Indiana Tribüne, Volume 15, Number 112, Indianapolis, Marion County, 10 January 1892 — Page 3
BEÜ
Sergins Manin. 2Z o m crn von O eo rg e s Oh n et.
(6. Fortsetzung.) Im ersten Stock befinden sich Wohnum ;cn für die Gäste: Zwölf reizende, mit Gedrucktem Kattun tapezirte Zimmer, irebst den dazu gehörigen Ankleiderabi nets. Von hier bietet sich eine reizende Aussicht auf den Park und die ganze ttdfchaft. Im Vordergrund fließt ein Bach, dessen reißende ' Strömung das irssenbedeckte Ufer bespült, das sich dem Walde entlang hinzieht. Die Bäume tauchen ihre herabhangenden Zweige ms Wasser, aus dem sich glänzend weiße Schwäne langsam hin und her bewegen. Unter einer alten Weide, deren blaß -grüne Zweige eine Kuppel bilden, liegt, am Geländer eines Landungsplatzes Gefestigt, eine kleine Flotte vielfarbiger Kahne. Tief hinten im Park ist ein Ausblick auf gelbreifende Fder und am nßersten Cnde. jenseits einer Reihe von Pappeln, deren zitternde Blätter wie Silber glänzen, fließt zwischen niedrigen Ufern die wasserreiche Oise. Am Abend des 14. Juli strahlte die, ser prächtige Wohnsitz in seinem voll ften Glänze. Die düstern Baumgrup ?en des Parks waren durch Reihen venezianischer Laternen glänzend erleuch ist; auf dem Teiche glitten mit Musikan reu besetzte Kühne und die Töne der BlaSinftrumente riefen das Echo wach. Unter einem im Mittelpunkt Äer Allee aufgeschlagenen Zelte tanzte leidenschaftlich und unbändig die länd liche Jugend, während die bequemeren Alten, im Freien unter den großen Bäumen sitzend, dem reichlich besetzten Büffet Ehre anthaten. Eine lärmeirde Fröhlichkeit tonte durch die Nacht und der gellende Schrei der Hörer, welche einen Hirtentanz bliesen, zog die Neugierigen zum Tanzplatz hin. EZ war jetzt neun Uhr. Die mit Gästen angefüllten Wagen zogen zum ,! lichtstrahlenden Schlosse. Mitten in der i glanzenden Vorhalle, welche durch elekt 'rischeZ Licht von oben erleuchtet war, stand festlich gekleidet Frau DeSoarenneS und c:upstng die Ankommenden. Sie hatte deute ihre schwarze Kleidung abgelegt. Hinter ihr, n?ie zwei Adjutanten, standen Marechal und Savinken bereit, um den Damen ihren Arm zu bieten und sie in die Salons zu führen. Die Gese'lschast war zahlreich, sie bestand auS der Handeksaristokratie, welche als Gäste der Frau Dcsvarennes, auS der Finanz welk, welche als Eayrols Gäste, und aus der vornehmen Welt des Faubourg St. Germain, die dem Fürsten zulicb erschienen waren ; eine Vereinigung von Menschen, die sich ebenso sehr durch ihre Ansichten, irre durch ihre Sitten voneinander unterschieden. Für die einen hatte nur der Reichthum einen Werth, die andern schätzten nur die vornehme Geburt. Alk aber waren Hschrnüthig, drängten sich mit einer stol zen Sicherheit aneinander vorüber, benei deten sich gegenseitig insgeheim und verlasierten einander nach Kräften. Man sah hier Erben entthronter Könige, Fürsten ohne Einkünfte, die sich Hoheit tituliren ließen und die jetzt nicht ein mal soviel zu verzehren hatten, aH ehemals die Kammcrherren ihrer Väter; Millionäre, die mit nichts angefangen hatten, nun aber einen großen Aufwand machten und die gern die Hälfte ihres Vermögens hergegeben hätten für einen einzigen Ahnen jener vornehmen Herren, die sie anscheinend verachteten. Alle diese Leute sahen einander neuHierig an, hielten sich aber voneinander fern und durchwaudtrten die Säle, ohne sich zu rmiscn. ScrgiuS und Cayrgs, die sich verVielsältigt zu haben schienen, gingen von ci:nr Gruppe zur andern; der in? mit feiner und anmuthrger Eleganz der andere mit etwas schsnsälligcr Ungenirtheit, strahlend und sich im Vnoußtsem seines Erfolges brüftend. Herzog war in Begleitung seiner Tochter, eines reizenden Kindes von sechzehn Iahren, dem Marechal seinen Arm reichte, gleichfalls erschienen. Beim Eintreten dieser smanziellenGröße entstand ein dumpfes 5emurmelj Her, zog aber achtete nicht darauf, er war an das Aufsehen, das seine Erscheinung her vorbrachte, schon gewöhnt. Er bemächtite lich Eayrols, um lhm seine Glück wünsche abzustatten. SergiuÄ hatte Michcline soeben dem Grafen Soutzko vorgestellt, einen GreiZ mit soldatisch kurz geschnittenem weißem Hsar, dessen rechter Nockärmel leer war; er irar ein Veteran aus den polnischen Freiheitskriegen und ein alter Freund des Fürsten Panin, an dessen Seite er die gräßliche Wunde' ern Pfanzen hatte, die ihn zum Krüppel ge macht hatte. Micheline horte lächelnd uf die für Sergius so schmeichelhaften Worte, die dieser alte. Soldat an sie richtete. Cayrol, der sich von Herzog losgemacht hatte, suchte Jeanne auf, rvtlche in der Richtung nzch der Terrasse verschwunden war. In den Sälen herrschte eine drückende Hitze und viele von den Gästen hatten sich bereits aus die Terrasse begeben. An der Marmorbalustrade, welche den Teich umgab, waren Stühle aufgestellt. Hier sap.-n die Frauen in ihren Spi tzenshawls gehüllt und genossen !m, Halblicht der Girandolen, welche den Park erleuchteten, den Reiz dieser gottlichen Nacht. Hinter den Fächern hervor tonte heimlich unterdrücktes Lachen, wah: rend die Herren flüsternd die Damen unterhielten. Aus der Ferne, wo die Bauern tanzten, tönte noch der verhaklcnde Klang der Horner herüber, welcher, diefeä leichtfertige Geflüster übertönte. einem dunkeln, einsamen Winkel zurückgezogen, roeitab von diesem Lärm, der ihn ausregte, roeitab von diesem Fest, das ihn mit Schmerz erfüllte, stand Pierre an eine Balustrade gelehnt und träumte. Die Augen nach der Illumination des Parks gerichtet, schauend, ohne etwas zu sehen, dachte er.an sein entschwundenes Glück. Ein anderer war's, den Mtcheline liebte;
einige Stunde' noch, und er führt sie triumphirend und jubclnd hinweg. Ein unermeßlk Schmerz erfaßte des jungen Manc Seele; das Leben war ihm zum Ekel und er haßte die Menschheit. Was sollte jetzt aus ihm werden? Sein Leben war gebrochen; ein Herz wie das seine kann nur einmal lieben und MichelineS Bild war so tief hineingcgraben, daß es nie mehr ausge tilgt werden konnte. Wozu hatten nun alle diese Anstrengungen, sich über andre emporzuheben, gedient? Da kam solch ein nichtsnutziger Schönthuer, und sofort hing Michcline sich an seinen Arm und ging mit ihm daoon! Und nun war alles vorbei! Pierre fragte sich jetzt, ob er das Leben nicht vielleicht von einer falschen Seite aufgefaßt dabe, und ob nicht viel mehr die gleichgültigen, die faulen und die genußsüchtigen Menschen den bessern Theil erwählt hätten. Durch übermenschliche Anstrengungen seine Lebens, kraft aufreiben, den Geist durch Grübe leien über große Probleme ermüden und alle dies, um schließlich nichtZ wei ter zu erreichen, als leere Ehrenerwei sungen und eitlen Lohn! Sie sind die wahren Weisen nicht, vielmehr diexeni: gen. welche nur nach Glück und Freude haschen, die Epikuräer, welche alle Sorgen, alle Mühsal von sich scheuchen, die ausschließlich an ihr Wohlleben denken und sich nur mit der heltern Seite des Lebens befassen! DaS Lebens ende ist fo nahe, und wenn die leöte Stunde schlägt, wundert man sich, daß man eigentlich noch gar nicht ge, lebt habe!.... Dann aber erwachte in ihm das Gefühl seiner Würde und er sagte sich: was ist denn der Mensch, welcher nutzlos gelebt, der nicht durch Arbeit und nützliche Thätigkeit eine Spur seines Daseins auf Erden hinterlassen hat? Und fieberhaft erregt schloß er: Ich will mich ganz und gar der Wissenschaft weihen, will meinen Namen berühmt machen und dies un dankbare Kind zwingen, meinen Verlust zu beklagen. Sie soll den Unterschied zwischen mir und Jenem, den sie mir vorzog, kennen lernen. Sie mutz ein sehen, daß er seine Bedeutung nur durch sie und ihren Reichthum erhält, während im Gegentheil sie nur durch mich eine Bedeutung erlangt hätte." Da legte sich eine Hand auf seine Schulter und MarechalS Freundesstimme sprach zn ihm: Nun, was stehst du hier und gebärdest dich wie ein Träumer?Pierre wandle sich um; in seine Grü beleien versunken, hatte er des Freundes Kommen überhört. Stile Gaste sind jetzt da." fuhr Marechal fort, ich konnte meinen Po, sten verlassen, um nach dir zu sehen. Seit einer Viertelstunde fuche ich dich; weshalb ziehst du dich zurück, das ist un recht und du machst dich auffällig. Komm, wir wollen nach dem Schlöffe gehen: es ist besser, man sieht dich ein wenig, sonst bildet man sich ein. . . .was man sich nicht einbilden soll." Ach, mögen sie denken, waZ sie wollen, was geht'S mich an!" rief Pierre schmerzbemegt; ich habe den Tod im Herzen!" Man kann immerhin den Tod im Herzen haben, das ist dgS Recht eincS jeden, aber man muß möglichst dafür sorgen, daß es Niemand merkt. Laß uns den jungen Spartaner nachahmen, welcher lächelte, während ihm ein unterm Kleid verborgener Fuchs die Eingeweide zerfleischte. Wir müssen es vermeiden, uns lächerlich zu machen, Freund. In unsrer albernen Welt wird Niemand mehr rerlacht, als ein betrogener Geliebtcr, welcher die Augen verdreht und sich mit der Jaust auf die Brust schlägt. Du weißt ja. daß Leiden der Menschen Los ist; die Welt ist nun einmal ein Kampfplatz und das Leben ist ein Kampf. Physische Beschwerden sowohl, wie auch moralische Leiden. alleS hemmt uns. alleS drückt uns nieder ; trotz alledem aber mutz man vorangehen und kämpfen. Ueber diejenigen, welche erschöpft nieder sinken, schreitet man hinweg ; also immer den Kopf hoch und vorwärts!" Für wen soll ich denn jetzt noch käm pfen? Soeben erst machte ich noch Pläne; aber war ich nicht wahnsinnig? Sc: mohl der Ehrgeiz wie auch jegliche Hoffnung, alles ist in mir erloschen."
Der Ehrgeiz kommt wieder, sei nur ganz unbesorgt; es ist jetzt eine intellektuelle Lähmung bei dir eingetreten, aber deine SU'äite werden zurückkehren, und wag die Hoffnung betrifft, so darf man nie darauf verzichten. . . . . Was konnte denn die Zukunft mir noch bringen? . . V Was? Alles! Hier auf Erden ist alles möglich!" rief Marechal heiter. Vor allem, wer sieht dir denn dafür, daß dieFürstin nicht bald Wittwe wird?" Pierre konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. Ach, geh' doch, du schwatzest Unsinn!" Mein Lieber, "schloß Marechal, nur allein im Unsinn steckt noch - gesunder Menschenverstand. Komm, lag unS eine Cigarre rauchen. " Sie gingen an den Gruppen vorüber und richteten ihre Schritte nach dem Schlosse. 'n nurft, welcher einer ihr schonen Dame in prachtvoller Toilette den Arm gereicht hatte, trat jetzt aus die Terrasse hinaus. Savinien, als Mittelpunkt einer kleinen Gruppe von Zungen Stutzern, die sich unten am Fußt der Freitreppe ausgestellt hatten, hechelte mit seiner Lästerzunge und seiner besann ten Frechheit alle Gäste durct, die unter das Kreuzfeuer der Blicke seines Freun, deskreises kamen. Pierre und Marechal gelangten unbemerkt von ihnen hinter diesen Kreis von jungen Leuten. Wer ist denn die dort, am Arme un ser lieben Fürsten?" fragte ein in eine weiße AtlaSweste eingezwängter, kleiner dicker Jüngling, der einen weißen Flie, derzweig im Knopfloch trug. " . Aber Le Brede, mein Junge, du kennst auch gar niemand mehr!" rief Savinien spöttisch, und wohnst doch im Marais im Familien, kreise, das ist ja ganz unmöglich! Etwa deshalb, eil ich diese stolz, Blondine nicht kenne?' erwiderte Li
Brede, empfindlich berührt. Ich bilde mir durchaus nicht ein, die Namen aller Pariser Scdönbeiten tu kennen."
Pariser! Diese Frau eine Pa. riserin? Thi 6ast si dir mahl ar nickt anaeseben? Scbau'dock. mack'die Auaen auf: der reinste, englische Ehic, lieber f- l . I nreuno. I Alle die Stutzer finaen an xu lacken und wiegten sich dabei übermüthig in! den Hütten. Sle hatten natürlich den enalischen Cbic sofort er! sannt: sie geHorten nicht zu denen, die so etwas nicht erkennen. Einer von ihnen, ein großer Brauner. Namens du Tremblay. nahm sogar eine sorgen, volle Miene an und rief: Mein lieber Le Brede, du machst uns Kummer!Der Fürst aina vorüber, lächelnd und leise mit der schönen Engländerin plau dernd, welche die Spitzen ihrer weißbe schuhten Finger auf den Arm ihres tfa velierS gelegt hatte. .Aber wer ist sie denn eigentlich?" sing Le Brede wieder ungeduldig an. Ed, mein Lieber, das ist Lady Harton, eine Cousine deS Fürsten. Fuxcht bar rech! Ein ganzes Londoner Häu-. servierte!!" Vor einem Jahre soll sie gegen Ser, gius Panin gefallig gewesen sein, sagt man", fügte du Tremblay vertraulich hinzu. Warum hat er sie denn da nicht aeheirathet, wenn sie doch so reich ist ? Vor einem Jahre war er doch total abge rannt, der liebe Fürst. pSi? ist verheirathet. - Nun. das ist freilich ein Grund Aber wo ist denn ihr Mann?" Der liegt im äußersten Winkel eines Schlosses in Schottland verborgeni man sieht ,hn nie; er ljt gelNeskrank und lebt, umaeben von sorgender Pflege . . . Und einer Zwangsjacke! Warum läßt sich denn das schone Weib nicht scheiden?" Das Vermögen gehört ihrem Ge: mahl. M Tagegen läßt sich rnchtS einwenden!' Pierre und Marechal horten dieses kalte und doch schreckliche Gespräch ruhig I an. Dlc Gruppe der iunaen Leute zoa weiter. Beide Freunde blickten einander an. bo also wurde sergius Panin von seinen lustigen Kameraden, von den Stammgästen der Klubö, in denen er einen .hell sekneS Leben? zugebracht hatte, beurtheilt! Für diese liebenswürdigen Lebemänner war es selbstoerständlich, daß der Fürst, als er abgebranntwar, sich nach einer reichen Frau umsehen mußte. Da er aber Lady Harton nicht heirathen konnte, wandte er sich an Micheline Und dieses sauste Kind war nun die Gattin eines, solchen Mannes geworden, .'iver was war da zu machen (,e liebte ihn ja! Unterdessen waren Frau DeSvarennes und Micheline auf der Terrasse erschienen. Lady Harton zeigte dem Fürsten mit der Spitze ihres Fächers die junge Frau, woraus er seine Dame verließ und sich Micheline näherte. Gme Verwandte auS England, eine an Lord Harton verheirathete Polin, wünscht, daß ich Sie ihr vorstellen möchte," sagte Sergius, ist eS Ihnen recht? Gewiß." antwortete die junge Frau und warf ihrem Gatten einen zärtlichen Blick zu. Sie wissen, alles. waZ mit Ihnen verwandt ist, ist mir theuer." Die schöne Engländerin hatte sich langsam genähert. -t: o r. : a ;.' in ri. 4ic mrnun 4unin: inqic vcraiu'j ernst und wies auf Micheline, die sich artka verneiate. Dann fuate er mit einem Schatten von Vertraulichkeit hinzu: Lady Harton!" und zeigte aus seine Verwandte. Ich habe Ihren Mann sehr gern. Madame." sagte die Engländerin, und hoffe, daß Sie mir gestatten werden, auch Sie zu lieben. Erweisen Sie mir die Gefälligkeit, dieses kleine Andenken von mir anzunehmen. Bei diesen Worten löste sie von ihrem Handgelenk ern prachtvolles Armband, aus dessen Goldreif das Wort , ,8emr" ltand. Serglus runzelte die Brauen, seine Nasenflügel hoben sich und er nahm eine sirenge Miene an. Micheline, durch daS vornehme Aeußere der Engländerin . .--ri-v w elnge,cyucyleri, animoriele oezcyeloen uno . ? , Cf V1 . mit gelenilen Äugen: aj neyme es als -ein Zeichen Ihrer Freundschaft an, Mylady." i,r ,cye,nt. yraoy, tcy renne vieles or i v -i. xmvanv, ,ugle lglu. Ich empsing es einst von Ihnen," erwiderte Lady Horten ruhig. Lemper Pardon, mein Fräulein, roir Polin; nen sprechen alle Latein semper bedeutet , immer'! ES ist dies ein sehr gewichtiges Wort. Am Arme Ihrer Frau wird dieses Armband seine richtige Stelle finden. Auf Wiedersehen, lieber ur,t, ,cy munjche, vag öie giuckllcy erden mochten. Mit einer wahrhaft königlichen Kopfs bewegung grüßte Lady Horton Micheline. nahm den Arm eines großen jungen Mannes, den sie durch einen Wrnr her? beigerufen hatte, und entfernte sich. , Mickeline betrachtete lorackloS dai an ihrem weißen Handgelenk blitzende Arm, band. Obne ein Wort ,u korecken. nakm SeraiuS den Goldreifen, löste ikm vom Arme seiner Frau, näherte sich hastig dem Teicke und warf ibn in' Wasser, Wie ein glänzender Lichtstrahl flog das Armband durch's Dunkel der Nacht und versank in die Fluth, ' die ein . V. . . . wenig aufspritzte und sich dann nieder glättete. Micheline blickte bestürzt und fragend auf ihren Mann. Dieser näherte sich ihr demuthsvoll und sagte: Verzeihen Sie! Die lunge Frau antwortete nicht, aber ihre- Augen füllten sich mit Thrä nen; em ZtrayiendeS kacheln bewegte . " - I . . " ' ihre Lippen, sie ergriff den Arm ihres Manne, und zog ihn mit sich in den Salon. -
Hier wurde getanzt'. Die jungen und begreife nicht, weshalb Sie auf Mädchen aus Pontoise und die elegan, diese Weise mit mir reden?ten Damen aus Ereil, welche zum Aus Interesse für Sie, unterbrach
Feste gekommen waren, wollten die schöne Gelegenheit, lich die ftilfcc twas zu vertreten, nicht unbenutzt las -
ken; sie sprangen, trotz der drückenden 'H'tze. mit dem ganzen Eifer junger Pro. vlnzialmnen. welche nur selten die Freu,
den eines Balles genießen können, unter den liebevollen Blicken ihrer an den Wänden sitzenden Mütter lustig herum. - Während einer Pause zwischen zwei t A K.t ff A t A.t .ifl.t. 1 9 IIMk ovttuuvuiiu iuku vtiijiu? und Micheline durch die Säle in'S Gewächs Haus, welches als Boudoir der Frau 'esoarennes diente. Hier herrschte eine wohlthuendeKühle. Auch Eayrol hatte sich mit Jeanne und rauleln Susanne Herzog bereits h,er her gefluchtet. Das ivnge Mädchen. welches sich als Dritte in der Gesell schaft des jungen Ehepaares unbehag l,ch fühlte, war herzlich froh, als sie den Fürsten und Micheline erblickte. Ihr Vater hatte s:e nur für einen Au genblick unttr EayrolS Schutz gelassen, und nun hatre sie ihn seit einer Stunde nicht mehr gesehen. Mein nraulein," wandte sich der Fürst heiter zu ihr, soeben, als ich durch die Salons ging, hörte ich die Worte: Anleihe. Discont. Liquidation; da muß ihr Bater dabei gewesen sein. Wäre es Ihnen vielleicht lieb, wenn ich ihn aufsuchte?' Ich würde Ihnen dankbar sein antwortete das junge Mädchen, Ich eile.Glücklich, für einen Moment der. Blicken JeanneZ entschlüpfen zu können. drehte sich Serg'Us gewandt auf den Ab s ätzen um und kehrte in die drückende Hitze des Tanzsaals zurück. Gleich beim ersten Blick bemerkte er Herzog, welcher mit einem der ersten Wechfelmaklcr von Paris in einer Fensternische saß und sich mit diesem unterhielt. Der Fürst ging direkt auf ihn zu. .Verzeihen Sie. daß ich das Veranü, gen Ihres Gesprächs unterbreche. - sagte er lächelnd. aber Ihre Fraulein Tochter wartet aus ie und ist ungeduldig. daß Sie so lange ausbleiben." Teufel auch, das ifl wahr meine Tochter! Ich werde Sie morgen beju chen. " iaate er zu seinem Nachbar: dann spönnen wir ja auf diese 5?ombinationen noch zurückkommen : eS ist ein großer Gewinn dabe, in Ausjicht." Der ndr'k. ein aufgedunsenes, mit blondem Backenbart umrahmtes Gesicht, drückte seine Geneigtheit zur Betheili gung aus. Das Geschäft mußte doch wohl gut fein. Ah. mein lieber Fürst, wie bin ich glücklich, einen Augenblick mit Ihnen allein sein zu dürfen ;" sagte Herzog, mit der Vertraulichkeit, der er sich gewöhn, lich bediente, um mit andern schnell auf vertrauten Fuß zu kommen; ich wollte Ihnen langst meine Glückwünsche abstatten? Sie haben jetzt eine ganz au V gezeichnete Stellung errungen O ja. ich habe eine reizende Frau geheirathet'', antwortete Panin frostig. Und was für ein Vermögen", betonte der Finanzmann. Ah. es ist dies die würdig: Bestimmung eines so vornehmen Herrn wie Sie' ), le gleichen jenen Gemälden aroer Meister, die einen prächtigen Nahmen haben müssen. Nun. Sie habcn ihn jetzt. Ihren N:hen, und er izt gut vergoldet! Er lachte und gab sich den Anschein, als ob er, sich über des Fürsten Glück wirklich nfrichkig freue. Dann nahm er s?i::e Hand. tätschelte sie in den (einigen und fuhr gutmuthig fort; Ada eme Schmieger' mutier haben ct, mit der fürwahr nicht zu spaßen ist! Da Sie jedoch so liebenswürdig sind, und es Ihnen glückte. FiT., TeSvarermes' Wohlwollen zu erlangen, so h-rben Sie eine Aufgabe gelöst, die vielleicht Niemand so leicht gelungen ivare. jj, tote werden von ihr geliebt, mein theurer Fürst, eben erst hat sie es mir gestanden ;.Sie müssen geradezu unwlderjtehlich sein! AproproS ich war beim Vorlesen des EhevertrageS nicht zugegen und vergaß auch, mich bei Cayrol danach zu erkundigen. Wie lauten doch die Bedingungen betreffs des Vermögens? Der Fürst bklrachkete Herzog mit einem gewissen Blick, der nicht gerade wohl' wollend war. Aber dieser Finanzmann machte mit seinen niedergeschlagenen umn und seinem krummen Rücken eine 0 'unschuldige Miene, daß Sergius I ' - ichrumhin konnte, ihm zu antworten: I . . . '. , . " .Wie sind nach dem Dotalsystem oer heirathet." Ah, ah! Wie'S in der Normandieder Brauch ist!" erwiderte Herzog mit oer. I . . 1 " ? du tetter iikne. "vtan aate Mir wohl, daß Frau DeSvarennes ein ener glscheS Weib sei; sie hat eS bewiesen! Ja, ja, das Dotaljystem! Ausschluß der Gütergemeinschaft! Uno Sie unterschrie ben den Vertrag mit geschlossenen Augen, mein lieber Fürst: Auögezelch net, ausgezeichnet! Wie ein wahrer ! Edelmann'. . Er sah ganz treuherzig aus. als er diese Worte sprach. Dann aber schlug er plötzlich mit einem klaren Blick die I Augen auf und zagte mit ironticbem La i cheln: Sie sind angeführt, mein Bester, I wissen Sie das? Mein Herr!...." protestirte .Sergius hochmüthig. Schreien Sie nicht, es ist zu spät und wäre daher , nutzlos. Erlauben Sie mir lieber. Ihnen Ihr Verhält"iß klar zu machen. Sie haben sich die Hände gebunden. Sie können ohne die Zustimmung ihrer Iran übe? seinen lennig oes, Vermögens ver fügen. Allerdings üben Sie glücklicher. I . .' . p i". ' , weise einen Einfluß auf sie aus, aber eS ist vorauszusehen, daß sie sich von ihrer tm i c '..rt2.fr. , n 1 - iL'tuiier vfcinuuin iaiin kvlro; und die Mutter ist sehr energisch! Ah,. mein Fürst, Sie sind gründlich hereinr gefallen, das hätte ich nicht geglaubt.' Sergius, der einen Moment die Fas I f . f i. i. . ' .. :" " ' 'ng rl.vrr., yr, gewann ,ekne cyeryel! w,eoer uno ,agie. ,yn ,e,r an. blickend: Ich weiß nicht, waS Sie sich I für eine Idee von mir gemacht haben. '? der Finanzier.- Sie sind ein scharmanter Mann. Sie gefallen mir ehr. 1 Es wäre möglich, daß Sie bei Ihren
mlr bekannten Neigungen in kurzer Zeit in Verlegenheit kamen. Besuchen Sie
Mich dann, ich werde Ihnen Gelegen s helt geben, Geschäfte zu machen. Auf Wiedersehen, mein Fürst. - Und bevor noch Sergius ihm antwor ten konnte, ging Herzog in's Gewächs hauS, wo ihn seine Tochter ' ungeduldig erwartete. Ihm folgte der mißmuthig gestimmte Fürst. Herzogs Worte hat, ten lästige Gedanken in ihm erweckt; sollte eS wirklich wahr sein, daß ihn Frau DeSoarenneS überlistet, daß sie ! ihn, unter dem Anschein von Seelen größe und Edelsinn, wie einen EinsaltS pinsel an die Fingerspitze ihrer Tochter angebunden hatte Er mußte sich zu sammennehmen, um seine Heiterkeit wiederzugewinnen. Micheline liebt mich," dachte er, es wird Alles gut werden." Auch Frau DeSvarennes war jetzt ge. kommen und hatte sich den beiden jungen Ehepaaren wieder angeschlossen. Die SalonS begannen sich zu entleeren. Ser gius nabm Eayrol bei Seite: Was gedenken Sie heute Abend zu thun, mein Lieber?" fragte er ihn. Sie wissen doch, daß man Ihnen eine Wohnung im Schlosse zurecht gemacht hat?" Jawohl, ich weiß es, habe auch Frau Desoarennes bereits dafür gedankt; aber ich ziehe eö vor, nach Paris zu rückzukehren. Unfer kleines Paradies erwartet uns doit, ich will eS heute ein weihen! Ich hab'e meinen Wagen kom men lassen und will nun meine Frau mit Ertrapost nach Haufe fahren." Das ist e,ne förmliche Entführung! Ganz im Stile der Negenfchaft und der Hofsitte! " Ja. ja, men lieber Fürst, so sind wir Leute von der Bank!" erwiderte Cayrol lachend. Dann schlug er einen andern Ton an und sagte: Wissen Sie. Fürst, ich zittre. ich bebe, mir wird kalt und heiß. Ich bin in einer wonnigen Aufregung! Be denken Sie doch, daß mein Herz noch nie geliebt hat. und ich liebe wahn sinnig!" Sergius mußte unwillkürlich auf Jeanne blicken. Sie saß da, sah etwas bleich und finster aus und schien ntchtS weniger aiS freudig gestimmt. ' Frau Desoarennes befand sich zwi fchen Jeanne und Micheline und hatte die beiden jungen Mädchen zärtlich um schlungen. Bekummernlß lag in ihren Blicken. Sie sühlte als Mutter, daß die letzten Augenblicke ihrer unumschränkten Herrschaft, herangenaht seien, und wollte nur noch einmal im Genuß des Besitzes dieser beiden vergötterten Kinder schwel gen, welche unter ihrem Schutze wie zwei zarte, kostbare Pflanzen ausge wachsen waren. ?!un hat auch, dieser wichtige Tag sein Ende erreicht!" sagte sie. Ihr seid nun beide verheirathet, gehört nicht mehr mir an. Ach, wie werde ich euch ver missen! Vor wenigen Stunden hatte ich noch zwei Kinder, und jetzt.. .." Jetzt hast du vier," unterbrach sie Micheline; und beklagst dich noch!" Ich beklage mich a nicht," erwiderte Frau DesvarenneS lebhast. Das ist recht!" rief die junge Frau heiter. Dann trat sie zu Jeanne und sagte: Aber du sprichst kein Wort, bist tief in Gedanken versunken. Fehlt dir etwas?" Jeanne zitterte und suchte Leben in ihre starren Züge zu bringen. Es ist nichts; nur ein wenig E rmudung," erwiderte sie. Und die Gemüthsbewegung. 0 fügte Micheline hinzu. Was mich betrifft. so suhlte ich heute früh, als wir mitten unter Blumen, von unsern Freunden umgeben, bei den Klängen der Orgel die Kirche betraten, 'daß ich weißer war als mein Schleier. Der Weg blS zu meinem Platze schien mir endlos, ich glaubte den Altar nicht erreichen zu können. Und dennoch erreichte ich ihn. Alle nennen mich jetzt .Madame' und .Fürstin; daS belustlgt mich!" SergiuS trat zu ihr heran. Sie sind ja auch Fürstin, sagte er lächelnd, und jeder muß Sie jetzt so nennen." O. weder Mama, noch Jeanne. noch Sie," erwiderte die junge Frau lebhast; nennen lvie mich nur tmmer Micheline, das ist zwar weniger respektvoll, dafür aber auch zartl:ch:r. . Frau Desoarennes konnte dem Wunsch nicht widerjtehen, ihre Tochter nochmals an's Herj zu drücken. LiebeS Kind." sagte sie gerührt, du hast das Bedursnig, geliebt zu werden, wie die Blumen des Sonnenscheins be dürfen! Ah, wie ich dich liebe!" Sie nachte eine Pause und fügtedann hinzu: Wtt lieben dtch!" Und sie reichte ihrem Schwiegersohn die Hand. Dann einen andern Gedan kengang verfolgend, sagte sie: Aber Eavrol, eben fallt mir ein, da Sie nach Paris zurückkehren wollen, konnten Sie die Ordres, welche ich fur'S Geschäft zu geben habe, mitnehmen." Wie? Geschäft? Sogar an meinem Hochzeitstage?" rief Micheline. Ach. mein Kind, Mehl wird alle Tage gebraucht;" erwiderte die Prlnzi palin lachend. Wahrend wir uns hier unterhalten, will Paris essen.- und Paris hat einen ausgezeichneten Appetit! -'Micheline trat zu ihrem Galten: Sergius." sagte sie, eö ist noch nicht spat. Wie wäre eS, wenn wir letzt noch auf den Tanzplatz, zu den Arbeitern hingingen? Ich habe S ihnen verfpro chen; die guten Leute würden sich so sehr freuen!" ,, Wie eS Ihnen beliebt, ich stehe ganz zu Befehl. , Wollen wir versuchen, un populär !U machen!" , Frau DesvarenneS war in ihr Zim? mer zurückgekehrt. Cayrol, der sich einigermaßen unbehaglich fühlte, , be nutzte den Moment, um hinauszugehen und seinem Kutscher zu sagen, daß er eme Fahrt um den Park machen und ihn dann an der Pforte deS kleinen Ge wachShauseS erwarten solle. Aus diese im r -... V f. : . T .. Uütlt wurven er miu jcuis tfiuu iuc: mand begegnen und sowohl die lästi gen Abschiedswölte der Freunde, alt
cuaj oie neualcriaen xuiax oer qieicoi
X. CttM- . gültigen Menge vermeiden. Micheline näherte sich Jeanne: Da du dich fsrtschleicheNLwtllst. so werd ich dich heute nicht mehr sehen. Leb wohl!" Und sie umarmte sie mit heiterem Un: gestüm. Dann nahm sie ihres ManneS Arm und zog ihn mit sich in der Park. Zehntes Kapitel. Jeanne, die allein geblieben war, blickte ihnen nach, wie sie mit leicht be: flügelten Schritten der Liebe davoneilten. Sergius neigte sich zu Michelim und flüsterte ihr zärtliche Worte in's Ohr. Schwermuth und Trübsinn erfüllte JeanneS Herz; Sie war allein geblieben, während' derjenige, den sie liebte Es bemächtigte sich ihrer ein Gefühl der Empörung. Unglückliche! Weshalk mußt du an diesen Mann denken? Hast du denn noch ein Recht dazu? Du ge horst nicht mehr dir allein; ein ndr Mann ist dein Gatte, ein Mann,- der gegen dich ebenso liebevoll wie jene, undankbar ist. Diesen andern mußt du nun zu lieben suchen! So dachte si jetzt in aller Aufrichtigkeit ihres Gemif: fens. Sie nahm sich vor, Eayrol zu lieben. Diesen armen Jean, sie wollt ihn mit Zuvorkommenheit, mit Für? sorge, mit Liebkosungen überschütten, damit Sergius eifersüchtig werde, denr er konnte diejenige nicht so schnell ver gessen haben, welche er noch unlängst vergöttert hatte. Es war, als ob zwischen Jeanne und Eavrol eine sympathische Verbindung vorhanden sei. Als ihn seine Frau i Gedanken zu sich rief, erschien er. Ah. endlich!" rief sie. Eayrol, den dieser zuvorkommende Empfang überraschte, lächelte. Jeanne, welche dies Lächeln bemerkte, fuhr fort: s? nitn Pwrr risn mir Firtlh rtft? " Vl,,l I" " Das Staunen deS Bankiers wuchs, doch war es freudiger Natur. Er erhob keinen Einwand. Nur einen Augenblick noch, lieb Jeanne." antwortete er. WeShalb diese Verzögerung?" sagte die nervös aufgeregte Frau. Sie werden es sofort begreifen: es sind über zwanzig Equipagen im Schloß hos; unser Kutscher soll daher durch den Park fahren und wir steigen dann unge sehen an der kleinen Psorte deS Ge wächShauses eine. Nun gut. warten wir also." Dieser Aufschub machte Jeanne un muthig. Im Eifer des von ihr gefaßten Entschlusses, in der ersten Aufwallung ihrer Selbstoertheldigung, wollte sie sich so schnell und so weit als möglich von Sergius entfernen. Ungeschicktermeise wurde dieser Drang einer stolzen Ent rüstung durch Eayrol gehemmt, und sie zürnte ihm deshalb. Ohne den Beweg gründ des Betragens seiner Frau zu ahnen, konnte er'doch errathen, daß sich eine für ihn ungunstige Veränderung in ihr vollziehe; er wollte daher den üblen Eindruck, den er hervorgebracht, bekamp fen und ihrem Gedankengang eine ander Richtung geben. Sie waren beute von einer wunderbaren Schönheit." fagte er, sich ihr zuvorkommend nähernd; man hat Sn allgemein bewundert und ich war stolz auf Sie. Hätten Sie nur meine Frc.unde gehört! Sie waren einstimmig in ihren Glückwünschen: WaS doch dieser Eayrol für ein-Glück hat! Ihm gelingt alleS. er ist reich und hat eine reizende Frau. Sie sehen also Jeanne, daß dank Ihnen mein Glück in den Augen aller vollstan diaist.". Jeane runzelte die Brauen und macht eine verächtliche und hochmüthlge Kops beweauna. ohne etwas zu erwidern Cayrol, der diese Vorboten eines heran' nahenden Gewitters nicht bemerkte, suh, fort: .Man beneidet mich und ich be greife es; denn ich möchte mit niemand tauschen. Obschon unser Freund, Fürst Panin, sehr glücklich ist und eine reiche Frau bekommen hat, die ihn liebt und die er anbetet, so ist er durchaus nicht glücklicher al, ich." Jeanne erhob sich unwillig und schmetterte ihren Mann mit einem von Zorn funkelnden Blick nieder: Herr! rief sie wüthend. Verzeihen Sie mir, sing Cayrol in bescheidenem Ton wieder an, ,ch er scheine Ihnen vielleicht lächerlich, aber ich kann meine Freude nicht unterdrücken. eS geht über meine Kräfte, und Sie sollen sehen, daß ich Ihnen ewig dankbar sein werde. Mein ganzes Leben soll einzig und auein dem Bestreben gewid met sein, Ihnen zu gefallen, und um da mit den Anfang zu machen,- habe ich Ihnen eine Ueberraschung bereitet." Und die wäre? fragte Jeanne aleichaültlg. Cayrol rieb sich geheimnißvoll die Hände; er freute sich bereits im Voraus auf das wonnevolle Erstaunen seiner Frau. Sie glauben doch gewiß, daß wir nach Paris zurückkehren, um dort auf schlichte, bürgerliche Art unsere Flitterwochen zu verbringen." Jeanne zitterte. Cayrol hatte offenbar kem Glück mit seinen Worten. Nun, daS ist durchaus nicht der Fall," fuhr der Bankier fort. Morgen verlasse ich mein Comptoir; meine Ge schaftsfreunde mögen sagen. waS sie wollen; ich lasse mein Geschäft im Sttch und wir gehen aus Reisen." Diesmal war Jeanne befriedigt; ein Freudenstrahl erleuchtete ihr Antlitz. Fortreisen von hier, weit fort! DaS ar eine Aussicht auf Ruhe. .Und wohin reisen?" Eben darin liegt die Ueberraschung' Sie wissen doch, daß auch der Fürst unb feine Frau reisen wollen k" Ja, aber das Ziel ihrer Reise halten sie geheim," unterbrach ,yn Jeanne mit beginnender Unruhe. : ; Nicht vor mir. Ich weiß, daß sie in die Schweiz gehen. Nun, wir werde sie dort aussuchen." (Fortsetzung folgt.)
Bergbau der Urzeit
Di: Herren Bleichröder und Genos. ken zu Berlin, in deren Besitz geräusch. los eines der großen Bergwerke nack dem andern im erzreichen Michigai übergebt, haben seltsame und rathsel. aste Vorgänger gehabt. Namenmq auf der Halbinsel Keweenaw Point, du sich vom südöstlichen Ufer deS Snperiov Sees wett in die blauen Flutken vei mächtigen Wasserbeckens hinein erstreckt steht es mit unumstößlicher Gewißhei! fest, daß die räthselhasten Urbewohuei Nordamerikas, deren Blutdezett vieli tausend Jahre vor dem Erscheinen dei rothen Mannes zurückreicht, bereits wenn auch nicht in einer nach modernei r . - rjf -. Begriffen regeirecyr oergmann!?qe Weise, das Erz gefördert und darauZ das Kupfer gewonnen haben. Allem Anschein nach smd diese Mine, Jahrhunderte lang in Betrieb gewesen! dcch fehlen über die Menschenrasse, wclche dort thätig war, alle Anhalts. punkte. Die Kunst der huttenmagiger Bearbeitung scheint unter derselben nock nicht bekannt gewesen zu sein; dem mas fand nirgend Spuren geschmolzen nen Kupfer?. Die AuSbcntung be. schrankte sich wahrscheinlich auf ol& Stücke, welche in kaltem Zustande der. arbeitet werden konnten. Doch Haber jene vorgeschichtlichen Bergleute zwel fcllos die Kunst verstanden, durch An Wendung -von Feuer die Gesteinmassel so weit zu lockern, daß es ihnen mög. lich wurde, dieselben loszubrechen, unz zu dem Metall zu gelangen. Die Me thode des Bohrens war ihnen noch u. bekannt, dagegen gebrauchten sie Stein Hammer. Bon diesen Werkzeugen fand vxa allein mehr als zehn Karrenladungen U der Nachbarschaft der Minnesota-Mine. An einem Ort war eine fünfzig Fu tiefe Höhlung ausgearbeitet wordes und auf dem Boden derselben besani sich ein Balkengerüst. Hier wurde auc eine große Kupferplatte entdeckt. I einer anderen alten Mine fand man eine Kupfermasse von 46 Tonnen ia Gewicht. Ein seltsamer Fund wurde m erne, 18 Fuß tiefen Höhlung gemacht. Aus einer fünf Fuß hohen Stellage von ein gerammten Elchenpsahlen lag mer et 6 Tonnen schweres Stück Kupfer, des. sen Oberfläche sorgfältig geglättet wor den war, ju welchem Zweck, ist nicht er, sichtlich. Daß viele Jahrhunderte voruderge rauscht sind, seit diese alten Bergwerk aulzer Betned gesetzt wurden, xi ude, allen Zweifel erhaben. Die Oeffnungen waren entweder völlig verschüttet, und die morschen Leiber von Rtesendaumen. welche seitdem gewachsen und wieder dem Zahn der Zeit zum Opfer gefall waren, um einer neuen Generation Platz zu machen, bedeckten die Spuren deö Wirkens icner längst ausaestordenen Menschenrasse, die wahrscheinlich mit den rathselhatten MoundbmlderSidentisch ist. Gin Streitsüchtig r. DaS Schwurgericht im RhoeDe. Hartement hat dieser Tage einen alteg Bekannten der Gerichtshöfe seines Be zirkS, den OptikuS Verdelet, abgeur, theilt. Verdelet, ein unermüdlichei Quarulant. hatte Mit semer B-rerstadz 25 Jahre lang Processe geführt. E, brachte seine Beschwerde vor alle mog lichen Gerichtshöfe, beklagte sich.unauf, hörlich, daß er nicht zum Ziel gelang! könne und zog die öffentliche Aufmerk samkeit durch lärmendes Verhalten auf sich; Im Jahre 1870 gab er in dea Vorraum des GerichtSgebaudeS eine Revolverschuß ab, der akademisch Herrn Sallantm galt, emem Richter, dem er die Berzögerung seiner Angelegenheis Schuld aad. Im Jahre 1879 durch. löcherte er mit Revolverschussen in Ui Garderobe alle Hute oer StaatSrathe. Wegen Bedrohung mit dem Tode vo die Geschworenen deS Seinedeparie ments gestellt, wurde er freigesprochen, da die Geschworenen ihn für verrück! erklärten. Die Verwaltung hielt sich jedoch nicht ermächtigt, rhn emzusperren, Im Iull dieses Jahres ermordete Äer delet feinen früheren Lehrling unl !" ...- r v :f -i aaeymangen cgnjicgcriogix zparizo Parifot hatte mit feiner Frau eine um glückliche Ehe geführt; die Frau warl dem Maime Trunkenhaftigkeit, de, Mann der Iran mehrfache Untreue vor. Schließlich trennten ste stch. Te, Mann aina nach Paris, Frau Parisof blieb in Lnon, wo sie auf halbe Rechnung mit ihrem Vater einen Laden mit ."f ". ! 1 1 opmazen Anurumenien unieryietr. Endlose Processe entsprangen aus die. fem Verbältnig.' Der alte Verdelet. welcher seinen Schwiegersohn mit Droh briefen verfolgte, wurde zu einem Mo, nat Gefängniß und zweitausend Franc Z Geldbuße verurtheilt, urze Zett da rauf kam Parisot nach Lyon zurück, wt er sich rn fem Gezchäkt wieder einsetzen ließ. Verdelet beschloß, mit seinem Schwiegerwhn ein Ende zu machen. Am 30. Juli machte er sich durch eint Blouse, einen alten Hut vollständig unkenntlich, bewaffnete frch mit einem Küchenmesser und mit einem Revolve, und begab sich an die Thür des Ladens semeS Schwiegersohns, der grade un Begriff war, einer alten Dame eint Brille zu verkaufen. Dreimal siieö e, dem Unglücklichen sein Messer m bi Brust. Parisot siel todt nieder, wäh. rend Voruoergedende snnen amtQtx Vater entwaffneten Uno tüchtig durch blaute.' Verdelet ist ein kleiner, ganz, weißhaariger alter Mann, vollständig i . ' rrn 1 --t ' v - iauo, aver iu? zeine zecysunoneozi.q Jahre erstaunlich ruftia. Während der Gerichtsverhandlung benahm sich d:r tlnverbeerliche alte Quarulant wi a wüthender Narr und rief zchreiend den Himmel zum Zeugen feiner Un. schuld an. Aus der Verhandlung erzai sich, daß er feit 1858 unaufhörlich Pro ge geführt hat. Die Geschworenen machten den ELceNtrrcttäten des gefatzr, .. jr f.. .. 1 1 ' r rt j.irmrzrzi t: . i n inui rin . tnk!?. wem lis ina mcrn cer urimnri duna seines Schwi??ersLh?.eS zu acht Jahren OefanZNiJ r.-rutt: eilten.
