Indiana Tribüne, Volume 15, Number 79, Indianapolis, Marion County, 6 December 1891 — Page 6
Vaccyanrenzug.
Sine Wkisleskgeichichl dou Uhristiane ßlum, Die Kunst, auf einer Nadelspitze Pa. sZste zu bauen, ist nicht so groß, all vxan gemeiuiglich denkt. In der NegeZ beruht das ganze System, das sich ein Menkch construirt, auf wenigen Erfsh rungen, wenn nicht auf einer einzigen, und auf diese zufälligen oft selbst ver schuldeten Erlebnisse hin wird dann ein ganzes Dasein hindurch geklügelt und ejüudigt. In dieser Weise war auch unser Held Egbert Waüing, der Sohn eines wohl, habenden Gutsbesitzers, zum weltverach-I tenden Philosophen geworden. Nachdem er feine Studien in Berlin und Leipzig beendet hatte, war er mit achtLndzwanzig Jahren deö Lebens müde und beschloß, sich für einige Zeit ganz von der großen Welt zurückzuziehen und bei seinein Oheim aus dem Lande für fidj zu leben, im Verkehr nur der Natur, welche er seine einzige wahre Freundin nannte, lind das Alles, weil er ein al ein Mädchen geliebt hatte, das jchlicnllcb die Frau eines Andern geworreu war. So gewöhnlich diese Erfahrung war. sie iiatte genügt, aus Egberr einen $n däilger Schopenhauers zu machen uud vor Älleiik einen ffranenfeind. BttgkbmZ suchte sein Oheim, ein wackerer alte Herr in einem kleinen Orte dui öthein, ihn zu bekehren. Der leut selige, menichenkreundliche alte Herr rcurn seinem veidießliche:! Neffen gegen über wieder zum Jüngling, wenn er ihm die Schönheit der Welt pries, die den des Lebens und die Vorzüge der Frauen. Egbert hörte ihn ruhig nat geduldig an, denn er fand es nicht der Mühe werth, den Oheim, den er als unverbesserlichen Optimisten mit einer Art Mlkkeid betrachtete, zu wider legen. Er jag viel bei seinen Büchern und trieb sich in seinen freien Stunden in der Gegend umher. Bald mit der Augelruthe, bald mit der Flinte, wie ei gerade die Gelegenheit ergab. Eines AbmdS im August hatte sich Egbert plökrch zu einer Bootfahrt auf dem Nb?in entschlossen. Selbst zu tu dern, schien ihm eines geistreichen und .gelehrten Mannes unwürdig, und s nahm er einen Bootsmann, welcher ihr sonderlich gut gefiel, weil er in i!)m eine Art Naturphilojophen gefunden hatte und lies; sich von ihm den Rhein hinab" führen. Es wer spät am Abend, als si zn rückkehrteu. Der alte Fährmann ax beitete schwer, um gegen den Fluß vor. wärtS zu kommen, lo daß ibm die hellen Tropfen auf der Stirne standen. Da that es Egbert doch leid um den alten Mann, und mit einem Male er,' -ist er auch ein Ruder und begann dasselbe kräitig zu führen. Die Bewegung that ihm wohl, dazu die frische Luft, die Kühle, die dem Flug entstieg, und so Zehrte er in bester Laune zurück. Unweit des Ortes, in dem sein Oheim wohnte, hatte er seinen Pessimismus so an.; und aar reraenen. dafc er mit tau Ut Stimme ein fröhliches Weinlied zu singen begann, in das der alte Boots Wann mir seiner Brummstimme einsiel. Jetzt näherten sie sich dem Uier, an 'dem neben dem Pfarrhause ein voriprin gender Felsen lag, verwittert, von Epheu -umrankt. Da erichien plötzlich auf denu selben ein hochgelvachseneS-, schlanke Mädchen, jung uns schön, mit goldblon dem Haar, das im letzten Strahl der Abenvionve funkelte, grüßte das vor übcrschwilnmende Boot mit der weißen Hand und begann dann gleichsam aus den Gesang, der vom Flusse heraufkam, Antwort zu geben. Ihre Stimme klang wunderbar durch den stillen Abend herüber, weich und berückend wie jene der Lorelei, und wirklich, so nüchrern und skeptisch Egbert auch war, er meint. jetzt, die sagendafte Schöne, welche di Schiffer ins Verderben, ins nasse Grab lockte, dort oben sitzen zu sehen, verführ rerisch, berauschend, vollends in dem Augenblick, wo daS junge Mädchen den Kamm aus dem Haare zog und die Fluth desselben einem goldenen Mante gleich um sie herab floß. Rasch stand er lm Boote auf und grüßte mit Zurm und Hutichwenken herüber. Doch der alte Bootsmann warnte ihn. Bleiben Sie ruhig sitzen, junger Herr," sagte er. Sie können eS be quemer haben, wenn Sie die Lorelei da oben kenne lernen wollen, Sie haben es , nicht nöthig, kopfüber in den Rhein zu stürzen." Egbert gehorchte der Mahnung des Alten uud als im nächsten Augenblick das Manchen vom Felsen heräh ver schwunden war, fragte er den Alten, ob er sie näher tarne. Gewiß." erwiderte der Fuhrmann, w?r wird Doris rc'cht kennen, die Lochttt des 0Zm-.ldhel.?z Voller. Es ist das schönste MZöchm hier Westhin am Rhein, sie hat schon Manchem den Kopf verdreht, gehen Sie Acht, daß Ihnen nicht ein Gleiche? palnrt." Als Egbert heimgekehrt war, sa der alte Obelui vor dem Hause in der Qfcil dlatll,mbe und las eben die Zeitung. Gut, dag Du da bist,- rief er sei nem Neffen zu, es ist Essenzeit, byffent Z:ch hast Du einmal einen ordentlichen HuNger mitgedrachr." .Auch das," Erwiderte Egbert, der mit einem Male frisch und mnn-er aus sah, und dess:a Augen förmlich l:uch:e "iiYL, J3ai sonst!" fragte der Pfarrer. JUVtc -wie siehst Du nur .'qusFMlch, Ich.'ir.t die Nbeinlnit mit, kinem Male gebeilt zu haben. Hoffentlich sie roch ein WcitereS und verjagt Dir Deiur Grillen ganz snft..ßa?-VH Ick denke nicht daran, lieber Oheims sprach Egbert, meine 23fttnminmn?a ?5kald ,u kndern)weU lQ ein vnvimes Mädcbeu entdeckt habe." .Und das wäre?" fragte der Onkel ' lächelnd. , ,,, ' ' .DoriS, die , Tochter eines gewissen t Pollner." : ' -; ?:: .Doris?" wiederholte der Onkel, .ja, 1 das glaube ich Dir gerne, das Mädchen ist Such Sr hübsch, aber nim Dich
in Acht. 'daß' Du U nicht zu tief in die b!men Augen schaust, sie ist eine Hexe, sage ich Dir, und wäre im Stande, Dir daS Herz zu rauben. Wenn Du nicht dreifach gepanzert bist mit Schopenhauer, Harkmann und Darwin. .Ein einfaches Bauernmädchen!" rief Egdert.
.Nun. Pollner xt doch Immerhin em reicher Bauer oder em wohlhabender kleiner Gutsbesitzer, wie Du ihn nennen willst. Und Doris ist ein ganz gebil detes, kluges Mädchen vielleicht ktüger als Deine Dämchen in der Stadt, in die so viel hineingepfropft wird, daß sie schließlich gar nicht im Stande sind, eS zu verhauen, und infolge dessen ihr ganzes Leben hindurch an geistiger In' digestwn zu leiden. Uebrigns n?eiß ich gar nicht, warum Doris sich jetzt so festen macht sonst ist sie öfter zu mir gekommen wahrscheinlich sürchtet sie sich vor dem gestrengen Herrn Philo sophen." Danut hatte das GeipraH ein lnve. DaS Abcndcsien wurde aufgetragen, und Egbert sprach demselben zum ersten Male mit einem wahren Wolfs Hunger zu. . Am nächsten Sonntag ging Egbert zum ersten Male in die Kirche. Der Onkel iah ihn erstaunt au und drohte ihm mit dem Finger. El, ei," wate er, 'U wirst aus ein mal fromm! Hatte daS am Ende die schöne Doris zu Stande gebracht?" ..Än dieie habe tch wahrlich nicht ge dacht," erwiderte Egbert ruhig. Aber ich möchte, mir einmal die hiesige Bevolkerung 'ansehen und physioguomizche Studien machen." Als Eabert eintrat, war die Kirche bereits vollständig mit Andächtigen ge füllt. Er hatte Muhe, hinter einer Säule einen Platz zu erobern, von dem auS er jedoch nur einen Theil des Mitelichisses übersah. Hier konnte er Do riS nicht entdecken: alö aber die Messe ihren Anfang nahm, die Orgel zu brau sen begann und oben ank dem Chor der Gesang ertönte, da erkannte er die Lo relel an ihrer wundersam: Stimme vieder, die jetzt noch voller nd Herr sicher erklang, als an jenem Abend von dkm Nheiufeifen herab. Andachtsvoll lauschte Egbert der iüßen Offenbarung, die in dieser Stimme lag, die sich versöbnend auf sein krankeS Herz legte und den Kampf aufnahm mit fernen dösen, höhnischen Gedanken, als wenn eine Sckaar von Engeln mit Dämonen ringen würde. Als die Meffe zu Ende war und Egbett die Kirchz verlies, war ihm gar seliiam wohl zu Muthe, und halb unbewußt blieb er an der Thür stehen, um Doris zn erwarten. Er ahnte nicht, daß auch sie seit Langem sich mit ibm bcZchäitigte, und daß auch jener Gruß vom Felien herab nur eine pkölichs Regung des MävcheuübermutheS war, in der sich ihre Theilnahme für den bleichen Träw wer aussprach, den sie bis dahin nur auS der Ferne auf einsamen W'gen ge sehen und belauscht hatte. Als DoriS aus der Kirchlbür hervortrat uud Egbert erblickte, überflog ein leichtes Errölhen ihre vollen Wangen; ne Nchelte unwill kürlich. senkte aber züchtig den Blick und ging, ihr Gebetbuch in der Hand, still und demüthig an Egbert vorüber. Warum klopfte ihm daS Herz, als sein Blick der zugleich stattlichen und milden Erscheinung folgte? Er war nahe daran, über sich selbst zu lachen, und doch war das, was er empfand, so schön, so gut, fv kostlich! Für diesmal wagte er eS nicht, dem Mädchen zu folgen; aber Nachmittags ging er, gegen seine Gewohnheit, durch daS Dorf, und als er sich dem Hause Polluer's näherte, wurde fein Schritt langsamer und seine Augen suchten an dem kleinen Fenster, das mit Blumen topfen gefüllt war, Doris zn entdecken aber vergebens! Sie war nicht daheim. ,dcr beschäftigt; nur der weiße Vorhang oben regte sich uud schien Egbert wär lisch zu grüßen und zu winken. Unmu thig ging er weiter, streifte eine Weile im Walde umher uud kehrte endlich gegen Abend sinster und verdrießlich wie sonst in den Pfarrdos zurück. Als er sich der Lande näherte, in welcher er um diefe Zeit den Onkel ruit seiner Zeitung Abend kurAbend fand, sch'Mmere durch die grünen Ranken ein lzelleZ Gewand, und als er jetzt am Eingange stehen olteb, erblickte er Dons, die an der Seite feines Oheims auf der hölzerne Bank faß. .Das sindet sich gut," sagte der letz. tere. hier siehst Du mein liebstes Nach barkind. Egbert, ich brauch Dir nicht u faxen, daß rö zugleich auch mein Kuh scheltes ist. Aber," wendete Doris ein. Nun, bist Du vielleicht bäßlich? Lassen wir meinen Neffen entscheiden, der ist ein Studirter und ein Stadtherr pbendrein." Egbert hatte sich Doris genähert und bot ihr die Hand. Ich habe schon zweimal das Vergnü gen gehabt,- sagte, er, einmal als ich den Rhein hinauffuhr, da sangen Sie ein Lied vom Felsen herab, daß wir ganz märchenhaft zu Muthe wurde und henke in der Kirche.,Da ist doch nichts so Wunderbares dab.'i!" erwiderte Doris. Aber daß Sie auch singen könurn, Herr Walling, das hat mich allerdings in Erstaunen verletzt. Ich denke, Sie könnten gar nicht' i fo heiler jn wie uusereitts. bei ytjrrn Metern und all ; dem gelehrten Zeug, das Ihnen im Kopie stecke , -M ist , es nicht,", sagte , Egbert, .aber leider hat mich das Leben bereits ziemlich Uttianit angefaßt, .und diese trüben Crfaht'uilM rechte Lebeilsfreuoe mehr kominen lassen." TZas köiiilen Sie denn als ein s jun g er Manu , sch ou T ranriges er fa hren haben eiltgegnete DoriS. Ich glaube,, daß Sie, sich, vielmehr eiabilden, Herr Walling, als daß Sie doch in der That so nknicheufe,ttötich gesinnt sind. Die Menschen sind im Grunde gar nicht fo döse,, man muß nur jeden nehmen wie er ist, und schließlich , 'find Sie Mz sicher, vaj Kie selber fehler
los sind? Daß Sie nie einem Uderen wehe gethan, oder eine Täufchuz bereitet haben? Egbert sah daS junge Mädchen über, rajcht an. Sie war in der That viel klüger, als er gedacht hatte. Jch leugne nicht. fuhr er fort, daß es viel Schönes in der Welt giebt, viel, was uns Freude machen könnte, aber was mir das Herz zusammenschnürt, das ist die Vergänglichkeit alleö dessen, was wir lieben möchten, was uns Glück ver heißt." Das ist aber nun einmal nicht zu ändern," sagte Doris. Glauben Sie, daß der Frühling schöner wäre, wenn er ewig dauern würde? Nein, gerade in dem Wechsel der Jahreszeiten liegt für uns der Neiz. das ewig Neue, und ebenso mag'S nach meiner Ansicht im Men fcheilleben sein. Wenn sich nichts verändern würde, wenn Alles gleich bliebe, dc.nn würde uns auch das Schone bald nicht mehr schön, das Gute nicht mehr znt erscheinen. Das Licht wird erst zuin L'cht durch den Schatten, uud so bedars das Schöne des Häßlichen, ja, ohne dieses gäbe es überhaupt nichts Schönes auf der Welt." Wissen Sie. Fräulein Doris sprach Tgtiert nach einer Weile, daß Sie :iZe:ttlich eine kleine Philosophin sind?" .Möglich." erwiderte das Mädchen lächelnd. Ich habe immer so meine kigenen Gedanken gehabt. Ob sie rich :ig sind, nmß ich nicht, aber es sind die lieinen. und sie werden wohl für mich Die einzig wahren sein." Das Gipräch uabm dann eine andere ZZendung, doch fand Doris wiederholt Lelegenheit. ihren gesunden Sinn und chr richtiges Empfinden zur Geltung zu
?rlngeu. ,o oan, atö n Ävichied na um, Tgbert in einer ganz feltfamen A:.frezunz zurückblieb. Zum ersten Male zatte er W'derfpruch erfahren in dieser Weise, die ihm Eindruck gemacht balle, 's . S i. . . r ?le rym utei zu deuten gav, uud das von Seiten eines jungen Landmädchens, daS !k zuerst Mit irouikcher Ueberlcgenheit zu behandeln geneigt war. Trodem er sich seit diesem Abend lebhaft von Doris angezogen füdlte, achie er doch keinen Besuch bei ihr, uud hielt sich auch weiter ebenfo ferne Die bisher. Sie dagegen kam jetzt je sen Sonntag für eine Stunde zu dem allen Herrn herüber, und da fand es sich jedesmal, daß Egbert da war, und daß sie über irgend ein Tbema in leb haften Streit geriethen, welcher fast immer mit einer kleinen Niederlage des vcltverachteuden Philosophen endete. Äls Doris wieder eines Sountaqs kam. lud sie den Onkel und Egbert im ?!antm ihrer Eltern zur Weinlese ein. Beide nahmen an. Als aber Doris fort" gegangen war und der Onkel seinen ?!esseik fragte, ob er wirklich an dem Feste lheilnehmen wollte, schüttelte die. ser den Kopf und rief mit ein au maßenden Lächeln: Ich denke nicht daran, was soll ich dort unter den betrunkenen Bauern?" Du hast Unrecht," sagte der Onkel. Erstens betrinken sie sich nicht, uud w'nn eS der Fall wäre, so lvürdest Du sie erst von threr besten Seite kennen lernen. In der Weinlaube zeigt sich der Mensch wie er ist, und da würdest Du erfahren, wie trefflich die Natur unseres Rheinländers ist." Als der Tag der Weinlese herankam, forderte er seinen Neffen nochmals auf, mikzugebeu. Da dieser aber hartuäckig bei seinem Etttschltlffe blieb, so wanderte ;r schließlich allein zu Pollner hinüber, lvährend Egbert verdrießlich, vielleicht im neisten über sich selbst ärgerlich zu cückvlieb und sich in seine dicken Zoll' litten vertiefte. Als es Abend geworden war, ertönte ant einem Male lauter ausgelassener Jubel vor dem Hause, und als Egbert zufstand und ,das Fenster öffnete, naberte sich beim Fackellicht ein fröhlicher 'öacchantenzng. Junge Männer und MZdch? mit Äeinlaud geschmückt, tanz !en paarweife vorbei. Auf vergoldetem Wagen, auf einem Fasse reitend, kam Bacchus vorüber, hinter ihm der dicke Zilen auf seinem Ejel, und wieder, eine fröhliche Schaar mit Flöten, Tambu cins und anderen Instrumenten, die ?iuen wahrhaft koribaatischen Lärm zervorrieken. Plötzlich sprana ns der Mitte eine schlanke, schöbe Bacchantin bervor, das blonde Haar mit Weinlanb bekränzt, ein PanlherM um die Schul tern, einen Tbyrmsstab in der Hand ?d näherte sich Egbert. Komm, Du Träklmer,-riek sie, w,r sind hier, um Dich zn holen, dieser Tag ist der Lust geweiht, fort mit allen Gril. lelt." Egbert verschlang einen Augenblick stumm die schone Doris, die ibui lachend mit ihren Weißen Armen winkte mit seinen glühenden Blicken, dann nahm er seinen Hur, und im nächsten Augenblick war er mitten unter der fröhlichen Sckaar und zog Arm in Arm mit der schönen Bacchantin den Weinbergen zu. Hier wurde er mit lautem Jubel em ssangen. Du hast ein Meisterstück ausgelührt..gte der alte Onker zn Doris, hostent licd fetzest Du ihm den Kopf noch ganz zurecht. Bei einer Zo schönen Lehrmei sterin wurde ich selbst noch gerne in die Schule gehen.Ei, ei, Herr Nachbar sprach der alte Polluer lächelnd. Heute ist Weinlese ' erwiderte der alte Herr, da wird man wieder jnng, mein braver Pollner, uud i e ikt der Zei ten, wo man ,uöch, StNel,rMar!Illud'' beim Glase Wein die icho;,stm Lieder fauq zum Lode der deutichu Frauen.- . In dem Taumel, der auf dem Platze bo dem kleinen Häuschen herrZckte, das die Mine des Weinberges einnah in, ver gaß Egdert ielue philosophischen Mttzimen, seine trüben Erfahrungen, seine Weltoer.ichknng. und drehte sich schließlich fröhlich, gleich den andern, mit der schoben Doris im Kreise umher. Als sie dann ! einen Augenblick seitwärts im Weluberq zlisammeusaßen, vor sich den w.ldeil Zteigen, und weller hinaus den silbern schiittlnernden Nhein, dle blauen Berge, den reinenHiMlnel, von dem der zolle Mond sein Zauberlicht über 6je
Lschaft bcrabgoß, da legte DonS leise den vollen Arm um Egbert uud flüsterte: Was meinen Sie, das Leben ist doch schön, so lange es noch Wein giebt, Ge sang und Uud schöne Frauen siel Egbert ein. Dann schlang er den Arm um Dorit, zog sie an sich und küßte sie. Sie nahm es ihm nicht übel, in dem Jubel der Weinlese wird überhaupt nichts übel genommen. Aber die Sache verklang nicht mit den fröhlichen Liedern, mit Geigenspiel und Becherklang, der Nuß, den sie sich im keuschen Mondes schimmer gegeben hatten, wirkte fort wie ein Zauber, und ehe eine neue Woche in das Land gegangen war, wußte es Jedermann, daß Egbert und die schöne Doris sich liebten. Zu Fastnacht gab eS ein glückliches ZZaar mehr in der Welt, und wenn ja kpäler einmal wieder unheimliche Ge danken den unverbesserlichen Philosophen beichleichen wollten, dann genügte eS, daß sein schöne' blondes Weib ihm einen jkuß gab und ihm lachend zurief: Wer nicht liebt Wem, Weib und Veiang, der bleibt ein Narr sein Leben lang!" I II (Tnl der MtismbZkUNnz Oerfall der amerikanischen Bühne. Zkg?ose Äem'rsuggea kÄ.'r nuel'kachkilZwktthe Thtjache. Wo SS. . Schierbrand.
Es war ein Schotte kein Englän der ulid aiich kein Irland?? oder Amerikaner es war der warmherzige, ge nial.' Dichter Robert Burus, rcr einst bemerkte: "O! wad soine power the ikt'v gieus, lo see oursbl a3 ithore seo usi;t Was mau etwas frei und mittelmaßig in's Teutsche ungesähr übertragen könnte mit: ü raööie doch ein Gott die Gab' Mls anvertrauen. Uns selbst zu seh'n wie Andere nns er' schauen!" Und ich bin geneigt, den Umstand, daß der seither ost citine Spruch von einem Schotten herstammt, iür mehr als bloßen Zufall zu halten. Denn von der gesammten Vöikerfamilie. deren Mutter spräche das Englische ist. besitzt eben nur der Schotte die $a.be, sich selbst einiger maßen gerech: und billig zn beurtheilen, während diese göttergleiche Eigenschakt ven übrigen Gliedern der Familie ganzlich versagt ist. Ein jeder von uuö, der seine Augen offen gehalten hat, muß diese Erkenntniß schon aus mehr oder miiider tchmerzliche cder unangenehme Art geschöpst haben. Und sür uns als Deutich-Amerikauer muß beispielsweise die Thatsache, daß unsere anglo-ameri-?aniichcn Mitbürger total uniädig sind, sich selbst auch nnr annähernd rich.ig zuschähen, zugleich als ein sehr wichtiger Faktor im Umgänge mit denselben hau sig erschieuen seilt. Diese einleitenden Worte sollten ge wissermaßeu als Erklärung dasür dienen, daß es dem durchschnittlichen Altte rikaner selbst dem gebildeteren bis Dato noch verborgen geblieben ist, in wie hohem Grade Anlaß zu obiger Ueberschrift dieses Artikels vorliegt. Wohl giebt eS Ausnahmen zu dieser Regel. Leuten, wie William Winter, Rym Crinkle" und einigen Anderen, die gleichfalls eine berufene Feder sübren, ist eS schon langst kein Geheimniß mehr, daß bei uns seit Jahr und Tag die englisch anicrikanischen Bühnenver dältnisse sehr im Argen liegen, und' daß dieses Uebel sich schon tief uud immer tiefer eingefrcsjen hat, ohne daß auch nur bis jetzt ein ernstlicher Versuch gemacht wordel wäre, den Krebsschaden auSzu schneiden oder sonst auf gründliche Weije zu curiren. In unseren lüchtigm Momtsschnsten (wie North American Neview, Atlantic Monthiy, oder Arena) stand es hie und da zu lesen im Lause der letzten fünfzehn Jahre, wie schlimm eS um die emhei mische dramaliiche Kunst und' deren Ausübung bestellt sei, und auch Zeitun gen Wie die N. I. Tribune haben sich Fleier Erkeuntnv nicht hartnäckig ver schlössen. Henry Jrving, dem bedeu tenden englischen Schau pieler, wurde sogar gestattet, sich eine Art von Kritik tvenn auch pur sehr mild und schonend über die bekiagcnswerthen amerikanikchen Theaterverhaltnisse m erlauben. Aber diese vereinzelten Stimmen sind wirkungslos verhallt, wie die des Predlgers tn der Wüste, und im großen uno Ganzen frvhut feilte nrch daZ c.me rikanüche Volt dem irrigen Glanben, dv die einvelinliche Buhne vortreiflich, ? . t .fi . v . srrt i .1 , f , " 7 oie vene oer xxm iei. Diese urtbeikslolen Enthusiasten dcu ten als Beweis sür ihre Ansicht aus ganz vereinzelt dast.-hcnde Thatsachen. Sie erwähnen mit Stolz die, Namen von Edwin Booth und Mary Anderson Sie iübren an,daß die Dalv'iche Truvve große Erfolge in Europa erziele. Sie weiien ans das eine oder andere eindei mische, Theaterstück, das unleugbare Vorzüge hat, wie.j. B.TheHenrielta", tladama- u. s. w. Sie bilden i'ch sliiö viel aus die von Jahr zn Jahr kostivieliger und schöner werdende Ausstattling, Costüme, und . Scenerie ein. Uild sie, sind gänzlich taub gegen t die su schreiende Thatsache, daß von Jahr zn Jahr dieses Land mehr und mehr mit iinportirlen ' Bühnenkünstlern ' über sch'.veinlur'wird, die hierher kommen ivie ?ut die Weide, um nach Ablans von sechs Monaten, oder schlimmstk'ii Falles tach einigen Saii?lls. dickaei:ästii , und m t T'ischen vbll Geld nach Europa zu rückte b ren. Sie tüblen nicht l icdcr ;i wolle es nicht fühle n daß der finauzielle Nie senerfvlg dieler fremdlöudlschk'tt lmd oft auch iremdAnnqigeu Bükueuqrößen uur möglich ist, daß der eingeboren Amenkam'r ich Jahr nach Jahr zu den Vorttkllui'gcu solcher Künstler wie Willard, Jrving, Wilson. Barrett, des Ehepaars ttenvat. ver sarah Bernhard, der Th'0, Coquelin, Salvini, Posiart, Sonnenthal und Dukenden von
Anderen drängt und oft Zoqar
erhöhte Eintrittspreise bezahlt, weil hm eben seine einheimischen Buhnengrößen so vollständig ausgegangen sind, daß er wzhl oder übel, selbst wenn er ihre Sprache gar nicht versteht und ihm Vieles an ihrer Darstellungsweise, selbst der Auswahl ihrer Stücke, störend ist. Uch an auslanditches Talent kalten muß. Damit will ich durchaus nicht gesagt haben, daß hervorragende schau p'elenlche Begabung nicht auch in remden Ländern zu legitimen Trium phen berechtigt sei. Es kommt auch in Europa vor, daß ganz Eminentes let stende Truppen (wie z. B. die Meininger) oder ausnehmend tüchtige einzelne .Künstler (wie die Bernhardt ode:' Friedrich pame) GastvorttcUnug?,! o:ei ganze Kunstreisen in sreiuden Länder,' unkernkhuien. Aber das Und eben Wirrn- A,-' men, während hier mit jedem neuen Jahre neue und immer größere Sckaa ren von Gastipiel'Schauspielern aukommen, srdaß diese schon jetzt thatsächlich einen ganz enorm' hoben Prozeniiatz der Gesammtzahl nnierer Bühnenattraktio nett bilden. Dabet jchöpsen ott ans' ländischen Künstler den eiubeimischen schon länz ... aom vom opse ab. anen nichts als die allei dünnste .skim enilk- lassend. Ihre Gefammteinnah -inen beziffern sich auf riesige Summen. Hat mau doch, um nur einige Beupiel anzuführen, Henri? Jrding nachgerechnet, daß er durch ,eine zwriulallge'u Tourn?e hlerselbst ein Vaarverinögm von einer Viertelinilli?n sich erworben hat, Sarah Bernhardt (obwohl der prache kalber m Nachtkell) circa 1100.000 ans ihren Tkeil bei ihrer letzten Spritztour in den Ver. Staaten er übrigt uns Pozart genug zurück nach Deutschland gebracht von seiner einmalü gen Kuustrelze hierher, um sur den Rest seiner Tage gemüthlich von den Zinsen zu leben. Aus circa 20,000,000 hat ein dcrusenes Fachjournal die jetzige Durchschnittseinnahine per Jahr die? zugewanderten und wieder entschwindenden Bühnenkünstler 'aus Eugland, Deutschland, Frankreich, Italien veranschlagt. Das sind ,denn doch Ziffern, welche eine sehr beredte Sprache reden Ziffern, die allein darthnst, wie von Grund auS ungesund unsere hiesigen engli sch-a in c r i kani scheu B üh n e nver hä It Nisse geworden sind. Sie beweisen lerner nach meinem Dafürhalten, daß wenn keine Umtehr auf gesündere Bahum stattfindet, die gei.ammte amerikamiche Büdne in absehbarer Zeit veriumrst, gänzch demoralifirt, iu Grund und Boden verdorben und verlottert sein wird. Und das wäre denil doch sehr schade, sowohl um das, was die amerikanische Bühnenknnst sein konnte, wenn sie wollte, sowie auch um das Vo'.I. zu dksin ae:stmem Labial und zu dessen eigenartiger Heraus und Herank iidunZ sie dringend nothwendig ist. Und tür dieses ganze heimisch Büh nene end ist zum weitaus größeren Theile nur ein Uebel verantwortlich. Sobald das ausgerottet toäre, würde auch der Rückweg zum Besseren wieder eingeschla gen sein. Mit ihm würde so ziemlich alles verschwinden, woran heutzutzge unser englisch -amerikanisches Theater laborirt. Ich meine daS Star" System, dieser Fluch aller wahren BühNeuentwicklung, der wie ein gieriger Wurm die Früchte anfrißt, eheste reis sind, sie vom Kern auS verdirbt und bei gleißendem Aeußeren en ganz verfaultes Innere schafft. Der Anfang kam allmahlig. Noch vor zehn Jahren gab eS in jeder unierer Städte beständige Gesellschaften, sogenannte "Stock-Com-panles", und obwohl schon damals das Wunder- uud Sterniystem, das Herumz,eheu von Stadt zu Stadt mit einem einzigen, mechanisch auswendig gelernten und mehr oder minder mechanisch bergeleierten Stücke in voller Blüthe stand, übten doch die wenigen noch bestehenden festen Tbeatertruppen einen heilsamen Einfluß aus. Aus ihnen gingen auch die wenigen tüchtigen und routinirten Mimen her vor, die heute noch natürlich gleichfalls als Dollarmachende Star-) am amerikanifchen Theater-Firmamente glänzen, Leute, wie Nat Goodwin, Frank Mordaunt. Roland Need. Ada Nehan. Felix Morris je. ic Aber auch diese wem. gen Stock Gesellschaften gingen im Lanse der letzten Jahre ein; sie konnten sich gegen die immer wuchtiger anbrausende Hochssuth nicht langer retten. Die paar Tbeatrr, die heute noch, dem Anscheine nach dem alten, bewährten Sustem treu geblieben stnd, wie Dalu's, das Lucernn, .Palmer's. sind thatsächlich auch dem neuen System verfallen, wenigstens soweit es ihr Geldvortheil heischt. Sie studiren, einige wenige nene Stücke ein jede Saison oder wärmen wieder einige alte aus und mit diesen ziehen sie dann, wenn sie in New York ihre Zugkraft verloren (theitweise auch mir sehr geschwächten Kräften), nach Ost und West, selbst nach London. DaS SlarSystem hat im Verlaufe von knapp Ll) Jahren die Bühne Nordamerika's völlig erobert, aäuzlich unterjocht. ' Die, nnansbleibliche Folge hiervon war, daß eS fast ganz und gar an aufkeimenden Talenten qebrichk. Sobald die 20 oder 30 wirklichen amerikanischen Schauspieler und Schauspielerinnen, die heute noch activ ' sind und die, , an der Spitze je einer Truppe. Geld w-e Hen verdienen und sich ibr ?!est für ihre alten Tage zum großen Theile schon gefedert haben, abtreten fo hat eS einfach aufqe' kört mit dem wirtlichen einhclmzsch? Bühnentalent in diesem Lande wenn nicht mittlcrneile noch ein Airnchurnng zum Besseren eintritt. Denn die ständigen Tueatergesell'chasten. wie wir sie z. B. früher in McVickr'S Tbeater hatten. waren eben die Vstm schulen für die Schauspielkunst. In ibnen bildeten sich, gerade wie in allen europäischen Ländern, die jugendlichen Talente allmälig, in ganz norm.iler Entw ckelung vorschreit.'nd, zu wirklichen Bühnenkünstlern heraus. Wa? kein Talent war, nun da? wurde eben schließlich aus rangirt oder mit beständigen Nebenrollen abg'efun.dcn. Hie Talente aber bildeten
sich zu Mimen heraus, die in ihrer Viel seiiigkcit, ihrer harmonischen Abgerun deldeit der Darstellungsweise und ihrem gründlichen Eingehen in ihre Rollen und in die Absichten des Dichters mit man der wetteiferten. Das hat sich nun alle radical verändert. Wohl haben wir noch einig, tüchtige Kräfte der alten Schule, ab?, der Tod reißt täglich neue Lücken in ihr schon allzusehr gelichteten Reihen. ,m! viele von ihnen haben sich schon auf ihr, Lorbeere oder ihre Geldsäcke lurückae, zogen, froh dem heutigen ekelerregenden Treiben unserer Fm-d-8icleBüh entronnen zu sein. Und sür den Nach wuchs ,st eben nicht gesorgt. Wo sollte er denn herkommen? In unseren Heu tigen Tbeatergesellschaften. die Jsmael gleich umherwanderu zwischen der Gol
.enen Pforte und Cap Cod, zwischen ven Stromichnellen des M'sslsslppl 'in den ewig grünenden Hainen Floridas, die dasselbe Stück 600 Mal bis 1000 Mal wiederkäuen, bis es zuleHt gar Niemanden mehr giebt, der es anhören will, können sie ja noch nicht einmal das A-b-c ihrer K unst erlernen. Sie lernen wohl sich schminken und ankleiden, sich auf der Bühne mit Anstand oder auch mit Frechheit bewegen, auch ihre Rolle wie die Staarmatze herplappern, aber damit sind sie noch keine Schauipieler, keine Menschendarstiller geworden und können eS auch nicht werden. Daher kommt es auch, das schon seit einer Reihe von Jahren die bcssercu Kräfte für Rollen, die Jugend und Feuer ver langen, aus England importirt werden müssen; wtt nur eiuige Beispiele anzu. sühien,' kann ich an Mantell, Barry more. Manssteld erinnern. Aber dieser Zuschuß auS der Fremde reicht schon länzst nicht mehr aus, und auf die Dauer muß ja der Strom auS dem Hght littlo island immer dünner und dürftiger werden. Haben sie doch auch im britischen Juselreich schon nicht allzu viel tüchtige dramatische tträsle, und das Star". System hat auch dort schon begonnen, seine wurmstichigen Früchte zu zeitigen. Thatsächlich ist die einzige Pslanzschule, die irä noch hier zulande haben, sür unsere künftigen Bühnengrögen das Tingeltangel, das Varicty-Theliter geworden. AuS den Graduirten dieser gottbegnadigten An stalten geht schon hellte das Gros unfe rer jüngere sogenannten Schauspieler j hervor. Und dieier Thatsache ist es-zum Theil zuzuschreiben, daß die Hanswur sterei, die Bockssprüuge, da3 ganze einen gesunden Magen anwidernde Harle quinsgebahren seit Jahren mit Niesen schnelle eingerissen ist in unseren Thea tern, selbst der anipruchvollsten Sorte, Und für die gänzliche Verlotterung deS volkstbümlicheu tLekchmackes liuter unse ren Millionen von Theaterbesuchern zeigt es, daß gerade dies? verwerflichen Mittel zur ErhaZchuug de elfallS nie ihren wiehernden Lacheffect bei der gro ßen Menge verfehlen. Leute wie Francis Wilson z. A fcafr ten es daher auch nicht unter ihrer Würde, die greulichsten und mit dem Gesammtdilde des betreffenden Stückes in grellem Wideriprnche stehenden Witze, Kalauer und Possenrelßereieu loözu lassen, dadurch dem verderbten Ge schmacke des großen, urtheilslosen Hau seus schmeichelnd und einer Ernte von Dollars gewiß. Es kann nicht ver schwiegen werden, daß die englisch-ame rikanische Presse auch ihr gutes Theil mit beitragt zum baldigen gänzlichen Verfall der heimischen Bühne. Seit Jahren hat sie es verlernt, das TadelnS werthe tadelnsmerth zu sinden, oft auch das lobenöwertbe zu rühmen. Wie viel allerdings der Unverstand, die Nukennt nig deS Besseren, der Mangel an einem allgemein gültigen Maßstav, der bei den Leistungen anzulegen wäre, mit dieser bedauerlichen Thatsache zu schaffen hat, wie viel auf anderer Seite das Bestre ben der mel'ten leitenden amerikanischen Zeitungen, immer mit dem Strome zu schwimmen und es womöglich Jedem reckt zu machen, das will ich hier uuerör Irrt lassen. Zn verwundern wäre eS ja zllerdiugs nicht, wenn die jüngere Gene rationier Zeitungsschreiber und Reccn senken,' beim Anschauen der Productio neu unserer Wandertruppen groß gewor den. oanz und aar verlernt Kälte, richtig zu urtheilen und eine gesunde Crittk zu. m ?! .-. L - L . 5 V-E üven. Verannr iji za uoccuuupt, vag dieses Land Zeit seinem Besteben nur wenige wirkliche Kenner des DramaS zehabt und der Recensent an den eng l'sch-amerikanischen Zeltnngen stetS ein Stfkind w.lr und noch nie an Ueberklun von Urtbeilsfäbigteit gelitten hat. Wie schlieklich auS dem mm Sum pfe, in dem unsere Bühne versunken, 'vier, herauszukommen tväre, das zu laen ist allerdings nicht leicht. Wüßte. ,ch ein praktisches .Mittel, depen Errolg allgemein einleuchtete und dessen Befol zung auch gewiß wäre, ich würde sofort ?en Patenlichny dafür in Anwruch nebmen. Nnr soviel ist wohl sicher, daß daS bgie Star-Shstem , erst einmal auf kiören muß, ehe an eine Aenderung zum Ruten gedacht werden kann. Und in dieser Nickliing scheint doch' jetzt etwaS gethan tverden z,' sollen. Die B eure Zungen der Gebrüder Frohmann z. B. ,ielen ciu ehr Äendernnz hin, und in Jletv )ork. Clncaao, San Francisco und voston sinnen einflußreiche Männer von Fach seit letztem Jahre schon auf geeig. liete Mittel zur Wiederbeqründuug von tüchligen händigen Gesellschaften. Fer Herbin werden immer mehr Stimmen .aut im Publikum und iu , der Presse, die Klage führen über , die bestehenden Verhältnisse und Besseres befürwortend Man dar? roemi Hffn,.na anssprechen, daß nächstens 5er erste ?ln stoß zur Erzlelunq e,neS ge,u:ldereu Bu hneulebenS,erfo l gen . tofi'ii'.i'jS , " Bestätigt. Sie: ....Zuerst gabst Du Dir den Anschein, als läge Dir an meinem Vermögen nichts und jetzt wirthichastest Du so leichistnniq damit!" Er: Willst Du mich deßwegen eines Widerspruches zeihen? . Ich hab' Dir ja so ost versichert, daß ich u i cht auf De;n Ber m ögen scher
Oom belgischen König.
5 einem Brüsseler Briefe der .Franks. Ztg." lesen wir: Der treueste der Ostender Stammgäste ist der bel giscke ltönig. Er ist noch dort und wird in seinem hölzernen Schloß am Ende der Digue allem zornigen Gebläse des Oktober, und selbst des Novemberwin, des Stand halten. Da oben am Strande hat er 'alle Ruhe, die er nur wünschen mag, und ein starker Arbeiter, wie Leo pold II., weiß gar wohl zu schätzen, wie kostbar das ist, die Ruhe. Sommer unv Winter, in Brüssel wie in Ostende, sieht er um 5 Uhr Morgens auf und legt sich selten vor Mitternacht schlafen. Der größte Theil dieses langen Tages wird an Arbeitstische über Akten uud Büchern verbracht. Dieselbe Ausdauer verlangt er freilich auch von seinen unmittelbaren Mitarbeitern. Und wenn hie und da einer von diesen sich vom Amte ganz oder theilweise zurückzieht, so sind die bekannten Gesnndheitsrücksichteu häufig lange nicht so sehr Vorwand, als mm anzunehmen geneigt ist; denn es ist keine Kle'.nigkeit, mit einer solchen lSnizlichen Arbeitskraft Schritt zu halten.' In Ostende freilich, während der Volliaiso, genießt der belgische Monarch die Neize deS Scebadlebens nickt we'tiFer als irgend ein Kurgast. Oft siebt man ihz zur Vadestuude ans der Plaue erschei nen, und da nimmt er lustig die Revue über die weiße Front der Vadekabinen ab und erstreckt seine Ercursionrn im Weichen Dünensande oft bis in jenen Bereich hinein, wo die Kinder unter emsiger Handhabung von Lacke und Spaten ihre Schanzv.iuten aufführen. Gegen Ende dieses Sommer war eines TageS an dieser Stelle ciue Schaar junger Belgier mit der Construktion eines weitläufigen Wasscrkastclls beichäf tigt, als der .völlig vor ibnen erschien und ihren fortisikatorischen Arbeiten zu schaute. Die kleinen Herren bemerkten bald das bohe Publikum, daß tbrerTlä ' tigkeit zngewacdien war. und der Aelteste unter ihnen, drr sich gar wohl in dem Umgangstone bei Hose auZkannte, veranlaßte seine Genossen, die Arbeit einzu stellen, die Hüte abzuziehen und Gute Tag. König" zu sagen. Emer aber unter der Schaar. ein NnirpZ, der noch nicht so viele Jahre hatte, als Fiug?r u den Händen, that nichts dergleichen, sondern stellte sich breitbeinig hin, stemmte die Hände in die Seiten und starrte dem Monarchen herausforden:d m daS graubärtige Geficht. Du, daZ ist der König," sagte nochmals der Ael teste mit einem freundschaftlichen Nip penstoß, da mußt Du den Hut abneh men." .Aber nein." crwidcne der kleine Sansculotte, ich mag meinen Hut nicht vor dem König abnehMen.- D?r Sou veran sah seinen respektlosen Unterthan lackend an und wendete sich zum Geben. Der vielversprechende junge Mann aber, in dem plötzlich ein wahrer Löwenmukh erwachte, wendete sich zu feinen Kamera den und rief: Ibr seid dumm l Sich vor dem tvölkig zu fürchten! Ich fürchte mich nicht, ich!" Dies sagend, ergriff er seine Schamel. füllte sie ausgiebig mit Sand und schüttete denselben in kühnem Schwünge aus den Rücken deS von danne gebenden Monarchen. Der dreikäsebohe Attentäter läuft heute noch uugehenkt ia Brüssel herum. Denn Leopold II. versteht die Kunst, auch über Dinge zu la chen, dle auf seine Kosten komisch sind.m m ' Dle Insel Pamellark. Das merkwürdige Natnrereigniß. wel ches sich vor einigen Wochen i der Nahe der Insel Pankellaria abspielte, indem nach vorheriger vulkanischer Tda tigkeit eine neue Insel aus dem Meeres, gründe sich erhob, ist dort schon wieder holt vorgekommen. Bei einem vulkanischen Ausbruch im Juli 18:31 zwischen Pautcllaria und der Küste von Sciacca in Sicllien, eigentlich in dem Passe, wel cher daK Korallenriff genannt wird Seaca del Coralloj, hob sich schon einmal eine Insel im Umfange von un gefähr 6 Meilen ans den, Meere empor, welche ven den Sicilianern Ferdinande, von den Engländern GrahawSiniel ge nannt wurde, die aber nach kurzer Zeib wieder in den Fluthen versank. Zwan zig Jahre daraus wiederholte sich die gleiche Erscheinung: Die Insel tauchte wieder . aus dem Meeresspiegel hervor, um bald danach abermals von den Flu then bedeckt zu werden. Aller Wahrfcheinlichkeit nach bt man eS diesmal wieder unt der gleichen Erscheinung zu thun. Die Insel Pantellaria selber ist schon eine sehr merkwürdig: vulkanische Er scheinung. Die ganze Jniel faßt ein niedriger, elliptischer Berg ring aus grauer Trachitlava ein, wodurch sie sehr schwer zugänglich ist. AuS dem inneren Slaume dieser Einftsjung erbebt sich zu Fug Höbe cm setzt erloschener Vulkan, der Cciargbiber, ans VimSstein und Obstdianströmen besteheud. Ueberall steigen beitze Wasserdamvie auf; den vielwch vsn ' Grotten durchiehten. Lava und Bimssteinfclfen entstürze heiße Mineralquellen und , bilden einet? heißen Salzsee. Die Vegetation ist eine ungemein üppige, man ; brennt , von Myrtens und Lentlscii-sträuchern Koh len, ,die, nach ,, dem östlicher gelegenen Malta alS FeuernngSmaterial verban ? delt werden. Ju den fruchtbaren Thä lern gedeihen Getreide Wein, Baum welle. Oliven, Feigen, Kapern u. s. w. Berühmt ist auch die in großer Blüthe stehende E'elzucht auf Pantellaria. Die Jniel gehört der Familie NeaueienS alS en beionderes Fürstenthnm. Die Halwt j 5"Ä (Ä.. tellaria qeuauut ) ist befestigt uiid zählt gegen 3000 Einwohner; die Gr'S'"i'.kt beJölkerling der nicht gnnz WluatxaU seilen um fastenden Insel ..s labt 7500. Das Einzige. ....Tressen wir S heute in de Quartett'So.ree, Herr Lieutenant?" ,,?!ei, meine Gnädige! Das wuudert mich. .Sie sind doch musikalisch?" DaS Einzige, meine Vnädige rssb mir dle Natur versagt h?."
