Indiana Tribüne, Volume 15, Number 93, Indianapolis, Marion County, 20 December 1891 — Page 3

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Sergins Dänin. Roman von eor&et)tiet

(3. Fortsetzung.) ,EZ ist nicht mehr als ehrlich. " Jagte Marechsl. .Freilich, dergleichen kommt heutzutage nur selten vor! Caore! drehte sich auf den Absätzen im Kreise herum, schritt zur Thür, tehrteL arm Wieder um., reich! Marechal tut Hand und sagte. .Jedenfalls nichts jär urtguil Der Sekretär : ich. ohne in Work zu erwidern, den Arm ZchJtteln -jnd der Bankier Rlfemte sich, indem zt leis Itumtc: .Hak keinen GrsZchen m Sack aber doch seine eigene Meinung Das ist in Burfch. der eS nie zu tixszl bringen wird. " Vier!? Kapitel. AIS Pierre Telarue in Paris ankam, Lbersiel ihn in seltsame Gefühl. Seit dem Tage, m er den 33 des von Frau Desvarennes empfangen, beherrschte ihn nur der eine Gedanke zurückzukehren. Er hätte in leknem aufgeregten Zustande am liebsten die rasende Ekle der tzlek tricität benutzt, um nur schneller n MicheiincnS Nähe zu kommen Kaum aber war er in Paris angelangt, da bedauerte er fast die Schnelligkeit sei ner Ncife er fürchtete sich. Je naher der Augenblick herankam. dn fein Schicksal entscheiden mutzt, desto wen! ger Eile hatte der junge Mann, sich sei ner Braut vorzustellen. Es war eine Art van Vorahnung, daß der erwartet Empfang ihn zur Verznmssunz bringen erde. Und je mehr Rechte er geltend zu machen hatte, desto verlegener fühlte r sich. Der Gedanke, daß Michelin ihr Versprechen vergessen haben könnte, trieb ihm die Schamröthe auf die Stirn In diesem Zustand größter Aufregung kehrte Pierre nach Paris zurück. Als er Cezrol erblickte, war seine erste Ne, gung, wie der Bankier richtig errathen hatte, ihm zuzurufen: .Was geht hier vor? Ist ÄlleZ für mich verloren?" Ad?r eint Art Scham schloß ihm den Mund, er wollte nicht gestehen, daß er zmeisie. Eayrol hätte ihm auch nichts weiter zu erwidern gehabt, als daß Alles, vorbei sei und daß ihm nichtZ mehr übrig bleibe. a!s um seine Verlorene Lieb? zu treuern. Er wandte sich ab und ,nt fernte sich. Die Geschäftigkeit des Pariser Stra ßenlebenS verwirrte und betzudte ihn. Nach einem Jahre der Stille in den friedlichen und schweigsamen EinZden Afrikas befand er sich plötzlich mitten unter den Rufen der Straßenhandler, dem Wagengerassel, kurz, dem unauk horlichen Getriebe der Großstadt; be: Kontrast war zu grell. Eine unertrög lich xhrz suche Ermattung lahmte ihn; es schien ihm. als ob fein Kopf so schwer geworden fei. daß er ihn nicht mehr tat recht halten könne, und erschöpft sank e, in den Wagen, der ihn in'? Hotel du Louvre bringen sollte. Vor seinen Augen, die m'Z Leer starr, ten, eilten die einförmigen Häuser vor über; er versuchte, um den ihn drücken den Alp zu verscheuchen, die Gaölateraen zu zählen, eins. zwei. drei. vier, fünf, ober stets wurde sein Zählen eon den nämlichen Gedanken unterbrochen: Du bist todt, denn deine Braut heira'.het einen andern.- Er glaubte wahnsinnig zu werden. Ein stechender Schmerz über dem rechten Auge durchbohrte seine Stirn. Schon früher einmal hatte er einen ähnlichen Schmerz verspürt, als er, nm die Prüfungen für den Eintritt ins Polytechnikum zu bestehen, sich über arbeitet hatte. Mit bitterem Lächeln fragte er sich nun. ob vielleicht eins von den schmerzenden Gefäßen seines GehunZ lernen walle. DaS plötzliche Anhalten des Wagens entriß , ihn diesem qualvollen Zustande. Der Hoteldiene? Sfsnete den Schlag. Pierre stieg gedankenvoll auS; schwel gend folgte er dem Kellner, der 'hn n ,t'm Zimmer des zweiten Stockes Zührte. Als er allein war. 'setzte ex sich hin. DieseI unansehnliche GasthauZzimmee mit feiner alltZgllchen Einrichtung haucht, ihn mit Eiseskaltt an. Er sah dar! das Bild seines zukünftigen .infamen und verlassenen Lebens. Wenn er sonst nach Paris zurückkehrte, wohnte er bei Frau DeZvarenneS. Dort, kn der Rue St. DsWimque. umgab 'hn stets dererfrifchendeHauchdeSFamilienlebenS. Wenn 'er dort erschien, strahlten alle Augen in zärtlichem Ausdruck h?er aber herrschte nur ein bezahlte? Interesse, eine Höflichkeit für so und so viel den Tag. Ob es wohl künftig immer so bleiben würde? Dieser peinliche Eindruck verscheuchte, roie durch einen Zauberschlag, seine Schwache. Er sehnte sich so sehr nach den Genüssen der Vergangenheit, daß er sich, um sie auch in der Zukunft nicht entbehren zu muiien, .. entschloß, den Kampf aufzunehmen. Er zog sich rasch cn, beseitigte schnell die Spuren seiner eiligen Reise, spreng dann entschlossen in eine Droschke und fuhr zu Frau Te. varenneZ. Seine UnentschlosZenheit war verfchniunden, fein Schwanken schien ihm jetzt verächtlich, er war. bereit, sich zu vertheidigen, -denn sein Glück stand auf dem Spiele. Als er an der Place de la Qoncorde vorbei kam, kreuzte seinen Wagen eine Kutsche. Er erkannte die Livree der ZZrau TesoarenneZ und beugte sich schnell hinaus; die Prinzipalin aber hatte sich tief zurückgelehnt und sah ihn nicht. Er war eben im Begriff, halten und umwenden zu lassen, um ihr nach, zueilen, ein kurzes Nachdenken , brachte ihn ucci) davon ao. 2uucgciin war es die er sehen wollte;, von ihr allein hing sein Schicksal ab, Frau DesoarenneS hatte es deutlich genug durchblicken las fen, als sie ihn durch jenen oerhangniß, vollen VrZes zurückrief. Er fuhr also rveiker und hielt wenige Minuten später

!! in der Straße St. Domimque, , vor der

' 1 7büx des Hauses Desvarennes.-

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Michellne und eanne waren nocy m Garten und faßen an der nämlichen

wtelle wie vorher, kn der Nähe des Ra senplatzeZ. Eanrol, der SergiuS nach grgangen war, hatte sich zu ihnen gesellt. Beide benutzten die Gelegenheit und

diesen schönen Morgen, um sich in den intzückelOen Anblick der geliebten Wesen jj versenken. Da erregten rasche Schritte and daß Knirfchen deS SandeS aus d.m Weg, plötzlich die Aufmerksam' ittt der delden Paare. Im vollen Son senlich, oäherke sich Ihnen ein junger Mann, ven aber weder Jeanne noch Michellne rkannte. Als er sich der Gruppe aus drei Schritte genähert hitke. ! 'üftelk er langsam den Hut; ein trauriges racheln flog beim Anblick der gezwunge: nen Haltung und der erstaunten Mienen beider sunzen Mädchen über'seine Lippen und er frag:? 'n ruhigem Ton: .Habe ich mich denn so Zehr verändert, daß tch Ihnen meinen Namen nennen muß?" Bei diesen Worten sprang Michelkne hastig auf; sie ward weiß wie ir Hals rissen und blieb itternd. stumm und starr sor Pierre stehen; die Thränen traten lhr in die Augen, sie konnte kein Wort hervorbringen, aber ihre Blicke waren unoerwandt auf den jungen Mann gerichtet. Er. der Gefährte ihrer Kindheit stand vor ihr. die Strapazen. vielleicht auch die Sorgen hatten ihn so verändert, daß sie 'hn nicht erkannt hatte; er war hager geworden, lein Antlitz war gebräunt und von einem schwarzen Bart umrahmt, der ihm einen männlichen energischen Ausdruck ver lieh. Ja, er war ?Z wirklich, und im Knopfloch hatt er ein schmale?, rothes Bündchen, daß er vor seiner Abreise noch nicht besessen hatte und das die hohe Bedeutung der von ihm ausgeführten Arbeiten und den Ernst der Gefahren. denen er getrotzt, bekundete. Pierre stand unbeweglich und wortlos da; er zitterte; der Klang seiner eigenen, durch die Aufregung gedämpften Stimme hatte ihn erschreckt. Auf einen kühlen Empfang war er allerdings gefaßt gewesen, aber diese einem Schreck ähnliche Verwirrung überstieg alles, was er je geahnt hatte. Sergms ttaunte und wartete. Endlich brach Jeanne daS eisige ?jc. ; . r.. .i, ;c. t. t v cu'ntu, ri: ml iiuyc;, vvi ein Jugendgefahrtkn die Stirn und sagte: Nun. wollen vl?ie Ihre Freundinnen nicht küssen ?- Ein liebeoolleS Lächeln begleitete diese 5cm; ;wei Thränen der Dankbarkeit erglänzte n des jungen ManneS Au gen und rollten auf Fräulein von Cer na?S Scheitel. Micheline. bewältigt von ihrer Erregung, lag plötzlich, ohne daß sie sich osn dem. was sie that. Ne chenschaft ablegen konnte, in Pierres Armen. Für Sergius wurde nun die Situation sonderbar und bedenklich. Cayrol. der feine Kaltblütigkeit nicht erlcren hatte, begriff dies. . wandte sich zum Fürsten und sagte: .Herr Pierre Dekarue. Fräulein DeSoarennes' Ju zer.dzenoiZe. fast ihr Bruder." fügte ,r noch hi::;u und erklärte mit diesem inen Work! alles, was für einen -Frem )en m dieser Zärtlichkeitsscene Unge Lhnl'cheZ liegen mochte. Dann fügte er. sich an Pierre wen dend. einfach hinzu: Fürst Panin. - Die beiden Manner blickten einander jm. ff . . esr an. 'ergms mit yochmutyiger vieugier, Pierre mit unaussprechlicher Wuth. Er hatte in diesem schlanktn. hübschen Bur ichen. den er so vertraulich bei seiner Braut fand, sofort seinen Nebenbuhler erkannt. Hakten Blicke tödten können. der Fürst wäre leblo? hingesunken. Panin hielt es nicht der Mühe werth, den Haß. der aus PierreZ Augen sprühte, zu beachten. Er wandte sich an Micheline und sagte mit außerordent sicher Liebenswürdigkeit: Ich glaube, mein Fräulein. Ihre Frau Mutter hat heute ihren Empfangsabend; ich werde also de rhre haben, ihr meine Auswar zu machen. Dann rerLbichledete er sich lächelnd ,on Jeanne. grüßte Pierre höflich und e.".k fernte sich m EanrolS Begleitung. AlS de? Fürst fort war, konnte Miche line freier susathmen. In Gegenwart dieser zwei Männer, denen beiden sie angehörte, dem einen durch ihr Gelobnin. dem andern durch ihr GestSndniß. litt ihr Zartgefühl unaussprechlich. Nun. da sie mtt Pierre allein war. fand sie ihre Fassung wieder und fühlte ein tiefeS En barmen mir tiefem, von so grausamer Enttäuschung betroffenen armen Bur5 schen. S:e trat liebevoll auf ihn zu. blickte ihn mit ihren guten Augen von ehemals an. drückte ihm die Hand und sagte: .Ich freue mich, dich wkederzu? sehen. me?n guter Pierre, und auch meine Mutter wird sehr froh fein. Wir waren deinetwegen beunruhigt. Zeit Mo naten hnst du unS kein Nachtrichken zu kommen lassen. Pierr zwang sich zu der scherzhaften klntwort: Die Posten in der Wüste sind nicht sehr regelmäßig; ich schrieb stets, wenn sich Gelegenheit bot. Briefe Itf 5,k?,5,VN rn ftm .c tr wr.: f.r, rx:J vis li'uy 1,1 nyi t7w"f sein, daß man dich ein volles Jahr lang nicht fortbringen konnte? .Ich mußte zur Vollendung meiner Arbeiten noch einen letzten Ausflug an die tripolikanlsche Küste machen. Um nicht da? ganze Nesultat so vieler An strengungen preiszugeben, war ich geno thiat. mich mit großem Eifer meiner Auf, gäbe zu widmen, und ich glaube Erfolg gehabt zu haben wenigstens bei meinen Vorgesetzten." fügte der ' junge Mann mit schwachem Lächeln hinzu. Mein lieber Pierre, Sie-kommen gerade zur rechten Zeit auS dem Lande der Sphinre,- unterbrach ihn Jeanne, mit einem bedeutungsvollen Seitenblick auf Micheline; ich muß Ihnen verkünden,, daß es hier ein Räthsel zu lösen giebt.-, , , ,W, a - .Was sür eins? Das Räthsel dieses HerzenS." sagte Jeanne, indem sie mit ihrer Fingerspitze die Brust ihrer Gefährtin berührte. .Ich habe darin seit unserer Kindheit stets wie in einem Buche lesen konnne", antwortete Pierre mit bebender Stimme und wandte sich an die sprachlose Miche line. Fräulein von Cernay schüttelte den

Kopf und sagte: .Wer weiß? Vielleicht hat man während ihrer Abwesenheit die Schriftlichen gewechselt! Sie nickte khm freundschaftlich zu und richtete dann ihre Schritte nach dem Hause. Pierre blickt ihr einen Augenblick nach, wandte sich dann plötzlich an seine Braut und Zprach. .Soll tch die dein Geheimniß verrathen. Micheline? Du liebst mich nicht mehr. Das funge Mädchen erzitterte. Der

Anarist war so direkt, daß eine sofortige Erklärung erfolgen mußte. Sie hatte schon längst darüber nachgedacht. waS ic woyi an cem aae. an weimem Pierre Rechenschaft von ihr fordern würde, antworten kZnne. Nun war dieser Tag plötzlich da und die zurechtge. egten Gedanken waren entflohen; die nackte, kalte Wirklichkeit stand vor ihr. Sie sah ein. daß die Veränderung. welche sich in ihr vollzogen hatte, ein nicht zu beichZnigender Verrath sei. des. en schuldloses Opfer Pierre war, und erwartete nun zitternd, im Gefühl ihrer Schuld, den SchmerzenSauSbruch dieses so grausam rerwundeten. treuen Her zenS. Verwirrt stammelte sie: .Pierre, mein Freund, mein Bruder " .Dein Bruder!" entgegnete der junge Mann bitter, .ist dieS der Name, den ch bei meiner Nückkehr erwarten dürfte?" Diese Frage, welche die Situation so vollständig beleuchtete, konnte Micheline nicht beantworten. Sie fühlte indeß die ?!othwendigkeit, sich um jeden Preis zu vertheidigen; ihre Mutter konnte zeden Augenblick zurückkehren, und waS würde ihr Loos sein, wenn sie plötzlich ihrer Mutter und ihrem Bräutigam zugleich gegenüberstände? Es war ein entschei dender Moment und nur die Liebe allein konnte ihr die nöthige Energie verleihen. .Warum mußtest du unS verlassen!" fagte sse traurig. Pierre erhob stolz sei angstvoll ae senkteS Haupt und erwiderte einfach: Um dich zu verdienen." .Du brauchtest mich nicht erst zu verdienen, du standest schon so hoch über den anderen. Wir waren verlobt, du brauchtest mich nur zu behüten." .Konnte sich dem Herz nicht selbst be? hüten?" .Ohne die Hufe, ohne die Stütze deu ner liebenden Gegenwart?" .Ohne eine andre Hilfe und Stutze als diejenige, welche ich selbst hatte: Hoffnung und Erinnerung." Micheline erblich; ,edeS seiner Worte ließ sie die Schmach ihres eigenen Be tragen? starker suhlen. Sie suchte sich ws andre Weise zu entschuldigen. .Pierre, Du weißt ia selbst, daß ich ?iur ein Kind war.. .. Nein, " erwiderte der junge Mann mit bebender Stimme, ich sehe, du warst bereits ein Weib, das heißt ein schwaches, unbeständiges, grausames Wesen, daS sich wenig um die Liebe kümmert, die es einflößt, ein Weib, das der Liebe, die eS selbst empfindet, r.lles spfert. - So lange Pierre sich nur auf Klagen beschränkte, fühlte sich Micheline niederzebeugt und schwach; jetzt aber, wo der junge Mann sie anschuldigte, kehrte ihre Geistesgegenwart zurück; sie wurde un willig und sprach: DaS sind harte Zorte. Pierre. " Aber nicht unverdiente!" rief Pierre, der sich nicht mehr bemeistern konnte. ,Zitternv und die Augen mit Thränen ze füllt, komme ich an, und du hast nicht nur kein Wort der Liede für mich, du beschuldigst mich sogar fast der Gleichgültigkeit. Meine Abreise wirfst du mir vor! Begreifst du denn nicht die 'Beweggründe, die mich bestimmten, forttugehen? Ich sollte dem Gatte werden, m warst reich, und ich war arm; um die'en Untcdchied auszugleichen, faßte ich den Entschluß, mir einen Namen zu machen. Ich bat, man mochte mir eine kener gefährlichen, wissenschaftlichen iMifsionen anvertrauen, welche denen, die sich ihnen widmen, entweder Ruhm der den sichern Tod bringen, und ich zkng fort. Das ist's also, worüber du Sich beklagst! O. glaube mir nur. daß ich dich nicht verließ, ohne einen herzzerreißenden Schmerz darber zu empfinden. Wahrend des ganzen JahreS fast ganz allein, ermüdet und zerschlagen, in beständiger Gefahr, hielt mich der Gedanke aufrecht, daß ich sür dich leide, und er war's, der mich alleS erdulden ließ. Und wenn sich Nemer m zenen endlosen Wuiteneien Traurigkeit und Muthlosigkeit bemSchtizen wollten, dann rief dein Name und dein lkebeS Gesicht die Hoffnung in mir wach und mit ihr fand ich meine ganze Energie wieder. Ich sagte mir: sie er artet mich; eS wird ein Tag kommen, mo ich den Lohn für alle diese Mühsal empfangen m-rdel Nun, Micheline. Ueser Tag ist jetzt gekommen; ich bin zurückgekehrt und fordere die Beloh liung. welche ich zu erwarten berechtigt bin; kannst du sie mir verweigern? Während ich dem Glücke nachjagte, raubte mir ein anderer, der praktischer and besser als ich berathen war, dein Herz. Und nun ist mein Glück zerstört. O, du hattest recht, mich zu vergessen! Ein solcher Narr, der seine Braut per? läßt, verdient nicht, daß man ihm treu bleibt; er gehört zu den Lauen, die nicht lieben können!" Diese leidenschaftlichen Worte machten wf Micheline einen liefen Eindruck. Zum erstenmal blickte sie in ihrcS Bräutigams Seele und gewahrte, wie sehr sie geliebt sei; nun bedauerte sie, es nicht schon früher so gründlich gewußt zu Habens Hätte Pierre, früher so mit ihr gesprochen, wie er eS jetzt that wer weiß ob MichelincS Gefühle sich so geändert haben würden; ihre Liebe wäre dann zweifellos eine andre gewesen! und sie würde ihn auS eigenem Antriebe geliebt haben. Pierre hatte jedoch das Geheimniß seiner Leidenschaft sür daS junge " Mädchen in sich verfchlossen. ' Nur die Verzweiflung, die ihn beim Gedanken, sie zu verlieren; erfaßt hatte, vermochte eS, seinem Herzen diese glühenden Gestände nisse zu en! locken.

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zrausam gegen dich war, sagte Miche line. ich gebe ,u, daß du Grund hast, 0Jf V fc4 2 4tUW fr M MI mir Vorwürfe zu machen, aber ich bin nicht die Alleinschuldize, du mußt dich auch selbst anklagen. AlleS waS tch eben hörte, har mich gänzlich außer Fassung gebracht, ich bin in Verzweif, lung, daß ich dir so viel Schmerzen oer ursacht habe; aber nun ist eS zu spät, tch gehöre jetzt nicht mehr mir." .Und gehörtest du dir denn vorher? .Nein, eö ist wahr, du hast mein Wort; aber sei großmüthig, miß brauche nicht die Machtvollkommenheit, die mein Versprechen dir gibt. Ich bitte dich, mir mein Wort zurückzugeben . . . . Und wenn ich mich weigere, es zu thun? Wenn ich nun den Versuch machen wollte. Sich wieder zurückzuer obern?" rief Pierre nachdrücklich. .Habe tch etwa nicht daS Recht, mich zu vertheid'gen? WaS würdest du von mei, ner Liebe denken, wenn ich mich so leicht in deinen Verlust fügte?" ES trat ein Moment deS Schweigens ein; das Gespräch war auf dem Höh: pünkt der Erregung angelangt und Micheline fah ein. daß sie eine Entschei, dung herbeiführen müsse. Sie sagt, daher entschlossen: .Ein Mädchen wie ich ist deS Wsrlbruchs unfähig. Du hast mein Wort, mein Herz jedoch gehört einem anderen. Ein Wort von dir. und ich bin bereit, dein Weib zu werden, um mein Versprechen zu ha'tin; entscheide nun!" Pierre warf dem fangen Mädchen einen Blick zu. der bis in'S Jnncrü, ihrer Seele drang. Er las in tftifct Seele den Entschluß, ehrlich zu handeln, sah aber auch zugleich, daß sie den Mann, dem es gelungen war, sich ihres ganzen Seins zu bemächtigen, nie ver gessen würde. Um aber einen lctztenVer such zu machen, sagte er mit aller Gluth seiner Leidenschaft: Höre mich an: eS ist nicht möglich, daß du mich so schnell aus deinem Herzen verbannen konntest; ich liebe dich so innig, denke an die Tage unserer jungen Liebe, Micheline, erinnere dich Er rechtete nicht mehr, er flehte nur noch, und Micheline fühlte, daß der Sieg sich auf ihre Seite neigte, ihr Mitleid wurde rege. .Ach, mein armer Pierre, meine Zu neigung zu dir war nichts als gute, herzliche Freundfchaft, ich habe mich dir gegenüber durchaus nicht verändert. Die Liebe, die ich jetzt empfinde, ist eine ganz andere; hatte sie mich nicht er griffen, so könnte ich deine Frau werden. und meine Achtung für dich ist so groß, daß ich glücklich gewordtN wäre. Jetzt aber kenne ich den Unterschied. Du, der du meine Einwilligung hattest, würdest nur ein zärtlicher Genosse für mich ge worden fein, derjenige, den ich gewählt. habe, wird mein Herr sein." Bei diesem offenen aber grausamen Gestandniß konnte Pierre sich nicht ent halten, auszurufen: O, Micheline, wie weh du mir thust!" Sein Antlitz war von bittern Zähren benetzt, die sein beklommenes Herz er leichterten. Er sank aus einen Stuhl nieder und konnte sich nicht die schmerz volle Genugthuung versagen, seinem Kummer freien Laus zu lassen. Micheline, die von seiner Verzweiflung mehr als von feinen Vorwürfen gerührt war, nahm ihr Spitzentuch und trocknet seine Thränen. Ihr weißes Händchen streifte feinen Mund und er konnte eS nicht unterlassen, einen ungestümen Kuß, der fast den Eindruck eines Bisses her vorbrachte, aus diese Hand zu drucken. Durch diesen Kuß entflammt, sprang er auf und preßte daS funge Mädchen mit glühendem Blick in seine Arme. Miche line ließ ihn gewahren, sie blickte ihn ruhig und entschlossen an und beugte sich zurück, um die Berührung seiner heißt begehrenden Lippen zu vermeiden. Die ser Blick genügte. Die Arme, wklcht sie umfangen hakten, lösten sich Pierre trat einen Schritt zurück und flüsterte: .Verzeih ! Du flehzt, ich könnte wahn llnnig weroen. -Dann drückte er die Hand auf feine Stirn, als ob er einen bösen Gedanken verscheuchen wollte, und sagte: .Es ist also Alles aus? Du liebst ihn? .So sehr, daß ich dir so viel Pein verursachen muß, so sehr, daß ich Nie mand außer ihm angehören mochte. Pierre überlegte einen Augenblick, dann nahm er sich zusammen und sagte: .Nun denn, du bist frei; ich gebe dir dem Wort zurück. Micheline stieß einen Freudenschrei aus, welcher den Mann, der ihr Bräu, tigam gewesen war, erblanen machte Sie bedanerte, ihre Freude nicht besser verborgen zu haben, und näherte sich Pierre mit den Worten: .Sage, daß du mir vergibst. " Ich vergebe dir. Aber du weinst noch? Ja ich beweine mein verlorenes Glück. Ich glaubte, das beste Mittel. Liebe zu erwerben, sei, sich ihrer würdig zu erweisen. Ich habe mich geirrt und werde meinen Irrthum muthig büßen. Vergib meine Schwäche und sel oer sichert, daß du nie einen aufrichtigeren und ergebeneren Freund habe wirst ali mich. Micheline reichte ihm die Hand und näherte lächelnd'den Lippen deS jungen Mannes ihre Stirn. Dieser drückte einen leichten brüderlichen Kuß darauf, der die brennende Spur deS kurz vorhei geraubten KusseS auslöschte. ' ; Gleichzeitig ertönte eine laute, noch entfernte Stimme im Hause, welch Pierres Namen rief; Michelin, fuhr zusammen. ; .Meine Mutter.", sagte sie; .sie sucht dich. Ich gehe. Lebe wohl und tausend sachen Dank auS tiefster T)efe meines Herzenso,,.. , Sie flüchtete hinter einen Flieder, strauch und oerfchwand. , I'1 , " Pierre richtete mechanisch seine Schritte dem Hause zu. Er stieg die fünf Marmorstufen der Treppe hinan und trat in den Salon. Als er die Thür hinter sich schloß, trat Frau Des varenneö ein.

Fünftes Kapitel. Jrau DeZoarenneS hatte sich, ohne nur einen Augenblick zu verlieren, in'S

Hotel du Louore fahren lassen. Ein Entschluß mußte gesagt werden, jede Minute war kostbar. Es war ihr be sonders daran gelegen, die GeisteSstim mung des Bräutigams ihrer -Tochter kennen zu lernen. Unterwegs legte sie sich ihre Argu mente zurechl. und kochend vor Unge duld eilte sie in Gedanken dem schnell süßigen Pferde corauZ, daZ mit ihr, an dem Gitter der Tuilerien vorbei, zum Hotel du Louvre dahknjagte. In Nachdenken versunken, hatte sie Pierre nicht bemerkt. Ihr Gedankenganz war folgender: .Dieser blonde Pole weiß nicht, mit wem er eS zu thun hak; r soll bald merken, auS waS für einem Holz tch geschnitzt bin; solch etne'Altt roli ich bin. kriegt man nicht so leicht herum. und um mich hinter' Licht zu führen, ist dieser Stutzer nicht zeitig genug auf gestanden. Ist mein braver Pierre gleichfalls wie ich gestimmt, fs wollen wir diesem M'UisnenjSger das Leb? schon sauer machen. Der Wagen hielt an. ,Herr Pierre Delarue?" tragt d Prinzipalin. .Ist vor einer Viertelstunde auZze gangen." .Wohin? .Er hat eS nicht gesagt. .Wissen S'.e, ob er lange fortbleiben wird?" .Ich weiß es nicht. Sehr verbunden." Frau Desvarennes war durch diesen leidigen Zwischenfall gänzlich außer Fassung gerathen, sie überlegte. Wo. hin konnte Pierre gegangen sein? Offen bar zu ihr. Ohne einen Augenblick zu verlieren, stieg sie wieder ein und ließ sich nach Hause fahren. .Ist er gleich nach seiner Ankunst zu mir gelaufen, so bedeutet eS, daß er, um Micheline fest zuhalten, zu allem bereit ist", sagte sie sich; wir sind alfo einverstanden.Der Kutscher, dem sie die größte Eile anbefohlen halte, hieb auf das Pferd ein. Sie überlegte: . Pierre hat eine Drofchke genommen; auch wenn er sich fo fort auf den Weg gemacht hat, kann er doch höchstens eine halbe Stunde vor aus fein. Er wird durch' Eomptorr gegangen sein, wird Marechal angetros fen haben und wird, felbst wenn er noch so sehr eilte, eine Viertelstunde mit ihm verplaudert haben. Es bliebe ihm also noch eme Viertelstunde. ES wäre doch verteufelt, wenn er in diesen fünf zehn Minuten Zeit fände, Dummheiten zu begehen und feine Angelegenheit zu verpfuschen. Aber ich habe einen Fehler gemacht: hätte ich ihm nur einen Brief nach Marseille geschrieben und ihm Wet sung gegeben, wie er bei feiner An. kunft fein Benehmen einzurichten habe. Wenn er nur nicht gleich beim Betreten deS HaufeS auf Micheline stößt! Bet diesem Gedanken überlies S sie hetß, sie lehnte sich auS dem Wagen und rief ihrem Kutscher, der ohnehin schon im schärfsten Trab fuhr, zu: .Schnell vor. wärtS! Ihr kommt ja nicht vom Flecke! Das Pferd lief, was eS konnte, und nach einigen Minuten befand sich Frau TeSvarenneS ia der Straße St. Do mmique. Sie stürmte wie kn Orkan in'S HauS,. befragte den Thürhüter' und erfuhr von ihm, daß Pierre De larue angekommen war. Nun lief sie zu Marechal und fragte ihn mit fo eigenthümlicher Stimme: .Haben Sie Pierre gesehen?" daß dieser glaubte. eS sei ein Unglück geschehen. AlS sie die Bestürzung ihreS Sekre tärS bemerkte, war sie fest überzeug!, daß eine von den fatalen Möglichkeiten, aus die sie sich gesaßt gemacht hatte, ein getroffen sein müsse. Laut nach Pierre rusend, erreichte sie den Salon. Die nach dem Garten führende Thür öffnete sich und sie stand vor dem Sohn ihrer Wahl. Ein Blick in seine Augen bestätlgte ihre Befürchtung. Dke nämliche Regung des Herzens zog beide zu kinan der hin, die Prinzipalin . öffnete ihre Arme und Pierre sank n ihre Brust. Nachdem sich die erste Aufregung ge. legt hakte, trat bet Frau DeöoarenneS sofort daS Bewußtsein ihrer Lage ein. Sie wollte vor ollen Dingen wissen, waS während ihrer Abwesenheit hier vor gefallen war und richtete an Pierre die Frage: Wer empfing dich, als du hier ankamsl?" .Micheline. .Das war'S, was tch befülchtete ) WaS sagte sie dir ?" AlleS." Mit diesen wenigen Worten hatten diese, beiden kernfesten Menfchen die Thalfachen klargestellt. Frau DeSvaren, ' neS fchwteg einen Augenblick, dann über ließ sie sich einer unwillkürlichen Rüh. rung und rief, als ob sie sich wegen deS Verrath ihrer Tochter entschuldigen wollte: .Laß dich noch einmal umarmen, mein armer Junges du hast Kummer, nicht wahr? Und ich! Ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht. Seit zehr: Jahren schmeichle ich mir mit dem Gedanken, daß du Micheline heirathen wirst. Du bist ein Mann von außerge wohnlichem Verdienst und hast keine Fa mklie. Du würdest mir meine Tochter nicht entführt haben; im Gegentheil, ich glaube, du liebst mich ein weutg. du würdest daher gern in meiner Nähe leben. Ich hoffte, den Traum meines Lebens durch diese Heirath erfüllt zu sehen; nicht,, einen Schwiegersohn wollte ich Habens ich wünschte ein zweite Kind zu adoptiren." Glauben Sie mir, sagte Pierre traurig, .daß eS nicht meine Schuld ist, wenn dieser Plan flicht in , Erfüllung geht. D3 ist eine andere , Frage, , mein Junge! rief Frau Desvarennes, deren Stimme jetzt einen anderen Ton an schlug: in diesem Punkt stimmen wir nicht mehr übere.in. Mir gegenüber bist du für daß, was da kommen wird, ver antwortlich; und ich sage dir. daß ich es

dir gehörig in'S Wachs drücken werde. Oh. ich weiß schon. waS du mir daraus erwideln wirst. Du wolltest Micheline ine Verdienstkrone als Angebinde mit: bringen: daS sind alles Albernheiten! Wenn man al! Zweiter da? Polytechni. kum aboloirl hak und wenn man cin Zukunft hak wie du. so braucht man n-.chi kn den Wüsten herumzulauken. um tnem tun Mädche zu tmxoniren. Mit der Heiraktz fängt man an. die Berühmtheit komm: dann später zu gleicher Zeit mit den Kindern. Weshalb hattest du nä. :hlg. glänzen zu wollen i WaS sind im denn für große Leute. ehemalig? Bäcker l Jetzt allerdings Millionäre deshalb hak aber unser arme TrSoaren. neS sein Brot doch selbst ouSgeirazen und tch habe selbst Pfennige herauSgeze den. wenn man mir eine Dreierfemme! ödkJufle. 'Aber du wolllest den irren. den Ritter fptt'en und unterdessen hat js sin Geck. . . .Hai die Michelin feine Nazitä genannt l ,Jch sah ihn. olS ich ankam: er war bei ihr m Garten und man stellte uns einander vor.'' . Ganz, wie sich'k gehör! ! sagte Frau TeZvarenneS ironisch. Oh, dieser Bursch läßt sich nicht so leicht Ut Verlegenheit bringen; der sorgt dafür daß bet den leidenschaftlichsten Aufwal iungen auch nicht die kleinste Falte feines HaiSkuchS in Unordnung geräth. Du wetßk doch, daß er Fürst ist? WaS ist das für eine Ehre für das Haus DeS varenneSI Wir können auf unser Fabrikzeichen sein Wappen anbringen. Solch ein Mitgtftjögerl Nicht umsonst sagt man: ,Die Bäckerin hat Batzen ihre Tochter ist gar nicht so übel! wahr Uch, er macht ein gutes GeschZst!" .Viele seinesgleichen, die es ebenso machen, dienen ihm zur Entschuldigung. Das Heirathen ist heutzutage des Adels einziger Beruf." .Was Adel? Der unsrige geht noch allenfalls, der auslandische ist aber nichts als Flitterkram!" .Die Panin stammen aus Posen. daS st allgemein bekannt; die Zeitungen der vornehmen Welt haben es oft genug er wähnt. .WeShslb blieb er nicht in seinem Lande?" .Er ist verbannt. " .Hat vielleicht irgend einen schlechten Streich verübt?" .Er und feine ganze Familie haben sür die Unabhängigkeit ihres Vaterlands gekampst. " .Er ist also ein Revolutinar?" .Ein Patriot." .Du bist nicht übel, nimmst ihn wohl gar noch in Schutz?" .Ich kann den Fürsten Panin hassen, sagt Prerre ruhig, .aber ist das etwa ein Grund, um gegen ihn ungerecht zu

sein?" Nun gut, mag er also meinetwegen ein außergewöhnlicher Mann, ein großer Bürger, em Held fcin. Aber das beisctjt noch gar nicht, daß er meine '.ochs tec glücklich machen wird. Und wenn du meinen Rath befolgen willst, so schicken wir ihn Barrikaden bauen, wo er will, das ist bald geschehen! " Frau Desvarennes war hitzig gewor j den; sie marschirte mit großen Schritten aus und ab. Die Idee, wieder zum Angriff zu schreiten, nachdem sie sich einen ganzen Monat auf die Desensive befchränken mußte, machte ihr große Freude. Sie fand übrigen?, daß Pierre viel zu viel überlege. Sie, als that' kräftige Frau, begriff nicht, daß der junge Mann noch keinen Entschluß gefaßt hatte. Sie sühlte die Nothwendig keit. ihm einen Theil ihrer Zuversicht einzuflößen. .Wie du meinst! sagte sie, .du be henst die Lage ; der Fürst paßt mir nicht .Michelin liebt ihn,- unterbrach sie Pierre. .Sie bildet sich ein. ihn zu lieben," erwiderte Frau Desvarennes lebhaft, .sie hat sich' in den Kopf gefetzt, aber das vergeht. Du begreifst doch, daß ich dich nicht deßhalb ouS Afrika zurückberufen habe , damit du . rt . !. ( o. t . oer oqzel! meiner ocyirr reiwoynen kannst ! Wenn du ein Mann bist. so werden wlr e sein, die zuletzt lachen. Micheline ist deine Braut, du hast unser Wort, und das Wort der DeSoarenne ist so gut wie ihre Unterschrift. Wir haben noch nie prokestlren laszen. Uvergere dich also, es uns zurückzugeben; gewinne Zeit, mache ihr den Hof und entfübre .meine Tochter vor den Augen diefeS Stutzer,. Pierre schwieg eine Weile. Ein ein zsger Augenblick genügte ihm. um dke Größe deS Fehlers zu erkennen, den er gemacht hatte, indem er Micheline vor die Augen trat, bevor er ihre Mutter gesehen hatte. Mit der Unterstützung dieser energifchen Frau hatte er noch kampsen können, wohingegen er, auf seine alleinigen Kraste angewiesen, gleich beim ersten Treffen hesiegt und zur Wassenstreckung gezwungen worden war. Er hatte nicht nur sich selbst gefangen gegeben, Zandern auch die Niederlage feiner Bundesgenossen verschuldet. .Ihre Ermutigung kommt zu spat, sagte er; .Micheline hat ihr Wort zurückverlangt und ich habe eS ihr ge geben. .Wie, du hattest diese Schwachheit! rief Frau DeSoarenneS; .und sie, diese Kleine, , sie hatte diese Kühnheit? Sie muß wohl ganzlich vernarrt sein! Ich ahnte den von ihr vorbereiteten Plan und wollte dich daher warnen; aber noch ist nicht alleS verloren. Du hast Micheline ihr Wort zurückgegeben, gut ! aber ich habe dir das deinige nicht zurückgegeben; du hast mir gegen über Verpflichtungen. Ich will von einer Heiratn die meine Tochter gegen meinen Willen plant, nichts wissen; hilf mir. sie zu veihindern. ' Du wirst leicht eine andere Frau sindcn, die ebensoviel werth ist wie Micheline. wo aber soll ich einen Schwiegersohn hernehmen, der dich aus wiegt?, Vo.wärtS. unser aller Gluck ist

in Gefahr, rette eS. (Fortsetzung folgt.)

Der Appek. (Frei ich EchÄn.) Am Marktplatz im WirthshauZgarte' Das Kampfspiel zu erwarten, Satz lustig Hans, Und um ihn aizf der Mauer Zwei Freunde auf der Lauer,

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Denn es beginnt em Tanz; Zwei Weiber streiten bockbeimz Und scheinen nickt ganz einig. Da mit bedächtigem Schritt Ein Schutzmann näher tritt. Der raisonnlrt tüchtig Und macht sich wichtig, Schreibt Beider Namen nieder Und drückt sich bieder. Doch der Streit beginnt wieder. Da' öffnet sich behend Das nächste Thor, Daraus rennt. Der Gattin zu helfen, 2 zornige Gatte hervor. Wie der den Schutzmann erblickt. Ist er wenig entzückt, schaut um sich ira Lrerse Und klug und weise Schleicht er davon. Denn er überlegt sich; Pack vernagt sich. Und eS geht wieder lo?. Und der Hans sagt: FamoS! Da fallt von der ktziepe Rand, Wie zu erwarten stand, Ein schöner Appek, Juchhei! Zwisten die Zwei. Und. der Hans in schnellem Lauf Stieg hinab in.den Frauenzwinger ' i Und waiist den Avvel mit keckeN'Fmger. Triumphirend bringt er den Appel zM rück. Da schallt sein Lob aus jedem Munde, Und mit lüsternem Blick Begehrt Jeder wenigstens ein Stück. Doch Hans lacht Beiden in's Gesicht: .Den Appel, nee, den theil' ick nichlVäZ Und verzehrt ihn zu? selbigen Stunde. Rücksichtslos. Lieber Freund, kannst Du mir drei. Mark pumpen? Thut mir leid, habe selber kein Geld. 3i, fcift hncfi rirt fArffsirifr fffrnsfi f T -'T TT " ITTT- TT Wenn man Dich anpLinpen will, hast Du kein Geld (erregt) das ist ge radezu rücksichtslos von dir! Geduld. Wie, Sie haben da Dichten aufgegeben? Ja, ich werde doch nicht verstanden ich will warte, lil eine neue Generation deranzraSid.

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