Indiana Tribüne, Volume 15, Number 93, Indianapolis, Marion County, 20 December 1891 — Page 11
)
ä,;';-'' :'-' S . ";",:,,: :,ir:-t illfr'-f!! '$'.:' ';: -ImüssipI y liliH , jj'.. ::',!; 3' 'S I
Mascha.
Ein Oulturbild land. aus Ruß Ban Susta TahmZ. 5;h e5 ein selbstloses Heldenthum il unserer Zeit gibt, so ist es am ebesteu fei zu sindeu, voa selbst das ererbte Elend und die ererbte Unfreiheit das Gefühl der Pflicht nicht überwinden lasse, in Welches die Menschen von Jugend auf ebenso hineingewachsen find wie in ihr jammervolles 'Leben. In klaglosem Entsagen, in starrem Dulden nehmen sie an der Erde Leiden in einem Matze Theil, wie es fönst keinem zugemessen Wird. Ihre tiefe Unfreidci:, ihre sla tische Abhängigkeit vom Beamtenthum, die Willknrh?rrfchaft der Besitzenden, den Mangel an allem, was die Kultur Schönes im Würdiges gefchoff,, ihre völlige Vedürfnchlosigkeit nud ihr? tröstlose Armuth betrachten sie als etwas in ihrer Lage ganz Selbstverständliches. Die brutalen Lebensformen, an welche sie von Kindheit an gewöhnt werden, rufen vollständige Adstnmpsuug, aber zuweilen auch tiefe Erbitterung hervor. Selten habe ich auf einem kleinen Stückchen Erde so viel Noth und Elend vereinr gelegen, mt m mancyen rii,u,en Dörfern. Sckon die äußeren Verhältuisfe beweisen hier, wie jchwerdie sozialen Mißstände aus die Menschen einwirken: die einen verfallen starrer, dumpfer Apathie, die anderen geben sich dem Truuke als dem einzigen Sorgenbrecher hin, alle aber zeigen in ihrem Aussehen deutliche Spuren der Vernachlässigung und Verwahrlosung. In die elenden Vauernhütten fällt selten ein Souuenstrahl, die Fenster sind tle:n nnd nied rig, die Oeffnnugen derselben zum Theil mtt Papier und" mit fo dicker Schmutz läge bedeckt, daß das Tageslicht kaum durchzttdringrn vcrmag. Die Lust in den dnnllcn, niedrigen Räumen ist ein Gemisch ller möglichen schlechten Ge räche. Der Sauerkob! in der Tonne hinter dein Ofeu, die Kartoffeln, die im ter den robgezimmerten Holzbetten auf. gehaust sind, der Schmutz, der au all dem ärmkiÄcn Hausgeratn und an den umherliegcu?en Kleidungsstücken haftet, das Alles trägt zur Verbesserung der Luft wahrlich nicht bei. Und doch haben diese gestimmten Zustände, die Folgen jener hoffunugsloien Apaiure, i it welche die Menschen ret kuugsloS versunken sind, daS Ebenbild der Gottheit in der äußeren ErschciuuuI nicht überall zu tilgen vermocht. Trvtz VZotb und Armuth, trotz Vermahrlojung und Schmutz sindeu wir hier manch schomS Men chenliud, ja bisweilen blendeude Mädchenerickkinttugen von klassischem Schnitt der Ecsicksznge, aniuulhig, zart gebant, mit durchnchligent und seiuem Teint nnd dnutleu, lebhaften Angen, Ine man sie n:ir in deu romanischen Ländern wiedertriffk. Doch auch dtefe von der Natur bcguade:rn Erickeinun' gen, diele holdesten Menschendütben, sind nicht geschützt gegen daS . soziale Elend, gegen die Uedergriffe brutaler Gewalt. Im Graben an der Landstraße fand Zch einst ein ichö::es Vergißmeinnicht. ES hatte das reine Blau deS Himmels, nnd m . r tine Vialrer waren 10 grun uns rnicg, dß ich schon die Hand ausstreckte, um eS ju pflücken. Ich' ließ es stehen. WeShalb iollte ich daS kurze Leben der jchö neu Blume einer momentanen Laune wk'gen vernichtn! Da kam ein Reiter dadrrgesprengt. Er setzte über den Graben hinweg. Ich blickte nach der Stelle, wo daS Vergißmeinnicht stand eö lag gebrochen, zerstampft im Grase. So Tllft der rohen, stürmende Willkür manch edle Menjchenblüth: zum 'Raub, ur Beute! Mascha war jung, srisch und hübscy sehr hübfch, wie eine aufvlühenve wilde Rose. Prächtig stand ihr die bunte Vauerntracht. Unter dem rothen Kopftuch kamen zwei dicke dunkle Zöpfe hervor. DaS Gesicht war zart und weiß. Die Augen blickten so munter und lebkuslustlg in die Welt, als warteten ihrer eitel Glück und Freude. Und wenn Maicba lachte, dann wurden zwei Reihen prächtiger blendend weißer Zähne sichtbar, a!S hätte sie den Muns voll Schnee genommen und ließ ihn zwischen den reibe Lippen durchschimmern. DaS grobe weiße Hemd und das rothe Mie der uittgaben erne volle, schöne Gestalt, und mxux dem kurzen wollenen Rock ka neu ein Paar zierlicher kleiner Füße znm Voricheiu, jene bezeichnende Merk mal der slavischen Rasse. Es war in der Zeit der Heuernte. Ein hübsches Bild gewährte es, ifl die bunten Gestatten aus der Wiese emsig sich tummeln zu sehen. DaS mochte auch der jnnge (SutSbe sitzer sindeu, der aux semem Rappen langsam daherrilt und prüfend die Ar deiterpruppe betrachtete. AlS er in Maicha'S Nähe gekommen var, hielt er plötzlich fein Pferd an. .Wie heißt Du, Mädchen?" riefet ihr zu. Mascha, gnädiger Herr sagte daS Mädchen irtib ließ den Rechen fallen, um 1em Gutsherrn die Hand zU küssen. .Wem gehörst Tn an?" ,, . 1 , '' ' Ich bin Tagtöhnerm, gnädiger Herr. 'Die Mutter ist todt, der Vater gelähmt und kaun nicht abeikeu."' : : W;e alt bist Du?" . Achtzehn Jahre, gnädiger Herr." SvZ Hm, ich komme doch jeden Sommer auf einige Wochen hierher nach DouchrMa, habe Dich aber noch nie ge. V , skhm. j Sll: ' l)ist ..ein Prachtmadel Mascha." ' ' ' 'i'fvTT ?alamir kannte die Nr5i,eu. KAuch hie? hatte er mit sch nellem Blick die Schonzte herauSgeittttden. y.'Match.1 wurde über und über rotü. und, invem sie lächelte, zeigte sie ihre rn t Unti. ? '4 f'l' t' .,, I.'. : il' r" "., !!; '.:"!!. iwfc 1HI : v V "V , " fi -4s ,' WladlM'r betrachtete das Mädchen uit verlangendem Blick. ' Er streifte den yandZcknu von der Rccbtrn und. ließ den u 0 lj 1 3 e p ftca t e i r ct) ii ii t r fest r r fei 1 1 1 acla r Hfl durch die Finger sleiten. :
ES war ihm ja so häufig gelungen, weltkkuge, lebenskundige Frauen der Großstadt zu erobern. Wie ost hatte er schlaue, gleich ihm berechnende nnd mißtrauische Männer überlistet uud hin tergaugeu! Warum sollte eS ihm hier uicht gelingen, daS Herz dieser unerfah renen naiven Dorfschönen zu bethören? Und eS gelang rhnk. DaS kleine Liebesabenteuer mit der wilden Rose war recht amüsant. Wladi mir kehrte von seinem Gute nach PeterS bürg zurück, wo er im Geuuß des groß städtischen LebeuS, in Gesellschaft geistvoller und gewandter Frauen den Wruter zubrachte. Den nächsten Sommer verlebte er in Ostende. WaS fragte er nach dem längst vergesfetren hübschen Banernmädchen, waS kümmerte ihn das kleine Kind, des sen Existenz jetzt Maschas doppelte Arbeitskraft erforderte. Was ist der Inbegriff deS Lebens einer Frau? ES ist der Mutterberuf, der sie blind glauben nnd b offen, der sie lieben und dulden und Alles erfüllen heißt, waS die Natur ihr zu erfüllen vorfchreibt. Mafcha hatte dem Verlangen deS fungeu Gutsherrn, zu dem sie mit ererd ter Scheu wie zu einem höheren Wefen emporgeblickt, widerstandslos nachge
gedeu. Mtt unermüdlicher Pflichttreue sorgte sie nun für den rothwangiaen blonden Knaben, dessen Ernährung ihr ausschließlich zufiel. Wie leicht fällt eS den im Reichthum schwelgenden Frauen, die erhabenste 1 ler Pflichten zu erfüllen! Sie ist ihnen in all den ermüdenden Genüssen. die daS Leben ihnen bietet, eine willkommene Zerstreuung, eine augenehme Tändelei ! Die Noth tritt nickt an sie heran, spricht nicht zu ihr: Dein Kind hnngert. gib ihm dein Brod! Wenn aber daS in ärmliche Lumpen gehüllte Weib daS letzte Stück Brod, das es eben zum Muude führen will, dem vor Hunger schreienden Kinde mit einem licbenren Worte darreicht, so ist das eine That der Selbstverleugnung, deren nur eine opferfreudige Mutter fähig ist. Der Frost tritt uicht an jene glück lichen begüterten Frauen heran, spricht nicht zn ihnen: Gib deinen Mantel, dein Kind friert! Mascha aber lag fo uiauche Nacht sriereud auf ihrem Jette, während sie ihr Kind sorgfältig in das warme Federbett gehüllt hatte. Unvergessen bleiben die großen Nriegsbeldeu, deren Namen in der Ge schichte für ewige Zeiten fortlebeu; aber eS gibt lisch andere Heroen des Lebens, bereit Brust uicht von der schnelltödteuden Kugel getroffen wird, an deren Herzen täglich Kummer, Sorge und Elend nagen, die im Schweiße ihres Angesichts viele Jahre lang mühsam kämpfen, ringe, leiden und getreulich ausharr:, bis endlich ein schlichter, stil ler Hügel den müden Körper deS namenlvjen Helden deckt! Fünf Jahre schwerer Arbeit waren seit Maschas erster Bcgfgnrng mit Wladimir vergangen. An einem herrlichen Sommertage, da die Leute mit dem Jäten eines Siüben ZeldeS beschäftigt waren, rollte ein e!e gauter Selbstfahrer über die Straße daher. Mltteu im Wege lag, mit dem Gesicht auf der Erde, eiu schlafendes Kind. Wirst Du wohl aufstehen, Du, Range!" rief der kulschireude Gutsherr und versetzte dem Kuaben eiuen derben Hieb mit der Peitsche. Laut schreiend vor Schmerz und Schreck sprang daS Kind auf nud lief, unter Schluchzen: Mutter, Mutter!" rufend, davon. Wrn gehört der Beugel?" rief der junge Manu vom Kutfcherbock herab. ES ist Mascha'S Wanza, gnädiger Herr!" Daß die Leute ihre Kinder so unbeau'sichtigt umherlaufen lassen !" uurHielte Wladimir, einigermaßen betroffen, vor sich bin. Mascha ist beim Jäten, gnädiger Herr," fagte der hinter ihm sitzeüde ttuticher wie zur Entschuldigung der Mutter. Das Geschrei deS tt iudeS mußte bis zu der am Boden kauerudru Frau ge drungen sein. Eilig lief sie ihm eut g.'gen uud drückte den in ihre Arme flüchtenden Kkeineu nnter zärtlichen Liebkosungen an sich, ihm mit ihrer gro den Schürze das Uzränenüberströmte Gesicht trocknend. Taun fad sie aur, und eiu Blick unendlichen HasseS traf den tn dem vorbeirollendknWagen sitzen den Gutsderrn. Am folgenden Tage schlenderte Wla dimir durch die Felder. Es war ein Sonntag. Die Leute deS Dorfes hörte tuan in der Schenke an der Landstraße sich am Tanze ergötze. Die ärmlichen Hütten standen alle leer. Anf der Wiese hüpften Kinver rnnher, die eine Herde Schafe und Gänse hüteten. Auch der kleine Wanja war unter ihnen. Er entlockte einer Flöte, die ihm seine Mutter auS Rodr geschnitzt batte, schrille, unharmonische Töne. Auf sei nein Halke und auf der rechten Wange war noch ein rother Striemen von dem gestrigen Peitschenhiede zu Zehen. Maich wß am Graben und blickte vor sich auf die grünenden Felder, auf den klaren blauen Himmel, der in der Ferüe die Erde zu berühren schien, und auk die krvdlich imviendxn Klnper. Sie bemerkte eS mchk, daß sich ent Gestalt ihr näherte. Erst als ein Schatten dich! vor ihi sichtbar wurde, blickte . sie erschreckt au - es war Wladimir. Was machst Du hier. Mascha?" Sie Zchwirg. Wo ist mein Jnnge?" Abermals keine Antwort. Wladimir zoz seine Brieftasche her vor. , f ... ,.H'er sind z?hn Rtlbcl sür dctt Jun -Oeuiiiiiiiu --tl.-ijrs:8-. iyM Jetzt erhob Mascha den si-immendtt Blick. S i e iua c 1 11 i ch V w ie die An v e rr r und schaute ihn mit solcher Verachtunz an, daß er die mit der Banknote usge strecke ud Kuiklürl,ch zurückzog. ! k m
Ich brauche kein Geld nicht Jhl Geld lieber hungern ! ..Sei nicht so dumm, alberneS Mä bei 1" rief Wladimir entrüstet; alle zum letztenmal: willst Tu das Geld oder uicht ?" Gott helfe mir, ich nehme eS nicht!" Zagte Mascha schluchzend uud bedeckte ihr Gesicht mit den Händen. Total verrückt!" murmelte Wladu mir und ging achselzuckend weiter, s Wieder waren einige Jahre vergaw gen, und wieder saß Mascha am Grabe in der Mittagspause und schaute aus ihren Knaben, der in einiger Entfernung auf dem Felde Kartoffeln laS. Es war eiu nebliger, feuchter Herbst' tag. Ein feiner Regen trübte die Luft. Quer über daS Feld kam der GirtS Herr, die Flinte in dr Hand, daherge schritten, begleitet von seinem großen braunen Jagdhund. Wenige Schritte
vor Mascha blieb der Huud plötzlich stehen, uud der Jager legte daS Gewehr au. Heilige Mutter GotteS, nicht dorthin," rief daS zitternde Weid, nicht dorthin!" In demselben Augenblick flog ein Volk Hübner auf, ein Schuß erkrachte, nnd gleich darauf vernahm man den hellen Arnschr eines Knabe. Verdammt! Muß der Benzel mir gerade in den Schuß rennen !" wetterte Wladimir. Wird man diefer nichts nntzigen Bagage wegen noch mit dem Gericht zu thun haben unerhört!" Sprach's, warf die Flinte wieder über die Schulter, pfiff nach dem Hunde und setzte baun unbeirrt seinen Weg über die Felder fort. Maicha war auf den Klageruf Wan ja'S herbeigeeilt und mit einem markerschütternden gellenden Aufschrei neben der Leiche deS Knaben zufammeugebrochiU. Kurz darauf war der Vogt zur Stelle. Als sie sich wieder erhob uud das todte Kind aufheben wollte, ri?f ihr der Vogt zu: RichtS da! Die Leiche bleibt liegen, bis die Commission kommt!" Vom Hofe herüber hörte man daS Läuten der Arbeitsglocke. Uebrigens," fuyr der Vogt milder fort, wenn Du heute Nachmittag nicht arbeiten willst " Ich gehe schon," sagte Mascha und stand languim, wie mcchanisA vom Bo den am, mit großen starren Augen noch rinmnl die kleine Leiche überfliegend. Dann schritt sie schwankenden Schrittes, die beiden Hände vor der Brust trampf haft zusammengefaltet und mit bleichen Lippen unverständliche Worte murmelnd, u.'ch ihrem Arbei:ölatz zurück. , a Noch am selben Tag kam die Com Mission auS der Kreisstadt, nahm den Thatbestand aus und ordnete daS Aegräbuiß Wauja'S au. Am Abeno, bald nachdem die ($om mijsion Dombrowa wieder verlasien batte, tuhren zwei Gutsberren ans der Nachbarschaft vor dem Herrenbauie vor. Sie sprachen Herrn Wladimir ihr Be dauern über den ..unangenehmen Vor, fall" cus und nahmen feine Einladung am eiuen Robber ,.Wiud" (beliebtes russisches Karteuipiel) und ein Glas Ungarwem gern an. Aus dem einen Robber Wind" wur den mehrere, aus dem eiuen Glase Wein wurden viele, zu viele: die S'tzuug artele in eine Orgie der Trunkenheit auS, von der daS HauS erdröhnte. Und der Gntsberr, dem der unangenehme Vorfall" heute Mittag paxt, war der m-glücklichste Spieler, der lauteste uud ungestüm fte Trinker. Vielleicht that es ihm uotb, eine uuangenehme Empfindung" zu übertäuben. D'e halbe Nacht hindurch glänzten die erleuchteten Fenster deS Herrenhau fcs in das Duukel hiuaus, klangen die duinüten Faustichläqe der Spielenden auf die Tiichpkatte, die wüsten Gesänge der Zechenden durch die stille Muter nacht. Schon graute leicht der Morgen, als die beiden Nachbarn autbrachen. ES kostete einige Mühe, die Schwertrunke nen auf den Wagen hinankzuichaffen Und so komisch waren ihre Bewegungen hierbei, so drollig ihre Abschiedsgrüße, drttj ietdtt Herr Wladimir, der mit hinausgegangen war, hellauf lachen mnöte. ölun fnhr der Wagen ab. Eine Zeit lang hörte man daS stoßende Rollen der Räder über den schlechten Fahrweg, und Lierr Wladimir stand, die Hände in den Tajcheu, und glotzte den Abfahrenden aevankeulos nach. Wollen der gnädige Herr nicht wieder rn'S Haus treten?" fragte Tanilo, der Diener, der es nicht rathlich fand, feinen Herrn in solcher Verfassung im nächtlichen Dunkel uch selbst zu über lauen. Eiue heftige Handbewegnng und ein bariches Pascholl!" scheuchte den Be. fllsieneu hinweg und in'S HauS. Herr Wladimir suchte seine Promenade fortzn'etzeu. Bald aber gerieth er in'S Stolpern uud sank auf einen Reisighau sen nieder. Im nächsten Augenblick war er nicht mehr allein. Ans dem mächtigen Schatten, den daS Stallgebäude warf, huschte eiue Frauen gestalt bcrvor, warf sich auf denTrunke' Nen. krall:e ihre Hände in sein Halstuch und ibn halb emporreißend, stierte sie ikm todernden BlickeS in das erblasfenoe Antlitz. llennst Dn mich. Wladimir? zischte sie durch die Zähne, nud ihr Athem, heiß wie der cineS RaubthiereS, schlug ihm iii's Gsickt. , ' ; : Maicha!" stotterte der schon halb EruÜchter:e. und suchte Och ans ihren Händen , losznmackett. Ader, sie hielt ihn m:t uttüdcnvindlicher Kraft n'ever. ..Mascha," gurgelte der Halbenvnrgle, -S a ß mi ch ch' -! g ebe ;D ir l ,.Hutt0efohtt!'' knirichte sie Zwischen zniaminengebisienen Zähnen hervor, ,.Dn gabst mir gcuug! Jetzt ist die Reihe !an)m,lr'Ä'K Und ihre Rechte fuhr in die Tazchc ;.: S ii
ß 10 ü'iWiiiif ;; .; J! tiiyi
ibres RockeS, aus der sie ein grobes Küchenmesser hervorzog. Hier!" und
sie stieß ihm die Klinge rn den HalS. Em furchtbares Röcheln drang auS der Kehle deS Sterbenden, dem das Weib mit Zügen, die von wahnjiuniger Rachgier entstellt waren, rn das lelchen hafte Antlitz starrte. Jetzt liez sie rhn lo5 schwer sie! der Körper zurück, rollte vom Reisig Hausen zu Boden todt! Ein paar Sekunden stand Maicha und starrte die Leiche an. Dann murmelte sie ein paar Worte, schleuderte das Mef ser von sich und war im nächsten Augenblick verschwunden. . Majcha blieb verschwunden! Als man am anderen Morgen die Leiche deS Gutsherrn fand, lenkte sich der Verdacht der entsetzten Hausbewohuer sofort zu nächst üvl dre vom gnädigen Herrn ..etwaS hart" behandelte Mascha. Mau suchte sie, forschte im Dorf, im Wald, in der ganzen Umgegeud rergebcus! Sie war nnd blieb verschwunden. , Mittlerweile wurde die Leiche des hochangesehenen Herrn Wladimir mit ullen Ehren im Erbbcgräbuiß beigesetzt. Die Erben kamen uud theilten sich, der Mörderin innerlich Dank wissend, deu Nachlaß. Die Zeit aber ließ über die ganze Geschichte Gras wachsen. Versendung chinesisther Ccfccin. Ueber die Sendung der Gebeine ver storbeuer Chinesen von Amerika ach Ebiua, um in heimathlicher Crde begra. den zu werden, wird auS Seattle, Waih.. Folgendes berichtet: Zum ersten Male feit füuszehn Jahren graben die hiesigen Chinesen die Gebeine ihrer verstorbeuen Landsleute auS und schicken sie in d,k Heimatb. In diesem langen Zeiträume ist der sür diesen Zweck bestimmte Fonds fortwährend gewachsen. Alle Chinesen in der Nachbarschaft haben dazu beige steuert nnd daS Geld ist von dem licigen, höchst erfolgreichen chinesischen Kaufmanns Wah Cduug vorsichtig angelegt worden. Wenn die Zeit der Ver feudung herannaht, wird die Angelegen heit ganz gefchästSmäöig betrieben. Es werden Tlngebote ansgeichrieben, und wer die Arbeit am billigsten verrichte:, erhält den Auftrag. DaS Ausgräten uud Verschiffen ist nicht von Ceremonien, wie allgemein angenommen wird, be gleitet. Sowie die Kuocheu aus der Erde kommeu, werden sie sofort in kleiue, hermetisch versiegelte Kisten g:legt. Etwa vierzig solcher Kisten stehen jetzt auf dem Lake View Friedhofe fertig zum Verschicken, etliche andere befinden sich in Sononiish. Wbatcare, Fairhaveu. Port Town'cud und Alaine. Wenn stIUs fertig ist, geben die Kisten als Frachtgut nach Portlaud ru Oregou uud von dort mit dem Dampfer nach Hong kong. Auf jeder Kiste besindet sich der Name ilnd der Wohnort deS Todten in China, denn die Gräber der Chinesen sind gr. nau bezeichnet nnd außerdem sührt auch Wah Cbung genau Buch über den Begräbnißplatz jedeS Chinesen. Die ganze Ladung geht an ein Institut, dessen Name iti'ö Deutsche übertragen ..Oestlu cheS General-Hoipital- lautet. Dies Hospital befindet sich in Hong Kong. Es wird durch die Beiträge aller Klassen unterhalten, und besonders die Reichen st.'uern kochst freigebig dazu bei. Im Allgemeinen ist eS so wie die kiesigen Hospitäler, bedeckt aber einen Flächen inhaltvoll mehralSvicrgroßen Blocks". Sobald die Sendung im Hospital ankommt, nnterincht ein zu dem Zwecke ausgewählter Beamter die Adresieu und schickt jede Kiste nach der Stadt odei dem Dorfe, woher der Todte stammt. In der Heimath werden dann die Ge deine uuter religiösen Gebräuchen beige setzt, als wenn der Todte eben erst ge storbey wäre. Kein Chinese stirbt ruhig, ausgenommen cr weiß, daß seine Gedeine nach China geschickt werden. Es ist eine bekannte Thatsache, daß kranke Chinesen eS vermeiden, sich in hiesizen Hospitälern behandeln zn laffen. Sie fürchten, daß im Falle ihres Ablebens ihre Leichen nicht von ihren Landsleuten begraben und in Folge dessen ihre Gebrine nie in heimathlicher Erde ruhen werde." Ausstellung deutscher Wciue i:i Chicago. Eine Versammlung, welche die Han delskammer Wiesbaden zur Berathung über eine gemeiuschastlich: Ausstellung deutscher Weine in Chicago kürzlich ein berufen, war aus allen weinbautreibeu den Bezirken z. B. Koblenz. Biugeu, Maiuz, .Wormö, Ludwig4baxen) von Tdeilneümern besucht. Das Miuisterium kür El,aN'Lothringen hatte den Bürger meistcr Oderlin-Bebeluhetm und den Generaljckretär Gedelle-Med entsandt. Der zu den Verhandlungen erschienene Reickscymmtjiar für die Weltausstellung in Chicago, Geh. Rath Wermntb, ver breitete sich in längeren. Zehr eingehenden Aussuhrungeu über die eidliche Grundläge nud die Leitung der Ausstellung in Chicago, die vorauSilchtlicke Bethern gung an derselben nnd die Unterbring cng der deutschen WeinauZstelluug. Nach länger Verhandlungen, in denen die meisten Redner sür eme gemeinschaftliche Ausstellung eiugetreten waren, nahm nochmals der Ne'.chscommisfär das Wort. Auch er sei Zur eine 'gemeiuschaflliche Ausstellttug, durch die a cr den schon henehendeu Handelsverbittdmigcn kein Schaden zngeiugt werden icll. Desgleichen sei er der Meinung, daß die Aussttllnna. höchst aeschmackvoU und künstlerisch, nicht aber marktschreierisch ausgestaltet werden müsse. Falls ge Nleillichafiliche AuZstellllttgen preisge lronl weroeu, mlliLke itet einzelne 7t ns sttllcr ei n e Den kmunze .erb a lteu. In Betreff des angeregteu Ausschanks de;: scher Weint könne cr miithulen, daß ein ' "l! i' . v.i ' r. i- ... . proveweli.es vui?icr)sliire;i gestattet 1 un 5 1. d a ß eS : . 11103t ich ; jep; daß n 11 r von wichen deutschen Weiner der Ausschank anf deui, Ausstellttttgsvlatze werde ae- : stattet werden, welche m der Ausstellung '!!, ii- !!:"": .'" : 'i ,: il,iliiil!k:! ., "!v .fcSi !Hi in . . , j. r, ,. , , , ... ,,,, ,, ',
Verirrten seien. ES ward sodann mit
überwiegeuder Mehrheit eine solche Aus stelluug deutscher Weine belchlozien. Dem Bericht deS HandelSkammer-SekrekärS Dr. Merbot-Wiesbaden über die Ein. richtnng der Ausstellung des RheiugaueS eutuehmen wir, daß der Rheingau un gemhr L50 Proben nach Chicago senden wird. Hiernach dürfte die Gefammtzahl der Proben für Rbeinhefsen etwa 500, sür die bayrische Pfalz 300, sür daS gejammte Deutschland 2000 betra gen. Wenn man durch fällt. Vor der achten Kammer deS Pariser Gerichtshofes fand vor einigen Tagen eine Verhandlung statt, welche Verhältllisfe enthüllte, wie man sie sonst nur in der Operette zu Zehen gewohnt ist. Louis Baubuin war ein so vorzüglicher Schü ler, dag jelu Oheun, der rhn erzog, de ichtos, thu zur weiteren Ausbildung an die Ecole normale" nach Paris zu seudeu. Gleichzeitig stellte ihm der gute Alte d:e Hand feiner Tochter in Aus ficht. Cousin uiid Cousine wurde gestattet, sich zu lieben, nnd die jungen Leute machten von der Erlaubrnß fo ausgiebigen Gebrauch, daß sich der überraschle Vater schon nach einigen Mona ten genöthigt rah, dte Verheirathuna deS Paares vorzunehmen. Nach der Trauunq aber wilrden die Liebenden getrennt. Die junge Frau wurde nach ö!zza geichickt, der zunge Ehen cnn an die .Ecole normale", und nicht eher scllte er die Schwelle der Gemächer sei, ner Gattin überschreiten, als bis er von der hohen Schule daS Zeuguiß der Reife heimgebracht. Wir wiederholen, die Fabel rst nicht von Chivot und Duru gedichtet, sondern hat sich wirklich zugetragen, ja daS Leben hat sich boshafter crwiefen, als Libret listen gemeinhin siud, welche die Lieben deu weuigsteuS im letzten Akte vereinigen. Ter chwiegerpapa hatte nämlich die Rechnung ohne die strenge Prüsungs' commission an der Ecole Normale" gemacht. Hr. Bauduin siel beim Examen durch, und er siel in der Folge noch zweimal durch mit dem Zeuguiß der Reise hatte es seine guten Wege. Die Liebe der Frau venvaudelte sich in Verachtung, sie dachte nur noch daran, sich scheiden zn laffen, uud nachdem inzwi ichen ihr 5kmd gestorben war, scuelte lie eigeutlich uickts mehr an den Gatten. Leider ist ein Durchfall beim Examen kein Scheidmlgsgrund, m:d die kleine Frau mußte daher daran denken, sich einen auderen zu v.'rschaffen. Es gelang ihr anck, ihren Gatten mit einer hüb ichen Modistin in flagranti zu ertappen. Die achte Kammer verurtheilte den (Statten zu 50 Francs Geldstrafe; so gering aber auch die Strafe ist, so reicht üe hin, um als Grundlage zur Ehe kcheidung zu dienen. Der Aermste ge stand senk Verbrechen ohne tveitereö ern und richtete an den Vorsitzenden zur Entlchuldigmlg die Frage: Was hätten Zie an meluer Stelle gethan?" Zum Capitel der Ordenösueyt. Vor Kurzem ist der Gesebentwur? der aiederländijchen Regierung zur Stiftung :ineS neuen Ordens verökleutlicht. Er ,'oll den Namen Orange-Scaffan-Ordeu" :ragen, nnd eunprlcht, wie d.e Regie cung ausdrücklich erklärt, einem längst zemhlken Bedürfniß. Dem Bedürfnis nämlich, die guten Beziehungen mit inderen Mächten zn unterhalten." Der neue Orden ist in fünf Klaffe (Groß kreuz, Großoisizier, Commandeur-, m . . ....v 01. tsj. r? . .r . . l uiiijict uiiu jiuiciiu;c; ciucinqciu. Vcerkwürdig ist ferner das Gestäudniß ser Regierung, daß der Staat schon häusig direkten Schaden gelitten habe, weil man nicht über einen anderen Or)en, alS den vom niederländischen Löiven, der nur auf Antrag des MiuisterrathS Verliehen werden darf, veriüaeu konnte: )enu mancher Gegenstand vou wiffen 'cyZttllchem, gezchichtlichm oder Kunst' aiertb fei deshalb nicht in eine nieder 'ändi'che Sammlnnz gekommen; nicht letten ser es namentttcy geschehen, dan Neisenöe in den niederländischen Kolo T:en die Früchte ihrer wissenschaftlichen lluternlchnngen allein deshalb den nie it..v:;j em.? . . , i r )fr:aiiuitycn cuieen uicyr uoeriaen zätten, weil sie keine Aussicht hatten, :iuen niederländischen Orden zu bekomnen. Anzüglich. Bttchöändler: Ich bedauere, daß el nir trotz aller Bemühuntten nicht gelin. i?n will, Sie alS Kuudeu zu gewinnen. Än gutgewählten ,Probe:enonitgen lasse ch es doch wahrlich nicht sebleu." Obersorster: Wenn Ihnen ,, wirklich 0 viel an meiner Kundschaft gelegen ist, mnn gehen Sie zunächst Ihrem naseveisen Lehrliuge ein paar gehörige hiner die Ohren, der bei mir immer die rnzügliche Bemerkung hinzufügt: Bitte, licht aufschneiden!" ein Necqenrunzuer. Ein Lehrer will einem Schüler die Subtraktion erkläret!, Deuke Dir also, ich gebe Dir 13 Kirschen, nnd Du issest erst 9 davon und dann noch 9; hast Du denn noch 'waS übrig?" Ja' ",5o? WaS denn?" Die Kirschkernel'' M it l eid ig. Wissen Ge, Frau Schulzen, waS ich beut' zn Mittag gehabt hab Kanin chcn!" Nn sehn Se mal, ja, ich haß eS auch immer gesagt, warum sollen die armen Thierchen vor die andern Thiere so zu rückgesetzt rod?n., F ürch te riich e Dr 0 h un g. Professor Knoz fühlt sich durch die Pstasterarbelten ,.:voeseinemHüuse,i selnenr iveltgc)c5ictnceit ii;: SS i r f tr 11 q e -hemmt. Lange sinnt er darüber nach, wie deinen . Schließ! ich offuet er daS Fcuster. und weit hin schallt ; 5 seine ?! Donnersti nun e: e iui S i c 11 i es) t 0 c 11 bl i es l is fei e tt Veit in stellen, so uehme ich meinen Ruf
(UWLelvztganzZM
'Der Deserteur. Tod und Teufel über den erbärmli chen HallunkenZ" Mit diesen Worten trat in einer stür mischen Dezembernacht des JabreS 1881 der Corpora! Samuel Beömann seine Grobheit war im ganzen zweiten Ver. Staaten Kavallerieregiment be kannt in das Wachtzimmer eines jener kleinen Militärpostcu ein, welche Uncke Sam im fernen Westen, da, wo die Gemüthlichkeit aufhört, errichtet hat. Und welchem Hallunkeu, wenn man fragen darf, belieben Eure Corpora!, fchait den Tod und den Teufel auf den HalS zu wünfchen?", frug ich, der ich das zweifelhafte Vergnügen hatte, in jeuer Nacht als wachthabender Sergeant zu fnngiren. Und da kannst Du noch fragen? Nun wem anders denn, als dem Hallun kcn Frank Peterfen, oder vielmehr dem gebildeten, höchst anständigen Peterse, der auch ein besseres Loos verdient hätte, alS hier in Diensten Uncle Sam'S sich vom Corporal Beckmau Grobheiten lachen zu lassen, wie Du Dich ja stets auszudrücken beliebst, wenn Dein gebildeter" Schützling Dir etwas vorheult." Schön gesagt Corporal! Der arme Kerl bat Dir wahrscheinlich in deur riesigen Schneetreiben daS Werda" statt auf fünfzehn erst auf vierzehn Schritte zngerufeu, was?Ja, weuu er das nur gethan hättet" Nun, waS hat er deuu gethau?" Er hat mich überhaupt nicht angehalten." ' So, und warnm nicht?" Weil er gar uicht auf Zeiuem Pcsten war!" Nicht auf seinem Posten?" ..Ja, nicht auf seiuem Posten! Dein Liebling ist durchgebranut! Da hast Du die ganze Geschichte. Jetzt können wir ns Beide ärgern und das Donnerwetter von oben bleibt nicht auS. Wir können uuS auf etwas Hübsches gefaßt mlicheu." Vcckmann hatte geendet Beckmann hatte wahr gesprochen, sowohl was die Fllicht PeterZen'S. alS euch WaS daS Donnerlvetker von oben" anbelangte, dessen Centrum sich übrigens über zeiuem eigeuen Haupte entlud, indem der Oberst. der Peterscn stets als einen tüchtigen Soldaten geschätzt hatte, dessen Durchbrenuerei einzig und allein anf Nechiiung von Beckmanu'S Schinderei", wie er sich cnslldrücken beliebte, setzte. Die Folge davon war, daß der Corpo ral zum Gemeinen degradirt wurde. Mit vor .Wuth cutstklltem Gesicht trennte Vcckmann selbst die Borten von seiner Uniform, trat sie mit Füßen, ichleuderte si: in'S Feuer und schwur dann iu'S Teufels uud der Hölle Namen, daß er Peterfen, sollts derselbe ihm je wieder einmal nuter die Finger komme, mit eigener Hand den HalS umdrehen werde ! Noch früher, alS er wohl selbst ge dacht, sollte der Wüthende mit dem Dej er: e i l r z u ia m m eu t re ffcn ! Aus uebelkafter Ferne herüber drang schon daS Hohnlachen der Geister, die er heraufbeschworen! Brausende, von gewaltige Regen strömen begleitete Thaustürme hatten den Schuee im Gebirge geschmolzen und von unzähligen GedirgSbächen ange schwellt, wälzte der Columbia-Strom seine Gewaltigen Wafsermaffen in schäumendem Tosen durch sein felsumgürteleS Bete. Schon seit we'r Wochen befand sich unsere Schwadron auf dem Marsche nach einer der weitest entfernten Judianer Reservationen nud hatte nun. dem Lanfe deS Stromes folgend, an einem Spät-Nachmittag an ciuem der in teressantesteu Punkte, welchen die Ufer dieies RiejcustromeS bitten, Lager ge schlagen. DaS wciter oben noch meilenbreite Strombette tritt plötzlich hier, em Aus läufer eiueS dichtbcwaldeten EebirgS' zngs, so eng zusammen, daß der vou ge üdter Hand geschleuderte Stein eS mit Leichtigkeit überfliegt. Gewaltige, phantastisch geformte Felsmasseu thürmen sich zu beiden Sei' ten Koch empor und zwi'ch'n ihnen durch drängen sich in tvildem Tauze die schaumgekrönten Wogen, brechen sich, hochausspritzeud, an anö dem Bette aufsteigenden Feljenfpitzen und Mrzen dann donnernd in die Tiefe, um dorr, weit sich ausbreitend, in entfesseltem Lanfe daS nun wieder meilenbreite Strombett zu durcheilen. s" $2tbt dem, der vou der Höhe jener Klipven vom Schwindel erlaßt, in die Tiefestürzt ! Er ist unrettbar verloren ! Da unten hausen die Geister der Hölle," sag?n die Indianer. Horch! HorstDu nicht ihr dämonisches Jauchzen? Sie jauchzen, wenn ihnen ein Opier nahe ist," Zo erzählte uns vor zwn Iah. ren an eben dieser Stelle ein alter Häuptling der UmatillaS. Da links von uns steigt Rauch auf; Holzfäller sind'S, die da ihr Lager aufgeichlagen haben. Der Klaug der Axt tönt hellklingend zu uns herüber. Also außer uuS noch andere Menschen in dieser trostlosen Einöde! Gehst Du mit? Wir wollen.den Leutchen einmal einen Besuch abstatten", tönt cs hinter mir. Ich drehe mich um cS ist Beckmauu, der einstige Corporal, mit zwei Kameraden. Horch, hat'S nicht eben wieder bcll j anigejauchzt da unten, wo die Hölle::geister wohnen?" Jiein, Ich bleibe lieber kurr." ' ... , ... -t .1. . 1
Aucy gut, wir zmo valo w.eder zu rück," beißt eS uud die Drei , verschw.n den im Gebölz. ;', Zehn M in n?ktt i später ' s?si k ich B cd Mailll eilenden La nies , ds.herlommcu. Bei mir macht er Halt. S?in Gesicht ist geisterbleich, seine Au.ien sunkeiu, ei' intrscht mit k?n Zäh'.ieu wie damals, als er di ea dgel rcun l cn B or ten m it Fü ßeu trat!''!Zi,Itziih , Jetzt habe ich ihn! Jetzt kommt die Vergellnng!" Keuchend ringt eS sich tzlMPf Vrust.
Wen hast Du?'' ..Petersen!" .Mensch, Du faselst!" Nein, jetzt ist keine Zeit zum Faselu, jetzt ist es Zeit zum Handeln." Und bist Du Deiner Suche sicher?" Ich bin es. Dort drüben, wo der Rauch aufsteigt, sitzt Peterson mit de Holzfäller am Feuer. Uud jetzt schnell zum Rittmeister. Sergeant, Du rnußt mit!" Zwei Minuten später stand ich mit Beckmauu vor dem Rittmeister. WaS giebt's, Sergeant?" Beckmann will in einem der Holz, fäller, die dort drüben im Gehölz kam piren, den Deserteur Peterfen erkarnU haben." Uud ist'ö wirklich Pctersen, Veckmann?" Er ist's, Herr Rittmeister!" Schön! Sergeant, Sie nehme sechs Mann mit geladenen Karabinern Beckmann geht natürlich mit iiufc machen den Burschen, wenn er wirklich Petcrsiu rst, dingfest. Sollten Sie cus Widerstand stoßen, fo wissen Sie, tvaS Sie zn thun haben." Mit schwerem Herren wandte ich mich zum Gehen. Jetzt kommt die Rache," klingt eZ neben mir. Und wieder zehn Minnten später bli he die Läufe von sechs Karabinern im Scheine eines FeuerS mld an d;efcm Feuer sitzt mit mehreren Mänuern zusam wen Peterfen. Er ist'S wirklich. Beckmann hat sich nicht getäuscht. Und jetzt hat er auch rmS erblickt und mit einem Sprung iß er anf den Beinen. Sein Auge trifft das feines altes FeindeS und, die Axt ergreifend, brich er wie ein flücht! z er Hirsch anS de Gebüsch in der Richtung nach de Strome zu eilcud. Doch noch ehe er denselben erreich! hat, hallt der scharfe Knall eineZ Kara binerS durch die abendliche Stille m mit einem dumpfen Schmerzens schrei bricht' der Unglückliche am Fuße der Felsen zusammen. Mit einem wilden Freudenschrei eili ZZeckman anf daö gestürzte Opfer ieiu Rache zu, schon bat rr eS beinahe er reicht da rafft sich Petcrsen, seim letzte Kraft zusammeuuehmcud. nochmals auf uud erklimmt, die Art fallen lassend, einen der sleilen Fellen, um auf dessci Spitze abermals zusammen zn sinrnr. Inzwischen bin auch ich mit mrinc Leuteu am Fuße des Fel'ens angelangt' und vom naben Lager trifft fast im scl ben Augenblick der Rittmeister, gefolgt von dem gröötcn Theile der Schwadron, ein. Sein Auge fällt anf BeckmJir, der, Allen voran, unverwandt nach der dunklen Masse da oben aus dem Fclse blickt, welche die nun hcrrittgebroch."Ut Dämmerung kaum uiehr als menschliche Körper erkennen läßt, und mit de Finger in die Höhe zeigend, ruft er: Da oben käu. gen deine verlorene B orten, Gemeiuer Beckmauu." Der Angerufene zuckt zusammen dann fliegt der Karabiner klirrend auf die Ste, trümmer und mit dem Rnie: Ich hab's geschworen erwürg will ich den Schuft", rlimmt der haßer füllte Mensch den Felsen hinan. W'.e Bildfäuleu stehen die Soldaten, den Blick unverwandt nach der Höhe gerichtet! Jeder hält den Athem an. kein Laut kommt über die geschlossene Lippen! Aber da unten da tost'S nfc schäumt's nnd braust'S und klingt wie gellendes, dämonisches Hohnlachen! Jetzt ist Beckmann oben. Scharf zeichnet sich die dunkle Gestalt gegen den Horizont ab. Jetzt beugt sie sich nieder zu der Leiche?! Nein, nicht zu der Leiche! Beckmann liegt auf deu Kniu zwei Arme haben ihn umfaßt zwei Häu&,t an denen schon der Todesschwriß kledk. umklammern seine Kehle er will sich losreißen umsonst! Die Hände deZ Sterbenden lassen nicht mehr los! Jetzt stürzt Beckmann nieder! - Man siebt nur noch eine einzige, dunkle Masse daö Keuchen der Rm gendku üvertöneu die donnernden Wasser jetzt ein Rutschen und RrJle eia Schrei deS Entsetzens unten eiuen Angen blick scheinen zwei siai umstrickend menschliche Körper in freier Ln:t z schweben dann stürzt die gespenstische Masse in sausendem Fall htnav in die brausenden Wogen, die sich hoch auf. pritzeud über ihr schließen! Noch einmal iönt'S wie gellendes Hohnlachen aus der Tiefe dann nehmen die Wellen ihr altes Spiel wieder auf und eilen gnrgelnd und schäumend und brausend ihrem Ziele, deur fernen Ocean zu. Wohl suckten w r am anderen Morgen das Ufer anf einige Meilen weit hinunter ab, doch umsonst! Bon den beiden Leichen war keie Epnr zn sinden. Erst nach mehreren Jahren fanden Frcher. weit umen irnStromezwe fest aneinander geklammerte menschliche Skelete. " " ' Unter einer überhanZeuden Weide ruhen jetzt, von den Wellen res Riesen. stromeS umspült, in eine m Grabe, der Deserteur und sein Todtfeind. 7.
A: Ihre Frau bat Ihn.' die Moc. gcnschtthe an den Kopf geworfen?" B: Ja, ich erlitt eiu paar Schlap p.n" Eigenthttmllche Logik. A: Aber, warum bleiben S'e denn im Wirthshaus stets Alles schuldig?" B: Ja wein Lieber, weuu ich daS immer zahlen wollt'. waS ich verzehre, müßt' ich ja verhungern!" i , . ( Enfant torriblo. Frau Doktor (kommt verspätet in ewe Kassecichlacht die Damen siud all: iehr verlegen): Bitte) melne Damen, sich ja nicht stören zu lau-"' (N't 'hrer Nachbarin:) Hateu venu die Herrichast iii so g cnrn l iigen N!pe!t vor mir, da ß sie meinelweaen so in crlcgcuhet lom men Tchtcrchen 1 deS 5ames: tS'mO ein! ?er eS ist aerade als sie gekommen
ij'siiii),' jo';a
k
WSi'illit
StM"f
! -rH;!fi-:i;f;;;;JNj';i,ii,i!":-;M l$ i'lyd' I '' : i:'!:1'"' Ä' "'' 'i'ifi s ' ..;,;::;:jji;;;;;:,,;,.t;i, ,jf; -ftä ; ItttiS !'Mr. ., y:ivm l.. ipMk0 t:ms5!J älij L 'U
