Indiana Tribüne, Volume 15, Number 86, Indianapolis, Marion County, 13 December 1891 — Page 5

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Dos jä. Sürrayr. Czrae Cinksdung zu Onkel und Tante Mö2er auf Altenhosen ist für den Em Mnger eine Art Freibrief zur irdischen Glückseliglelt. Nirgends auf der ganzen Weli kann es ein behaglicheres altes Nest geben als Llltenhofen und nirgends noch zwei MntZchev, die es so sehr verstehen, sich ld andern daS Leben angenehm zu snachen, als Onkelchen Karl und die liebe, alte, immer hilfsbereite, immer Krickende . immer fröhliche Tante Min chen. Als wir noch Kinder waren, gab e5 rn dem herrlichen alten Hause hundert Winkel und Eckchen, in denen man Verstecken und Räuber und Gendarmen spie len und sich zur Dämmerzeit so prächtig gruseln konnte. Onkelchen stand lächelnd und behaglich einem der weiten kühlen .Gänge, wenn das wilde Heer an ihm vorüberbrauste. Im Garten wuchsen ungezählte Stachelieerbüsche und Obstbäume, von denen zns jeder tributpflichtig war. Einen Baum gab es sogar, der eine ganz bendere Frucht trug, und zwar einmal Jahre. Wenn die Ferienzeit kam, ne Zeugnisse gut ausgefallen waren und jie vergnügte Gesellschaft der Neffen und Nickten vollzählig auf Altenhofen ein terückt, dann gabs an einem der ersten Lachmittage ein großes Fest. Da stand er, prangend mit den prächtigsten, goldbraunen, zuckerbestreuen Sahnewaffeln, die eine verdächäge Aehnlichkit mit denen hatten, die Tante Mütchen so unübertrefflich zu backen verstand. Ach, dieses Hallo, diexr Jubel! Ein wahrer Sturm entstand, ie Buben kletterten, die Mädchen brci eten die Schürzen aus, und Onkel und Tantchen waren selig. Daß auf Altenhofen ein Ponvwagen id zahme Kaninchen und ein Dutzend unde und Hunderte von Tauben ein zrohliches Dasein führten, ist zu natürZch, um weiter darauf einzugehen. Aber ack und nach werden die Nichten und Neffen größer und älter. Der Waffeldaum trägt seine Früchte n'cht mehr er ist zu alt geworden, neint Tantchen und die Obstbäume tten wenigstens noch einen Theil ihrer Ernte zu einem befferen Leben in Tanthens Ein machebüchsen. Aber deshalb äst lwch Istige nicht langweilig in Ältenhofen. Aus den Jungens werden Lgemach Studenten und nachher Refeeendare und Candidaten der Medicin ßder angehende Commerzienräthe oder zukünftige Feldmarschälle; und die Mädchen tragen lange Kleider, versuchen in itrt ersten agen ihres ViusciunattZ ui Ältenhofen würdig und damenhaft zu chun und sind ihren Vettern gegenüber rtwas schnippisch und schulmeisierisch. Aber lange damrt'v nicht. Herrliche Picknicks im Walde gibt's, Tanz auf dem Nasen pch einer quieckendm Klarinette, ,n'd die alte itie Kinderfreundschast ist fttiell wieder hergestellt. Das ist Altenhofen. Ich bin dies Jahr der erste, der seien Einzug hält. Ich habe einen anzestrengten Winter hinter mir, bin rohlbestüllter" Asjeffor geworden und habe wirklich eine Erholung ein klein venig nöthig. Wo wär'S also besser ils bei Onkelchen Karl. Stundenlang inter den alten Parttäumen im Grase siegelt und in den blauen Himmel schauen und dazwischen Tantchens Mei?!en?erken der Kochkunst alle Ehre anchun kann's etw?s Herrlicheres geben lüt eine Menschm, der vorläufig am Ziele seiner Wünsche angelangt ist und kein drohendes Examengefpenst am Hori ;ont seines Glückes aujtauchen sieht? Und doch! Und doch scheint mir in diesem Jahre der Himmel nicht so blau and die Buchen nicht so grün und der Nasen nicht so sammetweich als sonst; und doch laffen mich Tantchens ausgeZuchteste Leckerbissen zuweilen ungerührt. Wenn ich auf meinem Lieblingsplätzchen Zitze und ernstlich versuche gar nichts zn denken, so recht gedankenvoll glückkich zu sein, da bin ich gewöhnlich ?m unglücklichsten. Es rauscht und knistert in den Büschen und jchlüpst durch dasGezweige. St& sehe ein flatterndes , weites oder blaues Sommerkleid. Ein rosiges achtzehnjäbriges Gesichtchcn mit schelmi sehen Blauauze:: lugt da und dort hervor. Aber, wenn ich schärfer hinschaue. ist alles still und leer. Herzige Enkmy! LüßeÜe aller Nich im OnkelchensZ Scbelmischer, boshafter. kleiner Kobold! Wer könnte Wochenlang neben dir in idyllischer Ländlich :nt leben, ohne demcm Zauber rettungs los im verfallen? Und dann steigt eine Erinnerung in mir auf. eine Erinnerung an einen warmen, herrlichen Maltag, und ich sehe Emmn deutlich vor mir und stehe m dem großen Saale des alten Hauses und sehe einen beschriebenen Briefbogen, und die Buchstaben werden groß, immer größer, riesengroß, und dann erwache ich aus meine Träumereien. Nach solchen Vistonen bin ich gewöhw Äch am mißlaunigsten. Tantchm be trachtet mich dann zuweilen mit einem "besorgten Blick, und OnkelSen nimmt die geliebte Pkeife aus ß dem Mund und steht einen Angenblick aus, als ob er etwas sagen wellte, sagt aber nickt. Eines schönen Nachmittags hat indessen Onkelchens Schweigsamkeit ein Ende. iunb er schwingt sich sogar zu einer kleinen Nede aus, in deren Verlauf mir zu , ,,mc:.iem Schrecken klar wird, daß das Gcrrmniß, welches ich abgrundticf in in meiner Brust verborgen glaubte, son- ' nenNar vor Oukelchens und Tantchens 1 erfahrenen Augen liegt. , .Siebst du, mein Junge," so ist etw.i ' der Schluß. Tante Minchen hat e? zuerst herausgekriegt. ' ; Ja, die Weiber! Sie gucken, einen durch und durch. Nun leugne also nicht ab, eS hilft dir dock ichtS, sondern erzähle lieber, was dir denn eigentlich in die Quere gekommen ist. 1 Erst dachte ich, du hättest vielleicht Cchnlden, oder sonst Unannchmlichketten, aber Minchen

Jawohl, fallt Tante Minchen ein entwischen, Minchen," und Onkelchen und lächelt ein klein wenig. Onkelchen bietet Tante, die eben geräuschlos vermackt cd mirkliö, Gedanken um dich, schwinden will, galant seine Arm an.

aber wer vorigen Sommer nur biKchen icharje Augen hatte, der mußte gleich sehen, wie es mit Emmy und dir stand. Und das muß ich sagen, deine plötzliche Abreise hat mich damals recht erstaunt." ' Ja," fährt Onkel fort, .wie laut chen meinte, die Sache sei mm so recht im Zuge, auf einmal fällt's dem Herrn Referendar Knall und Fall ein. abzu mim. Und nun bist du wieder da und laßst die Ohren hangen. Aber wir wollen zetzt wissen, was eS gegeben hat. So mterpellirt, mutz ica naturlty die traunge Geschichte erzählen. und wayrenv ich erzähle, wirv im? ganz warm ums Herz. Me yerrlieyen . ä c-i e - ' I maiuxat oes vorigen ayres neigen vor mir auf. und Emmys schlanke Gestalt und ,uves Genchtchen sind mir wieder ganz nahe. Ich mache herrliche Streifzuge mit ihr in den Waldern und mx gondeln , vfl .. ZA-,, F., XaH Sl i.1 m l av lumuw.uuBwH uu wui, und manchmal-elnen flüchtigen Augen. it Z TMh. ( am a4. V lAiitwithdH üiiu iwm i inoeraugen mn tmtm nojna an, hm TMirf, irtrt fttf irf straft tt 1 fcterhU V 7if ' chen macht. uh nn pvnt mgmuiaw m ich den festen Entlun, Emmy Alles zu jagtn, lras mein Herz ersullt. Die Gelegenhelt ist seh? günstig. Onkel und Tante stnd zum Besuch ausgefahren und Emmy ist oben, im i i nv C sm trZ. t I ve,i.HiVu4 V mv V ' uno jinra Jöneje. n aimn Xttvll anuf iuic unv titnitt fZ. 5 .l.JU . . . i. . I Faust in den Nacken, und ein anderes Etwas steigt nur in der Kehle aus, während ich die Treppe hinaufgehe. Aber einstweilen ist diese Angst unnöthig, denn Emmy ist nicht oben. Auf dem alten Schreibpult liegt ein beschriebener Briefbogen. Ganz gedankenlos gehe ich näher, und ! Mitten auf der Seite steht mein Name, recht deutlich, groß, mit Lateinschrift geschrieben. Sie hat was von dir geschneden, t m, , jm . . mtü bit stimme midrtnglich in mein Ohr, ,.lle e, lies es. Psui, Otto, fremde Briefe lesen," w'-spert eine andere Stimme. Du hast em Recht, zu wiuen, was . t AM M . ' I sie von dir denkt", hetzt die er,te. "2?"' T l?Zmt 9l0nia? Aber ich bin schon ganz nahe gegan- , , . r i. , . I gen und beuge Mich weit wett vor und i mi n (laAisi-iA CTy . I lese begierig. Da steht's l S. Auch Vetter Otto beehrt gegenwärtig dies niedere Haus mit sei' ner bohen Gegenwart. Du wirst Dich sicherlich dafür interesNren, ich weiß ja, van er im vergangenen Mmer einer Tiiv si.iHhHSnni 11 sCi" l nn. ,yuuvttuui wui. z. v l umausstehlich?r als je. Manchmal wünschte ich " Horch, ging da nicht eine Thüre? Ich schrecke zusammen. Fort, nur sott. nur Emmy jetzt nicht begegnen, das it mm einziger Gedanke. Und wie gejagt. stürze :ch zur Thüre h.naus, die Treppe hlUSb. Sowelt bm Zch mit meiner betrüblichen M - - . Erzählung gekommen, als mich em droh. nendes Lachen Onkelchen auszchreckt. Ja, Onkel Kal lacht, lacht, da ein Vttnd-Ä Kinmt- NillMi'ttftN 11 nnd sl,n t.tL:.. zijf rxr.ii.fi m i .. a. r..vr. .w woaeiS uuiF ,.yuuCu out . . (I . mLm L b .kbM & . mm. . M 1 Ugru w m, a5 "ur n, Mühe herauspuzten kann: O ich, 0 ,eh.

Mwchen. Altchm hast Du'sgehSrt?- Hinderniß. Aber Minchen selber -Min-L' du Vorwitz! O. das ist die kostlichste ch war ganz unersorschlich. Manch-

www F uiruyücu am l,k, sei! oreiLg ayren. Und Tantchen ist ganz jugendlich er röthet und hat einen Ausdruck in ihrem noch immer hübscheu Gesicht, den ich mir durchaus nicht erklären kann. Aber Onkelchen läßt mir keine Zeit zum Nach .renken uns erwunoern. mmo unaus. stehlich bist Du. kichert er, 'S zu löstlich! Und sonst stand nichts in dem Schreibebrief! Nicht etwa, Du hättest eine kartosselförmlge Nase, die sich bei geringsten Aufregung rosig färbt? und Onkel schielt auf sein eigenes Riechorgan, das wirklich diese Eigeuschaften aufweist. Nein", sage ich befremdet, aber habe ich die denn?" i Nebenbei bemerkt, bilde ich mir nicht wenig auf mein klasmches Pronl ein.) Uud auck nicht, du hattest ein paar kurze dicke Beinchen, die du beim Tan . - - t .t. evt- i 1 r zen aus erue er orvu-ge rr ourcv cinanderwirbeltest?" ' ..Nein", erwidere ich sebr erstaunt und betrachte die bewußten Gliedmaßen, die NÄ durch klne rewettadle Lange auZ. z;eiSnen. Und auch nicht, du sänaest zur Guitarre sehr anaenehm durch die Nase?" brüllt OnkelSen jetzt förmlich loS und bekommt wieder emeu endlosen Lach, anfall. Ich schaue rathlos von Onkel aus Tante. Tante hat ein paarmal miß billigend Ade? Alter!" gesagt und etwas -verlegen ausgesehen. .Onkelchen. ich spiele ja aber acr nicht Gnitarre und was meine Stimme anbetrifft " .Nein, du thust es nicht," ruzt Onkel chen kichernd vor unendlichem Vergnu - gen, .aber ich, ich habe es gethan: ja,

und habe durch die Nase gesungen und eine Seite von oben bis unten beschriehabe eine rosa Kartosfelnasfe Und kurze den hatte, lag noch tintenseucht da. Ich dicke Beinchen. he. habe ich nicht? wollte den Brief nicht lesen, gewiß nicht,

Eine Ahnung, em dunkles Verstand mg blitzt M Mlr am. : O du beMae Einfalt !" lacht Onkelchen weiter, also davon hast du dich verblüffen lassen? Das will ein Vdvo. kat werden und versteht sich so schlecht aus.die menschliche Natur! UnauSsteh lich," hat sie geschrieben, aber Junges was besseres hätte sie aar nicht schreiben können; wenn sie gesagt hätte, etwa, .mein netter Vetter Otto, oder ss waS ähnliches, dann hättest du 10 gegen -ik'.-.nj": "" . . w t. L i - 1 wenen rönnen oan on iyr gieieyzunig seiest, dber .unausstehlich". Die Mäd chen sinden stetS ihre Anbeter unaussteh tich, vor Freundinnen, viS die Sache zum Klappen kommt. Und nun komm' mal mit ram in den Saal, da will ich dir eine Geschichte , erzählen und ein Dokument zeigen, na, du wirst deine r ajigc iireuoe oran yaven. ' i't.ugi

Weißt du, mein Junge, Tautchen hat eigentlich nickt gern, daß man davon redet, und deswegen habe ich's auch rne gethan, aber bei der Gelegenhell kann man nicht darüber schweren, waö

meinst du ttnchen?" Und ,o wan deln wir selbdntt hmaus. Im Saal" ist eS ebenso angenehm kühl wie an dem heißen Tage, als ich Emmy suchte. Onkel tritt an einen uralten, schnörkeligen Rokooschrank mit unendlichen Schubfächern und Schränk, chen und holte dort etwas heraus, ein zummmengefalteteS Papier. Dann setz ten wir uns auf die glatten, mit Noß. hoarton überzogenen Stühle, und On kelchen erzählt: min n s mi u $n ssteht. so sah eö nun vor dreißig Jahren gerade aus. als ich als Volontär, wie man heute sagt, hier aus meines Schwiegervaters Gut kam. Der stUe Schreibcschrank stand auf demselben . ' . ' . ' , ' Platz, die zwei Kau olcken mit dem Strauß aus Reis und Kaffebohnen und 1 Erb en waren da, und von dem Omni us, so hieß da Kanapee damals . . 7 M. . . T . . . a.ucy rutichtc man gerade w hertmtn hte, nur etwas schneller. tvni bamaU m Roßhaargewebe noch mtn m tmb bst4 Sitzpolster nach orn so recht hübsch schräg abfiel, - eve geniafc Erdung deö VerfertigerS 1nr hntn f,rf mt mn m f der Jahre. - . 1 v r . Die Borhänge waren gerade o hübsch bimmelblau aeitärkt. wie deine ?!ante . ' " - das noch jetzt liebt, nur statt deö äugen dlillllchen Sosaklssens, toj glaube, Emmy hat es gestickt war ein sehr hübsches da, ein Perlenhund mit einer sehr naturgetreuen Zunge ans feuerrothem Tuch. Minchen hatte das Sckeu Ml verbrochen und fand es reizend. Ja, also alles war genau so, nur Minchen war, ein blschen anders " Und Onkel legt wahrbaftig seinen Arm um Tante Tlm&en und drückt sie lärtlick an sick. m?;, r ; s,-.e,2 kn:.:. m v v I l V MMti.uuiutl' ße. Machen mit den allerschönsten Ver. aikmeinnicktan.?en. mit roi'arnti?n Näck, mit b.,. s mit den vräcktiasten SRfatibiBhfm van Ut .hÄ. r - 1 'M- V W rk.rAVW Wl Vda wnvte iA entamtnt Vafi ,S flitf der weiten Welt nichts Herzigeres geben s wwinA wf. in ifirm v,. tw aw f n. Viit itv im himmelblauen Wollmusselinkleide, - ja, - . mein Junge, daS waren noch leider, anders als heute deine Emmy in ihrem grünen oder gelben, oder wenn'S hoch kommt, weißen Futteral mit bauschigen Volants und hübsch ausgeschnitten. wie es sich sur warme Sonn tage paßte, ja wenn sie darin herankam, da hupzte Mir daS Herz. Oder gar in einem weißen Kleid, mit großen to)a Nozen drem gewirkt, und mit em gewebten Nosenguirlanden um und um, da war sie nun rein zum Aufessen. Na, jch'Z fttt mache, ich war verliebt! verliebt bis über die Haarspitzen, und KA würd? ,Vd,n Knn lnss-r sfi hnifoS. mrm-mr iviiwv itvt .uu awuw&k .m&i li u i i; t. u cvs,. .: knr,-.s, i ,! m die Geschichte nicht mehr so weiter, m Vome äußere Hindernisse gab eS keine, ich war der einzige Sohn auS ' n t v. , einem vermoacnaen .auie. immens 1 r r Vater und der meine waren gute Freunde, und hätten gewiß unsere VerIal,,.n wne ffn rnr Un moi machte sie sich ein bischen über mich lustig und manchmal wich sie mir aus. einmal glaubte ich, sie habe mich ein we. nig gern, und einmal versank ich in die schwärzeste Verzweiflung, kurz, ich machte alle Stadien von Himmelreich jauchzend bis zu Tode betrübt aanH ae warnt ha t durül. Heb wäre für sie ms Wasser gesprungen, oder inS Feuer, ich hätte sie aus Nauberhanden besreit. kur,. ich hatte zu den verwegensten Dingen Courage gehabt, nur nicht zu einem Heirathsantrag. Wenn ich nur daran sachte, war mir'S, als ob eine unsichtbare, aber sehr kräftige Faust mir die Kehle zuschnürte. Und so kam der verbäng nißvolle Tag. Es war ein schöner Heiner Julitag, zust wie heitt' und Sonntag dazu, und Minchen hatte heute in der Kirche in dem bewußten weißen roienbeguirlandeten Kleid so so zum Verrücktwerden hübsch ausgesehen, daß ' ..ifl.... i.r.k. o zuun myiic micgiuB japie. um Nachmittag sollten wir zur Kirchweih iahren und da mit anzusehen, wie die zesannnte zunss 6ore der Umge zend München auss auemrngste be kurte. nein, das ging über eine Kräfte. Heute wollte ich's in's Nelne bringen, iefet gleich. Der Uuzenblick war sehr günstig, meine rurozgen cywiegerettern in sps nachten ein NachmittagSZchläschen, und Ninchen war allein oben im Saal. Mit Zen Gefühlen eines zum Schasfott Ge senden schlich m die Treppe hinau?. L:e bewußte Faust krallte sich schon wie Zer fest um meinen Hals. Aber mit wah eer Todesverachtung stieß ich die Thür luf. Jetzt oder Nie. Aber der Saal war leer. Ste mußte im Augenblick 1 fortgegangen sein, denn die Feder, Mit ! der sie auf einem großen Briesbogen gerade so wenig wie du, mein Junge. Aber mit einer ganz erschreckenden Deut lichkeit leuchtete mein eigener Name mit großen steilen Buchstaben geschrieben mir mitten aus dem, Bogen, entgegen., Sie hat etwas von dir geZchrieben, flüsterte der Dämon m mir, - da kannst' du vielleicht sehen, waS, sie von dir hält, und ich beugte mich weit vor über den Bogen und las." :. Onkel Karl warf einen lächelnden Blick auf Tante Minchen. die wieder ganz roth wurde und sörmllch jungendllch dubzch I t . '. , - c ausmy. , )ann sattere er leor umuano lich und sönlich den großen Bogen auseinander und las mit lauter poetischer Stimme: 7- ,. '. , - ! 3. Da hätte ich vor lauter wichtiaen Dingen beinahe vergessen, daß Du Dich ja so sehr eifrig nach dem Besinden ' von Herrn Möller erkundigt hast. Du , ;

schein Dich ja ganz außerordentlich für ihn zu interessiren. ' Ich kann seine runde Nase, die sich, wenn er in die Hitze kommt, schön rosa färbt, nicht fo bezaubernd sinden. Er tanzt ja ganz gut, was Du so fehr hervorhebst, aber wenn man ihm dabei zusiehst, wirft er seine kurzen dicken Beinchen doch gar zu drollig durcheinander. Und seine Stimme! Ich habe wirklich noch nicht darauf geachtet, ob ste zur Guitarre so seelenvoll klingt, aber daß er durch die Nase singt So weit war das OpuS gediehen. Mit welchen Gefühlen ich las, kannst Du Dir denken. AlS ich aber ganz zerschmettert den Kopf erhob, wer stand in der Thüre Minchen, Minchen blutrotb, mit einem bald zornigen, halb ängstlichen Blick in den Augen und mit vorgesteckten Händen, als wollte sie mir den Unglücksbrief entreißen. .Fräulein Minchen," stotterte ich, ich ich. ich wollte, ich dachte ' .Sie habin das da gelesen," rief Minchen, zornig ängstlich, mit erstickter Stimme. Ja ich hab'S" sagte ich und besann mich nun erst so recht, daß alles vorbei sei, ich hab's, und da wird's besser sein v:mn ich " O Gott, 0 Gott," schluchzte Minchen jämmerlich, 0, was habe ich angefan gen, 0, warum sind Sie so unartig ge Wesen, wie schrecklich." , Und dann brach sie in einen Thränenstrom aus. Ich stand rathlos vor ihr. Wenn ich ihr so lächerlich vorkam, warum weinte sie denn so herzbrechend? Ich versuchte, sanft ihre Hände von ihren Augen wegzuuehmen. .Fräulein Minchen," sagte ich, .weinen Sie mir nicht so sehr, es ist ja nicht so schlimm." Aber diese Beruhigungsversuche hatten durchaus nicht den gewünschten Erfolg. Minchen brach in ein noch hesti geres Schluchzen auS. O Gott." jammerte sie, es war doch nur Aerger von mir, weil die dumme Jescha sich immer so nach Ihnen erkundigt, und ich dachte, sie wäre in Sie verliebt, 0 Gott, und und, wenn ich geschrieben hätte, Sie wären so nett, und, und Sie ge sielen mir, dann, dann " Ein doppelter Regenbogen, Sonne. Mond und ein ganzer Sternenhimmel

gingen auf einmal vor mir auf. fl7 i infsta iA ivtli.A iiuiii, Hut vy, .nniytv, herziges, süßes Minchen. sagen Sie mir nur ein Wörtchen. Haben Sie mich ein kleines bißchen lieb?.Ich glaube," schluchzte Minchen. Trotz meiner Kartoffelnase und mei er " 0 seien Sie um GotteZwillen still ich schäme mich todt. Bitte, verzeihen Sie mir doch." Und ein erneuter Thränenstrom folgte. Na, mein Junge, wag nun kam, brauche ich Dir nicht zu erzählen. Komm mal her, Alte, gib mir einen Kuß. So. Siehst du, mein Junge, so wurden wir ein Paar, und dies ist für dich eine sehr merkwürdige und lehrreiche Geschichte. Der Brief wurde nicht abgeschickt, ich hebe ihn auf; es ist mein liebstes Andenken. Uud jetzt mein Junge, laden wir Emmy ein." Altenhosen, 20. Juli 180.. , Liebe Emmy! Tantchen Hai augenblicklich so furchtbar viel zu thun mit Obsteinkochen und großer Wäsche und so weiter, daß es wirklich lieb und nett wäre, wenn Du ihr ein bißchen dabei helfen wolltest. Mama erlaubt es gewiß gerne. Bringe Dir aber auch ein paar Ballkleider mit, eS ist nächsten Monat verschiedenes hier los. Wir erwarten Dich anfangs nächster Woche. Ich glaube, Tantchen will Dir auch noch ein paar Zeilen schreiben. Herzlichen Grutz Dein alter Onkel Karl. V. S. Otto ist auch sür ein paar Tage hier. Er bat seinen Assessor ge macht und beabsichtigt, sich m der Nahe irgendwo als Advokat niederzulassen. Ich alaube neulich gemerkt zu haben. daß ihr beide ein bischen, wie soll ich gleich sagen, am gewanntem Fuße lebt. Der arme Junge, er ist recht überarbeitet, ich behielt ihn gerne mtts Wenn das Dir aber etwa unangenehm sein sollte, so sage raw's nnt, tch laue ihn dann gehen. Also komme bald. D. O. Altenhofen, 26. 7. 189.. Liebe Emmy! Was Onkelchen von Obsteinkochen und Wäsche schreibt, ist alles Unsinn! Er wünscht Dich eben sehr herbei und da ist ihm jeder Vorwand gut genug. Nichte Dich nur für einen recht langen Aufenthalt em. Recht viele helle hübsche Kleider bringe Dir mit. Der junge Liebenau erkundigt sich betnahe täglich nach Dir. Wenn Du Frau von Liebe aau werden willst, so glaube ich; steht dem nichts Besonderes im Weae. Liebenau's geben Anfangs August ein großes Fest. Bringe Dir also auch dafür paffende Toilette mit. Es erwartet Dich sehnlichst Deine alte Tante Minchen. I?. 3. Otto ist recht blaß und nach. denklich geworden. Neulich sprachen wir von Dir, da wurde er auf einmal ganz lebhait. Ich glaube. Du hast ihn un Mai ziemlich schlecht behandelt. Der arme Junge, IVL. Denke Dir, Gusta Liebenau ist wirklich in Otto verliebt. Wenn Du ihn nicht wolltest, wäre sie, glaube ich, eme recht passende Frau für ihn Liebenau und Du, Otto und Gusta. tS. Juli ILS. LIebeS alteS Onkelchen! , - Natürlich komme ick; und wie gern. Ich will , den ganzen Tag Gelee kochen und Wäsche' einlegen. Ballkleider? Wozu Ballkleider? Wenn man so viel zu thun bat, geht man nicht auf 5?estlvitaten. Ich komme Montag, Abend Herzlichen Gruß und Kuß. i : "' ( Deine Emmy. P. S. Warum sollte denn Otto mei netweqen fortgeschickt' werden? Das wäre doch mehr als anmaßend meiner ze:ts. Wir haben iiuchgar' nichts mit 1 einander, er war wirklich Zehr komisch

und ' sehr zurückhaltend lm Mai. Ich

ann ihm doch mcht um den Hals fallen. F. d. Komme nur nicht mit, dem Wagen auf die Station. Du weißt, wie ehr Du Dich letztes Mal erkältet hast. Wilhelm ist mir ja Schutz genug. F. S. Wenn es dem Herrn Rechtsnwalt nicht zuviel Mühe macht, könnte tt mich ja abholen. . D. O. 23. Juli 189.. Liebes Engeltantchen! Montag komme ich.' Ich lasse mir och drei helle hübsche einfache Toiletten machen. Zu LiebenauS habe ich wirklich eine Lust mitzugehen und bnnge mir such keine Balltöillette mit. Bodo enau mein Mann! O Himmel. Er st ja ein ganz guter Kerl, aber ich ihn heirathen! Lieber ich weiß nicht was hun. Gusta ist eme Schlange. Ja, das st sie. Aber Montag komme ich. Tau end Umarmungen und Küsse. Deine Emmy. F. 8. Sieht Otto wirklich schlecht aus? Er wird doch Nicht krank fem. Man hört so ost von allerlei ernsthasten Krankheiten in Folge von Ueberarbei ung. DaS Ware doch schrecklich. Ich denke so viel an ihn. Du scheinst zu glauben, er habe ein tieferes Interesse ür mich. Ich glaude Nicht recht daran. Er war wirklich im Mai sehr sonderbar. F. 3. Es ist ost AbendS so kühl und eucht in Altenhofen; vielleicht Ware es gut, wenn Otto dann nicht mehr in's Freie ging; es könnte seinen Zustand vielleicht verschlimmern. F. 8. Glaubst Du, daß die neue blaßblaue Farbe mir gut steht? Otto hat so gerne blau. Weine i&mmy. Meerüber. Luder do onra 911 1 9 1. Schon Psiff der Zug ; schon stieg deö Dampfes Welle; Ein letzter Gruß im Lärme sich verlor. Noch einmal aus deS Wagenjensters Helle Bog sich daS blonde 5Nnderköpschen vor. Noch einmal ließ't Dem Tuch im Wind Du weben, Dann in der Ferne schwand der Lichter Schein. Glück Euch! Ihr werdet Deutschland wlederehen: till schreite durch das Dunkel ich allein. 2. Nun seid ihr fortgezogen; Mein Haus ist still und leer. Nun rauscht in grünen Wogen Um euer Schiff das Meer. Noch steh'n in buntem Prangen Die Blumen rings im Feld; ' Ihr aber seid gegangen Weit in die weite Welt. Umsonst noch muß ich lauschen Nach eurer Stimmen Klang, Nur leises Meeresrauschen Tönt Nachts im Traum mir bang. Mein Herz kann Glück nur lesen Auf mcerentrücktem Stern, Und waS ihr mir gewesen. Nun weiß ich's, da ihr fern. 3. In grüne Nacht hüllt mich der Urwali em. An dessen Saum mein Zelt ich aufge schlagen; Ihr aber wandert nun am fernen Nhein. Wo meiner Heimath Rebcnhügel ragen. Ich seh' euch schreiten auf dem alt Weg Zur Burgruine voll zerfallner Wunde; Und durch deS Gartens blühendes Geheg Zur Bank, umbuscht von Flieder uni Hollunder. Der Strom, der meiner Kindheit Reici ' durchrrnnt. Dieselben Blumen und dieselben Baume, Sie rauschen nun inS Herz auch meine Kmd Die alten Sagen und die alten Träume fs. Att.t (Y)ahiAj rtvtttanm CDafrttAi jltit V1U?1U7 IJl.UllllLk'i.ijl itivai, Wo uns zuerst der Sonne ' Licht gespeu det, Hab' über'S Meer, mem alter Rhein, zr dir Die junge Menschenknospe ich gesendet Wohl ist Columbia reich an Klang uni Schein, Und reich an Stimmen, die frohlob ih: singen. Doch deutschs Lieder hast nur du, mei: Rhein, . Die ewig zauberstark das Herz durchklingen. D'rum wecke du mit Marchenmelodel Der Kinderseele erstes Frühlingsregen, -..r v: c-l: v i: . ca 1 r. l ö Uiio au uic iuui, 01? icui iuiz uuig im Mai, Hauch' deiner Sagen reichste Veilchen legen! Dann wird dereinst zum westlichen Ge sild. Ms höchster Schatz aus sel'ger Kindhciz Tagen, Herüber über'S Meer, wie ich, dein Bild. 0 Rhein, mein Kind im deutschen' Her. : ' zen tragen. " Moderne Theateranzeige. ) Zur Feierndes hier statthabenden GärtnerTageS sindet heute eine FestVorstellung von , Wilhelm i,Tell statt. Der Apfel ist! aus der Gärtnerei des HertnKrause.:,,; fim ' . Hochachtungsvollst -, ', 1 'Die Direction. Knabennd Mädchen. Dame: ...Und wieviel Kinder haben Sie, Herr Maier?" Kaufmann: Ein sechstel Dudend ae ' vttM, gnavlge ran.". ; ., I ,'' l i " . i - -

Musketier Gibaült.

Skizze von T. Pttf. Am SÄluß des Avvells las der??eld. webel mit seiner krächzenden, altweibermäsiig kreischenden Stimme: Der Musketier Gibault der Zweiten Kompagnie wird wegen ungebührlichen Betragens emem Borgesetzten gegenüber mit fünf Tagen Mittelarrest bestraft Der Genannte, der am linken ZZlüael des ersten Gliedes stand, bin lick au? ie Unterlippe, senkte den Kovk und warf einen kurzen, stechenden Blick aus en tiet liegenden Augen nach dem ffeld webel. Der bemerkte das und kreischte wüthend: .Was. will der verssuchte Kerl noch Fratzen schneiden? Unverschämtes Suw M, ich werde Sie gleich wieder, dem Hauptmann melden! Nimm Dich in Acht, Du infamer Lümmel, wir wollen Dich schon klein kriegen. Du alte, eklige Mtgensratze!" Regungslos lag Gibanlt auf der harten Pritsche, in 'dem Arrestlokal; die Strafzeit war bald abgelaufen. Es war gegen Mittag; die Compagnie exenirte unten auf dem Kasernenhofe, und der Arrestant horte durch das kleine, ver gitterte Fenster das regelmäßige Stampfei seiner Kameraden, die Komman dorufe und Schimpfworte deS Lieutenar.ts: In Sektionen rechts bra S cht ab! Da ist natürlich wieder so'n Schwein, so ein altes Schwein, das Nicht aufpaßt! Aux der Stelle sollst Du treten, Du Hund willst Du Dich wohl zusammen nehmen. Du Lümmel? Nochmal zurück, nochmäl gemacht! Und wehe uuch. Ihr Schweinehunde, wenn es jetzt nicht geht, hau ich Euch kmmm und lahm, dann laß ich Euch Laufchntt machen, daß Euch die Zunge aus dem patse hangt ViS aus Eure dreckigen Stieselspitzen! Ihr seid ja eine ganz verwahrloste Bande! In Sektionen rechts brä a cht ab! Wa aS? Wirklich wieder so'n Hund? Jetzt paß auf. Du Schweinigel, jetzt ist meine En gelsgeduld zu Ende jetzt hagelt'S Gibault hörte, wie der Lieutenant den Degen auS der Scheide zog und un ter wüsten Schimpsreden auf den Soldaten losschlug. Er kannte das längst; das wunderte ihn nicht mehr. Aehn liches hatte er selbst schon in seiner an derthalbjährigen Dienstzeit erlebt. Er richtete sich halb aus von der Holzpntfche und murmelte mit seiner tiefen, heiseren Stimme: Schinder, verdammter Schinder!" Dann erhob er sich ganz und ging in dem kleinen Raume auf und ab. Die Hände hielt er nach seiner lässigen Ge wohnheit tief in den Taschen seiner abgetragenen, schmutzigen Hose, an welcher die rothen Streifen stellenweise abgerijsen waren. Die breiten, formlosen Stiefel mit den großen Nägeln unter den Sohlen klappten und knirschten laut auf dem sandbestreuten Fußboden. Musketier Gibault war Elsasser. Won Kindheit an hatte er m den Fabriken seines HeimathsorteS gearbeitet, von Kindheit hatte er mit Noth und Entbeh rungen zu kämpfen gehabt. Das hatte seinen Körper geschwächt und seinen Sinn trotzig und reizbar gemacht. Er erinnerte sich noch gut an den großen Krieg, und er haßte Deutschland und liebte Frankreich. Im Alter von zweiundzwanzig Jahren mußte er den ihm verhaßten deutschen Waffcnrock anlegen. Im Anfange seiner Dienstzeit hatte er oft daran gedacht zu desertiren, und nur die Hoffnung, daß er nach zwei Jahren srei werden würde, hatte ihn bei der Fahne zurückgehalten. Jetzt war diese Hoffnung dahin ; er war mit Arrest bestraft, und die Aussicht auf eine baldige Entlassung war geschwunden. Wieder hörte er harte Schimpfreden in seine Zelle hinauftönen. Ihr sollt mich nicht lange schinden", zischle er durch die Zähne, und ballte die knochigen Fäuste, Jetzt ist es doch aus mit mir entweder so oder so Er warf sich heftig auf die Pritsche und blickte wild und trotzig gegen das vergitterte Fenster. Einige Strahlen der Frühlingssonne spielten an rostigen Elsenstäben; hinter den- trüben, schmutzigen Scheiben lag der blaue Himmel. Als der Elsässer aus dem Arrest entlassen war, schien er ganz anders gewor den zu schein und einen beträchtlichen Theil seiner Wildheit und seines Trotzes abgelegt zu haben. Freilich war er wie immer nnsreundlich und mürrisch gegen seine Kameraden, noch schweigsamer und verschlossener als sonst warf er den Kautabak in seinem Mund umher, und ebenso verächtlich wie früher schleuderte er seinen braunen Spnchel aus die Erde, wenn' ihm etwas nicht paßte. Einen Tag später, nachdem Gibault wieder in die Compagnie eingetreten war, hatte er beun Appell vom Feldwebel einen Brief erhalten. Das Schreiben kam von seiner Braut auS der Heimath. Das Mädchen ' arbeitete gleich ihm in der Fabrik: dort hatte er sie kennen aelernt und beide hingen mit starrer Zähigkeit an einander. Er war eine zu ernst, Natur, um Gefallen an lustigen Liebe seien und oberssächlichen Soldatenlieb schatten zu sinden. Jenes Mädchen war . v '.mriL lym eine jvreunoin uno,. zvciiaroelierin, und seine Gedanken waren viel bei ihr Bor sieben Monaten, als er einen lan äeren Urlaub tmtte- batte er sie xun j " - v w ' , -! ii ;.v 1 letzten Male gesehen. Jetzt schrieb sie ihm, daß sie seit einiger , Zeit nicht mehr arbeiten, nichts mehr verdienen könne sie werde einem Kinde das Leben aeben sie sel sehr schwach und matt, und das s?ini ti icln Sund. Der Soldat wurde durch diesen fflric hestig erregt. ' Em mächtiges, gewaltiges cYirY: j:i.t et . .i. :.... c D Ullnaeinul. i&uuj in iurn aus. tcui Weib, seine ' Lebensaefäkrtin . war in Noth und Krankheit, und dann kam se Kind ?ur Welt, sein Kind. Warum auch das nock? wenn eS da war mußte er auch dafür sorgen abe w:e? Und hier? WaS that er hier, fern von seiner Heimath, von Weib

und' Kind, fern von feiner Pflicht? Welche Pflicht hielt ihn hier? Er war im Dienst seiner Feinde, er fühlte sich als Franzose, nicht als Deutscher. Ek wurde hier gehöhnt, gescholten, geknechtet, mit Füßen getreten, geschlagen, und einst, wenn wieder ein Krieg kam und mußte nicht einst ein Nachekrieg kommen? dann sollte er die Waffe tragen gegen die Franzosen, seine Brüder? : Warum hatten sie ihu eingesperrt? Weil er sich einmal vergeh sen hatte bei den gemeinen Schmähunge eineö UnteroZfiziers und ein kurzes, ver

ächtlicheS Lachen ausgestoßen hatte. Warum schluckte er nicht wie gewöhnlich emen Grimm hinunter? Jetzt hatte er den Lohn für seine Verwegenheit; er bekam mcht emmal mehr Urlaub nach der Heimath. Hei, sie wollten ihn schou unterducke, diesen Hund, diesen ver dämmten, trotz'Spsigen Elsässer! Alle diese Gedanken verließen ihn tl en, und sein Entschluß wurde immer ester. Er schrieb seinem Weibe einen urzen Brief in abgerissenen Sätzen: ..Ich komm bald Die Hunde asfen mich nicht fort, da geh' ich selbst . . . . ich helfe Dir " Er sparte seine paar LöhnungZ Pfennige wrgmm aus. Er horte auf. Lchnapps zu trinken, rauchte nicht mehr und kaute statt des Kautabaks Cigarren, tummel, welche die Einjährigen sort warfen. An einem Sonntag ging er zum Tröd er und kaufte sich einen alten, schlechte Nock und eine Mütze. Beides wickelte er sest ein und lief damit am Abend hinaus vor die Stadt nach den Schießstände m Walde, wo er das Päckchen unter Laub und Sand versteckte. Musketier Gibault hatte Glück. Schou nach einigen Tagen wurde er auf Schei benstandswache kommandirt. Der Frühlingstag war naßkalt und aebelig. In der Nacht um 3 Uhr stand Gi' bault auf Posten. Jetzt war die Zeit gekommen. Todtenstille herrschte im Walde und überall. Die Nacht war dunkel und regenfeucht. Der Mann legte das Gewehr nieder. chnallte das Seitengewehr ab, setzte den Helm auf den Boden und lief in den Wald. Das versteckte Päckchen fand ich noch vor. Er zog den Uniformrock ws und fuhr in den schmutzigen Kittel; 'aber den Kopf stülpte er die Mühe. -r . ? . -v r r i 4)ann naym er cm atazenmeer uno renute die rothen Streifen von der Hose ab. Eilig laufend verschwand er ;wtchen den Bäumen; trockne Zweige knackten unter seinen Tritten. Dann mx es wieder ganz stille; nur einige Kegentropfen sielen schwer von den tnoSpentreibenden Zweigen. Die Sonne ging auf und kämpfte mit )em Nebel. Die ersten siegenden Strah len. die durch das graue Dunstmeer brachen, beleuchteten die blitzenden Helmspitzen e:ner Schaar Soldaten, dle eilig m) bet Landstraße dayerzog. Em 23a zen fuhr den Marschirenden entgegen; luf ibm sah ei breiter, wohlgenährter Liehhändler und hie b auf den braunen Klepper. Der führende Osftzier hrelt ihn an. Haben Sie nicht irgendwo eine Soldaten gesehen? Diese Nacht ist ur.K ein Kerl ansgerissen, fo ein verfluchter Apfler ja, fehen Sie mal, da so -ntm r zeigte aus eine bestimmte Gegend deS Waldes mit dem Peitschenstiehle, Jbti habe ich eine verdächtige Gestalt gesehen, mit einem Schnurrbart und wilden Augen, wenn er daS ist! Na so was. also ein Deserteur! Wenn doch die Leute vernünftig fein wollten! Ich habe doch auch meine drei Jahre abge' rlzien na, öie werden ihn schon krie gen, und dann kann er sich gratuliren Na, guten Morgen! Der dicke Viehhändler trieb zufrieden achend sein Pferd an und fuhr davon. Den werden sie schon finden." mur melte er noch einmal wohlgefällig vor iq um. Und sie fanden ihn. Nach wenigen Stunden, schon. Enlsetzlich tönte an sem Ohr der gei lendeNuf: Halt!" Aber er lief weiter. ..Halt!" Nein ich will nicht lebendig aus ist doch Alles, äuS mcht lebendig nicht schießt nur - schießt nur zu" Halt!" Vier Schüsse knallten rasch nach ein ander. Musketier Gibault brach zusammen. In demselben Augenblicke, als die Soldaten herankamen, starb er: aber sie sahen noch seme letzten wilden, haß sprühenden Blick, und mit seine letzte krampz hasten Zuckungen hob er mt ge ballten Fäuste gegen sie auf. Erschüttert und stumm standen dieSoldaten an der Leiche des Deserteurs. Trinkers Sentenz. Und wenn das Kameel sonst nichte Eigenartiges hätte als feinen Mageu - so war' eS schon eines l Sinnst örender Druckfehler. Meine Kuh' ist hin, mein He M schwer.... Z e i tu n g S b er ich t e. Ein zahlreicher, aus acht Köpfen be. stehender Familienvater bittet edelden sende Menschenfreunde, um eine kleine Moraen Abend auf der .Grüne Wiese" großes römisches Feuerwerk un ter perZönlicher Abbrennung des Herr Direktor. o.1' Der kleine Trinker. Vater (zum Kellner): .Bringen Su ein GlaS Bier! - -1 Hänschen: .Ja, Vater, dann hast zg Du fein'S !" 1 Sicheres Zeichen.' ' .Mama, ich glaube, der Assessor liebl mich!" Wie, hat er eS Dir denn g. standen V .DaS nicht; aber er tru gestern plötzlich Manschetten V