Indiana Tribüne, Volume 15, Number 154, Indianapolis, Marion County, 21 February 1892 — Page 4
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Jndiana Tribüne. Erscheint Täglich und Sonntngv.
Die iägkiche Tribüne" kostet durch den Tröger Cents per Wocke, die SontagA'.Tribüae" t Öeiit per Wecke. Beide zusammen 15 Gent & oder SS entS per Monat. Per Post ,ugefchickr tn Vor. zuöi,ezahln, fr per Jakzr. Office .- 130 Ost 9)!aryland Straße. JndwnJpolls,2nd., 21. Februar 189Z. Herr Blentt ttretsyuvtr'O Brautfahrt. 0c tlhel V-rte.
In einer menschenfeindlichen Decen? bernscht, da ein trostlose Gemisch von Echnec und Regen unaufhörlich herab rieselte und der flackernde Schein der Gaslaterne die spärlichen Fußganger neckte und äffte, daß sie, um eine Pfütze. vermeiden, sicherlich in eine noch schmutzigere patschten, saß der könial. Postofsizial Herr Valentin Krekshuber ls letzter Gast in der Restauration, wo er sein Abendbrod und nach demselben sein gemessenes Quantum'Bier einzunehmen pflegte. Es war heute viel später geworden als gewöhnlich: das ahscheus liche Wetter, die vorempfundene linde haglichkeir, die zu Haufe seiner wartete, hatten ihn so lange in dem warmen, freundlich leuchteten Raume festzehalten. Dabei war er allmählich so tief in allerlei Denken und Sinnen 'verfallen, daß er es gar nicht bemerkte, wie es um ihn her immer leerer ward, und er nun ganz aLein dasaß. Vielleicht hätte er das auch jetzt noch nicht gewahrt, hätten nicht die Kellner, indem e ansingen, die Stuhle auf die Tische zu stellen, ihm in zarter Weise angedeutet. eS sei nun Zeit, sich zu verziehen. Herr Valentin KreishuLer man wird es wshl errath: huben war Junggeselle und zwar stand er bereits in den Vierzigern. Seine Bekannten hatten eS ullbemts aufgegeben, ihn mit den übli chen Sticheleien zu zwacken und aufzu ziehen ; und als sie Solches noch betrieden, da ahnte Keiner, weshalb denn Valentin den sanften Fesseln Hv'-ens so beharrlich auswich: einer jüngeren Schwester zu Lieb. Diese führte ihm nach der Äiuttcr Tod den Haushalt, zu seiner ollsten Zufriedenheit. Emmab, i:i längst verklungenen Tagen war ihm der bozenbcwehrte Gott bedenklich auf den Leid gerückt. Zlllcin da die Auser wählte sich nur wenig freundlich erwies Legen seine Schwester, und die spottende Zunge nirgends zügeln mochte, auch sei htn Zweifel ließ, sie werde das alternde Vkädchen, das ganz auf des Bruders II urstützung angewiesen war, nicht neben sich im Hause dulden, so war Valentins Besinnung gegen die junge Schöne rasch erkaltet, und er hatte dieser Angelegen, eit ein Ende gemacht. DieS Vers jähren zeugte aber um so mehr von liebenswürdiger, ja hochherziger RückItchtnahme auf Zephirine, als diese, schon seit ihrem achtzehnten Jahre einem bra n:nt aber mittellosen Manne verlobt, dem Bruder niemals verhehlt hatte, sie erde lern Rufe ihres Getreuen folgen, sobald er an sie ergehe, und Valentin allein in der Stadt zurücklassen, an welche er durch seinen Dienst gebunden war. Und tiefes war vor einigen Monaten eingetreten. Valentin hatte hierauf die Sorge sür seine Bequemlichkeit einer Haushälterin anvertraut, die schien aber im Aufgabe dahin zu fassen, daß es stalte, das Haus gegen ihn und ihn aus demselben zu halten. Sie kochte fleißig ipt Liedlingsgerlchte, kaum aber einmal die seinen. Sie zankte mit ihm, kam er zu spat zum Mittagessen, waS sich doch bei seinem Dienste gar nicht immer ve?meiden ließ, ssic war gekrankt, und par laut, vernehmlich gekränkt,, wenn er in's Theater ging, ohne ihr gleichfalls einen Parketsitz zu oerschassen. Und als er einmal ein paar Freunde ohne ihr Vor-" wissen zu einem Braten und einer Flasche ikin gebeten hatte, da führte sie sich geradezu schrecklich auf. Zudem strebte .t ganz augenscheinlich, der Thatsache r.nch die legitime Begründung zu geben, daher er sich denn kurz entschloß und ihr ei volles Halbjahr vorausbezahlte, nur damit sie unversäumt das Feld räume. Durch diese eine Erfahrung gewitzigt und entmutigt, that er sich als Chambregar. kcist auf. Aber eS war ihm grauenhaft, rsn befrackten Kellnern bedient ander Wirthstafel sitzen zu müssen, er, der bisI,er am eigenen Tisch behaglich sein Stück Fleisch und seinen Wein genossen hatte, zu dessen Einkauf er alljährlich nach Äerncastel fuhr. Das Mittazsschläfchen schien hne die erfrischende Kraft, seit er nicht mehr gleich vom Eßtische weg sich auf'S Sopha strek ken konnte, sondern erst eine Viertel slunde durch Wind und Wetter seinem Heime nachkaufen mußte. Das abendliche Speisen im Bierhause, früher ab und zu als Abwechslung ganz willkomr:en, wurde ihm immer unausstehlicher und allein bei seiner Petroleumlampe z sitzen, das hielt er auch . nicht aus. ' So Züchtete er. nach Art bezuemerMenschen rmmer häufiger in's Reich der Phantasie,? seinen bejammernswerthen Zustand emgstens für kurz Weile hinwegzutiu. schen, zu vergessen. Gerade heute hatte er sich recht in's Ausmalen der Wonnen des behaglichsten Glücke versenkt, deren er tbeilhaft wäre, säße n seiner Seite ein junges kluges Weibchen; das für ihn sorgte,, ihn pflegte, , mit dem er Abends lange trauliche Gespräche führen könne. Aber ach!' Das war ein heimtückisches Mittel: aus seinen Träumen in die Wirklichkeit iurückgezerrt, wie mutzte diese nun um so freudloser, häßlicher sich aufdringen!. Der schauderhaste Heimweg! Das Aussperren der H msthür! Das Lichtma chen in dem kalten, unfreundlichen Schlaf, zimmer.dessen Fenster bei Zeiten zu, schliß Jen die rücksichtslose .vergeßliche Magd natürlich ,wieder versäumt ! hatte ! Das waren Uebel genug, die Wertschätzung des Daseins aus'S äußerste ,, Minimum, wo nicht gsr ins Negative hiabzudrücken. Am andern. Moraen mit ieucbten. Stie fy ' ' , " v '"l-:ßl.
teln im .aneebaus ein barter Kainv? um die Morzenblätter o Pantoiieln, Schlafrock, lange Pfeife! Ich besaß es doch einmal, was so köstlich ist! Daßman doch zu seiner Qual nimmer es vergißt! 3!eln, dem mußte ein Vnde gemacht wer den ! Wahrlich, lieber aus dem Leben hin aus, als jürder noch einem solchen entgegen! Er stand mit dem Kollegen, welcher un aleichen Raume arbeitete, aüf freund schaftlichrm Fuße; doch fand ein beson derer Verkehr nicht statt, nachdem Valen tin früher zu wiederholten Malen Einla dung-n des töchlerreichen Mannes zu Partien und dergleichen Veranstaltungen geschckit aus dem Wege gegangen war. Darum war Jener einigermaßen er staunt, als Valentin kaum zur üblichen Begrüßung sich Zeit ließ und sogleich fragte: Sagen Sie mal, lieber Collega. Sie sehen doch bis Samstag in den Lieder, train: könnten Sie nur nicht eine Karte oerschassen?" Herzlich gern, lieber Freund k Wenn Sie sich vielleicht uns anschließen woll' Mit dem größten Vergnügen ! Dann nahmen sie ihre Schreiberei vor, als sei gar nichts derartig Wichtiges zmi schen ihnen verhandelt morden. Der Collega aber sprach spater seiner Ehe, Hälfte und den Töchtern mit einem gewissen wohlthuenden Enthusiasmus von der Liebenswürdigkeit seines Freundes Kreishuber. Dieser überantwortete sich, als 3 Samstag Abend geworden, den geschickten Handen eines Friseurs und trat sodann als wirklich nicht unoortleilhafte Erschei nung in den Liederkranzsaal, wo er alsbald vom College bemerkt und seiner Familie zugeführt wurde. Neben der Utesten Tochter, Fraulein Euphrosne, stand noch ein leerer Stuhl, und eS Linkte dem gutea Valentin kein übles beschick, daß man kZ diesen kkeZ, denn Euphrosvne war in hübsches, ja reizendes Mädchen, und was den Sltli chen Freier fast noch mehr für sie ein nahm: ihr Aussehen zeugte in seiner Einfachheit von gutem Geschmack, alS wolle sie am Exempel die alte Wahrheit darthun, daß natürlicher Reiz und An muth am überzeugendsten reden, wenn sie äußeren Aufputz und Künste ver fchmäben. Sie schien ein aufgewecktes Köpfchen, brachte ab und zu eine etwas Überzwerge Bemerkung vor, welche sie mit Anstand und Geschick zu vertheidigen wußte, und bei dem Gebimmel ihres netten Stimmchens fühlte sich Valentin auch bald wie das Fischlein im Wasser. Da wollte es ihr Unglück, daß sie den Satz hinwarf, die einzige wahre Freude des Mengen fei die Schaden: freude. Das mißsiel ihm und er forderte Begründung. Nun ließen siedle Hilfstruppen des Gedächtnisses im Stich,
sie wurde verlegen und gestand schllezzllch in ziemlicher Beschämtheit, sie habe d'esen Ausspruch irgend einmal wo gelesen. Im Ru schwand der günstige Eindruck, welcher von ihr in semer Seele stand. tVs Nichts zurück, und an seiner Stelle erhob sich ein Zerrbild, das sich bemühte, eine liebenswürdiSe geistreiche Miene zu machen, ohne dqy diese die geistige Ar muth dahinter zu verhüllen vermochte. So kam also sein erster Versuch zum Scheitern. Allein die Lust, noch fern zu wagen, ging dabei nicht mit auf den Grund. Hatte ihm auch der erborgte falsche Witzstaat zugleich den wirklichen Reiz getrübt und verfremdet, so . blieb dessen Wirkung doch noch stark, genug, um die Mühe einer anderwärts erneuten Aussuchunz desselben lohnend erscheinen zu lassen. Darum mate er gleich den folgenden Sonntag bei emer bekannten, bisher von ihm vernachlässigten Familie Besuch und erhielt nach Kurzem oie übliche Einla düng. Die eine der beiden Haustöchter war mit einem jungen Kaufmanne verlobt und Valentin, der in seine Vorzüge ein wenig mißtrauisch war, wollte angesichts der jugendlichen Behendigkeit dieses Bräutigams die eigene Freierschaft beinahe für ein etwas waghalsiges Unter fangen anschauen; doch erregte gleichttitig das beglückte Zusammensein, der beiter innige Verkehr der beiden Liebenden solche Empfindungen in ihm, daß daS freundliche Entgegenkommen der jünger ren Tochter ihm recht wie ein kostbares wonneoerheißendiS Geschenk vorkam. Allein daS liebe zuthuliche Kind schien beinahe für nichts Anderes sich zu inte ressiren, als für die Ausstattung der äl teren Schwestez; es schwärmte so hinge bend für die Renaissance-Einrichtung, welche die Wohnung des jungen PasreS (nach den Anschauunzen der Zeit) schmük ken sollte; es besprach so eingehend die Irrthümer, die bei Auswahl und Sestel lung dieser Gegenstände mit unterlaufe seien, und setzte mit s, tiefdringendem Verständniß auseinander, le es vor kommenden Falles dergleichen Fehler und Sünden wider den heiligen Geist des Zopfes vermeiden erde, daß es denr gu, ten Valentin allmählich bange dabei ward. Sie schien wirklich die Ehe fast nur unter dem Gesichtspunkte zu betrachten. däß sie die Möglichkeit einer . ftil vollen- Einrichtung gewährt. Nun war dies ja gewiß noch nicht die schlimmste Art über Liebe und zu was sie aut ist, z denken ; aber ihm wollte sie doch nicht genügen. Er saate : wer sein Hau? als ÄaritStenschränkchen betrachtet und alS ek den Launen deö ZeitaefchmackS unter orfeneS Spielzeug, dessen Seelchen wird auch nicht viel anders sei, alS ein Etaaerechen, auf dem heut die, moraen die Nippsschelchen prange, wie eö eben gerade die herrschende Mode erfordert.'; Mancher anmuthigen Leseria wird nun vielleicht der arme Valentin ls gries grämlicher . Pedant, , als querköp sign leinigkeits kramer, wo nicht gar als noch Schlimmeres erscheinen. Ich bedauere ihn aufrichtig darum, doch kann ich ihn nicht anders machen, als er ist, und so muß ich berichten, daß er sich auch hier bald wieder zurückzog. , Da er aber trotz dem entschlösse war, och ferner weit in dem Strome Derjenigen mitzuschwimmen, welche in ticeerreichen Häuser Geaen stand mannigfaltiger Vetrachtnng tu sein pflegen, so konnte eS nicht fehle, daß er bald zu ienern Faariliendiner, bald u diesem tb.4 cUnttat inczR wurde ; überall 7 lernte er ClSchrn kennen, du ib wobt ßelen. lerne her vermocht It'fjySif :f "'' '-i"'1'-' Vil "? ,
seine dauernde Günst-z errlngen, umi fast immer waren eS nur Kleinigkeiten, welche entstehender Neigung die Wurzeln abgruben. Daß es aber im Leben man cherlei Gebiete gebe, wo, entgegen dem bekannten Sprichwort, der am wenigsten findet, der sucht, und gerade weil ersucht, daS kam ihm nicht in den Sinn. Als sein Ziel stets in der nämlichen Fernerer blieb, redete er sich allen Ernstes ein, er habe den rechten Zeitpunkt verfaßt und gehe, ein Märtyrer der Geschwlsterliebe, einer ewig trüben Zukunft entgegen. Da fand er in einer Gesellschaft, M alle die jungen Dämchen aus'S Nachdrücklichste beflissen waren, die Lichter ihrer Talente auf den Scheffel zu stellen und in vollem Glänze leuchten zu lassen einige durch Vortragen von Arien und Liedern, Andere durch Spielen effectreicher Klavier- der Violinsonaten, wieder Andere durch Vorweisen ihrer Skizzenbüchlein und Aquarellstudien, oder durch Rezitiren eigener Gedichte, Eine sogar durch Ausstellung der in Thon modeuirten und gebrannten Büste ihres Vaters in diesem Musenhaine fand er ein Mädchen, daS still dasaß und an dem Treiben jener begeisterten Künstlerinnen nur mäßige Gefallen zu finden schien. Valentin gesellte sich , zu ihr, und seine Frage, ob sie denn zu keiner jener Künste im Verhältniß stehe, klang fast wie dankende Anerkennung dafür, daß dies irklich der Fall sein sollte. Aber sie entgegnete: .Wohl hatte ich Talent genug, um mindestens dasselbe leisten, wie Jene; aber meine Devife ist: Alles oder Nichts. Erkenne ich das Höchste als unerreichbar für meine Kraft, so mache ich mich gar nicht auf den Weg. Zudem, waS will die Kunst ? was ist ihre Absicht? Man sagt: Verfcbönerung des Lebens. Kann sie aber von außen herangebracht werden ? Nein, sie muß auS der eignen Brust des Menschen erblühen. Darum kommt es nicht auf Verschönerung des Lebens an, sondern aus Ver tiefung desselben. Die Realität zu erfassen ; bis in die Tiefen des Unbewußten zu dringen; im tollen Wechsel der Geschichte die Fäden zu erkennen, durch welche sie dennoch mitden transscendentlenJdeen und Gesetzen verknüpft ist; die Welt erschassrn, indem man sie als Postukat der Vernunft und als Produkt der Vorstellung und des, Willens aufzeigt: das scheint mir einzig wahrhafter Beruf deS Menschen, will , er mehr sein, als, nach dem Ausdruck jenes alten cmlqchen Denkers; ein gerupfter zweibeiniger Hahn. Diefem Berufe daS Leben zu widmen, ist unsere Pflicht, und, nachdem ich sie dafür erkannt, mein ernstlicher Wille. .Wozu Ihnen nur Glück zu wünschen ist, gnädiges Fräulein. UebrigenS, wenn ich mich nicht tausche, ist es Platvn, von welchem jener AuSspruch stammen soll, und ich halte dafür, daß alle Hahne zweibeinig sind." Sie wollte etwas erwidern; allein er hatte genug und emPfahl sich. JZunmehr a5er entsagte er seinen Hoffnun gen, seinen Plänen. Er bildete sich ein. das schöne Geschlecht gründlich Um lernt zu haben? es konnte ffjcr nicht bieten, waS zu fordern er sich be rechtigt glaubte. Inzwischen batre der Schmerz seder Enttäuschung der Qttalcnlast des öden Junggesellenlebetts ueut Bürden hinzugefügt. Sie war ganz unerträglich geworden. Ihm blieb wahrlich nur das Eine: dem Atathe der Schwester folgend, sich pensioniren zu lassen und zu ihr zu ziehen. Zwar war er fast noch zu jung, um schon mit Anstand den amtlosen Müßiggänger spielen zu dürfen. Allein verharrte er in seiner trostkosen Einsamkeit, so war sein itUn nicht mehr sicher vor ihm selber. Er nahm aus einige Tage Urlaub, 'UM zu Zephirine zu fahren, mit dieser die Sache zu besprechen. ' Er hatte sich im Wartesaal eine echte Jmportirte angesteckt, die er sich nur an Festtagen und bei ganz außerordentlichen Gelegenheiten gönnte. Die Wichtigkeit dieser Reise rechtfertigte eine so solenne Feier ihres Antritts.. Wie er nun an den geöffneten Wagenthüren entlang ging, sah er bei einem zufälligen Seitenblick in's Nichtraucher-CoupS dorten ein jungesMädchen sitzen, das, ihm merkwürdig reizend bedünken wollte. Und doch konnte er wegen des Schleiers von ihrem Ge sicht fast- nichts' erkennen, unterschied überhaupt, um die Wahrheit zu sagen, kaum etwas Anderes, als ein allerliebstes niedliches Füßchen, das rasch unterem Kleide verschwand, ulö er schauend einen Moment, stehen blieb. Er ging weiter, aber schon nach wenigen Schritten zog es ihn seltsam wieder zurück. Doch nein! Es 5 die reinste Thorheit, einem Nichts, einer leeren Phantasterei dieses wunderbare Kraut zu opfern !" dachte Valentin und stie ins Räuchcoup6 neben an. Da kam ein junger stutzerhafter Herr daher, warf, nachdem er des Mädchens ansichtig geworden, ohne Besinnen seine Cigarre weg und ' verschwand in der Thüröffnung. Sie werden zu einander gehören", dachte Valentin und verspürte etwas wie Aerger Einsteigen! höchste Zeit!" riefen die Schaffner. : Und wenn's hundertmal eine Eselei ist!" fuhr Valentin auf, schleuderte die Havannah von sich, sprang hinaus und war im Nebencoupö. .' .;'r :'!, V7 Sehr von oben herao erwiderte der junge Herr seineu Gruß; ärgerlich, fast feindselig schaute ihn daS Mädchen an. Wahrscheinlich hatte er ein verabredetes, ersehntes Allein - Zusammensein gestört. Zu dem unwillkürlich sich regenden Neide gesellte sich Trauer über sein eigenes Geschick. , Ach, wenn er doch auch ein Mädchen wüßte, das auf ihn artete und um seinetwillen einen Anderen zornig an blitzte! So' ein Mädchen! ach. gerade dieses Mädchen ! Der Zug war schon im Lauf, aber noch Keines von den Beiden hatte ein Wort gesprochen. Je mehr aber Valentin (verstohlen !) das reizende (Zeschöpf betrachtete, um so gemeiner und niedriger kam er sit vor, daß er einem so lieblichen Wesen d Freude vergällen ollte und er nahm sich vor, auf der nicht ehr fernen Station ,um dritten Male ine neue Platz z suchen, damit sie ihn wenigstens nicht für einen gar zu rücksichtslosen Menschen halte. Gerade hatte r den hochherzigen Entschluß ges$t, d that der Knslinz den Mund auf und redete das schöne Fräulein in einem rziderwärtiU lHnOrrkndea Jasgon
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an. Es gad nur ganz notydürstig Anr wort und zeigte deutlich, daß es die Unter Haltung mit dem Gegenüber durchaus mcht zu den von ihm besonders ersebnten Annehmlichkeiteii rechne. Allein dieser ließ sich dadnrch nicht abschrecken, und Valentin merkte mit freudiger Genugthuung, daß, je fader und abgeschmackter sein Gespräch ward, das Maschen immer einsilbiger .und ablehnender wurde, bis es mit einem Male ausstand, um dem beglückten Valentin gegenüber Platz zu nehmen. Er war beglückt, aber er ge traute sich nicht, sie nun seinerseits unterballen wollen, bis sie durch einige Fragen über die durch fahrene Gegend ihn gewissermaßen dazu aufforderte. Der junge Galan schaute arg verblüfft drein und als der Zug hielt,, verließ er eilig und ohne ein weiteres Worttein den Wagen. Valentin war klug genug, die fer ganzen Stene keinen Epilog zu wei hen, sprach eifrig nnd munter, und da er im Dränge der Beseligung ganz vergaß, sich um den Schein der Liebenswürdigkeit zu bemühen, so kam er dem Madchen wirklich recht liebenswürdig vor und diefeS freute sich fast der Zudringlichkeit jenes Schwätzers; hatte sie doch die neue, so angenehme Bekanntschaft vermittelt. Denn wäre Alles im gewohnten Geleise und ohne Zwischenfall verlaufen, so hätte dem Valentin auch kein besseres L00S geblüht, als jenem Lästigen, und zwar wegen seiner dreisten Prüfeblicke vor der Abfahrt. DaS Fräulein war, das stellte sich in der Unterhaltung bald , heraus, mit der Familie von Valentins Schwaaer aenau bekannt, und wie es bisweilen geschieht, j daß ganz fremde Menschen, sobald sie genieinsame Freunde entdecken, rasch Vertrauen zu einander fassen, so dauerte es nicht lange, und Valentin wußte, daß Her:nme bisher einem alten reichen Onkel das Haus geführt, und jetzt nach dessen Tode eine Stelle ..ols Kindergärtnerin gnaenommen hatte; die Stelle se! zwar nicht sonderlich, aber sie habe zugreifen müssen, . weil sie' nicht in der Lage sei, auch nur einen Tag warten zu können. Er verwunderte sich, dag der Onkel, den sie doch gewiß treu apflegt, oar nicht im Geringsten für sie gesorgt habe. Er hätte es gewiß gethan," versetzte Her mine, er sprach lmmer davon. Aber er hatte eine große Furcht, fein Testament zu machen, und ist dann ganz plötzlich ? gestorben." Dann wäre eS die Pflicht einer Erben gewesen." Der Onkel war diesen gar nicht hold gesinnt. Und da sie fälschlicher Weise meinten, ich be, stärke ihn in dieser Abneigung, so waren sie hinwiederum mirnicht sonderlich grün. Sie glaubten übrigens damals auch, eS sei anderweitig für mich gesorgt.- In Valentin'S Blicken tag wohl die Frage nach der Ursache dieser Annahme, aber er frug nicht laut. Ich war damals ver lobt. ..Wie aber der Onkel ohne Testa ment starb,hatte ich Veranlassung, meinem Bräutigam , sein Wort zurückzugeben." Da konnte sich der gute Valentin doch nicht enthalten, seine Ansicht Über jenen Menschen in sehr unzweideutiger Weise kundzuaeben. Nein, Sie beurtheilen ihn zu hart,- entgegnete sie. Er that nur, waS er seiner Natur nach mußte. Ich muß sagen, daß mir da Entgehen der Erbschaft fast ali ein Glück erschien.Sie' haben die schöne Gabe, mein liebe Fräulein,' 'an Allem die angene mere, freundlichere Seite zu sehen'. ES steht bei uns, die Sonnenseite der Dinge herauszufinden. Wie glücklich müssen Sie da fein! -Wenn auch nicht immer glücklich, so doch nie unzufrieden mit meinem L00S.Die , Fahrt dauerte noch über vi Stunden, aber eS trat in dieser ganzen langen Zeit keine einzige Pause ein in ihrer Unterhaltung. Und alS sie am Ziele angelangt waren und Zephirine zur Begrüßung deS Bruders 1 am Bahnhofe fanden, konnte der glückliche Valentin sagen: . Meine Herkunft, gute Schwe ster, hatte nur den Zweck, Dir mein, liebe Braut oor,ustellen.Ertra feiner gebrannter 'ik.i :i,i:;,i,:i.,;it;itir iärefr r-,V 30c per Nfnild. 03 . '; .'. ' ::;r;!l:ic- Ur-'iW. : .!?,., A '.i "(';". ;' fri IN : - : ''i,, rlls.iIäSis!:;'; " ",''' "'.:" :;(' .:i:l!?'!ir!ii"i;!!ii'1;J!E:!1jäil?il!:::; ii( .!!:'.: i.,: f IM'lfsiiiSIll :1 t'f.f' ' 200 Ost Washington Straße. ijiJ;;Fi.;iiiEij!'!,i;ii; tf': ;jPl:K;,K; Am-i- T. ;v Teledhon1S3Zj'Wvt ,'!!!, !::!!,." '1li!fii mM.
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