Indiana Tribüne, Volume 15, Number 86, Indianapolis, Marion County, 13 December 1891 — Page 10
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Msltke als Dichter.
Aus dem bereits erwähnten Band Moltke'scher Briefe erfährt man, daß der spätere große Feldherr in seiner Jugend auch Gedichte gemacht hat. An seinen Bruder Ludwig schreibt er aus Berlin, 13. Januar 1S30: Hie noch, was mir im Postniagen eingefallen, aber wo die redende Person keine?Wegs mit dem Tichter identisch sein soll, vielmehr von Dir errathen sein will: Ihr tadelt mich, daß ich ost störrisch schweige. Der glatten Welt die düst're Stirne Zeige. Daß ich nicht so, nicht tief genug, mich neige. Den dürst'gen Scherz. Ihr wollt's, soll ich belachen. Soll, welche Qual, wohl selbe? Späe machen, Wenn mir der Sinn so voll von ander' Sachen! Und Ihr habt Recht! Man wird es bitter tadeln, Daß ich das Flache, Niedrige nicht adeln, Daß ich wie Ano're oft nicht denken kann. Daß ich der Tonkunst göttlich hohes Walten Zu hoch für seichten Spott wie Lob zu halten Mich dreist erkühnt. Wahr ist's, ich hab's gethan Allein, ich wollte Niemand damit Iran ken, Kann w?ses Herz nicht immer klüglich lenken. Und wie hart dagegen auch verfahren, TaZ inn're Heiligihum. ich will's bewahren. Glückselig wohl, wenn sich ein Wesen findet. Das mich versteht, das eng sich mix verbindet. Und kann's nicht sein o laß mit mir vergeh', Was außer mir doch Keiner mag ver stehn. Weise wie Salomo DozJuktSdeGlonvkt. Die Hitze war allzu groß. Der lahme Wilhelm verließ seine Schasheerde und lagerte am Waldessäume. Da lag er denn recht friedlich, bis ihm die Sonne zum Niesen reizte.' Seine Nase fuhr in die Höhe, die Äugen folgten der Richtung, und siebe, da erblick : er eine Blaumeise, die sich auf dem Gipfel cincö nahen Baumes weigte. Ein rcicrchcs Plätzchen für einen Vogel: Schlingge wachse kletterten an grünem Eichenlaub empor und die duftigen Blüthen des GersbkattcS krönten daö silberfchimmcrn: de Laubdach. Es war ein kleiner Palast im Walde, aus Blättern und Blüthen und milden Sonnenstrahlen gebaut; und wenn der leise Sommerwi..d die Vorhänge bewegte, so blickte das Vlau des Himmels durch die Oefsnung. Des Dhrerchen hüpfte denn von Zweic; zu Zweig und schien sich feines Gezwitschers zu freuen. Unser Junge, den feine sechzehn Jahre wach erhielten, fand die Meise recht possierlich und folgte vergnügt ihren raunte ren Sprüngen. Und das, meine Freunde, sollte ihr zum Heile gereichen, denn in biefem Augenblick ward sie von einem räuberischen Sperber erblickt, der auf sie niederstürzte in der Absicht Voraussichtlich, sich einen Mittagsbraten zu erjagen. Dem armen Thierchcn blieb vor Entsetzen nicht Zeit, die Flügel zu öffnen, eS wäre um sein Lcbm geschehen gewesen da ergriff der brave Hirtenknabe einen Stein und schleuderte in so gewandt nach dem Räuber, daß dieser entseelt zu Boden sank. Die Blaumeise blieb regungslos auf ihrem Aste. Sie sah den Sperber stürzen, dann neigte sie ihr Köpfchen und legte eine Pfote gns Herz. Du bist ein geschickter Junge, Wil Helm, und hast cm gutes Herz !" rief sie mit sanfter Stsmme, du hast mir das Leben gerettet, habe Dank!" Der Jüngling, der von Natur aus ein Einfaltspinsel war, brach in lautes Lachen aus. .Ah! Das ist ganz neu? Die Vögel können jetzt schon sprechen, wie wirkliche Chriftenmenschen ? Aber feine Heiterkeit währte nur kurze Zeit, denn plönlich blieb er wie zstarrt nter dem Baume stehen, mit offenem Munde, verblüffter, als je vor ihm ein Hirte gewesen. Denn vor seinen Augen trug sich etwas Seltsames zu. Die Blaumklie veranöerte allmang ihre Gestalt, ihre Formen. Ihre Augen wurden mandelförmig; .ein kostbares, Himmel blaues Schlexpkleid ersetzte ihrGesieder, der Schnäbel Wurde zu einem Mschen, der schwache Flaum auf dem .'Köpfchen verschwand unter reichem, xerlendurchwundenem Haar. 5)ie Ilemen .Lunchen, die in Atlasfchuhen steckten, ruhten auf dem Stande des ?lstes, und an dem kostbaren Gürtel hing ein mit Rubinen und Saphiren befehter Almosenbeutel. Heftig bewegt bückte sich Wilhelm rasch naÄ seinen Holnchuyen. um desto chnel ler bie Flucht ergreifen Zu ckönnen ; aber die Blaumeise hrelt ihn mit einer Gebende zurück und lächelte: .Bleibe doch. Schä? fer ; ich verdanke dir mein Leben, du sollst belohnt werden. Der Tropf nahm seine Mütze ab. Mas ist recht brav von Euch. Aber wer seid Ihr denn, wenn ich bitten darf? Doch zumindest eine Gräsin, nach Eurem Aussehen zu urtheilen. So wachsen alsö die Gräfinnen auf den Daumen? jiln. Wilhelms dieser Titel komm, wir nicht zu Dreiundzwanzig Stunden res Tagcs muß ich als Vogel verleben, in fcfr verblitenven Stunde werde ich wieder zur ilnzczzln." , :m Ah ! T as muß Euch aber drollig vor kommen, Frauchen,? . rfl .9$ Vas fall man thun? Gewohnheit Jetzt 'sind es zmeitausenb neunhundert und siebenuud sechzig ' Jahre, da ich so tjl uvc. ml 5 rrtrfcTT nffV(Vfunff ifir sin 1 Smf-,cr., Der Junge traute sncn t r,rm ti?t
imnU mich 1: ffcht;?d1e:roÄ VlaÜmelse lortV Mein Name' ist der ' gehalten ).rd und den Namen )e, feil!EchM timtXm ich bin die 3"ffiFHflt3J?
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.Königin von Sabs. Ich biil'S, die einst
nir etn großen alsmo in Xitvt erglüh raunaes Geichkck! Denn an in tern Hochzeitsabend mußte .ich entdecken. daß e? schon achthundert Frauen besaß, Was konnte er mir noch bieten ! Ich ward eifersüchtig, und mit Recht. Der Müßiggang trieb mich, eine Vcrschn'srunn anzusttfren. vipcr oer aronc jio nig war gleichzeitig ein allwissender Maeuer nno ein srreuaer dichter, mx tnu Vifte meine Räuke und sällke folgendes .'theil: .Du rmrsZl mir F'atterhafligcu vor? wohlan, so werde du zum Po Es genügte dir nicht, Königin zu cin zu deiner Stande? Gut denn, du ollst bis zum (nde aller tagc täglich eme cuiiioc lana onialn cm." :cn wollte sein Hei ; erweichen, aber nuder meinen Willen entführten mich ir.cine 'slügel. o, kleiner Schäfer, bat mich Salmo in eine Blaumeise verwandelt." lud ihre schönen Aua.cn füllten sich mit Ft" &rvmtT W lf 4 i l i . O, der Spchdube!" stotterte der Hirt euf'S Hcrathewshl, denn er hatte keine lylve verstanden. Die Prinzcfsin schob ihr qesiicktcs Tafchentuch in den Almosenbeuul und chwl. Nach einer 3bcilc fuhr t fort: Genug jetzt von meinem Kummer, Wil ?ast? Sprich ohne Furcht ; mein rerstor.creuiel au, mgte der sauern- '. ti c i r.s. . r . jnr muno uamK ia oen ov , ini wärs recht, wenn ich hübsch , gcscheidt uiee. .itui uvuuu wuvt iu ui t;ui I kl v Jk I M m Vk j4 yrna 1 Tölpel gehalten. r I Da du dir .Mugheit wünschest, armer mnae. o ou t on ic uaven. Was wünschest dn dir noch'" sd) mochi. . i) qcrnc reich sein, da könnt' ich täglich Äfchcnkuchcn speisen." Du sollst eS sein. Du hast noch eine dritte Bitte frei." Wohlan denn, wenn Ihr fo autcg seid, so macht mich wion und lctchttumg; da könnt' ich mit den Dirnen tanzen und die Zöclt bereisen." Wohl. eS n ! Hör mich an. MU dem Steine silbst. mit dem Du mick, ae-
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nun mouen wir uns mn oir or? glücklicher als vor seinem Spiegel. ,chaftigcu ! Was forderst du zum Dank Wer ihm schmeichelte, konnte ihn für den Dienst, den du mir eben erwiesen -in Nadclolir fädeln. (?ine Dame
oencr firni ijar mia ,n euc suoer- und sofort war der. Einfaltspinsel in sie künste eingcwe.ht. Was du auch verlangst, verliebt. Lange Zeit dauerten die Wer, du fellzt es haben." bandlunaen. Bald sprach sie von der
reitet hast, will ich Dich begaben. Bring nung zu halten. Es gab eine Wcigemir den Kiesel." runq. dann ein Handgemenge, bis der
Als sie ihn in Handen hielt, zog sit aus ihrem Gürtel einen goldenen Grabtichel und ein Mchchen Zauberwasstr zervor. ctt ve przyre oen tcin, aziua w . i c T f x - ihn in drei Stücke und sprach über jedes derselben die Worte feiner Bestimmung. Dann grub sie auf jedes Stück Worte i . ,-- r.itri ! r ü. ein, ot cer cyuimei,ier leivir niaji nauc entziffern können, und warf die Taliömane auf den grünen Moosgrund. Nimm ne aus, Wilhelm, as yrer ist der Stein der Schönheit, der sich zart anfühlt: hier der Stein des Reichthums ; er ist viel schwerer; und dort der Stein der Klugheit mit scharfen Kanten, .ev' wohl, mein Junge." Der Hirt band sein Bündel an die Spitze seines Stockes und machte sich leichten Fußes auf den Weg; aber die Halde, den Wald, die Ebene, das Alles Kannte er! Sein heimathlicher Kirchthurm langweilte lhn. WaS sollte er beginnen? Sem Geist half ihm bald aus der Verlegenheit. Er erklomm einen Felsen nd schwang feinen Hut in der Lust. Der Wind blies hinein und trug ihn mit dem Besitzer davon. Und da der Wmo von Westen blres, so ward er augenbllcknch nach Ehma getragen. Der Krüppel war n schöner, elegantcr Herr geworden; er durcheilte nach feinem Belieben Städte und Provinzen, und die Geldsüchse klimperten lustig in c o-. jt. irr. i attf.a icinrn u,an. m vywa iu ganz anders zugeht, als hrerzulande. so konnte er ganz merkwürdige Entdeckung gen machen. So kam's, daß er auf Schurken, auf Buhlcrinnen und auf Heuchler sticn. Dort unten sprach Je der um gar mck)ts sagcnund brüstete sich dab?t wie ein Psau. Man hatte em Haus in Brand stecken mögen, nur um L - Ci . . . ff . . - ... A-. i. ves Vergnügens toiucu, ringsum mrizcn ... (Ta - Ok.. bu gu Viw war Earneval. ne vianren 'yater verlleyen un erem , . , . Schäfer Rang und Verdienst, und Je dcrmann lud lhn zu herrllchem , Schmaus I IVr it Mt-fits (ti-ft rtt1.-H l
ituy 'i" . I er scywacyttcye Vurswe, von emsevliHauptstadt. Alles war ihm neu. Au Afr m.f. emrxmrt vaÖtt einen Sessel.
r Promenade vertraten die Herren die uuoie Wiener ,euu w den Wagenk.ssen. In dm Gesellschaftev ftitit HA, sCr.,t. TtT (X. ficht und banden eine Art von Kopfpolster in die Kreuzgegend, um einnehmender austuleben.
XtSm un ?!?"" " ,rt?? bTI? d endlich von brn Matrolkn
" ' ' neu juuvt ijuuc. -a:nyciiii iwiuui in den Straßen die Hunde bewundern, die Aeberzlehe? trugen, und Männer der Wissel.schast, die keine hatten. Und alr diese Leute schwätzten, bewegten sich hin und her, thaten so, als ob sie sich unter nicht Eines gestört hatte der Talisman mt mce.se. oer tuet mzeisyeli verncy. - twt ? l , ivr . rr- I wr unmöglich, ihm etwcs rorzumachen. Er erkannte muhelosdie Wahrbelt unter
mUn' m bie Schwer unde'sick hwknX au Mitten in dem den Heimweg; kaumangelaZgt, legte er Unser Junge hatte sich mitten m dem sich müde und ermattet vor Hitze, unter .Gethue sehr gut unterhalten, wenn ,hn hk zlche des Vorjahre?, rieb die müden
cer 'cejiaiutcrri .unwe iino eripu m Wilhelm antwortete kaum verauf den ersten Bllck zeden Hinterg'dan- ehmlich: ken. Nun aber, meine lieben Leute. ; Tz cxi? w tr
-t ' m fm r tff wit ,hr wohl, baß Scharfbllcketne lick oft einen blauen Dunst vormachen m tft . . lassen mu, will ma das Leben gut und onaenebm finden. So aerieth denn auch ..r. r i - r. .e c t: J. tt: un,tr vu,ut4 nu riiit .w ZT Of ff 3 . m Uaa lau will aus au i;ciac;iiicii, iumu; v Lust er s sscynetdereien ,ur. vaare auch Weisheit. So lebte er denn als :ufnedener Rn, fender. Da brachte ihn die Leerure der rt.lt. . ...e ... ret t .... c cr l ??n ,, auf . den Gedanfen, dem PaZ " I -i.r.n i. . sn.f .. -rr. .r. t'; t . !eoen,oeU,ne, 5 I m . y .p f . nrn - r
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"Z. ; 4! T; jz . ' 4l rx rc et c I uen liegen oie om ousnxanc, u
swm m mt cuciuuc. i W sie tDICÖCT 1U di? MhMeN." den Stein zu tenutzen. und das allem tfl I drtnf C?Ä Mn
bestand sein ganzes 'Vergnügen indem Anblick von hunderttausend nach dem Ebenbildc Gottes czcschafsenen Wesen, die siä) gegenseitig die Nippen einstießen, um ein paar magere Pferde laufen zu sehen. Wilhelm fand, daß in dem Getümmel der Geist nichts zu thun habe, deshalb band er den magischen Stein in sein Taschen tuch und steckte dasselbe in seinen Rockschoß ; 'sofort wurde er dumm wie die Anderen und unterhielt sich kostlich. Aber während er die Augen aufriß, kam ein kleiner Engländer des Weges, der fein Handwerk wohl verstand, steckte leise die Hand in die Nocktafche unfercs Jungen, zog das Taschentuch heraus und ''rn:c sich mit unschuldiger Miene, ..'hdm der Schäfer hatte den Stein der Klugheit verloren. Sobald er wieder in seinen ehemaligen Zustand der Tölpelei verfallen war. ohne Erleuchtung in schwierigen Fällen, wurde unser BäucrZcin ein ganz Anderer. ' Je dümmer und unwissender er war, desto klüger dünkte er sich ; er prahlte mit sei nem schönen Aeußern, er barst vor Eitel keit. Das ist dortzulande Sitte. Die Haarkünstler hatten vom frühen Morgen an mit ihm zu thun ; er duftete fünfzehn Schritte weit wie Balsam ; er tatte mehr Furcht, seinen Kragen zu zerknittern, als
eine unde zu begehen, und nie war er durch hatte ihn rvisien lassen, da sie ihn hübsch finde. ifersuckt des Gatten, bald von ibrer ir ' ' t ? . ' . 7 Tuaenö. W be m wurde aan: melan choijsch. Aber sie nannte ihn einen hüb m t . r pn iinnpti ltnh hielt ihn Ixthurrfi ttm I - 1 w-m w vmw Halfter. Endlich, als der schöne Schä fer schon ganz liebesmatt war, bestimmte ihm Die ,amc ein 'teuvickein in einem Hotel. Mit honigsüßen Redensarten wurde n,cht gespart, und um fernen Be theurungen nichr Nachdruck zu verleihen, warf sich Wilhelm der Dame zu Fünen. Kaum hatte er diese Stellung, einqcnsm men. als ein bärtiaer Mann, mit einem ftchslaunaen Revolver vewannet, durch die Mittclthür stürzte. Die Holde siel in Ohnmacht, wie es in derartigen Fäl len der Brauch ist. und der Bärtige letzte sich in den Kopf, mit Wilhelm Abrecharme Schlucke? endlich die Treppen hinabflog. Eine Qälste seines zarten West , m ma r in fc,h z, des lMerlua tmen aeblicbeu und in derselben steckte , " e I 7 . tr C ? . C r.lst- ft.Jti. die zweit; Gabe der zauberischen Meise, Hinkend ergriff er die Flucht und die Leute aus der Straße belachten seine affcnartigc Häßlichkeit. Er hatte den Stein der Schönheit vcn loren. Seine Rnf aber setzte er trotz dieses doppelten Mißgeschickes fort; wenn er auch dnmm und lzäßlich war, der Reichthum sicherte ihm überall eine freundlicke Aufnahme. Aber die Tage des Glückes waren vorbei. Man ar'ißte in ibm nicht mehr 't Blüthe der Jugend und Schönheit, und wenn das Wohlleben fortdauerte, so. mußte er cs mit schwerem Gelde bezahlen und überdies den spott ertragen. Handelte cs sich darum, Die: sen vor den Gerichtsbeamtcn zu retten, ener em Pcrlencolllcr zu schenken, einen ..r...;ii -:ulx.if.t. oujiiricn iuiiUHUuni vuti ruu ;iiiljc Waise zu unterstützen, lmmer hieß es: .Vorwärts, Wilhelm, suner Engel, klnner Schlaukopf, Schätzchen, so greif doch in die Tasche. Du bist ja so gut." Ob wohl ihn fein Scharfblick verlasfcn hatte, witterte Wilhelm doch die Posse, die mit ifrni ktrieben ward, und küblte sZcki bei k&mU Traurig und gelangweilt ergab er sich dem Kartenspiel. Da gab's wierr slnhrrP msnte. PAt Ghintien nfTcrtcn :rt .art!aen wallen ihn Ovier erit oe. l " -J . V. ' .T ' . - winnen zu lassen, UM sie IN Aufregung . versetzen. Dann kommen die falschen harten dcran und das Aussäckeln be. wurde auck diesmal die strfl, ,knesadelt. 5trdt Abend, wenn Wilhelm auf dem Trockenen saß, durch fcht er das Zimmer, verbarg sich hinter em Vorhang und rieb die geleerte Börse m hm Talisman, um sie wieder zu 9 V i fjfCn .- . , Dieses geheimniVvolle Gebühren erchn,m', her Snkelaknasscn ' - - T 'i I 1 y ;fim .fnm h rimtiiä ifAm .wnterkait rten. Und Einer derselben entwendete den Reichthum spendenden Kiesel. I w V ' v f ir i um damit den frechen Räuber niederzuschlagen. Die er sich in Ge ahr sehend, rs den Stein nach Wilhelm's Kopf, I ' ' der Stcm prallte ab. flog durch's Fenster und verschwand tn dem lup, der unten voroclslosz. roy l semer erwunzung i sLr. i - v s j.':.. stürzte der arme Schäfer auf dessen Sw un er und endlich von den Matrosen mit lccren Händen und halb ertrunken hervorgeholt. Er hatte den aetttn des Mclchthums verloren. s.r kkt: u rnein freund Schäfer." san Blaumeise mit flötender Stimme, 6ift u nieder heimgekehrt 1 (Vl V wtfctltVV V. soren, M ich das Unmögliche gewollt habe den Stein der Schönheit I .r. : v. o;t, I vtuviMi. um, mj un viv ivvw mmiuui' strm Unto t ,,s JA Ketit im Q.n 'Urni i,:l iA I 7 "r"7- ' ' meinen Besitz schlecht verwendete. Jetzt I . . ' , . . Sieh' her. freund!' Hker w deinen f.,..f ' ' t1' t...! 'TL inagu über Eure Steine! Nur Einen brauch' ick noch. Den will ick an den Strick binI den, den ich mir. um den Hals lege, um I ' t r - t cn. . inmitten unseres SumpseS die ewige RuI r r. c ' I oezu.nnoen. ,, , . . "lesem MenbUckeumschmeiite nn Sonnenstahl den Wundervogel u,id er wach wiedex zurMn zw t ' t: ' ,M- jj,- .. - m ..
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Nein. Wilhelm, du hast mich gerettet,
ich dulde nicht, daß du zu Grunde gchest. Du sollst mir sagen, was dich jetzt nach den Enttäuschungen der Speise zu beglücken vermöchte. Sprich, du sollst hört werden." Er versank m stilles raunen. Wohlan. Frau Königin, wenn Jhr'S gestattet, so will ich offen reden. Ihr seid bei Eurer zierlichen Gestalt das schönste und anmuthizste Wesen, das ich je in China gesehen ; Ihr seid euch das beste. Und wenn Ihr mich hcirathcn wolltet, so wäre mir das lieber, als alle Steine der Welt." Die Wittwe Salomo's lächelte nachsichtig. Dantn darfst du nicht denken, lieber Junge! Vergißt du denn, daß ich nur eine Stunde des Tagcö aus meiner V?rWandlung befreit bin? Wir würden so lange finden, daß dies zu wenig sei, bis der Tag gekommen, wo wir auch die Eine Stunde zu viel fänden ! Verlange etwas Anderes!" Der Jüngling stützte den Kopf in die Hände und dachte nach ; plötzlich rief er aus: So kann man denn nie auf den Grund der Dinge blicken, ohne in Traurigkeit zu verfallen ? Wenn dem fo ist, fo will ich lieber nur glauben und gar nichts begreifen! Nehmt mir das Gedächtniß, Frau Königin, und laßt mich vollends einfaltig werden ; ich glaube, dann werde ich glücklich sein." Die Königin Blaumeise erfüllte feinen Wunfch durch einen Zauberwiukund stieg vom Baum herab. Der Hirte ist der größte Weise," dachte sie bei sich, dem ich seit Salomo begegnet bin." Der Name Salomo's erweckte ihr süße Erinnerungen. Lange betrachtete sie den Mann mit dem einfältigen Gemüth, dem bereits der Schlaf die müden Lider schloß ; und sie flüsterte ihm das Zauberwort zu, das ihn in's Reich der süßen Träuin, führte. Der Gatte der Madame Melba, die, wie wir erwähnten, dem jungen Herzog von Orleans ihre Gunst geschenkt. Mr. Armstrong Melba, ist eine in Brüssel wohlbekannte Versönlichkeit. Während Madame Melba ihre ersten künstierischen Triumphe imThea tre de la monnaio feierte, sammelte ihr Gemahl Lorbeeren auf dem Gebiete ei ner anderen Kunst: der edlen Kunst des Boxens. Eines Abends so schreibt man der Irkf. Ztg." gab er in einem kleinen Restaurant der inneren Stadt von Vrüffel seinen Bewunderern eine Sondervorstellung. Er focht nämlich mit emem Bcrer von Beruf, wel cher gerade in einem Circus Gastrollen gab. Sein Gegner war fast noch einmal so groh wie er und befaß, wie die Urkunden dieses denkwürdigen Kampfes besagen, Muskeln von 56 Ccntimetern im Umfang. ES war ausgemacht, daß man sich nur in aller Freundschaft einige BSffe versetzen solle. Als aber Herr Melba bemerkt hatte, daß der Andere diese Besingungen nicht innehielt und aus Leibeskräften zuhieb, wurde er ärgerlich und schlug ihn von oben bis' unten windelweich. bis am Ende der arme Boxer m Ohnmacht siel. Nach einstündigem Bcgießen mit Kübeln eiskalten Brunnenwassers und nach Irottirungkn, die von vier Mann ununterblvchen ausgeübt wurden, gelang es erst, das Opfer der Melbaschen Kunst wieder zum Bewußtsein zu bringen. Daß der Herzog von Orleans keine Lust verspürt, mit ihm in Berührung zu kommen, bat also seine besonderen Gründe. Ueber oie Erfolge bei Gesundheitspflege hat Sir Joseph Fryrer auf dem hygieinischen Congreß zu London einen Vortrag gehalten, ge mäß welchem diese Erfolge gradezu UN' geheuer grok erscheinen. Die Pockew sterblichkeit ist z.B. von 1840 bis 1884 in England von 5.7 auf 0,6 Procent ge funken, die Typhussterblichkeit hat ebew falls bedeutend abgenommen, die Eho lera bei ihrem gelegentlichen Wiedererscheinen immer weniger Opfer gefor' dert. Ja, Sir I. Fryrer ist sanguinisch genug, zu glauben, diese Geißel der V ö l ker könne überhaupt nicht mehr zu einer Seuche ausarten, und wir wolle sehr hoffen, daß er hierin recht behält. Uebertrieben aber sind unstreitig FryerS Angaben über die Zunahme der durchschnittlichen Lebensdauer, dieselde soll 183851 bei Männern 39.9. bei Weibern 41,8 Jahre betragen haben, dann in der Zeit von 187180 bei erstern auf 41,3, bei letzter auf 44,6 Jahre gestiegen sein. Noch merkwür.diger sind seine Angaben über du Sterblichkeit. Sie wird aus den Iahner 100079 mit L0 vom Tausend angegeben, von 1745 55 auf 24,9 und 1889 betrug sie nur noch 37,8. Bei einer so schnellen Abnahme der Sterblichkeit hatte man, falls sie fortdauert, in absehbarer Zeit ein Zurückgehen auf 1 000 zu erwarten. Und weshalb sollte die Sterblichkeit nicht noch bedeutend abnehmen, da ja die hygieinischen Maßnahmen heute erst im Jugend, stadium sichert und jeden Augenblick neue hygieinische Vorschriften erlassen und angewandt werden. Wir glauben indeß, daß die Angaben von Sir Joseph Fryer übertrieben sind und aus Selbsttäuschung infolge mangelhafter Kritik der Grundlagen beruhen. t "' ' m m m Abschreckende Beispiele. AuS Paris wird geschrieben: Die Hotjentottenfrue?t waren bis jetzt noch nicht tonangebend auf dem Gebiete der Mode ; erst in unseren Tagen ist eS ihnen vorbchalten worden, auf ein großes Modeereigniß einzuwirken. Ihnen dankt man eS namliä) direkt, daß dleTouruüre heuer bestimmt fallen wird:' EineS der ersten französischen Modcblatter schreibt nämlich wörtlich über dieses Thema: Die im Jardin de? PlanteS ausgestellten Hottentottenfrauen haben uns gezeigt, le abscheulich eS ist, wenn man von der Natur mit einer echtenTonrnüre begnadet worden; ,, rechtzeitig halten wir Einkehr und verzichten darauf, eine künstliche Mißgestalt hervor:ubringen, die unö den Hottentottinnen ähnlich macht.-
Brauchen unsere Kinder Ideale?
Wer von unö deutschen Müttern jemals über die schwerste Aufgabe unseres Lebens, die Kindererziehung, ernstlich nachgedacht, dem hat sich vor allen anderen Dingen gewiß die Frage ausgedrängt, ob eS nöthig und vernünftig fei, unsern Töchtern und Söhnen zu all' den vielen praktifchen Kenntnissen, welcher sie im Kampf ums Dasein bedür fen werden, auch noch den Ballast von Idealen auf den Lebensweg mitzugeben. Wenn sich die große Verschiedenheit der deutschen und amerikanischen Erz:ehungsprinzipien auch sonst schon vielfach geltend macht, so stehen sie sich in dieser Frage deö Idealismus in den allerschärfsten Kontrasien gegenüber. Man sagt den Deutschen nach und gewiß mit vollem Recht, daß der Jdealismus nirgends so viele warme Bekenner zähle, als in den deutschen Gauen. Allerdings hat der realistische Zug der Zeit auch drüben die Idealisten etwaS unsanft in die Ecken gefegt, und selbst die angeblich schwerfälligen Deutschen sind heute schon zu der Ueberzeugung gelangt, daß man den Idealismus im praktischen Leben absolut nicht brauchen kann. Wenn es aber gilt, für Kunst. Musik, Literatur und Geistesbildung einzutreten, da zeigt sich auch jetzt noch die Kraft der germanischen idealen Rich tung, und worauf wir beute Hauptfach lich hindeuten wollen, für die Jugendbildung gilt Idealismus als eine uner läßlich nothwendige Grundlage. Die Deutschen mögen noch so fest davon überzeugt sein, daß es sür ein gedeihliches persönliches Fortkommen der Erwachsenen unbedingt nöthig ist, die Welt mit ihren Licht- und Schattenseiten scharf beurtheilen zu können, so wen den sie doch vorsorglich Alles ans dem Wege räumen, um die junge Menschenblülhe davor zu schützen und zu bewahren, daß sie die Dinge in der Welt sahe, wie sie wirklich sind, in ihrer ganzen trockenen Wahrheit und abschreckenden Nacktheit. Ihr ernstes Streben ist darnach gerichtet, den Kindern ihre Naivetat im Denken, Fühlen und Betrachten unge schmälert zu erhalten, und kindliche Reinheit, so wie Unverdorbenheit des Gemüthes gelten als schönste Zier des deutschem Mädchens. Die Mütter und Väter dc alten Heimath rechtfertigen den frommen Betrug, welchen sie mit vollem Bewußtsein an ihren Kindern begehen, vor sich selbst und ihrem Gewissen damit, daß sie sich sagen: Die Jugend muß Ideale haben und in sich nähren kennen, um glücklich zu sein, denn sobald wir sie aus dem erträumten Paradiese der eingebildeten Welt herausrelßen, uberuesern wir ste dem Pessimismus und der Skepsis des Alltagslebens, mtt denen wir selbst ja nicht zusneöen sind! Anders in Amerika. Während die Idealisten drüben stets jammern, die Welt sei eine andere geworden, so ist Amerika eben die Personifikation diefer anderen Welt. Es ist das Reich der Arbeit, des unaufhaltsamen istre bens, in welchem der Kampf ums Dasein alles Andere verschlingt. Im Jagen nach Lebensunkerhalt, nach Ver dienst und Reichthum sind alle zarteren Regungen, alle ethischen Bedürfnisse gewaltsam verdrängt worden. Die Mehrzahl von Denen, welche einst ihren Fuß auf diesen praktnazen Boden gesetzt, sind froh, wenn sie jene hemmenden Eigenheiten, wie plumpe Aufrichtigkeit, langwellige Treuyerzlgkelt, ruckjlchts volle Ergebenheit, ideale Gutmüthigkeit endlich aogestrelft. haben. An Allem und Jedem war uns der von drüben lmportlrte Idealist und Gemüthsmensch hindernd m Wege, wir schei nen froh zu sein, wenn wir ihn endlich abgestreift haben und werden unS wohl hüten, , dieselben Ideale der Lieb' und Treu und Anhänglichkeit unseren Kmdern emzulmpsen, deren Unter drückung uns selbst so vi?l zü schaffen gemacht. Wir wenden unsere Blicke an p . .... r ,. unsere ersvigrelwe ameriranizcye umgeb'ung, die ihren Kindern keine Ideale mit inS Leben gibt und darin doch so vortrefflich weiterkommt. Wir beobachten, wie in den Schulen der meiste Werth auf d,e Kenntniß des Rechnens gelegt wird, wie die ersten Grundsätze, welche der Jugend dort eingeprägt werden, nicht nur in einer vortrefflichen Disciplin, sondern in dem Grundsatz gipfeln, Look out kor voureeH" ! Also kümmere Dich nur um m. i . ' ... , rs )icn seiozr und ine um oie Angelegen heiten Deiner Mitschüler blicke nicht rechts und nicht links, sondern unbeirrt vorwärts. RealeS Wissen, praktisches Können, technische Fertigkett, äußerste Gewandtheit und größtmögliche Schnel ligkeit werden hier herausgebildet, geschätzt und bezahlt, für ideale Träumer unpraktische, stets h Höheren Regionen schwebende Gefühlsmenschen hat man hier seine Verwendung, darum brauchen ideelle Eigenschaften weder bei der männlichen noch weiblichen Jugend geweckt und gebildet zu werden. Wozu auch, beweifen die; praktischen Menschen weiter, die Ideale von reiner Liebe und trautesten Liebesglückes zerfliegen, wenn einmal das nüchterne Eheleben an die junge Frau,, herantritt, warum sollen die Mädchen erst Idealen nachjagen, wenn sie doch nicht existiren? Darum lernen die Amerikanerinnen von frühester Kindheit an, im . Manne den Ernährer, schätzen, den Verführer fürchten und darnach richten sie ihre Handlungweise ein. Kein idealer Hauch von rädchenhafter,,, Scheu umschwebt, die Jungfrauen und Brüute in , diesem Lande, sie wissen Alles gar so gut, Hehen Allem mit solch kühler Berechnung entgegen, daß 'deutsche Frauen darob manchmal erröthen würden. , , Wir, sehen also, in Bezug auf alles Ideals deutsche und amerikanische Erziehung den größten? Extremen, huldigen. DaS Richiige, wird wohl auch in der Mitte liegen. Weder das unpraktische Ideale, noch das allzu praktische Reale sind zu empfehlen! , Weder die unrichtigen, nebelhaften Vorstellungen, welche Deutschlands Jugend in einer
Welt von Idealen groß werden läßt.
die m dem Moment grausam zeruort wird, wo sie die ersten selbltstöÄdigen Schritte in's praktisch: Leben zu thun hat und so mancherlei Demüthigungen und Enttäuschungen einbringt noch der Gegensatz davon, der unaufhaltsame Drang nach Wahrheit und Erkenntnn;, aber auch nach realen Gütern, diese kühle, nüchterne Weltanschauung, welche Alles, selbst die Pietät gegen Eltern, und die zartesten Familien- und Ver wandtschaftsbande zersetzend ergreist sind das Richtige. Vielmehr scheint ein Zusammenschmelzen der beiden Extreme dazu be rufen und auSerseben, eine vortreffliche Mischung zu ergeben, und das sind die Deutsch-Amerikaner oder die amenkanischen Deutschen und ihre Nachkommen. Diesen unsern Kindern eröffnen wir jede Gelegenheit, die praktisch? amerikamfchen Kenntnisse, ihre vorzugliche Trainirung und unvergleichliche Gewandtheit sich möglichst anzueignen, gleichzeitig geben wir ihnen aber als ausgleichenden Faktor sür das Rück sichtslosigkeit predigende. Erfolg anbetende, kühle Verstandesleben im Verkehr nach Außen, einen beruhigenden, erwärmenden Schatz im Innern, nämlich em ideales Familienleben. Wir deutschen Frauen- haben mchl allein den Beruf., die Race zu erbalte, fondern auch die edlen, idealen Eigenthümlichkeiten derselben fortzupflanzen. Wenn auch unS selbst unser JdealiSmus scheinbar im Wege war, so haben wir es ebendiesem arg gelästerten Jdealismus zu danken daß wir so vielem Fremdem gegenüber .nicht den Muth verloren, daß wir tapser aushielten, uns stets aufrichtend und erwärmend an der hellen Flamme unseres Gcmuth?ledens, unserer idealen Richtung, unsere? innigen Zusammengehörigkeit und opfer freudigen Selbstlosigkeit. Wie traurig und arm wäre selbst dii reiche neue Welt, wenn nicht wenigstens die schwachen weiblichen Gemüther ein kräftiger Hauch belebenden und erfrischenden Idealismus durchzöge! Daher ist eS die heilige Pflicht der deutschen Frauen, ihre deutschen Jd?ale aus amerikanischem Boden erit reckt xu dslegen und zu nähren, d. h. den Glauben an alles Schone, Gute, Edle und an jene schönste Blüthe der idealen Kultur an die Pietät, in die Kindesseele zu pflanzen, denn darin liegt de? geheimNißvolle Zauber, welcher den realen Gütern des Lebens erst den ricktiaen idealen Werth zu geben vermag! Als brauchen unsere Kinder doch Ideale! Unser Verhalten zum Geld In keinem Punkte unserer Erziehung für die Welt und Menschen sind wir so schlecht berathen, we in dem wichtig sten : unserem Verhältniß zum Geld. Die weisesten Menschen glauben sich ein Verdienst an unserer Vervollkommung zu erwerben, wenn sie uns ohne Unterlaß einprägen: .Das Gold macht nicht glücklich hütet euch vordem Mammon.", und um unsere Jrreführung zu vervollständigen, haben sie sür . i"?JL . ' jr Diejenigen, roeicgc neu jenem vieigeschmahten und doch so nothwendigen Metall trotz aller Abmahnungen nähern vollen, das Sprichwort- erfunden: Morgenstunde hat Gold im Munde Wie nun der Morgenstunde auf den Leib rücken, wie ihr das Gold aus dem Munde nehmen? Das sind zwei wich tige Fragen, welche schon manchen Men schen aus den Holz-anstatt auf denGoldweg gebracht, denn da der Pfad zur Morgenstunde bequemer durch die Nacht führt, so haben schon Viele im Wirthshause, wo man die Nacht mit Leichtigkeit überwindet, der Morgen stunde beharrt, ohne das verheißene Gold ihres süßen MundeS zu sehen. Ebenso verwirrend sind die Anweisungen der Kinderfibel-Dichter, welche mit verblüffender Sicherheit von allen reiche gewordenen Männern erzählen, daß sie am Anfange lyrer Lausbahn eme Steck nadel oder einen Pfennig gefunden und damit ihr Gluck begründet haben, über Haupt nichts liegen sehen konnten, ohne es aufzuheben. Pechvögel, die dieö nachahmen wollten, würden wegen Fundunterschlagung in ihrer Laufbahn ausgehalten werden. Am verwirrend sten aber sind die Mahnungen der rei chen Manner daS Geld zu verachten. Der reiche Goethe singt lustig in du Welt hinaus : Ich hab' meine Sach, auf nichts gestellt", (während er daö w ft 4 & urW Woio im anen yane, oessen eynlich keit mit einem modernen Stahlkammer Tresor Goethe Forscher nachspüren können). Der über alle Roth des Da seins durch sichere Renten erhaben, Componift von .Robert der Teufel componirte daS schöne Lied .DaS Gold das Gold ist nur Chimäre", und der au! emen beträchtlichen ehrpfenma ge stützte Hofvrediger der Enthaltfamkeb donnert gegen den Besitz. WaS nur thun? Selbst der so oft gepriesen, .goldene Mittelweg", wird uns durck den Haß des Geldes verleidet. Uni gerade in unseren Tagen, in denen au1 dem Gebiete deS Geldmarktes Maaß und Ziel schwankend geworden, wäre ei, Leitfaden für die Armen, die am Gold hängen", ohne eS zu haben, durchaus geboten : Wie man reich werden kann, ohne Geld zu besitzen," 7 es wäre ti wohlthätiges Buch, das die Noth de: Depots aus der Welt schaffen könnte Im Gegensatz zu einer Vorschrift aui oer magemuryigen eu Xiiagm ge winnt" müßte in diesem Buch auSein anderaesetzt werden, daß mit dem Wa gen oft das Mißgeschick deS Besitzers sremder Gelder beginnt. Die schönauS gestattete Equipage ist nach den Erfah rungen der letzten Wochen für die küh nen Angreifer der , Depots typisch geworden; wenn sie merkten, daß eS schlecht gehen konnte, wollten sie au fahren und der Zerstörer deS WahrworteS , wer Maaß kennt, wird nicht zu (schaden kommen-, fuhr sogar m eige nen Wagen bis vor die Pforte der Po i lizeitlichleit, die mit der Seligkeit wenig izUffMNMKH
Ali
Seltene Bäume.
In der javanischen Vrovinz Kmschiu zedeiht der Wachsbaum. Hasimoki ge nannt, sehr reichlich am Saum der Fel' der und auch an den Abbängen der Äerze. Er besitzt das Aubseken eines wilden Apfelbaumes und verliert seine Blätter im Herbste, jedoch bleibt er dann nicht kahl stehen, sondern die Japaner hängen iöre Rettige an den Baum zum Welkrn, ehe sie emgemlzen werden, wie der Reisende Thunderg de richtet. Um Oktober ist der Baum mit reifen Beeren überdeckt, die dann mit der Hand gepflückt werden. Man läßt sie gewöhnlich mehrere Tage in der Sonne trocknen, um sie dann in Säcke zu packen und in die Magazine zu brin gen, wo sie ost zwei bis sieben Jahr uegen bleiben, ehe sie zu dem transport' fähigen Wachs verarbeitet werden. Mindestens ein Jahr lang muß der Fa brrkant die Beeren ruhen lassen, will er ein gutes lzaoruar erzielen. Vurch Pressen und wiederholtes Abdampfen gewinnt man daö Wachs, dessen Ver brauch in Europa sich auf die Füllung der Kerzen beschränkt, da wohlfeilett Wachserfatzmittel uns zu Gebote sieben. Tagegen ist in Japan selbst immer große Nachfrage nach ungebleichtem, ve. getabilischen Wachs, welches zur Fabrikation der japanischen Kerzen vorzugS weise verwendet wird. Im heißen Afrika schlägt ein äußerlich dürftiger Baum, da wo die Sonne fast Alles versengt hat, seine harten. starken Wurzeln ln Felsspalten em und sprengt oft durch die Gewalt seines Wachsthums Stücke von dem dürren Gestein ab. Sein Aussehen ist ein trauriges. Trockene, perzamentähn' liche Blätter hängen an ihm herab und seine Zweige ragen wie abgestorben in die durchglühte Luft empor. Dieser unansehnliche Baum ist sür Die Bewoh ner Süd-Afrikas eine unschätzbare Gab, der Natur, da er ihnen in reicher Fülle Nahrung und Erquickung spendet. Er heißt Milchbaum, weil er wirklich eine Milch erzeugt, die höchst nährend und wohlschmeckend ist. Mit dem Anbruche deS TaaeS eilt der Neger hinaus nach dem Bauny bohrt ihn an, labt zunächst sich selbst und füllt dann auch noch seinen Krug, um von der wohlthätigen Gabe der Natur einen Vorrath mit nach Hause zu nehmen. Steht die Milch einige Zeit, so bildet sich auf der Oberfläche eine Art Rahm, der dem unsrigen sehr ähn lich ist. In West-Jndien und Süd-Amerika wächst ein zwanzig bis dreißig Fuß hoher Baum, welcher weiße Blüthen und pflaumenähnlicke Früchte trägt und Seifenbaum genannt wird. Die Früchte haben ein scharffaftiges Fleisch und dienen den Bewohnern der wärmeren Länder zum Reimgen der Wasche. DaS Fruchtfleisch hat fast alle der Seife nothwendigen Eigenschaften, eS schäumt so gar; doch muß beim Gebrauch etwas vorsichtiger verfahren werden, als mit unserer Waschseife, damit den Waschstoffen kein Schaden zugefügt werde. Drei oder vier Früchte vom Seifenbäum bringen dieselbe Wirkung hervor, wie bei uns ein Pfund Seife. Auf Malabar wächst der Lorbeer Seifen bäum. Dieser hat traubenähnliche Früchte. Sie schäumen ebenfalls und dienen zum Auskocken silberner Geschirre, sowie zum Reinigen von Tüchern und anderen Waschgegenständen, ferner auch als Medizin. Der Saft von den Früchten des Java'schen Seifenbaumes ist zu scharf, daher man denselben zur Wäsche, weil er 'dieselbe zersrißt, nur uugern verwendet. Die Seifenfrüchte sind nicht eßbar. Ihre Körner tödten, wenn man sie zerquetscht in'S Wasser wirft, die Fische. Die reisen, harten Samenkörner verarbeitet man zu Rosenkränzen und andren Dingen. In Afrika, dessen heißes Klima für unser Rindvieh nicht geeignet ist, gibt es einen Butterbaum von 40 bis puß Höhe, mit großen, schönen Blumen und braunen, birnenförmigen Früchten. Im Fleisch nnd im Kern der Frucht steckt ein gelber, butterähnlicher Saft, mit welchem die Eingeborenen ihre Speise schmelzen. Der bekannte Rei-i sende Mungo Park sagt über die Baum dutter Folgendes: Die aus der ge. trockneten Frucht des Butterbaumes ge, wonnene Butter hat nicht nur den Vor, zug, daß sie sich ein ganzes Jahr ohne Salz halt, sondern sie ist auch weißer, fester und schmackhafter, als die beste Butter au Kuhmilch." Ob wir diesem Urtheil in jeder Be ziehung beistimmen würden, fragt sich; jedenfalls müßten wir uns doch zuvor sn den der Baumbutter eigenen ierpen hinähnlichen Geschmack gewöhnen. Für die Afrikaner ist und bleibt aber, der Barm höchst wichtig, da sein Saft außer zur Speise, auch noch als Salbe bei verschiedenen Uebeln und besonders zur Einreibung gebraucht wird, wenn sich gichtische oder krampfartige Zufälle oder Nervenschwäche einsinken. In China erlangt man den Talg von Bäumen. Dort wachst ein zwei bis drei Meter hoher Baum, .der Talg bäum genannt, welcher unserer Silber Pappel sehr ähnlich ist. derselbe tragt eine ziemliche dreieckige Frucht, die um die Zeit ' der Reife aus einer harten, glatten Schale besteht, in welcher sich erbsengroße Samenkörner befinden., Zerquetscht man die ganze Frucht, also Schale und Körner, und kocht man die ! Fruchtmasse in Wasser ab. so steigt ein Fett empor, daö mit leichter Mühe abgeschöpft werden kann und sehr bald in festen Zustand übergeht. Dieses Fett ist der Baumtalg. Vermischt man da mit ein wenig Wachs oder Leinöl, fo lassen sich daraus schöne weiße Talg lichte ziehen, die sehr hell, wenn euch mit einer gelblichen Flamme, brenne und sich durch Festigkeit und Schwere auszeichnen. Die Licht dürfen nicht zu warm liegen, da sie schen schmelzen, wenn man sie lange in der warmen Hand hält. Die Samenkörner allein haben noch einen anderen Nutzen sie geben, zerrieben und ausgepreßt, ei sehr gutes Brenuöl.
