Indiana Tribüne, Volume 15, Number 93, Indianapolis, Marion County, 20 December 1891 — Page 6
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llseee de,n WethS,tSbum. Nv??Ze von i. Aiaüctn. .Mir batikt, Mutter, vor unserm ein fincn ftita Christabend," batte Hedtotg deklomnzen gesagt, die Schaffnersfreu im &r'r liegt krank und der Mann fcjj Dienst ; was meinst Du, darf ich die blinder h?r::n:er holen und ihnen heute itfätttin?" Frau QriezZrOth Friedbaum blickte von der Näharbeit auf und antwortete vhue langes Besinnen, denn in HedwigK Äluzen lag wieder dieser stille Kummer, den ihr keiue Mutterliede abnehmen sonnte : Da hast Recht, dann ist uns gehol'cn und Du inachst der armen Frau ?ine unendliche Freude." So wiÄiährig ging die gute, fein fügende Mutter immer auf dre wenigen Wünsche ihrer Tochter ein; sie hätte wohl eine Welt darum gegeben, den ei ra groIen Herzenswunsch derselbe füllen zu können, aber das war im möglich. Und wie schwer Hedmig auch an dieser Last trug, wie sie sich wohl oft mühselig und beladen vorkommen rcechu niemals klagte sie, nie verrieth ei Wart, wie sie in sich um Geduld rang und kämpfte, nur die stumme Augen wollten sich nicht allemal gebieten lassen. Während Hedwig mit einem leisen frohen Auflachen schnell ihre Arbeit zuszMWen!egte, fand die Liebe der Mutter scheu neue Wohlthat für sie: .Du mußt aber eilen, Hetta, wenn Du noch ein kaufen willst'; in den Läden wirst Tu heute warten müssen". So trieb sie die Tochter hinaus, in die schöne stille Wwterlust, fort aus dem emsamen Stäbchen unter die Menschen; es mochte ihr gut thun, das rege Leben zu fühlen, sich Bewegung zu Dachen. .ftur wie viel Geld darf ick kaufen, Mütterchen ?" sagte Hedmg, im Jackchen von dunklem Seidenplüsch und dem hübschen Barret wieder hereinkosmend. .Nun. ich will einmal Vertrauens ftttg Dir Mein Vortemonuaie übergeden", lächelte diese. Hedsiz küßte froh die Mutter und vergaß in dem frohen Begluckunsplan für einen Augenblick den Druck, der auf ihrem Herzen lag. Die KrtegsrAhm sah der Tochter nach und jetzt, wo sie allein war, weinte sie. 23ie schade um das hüblche ltebens dürdige Mädchen, daß es sein Herz an diese hoffnungslose Liebe gehängt! Wie viel Leid hatte diese Neigung zu tem vermögenslosen Ofsizier ihr ge bracht. Und diese Treue! Ach, die Treue ist wohl schön und lobenswerth, aber das Herz, welches sie wider alle Vernunft bewahren will, muß daran zu Grunde gehen. Sechs Jahre waren es nun schön, als die Geschichte" ansing; der Vater lebte noch, er war es selbst gewesen, der ahuungsloZ den Lieutenant von Buchberg in's HauS brachte. Und nach ZV ei Monaten, da war daZ Unglück ge schehen, sie liebten sich, hatten e ein ander gesagt, und. Buchberg mutzte, selbst ohne genügende Mittel, die Kau tion zu stellen, zu seiner peinlichen Ueberraschung hören, daß außer einer ÄebenZ Versicherung der Kriegsrath so zu sagen nichts besaß. Sein mäßiges Vermögen war nach und nach drauf ge zsngen für das Studium zweier Söhne, die Ausstattung zweier Töchter. Und das Wenige, was für gleichen Zweck aus Hedwizs Antheil fiel, das durfte an nicht anzuhren. Das nächste Wort hieß für das junge Paar: Trennung! Aber sie liebte sich, liebten sich wahr 'haft, wollten nchts wissen von einem Lebewohl für's ganze Leben. Buchöerg quittirte. .Ich will ringen um wem Glück!" sagte er, ging nach Hiurburg. lernte zwei Jahre in einem Comptoir, wurde dann von seinem Chef ftnch Süd'Amerika geschickt, und seitdem kamen zwar regelmäßige Briefe voll Liebe und Zänlichkeit, aber das Ziel, . das Ziel, ach. er schrieb schsn gar tanze nicht mehr von seinen Hoffnungen, seinem Vertrauen auf die zene Kraft. (Si bat nur immer in ständig: Bewahre mir Deine Liede und Treue. Und Hetta bewahrte sie ihn?. Und seit Monaten blieb jeder Brief von ihm zus. Der Vater war gestorben, die Gatten beider Schrozste:n wurden weit fort in die Provinzen verseht, die Brüder lebim ihre, Berufe, ebenfalls fern von her Mutter und Hetta; so war das Le den der beiden Frauen recht einsam ge worden. Und ihrem Herzen fehlte nach und ach tmmcr mehr die Sonne. .Ack, eine Freude! Wenn Gott doch ?mmal tht rechte Freude schicken xooluf Wahrend die Mutter so trübe und imer trüber vor sich hinblickte und die DäVMerung nahte, lief Hetta von Laden zu Laden und kaufte hier für einige Grsschen, dort für eine ganze Mark und gar fär zwei. Mehr als fünf Mark Mchte sie der Mama nicht zumuthen, unh als für das Baumchen noch Wachs Uxpn fehlten, da zog sie das eigene magere Geldtäschchen , und bezahlte. ALÄ einen Strauß Weihnachtsrose ahm sie einem sileinkN Bcttelniädchen .ffür zbr eigen GelMch 'ab. Ganz belade. tixi sie im Menschen ström dadin und wieder nach öaus, Sie daÄ!e an Georg, den Geliebten, fernes! Ach, wie mochten seine Getan ea sie beute umschweben! Für .ihn ZTö's keinen Christbaum! o:t segne mir meinen Georg! Seane ihz. lieber Vater im Himmel, i'nd eiv uns Glück!" betete sie im cherzm n3 Mlte Hch doch - freier Kni fteuLtger, als den ganzen Tag -über. So kam sie nach Hau?, als , die Glocken eben daö MihnachtS fest ein kautet en.' ' ' j , Drunten in den unruhigen Straßen verhallten sie ungehört; hler oben dran gen' die feierlichen Klänge warm un) er- ! rauthrgend an ihr Herz, während sie m
offenen Kammerfenster stand und indaZ Abendroth sah. Sie ließ erst den letzten Ton verklingen, ehe sie mit ihren Packeten bei der Mutter eintrat, und nun begann ein hurtiges, freudiges Wiaken, denn die Kinder der Schaffnersfrau mußten früh in ihr Bettchen, damit die schwache, junge Mutter Ruhe bekam. Eine halbe Stunde sväter eilte Hetta die Treppe nach dem Erker hinauf. Tie Frau kannte den Schritt des lie den gütigen Fräuleins schon, das ihr t dieser Zeit täglich Suppen gebracht hatte, scköne Suppen, für Mutter und Kinder hinreichend, und das so hold und herzgewinnend mit ihr und den Kleine plauderte. Und nun wollte das Fräulein gar ? O, es war zu viel! Wie sollten sie und ihr Mann es vergelten, was daS Fräu lein und die- gnädige Frau Mutter an ihnen thaten? Beten Sie für mich, daß ich glücklich werde und daß der liebe Gott bald, ach, bald Gnade an mir thut!- sagte Hetta. Die kranke Frau wußte wohl, was sie meinte. Sie aber nahm die Kinder und lief mit den jauchzenoen Kleinen die Treppe hinab. Wenige Minuten später brannte das Baumchen und die jauchzenden Kleinen sprangen mit ihren Spielsachen in echtester Kindersreude um den Tisch. Auch ihrem klemen Dienstmädchen hat ten sie bescheert und es strahlte vor Glück. Mutter und Tochter sahen den Kindern lächelnd zu, dann plötzlich aber blickten sie sich unwillkürlich an und 0 Freude habe Acht! sprich leise, .Daß nicht der Schmerz erwacht." In Beider Herzen wuchs das so mmhig zurückgedrängte Weh über alle anderen Emp sindungen hin und weinend lagen sie sich in den Armen. Da wurde draußen heutig an der Klingel gerissen, der Ton schrillte ungewohnlich laut durch die bescheidene Wohnung, das Mädchen lief eilig zu öffnen und dann meldete es, draußen stehe ein fremder alter Herr, und bitte, die gnädige Frau sprechen zu dürfen, hier sei seine Karte. Walter Hernoth," laS Hedwig, hastig die Augen trocknend. .Jetzt Besuch? Unmöglich! stieß die Mutter heraus. .Mama, sieh her, da steht mit Blei stist: Aus Bahia. O Gott, Buchberg war ja anfangs dort, wenn der Herr ihn kannte?" So laß ihn eintreten!" winkte die Kriegsräthin. Hedwigs plötzliche Erregung that ibr weh, und wie gern hätte sie iorem atmen lieben Kinde eine Freude gegönnt. Aber ach, si: waren vom Schick jal nicht verwöhnt, muthlos dachte die arme Frau: .Was sollte uns Gmes kom men?" Der Fremde hatte draußen den Ueberzieher abgelegt ; er trat ein und sah in dem dunklen Anzüge durchaus wie ein Herr aus, aber seltsam braun gebrannt und kränklich. Das Bäum chen mit den Lichtern nahm sofort alle seine Aufmerksamkeit in Anspruch. Er blickte darauf hin, als könnte er seine Augen gar nicht daoon losreißen; über sein tiefgefurchteZ Gesicht flog es wie Rührung und plötzlich fuhr er mit der Hand über die Augen. Dann besann er sich auf sich selbst. .Verzeihung, meine Damen, seit drei ßig Jahren sah ich keinen Christbaum!" fagte er mir seltsam vibrirender Stimme. .Ah. Sie waren so lange Zeit im Ausland, mein Herr?" erwiderte freundlich die K'riegsräthin, indem sie noch einmal auf die Visitenkarte sah; der Name war ihr schon wieder tnu fallen. .Walter Hernoth, gnädige Frau! Sie werden sich des säumigen Schuldaers wohl erinnern?" .Schuldners? Hernoth? Ich wüßte wirklich nicht. Mein Herr, Sie irren sich am Ende in meiner Person, ich bin die Wittwe des ÄriegSrathes Fried bäum." .Meines tausendfach gesegneten Wohlthaters, ganz recht, gnädige Frau." Aber ich weiß wirklich nicht, mein Herr. Mein lieber Mann war fo gut und wohlwollend; eS wäre, ja möglich, aber ich ich habe Ihren Namen bis heute nie gehört!" erwiderte ganz be fremdet und etwas verwirrt d!e Kriegsräthin. Hedwig hatte dem Gast einen Stuhl geboten, den er indeß vorläufig mit ei ner Verbeugung ablehnte; das Mäd chen brachte die roth verhängte Lampe, Und die Kinder, die zuerst mit weit ge öffneten Augen vor dem fremden Herrn scheu verstummt waren, spielten zetzt schon mit der Vuppe unter dem Klavier Mutter und Kind und Papa. Herr Hernoth nickte ernst. .Ich habe mich wohl sehr verändert. Erinnern gnadige Frau sich aber viel leicht noch jenes Ofsiciers, jenes Unse ligen, den Ihre flehende Bitte ? .0, Gott!" rief die Kriegsräthin. . vor verdienter Strafe rettete?
.Sle waren t .Ich war der unglückliche, gnadige Frau, und mem Chef, Ihr Gemahl, ließ sich erweichen. O, ich habe tausend und tausend Mal den Ton gehört, um den Sie baten: Mach' ihn nicht unglücklich, lieber bester Mann! Er that'S nicht. Meine verzweifelte Neue, Ihre Fürbitte wurde mir zum Segen! Wie eine Se lige habe ich Sie verehrt, gnädige Frau! Und in seiner Güte gab Ihr Gemahl mir doÄ das Reisegeld, ersetzte, was ich der Kasse entnommen ehe auer ihm ein Mensch etwas ahnte. So ward ich gerettet. Jetzt komme ich, um zu dan ten. jetzt, nach dreißig Jakren. Ich habe nach hartem Kampfe Glück gehabt, ich bin wohlhabend geworden und meine lieben Eltern haben den Sohn in der Fremde gesegnet, der ihnen ein sorgen loseS,be)aglichesGreisenalt:rverschaffre. 1 1 " k :. 'il V l 11 . ?' fr . ... 2" esi nno ne zoe:oe loor, meine Vwe ster, die einzige, auch längst todt ich habe Niemand mehr" Wortlos hatten Mutter und Tochter
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zugehört, in schweigendem Staunen über den ältlichen Mann, welcher sicher und gewandt, tief ergriffen, aber selbstbe herrscht von seiner vergessenen Schuld svrach und dessen Aussehen in dieser Erregung sich immer sympathischer zeigte Jetzt schwieg er. Auch sie wußten nicht gleich das rechte Wort zu finden. Dann blickte er, plötzlich auffahrend, nach den Andern, die im Schatten des Klaviers fröhlich plauderten, sah Hed wig erschreckt an und rief: .Sie sind verh rathet? Das sind Ihre Kinder?" .Nein?" sagte diese betroffen. .Es sind die Kinder einer kranlen Mutter, meine Tochter ist unverheira thet," sehte die Kriegsräthin erklärend hmzu. .Aber Braut?" blickte er scharf nach ihrer Hand. .Ja!" nickte sie. Wie seltsam der Mann das Alles fragte. Doch sie fßte sich jetzt und der eine Gedanke, der ihr ganzes Sein und Sinnen beherrschte, kam wieder zur Geltung. .Sie lebten in Bahia, Herr Her noth? Auch mein Verlobter ging dahin, von Buchberg, er war in dem Geschäft von Lorentz u. Söhne." .Lorentz u. Söhne haben fallirt! Ich meine, daß ich einen Herrn von Buchberg ? Ader damit war'S nichts, er ging dann fort." .Ja! ja! So war es! Erhattedas Unglück, daß seine Chefs fallirten,hauchte sie. .Nun, und ich hoffe, Sie hatten seit dem " .AS, ja! Er schrieb, aber Glück V" Sie sah unbeschreiblich betrübt auS. .Es ist nichts mit dem Jagen nach dem Glück! Erarbeiten muß man seinen Erfolg, gnädiges Fraulein. Fortuna wirft ihn nur Wenigen in den Schooß." .Ich bin überzeugt, mein Verlob ter arbeitet wie ein Mann !" rief sie protestirend gegen seinen Ton, der ihr eine Herabwürdigung des Geklebten schien. Er nickte: ), sichzr! Aber bei strengster Arbeit kann ein Menschenalter darauf dingehcn, bis man reich wird. Seyen Sie mich. Zehn Jahre habe ich drüben gearbeitet wie ein Sklave und hatte nur das tägliche Brot, zehn weitere Jahre machten mich wohl habend, die letzten 5)ahre zum reichen Manne ! Ich habe nicht Zeit gefunden, zu heirathen; jetzt sehne ich mich nach Ruhe und Lebensfreude und einem stillen Familienleben! Wem soll ich mem Geld lauen, wenn ü tteroen werde? Und ich weiß, daß dreißig Jahre in Bahia eine Leistung sind, die leicht keines Europäers Gesundheit besteht. Auch meme tst letzt gebrochen, aber den letzten Rest meiner Tage will ich leben, will glücklich iem, glücklich machen vielleicht finde ich noch ein wenig Liebe, wie sie ein alter Mann beanspruchen kann. Die Lichter des Bäumchens waren herabgebrannt, der Duft der verglimm ten Kerzen füllte die Stube. Hedwig fatz am Fenster und Thräne ant Thräne rollte über ihre Wangen. Und daber sprach Herr Hernoth tmmzt werter, sprach von stch. seinen Interessen, seinen Hoffnungen auf spa tes Glück. Sie fühlte eine Anwandlung von Groll und' Zorn Segen ihn; er schien ihr so grausam egoistisch, ' daß er fo kühl hinwegglitt über Buchbergs Kämpsen und Ringen. Eine unaussprechliche sehnsüchtige Traurigkeit überkam sie. Und oa saß dieser Fremde und ging licht. Die Mutter sprach aus Höflichkeit mit hm von den nächsten Plänen. Er wollte sich hier einrichten, eine Lilla kaufen, sich an einem Geschäft becheiligen. Heswiz horte ihm schon gar nicht ner zu.1Uid er ging noch immer nicht. Endlich sagte die KriegSräthin nach chr herüber: .Hedwig, die Kmder müssen hinauf gebracht werden, und Du gibst uns dann vohl eine Tasse Thee!" Ktzt mußte der Gast umbrechen, Mutter und Tochter erwarteten nichts Anderes.. Aber nein! Er nahm die kümmerliche Einladung mit größter Dankbarkeit an. Es war eigentlich unoerfchämt. Aber gerade diese Dankbarkeit bewegie hedwigs grollendes Herz zur Milde. Sie dachte, wie' allein der Mann sein wüsse in der großen Vaterstadt, in der ihm kein Verwandter mehr lebte. .Ja. bleiben Sie, Herr Hernoth. Zagte sie mit ibrer sanften Stimme. Ach, wenn doch ihr Liebster draußen in der Fremde eine gute Seele finden möchte, die ihm den heutigen Abend fcoh machte! .Sie sind sehr gütig, mein Fräulein, nd ich nehme mit vieler Freude Ihre Aastfreundfchaft an," wandte Hernoth sich ihr lebhaft zu und küßte sogar ihre Hand, .aber gestatten S mir, daß ich och eine Viertelstunde fortgehe; ich habe eine Depesche aufzugeben und Zomme dann mit Freuden zurück. Mutter und Tochter waren gleich darauf allein. Aber seltsam, es lag ktwas auf ihnen, unklar nur und kaum krkannt. doch dies Etwas hinderte sie, sich, wie sie sonst zu thun pflegten, ihre Eindrücke über den Gast mitzuthei len. v.5, Im Grunde fühlten Beide mit einem gewissen Unbehagen, daß sie .den Gast zeladen. - Die Mutter hatte mit äußerster Ver wunderung den warmen Ton der Toch ter gehört, nachdem der Gast soeben in höchst auffälliger Weise von seinem gro ßen Vermögen und seiner Sehnsucht nach Liebe und Familienleben geredet. Sie sah jetzt, Hedwig hatte geweint. , 'i Was ging in dem Kinde vor? ' Inzwischen brachte Hedwig die kleiacn Gäste zu der Mutter zurück und be reitete dann eilig mit dem Mädchen den kleinen Theetisch.
Sie waren aber noch kaum damit fers tig, als schon wieder der scharfe schrille Ton der Klingel erschallte. Das Mädchen lief hin. Es gab an der Thür ein Raunen und Flüstern. Dann hörte Hedwig. wie ihre Mutter leise aus dem Wohnzimmer gerufen wurde, wie draußen ein Schrei oder was war das? Sie horchte erschreckt. Sttchts! Man flüsterte, man schlich über den Gang.
.Ach, Himmel, jetzt hat am Endej f. 1( . W i!., C i Herr ernvio eine Zlveionacyispenoc geschickt?" dachte sie erschreckt. Es widerstrebte ihr außerordentlich, eine solche von ihck anzunehmen. .Gnä Fräulein! Gnä Fräulein möch ten doch ganz still in dieser Stube blei ben, bis Frau Mama riefen," rief das Mädchen für Alles mit fehr aufgeregt tem Gesicht in's Zimmer hinein, zog aber den Kopf sofort wieder zurück, und nun ging im Nebenzimmer und auf dem Flur wieder das Hin und Hergehen und Flüstern an, dazpischen klang es wie unterdrücktes Lachen, wie aufgeregte Stimmen. Sie stand' am Fenster und blickte hinaus. Der Mond schien durch leichte Nebel wölken auf die beschneiten Dächer, auf die bereiften Bäume des nahen Parks, so still, so kalt. Sie liebte den Mond, konnte sich an seinem hellen Schein nie satt sehen, heute machte dies Licht sie sterbend traurig. .To ist mein Leben, glanzlos und still und freudlos, ein Hinträumen im falben Mond licht, und ich sehne mich so sehr nach Sonne und Glück und Wärme. O, Gott, gib meinem Herzen Krast und Freude, ein klein wenig Freude nur!" Sie hatte nie inbrünstiger gebetet. .Liebes Herz, willst Du jetzt herein kommen? Herr Hernoth hat Dir Etwas mitgebracht, Hedwig, Etwas recht Schönes, von Amerika, aber Tu darfst nicht erschrecken, Hetta, er kennt Buch und der aber sei recht ruhig, liebe" Die Mutter war'S, die so sprach, ab gerissen, beruhigend und doch so aufge regt, daß die Tochter eine unbeschreib liche, angstvolle Erregung überkam. Aber da standen sie schon an der Thür? da that diese sich auf, ein gro ßer Weihnachtsbaum, viel größer als daS kleine Ding, welches vorhin brannte, und da war, Herr Hernoth, und der trat feierlich auf Hedwig zu, nahm sie an der Hand und sagte zu der Erblei chenden: .Der Tochter meiner Wohlthäter kann ich danken, was die Eltern an mir gethan!" Und dabei führte er sie um den Baum und hinter demselben stand ein großer, schlanker Mann mit blondem Bart und leuchtenden Augen aber blaß wie der Tod und doch verklärt wie von seliger Freude ; er stand da und sie stand wie erstarrt vor ihm . DaS Glück war zu groß war ein Traum, ach. ein Traum! Sie strich wie verwirrt mit der Hand über dle eiskalte Stirn, sie wollte sagen: Es ist ein Traum! Aber die Worte kamen nicht über ihre zitternden Lippen. .Hedwig, meine Hedwig !" klang eS leise und unsäglich innig von denen des blonden Mannes. Ein Schrei, ein Freudenschrei, wle ihn nur wenig Menschen je hörten, hallte durch das Zimmer. .:qj Georg! Und nun lag sie in seinen Armen, nun hatten sie sich wieder und die ganze Welt versank ihnen, und keine Worte gab eS für ihre Glückseligkeit. Die Mutter weinte vor Freude und hätte wohl hinstürzend die Glücklichen gestört, wenn Hernoth sie nicht in die andere Stube geführt. .Er ist mein Compagnon! Ein Zufall brachte uns zusammen eine glück liche Schickung! Er nannte den Na men seine? Braut, ein Wort gab daS andere, er blieb be; mir, ich lernte feine Tüchtigkeit, seinen Charakter kennen, er und Ihre Hedwig. theure Frau, sind meine Kindes meine Erben ! Ich trage vamlt nur die Schuld meines Lebens ab! Sagen Sie Ja dazu?" So klärte Herr Hernoth erst jetzt den Sachverhalt auf. Es dauerte eine ganze Weile, bis das Liebespaar erschien, noch länger, b,S man dazu kam, den Thee zu trinken, nd alS Hedwig dann in die Küche ging, den ausgebrannten Spiritus durch frischen zu ersetzen, da saß das Mädchen für alles und weinte zum Er barmen. .Aber Lina!" .Ach. gnä Fräulein!" schluchzte daS gute Kind, .das Kleid ist ja wunder jchön, und die Schürzen und Alles und zehn Mark noch extra, aber wenn man so ansieht, was sür'n Weihnachten gnä Fraulein haben und die Glückseligkeit, dann dann! " Und da ging das Schluchzen' wieder los. .Nun, Lina, wenn aber Ihr Unter officier fähe. daß Sie mich beneiden!" lachte die glückliche junge Herrin. .Ach nee, das is ja ich, gnä, Fräu lein, es is ja blos man die Rührung und daß es so wunderschon aussah," sagte Lina. Zerstreut. Professor: .Ein Taschendieb hat mir auf dem-Festplatze meme goldene Dose aus der Rocktasche entwendet." Polizeikommissar: .Wlssen Sie denn genau, daß sie Ihnen ge stöhlen ist?" Professor: .Freilich! Ich fühlte ja deutlich die Hand hinten in meiner Rocktzasche." Poliz'eikom missar: .Aber weshalb griffen Sie da nicht zu und hielten die Hand fest?"- Professor: .Ich glaubte anfänglich. eS wäre meine eigene Hand." In der Geschichtsstunde. Lehrer: Müller, nun sage mir einmal schnell, wer war eS, der Peter den Gro ßen schlug? Müller (stotternd): E E ES Lehrer: Nur heraus mit der Sprache! Müller (weinerlich): Herr Lehrer, ich hab' den großen Peter nicht geschlagen, ich kenn' ihn gar nicht 'mal.
Ezas
Olarzipan tinfe yfesserkttHe. Der Pfefferkuchen 'hat seine altehr würdige Geschichte, welche natürlich un trennbar ist von derjenigen des TannenbaumeS und der Weihnachten überHaupt. Schon mehr als ein halbes Jahrtausend ist verflossen, seitdem sich unsere Vorfahren zum ersten Male an dem köstlichen Gebäck erfreut haben. Lebekuoche" oder .Lebkuoche" nannten sie eS nach der Weisung, welche? von frommer Seite an sie ergangen war. Denn die neue, halb süße, halb wür zige Erfindung stammte aus den Klo stern, und dort muß man auch Umschau halten nach dem Ursprung des NamenS, welchen sie führt. Während nur der zweite Theil des Wortes, wie klar ersichtlich, gut deutschen Ursprungs ist, stammt hr erste auS dem mittelalter lichen Latein. Denn .lidum" bedeutet .Fladen", ein schmackhaftes, feines Gebäck, welches damals überall gern gegessen wurde. Daß man sich aber in den Klöstern besonders auf die Zube reitung desselben verstand, darf nicht in Verwunderung setzen, da die geist lichen Herren und Fräulein die Zeit, welche sie von frommen Uedungen frei hatten, mit Vorliebe auf das gute Ge deihen des Körpers verwandten und zumal die Koch und Backkunst zu einer Höhe brachten, welche in der Folge nicht immer bewahrt wurde. Neben dem Lebkuchen hat jedoch daS Marzipan, wenngleich jüngerer. Ur sprunges, sehr bald eine wichtige Stelle unter den Leckereien des Christfestes eingenommen. Auch sein Name ist für das beutige Geschleckt keineswegs leicht zu deuten. In Lübeck, einem alten Markt für diesen gesuchten Leckerbissen des Weihnachtsfestes, erzählte man sich im Mittelalter über den Ursprung des Marzipans folgendes Märlein : ES war einmal ein böses Jahr, so daß alle Früchte verdarben und eine große Hungersnoth entstand. Die Men schen mußten Gras essen und wer, einer Nuß habhaft werden konnte, zahlte gern dafür drei Pfennige. Zur Erinnerung an diese trübe Zeit backte man in der Folge, wie um darzuthun, daß nun eine bessere gekommen sei, um so reicher ge würzte Brötchen aus allerhand leckeren Stoffen, welche man. weil das gewöhnlich am MarkuStage geschah, "Älaro! pAnsm" nannte. Doch ist diese Sage gewaltsam geschaffen, allein um d. fremdartigen Namen zu deuten. Vlel wahrscheinlicher stammt er aus dem Italienischen, wo pauis natürlich seine Bedeutung als Brod beibehält, maza dagegen soviel wie Milchmus ist. Dieser Sinn stimmt auch vorzüglich zu der Mischung, auS welcher das Gebäck noch heute hergestellt zu werden pflegt. Sehr schnell gewinnen nun diese bei den Backsorten die größte Beliebtheit. In den reichen Städten des deutschen Südens werden sie zum Leckerbissen, welcher zu Weihnachten nirgends vermißt werden darf. Zumal zeichnet sich Nürnberg durch köstliche Herstellung die ses Gebäcks aus. Kaiser Friedrich IlX der Habsburger, welcher sich oft und gern in dieser frohlichenReichSstadt auf. dielt, vernahmeinmal davon, daß sie sich eines besonders ergiebigen Kinder segens rühmen dürfe. Um diesen nun einmal in seinem ganzen Blüthenreich tbum kennen zu lernen, lud er sämmt liche kleine Leute, soweit sie noch nicht daS zehnte Lebensjahr überschritten hatten, zu sich in seine hohe Herberge. DaS war im Jahre 1437, als die ganze Sckaar der jungen Menschenblülhen, schon geputzt und rosig anzuschauen, zur Burg des Kaisers hinauftrottete. Es sollen gegen viertausend gewesen sein, zum fröhlichen Erstaunen deS Monar chen, welcher ein solches Schauspiel selbst in seiner Hauptstadt zu Wien noch niemals erblickt hatte. Um sie zu erfreuen, ließ er nun Lebkuchen, so viel ein Jeder zu essen begehrte, austheilen. Aber da zeigte sich, daß die SÄaar .der artigen und unschuldigen Leutchen" einen schier riesenhaften Appetit ent wickelte. Der Vorrath an Lebkuchen, welchen' der Kaiser hatte zusammenschaffen lassen, reichte nicht hin, die klei ven Gäste zufrieden zn stellen. Immer verlangten sie nach mehr und drängten sich jubelnd und übermüthig an den Herrscher. Da geschah denn daS Nner wartete, daß der mächtigste Monarch der Welt serne Gaste ungesättigt von bannen ziehen lassen mußte. Die Nürnberger stifteten aber seit dieiem Vorfall eine besondere Art Lebkuchen mit dem wohlgetroffenen Conterfei des Monarchen, welche sie .daS Kaiserlein" nannten. Noch andere Städte waren berühmt durch die Fertigkeit, mit welcher sie das süße Gebäck herzustellm wußten. So vor Allem Ulm, neben Basel und BrauttHwelg, Bremen und BreSlaü, Danzig und Thorn. Dem Gaumen der Erwachsenen behagte dasselbe nicht minder, als demjenigen der kleinen Leute. So soll nach einer Anekdtt: in Christoph Weigels Abbildung der .Ge mein - Nützlichen Hauptstände" vom Jahre 1698 ein Graf bon Werdenberg seine Herrschaft .mehrentheils in ulmi schen Lebkuchen verschlucket" haben. Während er sich bei dieser behaglichen Mahlzeit besand, rief er einmal über daS andere: .Mehr her, mehr her! wie schmecken sie so gut!" Bei dem Wohlstand, wie er in den deutschen Städten des Mittelalters herrschte, darf man sich Nicht wundern, daß auch die Tafelfreuden dadurch gehoben wurden. Zumal verwendete man auf das Marzipan Summen, .welche man heute nicht wohl dafür übrig haben würde. Fehlen durfte er auf, keiner vornehmen Tafel, .denn dieses ein Ding ist, daS insonderheit dem liebreichen Frauenzimmer lieb und annehmlich ist." 'MlHaibeHSfettFDT2rften und in den Klöstern spielte auch in den Häusern der reichen Patrizier dies kostbare Gebäck eine bevorzugte Rolle 1 aus der Tafeln Ein LuxüS wurde dam trieben, daß allerhand Verordnungen auftauD,Aw , sollten. l-'- 'Zs&s
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Und wie der deutsche Tannenbaum heute weit über die Grenzen hinaus ge drungen, innerhalb deren die germani fchen Stämme wohnen, so haben auch unsere Weihnachtsleckerbissen dieselbe Eroberung gemacht. Die Herstellung von Marzipan und Pfefferkuchen in jener schmackhaften Vollendung ist ein Geheimniß, welches uns kein anderes Volk der Erde bisher abzukaufen ver mochte. Dabei sind es merkwürdiger Weife immer noch die alten Märkte, wo diese Weihnachtsleckereien heute ebenso gut wie vor einem halben Jahrtausend zumeist hergestellt werden. Die .Lek kerli" Basels und die Lebkuchen Nürn bergS, die Marzipane Königsbergs und die Pfefferkuchen ThornS theilen sich beinahe in die Herrschaft des Gaumens, soweit derselbe Geschmack findet an die sem berühmten Gebäck. Auch künstle risch ist insofern ein Fortschritt zu vermerken, als man die Verzierungen des selben wieder mit wirklichem Geschmack herzustellen bemüht ist. Man verwendet nicht nur die alten bewährten Modelle, an denen einst un sere Vorfahren eine so mniqe Freude hatten, sondern sucht auch aus den Schöpfungen neuerer Meister Nutzen zu ziehen. Ter große Aufschwung, welchen das Kunstgewerbe während der letzten Jahrzehnte gefunden, ist eben auch den Leckerbissen zu Gute gekommen, welche wir unsern kleinen Leuten zu Weihnachten unter den Tannenbaum legen. Silvester Freu. Der Weinvatt in England. Der Weinbau ist in England sehr alt, und aus alten Dokumenten erficht lich. von den Römern eingeführt wor den. Man ersieht aus dem Domesday BookS. daß zu jener Zeit ziemlich bedeutende Weinberge existirten und eS ist auch bekannt, daß die Abteien und Klöster stets einen Weinberg in der Nähe hatten deren Leiter allerdings gewöhnlich Fremde waren. Die schönsten und zahlreichsten Weinberge - waren im Sü den Englands, doch weiß man, daß es auch in Derbyshire einige gab, die Ruf hatten. Indessen schon unter Heinrich II. fing man an, den Anbau der Rebe zu vernachlässigen, da England in den Besitz eines Stücks des Wein producirenden Frankreichs gelangt war, doch berichteten die Dr. Plot, Barnady. Googe und Samuel Hartlib übereinstimmend, daß trotz dieser Vernachlassi gung ein großer Theil des gebrauch'.en Weins im Lande selbst gekeltert sei. So erwähnt Hartlib den Sir Pierre Ricard, der jährlich (3 bis 8 Fässer Wein erntete, und Miller sagt in feinem Dictionnarn, daß im Jahre 1763 in den Kellereien des Schlosses von Arunde in Sussex mehr als 60 Fässer selbstge kelterten Weins lagerten. Hales erzäblt in seinen landwirtschaftlichen Berichten, daß er bei Dr. Shaw in Kensington (heute ein Staöttheil Londons) einen selbstgekelterten Wein getrunken habe, von dem er behauptet, daß der selbe sehr gut einen Vergleich mit eini gen leichten französischen Weinen aus' halte! Im Laufe des letzten Jahrhun derts machte Charles Hamilton in cinem Weinberg bei Cotham (Surrey) einen Wein, der dem Champagner ahn lich war. Dieser Weinberg war an dem Südabhang eines Höhenzuges gelegen und war mit der Auveranat- und anderen schwarzen Reden bepflanzt. Im Anfange deS achtzehnten JahrHunderts wurde d Idee, die Reben cultür in England in großem Maßstabe zu betreiben, in der Absicht, von Frank reich unabhängiger zu sein, sehr gepflegt. Ein Schriftsteller jener Zeit berich:et darüber: .Unsere Gärtner finden, daß die Rebe in England sehr gut fort kommt und große Erträge liefert. Auch reifen die Trauben so gut aus, daß sie einen vorzüglichen Most liefern," und an einer anderen Stelle sagt derselbe: .Es ist zweifellos nicht die Ungunst der Witterung, die Schuld ist, daß die Trauben deS Landes geringer sind, als die Frankreichs, sondern nue der Man gel einer verständnißvollen Pflege des Weinstocks Poztlethwayr, der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts lebte, geht sogar so weit, zu behaupten, daß er einen Landwein getrunken habe, der viel Kör per besaß und ein weit zarteres Bou, quet hatte, als dje besten Weine Frank reichS. Loudon indessen, etwas weniger chauvinistisch, sagt in seiner Encq. klopädie deS Garten, und Weinbaus, daß der in England erzeugte Wein zwar nicht ebenso große Feinheit besäße, wie die französischen Weine, daß er indessen mehr werth wäre, als viele Weine, die von dort verschickt würden, ohne daselbst geerntet zu sein. Trotz alledem verschwand der Wein bau in England gegen Ende des letzten Jahrhunderts. ' . P r ak tis ch e Mstivirun g. Der berühmte englische Portraitmaler Smiths malte einst d!e Gattin eines Parvenü'S und sehr reichen Mannes. Die Dame war von Gesicht zwar leid lich hübsch, sie hatte aber etwas mißge staltete Hände. Als daS Gemälde fertig war, sagte sie zu dem Künstler: .Sie haben meinen Handen wehr als meinem Gesichte geschmeichelt". DaS ist in der Ordnung, meine Gnädige", versetzte der Maler, .denn dle , Hände bezahlen ja auch". W a S der M e n f ch e l g e n tlich ist. .Alle Nahrungsmittel und Getränke", schreibt em berühmter englischer Arzt, .sind nur konkretere Formen, zeitweise Erscheinungsweisen von Luftarten, die der Organismus als seine tägliche Nahrung i verlangt ; eS lebt der Mensch eigentlich nur von Luft, er arbeitet für Lust, er selbst wird je deMügenhlicke jju ;ftiK4-tttdii4 am Schlüsse , seinerS,Taze'Menn"S''er stirbt, sich ganz und gar in Luft auf ilLClM i 1 I 1 10 l 4?fff:4'K-i ' : WJ' "' ";, ' . Einladend. .Vater, soll st mal gleich zu Muttern kommen lMÄaS) sie vjll, weiß jck .vi0ptt!Mii$msm dlfil n l l ; ..
5!och ein schiefer Thurm.
Außer dem berühmten schiefen Thurm, dem Campanile (Glockenthurm) von Pisa, kann auch die Architektur Spa niens ein zweites ähnliches Bauwerk ausweisen, nämlich den schiefen Thurm der Kirche von San Felipe in der alt berühmten Maurenstadt Saragossa am Ufer des Ebro. Die Abweichung von der lothrechten Linie, obwohl an sich nicht sehr bedeutend, ist doch bei der Hohe und Schlankheit des Thurmes deutlich erkennbar, und ist thatsächlich so sta-k, daß die höchste Balustrade des Thurmes mehrere Fuß über den Kopf eines Beobachters hinausragt, der un ten am Fuße, und zwar auf der spitz winkligen Neigungsseite deS Thurmes Posto gefaßt hat. Die unendlichen Regengüsse, welche Spanien neuerdings heimgesucht und in dem totalen Mangel an schützenden Uferbauten und der gänzlichen Vernach läsfigung der Flußregulirung entsetz liche Überschwemmungen herbeigeführt haben, findauch für daS Ebrothal ttt hängnißvoll geworden. Sarogossa ist von dem Verderben nicht verschont wor den. Seine, hohe Lage 600 Zß über dem Mittelländischen Meer schützt die Stadt keineswegs, auch der Ebro hier noch fast ebenso hoch über feiner Ansflußmündnng lier. Nur wenig höher, als der Flußspiegel liegt die Kirche San Felipe. Die Regengüsse haben den Fuß des Thurmes stark un terspült, und mit Besorgniß sehen die Einwohner, daß der Neigungswinkel desselben allmählich kleiner wird. Nur noch wenige Grade und nach den Ge fetzen der Schwerkraft muß das stolze Bauwerk zusammenstürzen. Einetbeil weise Bodensenkung, Nicht die Absicht der Erbauer, war eS ohne Zweifel, die daS anfänglich lothrechte Bauwerk aus der Richtung brachte. SarogossaS Herrlichkeit ist feit dem letzten Äbencerragen auf immer dahin. Dort, wo einst der Eid und seine Schaaren mit stolzen Mauren kämpften,! wo maurische Gelehrsamkeit, Dichtkunst und Ritterlich!eit im Wettstreit Pracht und Glanz der Saracenenherrscher feier ten, erinnern nur noch öde Ruinen an die einsttge Herrlichkeit. Längst ver fallen, von Unkraut überwuchert, liegen die stolzen Paläste mit ihren reizenden Gärten und sprudelnden Wasserkünste. Der eingebildete ranke und sei Arzt. j mwm CSY 1 I las n 3' Vif-!n tn it sil'?s Ll ö t.r s' l v.nrMfn-:f ",y- , vtjvrw'tfä'y .-w L ' VI S I I i, r- f. h 1 -i I il hf '.nl Wj Arzt ( zum Patienten) : Sie können nicht leugnen, daß Ihr Appetit stark zugenammm bat? Patient (erstaunt): Allerdings. , Ant i eindringlich): Ihr Schlaf tst langer uns teuer geworoea t Patient (ängstlich werdend): Allerdings, aber Arzt (streng): Unterbrechen Sie nicht. Wenn Sie stark gearbeitet ha ben, fühlen Sie sich zweifellos abgespannt und müde? ' Patient (immer ängstlicher werdend) : Tt . .Ai''. or r . .mi VZUiij uuftiy. utfc jugtu wit um, doch um Himmelswillen,Herr Doctor Arzt (schnell einfallend): Ein ern ster Fall, ohne Zweifel. Die Symptome sind gravirender Art: Doch Muth ge faßt, mei. Freund! Verzweifeln Sie nicht an der Wissenschaft, welche unS Mittel an die Hand gibt, Sie aus Ihrer gefährlichen Lage zu befreien und völ lig herzustellen. (Patient schüttelt dem Aeskulap.geruM,5 v MbeW!lieber Baron, wie kommen Sie dazu, mir oieje vuugen diamanten anzubieten?! Die hatten Sie sich für Ihre Frau gekauft i
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