Indiana Tribüne, Volume 15, Number 147, Indianapolis, Marion County, 14 February 1892 — Page 6
Ueber Erkältung.
, . mc. Scherel-Slff. ' Viele Kranke haben die Neigung, eine Erkältung als Ursache für alles Mögliche anzusehen, selbst dann, wo eZ demArzte von vornherein klar ist. daß an einen Zusammenhang ihrer Krankheit mit einer Erkaltung nicht im Entferntesten zu denken ist. Tie Folge davon ist. daß eine große Anzahl von Aerzten, Denen die Erkältung so oft als allgemeiner Siindcnbock- vorgesührt wird, ihr stets mit einigem Mißtrauen entgegentreten, ja daß manche die Erkältung" überhaupt für ein Unding ansehen und die Möglichkeit derselben in Abrede stellen. Fanatiker der Bacillenthcorie behaupten dann. daß nicht eine Erkältung borliege, sondern die Infektion durch irgend einen Bacillus. Demgegenüber müssen wir nun sagen. das; die Erkältung eine Thatsache ist, die durch Aütagserfahrungen vollkommen gesichert ist und zweifellos fest eht, bekennen jedoch freimüthig, daß die Gelehrten von dem völligen Perftändnisse dieser Thatsache noch sehr weit entsernt sind. Was eigentlich unter Erkaltung zu verstehen sei. darüber sind vielerlei tief sinnige und weise Betrachtungen angc. stellt worden, ohne daß wir so recht aus den Grund der Sache und zu einer Cr klttrung geführt worden sind, die alle Welt befriedigte. Ter Laie ist ja mit seinem Urtheile sehr schnell fertig) Für ihn ist die ErMtung die Emwirkung niederer Außentemperatur auf dicHaut. und daß dieZ der ursprüngliche, wescntliche Vorgang dabei ist. kann der Arzt nur bestätigen. Was dann nun abe, weiter dabei geschieht, und wie die eigentlichen Folgen der Erkältung zu Stande kommen, darüber ist noch immer nicht genügende Aufklärung geschaffen worden. Gelingt es doch nicht einmal, wenn wir die Sache genauer in's Auge fassen, die äußeren Bedingungen für den Vor gang scharf und bestimmt festzustellen. Man sagt wohl, ein großer Unterschied zwischen Haut nd- Luftwärme rufe Erkältung hervor, allein es ist bekannt, daß im russischen Dampfbade z. B. die Haut stark über die normale Tempera tur hinaus erhitzt und dann durch sehr kaltes Wasser wiederholt abgekühlt wer den kann, ohne Erkältung yerbeizufüh' ren. Andere Male genügt schon ein leiser Luftzug, welcher die keineswegs besonders warme Oberfläche des Kör pers an einem kleinen Theile trifft, um eine große Erkältung zu verursachen. Zweifellos begünstigt wird jedoch eine Erkältung durch reichlichen Blutgehalt und damit zugleich durch hohe Temperatur der Haut, sowie durch Schweißbildung auf derselben. , besonders wenn die Haut von stark bewegter Luft (Zug) getroffen wird, namentlich an Stellen.' die sonst von Kleidung bedeckt sind. Ferne? steht es fest, daß der Kör per, sobald er sich in Ruhe befindet, leichter der Erkältung ausgesetzt ist. als wenn er in Bewegung ist; Nun sollte man annehmen, daß der ienige Theil des Körpers, der zunächst der Erkältung ausgesetzt war. auch im mittelbar derselben zum Opser fallen und unter ihren Folgen leiden müßte. Dies ist aber durchaus nicht immer der Fall. Nach einer Erkältung des Halses entsieht z. V. sehr oft nicht ein Kehlkopfkatarrh. sondern es tritt auch Ka tarrh ein an einem andern entfernter liegenden Organe, und nach Durchnäh sung der Füße haben oft nicht diese un ter den unmittelbaren Folgen zu leiden, sondern es kann eine Nierenentzündung auöörechen oder eine akute Erkrankung des Rückenmarks. : Sehr bcmcrkenSwcrth ist es auch, daß die Einwirkungen bei verschiedenen Per fönen verschieden sind, so daß der eine aus einer l?2kältung heil hervorgeht, die bei dem Andern die unangenehmsten Erscheinungen hervorruft. Ja. ein und dasselbe Individuum erkrankt zu einer Zeit an einer Erkältung, die zu einer andern Zeit, spurlos an ihm vorübergehen kann. Bekannt ist es ferner, daß manche Menschen nach Er kältungen. einerlei an welchem Punkte dieselben stattfinden, immer bestimmte Katarrhe, dieser des Kehlkop's. jener dc? Nase, ein dritter der Luftröhre", be kommen. Man nimmt nun an, da bei der plötzlichen Einwirkung der niedern Au hentenkpcratur auf die Haut. wie sie bei der Erkältung stattfindet, eine Zujam menziehung der oberflächlichen Blütge fa&e eintrat, w zunächst eine Nückströmung des Blutes nach den innern Organen zur Folge hat. Haben nun z. A. solche erkältenden Einflüsse direkt die Schleimhaut der Nase getroffen, so erweitern sich nach der Zusammeuzie hung die oberfläch.k h gelegenen Blut g?säße wieder und stärker als zuvor, das Blut strömt mächtig in die von dem Reize getroffenen Theile hinein, die Schleimhaut schwillt an, die Ernährung und bie Widerstandsfähigkeit der sle auskleidenden Zcllenschicht (Epithelien) leidet darunter, und nun ist den stets in der Luft enthaltenen Cntzüudungs errcgern (Bakterien Mikrokokten) Thür und Thor geöffnet. Sie dringen in die gelockerten, gequollenen Schleimhaut schichten ein, und damit ist die Entzün dung. der Katarrh der Nasenschleim .haut, der Schnupfen geschaffen. ,, ,;U '! In anderen Füllen, wo nicht der direkt getroffene Theil, sondern ein inne res Organ erkrankt (die Lungen, das Bauchfell u. f. w.), zmag wohl bei dem Rückströme des Blutes (Congestion) unter Vermittlung der Nerven gerade jenes Organ besonders zu leiden haben und dann: der Erkältung unterliegen. Ties tritt besonders dann ein. wenn die Haut mit Schmeiß bedeckt war, und das Volk sagt dann, der Echweig sei unter drückt worden und sei nach innen ge schlagen". , Erkältungen, können zwar in :, jeder Jahreszeit stattfinden, hauptsächlich wei sen jedoch die rauhen Herbst und Win termenate die größten ErkrankungSzif
fern auf. Daß die wärmere JahreS. zeit nicht schützt, hat der letzte Sommei bewiesen, der in Bezug auf Erkältun gen außerordentlich leistungsfähig war. Ganz besonders sind es aber Zugluft, jäher Temperaturwechsel, ,Durchnässung der Haut und der Füöe u. s. w.. wo durch eine Erkältung herbeigesührj wird. Die Wirkung einer Erkältung tritt in den häufigsten Fällen als Katarrh zu Tage, sei es der Nase, de Rachens, des Kehlkopscs, der LuftrSbren, d Augenbindehaut u. f. w. Bei einen solchen Katarrh ist die Schleimheit ge. röthet und geschwollen, und eS ist emk stärkere Schleimabsonderung , vorhanden. Bei wiederholten Erkältungen, unter denen stets dasselbe Organ lei det, kann aus einem acuten Katarrh ein chronischer werden. Gefährlicher wird oftmals die Erkäl tung, wenn sie noch andere lebenswich tige Organe trifft und eine Lungens oder Nierenentzündung und dergleichen hervorruft. Ein einfacher, scutcrMheümatismus. der sich als Folge einer Er kältung !n den Muskeln festgesetzt, wiü zwar gewöhnlich nicht als bedenklich aw gesehen; erstreckt sich jedoch die Erkäl' tung auf die Gelenke und bildet sich ein Gelenkrheumatismus, so ist dies durch. aus kein unerhebliches Leiden. yi Eine Erkältung pflegt nun mit' be sonderen allgemeinen Erscheinungen e:n herzugehen, 'so namentlich mit Fieber symptomen: wicdnholtem Frösten oder einmaligem Schüttelfrost. Unbc Hagen, eingenommene.! Kopf. Unlust zu körperlicher Arbeit und vornehnilick zu geistiger Thätigkeit. Appctitkosizkei! u. f. w. Tritt erst Schweißbildung nach erso'ger Temperaturerhöhung hu, to kündigt sich damit' auch sehr bald bil Besserung an. Die Behandlung zielt denn iauch hauptsächlich darauf hin, den Aushruch des Schweißes zu , begünstigeni ',-Am besten wird deshalb der Erkaltete zu nächst ins Bett gesteckt. Dann bereitet man ein warmes Bad (29 31 Grad) bringt den Patienten hinein, läßt ihn i bis Stunde darin, packt ihn sofort in cm mit gleich warmem Wasser ge. tränktes. gut ausgerungenes, mehrere Schichten dickes Leinentuch, welches, ebenso wie ein darübergelcgtes Woll tuch, den ganzen Körper dicht umhüllt, und bringt ihn in fein Bett zurück, wo man ihn fest zudeckt.. Dann giebt man ihm reichliche Mengen einer warmen Flüssigkeit zu trinken (Flieder-, Kamil len-, LindeMüthenthee, Limonade u. dgl. m.) Nach einiger Zeit stellt sich starke Schweißabsonderung ein. und nun läßt man den Kranken noch cm bis zwei Stunden in der Wickel liegen, reibt ihn tüchtig ab und läßt ihn in3 warme Bett zurückkehren. W?s sonst noch für Maßnahmen zu treffen find, das wird dann in jedem einzelnen Falle der Arzt anordnen. So gelingt es ost, eine frisch cntstandcne Erklärung in kurzer Zeit zum Schwinden zu bringen. Nicht selten vermag auch ein russisches oder romisches ifrisches Bad, also die Anwendung heißer, feuchter resp, trockn Lust im Anfang so rasche Hilfe zu schaffen, daß man wohl von einem Abschneiden der Erkältung zu reden berechtigt ist. ' Wenn wir nun noch an die Beant Wartung der Frage herantreten, ob nd wie einer Erkältung vorzubeugen ist. .so müssen wir zunächst feststellen, daß es zweifellos eine körperliche Anlage gibt, welche die Erkältung begünstigt: Es handelt sich also darum, diese' Anlage zu tilgen oder wenigstens abzuschwächen. In dieser Beziehung gibt es zweierlei Berfahrcn. das eine, welches durch Fernhalten jeder Schädlichkeit, Erkäl tung verhüten will, das andere.'wclches die Widerstandsfähigkeit des Körpers, zu erhöhen strebt. Nun ist es allerdings wünschnswerth, daß die leicht van Erkältung Heimge suchten sich dem Einflüsse grober Schädlichkeiten entziehen, daß sie nicht mit erhitzter, schwitzender Haut sich dem Zugwinde preisgeben oder in der Abend' kühle zu lange im Freien' sitzen; allein es ist andererseits auch nicht richtig, daß sie bei jedem Lustzuge im Zimmer bleiben oder nur von oben bis unten ver packt und Zermummt wie Nordpolrei sende in's Freie czchen. Mit zuneh mendem sich Abschließen gegen die Ein Wirkungen der Atmosphäre pflegt die Reizbarkeit so entschieden zus.lnehmen, daß selbst äußerst geringfügize Beran' lassungen Erkältung im Gefolge ha den.'. ' Ob es nun, wie empfohlen wird, an
gebracht ist. der Wolle, dem' schlechten, langsam Wasser verdl'nstenden Wärme leiter. oder der Seide, beides auf bloßer Haut, den Vorzug zu geben vor dem Leinen, darüber sind. die Gelehrten noch nicht einig. Während Professor von Jürgensen in Tübingen u. A. .nur die I Wolle oder allenfalls die Seide anaej wendet wissen wollen, hat Geheimrath von Hettenkofer in München erklärt. daß wir uns in Leinen ebenso .gesund - t Ti L rr- .. i r t i uewen uno vor rmnung icyuen lon nen, wie in Wolle und Seide, wenn wir nur dafür sorgen, daß die Kleidung. also die Hautbcdecküng, immer gehörig luftig bleibt, und der Wärme abfluß unmittelbar von der Haut nicht ein ju. großer wird. Jedenfalls steht fest, daß Wolle und Seide allein auch nicht im i Stande sind, die Erkältung gänzlich fernzuhalten. ' ' . :i: Eine gewisse Abhärtung wird durch die verschiedeuen Anwendungen des kal ten Wassers herbeigeführt Kalte Wa. fchungen oder Abreibungen, morgens unmittelbar nach dem Aufstehen vorge nommen, leisten in dieser Hinsicht vortreffliche Tienste. Man beginnt mit denselben" am besten ? in der wär ineren Jahreszeit, läßt zuerst Wasser von 26Grad R. nehmen und geht dann allmählich aus niedrigere Wärmegrade berünter. Auch die Touche kann man ? damit verbinden, indem man die an. fangs auf 15 Sekunden bemessene Zeit derselben bis drei und mehr Minuten ' verlängert. Tann folgt sorgfältiges,
rasches, sivrkes ÄSrciben der Haut rnit einem rauhen Leinentuche oder einem Frottirhandtuche,, und Bewegung im Freien.' ä 4 ; ' ffthJ ?: So gelingt es Mestens. die Neigung zur Erkaltung wesentlich zu beschränken oder sie ganz zu beseitigen. : k
.fi D e r verlorene Traurln g .,, Ter verlorene, Trauring : oder dad kluge Schnupperl dürfte wohl der zutreffende Titel für einvVorkommuiß sein, welches sich kürzlich in P. zugetra gen hat.' 7 Ein in,P.! lebezzder h öherer Staatsbeamter erhielt vor einigen Tagen, wie alljährlich stets um diese Zeitz von seinen in Braunschweig lebenden Schwiegereltern- eine Sendung jener berühmten , Würste., welche.,, man im Volksmunde mit Braunschweiger Leberwurst benamset. 7 Leider, wurde jedoch dem jungen Ehepaare die schmackhafte Kost durch den begleitenden Brief des Vaters der jungen Frau sehr verbittert. Derselbe schreibt, das seine Gattin infolge eines ' schmerzlichen Verlustes von einem säst an Cemüthskrankhcit streifenden Leiden befallen sei. Sie suchte .suchte. fortwährend, denn sie vermißte seit einigen Wochen ihren wäh rend eines VicrteljahrhundertH sorgsam bewahrten Trauring. welcher sich bis zur Stunde nicht wiedergefunden habe. trotzdem das ganze Haus umgekrempelt sei. Diese Sehnsucht der Unglücklichen. welche durch den, Verlust das Glück ihm Ehe , gefährdet .glaube, , trAteTag unt Nacht in Erscheinung, wodurch die g sammtcu Hausbewohner, keine -ruhigi Stunde mehr hätten. Der Hausarzt rathe zu einer schleunigen Ortsverättdö rung. . r . Ter Schwiegervater bat nun,- fettn Frau dringend zu ersuchen, nach P. zu kommen. Diese Bitte ließe sich dadurch motiviren. daß ein bevorstebendes freu digcs Ereigniß in der Familie de juw gen Paares' die Anwesenheit einer zü künftigen Großmutter stets wünschens werth erscheinen ließe. , Dieser Wunsch des alten Herrn wurde von dem jungen Paare um so bereitwilliger erfüllt, als me ältliche Dame. wie die meisten Schwiegermütter eine der liebens' würdigsten ihre? Species ist. Hm, hm. Tie Mutterliebe siegte vorläufig über neue Suchsucht, und die trostlose Frau dampfte zu ihren Kindern. Abc, vergebens gaben diese sich die erdenk lichste Mühe, die Sinnesrichtung der Unglücklichen von dem verlorenen Ringk abzulenken. Ebenso wie daheim das eigene Haus, wurde die Wohnung des Schwiegersohnes durchsucht die Ma nie blieb hier wie dort die gleiche. Selbst die Taschen fremder, besuchs weise anwesender Personen blieben nicht verschont und mußten ihr gezeigt wer den. So weit gingS schon. Daseinzige lebende Wesen, dem die suchende Kranke nichts in den Weg legte, war das Schooßhündchen ihrer Tochter: Schnupper!. Schnupperk folgte dc, leidenden Dame dafür auf Schritt und Tritt, glcickfam angesteckt von der kränklichen Manie, der Siichsucht". Das such'. . . . such' .... Schnuppert" kannte Jeder im Haufe. Aber eines Tages konnte der sonst nach jeder Rich tung wohlerzogene Hund, als er sich mit der Kranken in der Speisekammer, befand und diese unüberlegter Weise dik Aufforderung an ihn gerichtet hatte, dem thierischen Gelüste nicht widerstehen, :r suchte und fand eine jener delicaten, sclbstfabricirten Braunschweiger Leber Würste. Mitten in seinem Hundediner wurde Schnupper! aber meuchlings vom Hausherrn gestört, welcher die kranke Schwiegermama abrufen wollte und bei dem Anblick Schnupperls Vorhaltungen in Form einer gehörigen Tracht Prst. ael machte. ' So, Schnupperk. Deine yiebe hast du weg. aber Dein muß die Wurst schon bleiben.... aber damit Du Dir den Magen nicht verdirbst, kriegst Du den Rest erst heut Abend. . . Aber, was ist das?" Ter Hausherr bückte sich, um einen neben dem Hund chen liegenden blanken Gegenstand auf zuhebcn. Das ist ja Mama... ich glaube".. .. Wetter kam er nicht. Mit einem Freudenschrei reißt Mama ihm den Ring aus der Hand. Mein Trauring. . . . mein Ring. Schnupperk hat ihn entdeckt.... beim Würste stopfen hatte ich ihn verloren. . .. gelt. Schnupper!!" Und sie küßte den Köter Im Uebermaß der Gefühle wiederholt auf die Schnauze. Dann besah sie den Ring näher sie stand sprachlos. Es war aar , nicht ihr Ring! Nun entspann sich eine lteme, erwas yesuge Scene zwischen den Beiden, aus welcher hervorging, daß der junge Mann ge lcgcntlich eines Besuchs' bei seinen Eltern einstmals dem hübschen Mädchen für Alles- beim Wurststopsen zugesehen in harmloser Weise natürlich ; dabei hatte er seinen Trauring ver loren. Die Mama land übrigens ihren Ring kurz darauf in einem zu ammengcttüppten vcegenzchirm.' Man schreibt so viel von sportsmäßigen. Distanzmärschen; seit dem Scume seinen bekannten Spaziergang nach cSyraküs. zurückgelegt,, und beschrieben, glaubt Jeder, den die Lust anwandelt, , bei: einer längeren Wanderung die Eisenbahn zu umgehen, dasür durch die ganze Welt getragen werden zu müssen. Ueber die Arbeitsleistung eines - Briefträgers gibt nachstehender Bericht aus c, Elbingi einen Maßstab. Der dortige, Uhrmacher Z. hatte dem Briefträger eines Reviers der , inneren Stadt der Wissenschaft, wegen einen Schrittzähler" zur Benutzung gegeben.' ?.. ,,?,.., :...... Vul aoivlUlcr lajciycu uiuuiti o ein Ding jeden Schritt, welchen sein Trä er macht. Danach hatte der betressende , Briesträgcrx in seinem Hin, und Her in der Zeit vom 21. December früh bis zum 2., Januar. Vormittags 1U Ubr. aenan 158,900 Schritte aemacht. daö ! sind in i Meilen umgerechnet, !! die tw rr m-iii" ...v i! crn.i "
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Schandpfahl und Knute in Dela wäre.
Wunderbar genug ist es, daß im Ge öiete der vom Geiste der Menschen freundlichkeit durchwehten Eonstitution der Ber. Staaten, welche jede mit Fol ter und Grausamkeit verbundene Strafe verbietet auf Grund dieses, Pa ragraphen wurde bekanntlich die Ver Wendung der Elektricität für die Hin richtung von Verbrechern m Staate New York biS um OberbundeSgericht angefochten). d:e noch heute in den Staaten Delaware und. Süd-Earolina bestehenden entwürdigenden' und' jedem menschlichen Gefüh! : hohnsprechenden Strafen des Prangers und der Peitsche als Ueberbleibscl des finsteren Geistes des Mittelalters noch niemals angefoch ten worden sind. ' Erst kürzlich wurde wieder im Gesängnihhofe zu Ncwcastle, Del., eine solche Execution vom dortigen Sheriff Simmons vollstreckt. Es handelte sich um mehrere Uebel thäter. die sich gemeiner Verbrechen schuldig gemacht hatten. James Earr und Joseph Townsend hatten 'gemein schaftlich einen. Straßenraub verübt und waren deshalb jeder zn vierzig Peitschenhieben, einer Stunde Pranger stehen und einem Jahre Zuchthaus ver urtheilt worden. Townsend hätte mil seinem Gnadengesuch beim Gouverneur Erfolg, denn du körperliche Züchtigung wurde ihm erlassen. Es bewendet also beim Pranzerstehen. ' Am Schandpfahl. Der Pranger befindet sich auf einer Art Sckaffott oder Bübne, wo Hände und Hals des Delinquenten in der oben sichtbaren Weise in' dem Block ringe, schlössen werden, wobei in diesem Falle beide Verbrecher waren kaum von Mittelgröße dieselben gezwungen wurden, auf den Fußspihen zu stehen und natürlich die' Schmerzen bedeutend durch diese unbequeme Stellung ver mehrt wurden. Früher wäre das na türlich ein Gaudium für die rohe Menge gewesen,, die Delinquenten durch Werfen mit faulen Aepfeln und Eiern, ja mit Stcinwürfcn zu mißhandeln. Jetzt tritt der Sheriff derartigen Ausbrüchcn der Pöbclrohhit energisch entgegen. Während also .Townsend "ntcr dem Gejohle der Menge nach Ablauf feiner Stunde eilig davonsj rang, wurde Earr vom Sheriff nunmeh. in Empfang ge nommen und zunächst seiner Obcrlle! der entledigt. Vierzig Peitschenhiebe! Jetzt beginnt der Theil der Cxecution, fkstt rrsffumi yi- rtrfrtrt VupS ' sV?pfbS W. . v Vlh MfV.VWMv VW, .VVVIV sich gar herrlich offenbart. Earr wurde . : .5 . ... t.ll! IJ (nt Vtf - UN cmcm cigciia ouzu veiilmmien Pslly mit den Händen scstgebunden, den tnU blößtcn Stücken- dem Sheriff zugekehrt. Das GcscN macht diesem zur - Pflicht die Streiche nachdrücklich und wohlge zielt" - zu verabfolgen. In diesem Falle kam das Opser noch , imwerhm glimpflich davon denn das Mitleid deZ Henkers mochte wohl durch , die Begnä. digung des gleichfalls schuldigen Spieß gezellen Carrs rege geworden sein. So sausten denn die vierzig Hiebe wohl hageldicht und klatschend ' hernieder, doch war nach der Beendigung' der schrecklichen Execution Earrs Rücken er hatte die Zähne zusammengebissen und keinen Schmerzenslaut von sich gegeben zwar von schrecklichen Striemen feuerroth aufgelaufen er sah wie rohes Rindfleisch aus aber nicht blutrünstig. Oft genug jedoch riefelt vom Rücken der Opfer das Blut in Strömen herab. ' Nach Earr wurden noch drei Männer' gepeitscht, erhielten sedoch Jeder nur zehn Hiebe. -; Ihr Vcr gehen war " Hühnerdiebstahl. Eigen thümlicher Weise kommen drei Viertel der verhängten Körperstrafen ans Hüh nerdiebstah'l; die Schuldigen sind meist Neger. - -yti n-i im - ' ' D a S b e ga b it M ä dch trizh ' ';!,." '!" IM",-' ',;::!! piffttf! Du mein geliebtes Kmdchen, .'p. , :i Warum zankst Du seit einer Stund'? Du hast so ein kleines Mündchcn t , Und so einen großen Mund! -As l ' ' ""mm" m m m , ; li Poesie und Pro sa. Was wäre die Welt ohne die alles , liebende Freundschaft ! Siehst du. so wie I ich treu und unentwegt dein Freund heißen will, so hoffe ich auch Mensch um Gotteömillcn, lch habe wirklich keinen Heller bei nxt?
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Eine ColumbusNanone
Je näher das EolumbuS-JubilSum' heranrückt, desto zahlreicher tauchen die an den große, Seefahrer und, Ent decker mahnenden , Reliquien aus dem Dunkel der Vergessenheit auf. . Im Jackson-Park zu Chicago, dem Schauplatz der kommenden Weltausstellung, , ist eim alterthümliche Kanone aus San Domingo eingetroffen, die der wackere, Feldhaüpkmann . Jörge Frundsperg wohl- unter das grobe Geschüß der Feldschlangen rangirt haben würde. : . ,, "H i- , - !:''"- - ';,.:-,,..,,. Der 5353er von an legg. Nach der Tradition haben sich die aufrührerischen Vewohncr von San To mingo dieser Kanone bedient, um damit das . Schloß Diego Eolons. Sohnes Christoph Eolons und seines Nachfol ger? in her Staithalterschäst der Insel, mit Erfolg zu' beschießen. , Nach jedem Schusse mußte man durch Bespritzen mit Wasser erst das Jkohr abkühlen, da es sonst in Folge der Hitze,, welche durch das Abbrennen . des Zündkrauts und Pulvers entstand, zersprungen iväre. , r Warum er sie kützte. ' wi . . , vr Balldam: Wie können Sie es wa gen, die Einsamkeit dieses Orts zu mißbrauchen und mich. zu küssen. Sie Unverschämter? Tanzherr: Verzeihung für meincUn bedachtsan.keit Aber der Dust der Rose an Ihrer Schnlter, mein Fräu lein, wirkte so betäubend, daß ich mich vergaß Balldame: Pshaw! Die Rose ist ja künstlich . ... Zuvorkommend. Dame: Vielleicht, mein Herr, können Sie einen von deu Sitzen entbehren? Herr (aufspringend): Mit dem größten Vergnügen, meine Gnädige! ' mi et: Wie reimt sich daS xu fammen? Jugendlicher Wortsührer : Bitte, Frau Prediger, sagen : Sie doch dem Herrn Prediger, unsere Eltern wollen uns?morgeN'Nlcht! zur Donntagsschüle gehen lassen weil jetzt die Kinder über oll soviel Fieber, haben.. ..und dann möchten wir, Sie recht schön bitten, uns doch i jti i, sagen, in welchem Teich Ihr Sohn gestern den großen Fisch geangelt hat4 i wir . mochten . es auch , gern Riffen! ? :mi U t - D e r.U n t e r sch i e d.' Erster Schusterjunge: Weißt Du den Unter schied zwischen ' dem Meister und der Meisterin? Zweiter Schusterjunge: Nein. Erster Schusterjunge: Der Meister ist hier maßnehmend, 'und die Meisterin maßgebend! . ' ' ' fii; z Da schadet .nich 13 mehr! Richterz Z Ihre Mleröangabe dürsen Sie nicht er Alte Jungfer: SJch ? habe aber ein Felübde abgelegt, mein Alter, nur vor dem Standesbeamten mrzugebcn! 'OÄÄHvU ng l ü ck. A.: Warum 1 so mißgestimmt. Her? College? B. : Meine Schwiegermutter kommt zu Beiuch und bringt noch dazu ihre Cchwe ln mit. Ä.: . Alte Geschichte, ein Un zlück ki'mmt selten allein! M
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OlftiEU DE PARIS.
- Man schreibt au5 Paris: Herr Deib ler, der Virtuose auf der Guillotine, suhlt das Bcdursnll;, sich von der an strengcnden Kopfarbeit", die er all sein Leben lang betrieben, endlich einmal auszuruhen. Das ist ein LebcnsabI' f i .ä ' 1 fc rf1 zaznttl". agie jemand, als man ryn unter die Maschine des Dr. Guillotin placirte. Herr Tcibler sehnt sich nun nach einem Lebensabschnitt natürlich nur nach einem figürlichen. Nicht als ob das Getchaft schlecht, ginge. , Im Gegentheil.man , kann sich' nichts Blü hendcrcs denken.' Und da die Menschen bekanntlich immer schlechter werden, so werden die Chancen deö Herrn Deibler für bic Zukunft immer bczer. In dieser Richtung ergibt sich wenigstens ein Nutzen der Tccadmce des M'cnschenge schlechtes. Und wenn das Unternehmen des aenanntcnHerrn auf Aktien argrüri det wäre., könnte man diese Papiere als gute Kapitälsanlage 'wärmstcns emp fehlen. . Der Grniid dasür, daß Herr Deibler amtsmüde wird, ist cbm der, daß er seine gute Anzahl -Jahre hinter sich hat und daß er schließlich in jenem Alter angelangt , ist. in welchem man einen behaglichen Landsitz in Ville d Avray oder Autcuil, mit Kohlpflanzun Hüh:.c.i . rw? f -t r . rntt' ' . V. sein erste Hilfe Verger aufrücken, und die Elien ten werden' mit ' demselben hoffentlich ebenso zusrieden sein, wie mit feinem Vorgänger. 213 Personen hat Deibler seine hochgeschätzte Beihilfe zum Verlas. sen dieses irdischen Jammerthales ge liehen. Es verlohnt sich vielleicht der Mühe, bei dieser Gelegenheit einige Einzelhei ten über diesen interessanten Mann mitzutheilen. Derselbe hat seine b liegenheiten mit kaltem Blut versehen. Nur in der ersten Zeit hat man manch mal eine gewisse Unsicherheit bemerkt; der Grund derselben war aber nicht so sehr eine im Herzen des patron de la outt" erwachende Sentimentalität, als vielmehr die Furcht vor der anwesenden Kritik pardon! vor den zahlreich .anwesenden Journalisten, welche einen von ihm begangenen Feh ler sofort an die Oestentllchmt gebracht haben wurden. D mit einem ersten Auftreten stets verbundene Befangen heit des Debütanten- sagt man im Theaterreferat. Jedenfalls arbeitet" er für die Galerie; er hat Eigenliebe und sieht vor Allem darauf, daß man seine jsute Haltung anerkenne. Manchmal findet er auch einen Delinczuenten. der ihm in weltmännischer Weise bei seinem schweren Amt entgegenkommt, wie z. B. Jener, der das Gerüst betrat mit den Worten: Jo de sile vivernent, monsieür, cue vous me guillotinassiez.' Dieser Eon junctw Jmpcrfecti ist füt die Fein schmcckcr). Im gewöhnlichen Leben aber ist der alte Mann schüchtern, wie ein junges Mädchen. Und wenn ein Richter zu ihm spricht, so antwortet er kaum und sucht mühsam seine Worte wie ein Schüler. Deibler bewohnt mit seiner Frau und seinem Sohn, der einer seiner Gehilfen ist, eine bescheidene Wohnung in der No.3Rue Vicd'Azir. in der Nähe des Bonlc'vard La Billette. Das Ameublcment ist äußerst einfach. Auf dem Schreibtisch des Hausherrn sind eine Reihe von Souvenirs" auf gestellt, die von mehreren Hingerichtet ten herrühren; ihre Photographien stehen daneben. , Auf dem Kamine unter einer Glas kugel. befindet sich eine Miniawr-Guil lotine. An einer Wand hängt eine Violine. Denn Deibler ist ein vor trefflicher Violinist, und liebt sein Ins strument mit Leidenschaft. ' In dl Wohnung -wird fast nie ein Fremde? eingelassen. .Lautet ein ehrgeiziger Rc Porter an der Thür. so. öffnet sich dfe selbe ein wenig, und über eine starke Sicherheitskette hinweg ruft das Dienst' Mädchen hinaus: Der Herr ist nicht zu Hause." Das Leben, das Herr Deibler führt ist geregelt wie ein Uhrwerk. Er steht zeitig auj, bringt den Vormittag mit Violinsplclen und mit Lesen zu. dcjeuuirt , . jamille und begibt sich dann zu . Fuß in, den Schuppen der Rue de la Fo!ieRegnault, wo die Richthölzcr aufbewahrt werden. Es existircn deren zwei, die große Loui sette", welche in Paris funktionirt. und eine kleinere, welche zu den H!nr!chtun gen Zn der Provinz nntgcnommcn wird. Auch hier uiuß also wieder einmal die Provinz hinter der Hauptstadt zurückstehen. !. Den ganzen Nachmittag verbringt Herr Deibler beiden beiden Maschinen und putzt und hämmert an ihnen herum. Hier und da gibt eö auch eine Probe, oder kurz vor yner Hinrichtung eine Generalprobe mit den Gehilfen zusammen. . Deibler ist, wie erwähnt, v'erheirathet; seine Frau ist eine gcbozene Mllz. Rosenoeuf, Tochter des Hcnkers von Algier (man kann ihm also nicht nachsagen, dan er eine Mesalliance gemacht hat). Aus diezer ye cntwrojsen zwei Kinder, der oben genannte Sohn und seine Tochter Elotilde, die eine i unmuthige Brünette gewesen sesn soll und im Alter von siebzehn Jahren gestorben ist. - - Dieser Tod hat den Vater aufs Schmerzlichste betroffen, und man nennt ihn als, einen der Gründe, weshalb sich der xscutsur les Kaufes ouevTes"; mit Rückzugsgedankcn trägt. Vor einigen Jahren , passirte ihm das folgende Abenteuer: Er begab sich in eine kleine Provinzialstadt. wo er am nächsten Morgen einen . Verurthcilten vom Leben zum Tode i bringen sollte. In der Eisenbahn machte er die Be kanntschaft eines Herrn 5...., eines der bervorraaendsten industriellen der betreffenden i StadtD ES entspännt sich zwischen den Beiden eine Eonversation. S Der Scharfrichter, so wenlg ge, j.,,, ; .: :!.,, ,.:' , ' ' '! ),J ,,. , !l" , :, j, j ll,;;, .. , , 1 ,
nerjucgx nno Nsange o,i einer noa; Wiener N. Fr. Pr." nachstchende solchon montu m wlllotme vorM. Episode:' Gelegentlich eines Transports m? 1 2? STi SÄ 0tt WiüMmmmthzntm aus der tommU . ist es ebm tem ergnugm Wiener in die KlosterneuburgJrrenan. Lmenchen zu kopM. Mt ereignete sich fokaende Scene: Am
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schwählg er von Natur ist, lauderti trotzdem über, das gerichtliche Ctrak systcm mit einer solchen Sächkenntniß daß sein Geströchspartner sich einem hohen Funktionär der EesäugnißverK waltung gegenüber zu besinden glaubte. Man langte am Ziel der Reise an, und Herr X. . . . , hochcntzückt von der Eon versation des Herrn Deibler., dessen Namen er noch immer nicht kennt, ladet ihn ein, den Abend bei ihm zu verbrin gen. wo er gerade einige Freunde empfängt. Ter Scharfrichter meint, da' könne er sich " ganz ' angenehm die Stunden vertreiben bis es Zeit wird, " an die Aufrichtung der Guillotine zu gehen, und nimmt die Einladung an. Um neun Uhr Abends begibt. sich in vortrefflicher Laune zu scineul Reisegeführten, den Leib in jenen legendären schwarzen ?iock gezwängt. Man stelle sich die- Verblüffung der Eingeladenen vor, als der Diener M. DciblcrMcldet! Die Anwesenheit des Scharfrichters erkältete die Stimmung dcrnwßen, daß. alle Anwesenden sich bald zurückzogen. Wahrscheinlich in Folge dieses Abcnteuers ist Herr .Deibler menschenscheu geworden und flicht die Welt. Bestrafte Neugi-rde. '
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Ziele der Reise angelangt, fuhren die beiden ersten Wagen in den Hof der Anstalt, während der dritte vor dem Thore hielt. Als die Insassen des dritten Wagens in den Hof geleitet wurden, blieb eine Frau beim Wagen zurück und forschte im Innern desselben wie nach etwas Zurückgelassenem. Ein Bcrwaltungsbcamtcr machte die Wärterinnen auf diese Frau ' mit den Worten ausmcrtsam: Da ist Eine zurückgebliebene". Als die Frau das hörte, wollte sie sich eilenden Schrittes cntfernen, aber der Ruf. Da geht Eine fort! bewirkte, daß rasch zwei handfeste Wär terinnen ihr nacheilten und die Wiederstrebende in den Hcf der Anstalt führten. Die Frau gcricht in große Erregung. Unter heftigem Schreien wiederholte sie. sie sei gar nicht geisteskrank und gehöre nicht in die Anstalt. Tie an solche Aeußerungen gewöhnten Wärterinnen hielten die Person, welche anö allen Kräften mit ihnen rang, an Händen und Füßen fest. Dem die 'Aufsicht führenden Arzte gegenüber zeigte sich die tyra höchst ungebcrdig, so däß der Arzt schon einen Augenblick daran dach te, sie dem Jsolirtrakte für Tobsüchtige zu überweisen. Bald daraus aber wurden .die Patientinnen ordnungsge. mäß alle einzeln nach den Kopszcttclu revidirt, und da ergab es sich, das; statt 37 deren 33 angekommen waren, wo ravf man rasch auf die Vermuthung kam, daß die Angabe jener Frau, sie gehöre gar nicht zu den Kranken, am Ende doch auf Wahrheit beruhen könne. Sie wurde wieder vorgerufen und es stellte sich heraus, daß sie eine Frau L. aus dem sogenannten Öbnörtel irjlli stcrneuburg war, welche, im Begriffe, für ihren Gatten Essen zn holen, an der Anstalt , vorübcrkam und, durch 9!cu gierde veranlaßt, sich unter die Paticn tinnen mengte und das Innere des Wa gens in Augenschein nahm. Ihre Reu gierde wurde freilich mehr befriedigt, als ihr lieb war, denn sie mußte unsrciwil lig auch das Innere der Anstalt und die Prozeduren bei Ausnahme neuer Patienten mitmachen. Eine gchelmnlßvolle ttnnst.
Der ausgezeichnete Anatom Professor Vurthorn in Cambridge so erzählt die Köln. Volksztg." in einer Whand. lung über eine gehcimnißvolle Kunst. saß im Jahre 1L62 . eines Abends noch spät ganz allein in seiner. Moh nung am Schreibtische, als plötzlich ein fremder, verkommen üsschcnder Mensch in das Studirzimmer trat und M dem . Gelehrten sagte: Wir sind allein. Machen Sie keine Umstände. Geben Sie mir das Geld, welches Sie in jener Schublade haben, oder " Dabei machte der Eindringling eine sprechende Gcbcrde mit der Rechten, die gleichzeitig ein Messer aus der Brust lasche des Rockes zog. Der in diese? Weise überfaUcne Professor sah stumm den Fremden und die Klinge an; darauf beugte er sich über den Schreibtisch, als wolle er das Geld aus der Schublade nehmen, wo es sich in der That befand.' Der Spitzbube trat dicht an ihn heran ünd zückte seine Waffe, um dem Gelchr ten zuvorzukommen, falls dieser etwa :ine Waffe statt des Mammons hervor langen sollten ' ' iBt v , , , Plötzlich fährt der Eindringling zu fammcn. ': Aus dem Nebenzimmer, dessen ,Thürc halb offen steht, hört er eine dumpfe Stimme: Fürchte nichts, ich komme Dir zu Hilfe!" Dies vernehmen und sich' schleunigst aus dem Staube machen, war für den Liebenswürdigen eins. Burthorn versuchte, zwar, seine Flucht zu hindern, doch gelang ihm das nicht. -Nachdem er dann die Thüre sorgfältig abgeschlossen hatte, um 'nicht ktwa nach mehr ungebetene Gäste zu :mpfangen, setzte er-sich ganz kaltblütig wieder an seinen Schreibtisch ; f Als der Professor am nächsten Tage diesen Borfall einem Freunde berichtete, war ' natürlich dessen erste Frage, wer denn nun fein Retter im Nebenzimmer gewesen sei. "..Mein , verstorbener Vater", gab Burthorn mit trockenem Lahcln zur Antwort. Wie, Ihr verstorbener Vater?" Nun jadenn er hat mir immer gesagt: Junge, lerne sede Fertigkeit, die u Dir nur aneignen kannst, denn Du weißt nicht, wann and wo sie Dir von Nutzen sein kann, und wäre es selbst das Bauchreden." Und so habe ich denn wirklich in meiner Jugend das Bauchreden gelernt, das mir diese Nacht einen so großen Dienst . zrwicicn bailMW , v :"' i" - 'frnm , ,4 ,ii -. ': I - '"'i:.:
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