Indiana Tribüne, Volume 15, Number 168, Indianapolis, Marion County, 6 March 1892 — Page 6

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jBJBWMM&JgjaP Der Neid. ; ?Z?5en Liebe und Haß P der Neid tinc$ der urättestcn Gefühle der Mensch heit, und scheint auch von jeher als ganz unzertrennlich von derselben U trachtet worden zu sein. Die Vibö! gedenkt in ihren zehn Geboten des Nei doZ ganz besonders, und auch die mit cOea irdischen Fehlern behafteten rnholozischen Göttergcstalten werden mx gar oft von Neid und Mißgunst saßt geschildert. Um diese neidischen Götter zu versöhnen, wurden denselben vor graüen Zeiten die größteu Opfer gebracht, heutzutage huldigen wir an Äern Göttern des' Scheinlebens, auch diesen wird geopfert, aber nur um den Uiäö zu erzeugen. Dieselben Ringe, welche einst iii die glanzlosen Fluchen dcrscnlt wurden, um diese zu beschwich tigen, sie glänzen heute an den Fingern der Reichen, um die Fluthen deZ Neides anzufachen. Dieselben Brand und Speise-Opfer, deren Aroma einst zu dm Göttern emporstieg, damit ihr zor iiiger Äcid sich nicht rege, werden auch jetzt noch vor den Augen des Volkes abgehalten, aber nur, um die neidisch brennttlde Eßlust der hungrigen Zu schauer zu erregen. In unserer modernen Welt wird der Äcid alZ die bewegende Kraft des Socia lismus förmlich gcniihrt und großgezo ßcn, und selbst die sogenannte bessere Erziehung lehrt nicht neidlos entsagen, sondern bildet unser Verständniß für jenen verscuzerten Lebensgenuß heran, dcsicn Entbehrung dann erst recht die große Klmse der unbefriedigten, unvcrztandenm, neidischen Menschen aus macht. Wir sehen also, daß der Neid so alt ist, wie das Menschengeschlecht selbst, daß Erden- und Himmelssöhne, Hoch und Niedrig, Mann und Weib, Ält und Jung ihm gleichmäßig unter tooifrn sind, und doch münen wir grauen es uns nur zu oft gefallen lasscn, daß er als ganz speciell weiblicher Fehler hingestclll wird. Es darf uns daher nicht wundern, wenn auch da geistreiche Jean Paul von uns sagn Gute Weiber gönnen einander ALeZ. ausgenommen Kleider, Männer und Flachs." -Finden wir dies Urtheil gerecht, geht c3 zu weit oder ist es vielleicht gar nicht erschöpfend? Was nun die Kinder be trifft, so herrscht ja darüber kein Zwei jel, daß wir nie zufriedener sind, als föenn unsere gute Freundin über fchönerc, reichere, modernere Toiletten der lügt, als wir selbst, daß wir den Jubel der Verwandten oder Bekannten auf' richtig theilen, wenn deren aufmerkst rner Gatte sie mit einem kostbaren Hut, Mantel oder Schmuckgegenstand überrascht, daß wir ihre Kinder herzlich bewundern, wenn sie feiner und zier lichcr gekleidet gehen können, als die Ansrigen, und daft unsere Wonne den Höhepunkt erreicht, wenn NachbarTochter in der allermodernsten, dem ersicn Atelier entstammten Robe auf dem Lalle erscheint, während die unsrigs sich vdt bescheidener Hausschneiderei begnügen mußte. Auch in Bezug auf den Flachs, wel cher zu jener, Zeit der Inbegriff von Reichthum und Besi war, haben wir uns auch heute nicht geändert; wir. gön neu unseren weiblichen Mitschwcstern neidlos alle Herrlichkeiten der Erde. Geld und Besitz, ganz ohne Rücksicht darauf, wie es mit diesen überflüssigen, gleißenden Schätzen bei uns bestellt ist. Aur bei den Männern machen wir eine Zleme Ausnahme, wir würden unsern Freundinnen stets den unsrigcn gönneu, sofern wir nur die größeren VorZüge, bessere Lenksamkeit, 'ausgebildeter Splendidität, aber nicht die Fehler des anderen zu sehen geneigt sind. Wenn wir nun weiter fragen, ob sich Im weibliche Neid noch über Kleider, MechS und Männer hinaus erstreckt, so können wir leider ' nur mit einem ganz Anöestimmtcn Vielleicht antworten, aber bie Versicherung hinzufügen, daß auf eilen anderen Gebieten die edle. Weib lichkcit sicher nicht der männlichen Ge sellschast nachstehen wird. Denn Künst I, Geld, Berufs., Brod'Neid, und besonders dasjenige neidische Gefühl, welches sich an die Fersen der Erfolg. reichen und Glücklichen hcstct, das ist m geschlechtsloses Gefühl, es haust in männlichen und weiblichen, vielleicht in tn niedrigsten Seelen am mächtigsten; vielleicht bei den kleinlichen Teutschen mehr, als bei den großherziger angelcg? Leu amerikanischen A!itbürgern. Der Neid. ist das in der Seele des 'Menschen durä) Selbstsucht und Unzu friedenhcit g'trübte Gefühl eines frem den. Vorzug: oder Glückes" sagt ein deutscher Gelehrter. , Jemand, der tief im Glücke sitzt, beneidet den anderen, Äer zu ähnlichem (natürlich unvcrdieniem) Glücke kommt, weil er diesem sein Glück chcht gönnt, und der Neidische ist außerdem noch der Ansicht, daß man stur glücklich ist, wenn man den Neid fcer Anderen erregt. Je eitler, eigennühiger, ehrgeizig:? nun Jemand' ist, desto stärke? wird er auch von dem Glücke eines Anderen zu Neid mid Miß gunst gereift werden. , Und die meisten neidischen Menschen" haben , eine ' ganz besondere Neigung, fortwährend Ver gleiche anzustellen, ihre' Kenxtniffe, Vollkommenheiten und Erfolge an dejttn Anderer zu messen, wodurch sie selbst niemals zu einer ruhigen zufricdc nen Stinnnung gelangen können. Sie sehen stets nur die Freuden, Bequemlichteiten. dcn Ucöerfluß und die Sorglosigkcit des anderen Menschen, oder der können bei dem Fall des angeblich Glücklichen sich der triumph'renden Miene und der hämischen ungerechten Bemerkung niemals enthalten, sosehr sie sich auch vielleicht den Anschein der schien Theilnahme geben mögen. Wenn es mir auch nur theilweise ae Tungen sein sollte, nachzuweiseu, daß !cht die; Frauen allein , eS sind, welch 'vom Ncide erfaßt werden, so muß ich ilÄ SchlWcmcrtuna hinzusüaen. daß hit Frauen durch ihren großen Einfluß euj die Erziehung der Menschheit, allein

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333 eS sind, welche diesem niedrigsten aller Gesühle erfolgreich entgegenarbeiten können. Wenn wir unsere Kinder leh rcn, sich mit dem Fröhlichen zu erfreuen, dem Weinenden die Theilnahme nicht zu versagen, nicht immer auf das zu sehen, was wir nicht haben, sondern auf das, was wir haben, und damit zufrie den, dafür dankbar zu sein; wenn wir sie nicht so erziehen, daß sie in glänzen d:m Scheine den ganzen Werth des Le bens er.blickcn, dann werden sie glücklich und neidlos auch auf jene schauen fön nen, die scheinbar mehr haben. Denn nur die innere, wahre Zufriedenheit kann das uralte Gift, den Neid, im schädlich machen. Schweigen. Uns Frauen rühmt man meist die Kunst des Redens nach, man sagt, wir wären schlagfertiger, redegewandter als die Herren der Schöpfung, erfreuten uns einer besonders leicht und raschbe wcglichcn, manchmal etwas spitzigen Zunge. Ich glaube sogar, wir Da me'n haben die graziöse Abart des Re dens, die leicht dahinfließende Plaude rei. die geistreiche pikante Causerie so recht eigentlich erfunden, we.rn mir auch momenran zur Bekräftigung diefer Theorie die historischen Nachweise leider nicht vollständig zur Verfügung stehen. Jedenfalls ist es eine allgemein bekannte Thatsache, daß der Sprache, ihrer verschiedenen Ausdrucksweise, auch der Kraft und Macht der Rede von Fachmännern und Gelehrten zu allen Zeiten die eingehendsten Studien ge widmet ' wurden. Aber über das Schweigen.' spccicl übn das Schweigen des weiblichen Geschlechtes zu reden, von welcher Kunst wir nach männlichen Angaben so furchtbar wenig verstehen, das scheint doch zumeist uns Frauen vorbehalten zu sein. Hoffentlich gelingt es mir allen Ernstes, mit . Hilfe unserer Beredsamkeit von unserer Schweigsamkeit zu überzeugen, so zwar daß wir alle Zweifler zum Schweigen bringen. Wer weibliche Wesen mit dem Auge des Psychologen beobachtet, der weiy, daß Schweigen-können bei Frauen noch ein weit richtigerer Gradmesser für ihre moralische, sittliche Kraft ist, als bei Männern, weil die Frau im Bewußt sein ihrer körperlichen Schwäche nur zu leicht geneigt ist, ihre Zuflucht zu nde ren Waffen, als den gewandten SpeechWerkzeugen, zu nehmen. Trotzdem sin den wir hx näherer Betrachtung der Frauencharattere, daß der größte, tiefste Schatz von edlen Empsinoungen sich nicht in Worten, sondern im Schweigen, offenbart. Die Sprache der wch'en, echten Liebe ist eine stumme, es giebt keine Worte, welche die stille Seligkeit dieses Empfindens, das vollständige Aufgehen in dem einen, alles beherrschenden Gefühl treulicher schildern könnte. Unsere Lippen, ja selbst unsere Auz:n schließt die Liebe, wir empfinden nur die Nälje des geliebten Wesens, und wie wenigen Dichtern selbst ist' cS vergönnt, die unerschöpfliche Poesie dieses Sinnenrausches in Worte zu klciden, ohne sie zu profaniren und in den Staub zu ziehen. Das erste Aufleucht, n der Liebe im keuschen Mädchenherzen schließt sich in sich selbst ein, und nur das traute Kämmerlcin und das Tun ke! der Nacht sind Zeugen der herben Thränen, denn sie ist zu stolz, um dem geliebten Manne, dessen Familie sie nicht als ebenbürtig aufnehmen würde, zu zeigen,, wie, es um ihr Herz steht, also ihr Schweigen zu brechen,' ,, x; Nicht allein die Liebe in ihrer rein ften Gestalt, sondern Lust und Schmerz, Freude und Trauer finden schweigend den wahrsten Ausdruck. Wetttt die glückliche Mutter ihr ersehntes Kind Inchen Armen hält, sendet sie einen stummen, sanrfülltcn Blick zum Hnnmel. Sind geliebte Wesen an's Krankenlager get .r? .11 v t y. 5 r cjjcii uno jazweoen in Menzgesayr, 10 wird die wackere Frau ihre äußere Ruhe bewahren, und ihre Herzensangst nur m ergebenem, lautlosem Honen kundthun. Raubt hr das Schicksal erbar mungslos das Liebste, dann zittert es rme uncndUches Weh durch ihre kranke, ccic, uo?r iyr großer, gematilger Schmerz hüllt sich in ein ernstes Schwel gen. Muß die Mutter ihre geliebte Tochterlln die weite Ferne ziehen sehen, die Braut den Gettedten, der Mann das treue Weib verlassen, so werden sie in stummer Resignation 1 1 einander die yand reichen, vielleicht manch' heiße Thräne im Auae zerdrücken, aber auch dieses wahre TrennungZlied ist stumm und' worttos. . m I Was auch immer unsere Seele be wegen mag, sei es Haß oder Liebe, dn ... t.;i:. n. "... wu wie um yqugjien ,nneriicy ergrlisen werden, da verbirgt auch das Weib lyre eidenfchast, m tiefem Schweiacn. Die Sprache des glühenden Hasses sind flammende, verzehrende Blicke, jene der Eifersucht, ein nagendes, rachsüchtiges m !-'i- V' . c , j . ruien, oer erawiuna nn unltares. stumpfes ' Gefühl ' des Ekels -über die verlogene Schlechtigkeit, die bändelsüS ttj. tr t.. .:t "'"-i.'. iv" " "".. i . . llge aizcyyeil, oen nieorigen unoank dex Menschen. Hat das Weib gefehlt, fo wird sie schweigend, vor Scham erröthend. den Blick senken; wird sie aber ungerecht beschuldigt, so verbietet ihr stolzcs, Selbstbewußtfein, die eigenen Lippen zu ihrer Vertheidigung zu öffnen. r Und wie oft erdulden Frauen von royen. ungebildeten, iähwrmqen. rücksichtslosen Gatten , Schmähungen und die allerunzartesten Borwurse. Diejenige, welche sich laut keifend wehrt, llt nicht d schwer Berlekle, lon dern jene, welche die bitter' Kränkung. die erbärmliche Demüthigung wortlos duldet. ' Wohl bäumt sich auch ihr fchmeizlich ' verletztes Ehrgefühl " auf, aber sie will und vermag es nicht, mit gleicher Münze zu zahlen, und : hüllt 'hre herbe Enttäuschung in tiefes Schwci;en. Wie oft schließen auch unzählige Rücksichten und Bedenken den Mund mahrhaft edler Frauen; sie schweiaeu jcqiguin uno ergcocn uq in zyr pqix ' .l v ..... e r? t ir .

at. Der Mann mag feine Frau hin, ergehen und betrügen, aber er ist bei

Vater ihrer Vnder, und sie bringt es fertig, aus Liebe zu diesen unschuldigen Wesen blind und stumm zu sein und zu - schweigen. So heilsam die Tugend, so groß die Kunst des Schweigentönnens. so wähl das alte Sprichwort von der silbernen Rede nnd dcm goldenen Schweigen auch sein mag, so warne' ich meinen werthen Freundinnen doch vor dem Schweigen zur unrechten Zeit. Ihr eigenes Takt' gefühl, ihre Menschen- und Männer kcnntniß wird die Frauen den ftincn Unterschied erkennen lehnen zwischen dem berechtigten Schweigen aus verleg tcm Sto, oder jenem, veranlaßt von eigensinnigem Trotz. Oft hat ein hart herzig gesagtes' Wort, der vergeblich er wartete versöhnliche Laut der Liebe, das Ausbleiben' jedwedes erlösenden, tröstenden Zuspruchs die Mmfchcn. welche sich sonst noch so nahe standen, auf immer entzweit, x sie m Unglück, Verzweiflung, ja in den Tod gestürzt. Wie viel weniger unglückliche Ehen gäbe es, wenn alle Frauen nicht nur die Macht der . Rede, sondern auch die Kunst des Schweigens richtig zu Handhaben und zu erwägen wüßten! Mit der Waffe des Schweigens mag sich Liebe, Schmerz, chnsucht,Han. Freundschaft. Eifersucht, Berachtung, Kränkung. Enttäuschung stolz Umgürten, sie darf aber nicht verderben- und todbringend gezückt werden!- ' Lauter Mitschuldige. Unter dieser Ueöerschrift lesen wir in einem auswärtigen Blatte folgende Unerhaltung: Der Portier:. Wohin wünschen Sie? Der Fremde: Ich bin Abonnent des Blattes und habe eine Beschwerde; ich möchte zur Redaction. r ; ' : ' Der Portier: Ste finden Niemanden, alle Redacteure sind im Gefängniß. TerVremdezs ß z ' . i U i? Der Portier: Ja, wegen groben Unugs. Der Fremde: Entgleisungen des Fe der. Nun gut; so möchte ich den Herrn Director sprechen. Der Portier: Auch im Gefängniß. Der Fremde: ?? ' Der Portier: Er hat ja den Rcdaceur gedungen und hm Abzug entgegen genommen. Der Fremde: ,, So, so, dann möchte ch den Sccretär sprechen.' ' Der Portier: Der Secretär ist im Gefängniß. Der Fremde:-???. Der Portier: Er .hat ja den Abzug zu den Setzern gebracht. U Der Fremde: Acb, schließlich genügt mir auch der Mt!W en pages, ich will ihm sagen.. .. !,: Der Portier: Der Metteur en paes ( natürlich ist er im Gefängniß. , Der Fremde: ???? , Der Portier: Er hat ja den Artikel eingerückt.... Der Fremde: Nun alzo, einen von den Schern . . .. ' x ' . Der Portier:,Jm Gefängniß; sie haben den Artikel esetzW ' 'm Der Fremde: Den Stereotypem i Der Portier: Der hat den Artikel stereotypirt, er seufzt auf dem Stroh. ' x;.' 7,. a-,.J " ji.it rcittve: jui iuutt Der Portier: Er hat die Presse geiefert, er ist im Kittchen. Der Papieriefcrant auch; er hat das Papier für hunderttausend Exemplare geliefert. Der Dintenlieferant auch, er hat die -i,tuit ivtiyV4t) tvinu iiiurnu geliefert hätte, wäre der Artikel nicht schienen. Er liegt im tziscn. ' 7it niiHttiüvl Vnft'rt WTsf IS? 'T't Der Fremde: Einen Austräger? Der Portier: Mein Herr, er hat den Artikel den Abonnenten gebracht, er hat den, Artikel verbreitet.,, : ., , . ; . ri Der Fremde: Und Sie selbst? ' Der Portier: Oh, mein Herr, ich packe meine Kosfer, ich gehe in's Aus. land. Man kann mich jeden ' Augen blick verhaften. Ich bin ein Mitschul? biöer; denn ich habe den Artikel rnii ictnem Ncdaktcur. eintreten lanen und habe den Artikel hinaustragen , lasten, als er gedruckt war. , Ja, mein Herr, , bin mitschuldig, ganz und gar mit schuldig. : .-....;...: Der Fremde: Aber ich selbst, ich habe den Artikel gelesen . m t w Tcr ' Pottter: jcun, Mitjcyuivigcr sind Sie, mehr noch als ich, machen Sie sich davon!. . . ' - . : " Dieser ! Artikel ist nicht etwa unter Bezugnahme auf jüngste Prozesse, die Ä in Berlin abaelpmt haben, ge tchricben worden, sondern er ist im pa riser Figaro erschienen. Es muß also wohl auch in Paris Richter geben.' dieV stch aus die Behandlung ver Preye vei' stehen.- teM'r.h wy .f 01 ist ! j Ehe-Regel. Muß der Mann auf den Bissen warten. Muß die Frau auf das Küssen warten. G ute Empfeh l u n g.. ! Empörkömmling: Gut, ich werde Sie als , Kammerdiener enqagirm. Können Sie sich , aber auch über gute Leistungen ausweisen?" Kammerdiener: Gewiß, ich habe schon drci,Par' ' .i." l ' . . '4i,rl.",' i" ;'- . . - ' venus avgerttytet!" . N i cht abz uw ei se n.' Photoqraph: 5Unnte ich vielleicht Ihr mit dem ersten Preise gekröntes Mastschwein photographnen i Aussteller: Thut mir leid, das ist bereits zu .Wurst und Schinken verarbeitet. : Photograph: Könnte ich dann vielleicht die Würste und Schinken Photographiren. V WMTi0til0 Nun habe ich an Ihnen schon die ganze Strenge des ! Gesetzes i j walten lassen, aber es hilft Alles nichts; Sie falleu immer wieder in den alten Fehler zu rück!" Strolch: Da sehen Sie, Herr Richter, daß das Gesetz nichts taugt!" Unterosficier (zu den Rekruten) : Die erste Bedingung bei'm yiaxq rrcn in &ch x itt und Maul zu

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' f SrWJZRZX Bilder cn$ Chile. Ein gewisser Theil unserer TageS' presse hatte es während der legten Bcr Wickelung mit Chile für angemessen a hätten, der Republik Chile gegenüber einen Ton der spöttischen und hczchmüthigen Geringschätzung anzuschlagen, wie ihn etwa einst der Philisterheld Goliath dem jungen David oder der mächtige Perserkönzg Xcrxes dem kleinen Bölkch'en der Athener gegenüber ge. brauchte mit welchem Erfolge, weiß Jedermann. Es ist thöricht, selbst einen unbedeutend erscheinenden Gegner zu unterschätzen. Doch geräth der, welcher in solchen Fällen zur Besonnenheit und Vorsicht mahnt, leicht in den Verdacht des Mangels an Patriotismus, wovon der kluge Adolphe ThierS, der dem Kriegstaumc! der französischen Kammer im Sommer 1870 mannhaft entgegen trat, ein Liedchen zu singen wußte. Meist sind solche chauvinistische An Wandlungen auf die Unwissenheit der urtheilslosen Menge über die Hil'S'räfte des Gegners zurückzuführen. Und wer von Chile als einem elenden, armen, von KriegZwirren und Factionen zer rissenem Lande spricht, beweist damit nur seine Ignoranz der einschlägigen Verhältnisse. Chile selbst ist seiner geographischen Lage und Beschaffenheit nach auf die See angewiesen. Seine KüstenentWickelung ist beispiellos; es erstreckt sich in der Richtung von Nord nach Süd an der westlichen Küste des südamerikanZ' scheu Continents von der subtropischen Region unterm Wendekreis des Steinbocks bis tief hinunter nah der unwirthlichen, von Stürmen und Regengüssen gepeitschten Küste des Feuerlandes und des Kap Horn. Die Länge der Mste belauft sich auf rund 2500Meilen, also etwa der Distanz zwischen Liverpool und New Vol k. Zu dieser ungeheuren Küste steht die Breite des Landes, die zwischen 50 und 200 Meilen variirt, allerdings in keinem Verhältnisse. .Doch aber macht der Flächeninhalt ein ganz respectables Areal aus. welches der Gesammtoberfläche der Staaten Maine, New Hompshire, Vermont, Massachusetts, Rhodc Island. New Jersey, dazu einem Drittel des Staates New York, halb Pennsylvanien, Virgimen, Georgia und Nord-Carolina, ganz Delaware, fast ganz Maryland, Dreiviertel von SüdCarolina, ganz Florida und einen Zipfel von Alabama gleichkommt. Chllemsche Schönheiten. Die Bevölkerung des Landes bestebt aus drei streng von einander durch Abstammung. Sitte und Gewohnheiten geschiedenen Elementen. Die Herrsehende Klasse sind die Nachkommen der einstigen Eroberer des Landes, der Spanier, weshalb auch Landessprache, Gepflogenheiten und Nechtssystem durchweg spanisch sind.,' Seit dem Jahre 1535a!s Pedro de Valdivia das Land in Besitz nahm und die eingeborenen Jndiancrstämme, die zu der a ch über Peru verbreiteten Nation der Araukanen gehören besiegte, hat sich spanische Kultur allmählich über den ganzen Küstcnsaum verbreitet. Noch aus der zweiten Halste des 16. Jahrhunderts dätirt auch die Gründung der bedeutendsten Städte, wie von Santiago, Valparaiso n. a. m. Diese zahlen mithin zu den ältesten europäischen , Gründungen des südamerikanischen : Continents. Die Engländer haben wiederholt, ' und zwar zuerst bereits unter Sir Francis Drake, dem bekannten Entdecker der Kartoffel, Versuche gemacht, , sich in Chile festzusetzen, doch wurden sie stets wieder von den spanischen Coloniftcn und deren Nachkommen verjagt. . Die drei Vevölkerungselemcnte, die oben erwähnt wurden, sind die spanischen Abkömmlinge welche auf die Reinheit ihres Blutes stolz sind und die herrschende, wohlhabende und Handeltreibende Klasse repräsentiren, dann die Bauern, Mischlinge der Indianer', und Spanier, und schließlich die Ueberblcibsel der besiegten JndlancrbcvoUerung, die Araukanen. ' " . Vcquero ur.d Peon. ' : - ' ; , !f : : . !-- -. , , i Zur zweiten Klasse rechnet man auch die halbwilden ' Biehhirten, die meist mit dcm Namen Bacqueros bezeichnet werden. Sie sind den peruanischen Gauchos in Sitten und Lebensweise sehr ähnlich. In den ungeheuren Ebenen, LlanoS genannt, wohnen diese Hirten m ärmlichen Hütten, allein auf sich reibst angewiesen bis auf einmalige !urze Unterbrechung im Jayr. ; as .st dann aber auch ein Festtag. L Geschmückt mit dem bunten Poncho, nit dem der Bacquero sich malerisch zu

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'Ipfl!? !:,.:- i drapircn weiß trotz dem vornehmsten Hidalgo, treibt er die zum Verkauf bcstimmte Heerde von Jungvieh und Llamas hoch zu Nöß. die silberbeschlagenen Kolben seiner ungeheuren Kava! lericpistolen in den Satreltaschcn, zur Stadt. Hier empfängt er zugleich auch seinen Jahreslohn in dem Comtoir der großen Biehzüchtcrfirma ausbezahlt, in deren Sold er steht. Bald ist ein groher Theil des sauer, verdienten Lohns wieder verjubelt, und mit schwerem Kopf und leichtem Beutel trabt unfcr Bäcquero wieder verdrossen auf seinem Rößlcin den einsamen Blanos zu. Manchmal dauert die Reife tagelang. Bald scheinen die schneebedeckten Häuptcr der majestätischen Anden, deren ungeheure Kette ganz Südamerika von Nord nach Süd durchzieht, immer näher zu rücken. Die Landschaft wird wellenförmig und steigt aümälig an; der Baumwuchs verschwindet und macht dem ein förmigen Grasmeer, aus dessen hohen Halmen kaum der Kopf des Pferdes emportau6)t, Platz. Der Bacquero ist wieder allein. Mit freudigem Geheul springen ihm seine treuen Hunde entgegen. Droben zieht der Condor im Aetherblau, kaum als Punkt von der Ebene aus erkennbar, seine weiten' Kreise. Caracho!" flucht der Bacquero zwischen den Zähnen, als er mit scharfem Auge den König der Gei erspäht. We'ch er doch, daß diefer nur auf die Gelegenheit lauert, um sich au ein versprengtes Lama aus ungeheurci Höhe herabzustürzen. So ist der 'Vac.' quero auf sich und seine Träumereien angewiesen. Vielleicht kann er ein schwarzes Augenpaar nicht vergessen, daß aus der dunklen Mantille dem traf tigen Burschen versührcrerische Blicke zuwarf, während sie mit schelmischem Lächeln ihre Perlenzähne zeigte.. .. LZndliche Hätte. Viel tiefer unter dem Bacguero steh! er Pcon, der Farmarbciter, Bauer lnd Tagelöhner. Sein Laos ist eigentich der Sache nach nichts anderes, als nne trostlose weiße Sklaverei, aus der S menschlicher Voraussicht nach keine Erlösung für ihn gibt. Eine schlechte 5rnte hat ihn in die Gewalt feines .5)rundharrn' gebracht, aus der es kein Entrinnen gibt. Die schlechte Ernte löthigte ihn, Vorschüsse zn entnehmen. Z)amit ist sein Schicksal besiegelt. Sein Verdienst ist, nach Abzug der, theuren packt freie Bauern , kennt Chile licht, nur Pächter so gering, daß es aum zum Unterhalt für ihn und seine Familie ausreicht. So quält er sich ein Leben lang damit ab, seine Schuld ibzuzahlen. kann aber kaum die Zinsen rschwingen. Die Schuld geht dann auf eine armen Kinder über, und so. wird ttesen schon bei der Geburt das traurige Zeichen der Hörigkeit aufgedrückt. Es Ist klar, daß eine Menschcnklasse. welche Niemals hoffen kann, zu wirthschaftsicher Selbständigkeit zu gelangen, jede Spannkrast und. Energie einbüßen Der PeomsmuS ist das unheilbare llcbei, an welchem die Mehrzahl der zudamerikanischen Republiken krankt. Ohrenhaube. ES ist eine Thatsache, die sich vielen Müttern in uuanaenebmer Weise bei ihren Lieblingen vemenhch macht, daß die Ohren bei Kindern beiderlei Geschlecht während der. ersten Lebensjähre ost genug m häßlicher Weise abstehen, sodaß sie eher TerrinenhettZelü, als menschlichen Ohrmuscheln ähnlich sehen. Allerdings legen .sich wohl in den meisten fallen die Ohren der Kin der allmählich, mit. zunehmenden Alter mcbr nach dem Schädel m wieder an. und bei den Mädchen traat die übliche Haartracht noch schneller dazu bei, als der den Knaben, um das Oval des Kovfumrisses wieder Unactrübt berm stellen. I Doch kommt es auch dor. daß der entstellende Winkel der Öhrmuschel zur Schadeloberflache sich Nicht vcrnn gert, daß vielmehr die abstehenden Oh rcn. ihrem Träger auf Lebenszeit ver ilLh' ijv :: - ! leiben. ' 1 Ein ' einfacher Apparat, den vor stehende Abbildun oft zeigt, dient dazu, um in früher Jugend diese Entstellung dauernd zu beseitigen. Dieselbe besteht aus einer Art Rlemenhaube. die sich biegsam und doch fest den Ohren anschmiegt unv diese zeitig an die Kopffeüe sanft andrückt. Unter dem Kinn wird diese Ohrenhaube oder -Maske nicht zu seft. wie ein gewöhnliches Kinderhäub chen, zusammenacdünden. ' :' Es ist nicht erforderlich, Riemen, die natürlich auZ weichem Hirsch- oder Vlaceeleder sein müssen, zu verwenden; Leinwand thut dieselben Dienste. Auch brauchen ; die Kinder die Haube nur vährend der Nachtruhe zu tragen.

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Vor Allem sind wir Menschen schon geborene Schuldner. Das Leben selbst t nichts als eine Schuld, die wir mtt dcm Tode bezahlen. Wir haben ferner nichts, wofür wir nichts schuldig wären mcht cmmal die Luft, in welcher wir eben, ist uns geschenkt. Wir sind nämlich schuldig, dafür zu athmen, so ange wir am Leben sind. Die Mutter ahlt die Lieb?, welche sie für ihre Kin)cr empfindet, mit dem Schmerze bei der Geburt derselben. Dafür wiederum schuldet das Kmd ihr seine Liebe. So ist dieses ein gebocncr Schuldner der Mutter, und die Liebe sür dieselbe eine heilige Schuld, Sie es umiomchr bedrückt, als es me rm Stande ist, dieselbe abzutragen. Wenn der Jüngling ein Mann geworden, so ist er seine Bildung dcm Lehr?r, seinen Fchorzam dem Gclch, sem Leben dcm Baterlande schuldia. Schuldet der Mann ab:? dem Anderen wirtlich einniot Rcfe was ja auch des öfteren Vorkommen soll, so kst ihm dieser daür in unserer aeutteten Zeit HumaNltät schuldig." Das sind Thatsachen zn denen Niemand rütteln darf, man kann sie wohl übersehen, verschleiern, aber niemals gänzlich aus der Welt schaffen. Allem was sind gegen de Schulden erst diejenigen, welche wir mit Bewußtzcm eingegangen und aus Heller und Pfcnnig'zü bezahlen haben! Nicht Jeder vermag so leichtfertig in den Tag hineinzuleben, wie jener Taugenichts, der, darüber befragt, weshalb er denn in seiner Wohnung ein so veryaltninmäßig großes Empfangszimmer gemietbct babc. zur Antwort aab: Damit ich recht viele meiner Gläubiger zu gleichcr Zeit warten lassen kann.". Ucbcrhaupt ist in der gesammten Zunft der Schuldenmacher der Gläubi gcr der am meisten verhaßte Mensch. Man erlaubt nch, ihm Namen beizulegen oder eine Stellung in der Geselllchatt anzuweisen, welche den sichersten Beweis für die betrcffmde Ansicht giebt. Ein hochgeborener Schuldenmachcr trifft aus dem Spazicrgange emen der Ä:elcn, die an :hn cme Forderung haben. An ein Ausweichen ist nicht zn denken: der Graf weiß ganz gut, daß der Gläubiger nur diesen Weg gewählt hat ' , r - ..rr UM Mir uzm zuzammcnzuircsscn, um ihn bei dieser Gelegenheit womöglich an inne Schuld zu erinnern. Jcht kommt er auf ihn zn und bcyrüßt ihn: Ah, Herr Graf hüben sich eine neue Dogge angeschafft? FamsseS Thier, auf Ehre! Ja wohl! Ich kann Ihnen sagen, vortrefflicher Hund! Folgt mir auf Schritt und Tritt! Ist anhänglich wie ein Glättbiaer !".... Die Anwickung soll durchaus die beabsichtigte Wirkung erzielt haben.... mn andermal trifft unser Schuldenmachcr einen feiner Gläubige?.' - Es war auf einem Neitweöe in den Anlagen deZ Thiergartens, und wiederum hat der Graf das Gefühl, daß es eigens darauf abgesehen sc!, ihn an das bestimmte Konto, welches der Äusz'cichung harrt,' zu erinnernd Man winkt ihm schon von Weitem, wohl oder übel muß er sein Pferd zum , Stehen bringen. . Nun beginnt folgendes Gespräch: Guten Tag, Herr Graf!" Ich habe Sie zuerst nicht einmal gesehen. vcrr Ztommerzienrath!" Äbcr ich Sie! Wenn man so reitet L Und was für ein famoses Pferd , Sie wieder haben!" nindcn Sie mV.Natürlich! Neitet es einen guten Trab?" Das sollen Sie gleich sehm!". . . ; Ein Anziehen des Halsters. ün leises Schnalzen mit der Zunge, und das in der That sehr vorzügliche Tl?icr schnellt dahin wie der Wind. Der Graf aber schlagt dcm ihm nachblickenden Gläubiger ein Schnippchen und denkt: Diesmal t hätten wir Dich also glücklich vom Halse!" ' i ' t Wie manche Leute darin g'cichj am cm minder zwcilclhaite , ertlakcit,, eine SHuld üufdie frühere zü Haufen. Man kann . ihnen . nichts ,, abschlagen,, selbst wenn man weiß, daß man von ihncn schwer etwas zurück erhält. : Entweder TDiid das ..Anpumpen" mit einer sol chen, Virtuosität ausgeübt, daß man.. üöerrcdet,süberrumpelt,das .ttynttscht Geld hingicbt; oder wir stehen un'e Jm Bann einer persönlichen Licvens' Würdigkeit, welche Gewalt über unsere Tasche wie über unseren Geldschrank bc sitzt. ' Solcher Natur muß BolingbroZc gewesen sein, der leichtsinnige, fröhlich Lchuldenmacher, wie ihn uns Scrib. mit allen Schwächen und Liebenswürdigkeiten in seinem Lustspiel Das Glas Werltefchifttt Solche Pumpgenics tauchen fernci oon Zeit zu Zeit auf; wir begegne, ihnen in der Gesellschaft, wo sie. wohlglitten sind, obgleich Nieniand davo? ilchcr ist. daß er im nächsten Augenblick in die Tasche greisen muß, um Die An:ichmlich!eit I des Verkehrs mit einer 3 n m rn t ;. zu bezahlen die er vielleicht ziemals im Leben zurückerstattet erhält.

Talent bcjitzcn,' sich ' des unbequemen Gläubigers aus jede nur denkbare Weise ;unl1cdiäcn.ljö 'haben Anderebienicht

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"ivii:i'!!Ü':l!i!'ii'ii,i,l'l: ii'lL 35SPOP Mitunter gesellt sich dazu cme Offen heit bezüglich dieses Zustandes, die nur dann begreiflich erscheint, wenn alls jene Merkmale zur besten viriung zu fammentreffen. Ich habe einen Bckannten, der gleichfalls als solches PumpZcnie beleumdet ist. Neulich be-. gegnete ich ihm aus der Straße, mt er, in einen Pelz vom elegantesten Stoff und Schnitt gekleidet, daherlommt. ... .Guten Tag!" Guten Tag!" Donnerwetter. Kerl, Du hast Dir ja ein Prachtstück von einem Pelz ang fchafft! Was kostet der? Ich weiß es nicht," antwortete er, mein Schneider hat mich noch nicht, verttagt!" .... Ich begriff diese Antwort; er pump! eben alle Welt an und weiß erst, was er v schuldig ist, wenn man sein Geld haben will. Er bekommt auch selten eine abschlägige Antwort. Nur cinmasoll sich sein Talent nicht bewahrt haben damals, als er unsern gemeinsamen Freund I., den hartge sottenstcn Zahlcnmcnschcn unserer ge sammten Bekanntschaft traf. Es war auf der Straße und Freund Pumpmeicr tritt an ihn heran. X. wapp nete sich mit allem nur möglichen Wi derstand; er ahnte wohl, daß es Gegenstand einer wohlüberlegten , Ucberrum pclung werden solle ..'.. Du rechnest , wohl wieder," sragt Jener. Man muß nachgerade in dieser schlechten Zeit!" Darf ich Dir einmal ein neues Exempel aufgeben?" Laß hören!" Ich bin nämlich in einer kleinen Verlegenheit. Wen ich nun annehme, daß Du dreißig Mark in der Tasche hast, wie viel würde Dir übrig bleiben, wenn ich Dich ersuchte, mir fünfzehn davon zu leihen?" Dreißig Mark," erwiderte x. prompt, indem er sich aus dcm Staube machte. B'eln wir auf dem Gebiete des' Schutd:nmachcns richtiger Weise drei Stationen, Anpumpen, - Gemahntwer den Nichtzahlcn annehmen, so bcsin den wir uns nunmehr auf der Zweiten. Auch hier wächst der Humor fo gedeih lich, daß man leicht cm Sträußlein, gewunden aus den artigsten Vorkomm nissen, herstellen könnte. Eine Dame besucht ihre Putzmacherin, um sich nach dem Charakter eines Dienstmädchens, welches hier früher m Stellung gewesen, zu erkundigen. 'Sie ist fleißig und ordnungsliebend," erwidert die Ge fragte, in dieser Hinsicht hätte ich nicht zu klagen!" Ist sie aber auch ehr lich?" fährt -die Dame fort. Darüber bin ich in Zweifel," cntgegnctc die Putzmacherin ; ich habe sie letzthin mit meiner Ncchnung zu Ihnen gesandt, und sie hat mir bis heute noch kein Geld abgegeben." . . SolchcsÄncn durch die Blume ist in den meisten Fällen ebenso schwer wie heiter.. .. In jedem Falle' bleibt das Mahnen immer pcinlich, sowohl für den Schuldner als auch für den Gläubiger. M gehört auf beiden Seiten schon eine bedenkliche Hart,, , gesöttenheit dazu, wenn man sich leicht in die betreffende Lage hinein findet. Einen Fall giebt cZ übrigens, wo der Schuldner das Mahnen seines Gläubigcrö nicht mehr hört. Der tritt immer dann ein, wenn er sich bis über die Ohren in Schulden befindet. So überwuchert der Humor diese an sich unerfreuliche Situation im Leben des Sterblichen mit reichem Gezweig. Und das ist ein Glück; denn auf diese Weise kommt er am ehesten dazu, sie zu verwinden und somit wieder flott zu werden sür die Obliegenheiten des Daseins. Ich habe einen guten Besann tcn, der, sonst ein famoser 5icrl. doch niemals aus den Schulden, heraus kommt. Dazu hat tt das Unglück .einem jener Lumpen in die Hände gefallen zu seht, welche nicht allein ihr Geld zurück, verlangen sondern den kleinen' Sienst, welchen sie mit der Gewährung des Darlchens erwiesen' haben noch mit blut! h gen Wucherzinscn' ln die Höhe zu irci-' ben wissen. ?Das Gesetz geht ihnen ja. wenn : eine Klage erhuben wird, scharf zu Leibe, allein die Schlaufüchse lassen sich beinahe immer eine Hinterthür offen, durch welche sie entschlüpfen. ? Wann also' werden Sie zahlen?" herrscht des Gläubiger den, armen Gustav an. Der antwortet mit aller See. lenruhc: ' : ,; ' Sobald ich das Geld bekomme, wcl. chcs mir der, Berleger zahlt, wenn er den Roman acccptirt, den ich ihm einsende, nachdem das Werk , beendet ist, .welches ich beginne, wenn ich nur"st einen Pas. senden Stoff und die erforderliche poeti sche Inspiration habe dann sollen Sie Losort öcsricdigt w:rdcn!" I5I Der Wucherer ist außer sich; mein Freund behält seine Ruhe.' Jener sieht ein. daß er gefoppt werde; dieser will sich zn keinem anderen Termin chestim men lassen.' 'Es kommt natürlich zur Klage. Die bekannte Hinterthür steht offen, i i Gustav wird vcrurthcilt. Nun nimmt der Proceß den üblichen Gang. Der Gcrichtsvollzieher sucht, was erdicht findet und Gustav bekommt die Borla duug," den Offcnbarungseid zu leisten '...'..Alle Wetter," sage ich, das hätte ich doch ;'" zu r vermeiden ' gesucht!" Glaubst Du denn", erwiederte er, daß ., ich dem Manichäcr den Gefallen thun werde ? Du wirst es wohl , mJjZcn. : nachdem die Sache einmal so : weit gekommen ist!" Fällt mir gar niät ' ün!" 7.Wie willst denn Tu diese ' Nlippe zu umschiffen suchen?" .. DasS Liest Tu schon ? fehen, cntgegnete et; ?chcimnißvoll. , Der Termin kommt. Der hartgesottene ' Gläubiger wartete chon. als Gustav erscheint. Aber den ß Manifcstationscid hat er wirilich nicht zclcistct, weil er, wie er zum Gaudium der Anwesenden angab, ein goldenes Fünfmarkstück verschluckt habe, welches lhm!!-'nochimmlim' Ob es wohl inzwischen den Wallcrcg .TpciWkgenommenchM ff Au s v e ql lii'H. :Ü!,: . :!";!,!!'" 'm .,a 4',! DaS Häuptthcil menschlicher Beschwer MWMWdm'M : :st. selbstgeschaffene Pein! irzvhic leck, glücklich zu werden.. . Du wirst dann glücklich sein !

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