Indiana Tribüne, Volume 15, Number 119, Indianapolis, Marion County, 17 January 1892 — Page 7

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Der Hunger. Vo Tr. I. LZ erner in Vnlin. Gegenwärtig tritt die Volkswirts schaftliche Bedeutung des Hungers so mächtig in den Vordergrund des öffentlichen Interesses, daß eS angezeigt erscheint, auch die physiologische und hygieniscüe Seile desselben zu beleuchten. Der Hunger ist ein sogenanntes Gezeingefühl. Wir verstehen unter Gericingcsübl Sensationen angenehmen oder unaNgenehmen Charakters in im seren mit Gefühl ausgestatteten Orga. rnn, welche sich nicht auf äußere Objecte beziehen und so eigenartig sind, daß sie erilären cor mit anderen physischen oder psychischen Erscheinungen vergleirfjen zu wollen, ein fruchtloses Unterart) zncn wäre. Solche Gemeingcfühle sind der Ccümerz, Wollust, Ekel, Ermüdung. Wohlsein und Unwohlsein :c Naturgemäß war man zu alten Zeiten be müht gewesen, für das uns hier int; esnrenöe iHenieingefühl, den Hunger, eine a a ?miiche Grunvlage zu' finden. Man jah frühe? allgemein den Magen als Hunzererreger an, nach Albrech: von Hallcr sollten die in frucht loser Arbeit an einander reibenden Wände des leeren Magens das Hungergesübl auslösen. Die moderne Wissenschaft erblickt in ihm ein AllgeFeingefühl. Wir wissen, daß der gesunde menschliche Organismus in der Nahrungsaufnahme, der Ausbeutung derselben zu Gunsten des Körpers, der Assimilation, der Excretion der umgesetzten Stoffe von bestimmten Gesetzen beherrscht wird, deren Summe wir mit dem Namen des Stoffwechsels 'benennen. Ter Hunger n;rd nun nach der modernen wisien schaftlichen AnschauNng durch das an Nährwerth verarmte Älut hervorgerufen, man t)at ihn mit Recht als Appell des verarm ten Stosfwechscls cn das Gehirn bezeichnet. Ist olio nun der Hunger ein Allgemeingefühl, wie komm: es, daß die meisten Äcenschen denselben an eine ganz hüstimmte Nörperstelle zu verlezen gewohnt sind? Ties beruht aus der Tbatfache, daß sich mit den Allgemeingesühwt sehr leicht lokale Empsindungen vergesellscnaften. Beim Gefühl der Wüöigkeit empfinden wir einen Truck, Jn Brennen in den Augen, eine Schwere in den 'Augenlidern, die eigentbümlichen lokalen Empfindungen beim Ekel, beim Unwohlsein sind allgemein bekannt. Uebrigeas herrschen bei der rage nach dem Sitze deS Hungergefühls bei den meisten Menschen die allergrößten Verschiedenheiten. Der brannte Phynologe Schiff hat eine große Anzahl von Soldaten gesrazt, an welcher Stelle ihres Körpers sie den Hunger verspürten. Eine Reihe gab Brust und Hals als den Sitz des Hungergefühls, 23 das Brustbein an. rner konnten ihn nicht localisiren und nur zwei nannten den Magen. Sitz und Intensität des Hungergefühls sind eben großen und individuellen Schwantungen unterworfen. Der Eine empfindet nach längerem Fasten nur einen eigenthümlichen Druck, der Andere einen ausgesprochenen, nagenden Schmerz. Wir haben das Hungergefühl eine Allzemeinempnndung genannt. Wir wissen, daß. wie in einem geordneten Staatswesen für jede Thätigkeit der Menschen bestimmte Gesetze und solche überwachende Centralorgane existiren, auch alle Functwnen unserer Korper und Geister solchen Gesetzen, solchen Centralorganen folgen müsien. Und wo baden wir diese zu suchen? Wo anders, als in jenen wunderbar gestalteien Organen, deren Lebenswichtigkeil schon Mutter Natur dadurch anzeigte, daß sie dieselben mit einem festen tnöchernen Panzer umgab und die zarten Gebilde so vor Beleidigungen mozlichst schützte: im Gehirn und Rückenmark. Ich erinnere mich, vor Jahren an der Ladenthür eines Antiquariats in der Königstratze eine Aquarell? gesehen zu haben, die meine Aufmerksamkeit ganz besonders fesselte. Ich bin überzeugt. daK sich viele meiner freundlichen Leser gleichfalls derselben erinnern werden. Sie stillte einen menschlichen Kopf vor, dessen Schäöeldecks in zahlreiche blaubegrenzte Felder eingetheilt war, welche die verschi:denften Funktionen menschticher Scelenthatigkeit als Bezeichnung trugen, w Liebe und Haß, Eitelkeit und Eifersucht, Keuschheit und Sittlichkeit n. s. w. Es war dies eine bildlich: Darstellung der Lehre, welche am Ende des vorigen Jahrhunderts die gebildete Welt in Aufregung versetzte, indem sie erklärte, daß bestimmte Theile der Hirnoberfläche ganz bestimmten Funk, tionen menschlicher Tenk- und Seelen thütigkeir vorstanden, der Schädellehre Galls. Was damals nur Hypothese war, hat die ezaktewisienschajlliche Forschung unseres Jahrhunderts in xraktisch'wis senschanllche Bahnen gelenkt, der GrundgeLanke Gall'S in seiner ganzen Naivetät ist gewissermaßen eine Porabnung jener großartigen Lehre von der Lokalisalion der Gehirnthätigkelt geworden, deren berufenste Vertreter gerade in Deutschland lehren und wirken; ich erinnere nur an Munk, Goltz. Hitzig und Andere. Wir sprechen heute vom Centrum der Atbmung, des Sehens, der Sprache; wissen, daß wenn wir -zum Beispiel eine bestimmte Stelle im linken Stirnhirn verletzen, Aphafie, d. h. Verlust des Spraazvermögens eintritt. Die Seelenthätigkeiten sind an das intakte Bestehen der Centralorgane, jede ihrer Funktion? an ein bestimmtes Centrum wiederum gebunden, kein Centrum kann, mehreren Thätigkeiten vorstehen. So nehmen wir denn auch für den Hunger ein Centrum und zwar im Kopfmark an und stellen uns vor. daß derselbe, naturgemäß wie jedes Organ des Körpers an den allgemeinen Blut ireislaux angeschlossen, gereizt wird, wenn dieser besondere Saft wiederum der Zuführung neuer Spannkräfte an Stelle der für, den Organismus nutz dringend verwertheten :-$tbävhiiKäbtit'. wir diesem Appell genügend Folge geeistet so sind wir .satt.".

Was geschieht' aber, wenn dieser Appell des an Nährkräften rerarmten Stosswechsels auS irgend welchm Grün den fruchtlos verhallt? Wir kommen bei der Beantwortung dieser Frage nach der bisherigen Schilderung der Physiologie des Hungers nunmehr zu dem zweiten Tbe U unserer Betrachtungen, zur Pathologie desselben. Es ist dies in so unermeZlich großes Gebiet, auf welchem sich Medicin und VolkswirthicdaftNebre begegnen, daß wir dasselbe nur in kurzen, prägnanten Zügen berühren können. Wird einem Warmblüter die Nahrung entzogen, so muß er die Spannfräste seines eigenen Körpers zersetzen und verbrauchen, er muß. wie man zu sagen pflegt, von seinem eigenen Jette zedren. Das geht so lange, als es eben geht! Schließlich ist alles NährMaterial verbraucht, der Körper damit aus's Aeußerste abgemagert, der Hun gertod unausbleiblich. Man hat experimentell oder durcb Vermittelung eines unglücklichen Zufalls, einer Verschüttunq zum Beispiel, gefunden, daß ein kniftiger. wohlgenährter Hund etwa erst nach vier Wochen dem Hungertode erliege, der Mensch nach 212$ Ta-' gen. Doktor Tanner überstand bei reichlichem Wassergenuß eine Hungerzeit von 40 Tagen, vorausgesetzt, daß Alles mit rechten Dingen zuging. Am meisten verliert beim hungernden Organismus das Fettgewebe (U7 Prozent), sodann die Muskeln (30 Prozent), weiterhin Haut, Knochen. Leber, Blut. Dasselbe tritt naturgemäß ein, wenn der Hunger zuf unzweckmäßige Weise gestillt wird durch Speisen, die nur den Magen an füllen, keine oder nur geringe für den menschlichen Organismus wichtige Beftandtheile enthalten. Etwas Aehn liches sehen wir z. B. bei Gruvven von Menschen, die der freien Wahl ibrer Kraft beraubt sind. b:i Gefangknen. in öffentlickien Arbeitshäusern :c. Den freien Menschen lehrt der natürliche Instinkt, die Erfahrung am eizenen Körper, den Vorzug der freien Kostwabl zum Nutzen und Frommen seines Körpers zu genießen und zu verwerthen. Wie aber, wenn der Hunger ganze Völker heimsucht, wenn Migwaäzs im Laufe einiger Jahre diejenigen LebensMittel verthencr! und unerschwinglich macht, aus welche die innere Bevölke rung vorzugsweise angewiesen ist! Was nutzen Nationalwohlstand, Kultur, Hilfsmittel des Verkehrs gegenüber dieser Geisel des Menschenzezchlechts? Es ist ein schlecht angebrachter Hohn," sagt Erismann, wenn man einem bungernden Lande sagt, daß es an lieber völkerung" leide, daß der Hunger ein Naturgesetz sei :c. statt die Mangel basten socialen Zustände zu beschuldigen, als deren AuZgeburt die Hungersnoth zu betrachten ist. Es ist die humanste Aufgabe der Regierungen und aller Menschenfreunde, nach solchen Einrichtungen des öffentlichen Lebens zu streben, welche es unmöglich machen. da der Eine an Nahrungsmangel zu Grunde geben muß. während der Andere im Ueberflusse schwelgt" ! Das sind Worte, die nichts Geringe res fordern, als die Lösung eineS Problems, das im Grunde genommen das Endziel alle? Bestrebungkn unsere? Z:it bildet, die Lösung der sozialen Frage! In den Tagen, in denen Tbeuerung, Mißernte. Ausfuhrverbote ans gesegne. teren Ländern da? Gespenst des Hungfts heraufbeschwören, sprechen sie mehr denn je eine beredte Sprache, rüsen sie ein vernehmliches vidcant consules!" Wie .im Kriege das Schlimmste nicht der Krieg ikt. so ist auch mit dem Nah.

runzsmanze! die ganze schale des Unheils, die sich über ein Volk ergießen kann, nicht erschöpft. In der Zeit großartiger wohlthätiger Bestrebungen und umfassender Bethätigungen der Menschenliebe sterben nicht Viele direct Hungers, ausgenommen in Ländern, deren culturelle Stufe eine in jeder Be Ziehung niedrigere ist. Allein m selten. in denen der Hunger als öffentliches Unglück auftritt, begleitet ihn oder folgt demselben leider nur allzuoft eine Schaar schwarzer, unheilvoller Gefährteu: Erwerbslosigkeit, Verarmung, physisches und moralisches Elend, eine vermehrte, oft in's Ungeheuere anwach, sende Sterblichkeit, eine Reihe schwerer, epidemischer Krankheiten. Ich erinnere nur an den Skorbut, die Dysenterie, das heißt die Ruhr, vor Allem an den Flecktyphus, der in der Form des furcht baren Hungertyphus aufzutreten pflegt. Die Geschichte des Flecktyphus." sagt Hirsch, ist die Geschichte menschlichen Elends! Auf den dunklen Blättern ber Weltgeschichte, welche von den schweren Heimsuchungen der Menschheit durch Krieg und Hunaersnoth und allgemei nes Elend Kunde geben, ist auch die Geschichte des Typhus verzeichnet. Zu allen Zeiten, soweit die historische For schunq den Gang dieser Krankheit zu verfolgen vermag, tritt ihr der Typhus stets an die traurigsten Geschicke der Völker gebunden entgegen." Keine andere Krankheit laßt sich in ihrer Genese, ihrer Aetiologie so direkt aus bestimmte, aus hygienischer Misere hervorgehende Mißstände zurückführen. Sie stürzt sich auf eine durch Hunger heruntergebrachte Bevölkerung, wie Feuer auf dürres, welkes Gestrüpp. Italienische Justizlustände. Vor dem Schwurgericht zu Neapel ist kürzlich ein Mordprozetz beendet worden, der ein mehr als kriminalistisches Interesse beansprucht. Angeklagt wa ren die beiden Brüder Pietro und Frau cesco Notarbartolo, Herzöge von Villa, rosa, die in einer Novembernacht des Jahres 1837 den Geliebten, ihrer schönen Schwester, den blutsungen Artil lerielieutenant Leone, in ihren Palast lockten und meuchlings niederschössen. Der Prozeß, der auf die mittelalterlichen Vorurtheile und den Kastengeist des Patriziats von Palermo,, sowie auf die noch immer in Italien weitverbreitete einflußreiche Mafsia ein grelles Licht wirft, hätte eigentlich in Palermo, dem Schauplag d er Blutthat, Fattfinden.sol-

len ; ia aber die angeklagten und' in ihrer Vaterstadt sehr einflußreichen Her, zöge die meisten Zeugen gekaust und die Geschworenen durch Drohungen eingeschüchtert hatten, so ward der bereits begonnene Prozeß den schädlichen Einflössen Palermo entzogen und einem festländischen Assisenhofe übergeben. Man hosste, daß die stolzen Patrizier die mit unerhörter Frechheit den Mord leugnen, obwohl ein erdrückendes Veweismaterial wider sie vorliegt in Neapel nicht so glimpflich davon kommen würden wie in Palermo, da dort der gefürchtetste Staatsanwalt Italiens, Herr MazzaDulcini. die An klage zu vertreten hatte. Diese Anahme hat sich als trügerisch erwiesen. Ein Eorrespondent aus Rom schreibt: Die unerhört gelinde Verurtheilung des Herzogs Francesco von Villarosa egen Ermordung des Lieutenants Leone durch das Schwurgericht in Neapel ruft in ganz Italien enorme Sew sation hervor. Eine bezahlte Volks menge, sowie die Demimonde und viele Damen der Aristokratie bereiteten dem Herzog, der nur zu fünf Jahren Gefängniß. eingerechnet die Untersuchungshaft, verurtheilt ist. und dessen freige. sorochenem Bruder lärmende Ovationen. Der Vertheidiger umarmte beide Her, töze unter Thränen, worauf der Prasident des Schwurgerichts ihnen entrüstet zurief: Scharn! Euch!" Der Prozeß, der nabezu den vollen Triumph der Corruption bedeutet, währte drei Mokate und wurde einmal unterbrochen, ba man den Geschworenen die Annahme großer Geldsummen nachwies. Nur die Anwesenheit starker Abtheilungen Militär vor und in dem Gerichtsfaal verhinderte noch größere Äusschreitungen von Seiten der AnHanger der Ereaturen der beiden Herzöge, die auch als Führer des Geheimbundes der Mafsia entlarvt worden sind. Man hat zunächst abzuwarten, ob dieses befremdliche Urtheil die Rechts kraft erlange wird. Im Interesse des UnsehenS der italienischen Justizpflege vollen wir das Gegenthsil hoffen. Der eingebildete Mörder. Daß Jemand im Wahnsinn eine Mord begeht, ist wohl schon häufig vor gekommen, selten aber geschieht es, daß ein Wahnsinniger einen Mord begangen zu haben sich einbildet und zum Gericht eilt, um das Bekenntniß der eingebildeten ScbuZd abzulegen. Jüngst ist dies n Paris geschehen. Um 7 Uhr Abends bemerkten die Sicherheitsmannschasten in der Nue Soufflot einen jungen MenZchen von 30 bis 32 Jahren, der durch seine Haltung und durch seine seltsamen Reden einen Auflauf hervorrief. Sie brachten ihn zur Wache, und dort antortete er auf die ersten Fragen: Sie haben wohlgethan, mich zu verhaften, denn ich habe den Herrn Eonstans er mordet.- ' Man begreist die Erregung, welche sich be! dieser Erklärung des Po lizeicommisiars bemächtigte. Der Häftling aber fuhr fort, ohne eine neue Frage abzuwarten: Das Verhängnch hzt mich oa;u getrieben, das Verhängnin hat die Katastrophe herbeigeführt, deren Folgen man erst später wird be urtheilen können. Ich habe, glauben Sie es mir, erst nach langer Üeberlegunz und erst nach genauer Abwägung des Für und Wider das Todesurlheil gegen Herrn Eonstans ausgesprochen. Ich hatte eben einige Studien wieder durchzeleien, die ich über den politischen Mord aufgezeichnet. Plötzlich warf ich sie auf den Tisch, steckte ein Messer in die Tasche, hüllte mich in meinen großen Eapuzenmantel und eilte mit großen Schritten nach dem Platz Beauvau. Trotz der Kälte war ich in Schweiß; ich ging schnell, ohne mich aufzuhalten, fortwährend die Worte wiederholend: Tu mußt Eonstans toD ten. Mir war. als müßte Jedermann auf meinem Gesichte die Absicht lesen, die ich hegte. Mir war zu heiß, ich naüm meine Eapuze über den Arm.

Uebrtgens hatte lch mir überlegt, da diese Eapuze mich allzu leicht kenntlich machen würde. Welchen Weg ich ge nommen habe, durch welche Straßen ich gegangen bin, ich erinnere mich nicht mehr. Ich weiß nur, daß ich drei oder viermal im Begriffe war. die Schwelle des Ministeriums zu überschreiten, und daß mich jedesmal eine liefe Furcht abhielt. Das Blut kochte m mir, die Schlage meines Herzens wurden unglaublich schnell und stark, ich war einer Ohn macht nahe und kehrte um. Ich ging von dannen und wischte mir den Schweiß vom Gesicht. Ich athmete nicht, ich verschlang so zu sagen die Luft. Ich lief durch eine große Avenue, trank aus einem Brunnen und ge wann wieder etwas Ruhe! Darauf kehrte ich zum Platz Beauvan zurück, gleichzeitig von Furcht bewegt, dort an gekommen, und durch eine unwiderstehliche Kraft dorthin getrieben. . . . Füh. len die Verbrecher, von Beruf solche Schrecken? Ich glaube eS nicht, denn das ist eine Qual, die ich nicht meinem ärgsten Feinde gönnen möchte. Endlich entschloß ich mich, einzutreten. Ich frage den Pförtner nach dem Zimmer des Ministers. Wie hat dieser Mensch aus dem Zittern meiner Stimme nicht herausgehört, was ich thun wollte? DaS frage ich miv noch immer. Ich fürchtete Mich, ' verhaftet zu wer den. ehe ich meinen Plan ausgeführt hätte. Ich machte übermenschliche An strengungen. folgte den Angaben des Pförtners und kam zu dem Huissier. Ich wurde zum Minister geführt und gab diesem einen gleichziltigen Brief. Er nahm ihn, und in dem Augenblick in welchem er stehend den Umschlag zerriß, warf ich mit der linken Hand seinen Kopf zurück und schnitt ihm mit der rechten !Hand vom Ohr ab den Hals durch; genau, so wie der Fleischer ein fi.l'lt.tl.tSX.lL-k. ' l. 'il ' '.lr ;,.? II Kam iuiauici. Das , dauerte kaum eine Seeunde. Ein Blutstrahl sprang zur Decke und fiel auf das Gesicht zurück, das ich loSgelassen hatte, während der Körper längs de? Tisches auf den Teppich glitt. Ein Röcheln, zwei der. drei Zuckungen

der Glieder, die Beine streben sich, Vte Hände schließen sich krampfhaft, als wollte dcr Körper sich an.daS entschlüpsende Leben klammern, die Augen rollten zwei- oder dreimal in den Höhlen, und es war aus. Er war todt. Ich ließ mein Messer fallen und ging. Ich sah roth .... Welche Beweggründe hatten Sie zu diesem Verbrechen? sragte man. Ich habe niemals thätigen Antheil an der Politik genommen und immer nur platonisch Politik getrieben; nie habe ich öffextlichen Versammlungen beigewohnt, die ich für unnütz halte. Worte haben noch niemals eine Frage zur Entscheidung gefördert, Tausende und Millionen werden jährlich in der Kammer und im Senat gesprochen, und trotz dieser wahrhaftigen Rede-Lint' fluth watet man in demselben Geleise. Versammlungen sind also unnütz, sie sind sogar gefährlich, weil sie n geg nerischen Parteien, die Führer der einzelnen Schulen zeigen und sie dcr Ge' fahr aussetzen, als die Ersten unter den Streichen zn fallen. Aus dieser Erwazung habe ich mich entschlossen, unter den Mitgliedern der Negierung das ienize auszusuchen, welches durch seine Thatkraft seine College überragt, that sächlich Oberhaupt des Staates ist und den Senat, die Kammer, den Minister rath, ja den Präsidenten selbst leitet. Wie die Revolution, um den Vormarsch der Fremden auszuhalten, den Leichnam des König Z ihnen in den Weg warf, so habe ich auf den Weg des Ministeriums den blutigen Leichnam des Mannes werfen wollen, der Frankreich zum Nuin sübrt. Ich habe dieses Richtamt voll, führt und b?reue eS nicht." Der Irrsinnige wurde natürlich festgehalten. Seme Persönlichkeit festzustellen, machte Schwierigkeiten, die bis zur Stunde noch nicht befeitizt sind. Der Unglück liche weiß selbst nicht, wie er heißt und wo er wohnt, noch woher er stammt. Ihm fthlt die Erinnerung. Seine Aussagen beschränken sich darauf, daß er nach Paris gekommen sei. um eine Stellung in einem Ministerium oder bei irgend einer Behörde zu suchen, und daß er schließlich Metzgergehilfe geworden. in Mordprocetz,

Das Geschworenen.Gei.icht in Oran batte dieser Tage über eine Reihe von Verbrechen abzuurtheilen, die von einer Anzahl Personen in derselben Nacht und denselben Opfern gegenüber begana.en waren. Mord, Vergewaltigung. Naub. Brandstiftung. nichts fehlte. Mörder und Opfer sind Spanier aus der Provinz Akmeria, Colomsten in Algier, in der Nähe von SidiBel' Abbes wohnhaft. Diego Lopez und seine Frau Gabriella geborene Flores waren in der Nähe ron La Meckeria ansässig, wo, sie ein ganz beträchtliches Besiytbum hatten. Sie wobnten allein mit ihrem zweijährigen Kinde , und einem spanischen Diener Juan Baefa. Am 7März Mtdas Ehepaar,drei Landsleute, Jose Garbin. Anselm Ma ceras und Jose Garcia, sämmtlich bei den Eolcni sation? arbeiten angestellt, bei sich als Tischgäste. Nach dcr Mabl zeit spielte man Karten, und die Gäste zoqen sich zurück, nachdem sie fönf bis sechshundert Francs verloren hatten. Nach ihrer Entfernung legte sich Diego Loxcz zur Ruhe; seine Frau schlief bercits. Ncben ibm loar die Wiege des 51:?aben. Ter Bediente Baesa streckte sich auf eine Matratze an der Thür schwelle. Gegen zwei Uhr Morgens klopske es leise an das Fenster. Baesa erhob sich geräuschlos und ösfn.te. Garc;a, Garbin und Maceras waren, bis an die Zähne bewasinct, zurückgekebrt. wie sie das mit dem vcrrütherischen Dienstboten verabredet hatten. ' Garcia trug ein doppelläufiges Gewehr. Mace ras ein Gewehr und ein lauge- cataw nisches Messer. Ihre Schritte und das Geflüster weckten den Hausherrn. Aber kaum hatte der unglückliche Diego Lopez sich mit dem Nrse .Wer da?!" aufgerichtet, als ein von Garbin abgegebener Schutz ihn todt niederstreckte. Garbin betäubte auch mit einem Kolbenschlag Frau Lo? pcz und bemächtigte sich dann eines Gürtels, der in einem Koffer versteckt gewesen war und alle Ersparnisse der Besitzer enthielt. Ten Aufbewahrungsort hatte der Diener vcrra.hen. . In dessen suchten Maceras und Garcia sorgfältig das Hans ab. Als Frau Lopez aus ihrer Betäubung erwachte, wurde sie von den drei Banditen in der empörendsten Weife mißhandelt und dann von Maceras durch einen Messer stich in den Leib gerödtet. Das Kind schrie jämmerlich nach seiner Mutter. Die Mörder beschlossen, es lebendig zu verbrennen. Sie legten Feuer an das Haus und verschwanden mitihrer Beute, Das Knistern des Feuers weckte die Nachbarn der Ermordeten. Dte Colonisten eilten von allen Seiten herbei. Während die MuthZasten in daö brennende HauS einzudringen versuch ten, bemerkte man, daß dr Leute von weiteren Anstrengungen abriethen.? in dem sie wiederholt versicherten, Tiegy Lopez müsse mü Frau und Kind schon längst todt sein, und es sei unnütz.das Leben zu wagen, um drei Leichname aus dem Feuer zu holen. Garbin und seine beiden Mitschuldigen waren nämlich auf dem Schauplatz des Verbrechens wieder erschienen und sahen zu. wie das Feuer jede Spur, des nacht trt V. . . . m r ' i'1 i!-'! iiajcii Vorgangs vernicyieie yoer viel" mehr vernichten sollte. Ihre Erwar tung wurde enttäuscht. Man sand den Bedienten Baeza, der nicht erklären konnte, wieso er heil aus dem brennenden Hause davongekommen sei. Man verhaftete ihn, und er gestand. Der von einer Kugel 'durchbohrte Schädel des Diego i Lopez und ' das katalanische Messer deS MaceraS wurde gefunden, bei Garbin fand man ein Gewehrs welcheS Blut spuren trug. H Mhim i Z i i u Die Geschworenen konnten über das Urtheil, das sie abzugeben hatten, nicht .. r . .. i-, im siveijei 1NN. ,',B' , ! n m Mor ge n weilen im ' l! 'lIllllH .i.ti- W - ii I .ii1 tere Gedanken ,n der Zukunsr, am Abend I der Vergangenheit.

Pariser Abenteuer.

Vor der elften Strafkammer des Ge richtshofeS zu Paris erschien an einem Montag als Zeuge der Ge richlsvollziehcr Lavat aus Toulouse, Der Bericht, den der etwa vierzigjährige schwarzrockige. sorgfältig mit weißer Halsbinde und glänzenden Lackschuhen versehener Mann in gacognisch ange hauchtem Dialect vor Gericht erstattete, erweckte die Heiterkeit der Hörer, wie. er dte Hetterkelt der Leser hervorrufen wird. Doch nicht blos zum Lachen wird er reizen, er wird auch mit Genugthuung darüber erfüllen, daß die Her zenseinfalt noch nicht erstorben ist. und daß kindliche Naivetät in dem Herzen selbst eineS Huissiers wohnen kann. Jüngsten Sommer," so begann Herr Lavat, erbielt ich den Auftrag, die Nachlassenschaft eines Landsmannes zu regeln, welche in prächtigen Bildern, einem Leonardo da Vinci, einem Meis, sonier und zwei wunderbaren emaillir ten Armleuchtern bestand. Da die Erben sich über den Werth der Gemälde nicht einigen konnten, wurde beschlossen, daß ich zur Einholung eines sachver ständigen Gutachtens nach Paris reisen sollte. Am 5. Mai Abends komme ich bier an. Ich nehme am Bahnhof einen Wagen, und der Kutscher fragt mich, wohin er mich fahren soll. .Wohin Sie wollen!" sage ich ihm. Ich bin nämlich zum ersten Male in Paris, kennen Sie vielleicht ein gutes Hotel? Gewiß!" antwortet der Kutscher, und eine Viertelstunde später hält der Wagen in einer Straße, nicht weit von einer Brücke, vor einem Hotel, dessen Schild anzusehen ich vergaß. Ich quartiere mich ein, und erste Unannehmlichkeit Z merke, daß ich meinen Kofferschlösse! verloren habe. Die Wirthin schickt nach einem Schlosser. Ich packe indeß die Gemälde aus und stelle sie auf die Eommode. Da ich in der Straße Saint-Sulpice einen Toulouse? kannte, der einmal den zweiten römischen Preis bekommen, lasse ich mich zu ihm führen, um von ihm die Adresse eines Sachvsrständigen zu erfahren. Mein Freund war nicht zu Hsuse, Ich speiste meinem Gasthause. S!ach beendeter Mahlzeit will ich zu Bett gehen. Sapristi! schlage ich mich vor den Kopf ich hatte den Namen meines Hotels vergessen und wußte auch nicht, in welcher Straße es gelegen war. Nur Eines wußte ich; dem Bureau stansen zwei Damen vor. Ich irre umher und frage die Vorübergehenden: Kennen Sie ein Hotel, das seitwärts von einer Brücke lieat und von zwet Damen geleitet wird?Man sieht mich an wie einen Verrückten, und um elf Tlhr Abends muß ich. vom Laufen ermüdet, mich entschließen, in einem Hotel Garni der Straße SamtSulpice zu übernachten. Anderen Morgen? mache ich mich zeitig auf, meine Wanderungen zu erneuern. Ich nehme sogar einen Wagen auf Zeit! Ich suche und such: unmöglich, mein Hotel wiederzufinden. Das Jndividuum dort der College des Unglück lich:n Gousfe zeigt hierbei auf den Hauptanzeklagten Beyer, einen Buchmacher zur Disposition begegnet mir etwa um zehn Uhr. Er sieht, wie ich mir alle Häuser anschaue, und fragt mich freundlich, ob er mir irgendwie dienen könne. Ich erzähle ihm mein Mißgeschick, und er ruft: Was Sie für Glück haben! Ich heiße Morin und bin Beamter der Polizeipräfectur. Wir gehen zusammen zum Meldeamt. Sis haben doch bei Ihrer Ankunft Ihren Namen eingezeichnet; nichts leichter als das Hotel zu sinden, in welchem Sie abgestiegen sind." Wir gehen zur Polizeipräfectur. Mein neuer Freuid lätzt mich im Hofe warten, wäbrend er in daS Bureau hinauf geht. Er kommt ganz schnell zurück und sagt ärgerlich: Die Fremdenlisten auS den Hotels sind noch nicht da und kommen nicht vor Abcnd.- So müssen wir eben warten, sage ich ihm; gehen wir einstweilen frühstücken. Nach dem Frühstück beurlaubt sich der angebliche Morin auf eine Viertelstunde und kehrt danach mit zwei Jndividuen von nicht gerade Vertrauen erweckendem Aeußereu zurück. .Das sind zwei Freunde von mir, vertraut er wir an, Agenten der Sicherheitspolizei, 'chlaue Kerle, die Ihre Wohnung schon sinden sollen. Unterdessen zeige ich Ihnen die Sehenswürdigkeiten von Paris." Der Huissier von Toulouse und sein Führer verbringen nun den ganzen Nachmittag im Louvre, in der Notre-Däme-Kirche, im Hölzchen und endlich in einem Cafe, wo sie die beiden Si cherheitS-Agenten" treffen, die leider erfolglos gewesen sind. Man trinkt im schnellen Wechsel Wermuth, Absynth, and nicht gerade in kleinen Quantitäten, man speist zu Vieren, recht reichlich übrigens und selbstverständlich auf Kosten deS Gerichtsvollziehers. .Nach Tische so nimmt Lavat seinen Bericht wieder auf, .bitten mich die Zicherheitsagenteu um meinen Zimmerschlüssel, den ich in der Tasch? hatte, und zum Andenken, wie sie sagten, um meine Visitenkarte. Dann begaben sie sich wieder an's Werk und ich habe si: nicht wiedergesehen Morin war bet mir geblieben und spielte, um mir die Zeit zu vertreiben, mit mir eine Partie Llgüet. die bis zehn Uhr Abends dauerte. Um zehn Uhr erhob sich Mo rin, sehr unzufrieden, wie er sagte, daß seine Freunde nicht zurückkamen. Er wollte sie holen, sagte er, und ich sollte auf ihn warten, i Meinen Regenschirm nahm er mit. Ich wartete und war tete! Nach Mitternacht erst verlikß M daS Cafe- Statt meines ganz neuen Schirmes nahm ich den zerfetzten, den Morin mir gelassen. ' Ich übernachtete in einem dritten Hotel, und am Morgen brachte, ich meine Klage bei der .Polizei an, denn ich begriff nun, daß ich bestohleu war.. Auf der Polizei erfuhr ich ,ls bald, wo ich abgestiegen war. ; Ich eilte dorthin und erfuhr von der Wirthin, daß am Abend zuvor zwei gut

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gekleidete Herren in meinem Auftrage gekommen seien, mein Gepäck, die Bil der, kurz Alles abzuholen, was mir gehörte. Sogar meinen Koffer, der beim Schlosser war, hatten sie verlangt und sich entfernt, nachdem sie meine Rech nunz beglichen." Die Wirthin zeigte dem armen Lavat seine eigene Visitenkarte, auf welche die Dube folgende Worte gezchneben hatten: .Alexander Lavat, Gerichtsvoll' peher in Toulouse. Ich bin unpänllch bei einem Freunde und bitte die Frau Wirthin, dem Ueberbringer den Koffer zu geben, den ich in meinem Zimmer gelassen.- Glück genug, schließt der College GouffeS seinen traurigen Bericht, daß sie nicht mich selbst in den Koffer gesteckt haben, wie jenen Anderen." Die activen Theilnehmer an dieser Diebesgeschichte standen nun vor Gericht: Neben Beyer-Morin ein gewiffer Baroche. der den SicherheitsAgenten gespielt, und vier Mitschuldige, die sich namentlich um die Verwerthung der angeblichen Meisterbildwerke, eleN' der Copien im Werthe von kaum sechzig Francs, bemüht hatten. ..Sie haben eine verdächtige Rolle hierbei gespielt-, sagt der Gerichtspräsident zu einem der letzteren. .Nnr eine sehr bescheidene", gibt dieser in kläglichem Tone zur Antwort. Beyer-Morin dagegen tritt sehr selbstbewußt auf. .Ich habe, sagt er, dem Gerichtsvollzieher einen dankenswerthen Dienst geleistet. Als ich mit ihm ging, war er so betrunken, daß er sich nicht auf den Beinen halten konnte." .Sie haben sich doch für einen Agenten der Präfectur ausgegeben ! Beyer (mit Würde): .Ich? Man mag mir Spitzbübereien nachsagen, aber die Selbstachtung verbietet mir die Aus übunz eines solchen Gewerbes!" SluS der gute alten Jett.Wie es im dritten Jahrzehnt unsere? Jahrhunderts in dcr bayrischen Armee herging, davon erzählt der Ritter von Lang in seinen Erinnerungen FolgenveZ: .Im Quartier war die Mannschaft meistens besoffen. Ich übernachtete auf rinem Dorfe A., das mit einer Abtheilung Fuhrwesen besetzt war und hörte von meinem Zimmer die Ordre ertheilen, daß alle Mannschaft um 7 Uhr Abends sich zur Ruhe begeben und um 2 Uhr in der Frühe zum Aufstehen geblasen werden sollte. Dessen ungeachtet ertönte die Trompete erst um 4 Uhr. Der Offizier, ganz außer sich, stellte deu Trompeter zur Rede, welcher sich damit entschuldigte, der Wirth, der ihn zu wecken versprochen, sei betrunken gewesen und habe sich verspäter. Unterdessen kam der Wachtmeister herbei und rechtfertigte sich, daß in seinem Wirtbshause der Hausknecht betrunken gewesen und den Hausschlüssel verloren. Zum Fenster hinaus zu steigen, sei unmöglich gewesen, da es lauter enge Gutzerlem seien. Unter gewaltigem Jammern und Seufzen des Ofsiciers ging nun der Wachtmeister wieder ab, um den Aufbruch zu beschleunigen, kam aber bald wieder zurück: Herr Lieutenant. ich habe zu melden, daß der Corporal N. betrunken ist. .Und der Corpora! B. ? fragte der Lieutenant. .Auch betrunken." .Und der?" .Auch betrunken; Alles. Alles betrunken." .Himmlisches Erbarmen!" klagte der Lieutenant; .das haben Sie zu vertre ten. Warum haben Sis die Mannschaft noch trinken lassen nach 7 Mr; ich habe Alles zum Schlafengehen beordert." .Sind auch schlafe gange. Herr Lieutenant; hat aber Jeder ein kleines Fassel mit m's Bett und unter seinen Kops genommen und daran gelullt, bis ihm Hören und Sehen vergangen.Was weiter zu thun? Man beeilt sich, die Arrestanten loszugeben und auf sitzen zu lassen. Der Wachtmeister solle ihnen sagen. daS thue der Herr Lieutenant aus besonderer Gnade, und damit sie nicht gar um die Ehre kamen, die Parade mit- und ihre Fehler gutznma chen. Da kam derselbe treue Wachtmeister bald wieder und sprach: .Herr Lieutenant, ich hab' Ihnen zu melden, die Arrestanten sind auch besoffen-. Es wa? kein nüchterner Mensch im Dorfe, der nur die Pferde gefüttert hätte. Man beschloß also, man wolle die Pferde an eine Koppel nehmen und zur nächsten Station treiben, um sie abfüttern und von vernünftigen Menschen, soviel davon auszutreiben, weiter führen zu lassen. Unterdessen sollen die allmählich nüchtern gewordenen Bur aen nachkommen. Zc)ankensplittcr. Du verlierst des möglichen Glückes Svur, Willst du auf Unmögliches harren: Der Stein der Weisen war eigentlich nur Immer der Stein der Narren. Es gibt Leute, die keiner Fliege en. Leid thun können und deshalb ruhig zusehen, wenn sie andere Menschen sticht. v Würden die Menschen wirklich von den Assen abstammen, so würden die Affen den Menschen gewiß nicht nach äffen.. D a h e i m. Wn? Dir da draußen immer fehle, Leicht trägst Du, was Dich härmt und ? r kränkt, Weißt Du daheim nur eine Seele, Die Dein in Lieb' und Treu' gedenkt. Doch willst daS Glück Du draußen ' finden Und wär Dein Heim ein Gotdpalast Es wird im Augenblick entschwinden, Kommst Du nach HauS als fremder l ' : ,, Gast! I i j, ,, , ... - , . ! o .... , Gipfel der Zerstreut, he it. ' .Ach. ich vergesse immer Jbren Namen! Wie heißen Si? denn nur?" .Bedauere, mir geht'S leider gerade so wie Ihnen !

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es; Mit wie vet GcwiÄt deiht fr, :-:t:'- Mensch? Diese Hraze. die gewiß Aule interesstren wird, beantwortet dcr Zahnarzt Prof. Kar! in Berlin im Dec:mberkst der Deutschen Monatsschrift für Zahn Heilkunde" in folgender Weise i Ueberlegt man es sich. w:e Menschen im Stande sind, mit den Zähnen einen, großen Tisch, ein Faß u. s. w. zu heben, so muß man über die KraZtlcistung staunen, bis zu welcher die Kau- und Nackenmuskcln durch Uebung gebracht werden können. Sieht man in einem CircuS einen Menschen im Kniehang am Trapez zwifchen den Zähnen ein zweites Trapez, an dem ein ?)!ensch seine turnerischen Uebungen macht, so entspricht das einer so gewaltigen Kraft, zunächst der Kau und Nackcnmuskeln. daß man sie deim Hörensagen kaum für ausführbar hält. Alle diese sogenannten Künste zeigen, wie Viel die Kaumuskeln unter entspre chender Uebung leisten können. Wel ches ist aber die gewöhnliche Kraft, welche die Kaumuskeln bei dem Gebrauche im Durchschnitt bei dem Men sehen zeigen? Die Ermittelung derselben ist .nicht so schwer, als man glauben sollte. 2t$t man bei hängendem Unterkiefer, lllso bei geöffnetem Munde, über die Zähne US Unterkiefers soweit nach hin ten über die zweiten großm Backenzähne, als es die Mundwinkel gcstat ten. eine flache Eisen- oder Stahlplatte, welche überall genau aufliegt, so kann man dieselbe verwenden, um zur Lösung der betreffenden Frage Gewichte in ihr zu befestigen. Am zweckmäßigsten wird die Stahlplatte beiderseits an den Stels len, mit denen sie den Unterkiefer rechts und links überragt, doppelt durch löchert. Durch diese Löcher wird dann ein 11.5 Mm. starker Eisendraht ge zogen, welcher mit den Gewich: stückev verbunden wird. Bei geöffnetem Munde stehen dann die Gewichtsstücke auf dem Fußboden oder auf einer Tischplatte. Die Drähte sind straff gespannt, und der Mensch muß eine vollständig gerade Haltung haben. Ich habe be: diesem Versuche vor einigen zwanzig Jahren ebenso wie seht gefunden, daß daS Durchschnittsgewicht, welches beim Schließen des MundeS. also in dem Augenblick, in dem der Unterkiefer das GewichtMck hebt, beim Menschen ein halber Centner ist. Selbstverständlich werden die meisten Menschen mit dem Schließen des besonders geübten Kau muskelS den halben Centner längen Zeit hindurch mit geschlossenem Munde ballen und euch mehr als einen Halden Centner beben können; Personen, welche derbele Kost, hartes Brod u. s. w. bei ihren Lebensbedingungen zu kauen ha ben, oder erst recht solche, welche sich drn eigenthümlichen, wohl nicht zu rech fertigenden Genusse hingeben, Nüsse zu knacken, werden mit einer größere Kraft kauen, während der Gourmand beim Genuß der verfeinerten Speisen wohl nicht immer die gleichen Lnstun gen aufweisen wird, je nach seiner Lieb daberei. Im Allgemeinen wird man erstaunt sein zu erfahren, daß die Kraft, milder man kaut, eine o große ist; ein Versuch (!) wird jedoch lehren. daß die oben angegebene Zahl mindestens der Durchschnittsleistung unserer ttau muökeln entspricht. LllleS doppelt. Jussuf Abdul Ben Ulemma Zar ein frommer Muselmann? Dock, wie dies zumeist zu sinden Selbst beim frömmsten Menschenkind Er war reich an Gottesglanben. Arm jeöoch an Geld und Gut. Allah sah mit tiefem Mitleid Seine treuen Dieners Ncth ; D'rum erschien er ihm im Traumen Jussuf-, sprach er. .gute Seel', Weil Du ein so frommer Türke, Richte eine Bitt' an mich. Die ich Dir erfüllen werde.Jussuf stammelt auS dem Schlaf: Gtb, daß ich vom nächsten Tage Alles doppelt nenne mein. Jussuf sah am frühen Morgen, Daß sein Traum verwirklicht war: Teppich. Tschibuk. Ottomane, Badewann' und Wasserkrug. Kleider. Schuhe, selbst die Katze Alles zählt' er zwiefach sein. Ja, die Baume seines GarZcnS Trugen dovvelt ihre Frucht, Und vom Lcderbeute! hört' er ZZaarweiö den Piasterklang.... Selig eilt er in den Tempel, Allah preisend für's Geschenk. Wie er dann so heimwärts wandelt. Sieh', da kam zurück vom Markt Jussufs wilde Ehegattin Draka Fatme Nummer EinS Ihr gleich auf die Fersen folgeud Traka Fatme 9!ummer Zwei. Schrecken fährt in Jussufs Glieder, Als er dieses Paar erblickt. Hin zum Temvel eilt er wieder. Wirft sich nieder auf die Erd'; A4", ruft er. hör' mich. Allah! Nimm den Segen wieder fort. Sieh', ich kann ihn nicht ertragen; Solcher Segen gleicht dem Fluch, Mache um ein Weib mich ärmer. Dann erst werd' ich reicher sein, Gedankensplitter. So wie der kühne Seemann stets aufs Neu! Sich anvertraut den trügerischen Wo, gen. So baue du auch auf der Menschheit Treu1,k; ; , Warst du auch noch so oft von ihr U trogen. Nur keine Philosoph! schen Gründe, wo die gewöhnlichen aS reichen. Zu Allem fähig und zu Allem tauglich ist zweierlei. , Hype r h el. Der Maler Fle verwisch hat unlängst einen B e s en sa natürlich gemalt, daß ihn seine Fraa damit vrüaela wollte.

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