Indiana Tribüne, Volume 15, Number 119, Indianapolis, Marion County, 17 January 1892 — Page 1
A I o s X -fr AO rfC fvO UV l W V W O y y V Office : No. 130 Ost Marhland Straße. Jahraang 15 No. 110 t: Indianapolis, Indiana, Sonntag, den l?. Januar 3)2
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Todes-Anzcige. Zrttndrn und V,, ivandlen die traurige l'lit' hfitnng, tdi uuievr flelwttf Otattirt. fluttrr mit lAtf, Magie Äuntz, m Jrkikcig, dcn 13. Zansr. Äbir.dS II Uhr, im Utex veri "0 Rainen und 2 Msnule un durch See Tod eiren. 3M errölgung finbet ntn sonnizg. den I?. 3iuiar, ch,,.-riikas- 2 Uhr. am ?raurtiaufc, fo. Wiffrpl tnteiuu, ;vöh er geb et! st itilaien HZ"tt tTaiumbcn H!rrrlledcr!n SZartinKun?. kte, nebfi Sinter. 3bn 4? Hintan 1 ;ioco öjttc mc, cti. Zred. Äoder. jrau Btggi i rau siatit djroctnf, Tanken. JrauAnnaVioSer. ) I George Heirniann Zeichcnbeftatter, Offiff : 2t Süd Telawarestr. Ställe: Mi, IU, 12, 128 Ost Pearlstr. Telephon 911. Offen Tüg und Nacht. GrvfteS Sacred Vvnzert gegeben vvn bx ProgiTss MHttary Band ! in ber Tornlinson Zznllo, ': am : So lttwg, den 17. Januar 1892. achmittsgjSUHr. trtistritt : Pa,te:re 10 Ctö. Galler 20 6 t. 5Ä hmw Lfls, Zweiter (5)lu4 von Vortragen. Sonntag, 17. Januar 1892, LD nm CtSf 8Q des Herrn M a x Hempel vn t. t!ni4 über: Die Prinzipien des Turnerbundes in der Literatur und Geschichte. Großer Masken Ball! zezebea vm Polmktto Untrrstütz.-Verein um Ds.merstaa, den öl. Januar 1892 in der MOZART II ALLE. Eintritt für Herr und Dame 50 CeutS. Jede weitere Dame 2S CtS. Sozialistich. Sängerbund ! Sonntg, den o. Januar 1892, HnrneVttlfeler und EwÄ Äki-MMig i der Mo zart Halle. Ginirin . . 5 ents Person. ;um chlus; : Ifiii ! Barnberger, N. W. (fcke Pennsylvania und Washington Straße, hat t schönste -.tttitr-tl in Pelz Kappe Henett-Ausstattuustsarttteln Zu ersaufe oder z extuusche. der ganz : öS Acker an der hurch matfi 'Like. 14 Meilen südlich vm heutjchen WiiruhauK. Hau Zimmer. rij Scheuer. teä Pflab, Wird such für Jahre vermlethet ftftttit 1i Acker Gü Meridian Straße. . ' m i.ht- iT-Ltiji liifc "&.4l0Uv. mti jJitiifn in ti bim v-""' ik'ittt Oddäume. m Acker Asrm. tH Weilen ördlich or,nn iÜ. ..... "t V. .Var,ler,8 Ost Washington Ltr. Perianzt ein ianzeS WkStckn ür Vtudkn, rdnktneiner kittNtnülke 9, 1U ord unft Srra. l
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Drahtnachrichten n g e b l i ch B e st e ch u n g z n G u n st eil. S h e rma n s. C o l u m b ü s IL. Januar. Die ttroßgefchworenZn,,welchr mit der lln tersuchung der,' angeblichen Bestechungen in dem senütoriellen Kontest bt schaftigt.sind, liefen mit ihrer Thätigkeit nach. Sie verhörten keine weiteren Zeugen und das (?nde scheint nahe bevorzustehen. Diejenigen, welche an der Untersuchung lebhaften Antheil nehmen, verbreiteten heute da? Gerücht, daß zwei Personen in Anklagestand versetzt werden würden und zwar Herr Hahn, der Vorsitzende des republikani fchen Ausschusses und öapt.J. (L Do naldson. Welcher Urund für dieses Gerücht vorhanden ist, weiß Niemand. ES heißt, daß bis jetzt die folgenden Zeugen verhört worden feien : die Ne präsentanten McCgnuell, E. L. Grissin, Chas. H: Workman und George H. Jackson, sowie die Herren (. L. Kurh, Gea. Kelly, D. Lnndoo und Henry Tierman'. ES heißt ferner, die Repräsentanten MeEonnell, Workman und Jackson hätten behauptet, es sei versucht 'morden,' sie zu bestechen und sie seien aufgefordert worden, vor den Geschworenen zu erklaren, warum sie dies nicht schon während des Kontestes enthüllt Hütten. Die Herren L, E. Kurtz und Grifft, welche sürForsker die Kampagne führ, ten, stellen in Abrede, daß sie irgend etwas von Bestechungsversuchen wüßten, und ' die übrigen Zeugen haben Alles, was sie angeblich wußten, in einem Abendblatt veröffentlicht.
Die Kälte .i m N o r d w e st e n. St. Pau l, Jan. Das kalte Wetter in allen Nordwesttichen Staaten dauert auch heute noch fort, ohne daß bedeutender Schneefall oder schneidender Wind eingetreten ist. In Minnesota, ?jord-Dakota Manitoba und dem eanadischen Nordwestgebiet chwankte heute das Therrnometer von 30 bis 50 Grad unter Null. Hier ekgte eS heute 20, in Pembina 40, gergus FallS 30, Bismarck, ?!. D. 24, St. Vincent 40, Moorehead 26 und in Winnipeg 42 Grad unter Null. In ElkPoint, S. D. wüthet ein hef. iger Schneesturm. ' Wilhelms neueste Leistung. Berlin, 1. Jan. Die überhandnehmende lZxcentrieitat des Kaisers fängt an, beunruhigend zu wirken. Als neuester Beweis für dieselbe gilt die Verleihung des Schwarzen Adler ordenS an den General v. AlvenSleben für seine Tapferkeit in der Schsacht von Le Mans, die bekanntlich am 12. Jan. 1571 stattgefunden hat. WilHelm war damals .erst 12 Jahre alt. konnte also aus eigener Erfahrung von der Tapferkeit des Generals, der damals erst Oberst war, nichts wissen. Diese hohe Auszeichnung Zur eine Tapferkeit, die vor 20 Jahren bewie sen worden ist, hat, einigermaßen überrascht und man versteht dieselbe nicht. - DaS preußiMe Budget. Berlin, IS. Jan. Dem Abge-ordneten-Hause wurdö derStaatshaus Haltsentwurf vom Finanzminister Miquel unterbreitet. ' Der Voranschlag der Ausgäben weist " ein Mehr von 130,000,000 Mark auf. Wegen der Mindereinnahmen in Folge der neuen Handelsvertrage 'werden die Summen für die einzelnen Provinzen für deren Lokalbedürfttisse um S0,000M0 Mark geringer sein als im Vorjahre. Die Reichskassenscheine werden um 100, 000,000 Mark vennehrt werden, um der Regierung Ze,K zn geben, einen günstigen Augenblick zur Aufnahme einer neuen Anleihe abzuwarten. U n g e w ö h nl i ch e Kälte in T e ; 'a s. St. Louis, '15. Jan. Depeschen aus verschiedenen Theilen von Tezas melden, daß seit Eintritt deS ungewöhlich ,Klten . WinterS am letzten Sonntag eine., große Masse Vieh au den Weiden umgekommen ist. Sei zwölf Äahre hat man in Denton keine so ' furchtbare KältL erlebt, wie jetzt. Der chne, tttgt'föKf hjS scht Zoll hoch'
Für die 9! o t h l e i d e l, d e n in
Nuß l a n d. London, 1K. Jan. Der Abg. Christophe? Furneß in Hurtelpool hat die britischen Rheder aufgefordert, die Unkosten des Transports der in den Ver. Staaten zur Linderung der Noth in Rußland beigesteuerten 4,000,000 Pfund Mehl zu decken. Starke Auswanderung. Berlin, 16. San. Die AusWanderung von Hamburg im ?ahre 1891 - zählte 144,382 Köpfe. Die übewigende. Mehrzahl derselben ging nach den Ber. Staaten. Im Jahre 1890 .betrug die Zahl der Auswende rer 9S,2S0 Köpfe. Russische und pol.' nische Juden bildeten einen unge wohnlich starken Prozentsatz der AusWanderer. M" Scbtffs- Agentur. Alle Damvfer Linien sowie alle europäischen Eisenbahnen haben ihre diesige Haupt -Agentur in.Aler. Metzger's Grundeigenthums - Agentur, WechselBank und Vollmachts-Bureau. Etabirt 186.'!. ; Hiesiges. Warum eS zum Schkedsge' ricdt kommt. Am Freitag Abend hatten Präsident Dugan von. der Brüderschaft der Straßenbahnleute und Präsident Irenzel von der Straßenbahngesellfchaft eine Confercnz wegen der streitigen Freifahrtangelegenheit. Herr Dugan bestand, auf der unbedingten Bewilligung der ..freien Fahrt, joder v'elmchr Zurückgabe der Badgeö, wählend Herr Frcnzel soweit nachgab, daß er den Leuten eine fleie Fahrt täglich außer der Fahrt zu und von der Arbeit einräumte; nur wollte er der Compagnie das Recht sichern, ihre Leute zur Verhütung von Mißbrauch der Badges überwachen zu dürfen. Dieser Vorschlag wurde von Herrn Dugan und in der stattgehabten Versammlung auch von dem Comite der Brüderschaft abgelehnt. Dieses Co mite schritt nun gestern sofort zur Wahl eines Schiedsrichters und einigte sich auf Richter D. W. Howe. Es fand dann an demselben Vormittage noch eine Conferenz mit Präsident Frenzel statt, und wieder gab dieser etwas nach. Diesmal gestand er den Leuten zwei freie Fahrten täglich mit Ausnahme der ohnedies freien Fahrt zu und von dem Dienste zu; aber wie dorber bestand er. darauf, daß die Compagnie daS Recht zur Controllirung ihrer Angestellten haben sollte, damit kein Mißbrauch mit den Badges getieben würde. Wie vorher, so wurde auch dieses Anerbieten vom Komite zurückgewiesen, und Advokat Wishard erklärte im Aamen desselben, daß das Comite mit der Bewilligung von zwei freien Cztrafahrten täglich wohl einverstanden sei, aber gegen die propnirte Ueberwachung alS eine Mißtrauensaußerung entschieden protestire. Bis zu diesem Punkte ist man also gekommen. Zwei Eztrafahrten täglich neben ber Dienstfahrt werden bewillig und auch acceptirt; aber die Comragnie wünscht sich vor Mißbrauch zu schützen und will deshalb ihre Leute überwache dürfen, und diese wollen sich wiederum keine Ueberwachung gcfallen lassen. Hierin eine Einigung zu erzielen, wird die Aufgabe der Schiedsrichter sein, welche om Montag die Frage aufnehmen und zunächst einen Dritten als Unparteiischen wählen werden. Herr Frenzel wird nicht nach Washington gehen, um die Commission wegen der demokratischen Nationalkonvention ,zu begleiten, sondern Hier bleiben, und einer etwa stattfindenden letzten Konferenz am Montage Feiwohnen, ehe das Schiedsgericht in Aktion tritt. . , - Vertermaun VroS. Vlu menbandlung, 373 MaffacbufettSAvenue (gegenüber dem Feuer - Hauptquartier) Allerhand GrüneS, pflanzen uvd y lumeu. ' 1?' ' ? v
Ein Mädchen."
von Arpav VercLik. Hlcr liege ich in einer wunderschön Wiege mit blauem Baldachin, das Ge sichi fürsorglich zugedeckt. Es sind nun kaum eineinhalb Stun den' daß ich auf der Welt bin. Um mich herrscht tiefe Stille, nur dann und wann schleicht sich Jemand zur Wqe rgend ine gute Tante lustet die )ecke und zeigt mich verschiedenen größeren Personen, deren Antlitz dalÄ bartiq, dalo bartlos lst. - Bei solchen Gelegenheiten pflegt d! Tante zu sagen: Nicht wahr, ein wunderherziges. kleines Baby?" Oder: .Ist es nlcht schon r Worauf dann die ve treffende Person lächelt und zur Ant wort gibt: Wundernett". Dann rathen sie hin Und her, wem ich wohl ähnle. Mein W?sen ist, wie eS scheint, aus den Beitanotymen verschle dener Personen zusammengesetzt und mein Eigen kann ich aar nicht? nennen, denn so viel ich dem bisher Vernommenen ent nehmen kann, ist mem Auge daS meiner Mama, meine Stirne..bie meines Papa, mein Kinn das meines Großpapas und meinen Mund nimmt qar jedes Mitglied der Familie für sich in Anspruch. Aus ngenem Berdlenfle habe ich wahrend der kurzen Spanne meines Vaierns noch blutwenig erreicht. Darüber wurde ich mich noch hmwea setzen, aber ein Umstand erbittert rn jugendliches Gemüth, ein schwarzer Vuukt verdunkelt den Moraen meines Gebens. Ein schöner ein sehr schöner junger Mann betrachtet mich am meisten oder steht neben den lic anstaunenden Besuchern ; dieser schone mnae Mann ist mein Papa, dem ich bereits so frühzeitig und wirklich aanz ukschuldiaerme, e ein großes Herzleid zugefügt haben mug. Sein Antlitz ist ernst und düster, ab und zu zerdruckt er auch eine aus dein Augenwinkel hervordringende Thräne. Anianas dachte ich noch, da ihn viti leicht der Zustand meine? Mama, die un weit von mir unbeweglich in einem Aette ruht, so betrübe: aber Zer Mama fehlt ja nichts. Ich hatte zwar noch wenig Gelegenheit, ihre Stimme zu hören, ob schon ich wenig schlafe und die Ohren spitze, damit wir ja nichts entgehe, aber ja nichts etttaöeadcrUer Grund, daß . T f . -l . V -ri - meine Mama is lcymeigsani izr, liegt oa rin, daß der Onkel Doctor zum Pax zu. jAhxt Frau bennoet sich den umjtan. den angenlessen ausgezeichnet, ihr Puls ist regelmäßig, aber heute zumindest darf kein Wort über ihre Lippen." Der Mama fehlt alio nicht. Und dann faate der Onkel Doctor zum Papa weiter: (2!e aber machen für einen jungen Vater ein sehr ernstes Ge sicht ; begrüßen Sie derart Ihr Erstge dorenesPapa antwortet nicht. Statt seiner läßt sich eine Frau die Großmama vernehmen : Alexius ist zar lo kmduch, er ärgert sich, da es kein.....Jch verstehe, ich verstehe!" ruft der Onkel Doctor und bricht in ein herzli, cheö Lachen aus. Aber wie kann man aur so sein. . Auch das wird kommen ösie werden sich überzeugen, daß diese? schnickschnilckige Ding da Ihnen mehr Sreilde mache wird. Soldat wird eS aun einmal keinesfalls. Der Trostzuspruch mußte nicht gefan zen haben, denn Papa, indem er mich dem Onkel Doctor zeigte, wirft mir einen Vorwurfsvollen Blick zu, als wollte er sagen: Hattest du mir nicht diese kleine Gefälligkeit erweisen können? Cs delt sich ja doch nur um eine Kleinig seit. Und dabei seufzte er scbmer auf. Das weiß ich ja schon, daß ich waS Unrechtes, eine Unvorsichtigkeit begangen habe. Aber wissen möchte ich nur, was dieses Etwas ist, und ich habe den felsen, festen Vorsatz, es auszuforschen und 'her iustüpfeln. ' Die gute Tante unterbricht . mich in meinem Gedankengange, indem sie mir luS einer Flasche lauen Thee einträufelt. Es ist dies keine sehr schmackhafte, aber, wie ich höre, auch nur varubergehende Zahlung. Von morgen ab werde ich besser gepflegt werden. Allenkhalben flüstert 'man es sich zu, daß ich durch mein unerwartetes Erschei, nen meine . Jamilienangehöngen sehr überrascht habe. Auf meinen Besuch hatten sie noch gar nicht gerechnet und deshalb auch noch keine Sorge getrage kür bessere Nahrungsmittel. Und wieder fallt mir der Papa ein. Wären meine kleinen Arme nicht nie, dei'gedunden, ich würde sie ihm entge zenstrecke, ihn umhalsen und zu einem GtstLndnisfe zwingen. Die Großmama tritt jetzt mit Visit. karten und Telegrammen in hie Stube und liest der Nauia die Namen der Gra kulanten vor. Merius, auch dein Vatee haf grat? litt!" sagt sieum Papa. ' Wie ' lauter das Telegramm?" gah dieser zurück. - . .. Die Großmama lieft vor: Gott grüß' das kleine Cukelchen, ein herzliche? Willkommengruß auch meinerseits: y Acht auf Lilla.datz ihr.kein Leid zustogk. Anfangs nächsten Monates komme ich hinauf. Seid umarmt und geküßt. .Ich wußt' eS ja.? brummt Papa. Was wußtest duN fragt die, Groß, mama. , ;.Dß er erst im nächsten Monate her aufkommen wird, denn er schrieb mix sei nerzcit: .Wird'z ein Knabe, fliege ich.
wtrd's ein Mädchen krieche ch nach yt. Cr kriecht demnach zu uns." Gierig sog ich diese Worte mit meinen winzigen Ohren auf, denn so viel mein jugendlicher Geist zu combiniren verstand, i)ak hier der Schlüssel des Geheimnisses. Mein Vater wird also heraufkriechen wiederholte nach einer kleinen Pause Pa. pa. V Wenn eS ein Mädchen wird, wirb Großpapa nur kriechen? Na ja. ein Mädchen! Und waS ist weiter dshei? DaS wird doch etwa nicht der Grund von Papas Trauer sein? .Alerius." beginnt jetzt Grogmama, eS wäre nun wirklich schon hohe Zeit, baß du vernünftig wurdest, sieh', der ar men Lilla bricht schier das Herz nu zwei Lass nur, meine schlechte Laune wird auch bald verschwinden, gab Papa ein bischen erregt zurück, .aber was soll ich's leugnen, heute hin ia nicht Herr meiner Stimmung. Jetzt schmerzt mich noch dies Geschichte, sie regt mich auf. Ich habe aber auch so bestunmt daraus gerech? net!" .Nun ja, weil es in Eurer Familie eben nur Knaben gibt." Und dann," unterbricht sie Papa, .ist es denn kein großes Uebel, daß wir nicht einmal wissen, auf welchen Namen wir sie taufen lassen fallen? Wir haben immer nur einen Knaben in Betracht aezogeu und ...uns mit vieler Mühe aus den Siamen $norn" geeinigt, denn in diesem ist der Buchstabe von Alerius und i" von Lilla enthalten. Und jetzt haben wir ein. Mädchen-. Welchen Namen sollen wir ihm geben?Papa sprach diefe Worte verzweifelt, in nahezu herzzerreißendem Tone, und allmälig erwachte in mir das Gefühl, daß ich thatsächlich einen argen Fehler beging, als ich es wagte, wider den Wille meiner ÜUtvn als Mädchen zur Welt zu kommen. Die gute Großmama ist mir jedsch eine waruie Fürsprecherin. Sie tritt hin z mir, deckt mich aus nid blickt mich lange, innig an: Du armes, kleines Würmchen ! Wurdest du dazu geboren? Ach, wie selbstsüchtig sind diese Väter l Sie denken nur an sich. 5ie wollen nur einen Knaben, der ihren .?!a,nen trägt, auf daß dieser Name der große Name - ja nicht aussterbe. , ,, Da mit Jemand vorhanden sei, der Carriere .nache, darin "sisfr ihre Eitelkeit spiegeln könne und, wenn er wS Bedeutendes leistet, sie sagen können; Das ist mein Sohn k Wenn aber aus ihm ein Lump, ein Schuldenmacher, ein Wechselreiter wird, wenn er im Krieg oder Duell früh zeitig sein Leben laßt ? Wie dann ? . . . . Ein Mädchen, ach, w!e ganz anders ist ein Madchen beschaffen! Der Sohn, trotzdem ihm noch von der aus des Vaters Schublade heimlich entwendeten Cigarre schwindlig wird, hört, kaum daß er sich mannbar fühlt, weder auf Vater noch auf Mutter, es sticht ihn der Hafer, er ver lögt das Elternhaus, denn er will sein eigener Herr werden und sich von Nie mandem. befehlen lassen. Der trauliche Familienkreis beherbergt ihn nur als Gast, sein Daheim ist anderswo. Die Tochter dagegen sacht die Flamme des heimathlichen HerdeS an, sie belebt, verschgnert, erhejtert den Familiencirkel und erwärmt ihn in bösen Stunden mitih, rer Liebe. Wird sie dann ihrem Wir kungskreiS entrissen- denn sie geht Nicht, sie wird entführt -scheidet sie schluchzend von der geliebten Stätte und unstillbare Sehnsucht ziedt sie dahin zu, rück. Ihr Heim ist das Elternhaus und bleibt es, wenn es auch einen eigenen Herd gründet. Und wenn die Eltern zu Greisen werden, er sucht dieselben' rn ihrer einsamen Behausung auf, wer eilt bin zu ihnen beim Anzeichen des gering, fügiaen Uebels, wer hegte und pflegte sie, wer ist ihre beste Stütze? Die Tochter! Und trotz alledem, wie lieblos wird sie empfangen!" Auf Papa mußte diese ich gestehe eS, offen etwas langathmige Rede, welche mich vollständig ermüdete, dennoch einen gewissen Eindruck gemalt haben, denn er entgegnete, wie zu seiner Ent fchuldigiinc;': Aber ich habe eS ja gar nicht so ge, meint...." - Eine .tiefe Stille trat ein. Jetzt wurde mir die ganze Situation mit Einem Schlage klar. DaS also war der Grund, eßhalb mein erstes Auftreten so überraschend wirkte. Als ich zum erstenmale neugie rig im Zimmer Umschau hielt,- tummele ten sich viele Leute geschäftig um mich herum und wiederholten getäuscht und leise die Worte: Ein Madchen! Irgend eine Magd setzte hinzu: .Ach, wenn das der gnadige Herr erfäbrt!" Papa sah ich mit keinem Auge. - Er war am frühen Vtorgen in'S Amt gegangen und man mußte um ihn schlks ken, die Großmama hatte eS jedoch ??rher dem Stubenmädchen aufgetragen, dem Dienet einmschärfen, daß dieser dem Pa, pa gegenüber mein Mädchendasein mit keinem Worte verrathe. Ex möge ihn rur eilends nach Hause rufen. , Papa stürzte in'S Zimmer herein. Seine erste Frage war: Ein Knabe, nicht wahr, Knabe?" Niemand . getraute sich, ihm zu ant worten. ,. ' " ; , So redet doch! WaS steht Ihr sv ver. steinert' da, als wär' ich ein Eriminal Polizist?" Schließlich klärte ihn die Großmam auf. ! Hier liegt e, küsse Deine Toch Utmi
Ein Mädchen!" schrie Papa tragisch auf. Das ist unmöglich!" .Und dennoch so" zerstreute Groß mama jeden Zweifel. Papa antwortete nichts, ging hin zur Mama, küßte ihr Hand und Stirne. Mama lispelte mit nlatter Stimme: .Zürnst Du mir?" .Ach Nein, wie könnt' ich Dir zür nen," beschwichtigte sie Papa und ließ sich gedankenverloren in einen Schaukel, stuhl nieder. Und Papa war dennoch döse, ja gewiß, er war böse auf mich, weil ich meiner kindlichen Pflicht nicht Genüge geleistet und als Madchen znr Welt gekommen war. DaS ersehe ich schon daraus, daß er mir bislang noch keinen einzigen Kug gegeben hat. U,id wie mir ein solcher wohlthun würde! Ach, du mein Gott! Wetzhalb bin ich nur zur Welt gekommen! So jung, und schon vergiften bit: tere Erfahrungen mein kleines Herz. Und bin etwa ich schuld daran? An mir war es doch nicht gelegen. Aber jet ist es schon Alles eins. Die Kopshängerei nützt mir nichts mehr und ich muß mic wohl oder übel in die vollzogenen Thad fachen fügen. Neue Besuche, zu meiner Verwandt-, schaft gehörig, langen an. Jch'merdc der Reihe nach gezeigt, ge wöhnlich aber mit einem Anftuge von Geringschätzung gemessen. Und immer wieder muß ich eS hören: .Schade, daß es kein Knabe ist! - Die fortwährende verächtliche Beiseite: schiebung beginnt Papa zu wurmen. Mit großer Befriedigung bemerke ich, daß er einem und dem anderen gegenüber meine Vertheidigung übernimmt. Insbesondere trumpft er einen jugend-. lichen Veiivandten ab, der mit ironifch angehauchtem Mitgefühle die Bemerkung fallenließ: .Deine Großthuerei. Alerius, scheint etwas verfrüht gewesen zu fein." Na warte, lass' mir die Kleine nur aufwachsen,, die wird eine Ballkönigin, daß deinen Heiden Söhnen der Kopf mit dem Verstände davonlaufen wird, aber kriegen wird sie Keiner war Papaö stolzbemußte Antwort. Ich muß constatiren, daß daS in mein zukünftiges Eroberungskalent gesetzte Zutrauen meiner jungen Seele mobl that und mich mit Papas bisheriger Brum Mlgkeit und Bärbeißigkeit theilweise aus. söhnte. ...;: In seinem Benehmen macht sich über Haupt eine Wandlung wahrnehmbar. Je mehr ich gestichelt werde, desto wärmer wird seine Parteinahme für mich. Ja. einmal ließ er sich gar vernehmen, daß er sich freue, daß ich ern Mädchen sei, und prieS mich mit .eben der Lobrede, die Großmama erst kürzlich ihm gegenüber hielt. ' Trotz dieser besseren Wendung gehl mir ein Umstand sehr nahe. Papa neigt sich miederholt über mich. Ich sehe es genau er zaudert er will etwas er kämpft mit sich selbst er will einen Entfaluß fassen und kann sich nicht ent schlielze. Papa, Papa ! Haltst du dein kleines Baby keiilesinzigen Kusses werth? Da, schau wie es das Mündchen spitzt : Gerne wollt' ich dies mir in's Augi schauende Gesicht zu mir herunterziehen, aber ich kann nicht, ich kann nicht! Pa plötzlich schlägt ein wunderlichei Tön von Mamas Bett her an mein Ohr. i Es ist, als wär's ein ersticktes Schlucht zen. Auch Papa stutzt und schaut bo troffen hin. Lilla, was ist dir?" ruft er bestürzt und tritt zum Bette. .Was sehe ich, du weinst? Um des Himmels willen, dies Gemüthsstimmung kann dir in deinem jetzigen Zustande schaden." Mama antwortet nicht, das Schluchzen wird Geisel, nur ab unb zu entringt sich aus dem Tiefsten ibres Inneren ein schnierzlicher thranenirstickter Seufzer. .Weshalb weinst du, mein süßeß Lieb?" fragt Papa in besorgtem Tone. So antworte doch!" ' Main bleibt stumm. yapa öitlrl. lRuge. inständigst. flüstert ihr Kosemotte zu, kai aber ihr Herz nicht erweichen. Großmama tritt in'S Zimmer und gibt ihrem Erstaunen Ausdruck, daß Mamas Antlitz thränenbenetzt. .Ich bin in Verzweiflung," sagt Pa pa, Lilla will mir nicht den Gründ ih reS Kummers zu wissen geben." 'Und du erräthst ihn nicht?" fragt ihn Großmama. Keine Ahnung.!" Hast du schon deine Tochter geküßt?" . Papa schnellt in die Höhe. Lilla, weinst du deßhalb?" Dann eilt er zu meiner Wiege, nimmt mich heraus, trägt mich hin zur Mama, aus deren Auge nur Liebe. Liebe, Lieb entgegenleuchtet. Ach, m seelenvoll ist dieser Blick! So hat mich noch Niemand angesehen. Jetzt faßt mich Papa fest, ich südle die Berührung eines Bartes, der mich ein wenig kitzelt, und dann sagt er zu mir: Du, mein herzallerliebstes kleme Töchterchen!" Und er küßt mich wieder und immer wieder, bis mich sein Bark schon zu siechen anfängt,' worauf ich dann natürlich in ein bitterliches Weinen ausbreche. .,' Aber du erwürgst ja die Arme" . ruft ihm Mama zu- gieb sie her!" Und sie legten mich hin zu ihr, auf blauseidene Bettdecke. Mama schaut mich an-,Iange langt und ich höre auf zu. weinen. Bist, di glücklich?" fragt Mama den Papa, . Und. Papa, küßt t Mma.
Der SauskreunS.
Die gute alte ttailerstadt W?rms lt findet sich in Aufregung. Nicdr ein dort abzuhaltender Reichstzg, nich: ein Ln therfestfoiel und auch kein Zeda:,Sfest. das di'lannll'Ä in Worms aü'Jhrl' mit großem Vomp gefeiert w'.rd. ist es. daS dieie Aufregung hervorrief, sondern ein Duell zwischen einem Osficier der Garnn'cn und einem der angesehen strn Bürge? der Stadt, wobei Lezkerer schwer verwundet wurde. Herr Jried rich Schön, der sich durch die örderui?? der Kunst einen Namen gemacht, ist Mitglied bti BerwJlturigsrbe-S der Baureniher ffestsviele. Er regle den Bau des gettsplklhzuses ,N WormZ ÜN und brachte für die beiden Unternehme namhafte Opfer, wozu ihm die Mittel reichlich zu Gebote stehen. Zm bürgerlichen Leben Rentier, zx er die nöthige Zeit, sein Neigungen zu leben, und ist n seinen Mußestun oen Hausfreund in der Familie UZ Vre. mierlieutenants Zzem'cn gewesen. Dock wie eS im Leben geht, so ein harmloses Zreundschaftsvertzaltniß wird vsm Äe schlimmer daraeftellt. als es m v' That ist. und so legte man eines TageS dem sonst sehr tüchtigen Ofsicier nahe, daß derartige Freundschaftsverhältnisse mit Zivilpersonen und Besuche dersel. ben in Abwesenheit des Hausherrn mit ver Ehre eines Ofsiciers sich nicht ver tragen. Lieutenant Ziemsen will zwar eine Verletzung feiner Gattenehre nicht geglaubt haben: doch der Ehrend rath, dem der Fall unterbreitet wurde, soll anders gedacht und gesagt haben: entweder oder! Die Folge war das erwähnte Duell, wobei Schön der Ge forderte war. An einen Dienstag. Nachmittags 5 Uhr. fand sich eine distin, zuirte Gesellschaft auf der Vsrjer maad", Bürgerweide, bei Worms ein: Lieutenant Ziemsen, begleitet von dein Vataillonsadjutanten Cotta und einem anderen Lsficier. und Friedrich Schön, begleitet von seinem Bruder, dem Le zationssekretär der deutschen Botschaft tn Paris. H 'rrn von chön. und eine:? anderen Wormser Bürger. Auch waren anwesend der Vorsteher ves städtischen Krankeuhauses mWorm Professor Boesselhagen. und Kreisaru Kedicinalralh Salzer. Lieutenaul Ziemsen erhielt eine sehr leichte Verletzung an der Hand und Schön drang da? Geschoß in die linke Brustieite ein. verletzte die obere Lungenspitze und soll sich im Schulterblatt festgesetzt haben. Die Nachricht. Schöu sei semen Verletzungen erlegen, ist nicht richtig. doÄ ist sein Zustand ein bedenklicher, und e? soll, selbst unter dem günstigsten Ver-. lauf der Krankheit, ein bleibendes Fiechthum zu erwarten sein. Professor Broesielhagen, der. wie bemerkt, Zeuge des Duells war, erkannte die Schwere der Verwundung sofort und wWe nichi, den Verletzten nach seiner Wohnung zm bringen, sondern nahm ihn mit in die ihm unterstellte Anstalt, und so liegt denn der hochgeachtete reiche Mann, der Besitzer eines schönen, mit allem Com fort eingerichteten Schlößchens, der Gebieter eines Heeres von Dienern k. im städtischen Krankenhaus. Herr Ziemsen hat gegen seine Gattin, welche ihm zwei Kinder geboren, die Schei dungSklage eingeleitet. Unsere Mädchen. BiS zu dem Altare, da kos't Ihr ukd lügt Euch schmeichelnd uns streichelnd v; Wangen, Da kommt nun der Eh' stand was - nun Ihr genieß Voll Seligkeit bald ist's vergnüge!:' Und leise gewittertS bald hier und bl.dort Und kälter werden die Blicke Bald fällt auch daS erste verletzendWort, Nichts hält jetzt den Sturm mehr zu rrck:. Dem rauschenden Winde folgt wild?? Orkan -In Zwietracht verhandelt der Fried! ! Allein lebt das Weibchen. allein leb! der Mann, Das ist dann das Ende vom Lied ! Nicht verzweifelt ge n u g. Freund, mit mir ist es zu Env.'. ich bin ganzv erzweifelt, ich werde mich erschienen. Ach, Unsinn, Du mm heiraihen! Nein, so verzweifelt bin ich noch nicht. Im Z or n. Bauer : Infamer LauSbub, hab' ich darum den tbeureA Regenschirm gekaut, damit. Du im Ne. en damit herumlaulenlellstl Liebenswürdig. Junger Ehemann: Ich wollte meine Strafe be zahlen, well ich meine Frau nicht recht zeitig angemeldet habe. PoÜzeideamter: Bitte. (Der Ehemann bezabit und Will gehen.) olizeibeznitcr (nachrufend) : Und vergessen Sie nicht, weun Sie sich scheiden lassen solllen. müssen Si' sie wieder abmelden. Druckfehler. Au5 einem Jagdbencht. ) Geben Sie. so log . A Hia.h stt. im' Ifimf y.ti Ä1 iup wwuuiuiiy uv vtu.i deS Lösen erwarttnd!
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