Indiana Tribüne, Volume 15, Number 161, Indianapolis, Marion County, 28 February 1892 — Page 6
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Zie HeZttttttde der Zukunft. SrnHostith ff.Rkbert.
Vor fünfundzwanzig Jahren existirte schon das. was man die neuere oder wissenschaftliche Medicin nennt. Man sah efcr überall noch die Evurtu der alten Medicin, man sah ab und ' zu noch ihre leibhaftigen Vertreter. Eines schönen Tages fingen wir Studenten des vierten Jahrgangs, Meister Cppol zer von der Klinik zur Sektion in hellen Kaufen begleitend, durch -die Höfe des gemeinen Krankenhauses in Wien. Da kommt uns ein weitaus kleinerer Haufe entgegen. An der Spitze ein grauer, gutgenöHrt, augenscheinlich gütiger alter Herr in schwarzem Frack und mit einem laugen, silbcrbefchlage nen Stocke in der Hand. Es war Pri inarius v. VisMnk, der mit seinem ärztlichen Stäbe von einer Sektion kam. Qppolzer grüß ihn mit freundlichem Winken von Weitem. ?lls die beiden Haufen aneinandergestoßen waren, wurde Halt gemacht, der alte Herr nahm ine äußerst entschiedene Miene an und mach Oppolzer in gebrochenem llnga Tisch-Teutsch in folgender Weise an : ..Ich werde Ihnen beweisen, daß man Tnphus auch mit Decoctuin graminis iurirrn kann ; jetzt habe ich einen Fall ?(:ur, damit auskurirt ; wollen Sie sehen V Oppolzer antwortete gutmüthig : Gratulire. gratulire V Man schüttelte sich die Hände und ging weiter. Ter Alte glaubt das wirklich," )re:uerkte uns Oppolzer, ja, er glaubt noch viel ärgere Tinge." Ta sahen wir den Gegensatz zwischen der alten und neuen Medicin. Tie- Medicin ist eine der ältesten und interessantesten Erscheinungen des EulturlcbenS. Wenn 'Aristoteles den Men fchen als das politische Geschöpf" des! nirte, so muh das ergänzt werden. Der Mensch ist auch ein , .medicinisches Geschöpf". Ueber die tIreuzen der eigentlichen Geschichte zurück bis in die prähistorische Zeit hinein reichen die Cpuren der medicinischen Versuche des Menschen. Wie das Turchstechen der Ohren nnd der Nascnfchcidcwand und -noch manche andere Operationen der wilden Völker zeigen, wird seit jeher Redicknisches betrieben. Darum der steht auch jeder Mensch vor Allem zwei Tinge: Politik und Medicin. In diese zwei' Gebiete hineinzureden hält sich Jedermann für berufen. Die Geschichte der Medicin zeigt uns daher begreiflicherweise ein großes Ma Uxia k: iic in ein arones Kavüel der Eiitturgeschichte. In der alten Midi ; kn zeigen sich zwel große Fundamental- - Irrthümer. Erstlich machten Aerzt? . und Kranke die Voraussetzung, man znüffc bei jeder Krankheit sofort tiiri ten, sonst müsse es schlecht gehen. Zwei te::s macote man die VorauSfeknna. hak das auaewendete Mittel aebalke '. bat. falls die Krankheit ant ausaina. ! Seide BorauSlekuuaen wurden von der wissenschaftlichen Medicin widerlegt. ! t-z r ' ..t. r?i.ria vr imix oic ilcuuiihi. wiener itfid, r Welche dett Mythus vernichtete. Skoda 5et;ife. öiin die Zn n aenen! i u na u ttl? ,tt einer gewissen Zahl von Fällen ausheilt. , ob man -dcnl ttnmkm überhaupt eine Medicin gibt oder nicht, und welche ' Medicin man ihm auch immer gibt. und daß eine gewisse konstante Zahl stirbt, wie die Behandlung auch immer mar. VI1! A i ( ,: lrt. .f 1.4 Siw liiti. ! llHU.lUtJ lUUU'k Uli l l'.en iiincren also eiaentli tint ma hnrfthrhrnen'M fifimc fri ittW pftttpsiin Misliit! sms Aerzte, wie auch Laien. Tie Aerzte stntten sctt icher am Krankenbette herum und die Kranken starben. Und so ... - . ": . ' das Dasein einer Heilkunde glauben, i Denn bei den akuten Krankbcitcu weis . . . ' ' ' . 4TJCII 01C ij'l.ulllier 10 ICnr DON CllmllDCr ah. dan dA tnrtÄ drr fv.nr sürnZ Beste erklärt, von dem Andern als ' ' " M ' ! i
Krankheiten nachgewieseU, loie um oem iiroirope zeigen; einer v TATu ItZ.ul . l 'l
ch Alles das formell besta- der mächtigsten Monarchen stand da j m uj",uu "45?
sagt schon Hippskrates: Durch solche . wenesien reisen oer mensconazen c- iuirf usru i . Streitigkeiten ist die ganze Kirnst bei kellschaft die neue Anschauung über lung nn gesellschaftlichen Leben ändert, den Laien in große Mißachtung ge Krankheiten und Medizin begründet, da Als die Mediän noch in der Epoche des ksmmen. h hdi w 'üfaTÜiM Nicht nn . die Krankbelt sich MUrtaanzen Erde Mythus, des Aberglaubens war: war
schlecht verworfen wird. Auf dltfe'MW
Weise möchte die Medizin wohl der Kunst der Wahrsaaer alcichcn. weil die . - u ,Ty : AugNlcn denselben Vogel wenn er zur Linken sich zeigt, für günUlg, zur Rech ten dagegen für unheilbringend halten. hn auch bei den Auguren mrd man dies bei. dem Einen so pci dem Andern nsers finden.Von Plato, der die Medizin für einen Beruf hielt, dem sich ein Gentleman -nicht widmen sollte, bis auf Owcn und Mokiere und bis auf Jean Paul und Vörne geht die hundertkansendsältige Satire aus die Aerzte los. bald die lächerliche Seile des ärztlichen Standes streuend, bald die Aerzte ernstlich , beschuldigend, daß sie die Leute durch vcrkehrte Behandlung umbringen. Es t gar kein Zweifel, daß auch der lete Vmwurf für manche Epochen der Bergsngenheit ein vollkommen berechtigter Var'; die Geschichte der Medizin verhehlt und verhüllt eZ nicht; sie erzählt davon Offen. Aber wie viele Menschen sind von den Juristen unschuldig getcdtet und unschuldig gemartert lvorden? Wie singe ist denn die Tortur abgeschafft Wie viele Menschen sind von anderen Bernfsartcn auf olr Schlachtbank ge'führt worden? ' Indem die neuere Medizin mit den Voraussetzungen der alten traditionelle Heilkunde .geradezu eine, Tabula rasa Machte, vernichtete sie gewissermaßen die Heilkunde selbst. Aber nur scheinbar. Vernichtet wurde blos die Selbst- . täuschung, . der Mythus. Tafür entstand die Heilkunde als Wissenschaft. Es wurde durch 1 die pathologische Anatomie die Lehre von der Natnr der Störungen und' durch die physikalische 'Tiagnostit ihre Erkenntniß am Kran kenbett begründet. , Wie man aber die ttrantheiten heilen solle, das wurde als
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Xim yatte oer arztliche, itand einen . ??uu. . uu -.. . .. 47 . 'an, anderen Eharakttr gewonnen. dieser Praris. und ich danke Gott das; führte em Sch agwort iin Munde; Der . aast alle Aerzte von Wien sind Stg. ! mir das Leben zu einer Zeit gab, wo .Arzt muß frei sein! Die fre,e orfchun
das und Rotltanskys Schüler und ich kann nur mit der größten Genugthuung kn Eindruck schildern, den aus mich Zese Skodianer machten, wenn ich als junge? Doctor hie und da am Krankenbett mit ihnen zusammentraf. Präcise Diagnosen, vorsichtsge Prognosen und eine nüchterne. jedemAberglauben in der
Therapie gegenüber kühl sich verhaltende, Abweisung mrlich dem Stande eine Würde, die nur den einen bitteren Bei aefckmack katte. dar. das Wissen War sicher und positiv, das Können aber fast null erschien. Und doch war der Vor ibnl in dtt Stellnaa des Arücs ein f csir I bedeutender. Wenn auch dem Arzt nunmehr im Falle der Genesung rein .. . .. . " so arokes Berdienst zuaeschricven wurde, so konnte doch andererseits der s so oft gehörte Vorwurf, die Amte hätten den Kranken verpatzt", im Allgemeinen nicht mehr erhoben werden. Tas ge bildete Laienpublikum fand sich bald und leicht hinein. Tie. zunehmende naturwiszenschaft liche Bildung machte es auch dem Laien verstände klar, daß der menschliche Qrganismus ein ungemein complicirtes i . . und gcheimnißvolles Gebilde sei. dessen Störungen zu beseitigen ein kaum lös-
bares Problem sein müsse. Tcr UatlXsn einem Lorfe liegt em Utnd an t . ' . 1' . nT i tf I . " f I " rft L.
denkende Laie rnüfefc sid ch sagen,' daß eine Störuna im Herzen oder im Ge Kirne kaum aebessert werden dürste. wenn man alle zwei Stunden einen Eß lössel vor. Kräutcrabkochung oder drei kleine Kügelchen hinunterschluckte, die der Apotheker aus Saft und Pulver fabrnirt. Man stand ans demselben Standpunkte, auf welchem nebst vielen r f. .. . ' ' ... 1 i . .v I luderen auch Napoleon I. -stand der In den Gesprächen mit feinem Arzte die Möglichkeit, die Krankheiten durch Me dizincn zu heilen, lebhaft bestritt, aber in dankbarer Erinnerung an den großen Kriegschirurgen Larrcy ausrief: Ach. die Ehirurgie. das tji etwas An deres: Da hätten Sie meinen kirurZen en chet Larrey sehen sollen!" Man hatte Achtung vor den Aerzten, weil man wußte, daß die Wissenschaft der Krankheiten einen festen Boden cie wonnm, man achtete den ?lrzt als Ge kehrten, man zog ihn in alten Fällen zu. damit er die Sachlage beurtheile, das Schädliche hintanhalte und die Kräfte der Natur Unterstufe, aber man erwartete keine Zaubereien. . Wer schon in der 5eit. da ick den ' " ' lp--w ' . I Toktorbnt anfseken durfte, war eine neue Epoche für die Medicin im Wer. den. Pasteur hatte schon nachgewiesen, daß in der Lust unzählige Partikelchen . oraanttcker uonamen. in denen man Keime verniiithete, herumkreisen und herumfchweben und daß große und wichtlge Vorgänge im Haushalte derNatur, wie Fäulnis; und Gahrung u. dgl., eben von der VZitwirkuna dieser Keime abhängen. Auf Pasteur fußend, Naüenr' Nerkucke nackabmend und den Annabmen. die daraus fokaten. weitere Geltuna divinatorisch zuschreibend, kaute LiS das nstem der antisevtischeu Ehirugie aus. Und wohl waren v: . ki.t.i tzci I ,.jc I cx da imen Zaraniekttnaen nmronenoer UNO eifriger nachging. Koch's überraschende Funde führten bald' zu der im Wesen unbestrittenen JnfectionsTlieorie, welche über die gc sammte Medizin ein ungemcincs dem verschwindend llciiien Lebewesen "aeaenübcr. welches am Geschlechte der Menschen Massenverheerungen anrich . venn oer uno ocs ulliicuzaBaeilliis richtig istt wird auch in den . ? 't' p rrt . I lozu,agcn p: pu ar gcmacyr yar. , i . . ,i . ! .... tl RlchtlgenatuchlssenschaftlichcGrulidI. ..!.. ...... . 4.t 'V... I deines richtiaen Lebens. Nur feblt es uuiujuuuuiiu. um uic muiuiiiuiiiiuui i OarM noch. 'Jeder Atensch mutz heuts 1 ' !. . j . . ' . I litische Tagcöpcnsum absolvircu, das . wiU so die Aufklärung.' Wenn aber t v ' t w. :- l . ir i I nur der zehnte Theil der dabei stattMl... ihntt ,V litl : Af TtrlnM Itrttf-. I findenden Geistesarbeit anf Entwicklung richtiger Anschauungen über das Nahn leben verwendet würde, so wäre es der Menschheit wahrscheinlich Nützlicher, Tie kommenden Jahrhunderte werden )a- Versäumte nachzuholen haben. Und so geht auf mcdicinischcm Hon m- : ,5 ,!. .m ich soeben genannt, Zeben alle noch. Ähre gunde gaben der Heilkunde, das neue Gepräge in den letzten 2.". Jahren, mw ich kaun nicht anders, als diesen Namen, wie oft so auch heute nur meine Huldigung darbringen. Bar Allem muß ich als Ehirurg ftrrr Ynfp.isi Vtr finpm nrnfn Wohlthäter der Menschheit, aüch den ns,m im nAfancn. da er vrin.iiiZell den v " ' - r l form ' " ' ' ..:.. 1 ' le Möal cd. Tcnn wenn die Nniections. theorie schon nach allen Richtungen fcr tia acbaut wäre und für " alle' Zeiten felsenfest dastünde, so wäre sie doch nur eine Theorie., Aber die antiscptische lvbirnraie bat den Beweis aeliesert: dak wir überhaupt im Stande sind,' den Wirkungen der Krankheitserreger zn beaeanen ' und damit tritt die aan Heilkunde aus dem Zustande einer bloßen Wissenschaft in den Zustand einer, wirklichen Praxis.! Ter Mythus mnrde durck die Skepsis beieitiat. dann trat die theoretische Phase ein. endlich tritt die Phase der realen rationellen Praris ein. , ?s. (hWtt,e . hi r.hnhhon Oll CIUIIyili UI1V V14 VIVlUIIWII x.. r:K : X. 4,.
,oit vjrfviq,e virzcr vjijuurgit, lütiujc -vv1 ,lu.,.w... zn antrieben, daß man den theorcti. dem sind dort noch zwei Aerzte. Bcr J .,. ' v-: l' !i w i. ' s m jt '-w " i' Jt m
S (fit hfrftrfitet. Tnr ein aen obren nerzie nno Ni o iin onenliimen Glenne
ließ sich der scliae alte deutsche Kaiser angestellt. Im nächstm Bezirk gibt es
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zonte förmlich erne neue Welt auf, die von vicruni in o,ieuiilazcn lcnWelt der ' pathogcnctischen Mikro- stcn stehen wird. SowicdieWirkungsorgamömen. von welchen man sagen keise der landcsfürstlichcn Bezirksärzte kann: AlinZlnis maxima operatur früher mcbrere Bezirkshauptmannschafs Deu. ?ie ülücklichen orsSer. welche tcn umfaßten, bis die zunehmenden
Beweis aclicsert hat. eine neue flp . w
Epoche der Vkedicin. eine sanitäre Re. nmer nicyr uno meyr vom osicntlicycn ' . . . . . I ..v rthfn.ttirttrt tmri .' jf.?.1
des aaineii ac cu ssiarnissictt X'evcnä -i
diese Wandlung vor sich ging. Hinter uns liegt dl Nacht t$:c Vergangenheit, in der wir noch tappten z wir sind die Kinder eines hellen Morgens, und wenn es erst nach Seiten und Zeiten' voller lichter Tag ' in der Chirurgie werden wird, werden unsere Nachfolger aus unseren Schristcn lesen, .wie freudig
wir oieje iqji oegruicn. ie innere Medicin hat einen, schwierigeren "Weg vor sich. Schon der erste Schritt, die Koch'schc Behandlung der Tuberkulose. brachte eine Enttäuschung. Es werden noa? anocre niiauicoungen rommen. feil man endlich die Sache einmal beim richtigen Punkte anfassen wird. 'Eine ganze Welt nran ja erst durchforscht . t k i...f!jtit rt .i weroen. eine unneyroan w. Indessen hat man Zeit, eine noch unsagbar große andere Aufgabe anzu greifen. Möglicherweise wird sie den Kernpunkt aller hierher gehörigen Be strebnngen und den Hauptinhalt aller Thätigkeit und aller Erfolge der Medi ein bilden. Es ist' die Verhütung der Krankheiten. Hier liegt aber eine .Au,, gab? vor. wo die Menschheit mitwirken muß. Die Tiphtheritis ist höchst an rij.-t e.it... k! m. I . iii'fY ... Iieacno. oaycr sollen oirxtpninmnicgen isolirt werden. Was sieht man aber? ipmyeruis. AM)r nnr oie öimocr derselben Familie, sondern auch die Kinder der Nachbarn kommen herbe,. küyen das arme kranke Kind und holen steh den Tod. Das geschieht aus dem Torfe; in der Hauptstadt kann das gar nicht vorkommen. Nun. da ist bei einem Bäcker ein Kind an Tiphtheritis krank und wird iXt k .. . ,f. fi ... ifWl ..AI.. vom rzre i,sge,pri?i. iminur hält es und über ihre Hände rinnt die auche. In dem Augenblicke, wo sie das Kind wieder in das Bett zurücklegt. kungelt es und erne Kundschaft tritt in den Laden. Noch bevor der Arzt sich umsehen konnte, ist die Frau draußen . . l , j. i uo grm oer siunOWafr ore veriangrcn Semmeln mit den verunreinigten Hän den, die sie im Hinauslaufen an der Schürze vielleicht etwas abgestreift hat. 3 einer Vorstadt erkrankt ein Arbeiter an Blattern; noch drei andere find in demselben Eabiuete wohnhast. Aus Furcht, in Eontumaz zu gelangen und damit den Tageslohn zu verlieren, wnd die Erkrankung nicht angezeigt und Tage lang gehen die Arbeiter Morgens von dem Blatternkranken weg und kom. men Abends, um wieder neben ihm zu Walen. Da sie die Krankheit unter die zahlreiche 'Arbtttcrichaf t einer gropcn pavni verschleppten, vaz veaa)tc:en sie mcyr. Man sieht hier die fanitütspolizelliche Ausgabe der Mcdlzm. Wir haben ,n Oesterreich ein Sanitätsgesctz und die Organisatjon des Sanitätsdienstes ist i i e . j . ' t . i js. . t ff r . vel uns sän aue:uyaioen m Currys uy mg begriffen. Es ist dies eine Re form von sehr arotzem Umfange. Be denken wir! In meiner Heimathstadt, wo nicht ganz viertausend Einwohner leben, ist der ch einer Beurkshaupt mankschast. Ceit Heuer ist hier auch ein t f Hsirf ürtf-sf' rtttrif'sst " Nicnl lung des Landes m Santtäksdistricte ist der Bezirk in zwei Sanltatsdiztrtcte getheilt, zeder der beiden anderen Aerzte lst TiZtrictsarzt. Tort wird sich, ein vierter Arzt kaum ansiedeln. Alle drei Und so geht es durch das ganze Land. Nahezu Aerzte ans dem Lande sind rm vnmnu mm? stellt, siud als Beamte. Und so sehen s. ..Iftj.. rri.v t.:... . . j ijt iL m am Jt r urnnryr ""tt nur n civcrbcstand. m mmm zu T. f Clil . 44 AM 4 ..L a.... wurde der ärztliche Stand zu einem Geumi vu.m jiyivvi... lehrtenpanoe.. uno, imm mcdicin . . ,4, . n ... ben der Gesellschaft sanitärisch regeln. den Praxis annimmr, wiro oer arzmcye . . z oi n . V Staud zu einem Bcamtenstand. lrniTsl 2 1 PITIFIII . .lCIlIIIIPIIlinnn. , Alle Argumente., welche heuhutag? vorgebracht werden, um prinzipiell zu erwägen, od der ärztliche Stand zu verstaatlichen sei oder nicht, sind gut,, uud schön. , ; Ob man die Frage so oder" so beantwortet, der Gang der Tinge, wird so sein, das; faktisch eine immer' größere m, fX. if . Cf i j. . u 1 . " . 1 4 Jf , i. Ahnden bewiesen, daß jede Bezirks hauptmannichafl einen ezmsarzt yaden müsse: so werden auch die Samtätsdistrikte wegen der zunehmenden Arbeit langsam kleiner werden und dadurch die Zahl der amtlichen Stellen Auch die Zahl der Spitäler Wird UUMCr CirOtJCr ,lINd die -pltalsbeHandlung immer populärer getuchter werden. Und selbst in 1 den rri'iv,. mg. i'ir.-r cm "' 1 !' . . b , :: ';1 !, I Aerzte dieser AN werden , m ibrer 'Praris immer mehr an die Beobachtung acwisscr, im allgemeinen Interesse aclcgencn Normen und Borschriften gebunden nnd soml! verantwortlich fein, Schon letzt muß jeder Arzt die Mlle an steckender, Krankheiten anzeigen, schon jetzt wird l)ie Desinfection nicht in einer vom Arzte beliebig, sondern in einer nach allgemeinen Normen geregelten Weise vorgenommen. Und je mehr die Heilkunde an Poslllvem entyalten wird, desto mehr ist der Arzt in seinem Han deln gebunden. Heute müßte es als Kunstfehler erklärt werden, wenn ein Arzt die antiseptischen Maßnahmen bei I tm?r asfrirailTla DütT einer ir?rsttinn " if It ' ' ül I vlnss? miivd?. , nM WoStri
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muß beschützt werden'.'In der Thal,
handelte es sich aber darum, ob ma bei Typhus ein vecoctuni grarninis ovcr valomcl verschreiben dürfe und um Ähnliches, also darum, ob der eim oder der andere Aberglaube berechtigt sei. Wie aber die Medicin auf natur wissenschaftlicher Grundlage steht, kann nur das krwicscne in der Prans vln weuduna fiudcu. Und so wird sich die Standeöfram lösen. Dafür wird aber der Stand eine ganz andere Rolle spielen. Die Einen wollen die Gesellschaft ökonomisch ...- . c . t -r t it t .'. . organlmen; feoer Mensaj fou seine Suppe, sein Ztindfleisch und Gemüse daben, bezlehunaswelse verdienen Zonnen. Tie "Anderen wollen den sittlichen Zustand haben: ledcr Mensch soll mit seinem äußern Schicksal zufrieden sein und in seinem innern Bewusstsein Glück finden. Tie Gesellschaft muß aber auch sanitär orgamsirt werden. Was nutzt Suppe', Rindfleisch und Gemüse, wenn der Magen nicht gesund ist? Und was nutzt es. wenn man den Menschen ntt lieh hebt, aber ihn Beute des Bacillus und des Eoccus sein läßt? Ist das der 3wea? Ter Arzt wird in seinem, die öffentliche Sanität fördernden Wirken einer der wichtigsten iIactorcn der socia len Oraanisation sein. ' Schon faßt man diese Bedeutung des Standes in'S Auge. Ter Unterricht der Aerzte muv anders werden. Und in der That ist die Sache durch Auftrag der Unterrichtsverwaltung in amtlicher Behandlung und wird gewiß in dem Sinne entschieden werden, daß d:e öffentliche sanitäre Wirkungsweise des Arztes erfolgreicher sein 'könne. Sie werden, meine Herren, mehr lernen müssen, aber methodischer und prattischer als bisher. Aber auch die Unterrichtsbebelfe müssen verbessert, erweitert werden. Wir haben diesbezüglich unsere Antrage der Regierung unterbreitet und sowohl der Ministerpräsident, als auch der unter ricktSminifter. wie der Statthalter ver sicherten uns, daß sie nicht nur die Wichtigkeit, sondern auch die Dringliche keit der Anaeleaenbeit wollkommen an erkennen und daß sie namentlich die Errichtung neuer, moderner Anforderungen entsprechende Institute für uuabweishar halten. Ich kann Sie. meine Herren, versichern, daß die große Frage deö Umbaues des k. k. augemeinen Kranken Hauses in ein System klinischer Justi' tute ein weaen der rechtlichen Eomplicationen und der finanziellen CWiWirtf';.,, frfivuiM-irti.! littS, rtrnt? wiiviminivfi uiukvtivv ... vp artiaes Vroicct in amtlicher Behand lung steht. Und vor wenigen Tagen ist auch im Parlamente eine Amcguug in cntaeacnkommcndem Sinne acschcben. Tie gegenwärtigen Studenten müssen über die aroncn Schwimarnten dcz jetzigen Zustaudes, so gut und schlecht es geht, htnuverkommen, Utld so eröffnet sich vor unseren Blik i kni eine Perspektive für neue wichtiae Älrvcitcn. an denen unser tand einen hervorragenden und hochbedeutsamen 'Antheil haben wird. Ll m M e e t e. (TächsilS.) Te Mevcn- schrieen fast sich heiser, , Te Luft war so gewiddcrschwcr, Ta saß ä kleener', bescr, weißer, Bildhibscher Silbergreis. al Meer. Er drank ö Fläschchcn Kohlensaures Ob s Soda, oder eldcr war Ich kann nicht sagen, ich bcdaur' cs Und s is mcr haide noch ich klar. Tazn cn Hcrig essen that er und's Hauvt- sank auf die Brust ihm schwer: Es hadde uamlich einen Kader Ter llcene Silbergms am Meer. " . Mikado. Die Namen, welche wir. bei der Taufe r l en, behalten wir bis an dle.Schwclle des Grabes. Ter Sohn des Himmel, der Chinese würde sich da mit nicht begnügen, er muß Abwechse lung haben. Gleich nach der Geburt erhalt das Kind von den Eltern den Milchnamcn", im Knabenalter , den Schul- oder Buchnamen." Hat der Knabe einen litcrarischcn Grad erreicht odet tritt er ins oncntlichc Leben nn. so wird ihm der Mang oder Dienst namc" verliehen. Am zwanzigsten Ge burtstaac erhält der Jünalina die Mannölappc" und den - ltelnamen" (letzteren auch die Mädchen bei ihrer Verlobung), welcher ihm nun bleibt nnd bei erreichtem fünfzigsten Lebens jähr durch einen ehrenden Zusatz ver mehrt wird. Nach dem Tode, erhält noch , jeder . Chinese einen Ehrenna men". der, dem Leben und Eigenschaften des !beritorbencn entsprechend gewählt V f. dir 1 T .." .. : v " ,n ä r . e. j. ' . r uno im '.'iyncnsaa. ocs Kauzes verzelcy nct wird. . . .,:::,. , . : : : ;i .v ''A us. der , Kinde rst u b c. Ter,, kleine :Korl ist nicht nur altklug. er, ist auch ein großer Wildfang. Heute hat, er wieder Hiebe gekriegt, weil er seine ' chwcster . geprügelt hat. ' i Er schluckt "die Thrcn herunter, tritt trotzig bei Seite und ' stößt verbissenen Tones hervor: .Wenn ich nicht einmal mehr meine Schwestern prügeln darf, denn denn pfeif ich aus s gamillen leben!" ti '!!'!jif'':r ! f,i''iii!ir'''!i!!, i'ä'riöfjfi'ipf fjf s-!i': v ' ', 'I-' ' -. 1 jf ,, : Abgelehnt. 'Lieber ," Herr Meier, wären Sie wohl in , der, , ange nehmen Lage mir zweihundert Mark zu borgen?" ..Liebster Herr Schmidt, zu Ihrem größten Bedauern bin ich momentan Nicht bei Kasse!" , , , Kasernenhofblüthe. Feldwebel : Was sind Sie V Ein jähriger : Mediciner !" Feldwebel : Na, das Brechpulver scheinen Sie auch nicht erfunden zu haben !" Doch etwas. Tame: Aber. Marie, so wollen Sie ausgehen Sie riechen ja fürchterlich nach Terpentin." Köchin : Ja, ich hatte gerade kein anderes Parfum zu Hause."
Vom Altwerden.
Mann und F rau. Ich schaue aerne in den Spieaek. 5cicht aus Eitelkeit, wie ich wohl nicht besonders zu versichern brauche, fondern aus Interesse. Sein wirkliches, leib hastiges, cigmcs Angesicht bekomm! der ; Mensch ja ohnehin niemals zu sehen. Weshalb sollte ich nicht wenigstens aus dieser amalgamirten Glasplatte ersah rcn dürfen, wie ich-denn eigentlich bin? Tagtäglich sehe ich so viele Leute, die mir herzlich leichgiltig sind; ich habe doch wohl auf mich fc!b.'r auch ein An recht und dars neugierig sein aus mich. Mit dem ich ililch so viel beschäftige, für den ich. iei eZ absichtlich, sei es aus Jiistinkt. ein ganzes Leben hindurch so Vieles leiste. Und wie ich so vor dieser Glasscheibe siehe, schaue ich durch meine eigenen Augen auch in meine Seele hinein. Ich erforsche sie. ich ermuthigte sie, ich mache ihr banae, ie nach Aiikf; uud Gelegenheit. Und den Eindruck, den man Zuspruch, meine, Forschungen und Trohuugm machen, lese ich dann von meinem eigenen Gesichte herab, solche Lektüre fördert am besten die Einkehr in uns selbst. Tie Anzeichen des Niederganges: der gelichtete Wald des ehedem üppigen Haarwuchses, der Anfing von Reif auf dem Barle, ein locker gewordener Zahn, dic schlaffe Haltung, die Korpulenz oder Hagerkeit der Gestalt, alles das regt zum Nachdenken an. Tcm Photographen vor dessen geheimnißvoll ver hüllte Gestalt und nach uns zielende schreckhaste Maschine wir ab und zu so gern h'nitrcten , dem Photographen sollen wir nicht trauen, denn er lügt mit seinem trügerischen Pinsel aus un screm Gesichte die Furchen und Run zeln hinweg und sein schlaues Glas läßt das eckige, lauge Gesicht in lieblicher Nundung. oder, wenn es allzu voll ist. in edkem Oval erscheinen. Tcr Spie gel, dessen glänzende Fläche uns ehedem kühn und unternehmend machjc. mahnt jetzt zu? Entsagung. Alle n mw.'ilen trügt sogar drr piegel; sc b't das Quecksilber ist bestechlich. Wenn wir nach einem cxauisitm Ge läge, von der Glulh cdlcr Weine, von der Warme einer fröhlichen, geistvollen Gesellschait, von den strahlenden Augen schöner grauen erhitzt, einen Blick in den Spiegel werfen, dazu uns auch noch ein wcu'.g stramm cmpoinchkn, mit der Hand durch das Haar fahren, den Schnnrrbart aufzuwirbeln oder den Vol!b.nt streicheln, da ist eö, als ob im ser Konterfei, das uns fchmunzelnd zu blinzelt, sagen wollte: .Du bist ein Bursche,- d'r immer noch seinen Mann stellt!" und das Original des Spiegel, bildes nimmt Alles für baare Münze und nickt verständnißinnig zurück. Zuweilen reslcitirt das Antlitz icncs verklärende Leuchten, mit welchem ir gend ein? große Gttmczthuung. ein Er folg. das süße Familienglück. oder ein ... cv i: ....ini..irf.A 4. 4, puiec -ini.iiui.) iiajif ;auau;cu zu i?tc zungen pl.cgl. ,as euncywunocne Jünglingsalter wirst einen, seiner hei teren strahlen zurück, gleichwie der nicdcramanacne Sommertaa. TaA Antkiv leuchtet auch in der That auf, aber nur inr Dämmerschcine. und als" bald taucht das Blinken des weiß meOrten Haares oder die Mondscheibe des Za.z!cn Scheitels empor. Tie Frau so sagt man ' weiß ihre Jugend Noch langer zu erstrecken. TieiLmaen Jahre, welche sie sich ehe dem in dem ruhelosen Sehnen, endlich auch schon ein erwachsenes Mädchen zu scm. zugelegt hat: diese Jahre Zieht sie nochmals von dcr.Sunnne ihrer Lenze wieder ad. Sie fordert deu Borschuß an Jugend, den sie sich einst selbst ge geben, nunmehr mit Energie zurück, selbstverständlich nicht ohne 'die gesetzlichen Zinsen. Manche Frauen, so habe ich mir sagen lassen,- treiben diese ' . r r .L... ... umgeicyrie Verzinsung, umiomeiir utlsmacht, je weniger sie ist, bis zum Wucher.' Tie rau schreibt die derart in Eriparuna gebrachten Mhre & fonci peräus üb oder überläßt sie großmüthig' einer nuten Freundin. In diesem Stadium wird die Frau gehaltvoller. sie discipliuirt sich und lernt sogar Schweigen ihr Alter wenigstens ver iik r.'"...: ju rn: -.4 ;f ,.a,UZdii) in: iuu;i. it ijjfiuii in uuiiiiuii. und in dem Augenblicke, da sie das erste weiße Haar auf dem Scheitel ihrer Fr.undili entdeckt, beginnt sie auch über sich selber zu caiculiren. ' Ich vcrmaa nicht einzusehen, was denn eigentlich Schreckhastes oder Haß' lichcs im Alter liegen foUk ÄSesscn Herz sühlt sich nicht bewegt beim Anblüke : V i-.. i . cincä uriurcyl ueiimenoen nieiizen Hauptes? Ist ein von Leiden, von Ge dankeureichthum als bedeutsam inodel lirter Kopf nicht anziehender, als manche glatte' Stirne, in welche die Pflugschar de Deulerlebens nock) keine Furche ge zogen '-U als ein quecksilbernes Mienenspiel.. welches och 1 nicht durch jene , S el b st beherrsch u ng gezüge l t ist, die uuvcrstandige Flatterhaftigkeit zii würdevoller majestätischer Bewegung ab klärt 5 n , Häßlich ist das Alternur dann, wenn es sich silgcnclich gebcrdet; wenn es sich in schreiende Farben tleidet, wenn es in Haltung und Bcrhalten die Würde seincr Jahre vermissen läßt Eine putzsüchtige ! Großmama, ' ein jugendlich assektireuder Großpapa hat unsere Achtung verivirkt. Wie der alte Geck sich Bart uud Haare färbt! Und wir haben ihn doch schon gekannt, als cr uoch grau war!?Es gibt nichts Senileres als das Alter. daZ jugendlich thut. Tie Menschen der Arbeit und des Tuldens. also die .große Mehrzahl, werden frühzeitig alt. , In den großen Centren des Schaffens an der Feueresse des , Hüttenwerkes, bei der Nachtarbeit in den Fabriken, in der von BleiauSdünstungen gesättigten Atmosphäre der Druckereien bröckelt sich die Jugend gar rasch ab. jene Jugend, die vielleicht gar niemals eine Jugend hatte. Die Schlaf, losigkeit. die fragwürdia.e Ernährung
bucht mmh Z:eSM beugt ihren T Fsrbeit, oder Kuffgtt UeW
lu?tM"uli x anleckende Krankheiem, erschöpfend ?lW 77 uachk sie siech. . vmwltlg Märfche, die Schlacht. dtodtbrlnaeM
wem oas im naioyii uroeilenoe VJiao i
chcn der Fabrik dahin, auf den Wan gen des SäügljngZ in der Kellerwoh nung blühen keine Rosen. Auch das landbauende Volk obschon es gesün der und von längerer Lebensdauer ist altert gleichwohl früh. Der hun dertjährige Hirte des Alpen land es ver mag nicht zu sterben vor konscrvirender Einfalt, der hinsiechende Heine vermochte nicht zu sterben vor Ueberfülle an Geist. Ew pathologisches Präparat in Spiritus schrieb einst ein Besu ch.r von ihm. Tie alten Leute vornehmer Classen und Geschlechter verrathen selten den Verfall. Sie bewahren Haltung und bleiben schmuck ohlie Ziererei. ?)!änncr von der Art eines eleganten ausdauern-, den Lesseps, die old Gentlemen, die mit 70 Jahren daran gehen, entfernte Oceane mit einander zu verbinden, oder in kritischen , Zeiten ein Vttnisterporte fcuille übernehmen, in . einem Jahre dreimal die Tour um die Erde machen, daheim bis zum Morgengrauen arbei tcn. aus ihrem Kabinct in den Salon treten und sich ohne jedes Anzeichen körperlicher Ermüdung oder geistiger
tr- f ff t r i' . . . - v Erschlaffung fröhlich in die Eonversa-irgend tion mischen. ,a wie oft den glänzen?e?r,
llnregruocn lilicipunlr ocr,eiv?n im den alte Herren solcher Eianuua und im Auslande keine Seltenheit, bei uns gehören sie zu den. Ausnahmen. . Ich . . - ' .. ' ' I erinnere mich keines Anblities. der mt -nein Herzen wohlcr gethan hätte, als jener der stattlichen Greise und blühenden Matronen, die ich im Hydepark. ihren Spazierritt machen sah. Tie reichen Mittel, die zum Kultus ge steigerte Pflege der Gesundheit, der' krä.tizende Sport, eins weniger tief gehende Sensibilität oder jene gewisse Disciplin, welche dem Leiden nicht gestattet, sich im Herzen tiefere Furchen zu graben., erklären die längere Dauer ihrer Jugend. . Tu wünschest dir cim langes Leben? Dann gib keinem Herzicide Raum! Auch die schlanken! und anmuthigen Großmütter finden wir in diesen Kreisen der Gesellschaft. In dieser Sphäre zumeist b gegnen wir dir noch immer hübschen, tyxaiu" Wir Anderen reifen langsant und alten schnell. Heute, so sagt man. schneller denn je. Tie große Bermch rung der Gcnußmittcl, unsere taghell erleuchteten Nächte, die theuere Anleihe einer frühzeitigen Männlichkeit, das im ablässige Vidrircn unserer Nerven. all' ins setzt .ims arg in Eontributiv! Ticse Lebensweise verkürzt zwar, nach dem Ausspruch eines amcrikani fchen Arztes, Tr. Valley nicht unsere irdische Lausbahn, aber sie bietet uns über ein Drittel des Weges- hinaus schon keine Blumen mehr. Wenn es mir gestattet ist, an, dieser Stelle noch ein zweites Mal von mir selber zu reden: ich habe mich langsam Und schwer entwickelt und voll aüsgcreist fühle ich mich heute uoch nicht. Mein zu , Träumereien hinneigendes Gemüth, mein sinnender Geist sch'auderten zurück vor der Nüchternheit, welche andere junae Leute meines' Alters' zur Schau trugen. Tie Sprünge und i , . . . :: 1 tspleie eznes eoen geoorenen ammchens, - die Bemerkung, daß cS in der ersten Lcbcnsstunde schon anf eigenen Füßen, stehe, konnte mich kanm. mehr Wunder nehmen, als die Eile, welche Einer und der Andere meiner Gespielen hatte, groß und selbstständig zu werden.. Gestern noch ein unbedachter Junge, schwärmerisch, toll, hochsinnig, lustig bis zum Uebermuth, freundschaftlich bis zum Uebermaß, morgen bereits :in gesetzter Mann, berechnend und verheirathet. Ich machte noch Verse, sie schrieben schon Recepte; ich ging, die Seele mit wcltcrlo senden Gedanken voll, öurch den Hain, sie begruben ihre Todten. . . Wie lang ist das Jahr eines Kindes, wie machtig weit ist die kleine Stube, ie entlegen das grüne Wäldchen! Und le weiter wir im. Leben aelanaen: wie rumpsl zcoev xcöb von maum uno Zeit zusammen! Wir haben zugenomknen an Körper und an Jahren.' Heute oermag ich stehend das Teckcngcbälke der kleinen Stube zu erreichen,, das ferne Wäldchen ist schier in Gehörwcite gelegen, die lange.Zeit drängt sich in )ie Erinncruna . an gestern , zu sam--r . 4." . v, ri jl. -. er : . . . w men. . Jene Ockonomie, welche die- Bilanz des geistigen und körperlichen Le bens regulirt. weckt in uns nach dem Feldzuge der Liebe die nach Höherem strebende Leidenschaft; reicht uns- alü preis nach der Rose den Lorbeer; nach dem beglückenden. Kotillono;den, die wirkliche registrirte Dekoration. Fragen Wir , aber Elia's Tochter, o- Lst ihr der junge ,, Hirtenknabe lieber, als der alte,,, König. , , wenn vom Herzen die Rede ist; handelt eS sich um Toilette, so ist das srilich ganz etwas Anderes Z!ur sehr , kleine Mädchen verlieben sich in den kahlköpfigen Lehrer. Und weil sie sich keine Locke von feinem Scheitet schaffen können, schcercn sie insgeheim den Pelzkragen seines Ueberrocks und tragen ein Büschclchen von diesen Pelzhaaren in, tem Medaillon, welches sie im junafräulichen Bus? bergen. ' i!!.-. .. ' . -m:. , r , ,,. ...il ' ' ' . ' ' , ' ' Alt werden .möchte Jedermann, alt sein Niemand. , Oh".so rief der zweitindachtzigjährigeAuber ,aus. ,als er mühselig in den iattel seines Reitpserdes kletterte, oh wie theuer müssen wir daS lange Leben bezahlen: mit dein Freiienalter!" Die Frau altert rascher. In Wahrheit mit uns gleichen Alters, wird sie um zehn Jahre , früher alt, wie wir. Deshalb pflegt auch l zwischen Ehegatten m der Regel dieser Altersunterschied rn bestehen. Die Frau wird eher alt. lebt aber länger. Ter an Kämpfen 1 sichere, mit körperlichen Gefahren ver bundene Beruf des Mannes, die Thä sigkeit des Arztes, des Soldaten, die
aroßen Schwungrades der
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Lokomotive, hier die Eventualität eines Eifenbahn-Zufammenstoßes. dort all die vielfachen Zufälle des auswärtigen Berufs fordern viel leichter ihr Ovftnv als das Walten am stillen häuslicheu Herde. Tcr Mann muß hinaus w Leben." Studenten'MettsurennttvSttti?en tcn Ehre. Stndentcn-Mensuxeu haben zahllose Ängreifcr und ebenso viele Vertheidiger gefunden . Bis zu eine? gewißen Grenze gehört der Schreiber Dieses zu den letz tcren. Ti? gewöhnlichen Schlagermen füren, mit ihrem fast immer nngefah lichen Auszange, möchten tvir aus dem studentischen Leben ungern verbannt sehen. Anders ist es mit den PistolenMensuren unter Studenten. Tiefe sollten stets in Wegfall kommen denn kaum wird unter den jungen Leuten eine Beleidigung vorkommen, die- nicht durch einen Wasimgang mit dem Säbel ihre Sühne finden könnte. Aber wir fiPstrHifTT dslfr d??P-th?rtftiiiaTOm!iirf'r 1 .."i v..iv.nii4i-.inijH4vii einen Emfluß auf Studenten, Ehre hüben, aus dem einfachen Grunde. Nveil wir eine besondere Studcntcn-Ehre I fip .vw ist a f W.!. VfrV lLrtfit II VIII "HfciA4 . . dem sich nicht verschiedene Seiten bge winuew lassen und mir bestreiken jedem cinzelnew Stand? das Recht einer be sonderet: Standesehre. Tie einmal lädirte Ehre eines Studenten kann somit auch nicht durch irgend einen Zwei kämpf auf Waffen beliebig welcher-, Art 'wieder hergestellt werden. 'Wir üußcW diese- Ansichten- mit Bezug auf einen jüngst in Berlin vorgekommenen Fall. Ueber denselben etünchmen wir Berliner Blättern die " folgende Tar stellung: Täß, das VerbinduttgÄeden zuwei len die tollsten und schUmmsten Aus wüchse zeitigt, beweist wiederum der Selbstmord eines Studenten, welcher durch falsche Anschauungen über den Ehrbegriff direct in den Tod getrieben wurde. Ter rcichbegabtc-junge Mann war der einzige Sohn eines bekannten und beliebten' Berliner, Schu'.manneZ: die besten Aussichten für bis Zukunft boten sich ihm. Er war ein gewandtcr Schläger uud hatte nicht weniger als acht Mensuren hinter sich. Ta warfen ihn: die Germanen", gegen die er beim! letzten Wale 4,losgewcfcn", vor. er habe dabei ein wenig mit der. rechten Wange gezuckt. Tie Ehre der Alemannen", 'dn denen er die Waffen belegt hatte" er forderte, ein ncncs-Tucll.. das neunte des Studenten; welcher sich dazu nicht ohne Weiteres bereit erklärte da ihn die ganze Sache anzuekeln begann. Jetzt wurde. gedrängt und llunsc.!. aufgestachelt und verhöhnt. Tcr Truck, den' man auf ihn ausübte, spttct.jcdcr Beschreibung..- fafiioWe-' man e.Wicht glauben, und doch erführt es die Bcrlincr Zeitung. aus sicherer Quelle; er erhielt ein Wcihnachtspacket, dessen viele Verhüllungen große Erwartungen in ihm erregten, das aber eine Pistole barg, mit . der von. einem schönen Gemüth zcugendenWidmung. Ta hast Tu die Pirtaule. Schief; .Tir sannt m dem Maule. Tas war- dem:'iunaen Manne, dem Stolz seiner Eltern zu viel, seine Sinne verwirrten, sich, und' statt 'den oder die Einsender mit der gebührenden Verachtung zu strafen und sich ganz von. allem Rcnommirwcsen zurückzuziehen, nühmz er die Pistole, ging.auf's Tem pelhofcr Feldchinaus und erschoß sich. Das infame Weihnachtsgeschenk $ a bezeichnen wineS. mußte den jungen Mann, auf das- tiefste verletzen. i,Taß er hinging! und sich erschoß GWWclt betrübend,' denn es. beweist auf das schlagendste, wie total falsch der Ehrbearin. unter' unseren Studenten aewor den ist. , - . ; ' Eine: Infamie.' kann die Ehre Nie. mandeZ verletzen: und dieieniaen. die in dem , .Zucken mit' der Wange dcn Anlaß zu einem' neuen Duell, mit Noth, wcndigkeit erblicken zu müssen glauben. sind nur Geaenstano unseres herzlichsten Mitleids ihres kindlichen Aussäst ung , dee..Mmsur" undder ..Ehre" halber. Aber Tcrjcnige. der das Weihnachtöfest benutzte, um mit seinem uichtswürdigen ; Geschenke einen Eomilitenen , in dcn Tod zu treiben und der seine ..Ehre" ji 1 . . Ki' t'.rx ... mmmeiwcli uocr oeii wr;,.i9qaieni empfängcrs erhaben glaubte, steht un . rm. . r v 4. . T ;" . r " lcrciirQchicn3 so nuorig. oa er furi alle Zeilen das Recht verwirkt haben , müßte, sich Student" nennen Ä dür , r ' .; ;. fen. ...... i : Vor kurzrer ;scu yQt rtcus 'ayn. der bekannte Schriftsteller'und Professor, ein
sehr hartes Urtlcit ubcr unsere deutschen F Verbindungsstudenten gefüllt. . , Das Urtheil war ätzend scharf, in seiner mn faffcndcn Gcsammthnt zwcisel!os zn " , j ... . IL f ! :-. .1 :l II".! ... ..- .!..:-
scharf. : Aber man suhlt sich angesichts W.;iM$ eines solchen Vorkommnisses wiGdas Vip
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Augen Daluls zu chcn. ; l(, ' ,i mm' j f f i 1 1 i ff1 ; ;:! t . ..MllNMKüu. Ein fatales Versehen.Ein bejahrter Schulmeister wollte , seincr hoffnungsvollen Torfjugend mäh' refcdesUntern dcr Schöpfungsgeschichte : vorlesen. Nachdem er seine Brille aufgesetzt, las er: Ta gab Gott dem Adam eine Gefährtin" , und. daZ Blatt umwen dend, fuhr er mit erhobener Stimme fort::,!' Und sie war von innen und außen mit Pech Gestrichen und voll ver schiedencn , Gcthiers" der , Aermste hatte ein Blatt zuviel gewendet und war' in die , Beschreibung der Arche NoahS gekommen. Frage. Welches von den b.ier Temperamenten wird ein starker Raucher haben? DaZ cholerische, denn eg dauert länzcre Zeit, bis saa Zorn verraucht ist.
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