Indiana Tribüne, Volume 15, Number 133, Indianapolis, Marion County, 31 January 1892 — Page 7

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Die Nsive.

CiascTtilf toa Gustav Schwarz?. 5k. Um keinen Preis soll ihr ein Unrecht zuzesüg!, oder die Wahrheit wieder einmal um die ihr gebührend: Ehren gebracht werden. EincS sei also vor allen TMen constatirt. In den ersten Auffcndlickcn hatte sie wirtlich nur reine Freude ohi:c j?de Beimischung empfunden, und ihre schönen Augen, in denen einige wirkliche Thränen der 5iührung glänzten, halten mit dern Ausdruck mütierlich?r Liebe, mütterlichen StolzeS auf dem schmucken jungen Manne geruht. Sie hatte seinen blonden Kopf in ihre beiden Hände genommen, ihn immer und immer uneber geküßt und mit echten Herzens!auten: Mein Paul, mein lieber Paul!" gerufen. Tann, ganz ohne Nebergzng. trat eine Aenderung ihrer Stimmung ein. Wie von einem jähen Schreckm erfaßt, löste sie sich plötzlich aus der Umarmung, ging einige Schritte auf und ab, bestürzt, fassungslos zu Boden blickend. Auf einmal war es ihr zum Bewußtsein gekommen, welche fatsle Situatwn durch die unerwartete Ankunft des jungen Mannes geschaffen wurde, welche Verlegenheiten ihr daraus erwachsen konnten. "Noblesse oblige". Eine allgemein bewunderte, regelrecht protokolline Raioetät verpflichtet doch zu gewissen Rücksichten! Das P. T. Pudlikum darf verlangen, daß man seine Jllufionncn nicht allzu grausam zerstöre zudem steht sie als Fräulein auf dem Zettel. Freilich nur, weil sich diese Be Zeichnung für das Rollenfach, das sie bekleidet, besser eignet, als der breite, mich: terne, umständliche Titel Frau". Aber sie hat ein volles ?lnrccht auf diesen Titel, wenn er ihr auch seit zwei Jahrzehntcn nicht mehr gegeben wurde. Der jcfct so unerwartet in die Erfchcinunq ge!rctene Paul, dessen männliches Aeußere ziemlich richtige und daher unbequeme Schlüsse aus das Alter der Künstlirin gestattete, war das Kind einer ganz rcgelreckuen (5 he, allerdings einer Ehe, die nur seinetwegen geschlossen wurde. Die Verbindung mit einem viel alteren, rohen Kollegen vom Liebhabersach machte sie sehr unglücklich, währte indessen nicht lange; als die kleine, aus einer Erbfchafr herrührende Summe, über welche die junge Frau verfügt hatte, aufgebraucht war, verschwand der Ehrenmann, Frau und Kind ihrem Schicksal überlassend. Frau Frieberike. wie sie sich damals noch nannte, erst der beginnende Jiuhm hatte daraus den Kosenamen Fritzi" gr uvcht. mit welchem sie jetzt genannt wird grämte sich nicht allzulange, brachte den kleinen Paul in einer Faunlie unter, welche ür einen gewissen, monatlich zu zahlcncen Betrag ihn treu und gewissenhaft aufzuziehen versprach, und nahm lS Fraulnn ihre theatralische Karriere wieder auf. Aber da Glück schien nichts von ihr nisten zu wollen. Jahre hindurch hieb sich in kleinen Städten herum, es gelang ihr nicht in die Höhe zu komnrcn. Von Zeit zu Zeit, wenn ihr rastlofcs Wanderleben sie eben in die Nabe des SkJdtchcnS führte, sah sie ihr Kind, für dessen Unterhalt, so schwer es ihr auch manchnml uurfre, sie pünktlich bezahlte. Als der Knabe elf Jahre alt war, erKielt sie die Nachricht von dem Ableben feines Vaters, eine Nachricht, die sie sehr gleichgiltig aufnahm, und welch? ja auch in ihrem eben keine Veränderung herrorrufen konnte. Damals sie war nahezu dreißig Jahre alt und sie hatte es sich scusze'd selbst gesagt, daß sie keine 'Aussicht mehr habe, sich Geltung zu vcrschasscn erregte sie die Aufmerkz (am seit eincs gastirenden Schauspielers, der sie nach der Residenz brachte. Ein Stück, durch welches ein neues Genre aus das Glücklichste inaugurirt wurde, eine Rolle, die zufällig ihrer pikante,: Eigenart entsprach, die gute Lauue des Publikums, eine geschickte" Reklame, das Zusammenwirken unzähliger undesiirrere: Einzelheiten, alles dies machte ihr Debüt zu" einem sensationellen The'aterereigniß ; am anderen Tag hatte die Residenz eine Berühmtheit mehr. Ebenso groß wie bie Erfolge der Künstlerin, die sich nun bereits ein Jahrzehnt auf der Höhe erhielt, wurden auch bald die Erfolge des Weibes. Dieser Frau, die ihre Unschuld an einen alten Komödianten weggeworfen hatte, die in ihrer Vlüthezeit thre Gunst oft genug verschenkt, hier und da, der Nothwendigkeit nachgebend, für einen erbärmlichen Putzg?-nstand verkauft hatte, dieser Frau wurden nun, da ihre Jugend vorüber war. ihre Schönheit die Frische ein, gebüßt hatte und alle Hilfsmittelchen brauchte, um noch Wirkung xu machen, ganze Vermögen zu Fußen gelegt. Und sie erlernte es sehr schnell, diese Vermogen in unsinnigster Weise zu vergeuden, Summen, die früher hingereicht hätten, sie und ihr Kind ein ganzes Jahr tu er halten, für die Befriedigung einer Laune auszugeben, elbltverzkanduch prositirte aüch Paul von dem Glückswcchsel, der im Leben seiner Mutter eingetreten wsr. er wurde allfogleich ist eine rste Ct" .t ii t ir t 43cnion gerazr, uno aum jcmem rt r - 'vunfQ, zur mannt geyen zu dunen, wurde von der zärtlichen Nutter nachgegeben. Vor fünf Jahren, damals, als er die Pension verlassen hatte, hatte sie ihn besucht, er war damals noch recht kindisch acwesen, und wie mit einem Kind hatte sie mit ihm gesprochen ; seit er im Dienst war. erhielt sie allmonatlich einen Brief von ihm, der ihre Geldsendungen ' bestätigte, gesehen hatte sie ihn seit dieser Zeit nicht, und nun war er hier, war ohne ttlauvmV, ohne sich anzumelden gekommen fa, warum war er eigentlich gekommen? Er hat sich einige Tage Urlaub verschafft, nur um sich Mama in seiner neuen Uniform zu zeigen. Mama wird ihm doch darum nicht böse sehr? Schmeichelnd hat er wieder ihre Hand ergrissen, um sie alsbald, einer eigentbümlichen Beklemmung, die ihn plötzlich überkommt, nachgebend, wieder loszulassen. Muirer und Sohn stehen einige Augenblick? hindurch .scheu und verlegen einar'oer gegenüber. 'Sdr empfinden ein gewisses Unbehagen beide brauchen Zeit, sich in die veränderte Situation zu finden. In ihrer Erinnerung war er noch Izt harmlose Junge geblieben, den sie zuletzt gesehen, vor dem man nichts iu verbergen brauchte, da er Lauchts be-

merkte ; nun stand' ein junger Manu vor ihr. vor dessen wissenden, priifenden Blicken sie unwillkürlich die Augen senkte. Und er, der indessen ins Leben getreten ist, der bereits unter seinen jungen Kamcraden den Ruf eines Frauen kenners erworben hat. er fühlt sich nun dieser jugendlich aussehenden, eleganten Mama gegenüber so scibstsam befangen. Wird er sich überhaupt jemals daran gewöhnen können, diese reizende Dame mit dem allerliebsten, über und über mit Puder be deckten Gesichtchen, die da vor ihm stellt, in einem überreichen, koketten HauskleiS, unter welchem ein kleines, küssenswerth? Füßchen heroarlugt, wird er es jemals wieder zu Wege bringen, sie mit Mama" anzusprechen? Sie ist es, welche zuerst Fassung gewinnt und das Gespräch wieder aufnimmt. Böse sein? Was ihm nicht einfallt! Es ist ja so lieb und gut von ihm. daß er daran gedacht, sie zu überraschen, wie prächtig er in der Uniform aussieht, "und sie gleitet mit ihren feinen weißen Händen liebkosend über daZ glänzende Tuch, dann stellt sie sich auf die Fußspitzen, um ihm die Cravatte, die sich rin wenig verschoben hatte, in die rechte Lage zu bringen, wie lange er bleiben könne? Nur' bis morgen? Wie schade! Aber er wird cfcrxnB hungrig sein? Er soll's nur ehrlich sagen, ohne Umstände, ist sie nicht seine alte Mama?" " Dann klingelt sie, läßt rasch herbeischassen, was nur in der Speisekammer oorräthiz ist. legt selbst mit Hand an ; eine Minute entfernt sie sich von ihm, um dem Kammermädchen, welches Alles gebracht hatte, einen bestimmten Befehl zu ertheilen. Tann kehrt sie mit ihren raschen, trippelnden Schritten zu ihm zurück, nöthigt ihn, zuzugreifen, legt ihm selbst die besten Bissen vor, schenkt ihm Wciu ein, und dabei plaudert sie immer? fort, sich selbst und ihn in Stimmung zu bringen suchend. Er ißt mit ausgezeich: netem Appetit, und unter ihren frcnndlichen, zärtlichen Blicken, unter ihrem munteren Geplauder verliert sich allmäh -lich feine Vesangcnlieit ; dann muß er sich bequem aus der Ottomane ausstrckkcn. er wird ja müde sein, o gewiß ist er eö sie nimmt auf einem niederen Tabouret vor ihm Pl,ch, seine Hände in den ihren haltend. Und nun soll er crzählen. Alles waö ihn betrifft, von seinem Dienst, von seiner Zeitcintheilung, von seinen Vorgesetzten, seinen Kameraden. Alles, Alles intcrcssirt sie. Und sie bemüht sich auch, möglichst aufmerksam dem Inhalt seiner Erzöhlungen zu folgen, aber gegen ihren Willcu ichweiren ihre Gedanken ab, springen, oknc sich festhalten zu lassen, von einem Gegenstand zum andern; uubcdeutendc Erlebnisse' auS ihrer ersten Jugend, an die sie seit Langem nicht mehr gedacht, stehen in aiUn Einzelheiten wieder vor ihr. dann denkt sie au die Zeit der Roth und Entbchrnng. und dan tauchen in rascher Reihenfolge die Ereignisse des lcytcn Jahrzehnts vor ihr aus, das ihr endlich Erfolg und Ancrcen: nung gebracht, das sie in Glanz und Ueppigkeit mrlebte, sie sieht einzelne Ge

stalten, Hort rntnge Llkbesworte, Hort ihre eigene berechnende Antwort, und unwillkürlich, wie von Scham gebeugt, senkt sich ihr Kopf auf die Brust und fencr drücken ihre Hände die Hände dcö Sohnes. Dann denkt sie an die Zukunft, sie weift, das ihr im besten Fall nur noch wenig? Jahre bleiben, si? giebt sich keinen Illusionen hin ; wenn sie vorhin das Erscheinen des erwachsenen Sohnes erschreckt hatte, so war rS nicht deshalb, weil ihr dadurch ihr Altcr zum Bewußtsein kam, sie kennt die Anzahl ihrer Jahre qer..iu, hat sie immer gekannt, weist, daß sich die Jugend nicht beliebig verlängern lätzt, daß eine Krankheit genügt, auch den Schein derselben, der ihr noch geblicbcn, für immer zu zerstören. Darum will sie auch nicht mehr verschwenden, will sparen, um später an der Seite ihres Sohnes leben zu können, mit ihm. und dann Alles vergessen zu können, die Herrlich keit, den Schmutz Es ist dunkel geworden in dem traulichen Raum, man hört den Schlag einer Uhr. Das weckt sie aus ihrem Smnen und sie springt auf. Mama muß ihn verlaffen, muß in das dumme Theater. Er weiß es, er hat schon auf den Afsichen grlefen, daß Mama spielt und er will natürlich auch ins Theater. Sie will nichts davon hören, aber der große Junge weiß so schön zn bitten. Gut, er soll der Vorstellung beiwohnen, aber er darf mit Niemandem sprechen, Niemandem sagen, wer er ist. Sie küßt ihn und schickt ihn dann fort. Er hat noch einen Spazicrgang durch die Stadt gemacht und hat zu Beginn der Vorstellung seinen Platz im Parquet eingenommen. Man giebt zum 50. Male Mimi. . Die Titelrolle wird natürlich von dem Stern deö Theaters dargestellt, und die: ser Stern ist Pauls Mama. Er ficht sich im Hause um und -folgt nur unaufmerksam dem Ganz der ersten Szenen. Lautes Beifallsklatschen läßt ihn den Blick auf die Bühne richten. Der Bei, fall gilt einer Schauspielerin, die eben aufgetreten und sich nun graziös verbcn.gl. Sie trät ein kurzes blaues Kleidchen, hat einen breiten Strohhut in der Hand, das goldblonde Haar fällt in zwei langen Flcchtrn über den Rücken. Nun spricht sie die ersten Worte. Paul zuckt zusammen. Das junge Mädchen ic Tm nvi in oem kurzen lelocyen ti cama. Nun folgt er mit wirklicher Spannung, die im Anfang nicht ganz frei von Un behagen ist. den Vorgängen auf der Bühne. Mimiist eines jener französifchen Stücke, in welchen, um den Daumen deö blasirten Publikums zn reizen, mit der Unschuld eines jungen Mädchens 'Fangball gespielt wirb; das unerfahrene, hrpernatioe junge Ding geräth in die Gesellschaft von Kokotten und Lebemännern, welcher Umstand von den Herren Verfassern sehr geschickt zu einigen schlüpfrigen Situationen 'ausgenützt ÄsrM'"' '-?r': i-S. sssie:4)Mri" jeSKfe ?T?56tfÄe'i33fejeffet3t LachenjMtchMlches die, Kleine aus der Bühne jetzt ihre llkngcbunH belustigte, auf dem Gesicht Pauls wiedcrsxiegcttel Mit welcher Aufuierksamkeit er "ihunt flinken, ?oquetten Bewegungen, ihrem stets wechselnden Mienenspiel folgte! Uun wurde eine zweideutige Bemerkung

an die Kleine gerichtet. Mit großen sragenden Augen fah sie zu dem Sprecher auf. Dann erzählte sie mit leicht vibrirendcr Stimme von ihrer Mutter, ihrem

Schwesterchen, ihrem treuen Gefährten, dem Kanarienvogel Lolo, und wie sie qeeint, da die bösen Jungen ihn getödtet ihre Stimme erstarb in einem Schkuchzen, und Pauls Augen füllten sich mit Thränen. Dann gab man der Kleinen Champagner zu trinken. Mit welch komifchen Grimassen sie das süße Getränk schlürfte, und wie köstlich sie die beginnende Betäubung marnrte. lind dann in der Hauptscene deS Stückes: Wie die Schauspielerin die Angst, die instinktive Empfindung, daß ihr Gefahr drohe, zum Ausdruck brachte. und wie sie die ganze verkommene Gesellschaft in Verblüffung fetzte durch ihre Blicke, aus welchen eine ganze Welt von Nklnyctt und Unschulc sprach ay: Paul war entzückt, berauscht. Die Naivetät MamaS hatte ihn weinen und schluchzen, lachen und jubeln gemacht. Unangenehrn berührt war er nur einmal, als die Kleine zum Schluß des Stückes von ihrem Bräutigam wirklich auf dcnMund geküßt wurde, aber diese Empsindung verschwand sofort, denn im selben Aitaenblick hatte ihm Mama durch ein leises Reigen des Kopses cm Zeichen des Ein, Verständnisses acaeben. Wie sie verabredet hatten, erwartete er Mama am Ende einer Seitenstraße, die zum Theater führte. Schon nach kurzer Zeit kam eine in Pelze und chleler aehüllte Gestalt auf ihn zu, die er nicht erkannte. Es war Mama. Sie nahm seinen Arm und zog ihn fort. Wieder überkani ihn Verlegenheit und Unbehagen. So. gerade so hatten auch jene Frauen seinen Ar:u genommen, die ihm ein Stelldlchein gewährt, so sich an ihn aeschmieat. und wie er nun zu der Frau an seinem Arm sprach, wie er in überströmenden Worten, in den galantesten Wendunaen. über du' er verfügte ihr seine Bewunderung über ihve' Darstellung, über die Schönheit ihrer Erzaielnung ausdrückte. auch das war. er fühlte es, nicht die Sprache. d:e ,ym, dem soyne gebührte, die sie. die Mutter anhören durfte. Aber als sie erst in dem traucken. hell beleuchteten Salon vor dem gedeckten Tisch einander gegenüber saßen, waren auch seine Bedenken und Zweifel schen wieder vergessen, snn Unbehagen w:eder verschwunden. Obwohl feine freundliche Zvirtmn sich gerade jetzt auch nickt mut tcrlichi.'r präfcntirte. Die Schauspielerin hatte, nur um schneller m:t dem Umklciocii fertig zu werden, ihre Frisur nicht verändert, l? Zöpfe uur leicht ausgcsteckt, die sich dann im Gehen, bei irgend einer hastigen Bewegung wieder gelockert hattcn und halb ausgelöst über den Nacken fielen, unter ihren Wimpern waren noch ;um Theil die feinen schwarzen Striche lrchtbar, welche, für die Bühnenwirkung berechnet, um du' Augen zu vergrößern, ihnen Glan.; ui verleihen, ihre Blicke noch sey! in einem ciacnthümlichen, un stäten Feuer aufleuchten ließen, dazu ihre durch das spielen der anstrengenden Rolle, durch die Tlzeatcratmosphäre, durch den Lärm und Beifall hervorgerutcne Erregung, lyre nervöse Beweglichkcit, die sich ihm mittheilte, und der scharfe, bc:äubcnde Parfüm, der von ihrem Gewände, ihren .Yaarcn aus strömte! Einige Augenblicke vergaß er ganz, daß es Mama ti, die ihm gegen übersitze, und er empfand nur intensiv die Befriedigung seiner Eitelkeit, die naive Genugthuung des jungen Menschen, zum ersten Mal mit einer gefeierten SchaufeVf- V silMltllM nf klm 5 If.iiiiut, u'ii uiuuuivtuui .nctvui vrs Äderte 3, zu souprren. Und auch Mama schien eS bald vergessen zu haben, in wessen Gesellschaft sie sich befinde, sie lachte und plauderte, erzahlte Eoulissengeschichtcn, kopirtc ihre Eolleqen, gab alle ihre wohlcrprobten reizenden Minauderien zum Besten, um plötzlich wieder verlegen zu werden, sich auf ihre Mutterrolle zu besinnen. Nun versucht? sie es, übi? ernste Dinge im ernsten, wu digen, mütterlichen Ton zu sprechen, ein Versuch, der trotz des redlichen Bemühens arg mißglückte; es war der gezierte, unwahre, die eignen Worte ironisirende Ton der Schauspielerin. die zwanzig Jahre Elärchen gespielt und nun löblich ohne Ueberaanq. nur mit einer flüchtigen Probe, Clarchens Ä.'!utter spielen muz;. Mit einem übermüthigen Lachen gab sie dic Eomödie auf, um rotcoer rn den ihr bequemen, aelau sigen Ton zu fallen. Was ist denn das? derJnngc raucht ja nicht: Oh, sie ili oaran gcwounr. " Run sucht sie aus einem wohlgeiLllten Kistchen für ihn eine Cigarre aus, ciniae mit ihren schlanken Fingern drückend, sie Mit komisa) wichtiger Kennermiene prü send, endlich bat sie eine passende ocsun den, sie schneidet sie kunstgerecht ab, führt sie an die Lippen, neigt sich zur brennenden Kerze, um sie für ihn anzurauchen, um sie ans einmal, während ein brennendeö Noth ihr Gesicht überzieht, mit einer Bewegung des Abscheus in eine, Ecke des Zimmers zu werten. Sie war schlecht. da suche dir selbst eine besser davon aus Dann bleiben sie noch eine Stunde t '? f r . rreizammen, aucy sie yak neu, nur um ihm Gesellschaft zu leisten, eine Eiaarctte angezündet, was Paul wieder, er weiß selbst nicht warum, ein wenm verlebte nun sitzt er zu ihren Füßen, er spricht von seinen Plänen, seinen Aussichten, wie sich ihr Leben gestalten werde, wenn Mama einmal der Bühne entsagen und bei ihm bleiben werde. Er wird nie he!rathen, gewiß nicht er denkt gar nicht daran, wird, nur' immer für sie, seine culter. leben. Sie lauscht, ohne ihn zu unterbrechen. arucklichcr. seliger als sie jemals den tchmelchemdsten iedesworten, den glans zcndsten Versprechunaen aelauscbt liattc. ihre Augen füllen sich , mit Thränen, und in diesem Augenblicke glaubt sie auch daran, daß sich' das Alles noch erfüllen Oillie. , ,r , t .;!;!::;. . : Tann muß er fort.' er kann unmoallch in ihrem H.nise übernachten, schon im Laufe des Abends bat sie für ihren -.Neft . fen" iittlinenij ein V : ': ' k.i' ili i iii. Zimmer nehmen-lassen. , : Am anderen Morg.cn begleitet sie, hai Gesicht mit einem dichten Schleier vers Ji. ' i j. j. yuur, oen oyn zum ÄZahnhox. Vann fährt sie zur Probe. Sie' hat vermeinte Augen und läßt alle Welt ihre üble Laune fen. '

Auch Graf Toni, der am folgenden

Abend mit ihr foupirt, hat noch daruntn zu leiden ; er erfahrt nicht, warum et zwei Tage nacheinander abgewiefcn wurde, und er vermag absolut nicht einen Grund dafür ausfindig zu machen,daß ihm Fritzi nicht gestatten will, seinen gewohnte Platz lhr gegenüber einzunehmen. HoUandzsaze Erbschaft. In der Mitte des vorigen Jahrhun berts ließ sich ein aus Holstein gebürti' ger Mann. Namens v. Aspern, der längere Zeit in dänischen Diensten ge standen hatte, in Holland nieder und hinterließ, als er starb, ein beträchtliches Vermögen, welches nur zum kleinsten Theil seinen Kindern ausgekehrt wurde, da der größte Theil der Hinterlassenschast dem Willen des Vcrstordenen gemäß von der holländischen Bank hundert Jahre lang verwaltet und durch die Zinseszmsen vermehrt werden sollte. Nach Ablauf dieses langen Zelt raums sollte das alsdann zu einer nesigen Summe angewachsene Vermögen seinen Nachkommen ausgehändigt wer den. Die Traditton, daß sie ernst em größeres Vermögen zu erwarten hatten, war den Nachkommen bekannt. Vor etwa dreizehn Jahren war denn auch die von dem Erblasser angesetzte Zeit abgelaufen. Em vel Bremen wohnenoer Nachkomme erhielt von dem Bankinstitut einen Brief, dessen Annahme er jedoch wegen des darauf ruhenden hohen PortoS verweigerte. Vleser Brief wurve später einem in Colmar lebenden Nachkommen des Erblassers zugestellt. Dieser versuchte durch Hilfe eines Rechts anwaltes die Schritte zur Erhebung deöVermögens zu thun, konnte zedoch dle Auskehrung des nach seiner Ansicht sich auf Millionen belaufenden Nachlasses nicht erlangen. Kürzlich hatten me tn Holstem und Hamburg wohnenden Nachkommen in Hamburg eine Zusammenkunft, in wel cher über die nöthigen Schritte zur Hc bung des Vermögens Besprechungen ge pflogen wurden. Das Resultat dieser Verhandlungen bestand darin, daß die erbberechtigten Blutsverwandten sich durch die Vermittlung eines Rechtsan walts an den Reichskanzler wandten mit dem Ersuchen, dahin wirken zu wollen, daß ihnen das von der Bank m Holland vorenthaltene Vermögen aus gehändigt werde. Diese Zuschrift an den Reichskanzler hatte den Erfolg, daß sich Letzterer an den Hamburger Senat wandte behuf Feststellung der Berechtigung der An. fprüche der Familie v. Aspern an jenes Vermögen. Der in Colmar wohnende Schiffer v. Aspern hatte einer ihm zil gegangenen Einladung zufolge kürzlich eine Audienz bei einer Senatscommis fion. ron welcher ihm aufgetragen wurde, jenes derzeit von der Bank sei nem Vater zugegangene Schriftstück nebst dem Nachweis der Abstammung von dem Erblasser beizubringen, um darauf gestützt die zur Erhebung des bedeutenden Nachlasses nöthige Vsrkebruna'n treffen ?u können. Juristischer urner dem unter diesem Titel erschienenen Werkchen tut nehmen wir folgende Anekdote, welche die Spitzmarke Wranzel vor Gericht tragt: Anfangs des sechziger Jahre wurden ,m Thiergarten den Spazier gängern von jungen Mädchen Papier-lamp-.ons zum Kauf angeboten. Papa Wrangel fragte bei einer der Verkäuferinnrn nach dem Preise und beauftragte 5? , r Nr. oa mir. vie gesoroerien siebeneinhalb Silberaroscben nicht zu tbeuer er schienen, ibm zwei solcher Lampions in sein Valais zu brinoen. Das Mädchen lief sofort nach Hause zu ihrem Vater, einem in der Jnvalidenftraße wohnen den Buchbinder, erzählte erfreut von ihrem neuen bohen Kunden und wählte sur diesen zwel sehr elegante Exemplare aus, die sie in das Palais am Pariser Platz trug, wo dieselben von dem Jäger abgenommen und dem alten Herrn übergeben wurden, der sie mit fünfzehn Silbergroschen bezahlte. Das Mädchen wagte nun Einwendungen und erklärte, daß die beiden Lampions, weil sie elegamer als me gewöhnlichen seien, emen Thaler kosteten. Papa Wrangel aber blieb dabei: Ich habe sie mich ausgesucht nnd behandelt! Das Mädchen mußte ab gehen, und wenige Tage darauf lief gegen den General Wrangel bei der fünften BagateMommission des Stadtgerichls eine Klage wegen fünfzehn Silbergroschen ein. Der betreffende Kommisfarius, Stadtrichter Schulz, machte oem damaligen Präsidenten Schröder Mittheilung hiervon und dieser hielt es sur geooteit, den alten Herrn von dem Einganze der Klage vor Einleitung des Prozesses in Kenntniß setzen zu lassen. ravtrichter Schulz, welcher Landwehrofsizier war. warf sich m Uniform und cegad sich m das Palais am Pariser Platz, wo er auch vorgelassen wurde. Auf den Vortrag des StadtrichterS und die Aussvrderung desselben, doch lieber zu Zahlen, erklärte Papa Wrangel aber ganz entschieden: $ch bezahle nichts. ich habe mich übrigens schon lange daS Stadtgericht Mit besehen wcllen, da habe ich gleich Gelegenheit dazu". Der Prozeß wurde eingeleitet, der General nach erhobener Einwendung.vorschrists mäßig vorgeladen, und beide Parteien schienen in dem Termin. Für den Verklagten war em Stuhl neben dem Eid des Richters reservlrt. wahrend der Kläger vor den Schranken stehen bleiden mußte. Als nun mit den Parteien verhandelt werden 'sollte,' erklärte der Kläger vorweg: Vor dem Gesetz sind aue Staatsbürger gleich; wenn der Verklagte hinter der Barriere sikt. dann kann ich auch dahin kommen. Es entspann sich nun em ziemlich heftiger Wortwechsel zwischen dem Richter und dem selbstbewußten Kläger, dem der verklagte General plötzlich damit ein cv.. .Xi. v ... x- .w t vjuüc uiulle, cos er rrnarie: lneu ist es gleich, ob hier oder da, ich will blos sehen, ob Sie mir verurtheilen werden." Und er wurde verurteilt. Mit der Frage: Schicken Sie mir ooch een Erkenntniß zu?" verließ der Ferurtheilte dann schmunzelnd das Gerichtszimmer.

Der WunsS des indes.

Eine ansprechende kleine Geschichte.! Sie den Vorzug der Wahrheit hat. berichtet die Berliner Tägl. Rschau". Sin Berliner Kaufmann hatte leinem I lLjahrlgen Tochterlem versprochen, venn die Schulzensur gut ausfalle, zur Seloynung darur mit der Kleinen .in ben Ferien entweder die Zauberflöte" im Kgl. Opernhause oder Wilhelm Tell- im Kgl. Fchauspielhaufe zu besuchen. Die Ferien kamen, das Zeuanln I war vorzüglich, aber ins Theater ! wurde nicht gegangen.,Das Kmd wartete zwei, drei Tage; dann erinnerte es den Bater an sein Versprechen. Dieser iber antwortete: ..Ja. Ich hatte Dir versprochen. Dich in die Zaubernöte I oder in den W lhelm Tell mitzunehmen aber von beiden tucken wird letzt kerns I gegeben. Dasür ich nicht. Da . . n. jr pjr .tt I muljl 'U wa) Illion an oen israsen I Hochberg we.iden: Für den aestren t

gm Papa war damit die Sache erleöigt. j beinen die weite Reise über das Weltkeineswegs aber für die Tochter. ! meer nach dem fernen Dominzo an,

Dle Kleine nahm die Antwort des Vaters vielmehr wörtlich, setzte sich flugs hm, schrieb an den Grasen .5 . . I verg. ldeilte vem isenerauntendanten die wacklaae mit un) bat ihn treuherzig, nun möge er doch auch einZ von den erwähnten Stücken noch in den Weihnachtsferien geben lassen, damit ihr die versprochene Be! oh rung für ihre Zensur nicht entgehe. Der Brief ward von dm Kinde heimlich in den nächsten Postkasten gesteckt und die Ant wort Mir spannunz erwar:et. Es vergingen zwei Tage. Da brachte der Postbote Mittags ein großes Schreiben der Könial. G:neralintendantur an Frl. N. N. Erstaunt betrachteten die Eltern das Schriftstück, fragten die Kleine, wie sie zu einer solchen Bliese komme, und erfuhren nun erst zu ihrer höchsten Ueberraichung von dem Bnese des Kindes an den Generalintendanten, Natürlich gab es ob diefer Eigenmäch-1 tigkett und Heimlichkeit zunächst tüchtige Scbelte. Dann aber ward der Umschlag geöffnet, und siehe da: in ihm lag ein eigenhändige 5 Schreiben deS Grafen hchberg. das mit den Worten begann: Mein liebes kleines FrauleinI" Dem Anfange entsprach d:e Fortsetzung. Der

Äezeralintcndant der Königlichen die Spitzen der Behörden und 'angeSchzusp ele belobte das Kind 'seines sehene Einwohner von San Domingo Fleißes wegen, versprach sodann, zur nebst den Ofsicieren der Garnison, ge-

Belohnung noch m den Ferii beide Stücke geben zu lassen, un) ermähnte die Kleine zum Schluß, auch fernerhin ihren Eltern stets Freude zu machen, Der Vater traute semen Augen nicht, zber er verhieß dem jubelnden Kinde öen Besuch sowohl des Opernhauses wie auch des Schauspielhauses, wenn beide Stücke, was er noch immer nicht zlauben könne, wirklich noch in den Welhnachtsfenen gegeben werden foulen. Auf dem Svielver ;eich. -tisse dieser Woche befanden sichln der That für Freitag und Sonnabend Tell" und Zauberflöte". Der gütige GeneralIntendant hat sein Verspreche gehalten und em kleines Schulmaöch:n damit hochbeglückt. Der biedere Po n:n:r. Ein Engländer machte von Berlin lUs eine Reise nach Italien und nahm sich als Bedienten einen baumstarken Lommern mit. In Italien ging das Wandern zu Fuß los; der Engländer wollte sich Alles aenau veseben. Eines Tages, als sie im Gebirge herumklet terten. standen- aus einmal vier wilde Nestallen vor ihnen, die, mit Dolch und Pistole spielend, in aller Gemüthsruhe die Kostbarkeiten der beiden Reisenden forderten. Der Engländer schneidet !in süß aures Gesicht und gibt Geld, Uhr und Ringe her. Ja," sagte einer L r . L L. ( 4 ser eiroiche, mio UNO uur slno mouz, zut. aber es fehlt uns an weißer Wasche wir müssen Euch auch darum . w t x ersuchen." l Hnglanoer roinn sei nem Bedienten, welcher dem ganzen Auftritt ruhig zusieht; dieser schnallt feinen Tornister ab und reicht ihn den Räubern. Letztere bedanken sich mit ironischer Höflichkeit und ziehen ihres Weges. mm sind sie aus dem Gesichtskreis oes nglanoers verschwunoen, als siefer seinen Stock nimmt und auf seinen Bediente mit den Worten losyaut: Du baumstarker Lümmel, schämst Dich nicht. Deinen Herrn so ruhig ausplüw dem zu lassen? Mit Deinen Drescher fausten und Deinem dicken Vrügel in der Hand hattest Du es doch wahryastig mit vier solchen elenden Kerlen aus nehmen können." Jetzt halten Sie aber 'mal 'n bischen ein," ruft der Pommer, und als fein Herr den Stock Imtrt(t4 kiihi ffttAll ifatf taht f,itrf iyn.niuj ua jtk uuu4Uit ivp, v in der Ricktuna in. welche die vier Ktrnckdi?b' einnriAtciam baben. Nach einer Viertelstunde kommt er. mit den aeraubten Zacken Zurück. .Denen hab' ich's aber gehörig besorgt," ruft er vergnügt, Einer liegt noch da, so lang as er U, un die andern sind ausgerissen wie Sckatteder!" .Dummer Kerl'." ruit der Enaländer erstaunt, warum hast Du es nicht gleich so ge. macht? Da wären wir doch unser zwei aewesen und ick bätt Dir aeholfen! M. öerr Lord.- entaeanete der Vom mer aus tiefster Seele, ick moet mar 'erst gehörig warm sie. .-.' Emmeran Eisen keck, ein bekannter Rechtsgelehrter zu Regens bürg, der lülS starb, war gegen Ende seines Lebens von der Gicht heimge sucht, sy daß er weder Hände noch Füße ,edrauchen, auch nicht sprechen, sondern m d M b?SkM Um nun 'ini?rr?izr!ki? leine mi ujc un ucii j,ua tinigermaßen seine Wünsche an den Tag zu lezen, gebrauchte er folgendes Mit tel: Ein Diener saß, an seinem Bette mit einer Tafel, auf welcher das Alphabet stand, und zeigte mit einem Stab' chen auf die Buchstaben. Traf er den rechten, so nickte sein Herr mit dem Köpfe, andernfalls schüttelte er ihn. und dies trieb man so lange fort, bis ganze Wörter und Zeilen zusammengesetzt waren. Auf dieser Weise machte Eisenkeck sogar lateinische Gedichte, die seine Zeitgenossen vortrefflich fanden.'",,',,, ; :

EolumduS' letzt Ruheftötte

Nachdem der große Seefahrer, der eine neue Welt entdeckt und nur Undank und Verfolgungen dafür zum Lohn er halten hatte, zu Valladolid in Spanien seinen letzten Seufzer ausgeaaucht, wurde feine entseelte Hülle in der Gust des dortigen FranelskanerklosterS ve stattet. Doch die Ruhelosigkeit, welche Christoph Cotumbus zu seinen Lebzeiten über die Meere des Erdballs getrieben hatte, sollte noch rhren Fluch uoer das Grab hinaus bewähren. Seine Gebeine wurden nach wenigen Jahren nach dem Karthauserkloster Las Cuevas geschafft und von Neuem feierlich beigefetzr. Jetzt schien es. als ob der große Genueser endlich Ruhe im Grab finden sollte. Dem war nicht so. Man glaubte seinem wirklichen oder angeblichen Wunsche. daß er nach seinem Tode in Espannola r Y ;rr?t -.C ruyen woue. lviNsayren zu rnuiien, UN so trat denn der ara mit Colons Ge aber erst im Jahre 1541. denn ms da bin zog sich die Vollendung der neuen Kathedrale von San Dommgo hin. m ä. , ; i deren rypta oer arg veigeseJi wer den sollte. Die Ueberführung wurde denn auch mit großen kirchlichem und weltlichem Gepränge vollzogen. Doch nochmals sollte biz Ruhe des Todten gestört werden. Mehr als zwei Jahrhunderte später im Jahre 1793 wurde der Theil San Domingo der Insel aus Grund des Basler Friedens von ?parnen an Frankreich abgetreten. Gedanke, daß damit auch die Ueberreste deö Entdeckers von Amerika an die Franzosen fallen müßten, erschien den stolzen Spaniern unerträglich, und so beschloß man denn hauptsächlich au? Ae treib: des einflußreichen Herzogs von Veragna. eines Nachkommen des Chriftoph Columbus, den Leichnam aus der Gruft zu heben und von Neuem am spanischem Boden aus der Insel Euva m geweihter Erde zu bestatten. - Ueber dieses nunmehr vierte Begrab niß Christoph Columbus' hat Washington Jrvmg eme getreue und anstizau liche Schilderung hinterlassen, der wi: ,m Nachstehenden gefolgt und. Am 20. December 17Q5 begaben sich führt von der hohen und niederen (seip lichkeit, in feierlichem Zuge nach der Kathedrale. Hier begab man sich nach der rechts vom Hochaltar gelegenen Mauer, wo man CclumbuZ' Grabstätte kn der Kathedrale vcn- - mmp eine kleine Gruft eröffnete, und zwar in rfV W L. rt f. Gegenwart aller ÄNwesenocn. Lie M All überzeugten, war die niedrige ausgemauerte Höhlung mit Bruchstucken I . , , . r r t t eines Bleijarges, menschlichen gevlet I ten Knochen und Verwesungsstonen an gefüllt, augenscheinlich den Resten elnes Leichnams. Alles wurde sorgfältig gesammelt und in eine Kiste aus vergoldetem Blei aethan, welche dann verschloffen wurde. Der Schlusses wurde dem Erzblschos emgehandigt. l - , ,....., Ter Sarg de Columbus. I Diele Metall kiite. welche ekWS eme habe Elle lang, ebenso breit und z Elle koch war. wurde dann in einem reichverzierten und mit Sammt, brüsseler Spitzen und Goldfransen bedeckten Sarg gethan und das ganze in einem leerstebenden Grabaewölbe einstweilen aufbewahrt. Äm folgenden Tage fand zunächst Hochamt und Todtenmesse unter Theil, nähme aller Behörden, der Garnifon und der ganzen Einwohnerschaft statt. während der Erzbischof selbst im vollen Ornat unter Assistenz der gestimmten Geistlichkeit lebrirte. Nachmittags um 4 Uhr erfolgte die Einschiffung deö Sarges. Die , Seereise ging glücklich von Statten, und am IS. Januar 1796 erreichte die Brigantine .Dtseoverer mit ihrer kostbaren Bürde dieMole pon Havanna. Hier wiederholten sich die Ijlichliin. i . v . , iLZeMiichleuen uno Veyororn ovilen den Sarg in einer glänzenden Procession ein. Dem Todten zu. Ehren salutirten alle Schiffe mit den höchsten Ehrende Zeugungen. Der Generalcapitan von Cuba nahm , alsdann den algchützel in Empsang, Sara und Metallklste wr den geöffnet und die Identität der Ueber, reste festgestellt. Darauf begab sich der feierliche Zug in die Kathedrale. Auch hier wnrden Todtenmeszen gelesen und dann erfolgte hie "Beisetzung sn einer Graonlsche am Hochaltar. i

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ColumbuS' angebliche Grabnifche. Neuerdings sind Zweifel an der Echt heit der damals überführten Neberreste geltend gemacht. Nach der einen Dar stellung bat man sich in der Nische da malS geirrt und aus der sogen. Bor dias-Nische der Kathedrale zu San Dominzo nicht die Leicbe des Cclum bus, sondern die seines Sohnes Diego entnommen. Des Columbus' Sarg, soll noch unversehrt dort befindlich sein. Die dort mit einer auf Columbus den Vater hindeutenden Inschrift gefundene Bronzetafel soll neueren Ursprungs und gefälscht sein. 5)ok?er nenmenZ Ja gewiß, werther Herr Smith. Ich fühle mich sehr geehrt durch Ihren Antrag aber aber Sie tönnen doch kaum eine entscheidende Antwort erwarten, ich kenne Sie ja erst seit so kurzer Zeit'. Aber was soll ich denn nun tun? Alle junge Damen, welche mich längere Zeit kannten, haben mir Körbe ge geben! Der Gefangene von Monaco. Ein Einwohner des Landes Monaw war von dem Gericht zu dreiiäkrieer Gefanznißftrsfe verurtheilt worden. Der Justiminister, der gleichzeitig Vor sitz.'nder des Gerichts und Gefängniß aufscbcr ist, ließ sich bei dem Fürsten melden. Hoheit, wir haben einen Verurthcilten.- So so, und was welter ?" Wo sollen wir ihn em sverren?" .Gibt es denn in meiner Hauptstadt keine Baulickkeit, welche als Gefangmtz dienen konnte r Ja wohl. Hoheit, das ist daö Äuzustinerkloster, von dessen Zellen man wohl eine in Stand setzen könnte Gut, also lassen Sie das thun.- ntui aber eine sezte Thü? und em chlos be lorat werden " "ötira Sia sie machen." Außerdem, Hoheit, muß der Gesangene ernährt werden. So so, und was wird das Alles so lten?" Hier ist der Amchlaa: der Tischler 200 iir.. der Sckloner 50 5?r.. Nebenaussaben 100 Txt. iährlich. Un? terhalt 35 Fr. monatlich." Um Gott?4willen! Eaqen Sie ihm, er soll ent fliehen -2 Der Jultizminister, Pra sident, Gerichtsschreiver und Gesangm Äujjrber vrgscol sich Zu ocm eruttyLU' ten und sagt : Seine Hoheit hat nichts dagegen, wenn ich Lie entwischen lasze." Ich will aber nicht entwischen". rust der Verbrecher. Das Klima dieses Landes ist mir zu meiner Gesundheit durchaus nothwendig. Der enr Mj nister will mich todten! Ich muß noch di, Folgen des geMten Jcichterspruqes u der mich ergehen lassen und hoffe, auf drei Jahre Wohnung und Beköstigung ,u erdalten " Der ftürit weiaerte nÄ aber beharrlich, die Ausgaben für das Gefängnis zu destrelten und' w ovt iq denn bald ein merkwürdiges Schauspiel. Ein Mensch ging vom Morgen bis zum Abend spaz eren, rauchte sein Pfeif chen und bettelte von den Fremden das zu seinem Lebensunterhalt nothwendige Geld zusammen und war gleichzeitig mit seinem Geschick recht herzlich zufri den. Dieser Mensch, der frei war, wie die Lust, es war Der Gesangme von Monaco". Beschwerlich und nicht ganz ungefährlich war e, zu Ansang des vorigen Jahrhunderts in Deutscht land eine größere Reise zu machen. Daß man sein Testament vorher auf setzte, war selbstverständlich. In einem Reisehandbuch?, welches um dS Jahr 1710 in Südwestdeutschland erschien, wird, wie die Köln. 'Volksztg." aus diesem Baedeker deS 18. Jahrhunderts mittheilt, den Reisenden unter Anderm empfohlen, große Vorlegeschlösse? mit auf die Reise zu nehmen, da in den Gasthäusern und Herbergen die Thuren und Schlösser oft in sehr schlechtem Zustande waren. Vor Antritt der. Reise solle man ferner seine Schulden bezahlen, auch feinen Freunden und Bekannten einen AbschiedsschmzuS ge den, sich aber selber weislich hüten wohlbezechl" von Hause abzureisen, wie es leider so Viele thäten." Ganz, besonders wird noch den Reisenden ein aeschärft. im Winter mit pelzgefütterten Futteralen für die Nase und ebensolchen vrenklappen sich, zu versehen. Der Reisende zu jener Zeit hatte sich aber nicht nur vor Wegelagerern, Räubern und Dieben zu hüten, sondern mußte sich oft noch von den Bauern,, durch deren Dörfer er fuhr, die gröbsten Ver hohnungen und allerhand Belästigungen gefallen lassen. So klagten um da Jahr 1703 die Reisenden, welche von Gera nach Leipzig fuhren also eine verhältnißmäßig kurze Strecke , fcaft sie unterwegs von den Landleuten stark belästigt wurden, welche zur fturz weil" tr.it Steinen nach den Pöstwaes nlenKKM,

ff --rii4,tli' v .?',' "ftii? i "Wty 'ämN -r .. Isl . XTZjZJT- L-r-t 5 r KLM ; M,mP MM fNU?i: i"iV' iLp I I Jv5;vä r'rJ MWMtz J L-Si "V l IVV'lV S-S( ilt'U '---(r " ' '