Indiana Tribüne, Volume 15, Number 126, Indianapolis, Marion County, 24 January 1892 — Page 6
Frauenttsi. HumoreZteion . -tm
J&k getagt, mei verehrter Herr, ich fühle mich zwar durch Ihren Antrag sehr geehrt, aber Sie müssen einem tx fahren eu, vorsschtigen Vater eben ver zeihen, das er nicht umhin kaun, anSii hie bekannte geflügelte" Frage zu rich. ten: Woniii wollen Sie. ein ver. zögenSloier. UNbefoldeter Assessor, Ihn Frau ernähren? Also nochmals im l!e!ri.ikn die größte Achtung und Werthe schäyunz Jher Person!" Mit taselloscr Grandezza und vor tiehmein herablassenden Neigen des schon ncdelliiien Kopfes, das deutliche, als inerte es hätten thun können, aus druckte: JÄ babe gesprochen! verließ der reiche Coinmercienrath Schmelze das luxuriös ausgestattete Gemach, des armen, aus all' seinen Himmeln gestürzUn ÄsZessor Franz Wend land in namens loser Bestürzung zurücklassend. E:7.7. solchen AuZgang und eine U brüske Zurückweisung seines liebeglw heuden Herzeu-5 hatte er bei aller ange. orenen Veicheidenheit doch mcht erwar. tet. TaZ war ja ein Korb in optima forma! Zerknirscht und tief beschämt sah cr aus seine nagelneuen Glanzlederneu. griff dann, schwer seufzend, nach seinem cliapeau claque, ebenfalls mit den letzten Groschen zu diesem Ganze nen beschafft, und wollte nun. um eine LebeNshgffnung ärmer, da) Fekd seiner fchauerlicken JZiederlage räumen. In seiner tiefen, aufrichtigen Betrübniß kzatte er nicht bemerkt, daß sich nach dem q großartig in Scene gesetzten Abgange "seines verflosienen SchwtezerVaters ia spe die schwere dunkle Samnietportiere getheilt hatte und ein von blonden Haaren reizend umzeöenes il öpfchen, aus dem ein paar blitzende braune Augen tausend Sprühteuselcben in die Welt sandten, daraus hervorluz ie und als er eben nach der Thürklinke greifen wellte, schlangen sich plötzlich zwei volle, weiche Arme um seinen Nacken und concentrirten ihn nolens volens zurück in das Zimmer. Mit schmerzlichem Zucken um die Mundwwlel und verrätherischem feuchten Glanz in seinen schwärmerischen blauen Augen sah er mit Befremden in das überMi'.tyig lachende Antlitz seiner geliebten, angebeteten Ada, um dcrentDillen er sceben eiue fo tiefe Temöthv gang hatte erdulden müssen! Wie war eS nur möglich, daß sie, nachdem sie als echte Evastochter natürlich die ganze Unterhaltung belauscht, noch lachen konnte, während ihm so sterbenstraurig zn Muthe war! Aber Franz. Du lieber, süßer Herzensfchatz. mache Doch nicht eine fo abscheuliche Leiche' bittermiene," svrudelte sie heraus, ich konnte es da drinnen ja kaum aushalten d habe krampfhaft das Taschentuch die Lipren gepreßt, um nicht laut auflachen zu müssen. Wie konntest Du nur so still und sttif dastehen und Dich von Papa abkanzeln lassen! Da bitte ich nur an Deiner Stelle sein sollen ! Womit wollen Sie, mein Verehrter. Ihre Frau ernähren?" ahmte sie alu liebst den hochtrabende Ton ihres Vatcrs nach. )jun mein ebenfalls hochverehrter Herr CoMmerzienrath. mit recht gutem öffen und Trinken, möglichst viel siern. Caviar uns Champagner, denn die, daß Tu es nur gleich weißt, sind :ine Leibgerichte, hätte ich eben so h?heitsvoll erwidert und wenn Sie meineu. i$ hätte nicht die Mittel dank, dann seien Sie mal sv gut und stellen Sle inir Ihr Portemonnaie zur Verfügung, da Sie ja das riesenmaßige Glück de sihen. nur eine Tochter und nudj dazu ein solches Prachtexemplar Ihr eigen zu nennen! Siehst Tu, so hatte ich es gemacht!" Ader Ada. liebe, süße Ada, nun fei r.iLl einen Augenblick ernsthast, ich bin wahrbastig zu nichts weniger aufgelegt, wie zum Scherzen, was soll nun aus un ferer Liebe werden nach dieser herben Abweisung? Mein Mannesstolz verdietet es mir, von Deinem Vater noch einmal Teme Hand zu erstehen ! Sollst Tu auch gar nicht und wirst 3 nicht nöthig haben, las mich nur machen. Nicht umsonst habe ich drei volle Jahre meines kostbaren Lebens in der berühmten Pension der Madame DuplessiS in Lausanne zugebracht. M ein Wort und einen K uf; zum Pfande, in nicht zu ferner Zeit soll dieser Na benvaer Dich bitten, sein holdcs Tech icrlern .zu bwatlicn ! Ader Ada - ci nur stille und laß mich gewäh I xen, ich habe einen ganz grandiosen Vlan, verrathen wird aber nickts. Du mußt nur fest an meine Liebe unÄ Treue zu Dir glauben und vor allen Dmgen nicht im Geringsten eifersüchtig sein, also nun schwöre!" Nur wenig von ihrer Zuversicht migesteckt, versprach der Afsesor, seinei Braut den Willen zu lassen, und bat nur. ab und zu ihm eine kleine Benach richtigung zukommen zu lassen, ab ich jüräne, der einmal auZgesprochen Wille Deines Vaters wird ein unüber windlicher Chimboraffo für uns sein!" Nur Geduld, mein künftige? Herr und Gebieter. List und Liebe überwin. den alles, und ich kenne mein Väterchen und weiß, an welcher Stelle er sterblich ist. Mit diesem vertrauenerweckenden Troste und einem herzinnigen Kuß ent ließ das verwöhnte, kluge Commerzien rattzstöchterlein den Geliebten und machte sich fchleunizst au die AuZsüh. rung ihre? Idee, den neckischen Schutz, patron aller Verliebten Zum Beiztzny nrusend. Sehr gespannt und neugieng, ob ihr vorsichtiges Papa es für htt Mübe werth halten würde, sie von dem Heirathsantrag, der sie doch selbstredend am meisten anging, in Kennt inv zu setzen, betrat sie das gemeinfaste, elegante Wohnzimmer, wa sie zu diese? Stunde den Vater wußte, aber kein Zug in feinem Gesicht verrieth auch uu? die geringste Spur von Wucht, ihr stwas Wichtiges mitzutheilen. Nun, um fa besser, dachte sie bei sich, das erleich
tert mir meinen Schlachfenplan ganz bedeutend. Am andern Morgen beim Frühstück, das Ada mit dem früh vermittmetett Vater stets zusammen ernnahm und das eigentlich die einzige Zeit am Taze bildete, wo sie ganz ungestört mit dem Vielbeschäftigten verkehren konnte, traf sie wieder mit ihm zusammen. Dunkles Rth überflog ibre Wangen, als sie in seiner Hand einen offenen Brief fab. Sie zwang sich aber, sofort wieder vollständig unbefangen zu scheinen und eilte auf den Commerzienrath zu, um ihm den obligaten Morgengrutz zu aypliciren. Mit gan; ungewohnter Strenge sah er sie aber an und fragte langsam und nachdrücklich: Wo bist Du gestern Nachmittag zmlschen 4 und 5 Uhr ge wesen?- Aber, mein Gott, Papz, Pu fragst ja gerade wie ein Grotzin.iuifito?. Du haft mir doch, seit ich aus den Fm gern meiner verschiedenen Gouvernan ten befreit und seit ich aus der Pension zurück bin, das Recht eingeräumt zu thun und zu lassen, was mir beliebt!" gab sie ihm schnippisch zur Antwort. Nun. Tu wirst mir, als Deinem Vater. aber doch auch wohl das Recht zu gestehen, mich zu erkundigen, wo Du gewesen bist!" erwiderte er ernst. Also, wenn es Dich so sehr interessirt. ich war in der Conditorei bei Jordan und wenn Du auch wissen willst, was ich dort gethan, ich habe , Apfelkuchen mit sehr viel Schlagsahne gegessen und für den Fall, daß Du auch neugierig bist, zu erfahrcn, wie er mir geschmeckt, so kann ich Dir nur die Versicherung geben, daß er ganz prachtvoll war !" antwortete sie trotzig mit dem Vorrecht eines maßlos verwöhnten, einzigen N indes. Warst Du allein dort?" inquirirte der Commerzienrath unbeirrt weiter. Ja," ; kam es anscheinend zaudernd über Adas Lippen daS heißt, zuletzt illerdings nicht mehr." So! Wer leistete Dir denn zuletzt" Gesellschaft, wenn ich fragen darj?" 0 bitte, das ist durchaus kem Geheimnis;, es konnte uns ja jeder Vorübergehende sehen, der Sohn des Kommerzienrathes Meyer war es, der mich überall verfolgt und sich schon unendlich lange auffallend um meine Gunst ? müht! Und das wagst Du mir fo ruhig zu sagen," fuhr Schmelzer nun zuf. Du weit doch, daß Meve? mein größter Feind und Widersacher ist uns das mir fein Sobn ebenso wie er in den Tod verhaßt ist!" Aber Papa,- versetzte Ada weinerlich, was kann ich denn dafür, datz Du den jungen Meyer nicht leiden magst und datz er mir fo furchtbar, ganz uubeschreiblich furchtbar, sage ich Dir, den Hof macht und daß er mich so anbetet anbetet, sage ich Dir! Sieh' mal Papa, so verdreht er immer die Au;en, wenn er mich trifft," und schwärmerisch schlug der kleine Schalk seine dunklen Augen aus zum Plafond, um gleich darauf nach dem euhelos wie ein Ahasver durch das Zim mer eilenden Vater zu schielen, um den Eindruck ihrer Worte zu prüfen. Ader Kind, Ada, sage mir um alles in der Welt, fühlst Du denn nur eine Spur von Zuneigung zu diesem gezierten, blasirten Lassen?" rief er endlich, händeringend stehen bleibend. Ja, ZZapa. so recht weig ich das selbst eigentlich nicht, aber höre mal, fo geziert und blasirt finde ich ihn wirklich gar nicht!" Dem armen Commercienrath rannen dicke Schweißtropfen über die Htirn, was mußte er erleben, sein Kind, seine zeliebte, einzige Tochter, für die allein er arbeitete und schasste, auf dem besten Wege, sich in den Sohn seines Tod feindes zu verlieben? Nein, nein um keinen Preis durfte das geschehen, wo hatte er denn nur seine Augen gehabt, daß ihm diese Tändelei vollständig ent' gangen war! Ada mutzte fort, ganz fort, ganz fort aus den alten Verhältnissen, neue Eindrücke erhalten, fremde Gegen den und Menfchm sehen, das würde sie wohl auf andere Gedanken bringen. Ja. ja. das wr das einzig Richtige! Da er wußte, daß bei seinem eigenwilligen, verwöhnten Töchterchen mit Härte nichts auszurichten war. begann er so fanft, wie es ihm in seiner Erregung möglich war: Höre mal, meine geliebte Ada. ich bin in großer Betrüb, niß um Dich, mein theures Kind. Heute früh erhielt ich von anonymer Hand (Purpur bedeckte wieder AdaS Wan gen und verrätherifch zuckte es um die Schslmenaugen) diesen Brief, der mich in Kenntniß fetzt von einem Emoerständniß. welches zwischen Dir und diesem diesem Meyer zu bereden
schien, da der Anonymus Dich mit ihm zusammen im eifrigen Gespräch in der Conditorei gesehen, was Du ja auch gar nicht leugnest. Um Dir jeden Ge. danken an diesen widerwärtigen Men scheu aus demKopfe zu schlagen, will ich lnit. Dir eine Reise machen, sage nur, Vohin Du willst!- .Ach Papa. Du bist gar zu gütig," sagte Ada gähnend und sich bequem in den Sessel zurück lehnend, ich will mir Deinen Vor schlag überlegen, aber ich bin eigene lich merkwürdig reiseunlustig in diesem Jahr. Ich habe eS ja auch so herrlich und so gut bei Dir zu Hause, mnn liebes Väterchen," umschmeichelte sie gleich darauf den betrübten alten Herrn, da ihr gutes Herz doch zu schlagen be grnn, laß uns lieber zu Hause bleb den!" Nun gut, aber nur unter der Be dinzung. daß Du mir fest versprichst, Nie w:eder ein Wort mit diesem Men schen, diesem Meyer, zu wechseln." Oho, mein vorsichtiges, erfahrenes" Väterchen, so weit sind wir noch lange n:cyl-, fuhr es ourcy ÄSas Staues Köpfchen, nun beißt es auf der Hut sein, damit mir die gewonnene Position Nicht wieder verloren , geht. . vltiit, Pava." sagte sie nun energisch, dersprechen thue ich nichts, denn gerade heraus, da wir einmal bei diesem Thema angelangt sind, warum soll ich denn mcht henathen? Ich bm 18 Jahre alt, wie ich vermuthen darf, von der Mutter Natur durchaus nicht stiefmütterlich behandelt und habe den besten Bater, den es gibt. Viele memer Freundinnen sind schon längst glücklicht
Frauen, warum sollte ich denn partst alte Jungfer werden, brr!! Einen armen Mann soll ich nicht hei rathen. nicht wahr, Papa, sagtest Du nicht bei irgend - einer Gelegenheit so? Nun, da halte ich eben Umschau nach einem reichen und in dieser Beziehung kannst Du Dir wohl keinen geeigneteren Schwiegersohn wünschen, wie den einzv gen Sohn des steinreichen Herrn Meyer. Außerdem hat mich ja 'auch noch Nie mand zur Frau begehrt, nicht wahr, Vapa?" setzte sie mir der harmlosesten Miene hinzu und sah dem Commerzienrath treuberzig fragend in die Augen. Leider bekam dieser gerade in demselden Augenblick einen ganz unvorherge sehenen heftigen Hustenanfall, der ihn der Antwort überhob. Nun, mein Klnd," meinte er endlich begütigend, wir wollen die Sache vorläufig ruhen lassen. Meine Wünsche in dieser fatalen Angelegenheit kennst Du und ich hoffe, Du wirst mir eine gehorsame Tochter sein. Ich muß nuu fort!" Ich auch, Papa," rief Ada wieder heiter gelaunt, küßte dem Commerzienrath die Hand und wie ein Wir belwind sauste sie aus dem Zimmer, hinauf in ihr mit allem Comfort aus gestattetes Boudoir, eilte glückselig lackend an ihren Schreibtisch und bald standen folgende Zeilen auf dem goldgeränderten nach Heliotrop duftenden Billet: Muth, theuerster Franz, unsere Aktie stehen sehr günstig. Der Chimborasso, von dem Du gestern sprachst, ist schoa ganz bedenklich in'S Wanken gerathen. Auf ewig Deine treue Ada. An Herrn Assessor Franz Wendland. So, nun schnell gesiegelt und den Brief höchst eigenhändig in den Postkästen befördert. Mehrere Tage waren seitdem verstrichen und ver durch Adas Brief in die Höhe gegangene Herzensbarometer von Assessor Wendland zeigte wieder bedenkliche Neigung zum Sinken, als dem ersten billet-dcrnx noch immer kein zweites solgen wollte. Zudem hatte er dle Geliebte seit der letzten Unterredung nicht wiedergesehen und sich an ihrem Anblick nicht neuen Muth und Hoffnung holen können. Dazu kam nun noch ein dunkles Gerücht, das aber immer festere Gestalt annahm und von einer beoor' stehenden Verlobung des reichen Herrn
Meyer zumor mit seiner gellebten Ada fabelte. Wußte er auch ganz genau, wie sein theueres Mädchen über besagten Herrn dachte und ihn stets aH Ziel scheide ihres Spottes benutzte, so kränkte und empörte eS ihn doch auf das Tiefste, tag er nicht offen austreten und der Verleumdung die Spitze abbrechen surfte. Auch der heißblütigen Ada wurde endlich die Zeit lang, da ihr der Vater geflissentlich aus dem Wege ging und mit einer fabelhaften Geschicklichkett ihr stets auswich. wenn sie muthig und kampfbereit ihre Herzensangelegenheit, ihrem Programm getreu, zu Ende führen wollte. Diesem peinlichen Zustande mußte unter allen Umständen ei Ende gemacht werden und dazu sollte ihr Wiegenfest, das morgen war, den geeigneten Vorwand geben. Schon in den frühesten Vormittagsstunden kamen in zahlloser Menge die herrlichsten Blumenspenden für das allgemein beliebte, verhätschelte Geburtstagskind, fosatz die kostbaren Geschenke, die der (Sommer zienrath feinem Liebling aufgebaut hatte, fast unter der Blumensüllt ver. schwanden. Alles überstrahlte aber ein riefengroßer Strauß der prachtvollsten, selten sten Orchideen, den Herr Meyer junior mit einem liebeglüh enden Gedicht, in dem er förmlich bei Ada um ihre Hand anhielt, eben in's Haus gesandt batte, zum maßlosen Aerger des Herrn Commercienraths, der noch gesteigert wurde, als er sah. wie Ada nur Auge und Sinn für diese Blumen zu haben schien und sowie der Vater auf der Bildfläche erschien, schnell erröthend und seufzend ihr Gesicht in die Orchideen drückte. Endlich ging dem alten Herrn die Galle aber. Im Stillen hatte er geyoftt, dan Slda sich diese entsetzliche GeschmacksVerwirrung aus dem Sinne geschlagen hätte und daher hatte er es auch vermieden, das bewußte Thema wieder zu berühren, und nun schien seine ganze Hoffnung vernichtet zu sein. Aber ft'md, Atm, so wirf doch diese Blumen sammt dem erbärmlichen Versgeschmiere endlich in den Kamin, da sie von diesem unerträglichen faden Gecken gesandt sind, ich bin nicht mehr im Stande. Dein Getdue mit anzusehen!" rief er in höchster Empörung. Schmachtend und zlegisch sah Ada den Vater an und fagte im schmelzender, weicher Stimme: Papa, ich habe Dir schon einmal gesagt, daß ich Herrn Meyer durchaus nicht fade und geckenhaft finde. Schon ist er ja gerade nicht, aber es schmeichelt mir doch fehr und rührt mich geradezu, daß er der erste und einzige ist, der wirklich um meine Hand bittet!" Nun, wenn das der einzige Grund ist der Dich zu ihm zieht", nes der Commerzienrath von neuer Hoffnung belebt, .so will ich Dir nur gestehen, daß Du da in einem Irrthum befangen bist, vor einigen Tagen , war schon Jemand da. der um Dich angehalten hat." Ach was Du sagst, Papa" rief Ada ganz ans ihrer elegischen Rolle fallend und . die Orchideen vei Seite schiebend und das erfahre ich -erst heute? Bitte, bilte Väterchen, wer was es denn und was hast Du denn für eme Antwort gegeben?" Verlegen und zögernd erwiderte er: Ein recht sympathischer, angenehmer Mann aus bester Familie, ich glaubte eigentlich früher bemerkt zn haben, daß Du Dich für ihn intercssirtest, allerdingZ ist er ganz vermögenslos, ein unbesoldeter Assessor, Franz Wendland mit Namen!" Mit meisterhaft gespielter Enttäw schung wandte Ada sich ab, obgleich ihr das Herzchen zum Zerspringen schlug und sagte, in ihre frühere Rolle zurückfallend: Ach Papa, der will mich jetzt gar nicht mehr und das hilft ja auch alles nichts, er . hat i!; kein Vermögen,
einen arnien Mann soll ich ja nicht hei rathen und wenn Du ihm schon einen Korb gegeben hast, dann nützt es ja auch nichts weiter, darüber zu sprechen. Wie schade!" Wie schade, sagtest Du eben, mein Herzensliebling." rief Herr Commer eienrath Schmelzer in den Tönm H6ch sten Entzückens, habe ich recht gehört: Also Assessor Wendland gefällt Dir. Du hast ihn lieber, als diesen entsetzlichen Herrn Meyer?" Ach ja, mein herzensgutes Väter chen", hauchte nun Ada, von ihren, wahren Gefühl überwältigt, schluchzend an ihres Vaters Brust. Mit sanfte, Gewalt drängte der gerührte Commereienrath sein weinendes Töchterchen von sich, ging eilends in fein Arbeilszimme, und kaum zehn Minuten später verließ Heinrich, des Hauses Schmelzer altes bewährtes Factotum, die Villa, um ir das bescheidene Heim des Herrn Assessor Franz Wcndland zu eilen und diesem eigenhändig" folgendes inhalts schwere Schriftstück zu überreichen : Sehr geehrter Herr Assessor! Ein Mißverständniß veranlaßte mich. Ihnen vor einigen Tagen eine obwe,sende Antwort zu geben, die ich heutk sehr bedauere. Meine Tochter Ada. fowie ich würden uns von ganzem Herzen freuen, Eie bald möglichst bei uJ zu Zehen. Hochachtungsvoll Ihr sehr ergebener Schmelzer, Commerzienrath. Ganz außer sich vor Glückscligkei! and Wonne tanzte Assessor Franz in feinem Zimmer herum, als er den mi Zittern und Zagen erbrochenen Brie gelesen. Es war fast zu viel auf ein mal für ein armes Menschenherz, diese: ganz unerwartete Uebergang vom Schmerz zur Freude. Es war doch ein Prachtmädel, sein geliebte, süße, kleine Braut und Gnade Gott dem, der sich ihr ergeben mußte. Kaum zehn Minuten später stand er mit den bewußten neuen Glanzledernen nnd dem nun doch nicht vergebens er standcnen neuen chapeau claque vor seinem künftigen Schwiegervater, de ihn herzlich in die Arme schloß, vorläussg allerdings wohl nur aus Freude, datz er nicht Herr Meyer junior war, und ihn dann zu der harrenden glücklich dremschauenden Braut führte, die ihren strahlenden Verlobten mit den Worten empfing : Nun, Franz, habe ich meir Versprechen gehalten?" Der Nave des KammergericytS Aus Berlin wird geschrieben: Als junges, hilfloses, von seinen Radeneltern" verlassenes Thier ließ er an einem Herbsttage des vergangenen Jahres nahe den Geleisen der Anhalte? Bahn bei Jüterbog seine mehr eindringe licke als schöne Stimme zum Herrn erschallen, der, wie schon in der Bibel so schön ausgedrückt ist, auch das Schreien drr jungen Raben hört" und auch diesesmal sein Erbarmen zeigte, indem er die Augen eines Zugführers auf ihn lenkte und dessen Herz bewegte, sich des armen Verlassenen anzunehmen. Nach mancherlei Fahrten gelangte unser Fmd!:ng dann in den Besitz des Kastellans des königlichen Kammergericht zu Ber lin, Herrn Nolte. und damit, zugleich u einer ebenso ruhigen und angeaehMM wie gesicherten Stellung, in der er. wenn er sich hält", noch Karriere ma chen kann. Herr Nolte wies ihm zunächst einet! ganz selbstständigen Posten als Gerichtsvollzieh?? gegen di schädlichen Insekten. Engerlinge und andere Nager und Wühler in den von ihm gepflegten Baum- und Gartenanlagen des 5iam mergerich:s an und hatte die Freude, zu sehen, daß Jakob dieser sür Findlinge seiner Gattung gewissermaßen in der Luft liegende schöne Namen war ihm nämlich gegeben worden auch nach dieser Richtung gut einschlug", indem er unermüdlich die genannten Schädiger in ihren Niststatten aufsuchte und vertilgte, solchergestalt ebensowohl den staatlichen Jnieressen, wie seinem eigenen überaus gesegneten Appetit dte nend. 'Nebenbei revidirt er auch di unterirdischen Raume des Gebäudes auf Schwaben", Franzosen". Märn sen" und dergleichen und füllt auch hiel den Rahmen feiner gerichtsvollzieherischen Pflichten als Hausleerer" treffe lich aus. Dabei macht er sich aber im Verkehr mit seinen unmittelbaren Vorgesetzten und Nähroater und den Beamten des ammergerichts nie mausig", sondern zeigt sich in dankbare? Würdigung der ihm gewordenen Aufnahme überaus zuvorkommend und freundlich. Unter diesen Umständen ist Jacob bei allen Beamten des Kammergerichts beliebt geworden. Selbst der Chef - Präsident und die Nätde des Kammergerichts ha ben sich.ihn bereits vorstellen lassen und die besten Eindrücke von i? m empfan zen. Bei der jetzigen Wwer mg sucht Jacob gern die geheizten SNume des N ammrgerichtsgebäudes, Mitunter auch verschiedene Bureaus auf. um nachzusehen, ob er schon etatsmäßig sei. In seiner ihm schon von der Natur verllehcnen schwarzen Robe bewegt er sich denn auch hier durchaus ernst und würbig. Sobald eine der zum Innern führenden Thüren nicht offen ist, springt :r so lange gegen die Thüre, bis sie aufgeht. In den Kreisen des Kam mergcrichts munkelt man von einer besonderen Auszeichnung, von Einrichtung einer Amtswohnung und Stiftung eines Ehrenschilds an Hals oder Bein, worauf der Beginn feiner Laufbahn zur Erbauung künftiger Geschlechter ver', zeichnet werden soll.
Erschwerend. . Ein Herr begrüßt eine junge Dame, die er in Begleitung ihrer Mutter trifft, mit den Sorten: Guten Tag, liebes Fraulein!" Die Tochter: Mein Herr, Diese Zutraulichkeit verbitte ich mir!" Der Herr: Aber ich hab' mir ja nichts dabei gedacht!" Die Mutter: Dann verbitten wir eS uns erst rech: l lLust.Vl.
Veoottyuer Dafenpiraten Wahrhaft übecwältizend ist der Rundblick vsn der Brootlyner Hängebrücke, wie er sich von den Vlatformen der beiden gewaltigen Pfeiler, und zwar auf jeder Seite, dem entzückten Auge des Beschauers darbietet. Stellt er sich beispielsweise auf dem New Z)orker Thurm auf. mit dem Blick nach Brooklyn zu aemendet. so sieht er tief
unter sich noch das Gemimmei der nach j dem East Rioer zn auslaufenden isttatzen mit ihren zahlreichen Viers und den Fährboot-Emmhrten. Unmittelbar unter ihm reckt die gewaltige ..CienfuezoS", die eben die letzten Stückgüter zur Fahrt nach dem fernen Havana einnimmt, ihre gewattigen Mästen empor, während der immer dichter auS den Schloten emporwirbelnde Rauch auf die nahe Stunde der Abiahrt deutet. In das dumpfe Geheul der größeren Dampfer miscdt sich der vielstimmige schrille Pfiff der geschäftig auf und ab fliegenden kleinen Remorqueurs, der Leich:er schiffe mit ihrem abenteuerlichen Kräh nengerüst, das o aussieht, als müßte es beim geringsten Windhauch das Schiff kopfüber m die Flukhen stürzen. Von hier wandert der Blick langsam über das Häusermeer der sich zur Bat' tery abrundenden Altstadt New f)ork, aus welchem die Riesenbauten der Neu zeit, wie der Jay Gould'sche Block am Bowling Green, die dem Berliner Ratbhause so täuschend ähnlich sehende Produttenbörse, die wie eine meiße Rieseufaust drohend emporgestreckte Equitable. die Prachtbauten der großen New Forker Tages blätter. wie einsamk Felsen emporragen. Im Nebel und Dunst der Bucht findet dies Bild seinen Abschluß, wie eingerahmt von den fer. nen Hohen hinter Jersey City und den wellenförmigen Hügeln der Staaten Jnfel, nur unterbrochen durch die Statue der Freiheitsgöttin auf BedloeZ Island und das mitten der Einmün dung des East River in die Bai sorge. lagerte befestigte GovernorS Island mit seinen Forts, Kasematten und niedrigen Kasernen. Doch haben wir bis jetzt Long Island und seinen äußersten, New Dsrk vorgelagerten Ausläufer Brooklyn auöer Acht gelassen. Die in den größten Dimensionen ausgeschweifte Gestalt Long Islands macht es nur möglich, selbst vor dem erhabenen Standpunkt, den wir uns gewählt haben, die ne Längs seite der gewaltigen Hasenstadt, und auch diese nur zum geringen Theil, zu übersehen. Alles in Allem benägt die Hafenlinie Brookluns und seiner Vorstädte mindestens zwanzig Meilen. Da' von kommt die Hauvtlänge auf die dem East River der Long Jsland'Sund zugewandte Front. Von dieser können wir nur einen Theil übersehen. Den Markstein sür unser Sehvermögen bilden hier die aus dem Nebel der Ferne riesenhaft hervorragenden Havemey erschen Zuckerrasfinerien, welche unweit des Fußes des Brooklyner Broadway gelegen mit ihren cvklopischenSre nmassen den Eindruck mittelalterlicher Zwing bürgen machen. Aber etwa noch dreimal so we t ziehen sich die Niers mannigfaltiger Art einer unmittelbar neben den andern. Da find auch Schiffbaus böse jeglicher Art, von dem großen Navy Pard der Bundesmarine, welcher mit feinen gewaltigen Anlagen. Werk? statten und Werften die ganze Ruckfeilt der Flufhing Aoenue und Sands straße, mebr als eine halbe Stunde weit, ein nimmt, bis zu dem bescheidenen Höfchen deS Zimmcrmanns, der sich mit dem Kalfatern alter Jollen und ausgedienler Fluß'chooner bescheiden, aber redlich ernährt. Ja. mannigfaltig und für den Blick des Laien in ihrer räthselhaften Vielgestaltigkeit geradezu verwirrend sind diese Vorbauten gewiß. Bekannt sind ihm eigentlich nur die Ferry Slips", in welche, die gewaltigen Fährboote unter dem dumpfen Rauschen ihrer Schaufelräder hineingleiten, währen) an d.'n alten,vom Rauch geschwärz ten und halboermooerlen riesigen Vm len der Einfahrt der weißgelbe SÄaum der vom Dampfer gepeitschten Wogen hoch emporwallt, oder im Winter die g.emaltigenZisschollen sich knirschend rei ben und das ganze Balkenmerk des Slips unter dem starken Drucke iu illen Fugen stöhnt und knarrt. Aber dann sind geheimnißvolle Ban ten da, welcde lange, lange unbenutzt zu liegen scheinen, bis dann eines Tizes plötzlich ein gewaltiger Oceandampfer vor dem jetz! weit offenenEingange liegt und seine kostbare Ladung, aus Kaffee, Zucker. Reis. Baumwolle, Südfrüchten bestehend, löscht. Reges Leben und Treiben herrscht dann eine Woche lang; Singen. Lachen der Arbeiter ertönt, bis der letzte Ballen im gewaltigen Bauche des Speichers geborgen und der Seekoloß. jetzt fast mit dem ganzen schwar zen Rumpf aus dem Wasser hervorragend, langsam dem Trockendock zudampft. Dann ist's wieder öde und still am Speicher, und die kreischenden Möwen vom Sund können wieder unge stört ihrem Fischergewerbe nachgehen. h flnon st prsT o IrP Ein Schlupfwinkel. Ist eS wirklich so öde und still? War es nicht, als ob da ein leiser Ruderschlag die Abendstille unterbrach? Noch liegt der röthliche Schein des Abmd Himmels auf der mit der allmählich einsetzenden Fluthwelle leise sich heben den und senkenden Wasserflache, und scharf heben , sich die dunklen Umrisse des PfahlrosteS, auf dem der Pier errichtet, von dem wie flüssiges Silber glänzen
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den Wasser ab. Nichtig, soeben gleitet ein breite, mit starkem Segeltuch bedecktes Boot, von acht kräftigm Armen getrieben, die ebensoviel mit Segeltuch umwickelte Ruder regieren, schnell in das Dunkel zwischen den Pfählen hinein verschwunden wie ein Traum. Wir warten vergebens auf fein Wiedererscheinen. Vergeblich! Die lichtscheue Arbeit ser Männer ist nicht so bald gethan. Srft kurz vor der Morg n 'Smmerung zleitet das Boot geräuschlos auf den Fluß hinaus, aber fast berührt fein Rand den Wasserspiegel. Denn die Segeltuchdecke birgt jetzt eine kostbare Ladung. T ie Hasenpiraten haben nicht vergebens gearbeitet, und klug jede Deckung benutze; um dem scharfen Auge der Hasenpolizei zu entgehen, eilen sie mit ihrem Raube dem Schlupf wmkel des Hehlers zu. der meist in der Gegend von Greenpoint, oft noch wetter nach College Point zu oder in Long Island City fein lichtscheues und verbrecherisches Handwerk treibt.
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Ein Hehlernest. Die Fluß' nnd Hafenpiraten sind eim zahlreiche, wohlorganisirte und öußersj gefährliche Zunft. Die ungeheure Aus. dehnung der Speicher und Piers, von denen die größten und kostbarsten auf der unS unsichtbaren Seite Brooklyns, nämlich auf er Südseite, nach der Bai zugekehrt, sich fast bis nach Fort Hamilton diesseits und jenseits der berüchtigten Gowanus bucht zu. hinziehen, macht eine genaue Controlle und Be. wachung durch die Polizei unmöglich, die vielen Winkel und Ecken, die tau scnderlei Uferbauten eine Unterdrückung der Hehlerei gleichfalls zur Utopie. In stürmischen und dunklen Nächten legen die Piraten oft genug ihre gewöhnliche Vorsicht bei Seite, und rauben direcl LichtscheueArbeit. von den Lichterschissen. Sie fühlen sich dann sicher und ganz in ihrem Element. Ihre Ortskenntniß und völlige Vertrautheit mit den Hafenverhältnissen ist geradezu wunderbar. Mit Abgang unö Ankunft der Handelsschiffe sind sie ge nau bekannt, ebenso genau, wie dü Makler der Kaffee- und Baumwollbörse. Ihre alten Veteranen kennen jeden Pier, jeden Schlupfwinkel viel genauer, als die Hafenpolizei. Abgefaßt werden sie fast niemals, beweisen kann man ihnen ihre Verbrechen darum nicht, weil die bei ihnen beschlagnahmten Waaren kein Erkennungszeichen tragen. Das erste, was sie thun, ist, sofort jede Han delsmarke u. f. w. zu vernichten. Taö Geheimnis des Herkules Wie es Athlet Mr. BicepS anstellt die verehrten Herrschaften sich von den Centnergewichten überzeugen zu lassen. rsx rrxj -r .V. , , . 1 V - -TTLa iWiVitf: m) St yh - JK.L I K ; lr:3A,.yyP j&- "wJ)" mit denen er die Ehre haben wird, sich zu prvducnen." I Im Eifer. Anwalt: Meine Herren der Angeklagte selbst kann mcht ßon seiner Unschuld so überzeugt sein, fei ick es bin. " ;:" " i (;:;-!:... ,i
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Wie man mit StmS a?echnele.
Das blutige Lynchzericht. tlcheö die erbitterten Einwohner der Gegend von Womack Hill in Mississivpi gegen den Bandenführcr Bob SimS am Weihnacht Ztage 1801 vollstreckten, hat nach kaum zwölf Tagen ein noch blutigeres Nachsviel gehabt. Neal Sims, Bobs Bruder. Laura nnd Bealrlie, Bobs zwei Töchter, und zwei nicht namentlich genannte Mitglieder der Sims'schen Bande wurden auf dem Weqe von Womack Hill nach Leak. Miss., von einer zahlreichen Abtheilung bewaffne, ter Farmer, deren Söhnen nnd Knech ten aufgehalten. Man hatte es nur auf Neal Sims abgesehen, den Bru der des Bob Sims. Doch Neal wollte sich nicht ergeben, sondern schoß seien Revolver auf seine : Verfolger ab. Das reizte die Menge zur Wutbl Als jetzt Jemand rief : Warum wollen wir hier nicht gleich auf der Stelle mit dem Mörder abrechnen?" da fand der nicht mißzuverstehende Wink lärmenden Beifall. In kaum einer Minute bau melte Neals zuckender Körper an dem Ast einer mächtigen Eiche; eine Salve von mindestens dreißig Schüssen krachte, und der zweite Häuptling d furchtbaren Bande war nicht meLc. IT'TCrXi:: SCrlfiS irr W!ljA3i . - s? $.tsz. -r r -&v -i--V"v.3F bVjCST ttsrrr " V e a t r i c e S i m s. Sein Tod entfachte in den Herzen? seiner zurückgebliebenen Anhänger den Muth der Verzweiflung. Bereits hat. ten die Regulatoren ihre Pferde bcstiegen und sich zum Wegreiten fertig ge macht, ohne sich weiter um die beidkit Mädchen, deren Leben man bereits bei der Hinrichtung ihres Vaters geschont hatte und die beiden anderen Simsiten zu bekümmern. Doch verloren die beiden Mädchen, welche in dem wilden Leben mit der Bande zu wahren Aazonen geworden ware? alle Selbstbeherrschung und überschütteten, außer sich vor Wuth und alle Rücksickten auf ihre eigene Si cherheit vergessend, ihre abziebenden Jemde mit einem Hagel von Steinen und einer Fluth der gemeinsten Schimpfreden. Das war zuviel für die erbittertm Ziegulatoren. Auf Commando ritten sie zurück, bemächtigten sich der beiden Mädchen trotz rhres wüthen den Straube'ns, ebenso ihrer beiden Begleiter und hielten einen kurzen Kriegs rath. Das einmüthige Ergebniß war: Tod durch den Strick für alle Vier. Die Executton wurde mit unheimlicher Hast vollstreckt. Gegenüber der noch hängenden Leiche von Neal Sims wur den seine beiden Nichten und seine Zwei Spießgesellen aufgeknüpft. Als daZ blutige Werk vollbracht, zerstreuten sich die Henker nach ihren Gehöften. jl f i S J .. fc ' vtj i . ., T., J'i&r uv L4 : yr- J i -4r L aura Sims. Bob Sims war eine seltsame Mischung von focial-religiösem Schwärmer und Mondfchem-Banditen. Seine Lehre, die ihm unter den unwissenden Hmterwäldern von Choctaw Couniy etwa hindert Anhänger zuführte, war schränkenlose Willkür, die Verneinung aller göttlichen und menschlichen Gesetze, und alle? bürgerlichen und staatlichen Ordnung. Er besaß eine gewisse na kürliche und volksthümliche Beredtsamkeit, die er m seinen wilden Predigten entfaltete. Zur Verbreitung seiner Ideen gab er eine Wochenschrift Tfca trus Wav" heraus, die. er mit Hilfe feiner Töchter selbst fetzte und auf einer kle,nen Handpresse druckte. Laura und Beatme SimS hatten diiKühnheit, zum Gouverneur JoneS von Alabama nach. Montgomery zu reifen und Gerechtigkeit, wie sie es nannten, für ihren Vater zu verlangen. Ihre Aufnahme war nicht ungüustig. Bei der von SimS und seiner Bande in Scene gesetzten Ermordung des n glück lichen Krämers McMillm und seiner Familie waren Laura und Beatrice in Männerkleidern anwesend nnd handhab ten' ihre Winchesterbüchsen m't gräusa mer Ge schicklichkeit. In einer kleinen Stadt. Reicher Junggeselle: - Zu Weihnachten .. V . . JVM V W ' verreise ica, scauimann: cacuenie mich n.cht uualücklich. Was soll ich ocnn Mir cm ein Eugens ulgarren:a schen anfangen, die ich bestellt habe, da mit die unverheiratheten Damen sie Ihnen schenken können l iV . . . . ,., . ! i ? . " . - i C . . . ,MK. . IL ' rliirrpuz y einem ma ein getretenen Aulgeher): Sind Sie sich auch der Pflichten völlig bewußt, die mit Ihrem Amte verbunden sind?.... Wenn Sie z. B. eine Gelhwsch mlt inAV 4.(iA(..rt tV n4 rtrV -L4.iuiti.il laiivtii. vu. ivuivvu ciic rn f-jm . witf Ainf. f tf in : uu lijuiir , uucuiiu i i iitiu irrri i j.wuit iii'iu üiculi - !:--", - isii:; S'ILI.tf .A. HM ( M "i in :
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