Indiana Tribüne, Volume 15, Number 126, Indianapolis, Marion County, 24 January 1892 — Page 3
Sergins Dänin. Kssn von Georges Ohne t.
ß. Fortfetzunz.) Msu erzählte sich, daß der yüriX m Spl kein Glück habe. Das war auch kein Wunder, halte er doch ss viel Glück in der Liebe! Das Gesch:?ätz ?klbreitctk sich aus den Vorzimmern und kam auch Frau Desvarennes zu Ohren. n?elche keine Quelle der Erkundigung unbenutzt ließ. Man sprach von ungeheuren, augenscheinltch übertriebenen Summen, die Thatsache selbst aber war richtig; der Fürst verlor. Frau DeZoarenneZ konnte dem 03 löst, zu erfahren, ob Micheline davon Kesxtnih habe, nicht widerstehen und fragte sie daher eines Morgens, als sie in reizender, rosafarbener Morgen!! leite zu ihrer Mutter herabkam, scherzend und gleichsam beiläusig: Dein Mann hat, wie eZ scheint, gestern Abend ver loren? Michelink blickte ihre Mutter erstaunt ' an und erwiderte ganz ruhig: Ein guter Hausherr darf doch seinen Gästen nicht ihr Geld abnehmen; daS würde ja aussehen, als ob er sie einlade, um sie auszuplündern! Verluste im Spiel ge hör zu den unvermeidlichen Ausgaben eines EmpfangSabends." Frau DesoarenneS fand, daß ihre Tochter eine vornehme Dame geworden sei, die sich in kurzer Zeit fehr großartige Ansichten angeeignet habe; aber sie getraute sich nicht, etwas darauf zu ent gegnm. Mehr als alles Andere furchtete sie, sich Micheline feindlich gegenüber zu stellen. Sie würde lieber alles aufgeopfert haben, nur um sich die Zärtlichkcit ihrer Tochter zu erhalten. Sie machte sich daher mit verdoppeltem Eifer an ihre Arbeit und dachte bei sich: .Wenn der Fürst fo große Summen ausgibt, so will ich noch weit größere Stimmen verdienen. Es soll ihm nicht gelingen, ein größeres Loch zu graben, als ich auszufüllen im Stande bin." Und nun suchte sie mit aller AnstrengLNg möglichst viel Geld durch ihre Thür hcreinzuschaffen, damit ihr Schrote gersohn es nach Belieben zum Fenster hinauswerfen könne. An einem schönen Tage war die ganze vornehme Gesellschaft, welche in der Regel das Haus der Straße St. Dominique besuchte, auf's Land hinauz ge, flogen. Der September war erschienen und mit ihm die Jagdzeit. Der Fürst ud Micheline übersiedelten nach Eernan, aber diesmal nicht, wie in den er sten Tagen ihrer Ehe. als Perllebte, die sich nach Nuhe und Einsamkeit fehnen, sondern als (fhelcule, die ihr Glück in Sicherheit gebracht haben und nun ihr Leben recht genießen wollen. Sammtliche Equipagen wurden dorthin beor dert und auf dem Schloß begann es lebendig und geräuschvoll zu werden. Die vier Forstwärter in fürstlicher Livree erschienen, um ihres Herrn Befehle für die Jagden entgegen zu nehmen. Allwöchentlich brachte die Eisenbahn ganze Schwärme von Gasten, die in großen vierspännigen Jagdwagen vom Bahnhof abgeholt wurden. Die fürstliche Residenz war jetzt in ihrem vollsten Glänze. Es war ein beständiges Kommen und Gehen von Herren und Damen der seinen Welt. Treppauf und treppab rauschte es im Schlosse von seidenen Gewändern, relzende Frauen erfüllten die Räume mit heiterÄ Gelächter und trällerten Melodien aus der neuesten Operette. In der großen Vorhalle des Schlosses wurden endlose englische Villardpartien gespielt, ein Theil der Gäste zog das holländische Kezelsxlel vor, während einer von den Herren sich vor die große Orgel von Cavalie Eoll fetzte und sich mit Händen und Füßen abmühte, die seierlichen Klänge des Lutherschen Chorals in der gewölbten Halle erschallen zu lasten. ES herrschte hier ein wunderliches Gemisch von Zügellosigkelt und strengen Anstand. Der einschläfernde Nauch russischer Ergaretten vereinigte sich mit dem scharfen Aroma des Opoponar. Es war ein elegantes, tolles, reizendes ! EhaoS. elches gegen sechs Uhr, wenn . die Jäger mit der Flinte über der Schul te? heimkehrten, durch eine allgemeine Flucht ein Ende nahm. Nach einer Stunde versammelte sich dann das ganze Völkchen im großen Sxeifefaal, die Damen in dekolletirten Toiletten, die Herren im schwarzen Frack und weißsei dcnrr Weste mit einem Nesedazmeig und einer weißen Nose im Knopfloch. Der Abend vereinigte alle diese Paare zu einem tollen, wirbelnden Walzer, welcher die Nöcke fliegen ließ und die vom sechsstündigen Umherschweifen in der Sonnenhitze steif gewordenen Knie gelcnke der Kavaliere wieder geschmeidig machte. Frau DcSoarenneZ nahm an diesem tollen Treiben keinen Antheil; sie war in Paris geblieben und widmete sich eifrig den Geschäften. Nur des Sonnabends kam sie mit dem Funfuhrzug an und fuhr regelmäßig des Montag; früh wieder in die Stadt. Ihre Gegenwart dämpfte diese tolle Fröhlichkeit einigermaßen und ihr schwarzes Kleid harmonirlc nicht mit all diesen hellen Brokat. und Seidenstoffen. Der strenge Ernst dieser Frau, welche daS Geld herbeischasste und sah, wie es so schnell vergeudet wurde, war ein stummer, aber verständlicher Vorwurs für diese lärmende Gesellschaft von Müßiggängern, die nichts weiter als ihr Vergnügen kannten. Es war übrigen? zweifellos, daß der Fürst von den Summen, die er verschwendete, keinen Begriff hatte; seine Hand war stets offen und noch nie hatte ein vornehmer Herr es bester verstanden, seinem Reichthum Ehre zu machen. Seit Panin Michelinc geheirathct hatte, stand ihm die Kasse der Prinzipalin zur Verfügung; diese wunderbare Kasse schien unerschöpflich zu sein und Sergius schöpfte daraus, wie der Prinz in , Taufendundeine Nacht" ui dem Schatze der Genien,
Vielleicht würde eS. um ein: Umkehr zu bewerkstelligen, genügt haben, ihm zu beweisen, daß er, anstatt der Zin sen, daS Kapital verbrauche, daß er seiner Frau Vermögen verzehre. Aber noch war der Moment nicht günstig und die Summe war noch nicht hoch genug. Lohnte S sich mohl wegen einiger hunderttausend Franken viel Wesens zu machen? Frau DeSvarenneS würde in den Nuf eines Geizhalses gekommen sein und hatte sich schämen müssen; lieber wollte sie noch warten. So saß sie denn zurückgezogen tn ihrem Comptoir mit Marechal, ihrem Vertrauten, und arbeitete ohne Unterlaß, ejirig und leidenschaftlich, um Geld zu verdienen. Es war ein schöner Anblick, dieser Zweikamps zwischen den zwei Wesen, daß eine nützlich, das andre schädlich, das eine alles der Arbeit, das andre alleZ dem Vergnügen opfernd. Gegen Ende Oktober begann das Wetter in Eernay schlecht zu werden und Micheline klagte über Kälte. Aber das vornehme Leben im Schlosse gefiel SergiuS fo sehr, daß er ihre Seufzer nicht beachtete. Als jedoch der Herbstwind klagend durch die Bäume des Parkes strich, deren Laub bereits einen schonen Goldton angenommen hatte, und Mi cheline, in diesen weiten Räumen umherirrend, traurig wurde, da überzeugte sich der Fürst endlich, daß der Moment gekommen sei, um in die Stadt zurückzukehren. Paris kam ihm jetzt verödet vor. Aber der Einzug in seine glänzende Wohnung befriedigte sein materielles Wohlbehagen n so hohem Grade, daß er nicht dagegen ankämpfen mochte. Es kam ihm alles wie neu vor; er freute sich über die wundervollen Tapeten, über die werthvollen Möbel, über die Gemälde und Kostbarkeiten und gerieth über alles in'ö höchste Entzücken. ES war auch wirklich alles von ganz außerordentlicher Schönheit und er fand, daß der Käsig des Vogels würdig fei. Einige Abende hindurch war er froh, am häuslichen Herde, km kleinen silbergrauen Boudoir, feinem LieblingSaufenthalt, mit Micheline allein zu fein. Während diese sich an'Z Piano setzte und anmuthig spielte oder sang, durchblätterte, er nachlässig die Albums. Sie gingen frühzeitig zur Ruh und standen spät auf. Sergius war nun auch ein Feinschmecker geworden, er konnte sich stundenlang mit der Zusam-
menstellung einer Speisekarte beschäftigen und neue Gerichte ersindcn, über deren Bestandtheile er sich mit seinem Küchenchef, einkn: Meister ersten Nanges, erict.' :' Im Laufe des TageS machte er einen Cpsztergang km BoiZ de Boulogne. traf aber dort niemand von seinen Bekannten. Unter zwei von den ihm be: gegnenen Equipagen befand sich zedeSmal ein Fiaker, dessen lendenlahmer Gaul im schläfrigen Trab, den Kops bis zu den Beinen herabhängend, den Weg nach, den Seen hin verfolgte. Dtese Ritte langweilten ihn schließlich und er sing an in den EhampsElyseeS zu fxazieren. Er ging über den Pont de la Eoncorde und durchschritt die Rebenaller auf der ErrkuSseite. Wenn er dann todtmudk nach Hause kam. fand er. daß in solches Leben doch höchst einförmtg sei. . Früher hatte ihm wenigstens seine Zukunft noch Sorgen gemacht, setzt mutzte er sich fragen wie er sich woh! aus diesem traurigen Zustand des Vege tnens herausreißen könne. Er langweilte sich tn dieser so glücklichen, sorgenlosen Eristenz. welche nicht die mindeste Unannehmlichkeit und Aufregung darbot. wie ern Gefangener in seinem Kerker. Ihn verlangte nach neuen Eindrücken. Seine Frau, deren Gemüthszustand ihm viel zu gleichmäßig und einförmig war, verdroß ihn; er sah ftetS das nämliche Lächeln auf ihren Lippen. Das Glück schien ihr ofsenbar viel zu gut zu bekommen. sie sing an stark zu werden. EineS Tages begegnete SergiuS auf dem Boulevard des Italiens einem seiner Jugendfreunde, dem Baron de Presont, einem eingefleischten Lebemann, der besannt war. daß er für alleS Rath zu schassen wisse.' SergiuS hatte den Ba, ron seit seiner Verheiratung nicht wieder gesehen und freute sich daher sehr, hm zu begegnen. Sie hatten sich taunderke: Dinge zu erzählen und kamen, wahrend sie so plaudernd dahingingen, bis an die Rue Noqale. Kommen Sie in den Klub hinauf."' sagte Prcfont und nahm den Fürsten unter'm Arm. Dieser, der ohnehin nicht wußte, was er beginnen sollte, ließ sich mitschleppen. ES war ihm ein ganz eigenartiges Vergnügen, sich hier, ln diesen, mit einem ! uffäUigcn LuruS dekorirten Salons des j Klubs, zu bewegen. Die ordinären ! Ledersessel des Rauchzimmers behagten ihm sehr. Er achtete gar nicht darauf, daß die Teppiche alt und verblichen und von weggeworfenen, glimmenden Cigarrenstummeln verbrannt waren. Der scharfe Tabaksduft. elcher sich in die Borhange aezogen, hatte, erregte ihm keine Uebelkeü. Es genügte ibm, sich endlich einmal anders wo, nicht immer daheim zu besinden,und ?r hatte in förmliches Heimweh nach t'ner andern, weniger tugendhaften Um zebung. Viel zu lange schon hatte er sich mit feiner Häuslichkeit begnügt. Als Frau DesvarenneZ eines Mor genZ ihre Zeitung entfaltete, siel ihr ein Name in die Augen, der Name des Fürsten. Unter der Rubrik: .Ver, mischte Nachrichten stand: DaS Adels register deS Klubs in der Nur Noyale hat sich abermals mit einem erlauchten Namen bereichert; gestern wurde auf Vorschlag des BaronS de Prefont und des Herzog? von Bligny Fürst Panin unter die Mitglieder des Klubs ausgekommen. Ditse, im ZeitungSreporterstil geschriebenen,ebenfo prätentiösen wie bana len Phrasen brachten das Blut der Prin,'palin in Wallung. Die Ohren singen ihr an zu klingen, als ob alle Glocken ton Saint-Etienne-du-Mont mit voller Krast gelautet würden. Das Unglück
tauchte vor ihr auf; ihr Schwiegersohn, der wie zum Spieler geschaffen war, im Klub! Da mußte MichelineS Lächeln bald ein Ende nehmen, es war ihr eine lurchtbare Nebenbuhlerin erstanden die verzehrend Leidenschaft des Spiels. Die Aufnahme in den Klub war für Panins künftige Lebensweise von großer Bedeutung. Um sich seine Freiheit zu erobern, mußte er seine Zuflucht zur :it nehmen. Die ersten Abende, an denen er ausging, beunruhigten Mtche t:ne sehr; denn als die jung Frau :hn 'ortgehen sah. wurde sie eifersüchtig, la sie glaubte, es handle sich um tn 2it-. beSverhältniß, und sie daher für ihr eheiicheS Glück fürchtete. DaS geheimniß' volle Wesen des Fürsten verursachte ihr eine unerträgliche Qual; sich ttrer Mutker anzuvertrauen, wagte sie nicht, und 'hrem Manne gegenüber beobachtete sie ein verzwelflungsvolleS Schwelgen. Sie suchte insgeheim etwas zu erforschen, achtete auf die geringfügigsten Worte und suchte irgend ein Anzeichen ausnndig zu machen, das sie aus die richtige Jährte bringen könnte. . Eines TageS fand sie in einem Kästchen. daS im Toilettenzimmer ihreS Mannes auf dem Kamin stand, eine elfenbeinerne Spielmarke mit dem Klub: stempel. Nun war kein Zweifel mehr, daß ihr Mann seine Abende ?m Klub der Rue Nonake verbrachte. Diefc Entdeckung war ein Trost für sie; denn wenn der Fürst einige Cigarren rauchte und sein Geld im Hasardfpiel verlor, so war das nur ein halbes Unglück und noch .'enge kein so furchtbares Verbrechen. War erst ihr gewöhnlicher Bekanntenkreis nach Paris zurückgekehrt und hatlen ihre Empfangsabende wieder begonnen, dann würd er schon wieder an's Haus geskssc!: erden. Serg?u5 verließ zetzt Micheline regelmäßig um zehn Uhr und fand sich gegen elf im Klub ein. Das eigentliche Spiel begann selten vor Mitternacht; dann setzte er sich mit dem leidenschaftlichen Eifer eines Spielers von Beruf an den Kartentisch und sein Gesichtsausdruck veränderte sich vollständig: gewann er, so erglühte sein Herz in gewaltiger Freude, verlor r aber, so nahm sein Antlitz die Starrheit eine Steinbildes an. seine Züge wurden bewegungslos, seine Augen glühten in düsterm Feuer und er kaute krampfhaft an seinem Schnurrbart. Ob er indessen verlor
oder gewann, er blieb stumm und bewahrt: seine stolze Gleichgültigkeit. Er verlor; sein Pech wollte nicht von ihm weichen. Im Klub aber war sein Verlust nicht mehr durch gesellschaftliche Rücksichten beschränkt. Er konnte hier wagen, soviel er wollte, und sand stets tuen Gegner, der seinen Einsatz hielt. Aus diese Weise zog sich das Spiel bts zum Morgen hin: er saß da. unter dem Sckein der blendenden Hängelampe, mir bleichem Antlitz, mit Feuer in den Adern und mit straff gespannten Nerven, und richtete sich durch zügellose Befriedigung seiner unsinnigen Leidenschaft zu Grunde. Eines Morgens trat Marechal zu Frau DesvarenneS in'S Kabinek. Er hielt in kleines Blatt Papier in der Hand und legte es schweigend aus den Schreibtisch. Die Prinzipalin nahm es und las die zitternden chrkstzuge. Dann sprang sie entrüstet auf und wurde roth vor Zorn. Auf dem Papier standen die wenigen Worte: Von Herrn Salignon die Summe von hundert tausend Franken empfangen. Sergius PaniN. Wer ha! den Zettel gebrach! ? fragte Frau DesvarenneZ. indem sie das Papier in der Hand zerknitterte. .Der Spleldkener aus dem Klub. " Der Srneldlkner?- rief die Prinz!: palln erstaunt. Ja! Das ist eine Art von Bankier, sagte Marechal. wenn die Herren Geld brauchen, wenden sie sich an ihn. Wahrscheinlich befand sich der Fürst in dies? Lage, obschon er soeben erst den Mieth-. zins des HauseS in der Rue de Riooli in Empfang genommen hat. - D Miethzins Z grollte FrauDes varcnncs mit energischer Handbemegung. .den MielhzinS 1 Ein Tropsen Wasser m Meer ! Wissen Sie denn nicht, daß r im Stande ist, die hunderttausend Franken, welche man hier verlangt, in emer Nach! zu verspielen 7 Di Prinzipalin ging mit großen Schritten aus und ob; dann stand sie plötzlich still und sagte: , Greife ich da nicht beizeiten ein. so ist dreier Mensch rm Stande, da? Federbett mnner Toch ter zu verkaufen. Aber er soll mich noch kennen lernen; schon lange genug reizt er mich. Zahlen Sie ! Aber ich will wenigstens etwas für mein Geld haben. Eine Sekunde später befand sich Frau DesvarenneS beim Fürsten SergiuS Dieser lag. nach einem delikaten Frühstück, auf dem Divan seines Rauch zimmerS ausgestreckt, im Halbfchlummer und rauchte. Die letzte Nacht war für ihn stürmisch gewesen. Er hatte von Ibrahim Bey gegen zmnhundertfunfzlg, taufend Franken gewonnen, dann wieder alles verspielt und wertere fünftausend Louisdor dazu, die ihm der gefällige Salignon vorgestreckt hatte. Diesem Spieldlener des KlubS hatte er die Weu suna gegeben, sich im Hause der Straße St. Dominique einzustellen, und einer ver Thürhüter hatte den Geldverlelher. anstatt in die Wohnung des Fürsten, in'S Eomptorr gewiesen. Als sich die Thür des Rauchzimmers geräuschvoll osmete, erwachte SergiuS auS seinen Träumen. Er riß die Augen auf und war sehr erstaunt, Frau DeSvarenneS bleich, mit gerunzelter Stirn und mtt einem lavier m der and emtreten zu sehen. .Kennen Sie d5? fuhr ihn die Prinzipalin barsch an und hielt dem sich langsam aufrichtenden Fürsten das mit seinem Namen unterzeichnete Papier vor bie Augen. SergiuS griff darnach und sagte, die Schwiegermutter kaltblütig anblickend: Wu kommen Sie zu diesem Papier? ?can yar es an meiner a ez zur i" Zahlung präsentirr. Hunderttausend Franken! Eine Kleinigkeit! Sit cehen
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gut in s Zeug! Wissen Sie auch, wie viel Hektoliter Getreide man mahlen muß. um hunderttausend Franken zu verdienen?" .Pardon. Madame. " sagte der Fürst. Frau DeSverennes unterbrechend, .ich denke. Sie sind wohl nicht deshalb zu mix gekommen, um mir einen Vortrag Über Handelsstatistik zu halten. Dieses Papier ist aus Versehen sn Ihrer Kasse präsentirt worden. Ich erwartete eS. und hier ist daS dafür bereitgehaltene Geld. Da Sie sich aber der Mühe unterzogen haben, ti zu bezahlen, so haben Sie di Güte. Ihr Geld zurückzunehmen." Er holt aus dem Schubfach einer kleinen Kommode ein Packchen BankbillktS und reichte es der verdutzten Frau TeSarenr.ks. Aber.... begann die Prinzipalin. welche durch diesen unerwarteten Zwilchenfall ganz verlegen geworden war, .wo haben Sie denn dies Geld her? Sie haben geaiß große Opfer bringen müssen....- I .Pardon. daS ist mein Sacht. er-! widerte der Fürst ruhig; .wollen Sie sich gefälligst überzeugen, daß der Vetrag richtig ist; ich zähle so schlecht, daß ich mich vielleicht zu Ihrem Nachtheil geirrt haben könnte." Die Prinzipalin stieß die Hand, welche ihr die Bankbillet reichte, zurück, senkte betrübt das Haurt und sagte: .Behalten Sie Ihr Geld, Sie werden eS leider nöthig haben. Der Weg. auf dem Sie befinden, ist gefährlich, er wird uns allen noch viel Kummer bereiten. Ich würde Ihnen gern sofort zehnmal soviel geben. wenn ich dadurch die Ueberzeugung er langen konnte, daß Sie keine Karte mehr anrühren." .Madame! " rief der Fürst ungeduldig. .Oh, ich' weiß, was ich mit diesen Worten rlSkne! . . . .Aber mem Herz ist zu schwer belastet, es muß heraus, oder ich ersticke! Sie verschwenden das Geld wie jemand, der keinen Begriff davon hat, was Geld verdienen heißt, und wenn Slt so fortfahren . . . . " Frau Desvarennes schlug die Augen auf. Als sie den Fürsten bleich vor Zorn, den er kaum noch zurückdrängen konnte, vor sich sah. getraute sie sich nicht, noch ein Wort hinzuzufügen. Sie las lm Blick des jungen Mannes todt lichen Haß. Voll Schreck bereute sie die gesprochenen Worte und wandte sich ab, um das Rauchzimmer zu verlassen. .Nehmen Si? dies Geld", rief SergiuS mit bebender Stimme, .oder zwischen uns ist Alles aus!" Damit drückte er Frau DeSvarenneS die Banknoten gewaltsam in dke Hand. Dann zerriß er wüthend den Zettel, welcher diese peinliche Scene veranlaßt hatte, und warf die Fetzen in's Kamin. Tief bewegt ging die Prinzipalin langsam die Stiege hinab, welche sie noch vor einigen Augenblicken mit solcher Entschlossenheit hinaufgefchritten war. Sie ahnte, dag zwischen ihr und ihrem Schwiegersohn ein Rlß entstanden sei. de? nicht wieder gut zu machen war; sie hatte seinen Stolz zu tief verletzt und fühlte nun. daß er ihr da Vorgefallene nie verzeihen werde. Traurig und nachdenklich betrat sie ihre Wohnung. Die Eristenz dieser armen Frau sing an sich zu verdüstern: ihr starkes Selbstvertrauen war erschüttert. sie zögerte und zauderte jetzt, wenn sie einen Entschluß fassen sollte; sie ging nicht mehr auf dem kür zesten Wege, gerade und tapser. auf ihr Ziel los. Ihre klare Stimme war verschleiert. S war nicht mehr die nämliche eigenwillige und energische Frau, der nichts zu widerstehen vermochte. Sie wußte jetzt, was eine Niederlage ist. Micheline hatte ihr gegenüber jetzt eine andere Haltung angenommen. Es schien, als ob sie jede Mitschuld von sich abzuwälzen suche. Sie stellte sich an. als ob sie gänzlich unbetheiligt sei und ihrem Mann ausdrücklich beweisen wolle, daß. wenn auch ihre Mutter sein Miß fallen auf irgend eine Weise erregt hatte. sie selbst keinen Antheil daran habe und ihre Hände in Unschuld wasche. Dieser kleinliche Verrath, diese armselige Feig, heit kränkte die Prinzipalin. Sie fühlt, daß SergiuS darauf ausging, Micheline insgeheim von ihrer Mutter abwendig zu machen. Die wahnsinnige Leidenschaft der jungen Frau für denjenigen, den sie als ihren Herrn und Meister anerkannte. schloß jeden Zweifel auS, den die Mut ter in Bezug auf öie Parteinahme ihrer Tochter, an dem Tage, wo sie sich entweder für ihre Mutter, oder für ihren Gat ten entscheiden mußte, noch hegen konnte. Eines TageS kam Mtcheline zu ihrer Mutter herab', die schon seit eintm Monat daS Vergnügen entbehrt hatte, ihre Tochter bei sich zu sehen. Ein einziger Blick war für jjrau DesvarenneS genügend, um zu errathen daß Micheline ihr etwas Mißliche mitzutheilen habe. Denn erstens war sie viel zärtlicher als sonst; sie schien mit dem Honig ihrer Küsse die Bitterkett des Verdrusses, welcher der Prinzipalin bevorstand, ver fußen zu wollen, und dann zögerte sie auch mit der Sprache herauszurücken; sie ging hin und her, bezupfte und betastete alles und trällerte' ein Lledchen. Endlich faßte sie inen Entschluß. Ser giuS, der um die Gesundheit seiner Frau besorgt war. hatte den Arzt kommen lassen, und der vortrefflliche Doktor Rigaud. der Micheline seit ihrer Geburt behandelte, hatte in der That Anzeichen von Blutarmuth bei ihr entdeckt usd ihr ine Luftveränderung verordnet .... Bei diesen Worten erhob Frau Des oarennes den Kopf, blickte ihre Tochter grimmig an und rief: .Nun, vorwärts! Keine langen Redensarten! Heraus mit der Wahrheit! Er will dich fortneh men!" .Aber Mama! rief Micheline. welche durch diesen heftigen Ausfall ganz be stürzt wurde, .ich versichere dich, daß du dich täuschst; nur die Sorge für meine Gesundheit bewog memen Mann.. .Deinen Mann! Deinen Mann! platzte Frau Desvarennes los: .ei, sieh doch! Mach', daß du fortkommst! Denn bleibst du noch länger da, so kannst du
Dinge über ihn zu hören bekommen, die du mrr nie verzeihen wirst. Bist du wirklich krank, so hast du ganz recht, eine Luftveränderung vorzuneh men; ich aber bleibe hier, ehne dich, blelb: an meiner Kette gefesselt, um, wahrend du fort bist, Geld für dlch zu verdienen. Geh nur! ie ergriff ihre Tochter krampfhaft am Arm. stieß sie rauh von sich und mißhandelte sie zum rftenmal in ihrim Leben, dabei wiederholte sie beständig. .Geh nur. gehl Laß mich allkin! Mlchelme ließ sich auö dem Zimmer hinauswerfen und stieg bestürzt und er: schrecken in ihre Wohnung hinauf. Kaum hat: die junge Frau den Rücken gewandt, da fühlte Frau TeSoarenne? auch schon die Rückwirkung der gehabten Aufregung. Ihre Nerven er schlafsten. sie sank auf daS Sofa nieder und blieb dort, trostlose Gedanken he gend, regungslos uns gänzlich erschöpft liegen. War es denn wirklich möglich, daß ihre Tochter. dieses von ihr vergötterte Kind, um der Nachsucht ihres Mannes Genüge zu lei sten, sie auf eine solch Act verlassen konnte? Nem. Mtcheline mußte, in ihre Wohnung zurückgekehrt, nachdenken und sich überzeugen, daß die, se Hans mit ihrer Abreise seine ganze Freude einbüßen würde, und daß es sehr grausam sei,- der Mutter das ganz Lebensglück zu rauben. Nachdem die Prinzipalin sich etwas beruhigt halte, begab sie sich in ihr Comptoir. Als sie auf den Treppenabsatz der kleinen Stiege hinaustrat, sah sie, wie die Diener des Fürsten ihreö Herrn Koffer aus den untern Räumlichkeiten hinauftrugen. Frau DeSoarennes Herz zog sich krampfhaft zusammen; sie sah, daß dtese Abreise schon vorher bespro chen und endgültig beschlossen war. Es schien ihr, als ob ihre Tochter auf ewig verreise und daß sie dieselbe nie wieder sehen würde. Sie war eben im Be griff, SergiuS inständigst zu bitten, dazubleiben; sie wollte ihn fragen, welche Summe er als Entgelt für MichelineS Freiheit begehre, aber da stand plötzlich die hochmüthige und sarkastische Gestalt des Fürsten vor ihren Augen, wie er ihr die AankbilletS gewaltsam in die Hand drückte, und sie war über zeugt, daß sie nichts von ihm erlangen würde. Düster und verzweifelt betrat sie ihr Comptoir und begann zu arbeiten. Am folgenden Tage reisten der Fürst und die Fürsten nebst ihrer ganzen Die nerfchaft mit dem Abendschnellzuge nach Nizza und dak HauS in der Straße S: Dominique war veröde: und verlassen.
Dreizthntes Kaptlel. Dort, wo'dte .Promenade des Angais" endet, auf dem mit Tamarinden besetzten, lieblichen Weg. der sich an der Meeresküste hinzieht, erhebt sich unter duftenden Pinien, umgeben von Euka, typten und Korkeichen, ein weißeS Land? Haus mit rosafarbenen Fensterläden. Die Gräsin Woressew. eine Russin, ließ eS vor fünf Jahren bauen und bewohnte es nur einen Winter hindurch. Als sie dann von dem eintönigen Geräusch der Wellen, die ihre Terrasse bespülten, er müdet und vom Glanz deS ewig heitern Himmels gelangweilt, das Heimweh nach ihrem nebeligen Vaterlande bekam, reist sie plötztlich nach Petersburg ab und ließ daS snmuthige Besitzthum. welche sich vorzugsweise als Asyl für ein glückliche Liebespaar eignete, ver miethen. Hier, inmitten von Rhododendren und blühenden Arbutus. hatten sich nun Micheline und SergiuS eingenistet. Die Fürstin war bisher noch nie gereist, weil ihre beständig an'S Geschäft gefesselte Mutter Paris nicht verließ und Micheline immer bei ihr geblieben war. Wäh rend dieser weiten Reise, welche mit dem rafsinirtestkn LuruS und der größten Bequemlichkeit zurückgelegt wurde, war Micheline das reinste Kind, welches alles anstaunt und sich über das ge ringste Ereigniß freut. Sie schlief nur wenig, da die Aufregung der Reise sie viele Stunden lang ach hielt. Dann lehnte sie sich an die Fensterscheibe und blickte in die schöne, dämmernde Winternacht hinaus, wo Dörfer und Wälder wie Phantome an ihr vorüber eilten. Weit hinten, tlef im Lande. leuchtete ein zitterndes Licht, und sie bil dete sich dann ein. dort fei eine Familie um das Herdseuer versammelt, die K:n, der schlafen und die Mutter arbeite tn nachtlicher Stille Die Kinder ! Daran dacht sie häusia. und stets trat ein Seufzer des Be dauernS auf ' ihre Lippen. Sie war nun schon mehrere Monate verheirathet, aber bis jetzt hatte sich ihr Traum, in dem sie sich als Mutter sah, noch nicht verwirklicht. Und sie wurde doch so glücklich gewesen fern,' wenn solch em kleines Wesen, in Kind von ihr Und SergiuS. ein blondes Köpf, chen auf ihrem Schoß löge, das sie lieb kofen und mit Küssen bedecken könnte. Vom Kinde kam sie dann auf die Mutter. Sie erinnerte sich, daß man für diese theuren Wesen tint innige Liebe empfinden müsse. DaS Bild der Prmzlpa Un, wi sie traurig und verlassen tn den weiten Räumen des HaufeS der Straße St. Dominlque weilte, tauchte vor thren Augen auf. und ein unbeschreibliches Gefühl. -eine Art von Gewissensbissen nagte an ihrem Herzen. Sie hatte die Empfindung, daß sie sich schlecht aufge führt habe, und mußte sich sszen: Wenn nun, um mich zu bestrafen, der Himmel mir ein Kind verfaate?" Sie weinte: nach und nach aber, als die Thränen versiegten, verschwanden auch Furcht und" Schmerz. Ein sanfter Schlaf umsing sie, und als sie erwachte, war eS heller Tag und sie befanden sich ln der Pro vence. Von diesem Zeitpunkt an war Micheline in beständiger, freudiger Aufregung. Dle Ankunft in Marseille, - die Fahrt längs der Küste der Einzug in Nizza, dies allti rsaren Anlasse für sie. um in
Entzücke p geralhm. Als aber dn Wagen, ulcher si kim Bahnhof er wartet hatte, am Gitter deS Landhauses anhielt, da kannte ihr Enthusiasmus keine Grenzen mehr und sie konnte sich an dem wundervollen Anblick, der sich ihr darbst, gar nicht satt sehen. DaS tiefblaue Meer, der wolkenlose Him mel. die weißen Villen, die von dun kelgrünen Gebüsch umgeben, sich den Hügel hinan;ogen. und in der Frne die stellen, schneebedeckten Gipfel des Esterel. von den glänzenden Strahlen der Sonne rosenroth gefärbt, diese ganze strotzende, etwas milde, sehr buntfarbige und durch die grellen Fardentöne fast blendende Natur überraschte die Pariserin und machte sie wonnetrunken. Es waren noch nie gekannte Eindrücke, die sie jetzt empfand. Von den Lichtmassen geblendet, betäubt von der duftenden Vegetation, verfiel sie in eine Art von Mattigkeit. Das Klima griff sie an
und ermüdete sie; aber sie erholte sich bald von diefer anfänglichen Erschlaffung. und nun wurde sie von einem ganz neuen, kräftigenden Jugendfaft durchströmt, fühlte sich physisch und moralisch erquickt, des Himmels Blau war in ihr eingezogen. ' Das Leben des fürstlichen Ehepaars g'stzüetch sich in Nizza ähnlich, wie in Paris während der ersten Zeit ihrer Ehe. Dli Besucher strömten herbei; alles, aS von bekannten Parisern und von vornehmen Fremden in der Kolonie anwesend war, sand sich in ihrem Landhause ein. Tle Festlichkeiten begannen auf'S neue, wöchentlich dreimal war ömvfanastaa und an. den übriaen Taaen ii j , j ging SergiuS in den Klub. Diese aufreibende Lebensweise hatte nun bereits zwei Monate gewährt, der Februar war herangekommen und die )!atur tlng an, sich unter dem Einfluß deS Frühlings zu neuem Glänze zu ent falten. Eines Abends stiegen am Gitter des Landhauses drei Personen auS einem Wagen und standen plötzlich einem Reisenden gegenüber, der zu Fuß gekommen war. Gleichzeitig ertönten die Ausrufe: .Marechal? .Herr Savinien!" .Sie in Nizza? Durch welch ein Wunder'." .Ein Wunder, wodurch man ln der ersten Klasse sür lu idertdreiunddreißig Franken fünfzehn Meilen in der Stunde macht und das sich Marselller Eilzug nennt!" .Aber verzeihen Sie, treuer Freund, ich habe Sie Herrn und Fräulein Herzog noch ntcht vorgeztellt. .Ich hatte bereits die Ehre, das Fräulein bei Frau DesvarenneS anzu treuen." sagte Marechal, sich vordem jungen Mädn verneigend, indeß er den Vater n cht zubemerken schien. .Sie find tM Äegriff nach der Villa zu gehen, mir auch. Wie befindet sich meine Tante? Wann haben Sie sie verlassen?" .Ich habe sie gar nicht verlassen." Was sagen Sie?" .Ich sage, daß sie hier ist." Savinien ließ die Arme sinken und drückte damit seine vollständige R'aihlo sigkeit aus, in der er sich, durch die Un möglichkeit zu begreifen, was da hassirt sein könnte, versetzt sah. Dann rief er im Fistelten: .Meine Tante! In Nizza ! Auf der .Promenade des Anglals'! Das geht noch über Telephon und Phonograph I Hätten Sie mir versichert, das Phanteon sel während einer schönen Nacht an'S User des Paillon übergesiedelt, so könnte mein Erstaunen nicht größer fein! Ich glaubte, die Prinztpaltn fel so fest in PariS eingewurzelt, wie jenes Denkmal unsrer Siege ! Aber sagen Sie mir doch, ich bitte, welch' einem Anlaß verdanken wir dies Reise?" .Einer Laune !" .Und wann zeigte sich diese?" .Gestern, beim Frühstück. Pierre Delarue, der nun seine Arbeiten in Algier beenden will, um sich dann endgültig in Frankreich niederzulassen, kam, um von Frau DeSvarenneS Abschied zu nehmen. Da brachte man ihr einen Brief von der Fürstin, den sie sogleich zu lesen begann. Aber plötzlich innehaltend, rief sie: .Cayrol und seine Frau sind seit zwei Tagen in Nizza!' Pierre und ich waren erstaunt, über den Ton, mit dem sie diese Worte hervorstieß. Dann versank sie in tieseS Nachdenken und sagte schließlich zu Pierre : ,Du reisest heute Abend , nach Marseille i Gut, ich reise mit dir und du kannst mich bis Nizza begleiten.' Alsdann wandte sie sich an mich und fugte hinzi: , Marechal, packen Sie Ihren Koffer, Sie reifen mit.' Während dieses Gesprächs war man durch den Garten bi& jür Thür der Villa gekommen. Nichts ist leichter zu erklären, als dies Abreise," bemerkte Fraulein Her zog ruhig. Als Frau DesvarenneS erfuhr, daß Herr und Frau Cayrol in Nizza bei der Fürstin seien, da fühlte sie sich mehr lS je vereinsamt in PariS. Es regte sich in ihr der Wunfch, einige Tage im Familien-kreife zuzubringen, und si reiste ab. Herzcg hörte aufmerksam zu und schien über den Zusammenh n ;, n-c! zwischen-der Ankunft des E;;roi', e ! Ehepas und der Abreise der Frau DeSoarennes bestehen mußte, nachzu sinnen. .Vr allen Dingen ist e unleugbar, daß wir Marechal als Sommer-, frischler vor uns haben!" rief Savinien. .Aber, was ist denn das? Gott verzeihe mir, ich glaube sie sitzen noch bei Tifche,-fügte, er beim Eintritt in den Salon hinzu, als man durch die Thüren ein wirres Geräusch von Stimmen und das Kljrrezt. von Geschirr vernahm. Nun, da wir in so angenehme? Gesellschast sind, so können wir ja warten. sagte Herzog, sich an Marechal endend, der ihm aber 'nur durch ein frostige Verneigung antwortete. , .Aber was werden Sie de,n hier bez ainuen, mein tresslicher Marechal? " fuhr Savinien fort, .Sie müssen sich ja, doch . langweilen?" . . - !iai;i:!i,l v (Fortsetzung folgt.)
--'' "m '"' vf vjr 2?kt Za GeZn oder Nichtsein toad soll den Toaste gelten, dem vielbegedrlen, viel zeiürchteten ? Einer, der diese-duutten Redanken durch die Seele raaltf. gas Birnen, wie der Bern er .Bund" der Mitwelt verkündet, vor einem Kreiö Auserlesener Worte in folgenden, Mo log: toat oder nicht Toast, das ist hier di Frage. ObS edler, im Gemüth den Wunsch und Drang Zum Toast zu unterdrücken, oder gilch wassnzud gegen eine See von Miß geschick. Uit kühnem Muth ihn halten Toafterr Glänzen, Und zu wlsserr, daß ein Toast Ausdruck kann leiben den Gefühlen y:-'.:::-rr: Aller Es ist ein Ziel auf's Innigste zu wün ' schen. Toasten glänzen ! Glänzen ! vielleicht auch stecken bleiben Za,da liegt's! LZas in dem Toast für Sätze kommen mögrn, LZenn wir im Drang deS Nedeus vor wärts stürmen Das zwingt uns, still zu sein. DaS ist die Rücksicht, Die Manchen läßt zu keinem Worte kommen. Denn wer ertrüg' des Schweigens littre Qual Der Anderen Vorwurf und die Peini gunz, lluf vieles Bitten immer Nem" zu sagen. Wenn er sich selbst in Nuh'stand setzen könnte Mit einer Rede blos? ZZur, daß die Furcht vor etwas in der Rede Der Perioden Labyrinth, aus dem Kein Wand'rer wiederkehrt den Willen irrt. Daß wir das Schweigen, das wir üben, lieber UuShalten, als das Unbekannte wagen! Bo macht Gewissen Schweigen cus unZ Allen. Der angeborenen Farbe der Entschlie ßung LZird deS Gedankens Blässe angerrän' seit; Und Toaste, noch so schön erdacht zu HauS, Durch diese Rücksicht aus der Bahn ge lenkt, Verlieren so den Namen Rede. Still! Der edle Wirth. Verehrter, schließ Üll' unsere Wünsche ein. in deine Toast! Was macht man mit einem Thaler? Da diese hübsüe, angenehme alte Nünze immer noch da ist. mrd einem n die Hände geräth, diesem häusiger md jenem seltener, so ist die Frage be :echtigt: Was macht man damit? Was nacht nkan mit emern hatten Thaler? Der Kladderadatsch--Redakteur Jojannes Trojan beantwortet diese Frage n der .National-Ztg." wie folgt: ES libt Leute, die ihn zu andern Thalern 'egen, die sie schon haben; und wenn sie vleder einen bekommen, legen sie ihn vieder dazu, so daß nach und nach eine Rolle entsteht. Man nennt daS, ihn luf die hl. he Kante legeu. Fürwahr, :S gehört nur wenig Menschenverstand azu um einzusehen, daß dies eine sehr einfältige Verwendung des Thalers ist. 5s kommt gar nichts heraus dabei, nan kann ihn ebenso gut, wie es auch ;eschieht,in einen Strumpf stecken oder rgraben. Ter Thaler aber gewährt rur dann Nutzen, wenn er in Bewegung ileibt, wenn er im Rollen erhalten wird. Den Thaler in Wein zu verwandeln, ist 'in Vorschlag, der sich hören läßt. Bei nn schlechten Weinlesen der letzen Jahre lnd den theuren Preisen kann man ja 'ein Hochzewächs dafür bekommen, aber och immerhin eine Flasche ganz trink mren Rebensaftes, vorausgefeyt. daß nan sich an die rechte Quelle wendet. Mit 'dem Austrinten der Flasche listet rnan nun zwar keinen großen Nutzen, es liegt aber doch, ein sehr viel rständ'gerer Gebrauch, de Tyaler )arin, als der ist, von welchem zuerst ie Rede war. Man. kann sich auch für Zen Tbaler ein Buch kaufen, aus dem Lelehrunz oder Vergnügen zu schöpfen st. Aber wozu davon reden, da ti doch o leicht Niemand thut. Eher verzehrt aner den Thaler schon un Pfefferkuchen ,der verraucht ihn., Auch sonst gibt eS loch verschiedene Arten, den Thaler Zcher unterzubringen. Eine Art ist )ie, da man am Tage vor Weihnachten len Thaler zu sich steckt, sich mit ihm tuf die Straße begiebt und ihn dor! rgend Jemand iu.die Hand drückt, von, em man denkt, er könne ihn brauchen Ich halte das tür rne sehr listige Art, den Thaler loszuweroen. Ter Je nand aber, dem. rnan ihn vorsetzt,. kann zuf der Straße: gehen oder stehen, e, !ann auch auf. dem Kutscherbock eines Wagens sitzen Er kann auf deruiKopse kine Mütze hassen oder einen alt. Hut, das ist einerlei. Es kann Quch eine alte Frau sein, oder ein Jung;, oder ein Kind. Auch, braucht man nicht, auf der Straße Zu, bleiben, sondern kann auch in zin HauS. hineingehen mi einmal in den Hofwobnungen sich umschauen, ob dort vielleicht Jemand ist, bei dem sich der Thaler g.t anvringznilaßt. Und zwar kommt es dararf an, ihn da los zu roerden, wo er nicht lange bleibt, sondern bald entlassen wird, um weiter, wandern zu können. Ich erinnere mich, deß, wir einmal sogar einem schlafenden S)achtwäch:er einen Thaler in die Tasche Zeschmugzelt haben. Das war, ich will es gestehen, ein elrras derber Spaß, hat aber doch keine Anklage wegen Ler. .bung groben Unfugs nach sich gezogen. ;'iySMfi b S a e f ü b l. es denn vahr, Herr Lieutenant, daß Herr von Stanzenberg so geistreich ift?" Oe toifc ist er daS, mein Jrüulein wt saßen in der UriezZschuls teic t,tf;a einander, t
awej.--.
