipSei; uns gegrunet, ' y r ; , Du schnaubendes Tampsroß!.7,,,, , , Stil blüt hen.,,, (Aus einem Feuilleton-Noman.) .,.. rote er da auf dem Paradebette lag, war er selbst im Tode noch eine, schone; Leiche." sie heirat hete bald darnach, den Adjutant, auf den der Prinz schon bei Lebzeiten eisersüchtig gewcfcn war." und fo segnete der Mörder unter dem wuchtigen Bcilhiebe des Scharsrich ters mit einem Fluch auf den Lippen das Zeitliche."

feriji rair;4rvil''Wri7? ! WTM $HrzSt Z'iD V&C iC ia55E3 .:i ,i hz.-r 1 F" i3 r j"f' . i ,- 4 1 . t v ..- ' . 3 p wjr SF' u pi -: v LcS . r: ry i'h'r , , HN-AMM fM: :! KMSSMWPM -esMWMMWM sSöMWHKchM MMWUWMKÄÄ l ' ?MMWUWeyMBm ( M'SWAM sPrm rmK . zZsT;'.:' -4 ..,!..:... ', - , j i XßiSj&gSf- ' rr

sii i Mlfi- KzMUM W!li y- :HärWNS GMiH ' mtmJ& ' .ch'ZÄk 5 's DM Ä'WM. ji W !S MMM mßt

. m&w ts&tjß "''"" V Vt. r J'

r

zZ3Zh 5M&4 MM Jrr!

' 1t '

5 ;

is

WH . .MS -

L. . X'-Jfji, ' 1 1 - ' I r-x A,",t " yv I 1 V I yyiz?- -v f M ML & ( T -