Indiana Tribüne, Volume 15, Number 140, Indianapolis, Marion County, 7 February 1892 — Page 7
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rIltdtrersaK verlortnee lche? Theile. Mensch Ton I. Sr. von ?raaun, Als man vor 20 Jahren ansmz, Hauttefckte hausig mit fremder Haut zu ersetzen, nahm man nicht allem Haut jtücke befreundeter Menschen, sondern uch verunglückter Menschen. Hautstücke eines Todtgestürzten, eines Erschossen? :c. feilen gerade so Zut an, wie Hautstücke eines lesenden Menschen. Es ift auch gar kein Zweifel, daß größere Theile Gestorbener resp. Verunglückter mit bestem Erfolge überpflanzt werden könnten. . Dievkase eines Todtgestürzten Würde zweifellos ein viel schöneres Resultat geben' als die Nasen, welches Aerzte aus d?r Ctirn- und Wangenhut des Patienten nehmen. Auch Theile von gesunden Thieren können auf den Menschen überpflanzt werden. Seit langer Zeit heilen die Augen ärzte Schleimhäute desKaninchen-Auges auf kranke menschliche Augen auf, und als ein Unikum ist zu erzählen, daß es vor wenigen Monattn sogar gelang,, einem Menschen, der das linke Auge der koren halte, ein 5Zaninchen-Auge cinzu nähen. 3!ervenscheide, Muskeln und äußere Häute wurden sorgfältig vereinigt. T'as Auge wuchs fest, Gefäß' Verbindung stellte sich her. die Muskeln vereinigten , sich, , das Auge konnte hin und öer tagt derven. Alsbald 'sinst es aber an sich zu trk den, nach Monaten hingegen hellt 3 sich wieder ganz auf. Das einge pflanzte Auge! hat natürlich kein Sehvermögen ; " daMlbe verhütet nur die Entstellung, well es ein wirkliches Auge ist und um Kranken willkürlich bewegt werden kann. Der vor ein paar Mona ten rercjsen:lich!e Fall ist der einzig? bisher und derselbe verhütet die Ent stellunI nicht ganz und gar, weil ein aninchen-Auze kleiner ist als einMen scheN'Auge, allein es ist doch der Ve weis der MöglichZeit geliefert, sogar in lebend izeZ Auge transplantiren zv können. AüKn Äervcn, wovon größere Stücks verloren gegangen waren, suchte man mit eingzpstanztm Thiernerven zu sei zen. :j: r' Be?ann!H Md die Nerven wie die TelegtapMdrMe. sie leiten Empfindung und Biegung.; Bei Thieren existiren schon gelünKne Erpttinlente, daß man z. B. einen Hühnernerv auf ein Kanin chcn überpstünzte und eine leise Leitungsphigteit nachgewiesen werden konnte., B?im Httnjchelt sind wohl Tbiernerven eingeheilt, die Empfindung und Bewegung haben, sie aber nicht tx Zeugen. Stücke der Knoenhaut, selbst krafttge Muskeln hat man von Thieren mit Er folg auf den Menschen überpflanzt. Mit srychen Hühnerbrüsten wurden manche Defekte beim Menschen : Hasenscharten, Substanzoerluste der Wade, der 3tase geheilt. "Das ergiebigste VerpffanzungsMaterial ist aber die Haut. Dafür gibt es schon die häufigste Gelegenheit. Nlß', Quetsch-, Schußwunden, namentlich abtt Nnbrennunzen bewirken oft arone Hautverluste, wenn man nicht wieder Haut hinmachen kann, fo mumisici ren die Theile nach und nach. Ein Arm, der ganz einfach nur seiner Haut beraubt wird, vertrocknet und bricht wie eine kleine, schwarze Mumie von selbft weg. Die Haut ist also sehr hau sig Gegenstand von Transplantationen. Manche schaben nur die Epidermis ab, lassen die Schuppen auf den ' Theil fallen, welcher die Haut verlor, und wol lsn oft gute' Hautbildung gesehen haben. Namentlich wen lange eiternde, tiefe Geschwüre ganz herausgeheilt sind bis auf die Haut, dann soll dies Verfahren manchmal anschlagen. Die meisten Aerzte nehmen aber kleinere oder größere Stücke der Haut ohne Fettgewebe und pflanzen selbe sorgfältig über. Wenn auch von 20 und 30 Stückchen nur die Hälfte anwächst, so werden die inzwischen 'liegenden . Stellen doch auch rasch überwuchert, und es gelingt, große, der Haut beraubte Flachen wieder zu;u heilen. Leider ist eine solche transplan' 4irte Haut recht vulnerabel. Eine kleine Quetschung reicht aus, um sie wieder ab sterben zu lassen. Man benützt zu solchen. Haut-Trans plantationen die Haut von Thieren und Menschen und zwar von lebenden Und .eben gestorbenen,' herabgestürzten u. a. Menschen, von abgeschlagenen Armen :c. Es .ist höchst interessant, daß die trans plantirte Haut, wenn sie auch noch so Mpasseno. ausgeht, P,aH,,dem,,,.Ilnheilen immer ttandNch jene Eigenschaften hekornrni wie die Haut, welche dahin gc cherr uno rnwren wuroe. Zwenn z. Ä. ine rothe Lippenhaut auf ein schlecht heilendes Geschwür der Wade aufgeHflanzt wud. so verliert die transplanvierte Lippenhaut alsbald ihren Eharak ter und wird so, wie eine Wadenhaut gewöhnlich ist. Gerade so verliert um gekehrt die Hau! der Wangen, wenn wir sie in Ve Mund hincinnähen, um in l'och des Gaumens zu schließen, bald ihren haraktepmndkonv - tini rothe, schlüpfrige Lkachenhaut. Wenn man einem Frosche ein Hautstück einer Ei, dechse aufpflanzt, so verlieren sich zuerst die Schuppen der Eidechse, dann wird die Haut'glatt ünd endlich wird sie ganz wie d ie normale Frosch haut. - ' " Die spaßhafte' Idee, dem Menschen Pelzstiefeln anwachsen zu lassen, gelingt also nie. :.- ' ES gebt febr leicht, eine menschliche Haut auf ein Thier hinaufzuheilen ; es geht aber schon recht schwer, eine Hundshaut auf den Menschen überzupflanzen, und wenn es gelang, nimmt zdie ,Haut alsbald menschliche Beschaffenheit an. Am leichtesten geht es immer, vom Menschen auf den Menschen überzupflanzen, obwohl dieser Modus vorsichtig vor einer - Art l Mensckenlauferei ' bewahrt werden muß. Es kommt . jetzt recht oft vor, daß Arme für 5000100 Mark ihre künftige Leiche an Aer;te verkaufen wollen. ?'enn aber arme Leute im Am . . .. . 'i nji stände großer Roth auch ihre Nase ode? Stirnhaut verkaufen würden, so käme r?nt& nf fr Yi N, inih llniitfriönfc,? M fj , rv. mwm . ,ßwtwQm p V darübe?, sobald sie wieder in etwas desf ere Verbaltnisie kommen würden. Es C C C ..'. r . r. : ' en r r t . ' tv ltVf.VV (MV VS Vky lUHll VVIi xm' her Anzufrikdmheit und späteren Erpres sungs Versuchen bekannt von jenen, MsZchedjk,ekyn Arzte für. einen nn minrtf irnfnn1 intifflimn
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llrankcn ein Pfund Vlut gaben, obwohl sich dasselbe bei g??.ndem. Verdauungsapparate in einem gesunden Körper"in wenigen Tagkn wieder ersetzen dürfte, wie wir das rausensmal nach Verletzung gen sehen. Im DuMchnitt nahmen: daber die Aerzte zur Tran funon kein gekauftes Blut, sondern Blut, das von Liebe und Anhänglichkeit, geopfert wird und von ganz gesunden Personen, denen ein so kleiner Blutverlust eher nützt als schadet. Je weiter die operative Chirurgie fort schreitet, desto mehr gelingt es, Defekt des Körpers durch nachbarliche und ov Urher verpflanzte Theile deS eigenen Körpers wieder zu ersetzen. Seit man die Erfabrung machte, daß auch ganz getrennte Theile nach sorgfältigem An nähen wieder anheilen, hat sich hierin viel Ersprießliches ergeben. Unzkaub" licke Zufälle haben her mitgewirkt. Hätte es nicht ein Berliner Universi täte Professor erzählt, würde es kein Mensch glauben, daß einem jungen Burscken im Naufhandel auf einer Dtraße zu Berlin die Nase abgehauen worden war, auf den Boden fiel, vom Gegner getreten, von einen Hunde faßt und auf einen Schlag auf dessen Schnauze wieder ausgelassen wurde und daß diese Nase sorgfältig gereinigt und angenäht vder gaz scyon angewachsen ist. - Gar Mancher trägt seine im Duell abgehauene Rase in der warmen Achselhöhle nach Hause, und der Ärzt reinigt selbe gut, näht sie recht genau an und hat nach wenigen Wochen die Freude, das vollkommene Gelingen seiner Opera tion zu. sehen. Im Durchschnitt werden aber die Nae sen, welche durch Krankheit, meist durch fressende Flechte zu Grunde gehen, durch Hautlappen ersetzt, welche der Arzt so aus der Nachbarschaft wegnimmt, daß sie nach ein paar Wochen durch einen schmalen Stiel mit ihrem angeborenen Platze zusammenhängen und erst, wenn diese Hautlappen am Nasengerüsie fest angewachsen sind, nimmt mau ihren ent stellenden Stiel weg. , Andere Aerzte nehmen die Hautlappen zur Nasendildung aus den Ellenbogen ooet dem 5aie, das 34 Wochen, solange eben bis die Hautlappen festegwach sen sind, enge mit dem Kopfe zusammen gefaßt wird. Erst wenn der Lappenstiel für die Ernährunz nicht mehr nöthig ist, wird er abgeschnitten und die Naje vom Ellenbo en oder Knie getrennt. OefterS wurde die verlorene Nase auch schon aus der Gefäßhaut ersetzt. Damit letztere aber zur Nasenbilbung brauchbar wurde, be kam sie von der Transplantation solange Pantojselschläge, bis sie ganz entzündet, bart und blutreich war. Manchmal sind bei Krankheiten die Nasen sammt ihren knöchernen Gerüsten zu Grunde gegangen, dann werden, da mit die hingepflanzten Hautlappen nicht faltig zusammenfallen, entweder mit Meißel und Hammer aus nachbarlichen Knochen kleine Stücke weggesprengt und wie ein Dachstuhl aufgerrcht -t, oder es wird ein dritter dicker Hautlappen unter die anderen beiden hineingenäht und als Gerüste benützt, oder es werden schon die Hautlappen zur Nasenbilbung sammt der Knochenhaut von Stirne oder Schädel weggenommen, so dajj dre Knochenhaut an rhrem neuen Platze eine Art Knochen oder doch .wenigstens eine steife Haut producirt. welche die Form der Nase er bält, oder eö werden gar, wie wir ht reits erwähnt. Gerüste von Bernstein oder Silberdraht unter, die Hautlappen hineingestellt.1 , Außer den Nasen werden auch andere Theile des Gesichts und des Schädels ,n 5!rankyeuen verloren und aus nach' barlichen Geweben wieder ersetzt. Wenn auf einem Unterschenkel ein recht schwer heilbares Fußgeschwür sitzt, transplantiert man hier und da einen Hantlappen des gesunden Fußes darauf hin. Damit dieser Hautlappen gut ernährt bleibt, läßt man ihn durch einen schma' len Stiel, bis er auf dem ,Geschwüre festgewachsen ist, mit ,dem gesunden Fuße in Verbindung und gypst beide Füße für diese Zeit' fest zusammen, damit der noch sitzengebliebene Lappenstiel nicht gezerri wird. Theile des Mundes, va 2jv""w" der Augenlider werden taglich aus der Umgegend wieder ersetzt. Auch Löcher des harten und weichen Gaumens wer den mit seitlichen Hautstücken verschlof sen. Kranke Zähne, deren Krone noch gut aussieht, werden ausgezogen, der kranken Wurzelspitzen beraubt, gut des insicirt und wieder an seinen ursprüng lichen Platz hineingebullden und hinein gekittet und wachsen oft wieder sehr schön fest. Äon außerordentlichem Werthe kann ein künstlicher Magenmund sein. Wenn sich Jemand, wie das oft auS Verwechslung gleichsehender Substanzen ge schieht, den Hals und Schluud so ver brannt hat, daß die Haut desselben brandig abstirbt, so wächst der ganze Schlund vollftandig zu, nicht mehr ein Tropfen Wassers kommt hinunter, und da dre Ernährung Krit Klystiren nicht ausreicht, gehen solche Leute nach und nach durch Abzehrung zu Grunde. Meist sind es Kuzder, welche den Laugenstein ent Zucker verwechseln Seit man mit der antiseptischen Me thode die größten Operationen ungesähr lich ausführen lernte, macht man ober halb deS Nabels eine Oeffnung in den Magen und brachte die Speisen nicht mehr durch den Schlund i den Magen, sondern durch die neuAemachteOeffnungz allein die Speisen wurden nicht gut ver daut j es fehlte eben der wirksame Speichel, welcher bei gesunden Menschen während des Kauens aus den Speichel drüsen heraus in den Mund läuft, sich mit dem Spersebrei mischt und die Spe? sen leicht verdaulich Macht. ... Auch für diesen Fehler hat' man setzt Hilfe. Wenn heutzutage der Schlund zugewachsen ist und ein künstlicher Ma genmund über dem Magen gemacht ist, läßt man solche Leute-die Speisen im Munde kauen wie sonst, damit sie ordent lich mit Speichel gemischt werden. Ist das geschehen, so spucken diese Kranken den verdaulichen Speisebrei in ein sil ! berneS Rohr, welches ganz genau in den I künstlichen Magenmund über dem Na bel vaßt, jind spj bekommt ttx, Mäzen
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nur verdauliche 'Nahrung, was sich bald durch Zunahme des Korpergewichts nach weilen läßt. ''4 - . Wie in solchen Fällen ein künstlicher Magenmund gemacht wird, macht man in anderen Fällen einen künstlichen Af ter, verschließt ihn mit eines federnden Velotte, vielleicht fehlt der Ausgang des Darms vcn Geburt 'aus; vielleicht ist er durch Krankheit zerstört oder unwegsam geworden.' :" '' Die hohe Gesellschaft hat oft keine Ahnung. daß diese gute Tänzerin oder jener Kavalier ein solches Beispiel ärztlicher Kunst ist. Auch bei der Harnblase kommt es vor, daß jeder, auch der kleinste Nest von Ausgang verwächst und eine künstliche Harnröhre geschaffen werden muß. In anderem Falle ,s die entge gengesetzte Aufgabe zu erfüllen: regel widrige Oesfnung an Blase und Darm : Blasensisteln und Darmsisteln müffen mit Nähten oder Transplantationen ver schlössen werden. Was die Kunst der Aerzte und die Geduld der Kranken in dicier Richtung leistet, übersteigt fast das Glaubbare; 30 mal ließ sich eine Dame ohne Chloroform in fünf Jahren cpenren, um ihre Blase wieder zum Verschluß bringen. Jede Operation dauerte 4 Stunden, alles war umsonst. Man bedenke 120 Stunden auf dem Operationstisch unter dem Mes ser ; doch das 3!. mal war der Erfolg vollkommen gut und bleibend. Wie groß die früheren Qualen der verständi gen. tapfereu Frau, dürften ibre eigenen Worte bezeugen. Sie schrieb ihrem Arzt : Der Lohn ist groß!" - Wenn man erst jene unglücklichen . Geborenen kennt, wo die ganze vordere Bauch und Älaselv wand fehlt., wo man den Urin links und rechts von den Nieren herablaufen und Bauch und Schenkel Tag und 'Nacht naß und scharf angeätzt, auf' ihrem Marterlager liegen siebt ! Dutzende von Ope rarionen sind nöthig, um die Blase zu schließen. Links und rechts, oben und unten w:rd Haut abgelöst und hintransplantirt.um die enorme Fläche zu decken. In neuester Zeit hat man sogar die Beckenknechen ausemander gesägt und näher ;usammlnzeschoben, um den Defekt zu verkleme:n. Nun denke ich. ist es böchste Zeit, daß ich die Feder weglege, tenn manchen Leser von .weichem Gemüthe dürfte ich schon zu weit hineingeführt haben in die dunklen Krankenzim mer, wo nur sene Aerzte hineingehen, bei welchen sich Kunst mit Menschenliebe paart. Ich habe nur noch mit ein paar Worten zu erwähnen, daß man auch nickt allein manaelnde öäutstücke. son dern auch Nerven und Knochendefekte von Nerven und Knochen des eigenen Körpers ost mit Glück ersetzt, obwohl m. . M V . . man sagen van, ras aue oiq? nunnttücke erst den ketten 20 Jahren anaehö ren, wo die Ersinvung der antiseptischen Methode auf alle und selbst die gefährlichsten Eingriffe segensreich wirkt und I , , ... , r ii . .-- r ..r : i .li Las )siayrttchz:: ungeayrnq maqi. Die Berwenddarkeit hcirathöfähi. ge Töchter. Ein beachtensAerther Meinnngsaus tausch zwischen den Frauenveremen Englands und Canasas über du Berwenobarkttl der keirathSfähizen TLch' ter ans dem englischen Mitttlftande beschäftizt gezenwärtig die Zeitungen bei' der Länder in babem Mane. Der in London erschLmende Daily Chronicle hatte seine Spalten mehrere Monate grusurch auen grauen und ungkrauen Englands zur Verfügung aesteüuoelche die Frage erörtern wollten, wie man den Töchtern der Mittelklassen Eng' kands, die eine Versorgung in der Eye nicht fanden, anderwettlg eine mnter kunft meten rönne. Aue meyr oder minder beroorrazenden Mitalieder der englischen Frauenvereine sprachen ihre cemung oazu aus. aucn meyrere ?ocialvolitlter erarinen das Wort, aber alle gaben die große Schwierigkeit, orcie tfrage jiuojeit, vyne werteres zu. Da man die Töchter des mittleren Bür gerthums, welche durchgängig eine dessere Schulbildung erhalten, nicht zu Fabrikarbeiterinnen oder Nähermnen machen könne, die Zahl der Stellen im Lehr- und Erziehungsfach. in der BuchHaltung und einigen Beamtenklassen sür Damen aber nicht veiter. als bisher auszudehnen sei, so wurde zuletzt die Frage aufgeworfen, ob denn nicht in den wirtyschasrlich so blühenden britischen Colonien in Canada und den Staaten Australiens mehr, als bisher etwas für die Unterbringung der höheren Töch. ter Englands" gethan werden könne. Man solle unter Hinzuziehung von Mitgliedern der angesehensten Frauen Verein: . amtliche Bureaux einrichten, welche den Export der vom Glück weni ger Begünstigten, aber gut gebildeten jungen Damen nach den beiden genann ten überseeischen Ländern organisiren könnten. Aus Australien ist eme Antwort auf diesen Vorschlag ween der Kürze der Zelt noch rncht eingetroffen; in Canada haben dagegen die dortigen Frauenvereiue berens Stellung dazu genommen und Erklärungen nach Altengland gesandt, welche dier in den bt tyeiligten Kreisen wenig Freude hervor rufen dürften. Die Frauen Canada's erklären, für diese, eines Vermögens entbehrenden, aber doch wohl etwas' anspruchsvollen Ladies - mit schwäch, lichem Körperbau und leicht erregbarer Sinnesart habe man in Canada noch weit weniger Verwendung, als in Eng land. Allerdings herrsche in den west lichen Theilen Canadas noch ein großer Mangel an Frauen, und Tausende von sungen kanadischen Farmern würden sich glücklich preisen, wenn sie recht bald :ine brave und liebevolle Gattin englischer Zunge erhalten könnten. Aber iese müsse arbeiten können, !? lind' zwar :echt tüchtig ; ' mit den zarten, 'in Lon-' wner Pensionaten und Töchterschulen! ;epslegten Händchen der LavieS jedoch Lnne man in Canada nichts anfangend 5ine eheliche Verbindung solcher ihrem Vesen nach verschiedenen Personen aber' vürde nur beide Theile unglücklich ma? chcn. Deshalb möchten die verschude neu Vorstandsdamen der London Frauenvereine lieber den Export kräft tiger und arbeitsamer englischer, MSd chen nach Canada organisiren, dre dort recht gesucht würde, auch wenn sie nicht
&ZZS2ZZ3G2$im: die höhere Töchterschule besucht und aweriyiel erlernt hatten. M:t den Töchtern der angeführten anderen tta tezorie aber möge man dre Canadier verschonen. , m m . Little 5andy." Wer erinnerte sich in unsers Compagnie als wir bei Beginn des nord amerikanischen Bruderkrieges reu New Orleans auszogen, nicht des Linie Dandy"?" Diese Frage richtete an ei nem der jüngsten Abende eine? der südlichen Vereranen an einen Kreis jüngerer Zuhörer, als sie dem Alten in seiner Bude, welche er die Kantine zu nennen pflegte, einen Besuch adsiaueten. Little Dandy" war keine vierzehn Jahre alr und begleitete uns auf allen Fahrten. Er trug die graue Uni. form eines Gemeinen, jedoch aus dem allerfeinsten Stoffe gemacht, seine Uniformkaöpfe waren sehr unmilitärisch und er selbst augenscheinlich der vero gene Liebling seiner Mutter. Er prunke gerne mit weißt Taschentüchern, trug stets einen. Taschenspiegel bei sich und kämmte jeden Morgen sein golkencs Haar, bis ts aussah, wie das eincS Mädchens. Dieses stutzerhafte Beneh. men des Knaben trug ihm ten Spitz, namen Littke Dandy" ein. HeLö, Little Dandy", riefen die Soldaten, wenn sie ihn auf der Straße trafen. Lwle Tandy", antwortete stet; mit einer Verbeugung und einem La. cheln. Aber sein , Wesen stie) die Krieger welche bei dem Ernst der Lage solche 'Töi!ettengeschicht?n für höchst überflüssig hieben, völlig ab und im Lager ließen sie ihn allein, wahrer.d sie ihn auf den Straßen der Städte igrn ritten. Little Dandy" schien dies aber nicht M bemerken oder war zu ftrlz, eine Kränkung merken zu lassen. Ruhig that er feine Pflicht, aber nichts konnte in veranlassen, von feinem Spiegel und Kamm zu lassen. Wir kamen nach Vicksburg gerade vor der Aelaczcrang und machten alle Schrecken dcr l'ttren mit durch. Das Vürschchen nahm an unsern elcn den Mahlzeiten, bestehend au5 Roggen, brot und Mauleselfleisch, theil, ebne zu murren, und das hob ihn allerdings c: was in unserer Achtung, näher waren wir ihm aber darum nicht getreten. Aber Little Dandy" sollte noch $Ie, genheit bekommen, uns zu beweisen, ein wie treues Herz in seiner Ärust schlag. Ein Winkel der AertheidigunzZan!ä. gen der Nordstaatler war in einer fo ge sährlichcn Nähe unserer Vertheidigungswerke angelangt, daß wir uns dülen mußten, d?n Kopf oberhalb der Werle zu zeigen. Zam Scherz steckten wir einen Hur auf die Spitze des Gewehrs UN) hielten diesen über die Mauerwerk- i die Höhe. Sofort wurde er von Kugeln gespickt. Eines Morgens fanden wir unsere sämmtlichen Patrouillen ?u Bo den gestreckt. Die Posten hatten siä, i. wie wir glaubten, absolut sicheren Vssi ionen befunden, so daß es uns dollkcm' men räthslhaft war, wie sie die f:i:-.dU chen Kugeln hatten erreichen können. Bald entdeckten wir aber gerade außer halb unserer BslagerunZswerkt, eine rie, sige Eiche, deren belaubte Krone einem Scharsschützen ein treffliches Versteck bot. Der Mann mußte sich während der kacht nach dem Baume geschlichen und sich tagsüber in dem Versteck cufzebalten haben. Daß er ein vortrefflich,? Schütze war, bewiesen die vielen Todten. Wir versuchten, ihn durch eine Gewehrsalve vertreiben, aber vergeblich. Er Zchoß wreder und abermals sank erner dcr Ka meraden todt zur Erde nieder. Es war augenscheinlich, daß wlr von unserer Position aus dem Zankes" nichts anhaben konnten. Wenn es ge lang, ihn herunterzuschießen, so war dies nur von einem außerhalb der Wälle belegenen, den Kanonen des Feindes au gesetzten Standpunkte möglich. Einem so sicheren und voraussichtl'.ch nutzlosen Tode wollte sich aber ötiemand aussetzen. Ich tödte ihn, und wenn es mein Leben kostet," rief da eine schrille Stimme. -Groeer Gott," es ist der Little Dandy," tonte es aus einem Dutzend Kehlen. Mit Lebensgefahr schauten wir über unsere Brustwehr. Little Dandy" w . e w e v ... veiens auf am rreren naum zmrzczen den Befestigungswerken anaelanat und suchte, die ungeschützte Seite des Bsumes zu gewinnen. Die Aankees" rrui'ken, was er wellte, und feuerten eine Ge Wehrsalve auf ihn ab. Als der Rauch sich hob und sie sahen, wie der Junge mit geröthetem Gesicht und fliesendem Haar sein Gewehr auf die Spitze des Aaümes richtete, ließen sie ein lautes ßk schrei erschallen, welches unsererseits durch den wilden Rebellenschrei erwidert wurde, jtach !" Ein Blauer" stürzte kodt vom Baum herunter. Es war der Scharfschütze. Wieder ertönte Geschrei, aber nur aus '-..'. j" . V r . , . " unierer er:e. ruven viltzte es von Neuem, und als sich der Nauch jetzt ;er. theilte, gewahrten wir Little Dandy" in voller Eile auf uns zukommen, über das ganze Gesicht lachend. Mit dreifachem Hurrah von mehrere hundert Stimmen empfangen, stieg er überie Brustwehr. Wir stürzten auf , :t i t r- t. ' in j, um qn in unzerer reuoe uns Begeisterung zu umarmen, aber Little Dandy" sank auf einem Schmutzhaüfen zusammen und dann jayen wrr Blutzpu-. ren auf seiner Brust. Ich hielt mdn Versprechen", stieß er mühsam hervor und dann, als unser Cörnell" seme Hände ergriff, sah ihm der kleine Kerl in's Gesicht und sagte : Ich glaube, ich war ein schlechter fcol dat, aber ich wollte Euch stets helfen. Bedenkt, daß ich nicht fehr stark bin uni ich mich bestrebte, alles gut zu machend Sein Kopf fiel hinten, über. Armer !Lrttle Dandy!" Er war todt. :,. Das war einer der trauriasten Zwischenfälle in meiner KriegszeG,ß schloß 5id er? ' Alte seme Erzählung und tresbeweat schauten
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selne Zuhörer rn die amrnjlammen hrw ein. , - - Geistesgegenwart. On kel (erzählend) : Von den 300, Mann, die an Bord waren, konnten nur fünf gerettet werden. Alle übrigen wußten m's Gras beißen. Nichte: Ins Gras. Onkel ? Ihr wart .doch auf der See l Onkel: Na und ? Ins Ceegrei natürlich ! "il ' ... " . - ' ' .,,,.W,-
Eine Japanerin aus Venedig.
Eine romantische Geschichte, welche vor vierzehn Jahren in Venedig : ihren Anfang nahm und jungst in Tokio ib renAbschluß gefunden bat. bildet gegen wärtig das Tagesgespräch in Venedig. Es wird, hierüber von dort geschrieben: Ein Japaner von reinstem Wasser, mit Namen Korenao Ogata, kam im Jahre 1875 nach Venedig und bekleidete dort das Lehramt der japanischen Sprache an der venetianisch:n Handelsschule. Trotz seiner kleinen Statur, feiner geschlitzten Augen ' und seines gelben Teints, wußte der Javaner sich durch sein sanftes, einschmeichelndes Wesen und seine liebenswürdigen Manieren das Herz eine? jungen Venetianerin aus dem Volke zu gewinnen, und zwar einer Venetianerin von jener Schönheit, die einst Paolo Veronese und Tizian verherrlicht haben. Bald hatte das Verhältniß die Geburt eines reizenden kleinen Mädchens zur Folge, welches sich derselben gelben Hautfarbe wie ihr Papa erfreute. Die Geburt' des Kin des bestimmte hen Japaner, bei seiner Negierung um die Erlaubniß nachzusw chen, sein Liebesverbältnlß durch die Ehe legalisiren zu dürfen. Aber der betresfende Bescheid ließ lange auf sich warten, und inzwischen erkrankte und starb der Japaner an den Blattern, welche im Jahre 187? in Venedig gras' sirren. Auf dem Sterbebette hatte er sich aber. taufen und mit de: Mutter sei, nes Kindes trauen lassen. Letzteres wurde auf den Namen Eugenie Tojo Ggatä getauft. - Mutter und Kind blieben nachdem Tode des Vaters im größten Elend zu rück. Bald erlag, auch die Mutter der verheerenden Seuche, und nun wurde die Waise vvn einer armen Verwandten auferzögen, welche sie nur kümmerlich ernähren konnte, dabei aber von den gutberzigen Fischweibern und Obst bändlerin-nm iöretz Viertels unterstützt wurde, für welche die kleme, den venetianttchen Dialekt sprechende HalbJapanerm emen Gezenstand d Bewun derunz und Vorliebe bildete. Die Liebesgeschichte. welch: die Kleine ihr 2t den verdankte, war schon halb ver gessen, als im vergangenen Sommer ein vornehmer Javaner Venedig besuchte und von der Sache borte. Er deoonirte sofort eine bedeutende Summe Geldes beim javanischen Consul, damit die kleine Euzeuie vor Allem etwas Unter richt genieße. Darauf begab er sich nach Berlin und benachrichtigte den dortiaen japanesisüen Gesandten von der Existenz des Kindes. Der Gesandte war ein weitläufiger Verwandter des im Jahre 3877 in Venedig verstorbenen Proreors der zapantschen Sprache Ko renao Ogata und eilte nun selbst nach Venedig, um dessen hinterlassene Dochter kennen zu lernen. Ja. er erwirkte sich foaar einen längeren Urlaub, um die Kleine selbst der reichen , Familie rbres Vaters zuzmuhren. Vor 'drer Monaten ist der Gesandte mit seiner kleineu Cousiue, untet' Hrnterlanung emes jährlichen EnüdengehaltS für die Tante, welche dieselbe bis jetzt ernährt batte, nach Japan abgereist. Letzthin traf, ein Brief Eugeniens ein, in dem sie berichtet, da sie sich vortrennch 5e finde und sich in Japan vollständig acclimatisirt bade, nur wolle es ibr noch nicht gelingen, den Reis mtt den Elfen bemstäbchsn zu ejien. DaS anzekttabderte Marzipan tterz'. Auf diesem nicht mehr ungewöhnli' chen Wegs oder das anzeknabberte Marzipan berz" könnte man eine Heirathsgeschichte nennen, welche aus Metz mitgetheilt wird: Bei einem in jener Stadt garnisonirenden Kavallerie-Ossi-cier befindet sich eine, als Kammerzofe seiner Gattin jungirende junge , Ost preugin, welche seit Jahresfrist von tiefer Schmermuth befallen war. , Ursache derselben war die alte, nach Heine ewig neue b?rzbrechende Geschichte, deren eld, ein treuloser Conditorgehilfe, die in Metz befindliche Geliebte verlassen hatte und trotz ihrer Nachforschung verschollen schien. 'Vor wenigen Tagen erhielt die Gattin des Osftciers eine Sendung Weihnachtsmarzipan aus Köln, von welcher sie ihrer ostpreußischen Kammerzofe ein Herz schenkte. Trotz ihres Herzens kummers bitz die Zofe als Revanche für hen ihr bereite ten Schmerz in dieses Herz. Da plötz lich rief sie in Gegenwart ihrer Herrin: Großer Gott ..... Otto.... er ist's!" Entsetzt blickre die Majorin auf das schreckensbleiche Mädchen, welches diese Worte ruckweise ausgestoßen. Was fehlt Ihnen, Mathilde?" Gnädige Frau," entgegnete außer Athem die Gefragte, das angebissene Marzipanherz krampfhaft an das eigene, treue pressend, ich hab ihn. ... Marzipan von diesem köstlichen Vanillengeschmack kann nur mein Otto backen. . . . es iit fein ererbtes Geheimniß . . . . o, lassen Sie mich forschen, wy er weilt" Thränen erstickten des armen Mädchens Stimme, und emsig kaute sie an dem verräthcrischen Marzipanherz. Ihre Herrin hatte Mitleid mit dem Unglück der Aermsten. Sie fetzte eine Depesche auf, und nach wenigen Stunden kam aus Köln die - Adresse des Marzipanfahrikanten. Die Ostpreußin erhielt Urlaub, und das Dampfroß führte sie stracks zum Marzipanbäcker. Wo ist er.... wo ist mein Otto.... ich meine Ihren Gehilfen,- verbesserte sie errö thend ihre hastigen Worte. Derselbe, der das Marzipan - fo eigenthämlich schmackhaft zu backen versteht. . . Der Inhaber der Firma musterle Mit eigens tyümlichen.'ader achtungsoollen Blicken das in athemloser Ssannun? harrende MädchenM, ' . ; - . , ", ' " Wenn Sie Otto . B., " meinen , früheren Gehilfen, der'daS Backgeheimniß an mich verkauft hat, meinen, mein Fräulein der, ist gottlob mirmeinep Mamsell vorgesterwurchZezaNgen sie tsugen Beide nichts. . . . aber trösten Sie i sich :';i!:i1:auct)l'''ich'l,:hert Die Ostpreu ßin knickte, wie eine Lilie solchen Fällen zu thun pflegt, bei
dieserWotlchallMmmen.' Nach einer W-'ile aber faßte' sie sich, säb den Mar-
zryanfadrikanten mit emem ebenw tot gen als liefen Blicke an und flüsterte: Sre hn?n wirmch Otto?" und Sie kennen auch das süße Geheimniß? Ich kenne es; kosten Sie!" entgeg uete er mit warmem Tone. Dabei hielt er ihr ein Marzipanberz vor. ie onnete den humchen Mund, kostete und schmunzelte selig: Ganz d Vanmegeschmack meines treulos Berfloyenen . Und dart tch Ihnen mtt jenem Herzen auch meine Hand anbie ten?" Nach drei Tagen war Verlobung. i Ein absnderltcher Künstler. In der letzten literarifchen Beilage des Figaro- erscheinen unveröffmt lichte Aufzeichnungen des im letzten Jahre verstorbenen Romanschrrststellers Campfleury über den Maler Courbet. welche bis in die ersten Jahre des zwei ten Kaiserreich Z zurückgreisen und allerlei Ergötzliches enthalten. Bekanntlich liebte es Courbet, den Bauer und Grobian überall herauszukehren, und machte sich dadurch so gut eme Reklame, wie andere Künstler durch ihre rafnirte Eleganz. Um mehr Geld zu verdrenen, Osi.s:. v . 3 x . linge aufgenommen wurden, und dieses t iiuicic ci cui iiiciici nu, 1.1 uav wurde bald unter dem Namen Das Ochsen-Melier" berühmt, nicht wegen des Unterrichts, den der Meister er theilte, sondern ganz einfach, weil er anstatt menschlicher Modelle einen Ochsen hinein gestellt hatte, an dem sich die Zöglinge übe konnten, den sie aber auch selbst füttern und rein halten mußte. Jn IarÄ sprach man eine Weile nur von diesem wunderlichen . Einfalle, der allen Witzblättern reichlichen Stoss bot. ab feine Schülerschaft endlich versro F. Ms diese ihm eines der wenigen Male, da er. sich in feinem Atelier zeigte. Vorwürfe machte, antwortete Eourbet: l,So wollener dieze Woche mtt dem Stu drum des öchien schließen und nächsten Montag es mit einem Höfling verwchen." Dadurch brachte er die Lachrr wieder auf feine Seite, aber er fand keinen Höfling, dcr den Ochsen Vortheilhaft ersetzt hätte, und das Atelier wuroe geschlossen, nachdem es ihm die ge wünschte Reklame eingetragen hatte. Conrbet war nach Champfleury auch der richtige bäuerliche Geizhals, der sein ganzes Leben darauf einrichtete, bei möglichst geringen Ausgaben mözlich't viel Geld bei Seite zu legen, und dieses daheim, in der grancheComte, in kleinen Grundbesitz zu verwandeln. Als tc einmal nah Orleans reiste, hielt er sich unterwegs bei dem Advocaten Laurier auf, dem Freunde Gambetta 's, der auf seinem Landsitze Le Btane ein gro ßes Haus führte. Einige, Tage nach seiner Ankunft trat ein Zimmermädchen wahrend des Essens in den Speisesaal und rief zu .dem Hausherrn gewendet: Noch ein Fund! 300 Francs in einem Strumpfe, den ich eben in einem Wandschranke aufge stöbert habe!" Der Strumpf, den' sie vorwies, war mit klingenden Goldstücken gefällt; Courbet wurde erdfahl. Lau rier aber bemerkte davon nichts: Du bist ein braves Mädchen, Joftphine, sagte er. da hast Du zwan;i anranken. . Mein Großvater hatte die Sucht, fein Geld so zu verbergen. Seit einem Jahre vergeht kaum ein Tag, ohne daß wir irgend em anderes Versteck aussm den. Der Maler blieb über das ganze Essen stumm und sorgenvoll, was umsomehr auffiel.als der Fund der Franken die Tischgesellschaft noch hei-terer-gestimmt hatte. Nach dem Diner nahm Courbet den Schloßherrn bei Seite und sagte: Jenes Geld" Was denn? v Es gehört mir!" Laurier glaubte zuerst, er scherze, aber Courbet ließ ihn nicht in diesem Wahne. Es ist mein," wiederholte er, ich t)abc mein Geld in einen Strumpf gesteckt, lassen Sie ihn nur herbringen, er ist mit meinen Aufangsbuchstaben G. (L Gustave Courbet) gezeichnet." Zu großer Heiterkeit kam es vor einigen Jahren in einem Hzriaale der Berlmer llmverntal. Professor Hinschius, welcher über Civil proceß las, erinnerte nämlich in seiner Vorlesung an die einstige akademische Gerichtsbarkeit, welche er in launiger Wette mtt dem letzlgen Zustande verglich. Sie wissen, merne Herren'', so ungefähr äußerte er nch, dan Sie fett der neuen Gerichtsordnung Ihre eigene. aewnderte Genchtsbarkett verloren ha den, wobei Sie nicht eben gut w.'ggekommen und. Wenn früher ern vtu dent lange auf der Kneipe gesessen hatte, beim Nachhausewege zu laut sanz und vom Nachtwächter festgenommen wurde, so gab er seine Karte ab und wurde später vom Universitätsrichte? vermah'tt, künstig nicht körte, sondern nur piano zu singen. Und selbst wenn man schlimmstenfalls in den Carcer wandern mutzte, so war das Kämmerchen in der Universität auch noch nicht so übel. Heut aber müssen Sie zählen, nicht unter drei Mark, und Geld bezahlen ist für Studenten m& stenS viel unangenehmer, als in den Carcer zu spazieren.- Minutenlanger Verfall folgte drezer Bemerkung und wiederholte, sich von Neuem, als Hin, schius weiterhin erzählte, in welcher unangenehmen Weise er selbst praktisch die -t - ' l ''!" r . neue uvttptoceJronung giere? nacy ia rer Einführung kennen lernte. Eines schönen Tages nämlich versiegelte, ihm behufs Pfändung ein, Gerichtsvollzieher das Piano; die dunkle That 'geschah, weil der Mann einen Befehl mißverstanden hatte? der Nichter, der den Be fehl erließ, hatte seinerseits die neuen Gesege mißverstanden, und dieser Richter war dazu, noch ein Schuler von Mir." . - M'om pt te nt. Backsisch szu ti. - ,n-L. - :,. ,rs .(,:. ! .ii . iiyrenr zruoer) : aju, an wen yar crne sein Gedicht: Du hast Diamanten und Berlen aerichtet? Student: Wag weiß ich? Wahrscheinlich an irgend emen ZtzermFveamren.
Eine Co!umdnö.NctZ.,ttZe.
Historische Ennnerungsstücke von unzweifelhafter Echtheit, welche aus de? Zeit vor der Revolution stammen, sind hierzulande eine qrvße Seltenhüt. Vielleicht das älteste Rcliquienstück, welches noch dazu mit der Versen des Entdeckers von Amerika in Verbindung ' gebracht wird, ist eine Glocke in der kleinen Kirche der farbigen mcthodistisch episkopalen Gemeinde Zu Haleyville im Eounty Eumberland des Staates New Jerseq. Diese merkwürdige Glocke ist der ge nannten Kirche gleich nach deren Er bauung i. I. 1865 von dem SchiffscapitZn Alias Newell geschenkt worden, der sie auf feinen Seefahrten von Insu lanern im Karibischen Meer eingetauscht hatte und der ihre Echtkeit verbürgt. Ihre Geschichte ist folgende: Es war im Jähre 1492. als Granada, die Hochburg der mohammedanischen Ma ren. nach largwieriger Belagerung in die Hände Ferdinands und Jsabcllaö von Kastilien siel und damrt der Sieg des Kreuzes über den Haldmond end. geltia entschieden wurde. Als Columbus 1502 seine vierte und letzte Reise nach Amerika antrat, ließ Köntgin J?abella eine der Glocken, welche man nach Besiezung der Mauren in der zum christlichen Gottesdienste geweihten A! hambra ausgehängt hatte, herabnebmeit und dem berühmten Seefahrer als Ge schenk überreichen. ColümbuS seinerseits machte die Glocke der Kapelle des Klosters in Car tagena zum Geschenk, wo dieselbe bis zur Zerstörung und Plünderung der Stadt durch die Seeräuber. Flibustier oder Buccaneers genannt. Hm Jahre im, also fast zwei Jahrhunderte hindurch, verblieb. Bei der Thnlung dcr Beute siel die Glocke auf den Antheil des französischen Piratcnsch'sses La Rochelle-, welches von da ad die'hiüorisch merkwürdige Glocke als Schiffst glocke führte, bis die La Nochellewährend eines Orkkns nebst anderen Piratenschissen an der Insel San An dreas scheiterte. Nur wenige - von der Mannschaft retteten sich, und auch dieGlocke wurde n Sicherheit gebracht. Bon den Nachkommen lu gkreUeterr Giraten, welche sich auz an , Andreas ansiedelten, hat Capitan ÄewaÄ die Glocke einzetauscht. Diesclöe wiegt gen ihrer geringen Große nur GALslmd und hat einen bellen und weithin tönenden Klang, weshalb man glaubt, das Glockenqut. auZ dem sie gegossen, stark mit Silber, veracht fei, was auch aus dem hellen Glänzeihrer w!e polirt erscheinenden Ober fläche hervorgeht. Die Innenfläche. ist mit einer gleichmäßigen Schicht' von Patina bedeckt, hie sich im Laufe der Zeit gebildet hat und dem Kenner als unzweifelhaftes Kennzeichen der Echtheit gilt. Die Glocke ist 11 Zcll hoch ? ibre Oesfnung mißt 81-12 Zoll; am Rande,,, wo der Kloofel anschlägt, ist das Me all Zoll dick. Ein Pf rnv Vottvou.s Assessor Fröhlich: So, da habe ich für meme liebe Braut em Pfund von fcei; feinen Bonbons gelauft, die sie fo gern lßt,.und dazu eine hübsche BoabrWure. Nun wickle ich das Ganze in eine Zä wng und schicke es ihr lyrx Assessor ( zu seiner Wirt hin ) : Liebe Frau Hurtiz. wenn Ihr Dienstmädchen ktn wenig Zeit hat, schicken Sie sie drchzu meiner Braut, ich ließe sie schön zrüßen und sende ihr dies Päckchen. Frau Hurtig (allein): Ich muß doch nachsehen, was er ihr schickt. Ah, welche prächtigen Bonbons! Ich muß ein pcar essen, das merkt sie doch nicht. (Sie thut es. ) Frau Hurtig (zu der eintretenden Tochter): Hier, liebes Kind, gib dies Päckchen der Anna, sie möchte es mit einem schönen Gruß der Braut desHerrn Assessor bringen. Fräulein Hurtig (allem): Was mag der seiner Braut schicken? (Sie öffnet.)' Ah, Bonbons, und meine Lieblings sorte. (Sie schmeckt.) Wunderschön, ich könnte den ganzen Tag davon essen. (Sie ißt.) Fräulein Hurtig (zum Dienstmad' chen): Anna, tragen Sie dies Pärchen zu der Braut des Herrn Assessor Frühlich, er läßt auch schön grüßen. . Anna (unterwegs, öffnet das Pa pier): Welch ein schöner, bunter Kasten! Ah, Bonbons sind darin, aber nicht zu viel. Ich werde mir die ganz, kleinen heraussuchen, aufdie wird's i& nicht ankommen. (Sie ißt.) '. . Anna (trifft das Dienstmädchen dcr Braut des Assessors): Ach.. Minna, das ist schön, daß ich Sie treffe, nehmen Sie doch dies Päckchen für Ihr Frau, lein mit, der Herr Assessor läßt auch schön grüßen " .. . Minna (allein gehend): Schon wie der Bonbon; schickt er ihr. aber diesmal sehr wenig, es ist kaum der Boden bedeckt. Da kommt's schon nicht drauf an, wenn' ich auch ein Bischen schmecke. (Sie ißt:) Ach, da hab' ich in der: Ferstreutbeit zu viel gegessen. -.. Minna (zu? Schwester der Braut) : Hier, graulein Helene. dieS schickt der Herr Assessor für'S Fräulein Klemen tine und läßt auch schon grüßen. , . ' " Helene (allein): 'Eine bubsche bunteSchachtel! Ach, waS sehe ich, da liegen am Boden noch einige Bonbons, die sind gemiß auS Versehen da hineingekommen. , (Ißt sie auf.) . ! .--jß... , . '0 , Heleni : Hier schickt Dern Bräuti. gam diesen .Hunten Kasten; er laßt auch schon grüßen. , k & ; ir . : . Klementineössuend I : NichtS darin "t, frtwW 'iff ffi Smh.il Ai.Afiffit 0Tn i4llU lUI UUVd 11.' VtUi'Vil tV.'UMl auf BonbönS ! ' " --:-::-;v
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