Indiana Tribüne, Volume 15, Number 79, Indianapolis, Marion County, 6 December 1891 — Page 11
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yitnc VummelVriefe. Bcn TkcsvorWsiff. Falsche und echte Perlen. Ich war zweimal in Murano. Man w?iß, daß das ine Jsel ist nördlich von Venedig, rerufemt durch ihr?. GlasFabriken. Alles auf der Insel dreht sich um diese Fabriken. Alles arbeitt! für sie, und Alles lebt von ihnen. Das txpi Md war ich dort am srü hen NachTnittsg, als übe? dem blauen Waffer glitzernd eine goldene Spinn webe der Tonnmschein lag und die Luft überche-l Meere funkelte, wie von lauter GÄdsiaub. Und die schwarze Gon ftel", die mich hMMbrte, glitt langsam ckbec die ruhige Fläche, an der von hohen Mamrn umbegten Friedhofsinsel rot bei, wo gerade zwei alte Kaxuziner schwörfälllg in ihren Nachen stiegen, und Zweiter, bis sie in den Kanal von Murano einfuhr. Es sah dort gerade so aus, wie in den engen Kanalstratzen Venedig-, um kein Haar anders, das. selbe Durcheinander von dunkelgefär ien Kähnen und Gondeln, dieselben lauernden Zaullenzer am Ufer, dieselbe 'dunstige Luft, erfüllt von tausend Ausdünstungen und den Düften der Abfälle und der schmutzigen, auf den Straßen feilgebotenen Fischgerichte. Zu der ßroßen Glasfabrik, links bei der Einfahrt in den K anal, deren Name weltberühmt ist, wandern alle Fremden. Es ist auch sehr lehrreich zu sehen, wie all die kleinen glühenden bunten Glas theilchen allmählig so kunstvoll aneinandergeschmolzen werden, zu Blätterranken, drachenartigen Ungeheuern und anderem Schmuck. Die Perlenfabrik, ein wenig weiter hinauf, besuchen nur Wenige. Als ich dort eintrat, befand ich mich in einem rußerfüllten finsteren Raume, in gewaltigen Kesseln sah ich die flüssige aläjerne Masse brodeln und sieden, und schwarzhaarige, starkknochige Kerle stau den daoei, wie die Burfcben auf Tinto rettos Bild von der Werkstätte des Söul kan im Dogenpalast zu Venedig. Und jedesmal, wenn Einer den eisernen Stab, den ein jeder von ihnen in Händen hielt, in den Kessel getaucht und die weißglühende Masse hervorgeholt hatte, die sich fest um die eiserne Spitze legte, trat ein Anderer hinzu und drehte die Spitze seines Stabes in das glühende Glas hinein, bis es die beiden Stäbe mit einander verband. Und dann schritten die Männer zu dem dunkeln langen Gang, der neben dem Kesselräum fast endlos hinzog, und der Eine wandte sich nach Norden, der Andere nach Süden; im Takt, mit ruhigen Schritten ginqen sie vorwärts. Jeder ach semer Richtung hin, sie hatten die Stäbe zur Erde gesenkt, und die glü' hende Masse, die sie so auseinanderzvgen, fiel gleichmaßig zu Boden, als ein dünner, unabsehbar fich dehnender Per?lenstrang. Den theilt man dann .später in zahllose kleine Theilchen, -und diese Glasperlen reiht ein Kind emsig an einander, oder ein imcivillsirter Wilder verkauft dafür seine Frar. ya schritt den langen Gang hinunter. Ein ganzer Berg von Perlensträngen zog sich schon neben mir hm. Und immer traf ich diese rußigen, halb.nackten Männer, welche die gläsernen Fäden hinter sich niedergleiten ließen. ES war eine furchtbar eintönige Arbeit, die sie da verrichteten. Der dunkle Ganq mündete in einen kleinen winkligen Hof. Stricke waren dort aufgespannt, auf denen die Wäsche zum '.rcanen hing; ue yane eine schwärzliche Färbung angenommen in dieser Fabrikluft. Und so war sie wie gewisse Ebrcnmänner: je mehr sie sich reinzuwaschen suchen, desto schmutziger werden ne. Es gingen ein paar Fenster des RachbarhaufeZ auf diesen Hof hinaus. Und an einem dieser Fenster im Erv geschoß. vor dem im hölzernen Bauer ein kiemer Kanarrenvoget urUverznüg! sang, stand eine junge Frau, die sicherlich krank war, denn ihr Gesicht war unendlich blaß und die schwarzen Au gen glühten ganz sonderbar. Man dekam fast einen Schreck, wenn man dies bleiche Gesicht mit den tief dunkeln Augen zum ersten Male sah. Aber sonst, halte sie gewiß nichts Außergewöhnliches, sie war gerade so schmutzig ?Tifct irrth rtPrrtfc? fn Trfifprhf frifirt Ijttlltl'V ( .., wie alle Schönheiten von Murano und 'Venedig. Ich iah sehr bald wir erkennen ja nichts so früh als die Thorheiten All' derer , daß diese Frau verliebt war, :verl!ebt in den jungen Burschen, der .unten im Hofe vor ihrem Fenster stand und zu ihr sprach, und der sie wieder iliebte und nur an sie dachte, wenn er durch seinen langen Gang hindurch' schritt, die Perlenstrange hinter sich .herziehend. Es war ein kräftiger Barsche mit unbekleideter Brust, er chatte den Cigarrenftummel in den Im ken Mundwinkel geklemmt und trug die .Hände in den Hosentaschen. Wenn bei .uns ein Jüngling mit einer Dame in .fo unhÖjticher Haltung spricht, so darf xtcrn daraus immerhin schließen, daß seine Wünsche schon Erbörung gefunden haben. ,Wie sich dergleichen in Murano erhält, weiß ich nicht. , Der Buriche ging an seine Arbeit und .die kranke Frau trat in das Zimrcer zurück. Ich sah durch das Fenster hinein eS war ein kahkr unsreundlichcr Raum ein schmutziges Bett an der Wand, ein Tisch, auf dem die Ueber reste von Früchten lagen, hölzerne ' Siühle und an der Wand Maria Himmelf.ihrt in schlechtem Oeldruck, mit einem Kranz von Papierrofen um- , schlangen und vor dem Bilde zu Füßen der Apostel, flackerte die müde Flammt in dem kleinen Oellämpchen. Langsam schritt sie durch den Gang zurück. Der rußige Liebhaber kam mir entgegen, schläfrig seine eintönige Arbeit verrichtend. Und der Gedanke sn den Ehemann schoß mir durch den Sisn, an den Gatten der jungen Frau, der' auch ein Arbeiter war, ein paar Hauser vor her in der vernehmen Glasfabrik. Der patSrlüJ m!s. . Aber tzu
Frauen, die ihren Männer Alles Her 'chweigen, sind nicht die erfahrenste die rassinirtesten erzählten die Hälfke. Als ich das Zweite Mal nach Murano fuhr, lag schon die erste Abenddämmerung auf dem Wasser. T Himmel war im Westen, dort, wo i eben erst die Sonne niedergetaucht war in ihrer großen schweigsamen Schön heit, wie übermalt mit matt leuchtenden rothen und gelben Farben, und in biay sem Noth und Gelb ergtiZerten die Wasser. Schon kamen weiche Schatten und legten sich wie Schleier vor die Ufcr Venedigs und verwischen die scharfen Linien der Dächer und Tdürme. Es war, als erwarte schon Alles die Königin der Nacht mit ihren goldenni Sternenkränzen, und als wage cö Niemand, sich leise nur zu rühren, aus Furcht, sie zu stören, die große Frie denbringerin, in ihrem stillen' Sieges-
ZU 3" Ein vaar rötbliche Segel glitten rs big durch die Fluth, kein Wind mahn sie zur Eile. An der FriedhosZinsc! stiegen wieder die Kapuziner zu der Barke hinab in ihren braunen Kutter., ganz wie damals. Sie hatten die Händt aui dem Leib gefaltet nd beteten. Und von Murano i'.er und von Venedig und von überall erklangen die Glocken, und es schien, als riefen sie auch aus dem Meer man und vom Himmel hernieder, als grüben sie sich mit melancholi schem Gruß, und eZ war, als wollten sie ihre tönendzn Stimmen vereinen zu der großen Bttte, zu dem mächtigen Begeh ren: Vergieb uns unsre Schuld und erlöse uns von dem Uebels Als ich zu den Perlenarb:itern kam. in den rußigen Kesselraum, hörte ch die Glocken noch immer; aber dann ward es still. Und ! : ".rbeiter standen bei ein ander und sprasen. sie machten Alle so besondere Gesichter, als fei irgend et was geschehen, irgend etwas, das nichts Gutes war. ' Nur der schwarze Bursche, den ich damals vor dem Fenster der krankm Frau gesehen, ging in cutnmi oem Takt den finsteren Gang hinunter, schlamg seine Perlenstrange ziehend. Erst wollten sie mir nicht sagen, was geschehen et, nachher erfuhr ich Alles. Es war ganz einfach. Die kranke Frau war geUorben, vor zwei Tagen. Es war em Abend gewesen wie der heutige. Die Lust war ebenso ruhig gewesen, und die Sonne hatte denselben blossen Glanz zuruckgelasien am Him mel. Da war der Tod zu der armen Frau getreten. Und ihr Mann hatte an ihrem Lager gesenm und hatte ihre magere Land aehalten. Aber da es war ganz still in dem dunklen Zimmer gewesen hatte plötzlich das Fenster geklirrt, und der schwarzhaarige Bursche mit der entblößten Brust war in das Zimmer gestiegen. Er war zu der kranken Frau getreten und hatte nur gesagt: Du hast mich gerufen da bin ich !" Da war der Mann aufgesprungen. sie hatten ein paar heisere Worte mit einander gewechselt; aber sie waren doch still geworden, da sie sahen, daß die Frau nun starb und daß die Seele fortging aus dem armen, kranke Körper. ES war ganz dunkel gewesen, als sie starb, und nur das Flämmchen vor dem Bild der zum Himmel misst genden Maria hatte sich leise flackernd emporgereckt. als begehre es mitzu eilen in die selige Ferne. Und es war auch gar nichts weiter gesch.hen, und heute, jetzt gerade, begrw den sie die Todte. Langsam oina der Schwarzhaarige an mir vorüber. Warum seid Ihr denn zu ihr gegangen?" fragte ich ihn. Und er sagte, wie etwas Selbstverständliches: .Ich habe es ge hört, wie sie mich gerufen hat; und da bin ich gegangen." Als ich zurückfuhr durch die Fluth, läuteten rmeoer die Glocken. . Und es war wieder, als kämen sie von überall, von allen Seiten und aus der Höhe und Tiefe. Es war wieder der melancholische Gruß, und es erscholl wieder wie die große begehrende Bitte, die hinaufdrang zu dem Allerbarmen den: Vergib uns unsere Schuld und erlöse uns von dem Uebel i Der Vollmond stand leuchtend am Himmel, und eine von den Mondnacht ten kam, eine von den Mondnächten Venedigs, da die Luft ganz erfüllt ist von bläulichem Licht und Alles überflutbet wird von diesem weichen, tief dunkeln Blau. Die Gondel wand sich hindurch durch die engen Kanäle, wo es so still ist, wenn man das Gezänk der Barkenführer nicht hört. Und sie wand sich vor bei an .den alten Palästen Venedigs mit ihren zierlichen, säulenumschlossenen Fenstern, mit ihren reichen Fasaden und ihren noch reicheren Erinnerungen. Ach, wo das Geschlecht :deS Tizian und des Paolo Veronefe gehaust, legt nun der armseligste Krämer seine schmierigen Waaren .aus. Ein kostbarer Prunkman tel ist die Stadt, zurückgelassen, als nach rauschenden Festtagen ein gewaltiges Geschlecht von der Erde schied, und in dem Mantel von läuter Purpur und Goldbrokat nisten die Motken. Und an der Mauer, auf der vielleicht vor Jahr Hunderten des herrlichen Meister Pinsel den Jubel seines Geschlechts in olücklichen Farben ausströmen, ließ, hängt .'. . 's t .... t. (":'... jrv ii r r ieyr em i.azmutznanger zeneiouve leine Lumpen auf. ; Und die Gondel gleitet hinein in den großen Kanal, vorbei an PesarosPrunkhaus und EorrerS Palast, der ein Leih hauS geworden ist, hindurch unter der massigen Brücke des Rialto mit ihren krampfgefüllten Budtti.' " Noch immer gibt es nichts NeueS auf dem Rialto, aber Altcö sieht man aenua. Und vor, bei an den Palästen der Grimsni, der Lascari und all de? Andern, ar. den großen HotelS, wo die Lichter die blauen Schatten der Nacht funkelnd durchbre chen, vorbei an dem Gewühl der schwarzen Gondeln, in denen die Fremden jeder em Byron - der vor schritt mäßigen Melancholie sich hingeden.Zvom grausamen Welt ichmerz ganz um angen und den tlagenden , Liedern lauschend, die von den bunt beleuchteten Barken der Sängerbauden in die blaue ihümuszietz Ljx Zenorftirzr
iü das Uinzige, wäs in Venedig erblich ist.
Aus den Fenstern schauen rauchend die Venetianerinnen, und auf den dunk len Kähnen am Nand des Kanals hockt neugierig das Bettelgesindel. Da und dort liegt Einer schon ausgestreckt und schlummert dem Morgen entgegen. Die Rechte ist merkbar geöffnet, denn der Venetianer bettelt sogar im Schlaf. Dort hinten, wo die Lichter so zahlreich werden, dehnt sich die Piacetta mit Sansovinos herrlicher Bibliothek. ' Und um all diese schlanken Säulen fluchet dies blaue Schattenlicht, und auch drü ben umhüllt es Alles, S. Giorgio Maggiore, und Maria della Saluts mit ihrem edel aufsteigenden Kuppelbau. Da schießt eine Gondel vorüber. pfeilschnell. Und ein Weib liegt darin, lang ausgestreckt, in weiße Kissen zu rückgelebnt. geschmückt mit einem Dia dem aus Perlenketten. Zum Teufel, was war das? DaS war doch Venetia. wie der übermüthige Veronefer sie a malt, ruhend auf der Kugel der Welt. Aller Glanz und alle Schönheit umga ben sie, und die gefammten Erdtheile lieben unter ihrem Vantossel. Aber am andern Morgen erfuhr ich. da es nur eine reiche Amerikanerin ae . . . . wesen war, die ich gefehen. Sie wai L " 1, I aucy niazr meor zung, ourqreijteiqon lange Eurova und gehörte eigentlich bereits zur alten Welt. In ihrer Ju gend soll sie em Venetianer geliebt haben ; aber das soll lange her sein. Und nun glaubt sie. die Königin der Meere
zu fein, die göttliche Venetia selbst, und. Ansehen und Reichthümer zu erfährt zur Geisterstunde perlengeschmückt hmrfctti. ka er an baarem Kel:.
durch die Canäle. Vielleicht lebt die Honnung keiie m ihrem Herzen, daß wieder ein Venetianer kommen wird und sie lieben, aber daß wird nicht geschehen, denn in Venedig wird es selten ganz dunkel. Und bei den echten Perlen der amerikanischen Venetia kamen mir die GlaS perlen wieder in den Sinn, die ich drü ben in Murano gesehen. Ja,, es wa ren nur Glasperlen, aber sie funkelten doch wohl Heller, alS die echten. Und ich sah daS kleine finstere Zimmer mit dem schmutzigen Bett und der zum Him mel steiaenden Maria, über die das oieicye icyi oer enampe vu,a)le, uno hörte' den schwarzen Burschen sagen: .Sie hat mich gerufen, und da bin ich gegangen." Er sagte eS zweimal, und in das Antlitz der Jungfrau auf dem Bilde an der Wand trat etwas wie eine glückliche Zufriedenheit. Man konnte eS ganz deutlich sehen, denn die kleine Flamme brannte jetzt ganz ruhig es war. als hielt er den Athem an. Und die Glocken läuteten dazu, vom Himmel und aus dem Wasser und von überall, , - - . Der SternschnuppenfaU der Leo iden, der alljährlich in den Nächten vom 12. bis 14. November in ziemlicher Fülle aufzutreten pflegt, erreicht erfahrungömäßig seine größte Intensität alle 33 bis 34 Jahre. So erfolgten in den Jahren 1709. 1833 und 1866 Meteorschauer, die an dem Sternbild des Lö wen herzukommen schienen, von außerordentlichem Reichthum und Glanz. Ist die Wiederkehr eines derartig beson. derS prächtigen Phänomens also erst für das Jabr 1899 zu erwarten, so. mehrt sich doch, wie die Erfahrung ge' lehrt hat. der Reichthum des Falles mit jedem Fahre, um das man einem foi ausgezeichneten Jahr näher kommt.' Uebngens lätzt sich diese etwa 33iabnge Jntenfitä:speriode bis in altchinesischk Zcuen zuruckversolgen. Der Grund für diese scheinbar auf. fällige Thatsache, die man sich in srühe ren Zeiten nicht erklären konnte, liegt, wie die N. 3" bemerkt, oani e:n fach und klar , zu r Tage, seildem man ' . v ' den Zusammenhang der Sternschnuppen mit den Kometen erkannt hat. DaS früher so gefürchtete Ereigniß emes Zusammenstoßes, der Erde mit einem Kometen, daS gewissermaßen die Em leitung zum Drama des Weltunter gangs bilden sollte, hat für die heutige Generation seine Schrecken verloren; haben wir es Soch erlebt, aber nicht 0 JCS, .H .4. - - ais lurcytvare alanropye, ivnoern als eines ver pracylvousten lziminnen Phänomene, das dem menschlichen Auge sich darbieten kann. Die einzelnen kleineren und größeren Theile der außer, ordentlich sein vertheilten Kometen, matene waren es, die beim Elnvrinzen in unsere als Schutzpolster dienende Atmosphäre in Folge des Widerstandes
uno cer Weisung oer un vei mmtt; sind Sie aus Neunklrchen?" -enormen Geschwindigkeit, in's Glühen ! Allerdinas." 'erwiederte der Schuh
geriethen ui d so den Himmel mit unzälgen tzmleuch.ende,, nach allen jm. i. . mi seilen ym icyießenoen euergarven bedeckten.? , Auch um den 12. November zeoes ayres ireuzr vie roe in ,rem Laufe um die Sonne einen Kometen, dessen Umlauzszeit um die Sonne etwa 33 1J5 Jahre beträgt. Offenbar folgt nun der Hauptmasse oes omcien, vei oeren urcqoringung alle 33 Jahre wir, wie erwähnt, lene besrndirS reichen Slernfchnnvrenfälle haben, em Sckwarm von 5iometenthett. cyen, ver irngzormiger xeiic um vie fconne gruppii", die Vayn oes iromeien um vieles w nixn rennzeicyner uns ocism Dichte , mit der ,Entseruung ,vom ern oer omeien meyr uno meyr ao. nimmt. Für sehr viele reichere Stern, schnuppenphänomene ist eS bereits den Agronomen gelungen, oen ivgenannien Wiutterkometen aufzufinden, die Zdenti tät dieses mit den Meteoriten sicher nachzuweisen. Der,St:rnschnuppenfall in i i i (II Mte im ( M i ! li m i kl 4l H11 1 mu vu huüci flciiun ji, ivn. noch eiv ihnt werden mag, besonders durch die Helligkeit und den Glanz ver einzelnen rernnuvpen aus. urooewegung it namucy verzenigen oer eonioenicycsr ian genau enigegenge setzt; in Folge dessen ,ft die relative Geschwindigkeil, mit de? die Leoniden in di Lust hmeinfahren, eine sehr bedeutttde. , ,, Si erreicht den Betrag ' von nahezu 70 Kilometer in der Sekunde und verursacht dher ein besonders starkes tnt.-.t. !:"'-i"-;.:!a- tiTJUU Olühea der Meteoriten, deren Geschick sbrigenS ein dreifaches fein kann. Ent ;i 'i,: ,. , j ;i .- 1 . i ,;' i. ' j' . i'l1 ir1 - i " '
redcr gerathen sie' nur in's Glühen, haben aber eine solche Geschwindigkeit und Richmng, daß sie durch die Erd atmosphäre hindurcheilen und dieselbe verlassend im Raume ihre Bahn weiter fortsetzen, wenn diese auch in Folge der Erdanziehung etwas verändert sein wird. Der zweite und wohl der häu figste Fall ist der, daß sie völlig verbrennen, worauf ibre Asche je nach der Höhe, in der die Verbrennung erfolgte, sich entweder in sehr hohen Lustregionen schwebend erhält und mit Anlaß zu jenen erst in neuester Zeit in diesen Schichten der Atmosphäre entdeckten
Stossanfammlungen gibt, oder unter der Einwirkung der Schwerkraft lang sam in die niederen Luftschichten, bezw. auf den Erdboden hinabsinkt. Der' letzte Fall, ist der. daß solche Sternschnuppen als feste Masse, als söge nannte Meteorsteine, auf unsere Erde hinabgelangen. Gewöhnlich Zerplatzen derartige Meteoriten in den niederen Schichten der Atmosphäre in eine Reihe kleiner Stücke unter ost hörbarem donnerähnlichen Geräusch. ES werden bäufiaer. alS man denkt, solche Meteorsteine, deren Echtheit sich ganz sicher nachweisen läßt, gefunden, und sind " . rr- . . w . . l 11 . .Hk, aii . eimge Cxempiare auu, jair in zeveu, uu gemeinen Museum vorhanden. " Die Zeitung im Schaufenster. Vor einigen Monaten kam ein junger Mann aus Reunkirchen, Kreis Ottwei. irr in der löblichen Absicht nack Rer, mitbrachte, war just nicht viel, aber er h:e in einem Material- und Colonial. ynrtn m?s5Kft 5?n Klnk,ank?s mit mr w. w " i " " - ' " ""7 " - " heihcm Bemühen erlernt und auch einiges von i.orreponenz uno Vucysuyruna prontirt. In den ersten acht Tagen hielt die zuversichtlich? Stimmung Siand, das Leben und Treiben der Hauptstadt übte nen zauberhaften Eindruck auf ihn aus. Als dann aber das Geld knapp zu werden ansinq. machte die Begeisterung einer nüchter nen Stimmung Platz, und alS weitere drei Wochen verflossen waren, ohne daß eine Stellung gefunden hatte, erfaßte ,hn ne ernste Furcht vor der Zukunft, Tie Briefe in die Heimath wurden im mer knapper und hörten endlich ganz uf... Anfangs voriger Woche wanderte der n je Kaufmann ziel- und planlos utü die Straßen. Früher hatte der Anblick des wogenden WeltstadtlebenS glänzende Zukunststräume in ihm erwect diesmal hatte er nur den einen Ge a iken, wie er den quälenden Hun ger st.Uen könne, der ihn fast zur Ver zwe.flunz trieb. Seit länger als acht Tagen hatte er kein bleibendes Obdach mehr, seine Hadselizkeiten waren verse?: oder verkauft, die .Freunde", die gesunden, so lange er noch Geld be. if wtten sich langst von ihm zurück l.;. ; Yllse aus der yeimath durste er nicht rechnen, hatte ihn doch ein Gezühl der , Scham davon zuruckge. halten seine 'gehörigen di wner verzweiflunzsv ll Lagezu u te tchten. Jetzt bereute rr seine Zurultung. aber es war zu spät; bis Antwort und Hilie aus der entlegenen Heimath kam. mußte sem Schicksal sich schon vollzogen haben. Gedankenlos war-er vor dem Schaufenfter eines kleinen Ladens in der Frankfurterstraße stehen geblieben und ganz mechanisch glitten ieme Blicke über die ausgestellten Schihwaaren, Plötzlich blieben sie auf eimm Zeuungsdlait h iften, das in einer Ecke lag. Es hatte aufcheinend dazu gedient, die Ausläge zu verdecken und war dann achtlos Mr Seite geschoben worden. Der An blick dieses unscheinbaren Blattes erregte I j: j. . cm. t - oen ungtullttn ujitun m einem Maße, das er unwillkürlich seine Hand ach einer Stütze ausstrecken mußte. ES war eine kleine Lokalzeitung aus seinem Heimathsorte, die hier lag, und hoffnunzsfreudig durchzuckte ihn der Gedanke, daß der Mann, der dieses Blatt dielt, der 5fri&sbex des Ladens. ein Landsmann sein müsse, denn wie I . ' hätte sich fönst die klein? Lokalzeitung hierher verirren können! Audere Mög kicbkeiten erwoa er nicht, nur von der Hoffnung gcttieben, Rettung zu finden aus einer trostlosen Lage, stürmte er in den kleinm Laden, und im nächsten Augenblick stand er dem Inhaber des selben gegenüber. Ich sah hier die Saar und BliesZeitung", stammelte macher, indem er den jungen Menschen erstaunt anblickte. Dann sind wir I . . . Landsleute rief die er er,rcut, ich heiße L.. vielleicht kennen Sie meine FamiZie?" Die kannte der Meister allerdings. und nun ging eS an ein Fragen und Erzählen,' wie es eben nur zwischen Landsleuten geschieht, die sich fernab v?n der Heimath unter adfonderlichen Ber Hältnissen treffen. Tann mußte der junge Kaufmann im Hinttrstübchen ein gutes Mahl einnehmen, und er blieb att Gast bet seinem Landsmann, um Zeit und Gelegenheit zu nnden, sich mi seinen Anaehöriaen m vernändlaen. Das ist inzwischen gcsiehen und der Neunkirchner hat eine kleine Stelle ge funden, die ihm zwar noch keine Reich thümer m Aussicht stellt, aber vor Noth nd Entbehrung Schutz gewährt. . . , Sieger von Monte Carlo, ;( ''a,1' ' . ' " , 5IIN verlioi enen iiaore erregte rm Monie Carlo ein Engländer. Mr. Wells, Aussehen, der mit treuem Glück inen 1 Feldzug ' gegen die , Spielban hrte und als Sieger mit einer, Beute 640,000 Mark von bannen 1 zog c den ersten Novemdertaaen bat Mr Wells, , wie gemeldet, auf's neue einen Angriff gegen die Bank unternommen, der für ihn mit einem Gewinne von 560,000 Mark abschloß. Vor kurze? Zeit sprengte er sän -mal die Bank; vor l ihm stand ein anderthalb Fuß hoher I ; e rt ...r i( r jl.i r I Haufen von Taufendfrankschkiaen aufgeI ivelt, der kaltblütige Spieler verlor j a. ! 1 ""w.' ,'rt ,!,- -" '"-!'''' i "jf"
aber auch nicht im entferntesten den Kopf, und er schlief nach Beendigung des Spiels ruhig und gesund mit den Banknoten unter- dem Kopfkissen im Hotel de Paris am Kasinoplatz. Ein Mitarbeiter des Daily Telegraph" fragte Tags darauf den Svieler nach dem Geheimniß feiner Erfolge. Mr. Wells erklärte, sie stien das Er gebniß seines eigenen Systems, welches er nach jahrelangen geduldigen Beobachtungen der Wechselfalle am Spieltisch ausgearbeitet habe. Jetzt setze er es in die Praxis um. .Wenn Ihr System doch unfehlbar izt, fragte der Journalist, .warum gehen Sie nicht drauf los und ziehen die Bank vollständig aus?" Mr. WellS erwiderte: Weil die physische Anstrengung über meine Kräfte gehen würde: ich habe nun täglich von zwölf Uhr Mittags bis elf Uhr Nachts ununterbrochen beim Spiel gesessen und bin erschöpft. Aber ich bin entschlossen, in Bälde wiederzukommen. Ich vertraue meiner Methode und weiß sicher, daßidj neuerdings ge winnen werde." Auf die weitere Frage, ob er nicht den Spielern die Vortheile seines Snstems preisgeben werde, verneinte et. Die Mehrzahl der Spieler, sagte er, hatte bereits versucht, es ihm nachzuthun, aber sie hatten meistens nicht den
nöthigen Schwung, um ihm, gelbst wenn r lm Gewinnen war, zu fAgen. Sem System erfordere 120.000 Mark Kapial. damit der Spieler auch bei medri gem Glück in der Lage sei, es eine Weile bei den doh:n Sätzen von 000 und 12,000 5ra l:s.;u den n er spiele. auS zuhalke i. Er gab zu, daß er Hauptachlich auf .runs" oder Serien ausgehe, wie cm letzten Donnerstag und Freitag, an welchen Tagen er mit 1L. 000 Franks auf jede von zwei Chancen die ganzen Sätze des Tisches mehrmals iu ziehen vermochte. Auch am Samstag um ein Uhr hatte er wieder sämmtliche Hundert und Tauien s.'anksbllletS an 1'rertts et qiuranta Tisch aeiogen, und die Croupiers mußten in Gold und kleinen Banknoten zahlen, bis der Kas sirer weitere 100,000 Francs in Hun derten und Tausendern herbeigeschasst hatte. Die Zuschauer gönnen dem waghalsigen Engländer seine Siege über den Feind. Mr. Wells setzt, wenn die Karten ungünstig ausschlagen, kleinere Beträge; bei Serien" aber setzt er daS Manmum von 12.000 Francs cu' jede ; von seinen Chancen. Auch versichert er sich stets gegen den ?e5ait". igegen die außergewöhnliche Chance der B-ink, und obwohl ihm diese VorsichtsMaßregel etwa ein Prozent aus seine Einictz mehr alö 20.000 Mark täglich. koitet. glaubt er doch, dan sie sich bezahlt mache. Ferner versucht er die launenhafte Dame Fortuna niemals allzu ungebührlich: er höit auf. wenn das Glück umschlagt, und schickt seinen Gewinnst täglich nach London. Darin sieht er selbst für fein System eine der stärksten Stützen. Ein zahnärztlicher Eisendart. Vor einiger Zeit war der Gehilfe eines Aachener Zahntechnikers F.zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt worden, weil er einem Jesuitenpater aus Sittard sämmtliche Zähne ausgezcgen hatte. Dieser Tage so schreibt man der ..Köln. Ztg." us Aachen stand der Zahntechniker F. selbst vor der Strafkammer unter der Anklage der körperlicher Mißhandlung verschiedener Leidender. Der Katharina H. sägte F., nachdem sie chloroformirt wyrden war. neun Zähne ab und bedeutete ihr. sie mögk am nächsten Tage zu ihm zurückkehren weil er noch zwei Zähne entfernen müsse. Anstatt zweier Zähne sägte F. noch zehn ab und setzte der H. dann ein neues Gebiß ein, wofür er 480 M. forderte. Die H. wurde ernstlich krank u id mußte in's Krankenhaus aufgenommm werden. wo man ihr die stehengedliebenen Zahnwurzeln auszog. Am 16. Mai v.. I. hatte F. einem hiesigen Einwohner, der über Zahn schmerzen klagte, einen völlig gefunden Zahn ohne vorherige Untersuchung ent fernk. Am WL Januar d. I. kam die Ehesrau Sch. zu dem Angeklagten, um sich zwei Backzähne und eine Zahnwur zel herausziehen zu lassen. Nachdem die Sch. von einem Arzt chloroformirt worden war. entsernte F. außer den drei angegebenen Zähnen noch sieben gesunde Zähne und ließ sich dafür 30 Mark bezahlen. Frau Sch. war in Folge der Behandlung einige Wochen krank. Später schrieb ihr der Angeklagte, sie möge das bei' ihm bestellte Geviß abholen, die Sch. hatte aber em solches gar nicht gewünscht. Am SS. Januar tß .wft- 1 Ä f tl f o. . woule,iM rmc $ uus xumiuf von dem F. drei bis vier Zähne ziehen lassen. F. riß ihr in der Chloroform Narkofe deren 23 aus und würde wohl keinen einzigen Zahn stehen gelassen ha ben, wenn "die Leidende nicht ans der Betäubung erwacht wäre und den Zahn künstle, von sich gestoßen hätte. Auch hier schien es F. nur auf den Verkauf eine- Gebisses abgesehen zu haden, denn nach kurzer Zeit ersuchte er die Frau brieflich,, zur Anpassung des Gebisses zu ihm zu kommen. Derartige stalle Gelangten in der gestrigen Ver handlung noch mehrere zur Sprache Die alö sachverjtandige geladenen Aerzte und Zahnärzte bezeichneten das Verfahren als em gegen alle Zahnlunst verstoßendes, rohes und grausames. Der Staats anwalt beantragte gegen F. wegen vorzätzlicher körperlicher zMM Handlung in zwei Fällen eine Gesang ttinnraie von neun Monaten und e:ne Geldstrafe von 1000 Mk. 1 Das Urtheil des Gerichtshofes lautete auf fechS Monate Gefängniß und eine Entschädigung von 500 Mk. an' die Nebenklägern Frau Sch. Schließlich wurde die so sortige Verhaftung des F., de? in letzter Zeit feinen Wohnsitz nach Wiesbaden verlegt hatte, , wegen Fluchtverdacht ' verfügt. , 1 ' . MK : '' f ' ' 'i'l'lifr'"'!,' i''!Tl'ü'!l' i)t"lMJj'li ijjij' 'Hi j"'. ' ' k
de f trinken . ' ' j .Tolstois Abhandlung: Warum die Menschen sich betrinken bat ver schiedene. vom Uebersetzer angerufene r .... ' ; -tCi. ' e. 1 Persönlichkeiten zu interessanten Aeuße rungen veranlaßt. Professor P. F. MöbiuS schreibt: Die zwei Haupteinwürfe, die man Tolstoi machen muß. scheinen mir cU gende zu sein: Der Erste liegt auf der vand: Die Behauptung, daß der aus schließliche Zweck des Trinkens die Be täubung des Gewissens sei. ist von einer so haarsträubenden Einsältigkeit, daß nur Tolstoj sie aufstellen konnte. Daß sremch öfter als man gewöhnlich denkt, daS Trinken seinen Zweck hat, das führt Tolstoj mit dem ihm zu Gebote siebenden psychologischen Scharfblicke meisterhaft aus. Vom praktischen Standpunkte aus möchte ich eiuen zweiten Einwurf beto nen. Ten Tabak mit dem Alkohol, demOpium und dem Haschisch sozusagen in einen Topf u werfen, das ist ein Fehler in sachlicher und taktischer. Hi ficht. Der Tabak gehört dielmehr mit dem Kaffee und dem Tbee, von denen Tolstoj merkwürdiger Weise gar mcht spricht, in eine Gruppe. Diese GenußMittel bewirken je nach dem Zustande des Genießenden eine leichte Anregung oder eine Beruhigung. Sie betäuben nicht, und sie tragen nicht die Bedingung des Mißbrauchs in sich. Die angeblich durch Tabak bewirkten krankhaften Zustände sind in neun Zehntel der Fälle Wirkung des mit dem Taback zusammen genossenen Alkohols. Ohne weiteres ist zugegeben, daß Nichtrauchen besser ist als Rauchen. Aber so wie die Menschen sind, können sie ohne Reizmittel nicht auskom men. ES gilt daher zunächst d vc sonderS schädlichen zu bekämpfen, und in diesem Kampfe wird man eher Aussicht auf Erfolg haben, wenn man an Stelle des schädlichen Reizmittels ein relativ unschädliches setzt. ' Den Kampf gegen den Tabak wollen wir nicht mitkämpfen, wohl aber gegen den Alkohol. Und zwar gilt eS nicht nur der groben Trunksucht des Schnaps bruders. sondern ebenfalls dem ae wohnheitömäßigen Zuviel des vielleicht nie betrunkenen Gebildeten. Professor W. Preyer spricht sich über die Tolstosche Schrift wie folgt auS: Den unersetzlichen Werth, welchen kleme Mengen Thee, Kaffee und Tabak für den unbemittelten Arbeiter haben. erwähnt Tolstoj nicht. Er bedenkt nicht, wie leicht daS Hungergesühl und daS Ermüdungsgefühl, sogar oaS Nah runasbedürfniß durch sie vermindert werden und verwünscht den Tabak, nicht aber den Kaffee und den' Thee. welche ebenfo nützlich und schädlich sind wie iener, Worauf hinaearbeitet werden muß. ist die Einschränkung deS GenusieS de sonders des Branntwems,deS Opiums, deS Haschisch. Professor Ludwig Büchner schreibt: Die ganz allgemeine Verbreitung deS Gebrauchs der narkotischen Genutzmit tel durch alle Zeiten und Völker beweist, dag diesem Gebrauch em wirkliches Be dursniß der menschlichen catur zu Grunde liegt, und wenn ihr Mißbrauch viele schädliche Folgen hat, so beweist der Mißbrauch ebensowenig gegen den Gebrauch, wie die Eisenbahmmfälle gegen die Eisenbahnen. Daß einzelne Menschen übermäßig trinken, um ihr Gewissen oder eine unangenehme Ttim muna m unterdrücken, scm nicht bestrib ten werden; aber dieses ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme: im Ge gentheil ist eine heitere, zu Gespräch, Scherz und Uebermuth aeneigte Sttm muna theils Anlaß, theils Folge eines mäßigen Wein vder Biergenusses, als das gerade Gegentheil der von Tolstoj so sehr betonten Betäubung". Wie grau, einsörmig und langweilig würde das Leben ohne jene heitere, mit Ge brauch narkotischer Genußmittel ver bundene Geselligkeit! Ich vermuthe, daß Herrn Tolstoj'S griesgrämige Meinung veranlaßt isi durch den Anblick der uvlen Folgen, welche der übermäßige Genuß des Branntweins oder Schnapses in seinem Baterlanoe Nußland vei den niederen Schichten der Bevölkerung zu haben pflegt. Ader die Ausdehnung einer solchen Einzelerfahrung auf, die Ällgemeinheit widerspricht doch allen Aegelr der Logik und Vernunft. Alphonse Daudet sagt: Gestatten Sie mir, verehrter Herr. Ihnen auf Ihre Frage zu sagen, daß Ihr wunderbarer Tolstoj entschieden alles größer fleht, als es in der Natur i Gewiß, der Mißbrauch des Tadaks und des Alkohols ist Thorheit, aber trotzdem gibt es nichts Vortrefflicheres als eine gute Pfeife Tabak und zwei Gläschen guten Liqueurs nach Tisch. Ich meinerseits habe, nie im Alkohol Hilfe oder Anregung zur Arbeit gesucht und werde sie wohl nie suchen. Dagegen habe ich bei der Arbeit stark geraucht und, je mehr ich geraucht habe, desto besser ging die Arbeit von Statten.' JuleS Claretie läßt sich so verneh men: . ' ; - ' Ich kann nicht urtheilen, denn ich rauche und trinke nicht, aber ich erinnere mich, daß Viktor Hugo einmal in mei ner Gegenwart seine besondere Freude darüber ausdrückte, daß er nicht nur nie geraucht, sondern auch in meinem Lebe von achtzig Jahren nicht einen Liter Spiritusse getrunken habe. Vielleicht war dies der Grund seiner wunderbaren Rüstigkeit. Er hätte Tolstoj unzweifel haft Recht gegeben. -m: .M ,,,'-, ; Charcot, der berühmte Psychiater, schreibt: I M::m Ich muß bekennen, der Artikel TolftojS hat auf mich keinen besonderen Eindruck gemacht. Er ist übertrieben, daher falsch. Der Alkohol und der Tabak können schaden, aber man kann sie mit Maß genießen, wie zahlreiche Beispiele beweisen. Uebrigens sind vor der Einführung deS Alkohols und d:) f'W.ltr TttrtPtt fi.rK -"WVw" ,.P:f "v ö T ...",' !., !U !!:: " !i !!: i'i! ' ' .T: i , . ' "I i I ! Jli,'1' Z ,!'. .iiiij
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iWrf,l6HIftl& und die Sitten sind seit der EinführM57des Alkohols und des Tabak; wirklich milder geworden. Sollte man darauf. folgern, m itx mm$i vxat wmws Faktoren seien, die die Moral heb? Solch' übertriebene Behauptungen sind mir ein Greuel. Ich glaube an gesunden Menschenverstand und kaun tu den Auseinandersetzungen Tslstojs n:ÄK finden, daß er ihm Rechnung getragM habe. Ein Drama in ztteserungen. Jose Echeaarev. der bervorragendcspanische Dramatiker, ist auf den Ge danken gekommen, .dem Publikum ei neues Drama in einer bisher noch nicht dagewesenen Weise Zu bieten. Jnr vorigen Jahre nen er am Lope de Vega-Theater zu Valladolid ein Stüö aufführen, welches hieß: Prolog eines Dramas", darauf folgte der ZweiteTheil, betitelt: T erste Akt eines Dramas". Die Handlung des Pro loas" ist in kurzen Worten folgende: Donna Mariana, eine edle und schöne Dame auZ Sevilla, wird in der Hoch zeitsnacht von 'ihrem Bräutigam RojaS an einen Edlen de Terrooegra verkauf. Aus dieser Vereinigung sproßt ein Knabe, Lionel, der, zum jungen Manne herangereift, den Verräther seiner Mutter, Rojas, ermordet. Unter der Last der Anschuldigung des VatermordeZ entflieht er nach Flandern. Richter fo wohl wie die Bevölkerung halten ih für einen Vatermörder, denn Niemand ist das Geheimniß seiner Geburt be kannt. Im Ersten Akt" schreitet die Handlung in solgender Weise fort: Die Scene ist em Schloß in der Nahe von Barcelona, wo Donna Mariana. die unglückliche Mutter Lionels und Wittwe RozaS' Gastsreundschast fand, da sie au, einer Reise erkrankte. Die Tochter dek Schloßherrn Don Alvaro, Beatrix, ein schönes und edles Madchen, laßt der unglücklichen, kranken Frau alle Sorg fält angedeihen. Lionel, der eigentliche Held des Dramas, der, seit er seinen: Stahl in die Brust des verruchten RojaS gesenkt, in Flandern gekämpft und Jta lien durchirrt hat, erfcheint und verlangt Kunde über seine unglückliche Mutter, im bangen Zweifel darüber, ob s7eüber Haupt noch lebe. Die unglückliche Mutter xorL lir Na menVatermörder,mitdemdie tircs Sohn verfolgt, von ihm nehm., d Lionel steht die Ehre seiner Mieter höher wie sein Lebensglück und er be kämpft in kindlicher Liebe den Entschluß. Donna Mariana besitzt Pa piere, auS denen unzweifelhaft hervor geht, daß sie von Rojas in der Hoch ' zeitsnacht an den Marquis von Torre negra verkauft wurde, und daß der Marquis der Vater LionelS sei. Diese Papiere, welche Lionel von dem Vor würfe und den Folgen des fluchwürdig gen Verbrechens des VatermordeS lösen können, übergibt Donna Mariarur an Beatrix, damit fie diese nach ihrem (Marianas) Tode bekannt mache und dadurch den Beweis erbringe, bajj Lienel nur einen ehrlosen Schurken ermordet habe. Mariana stirbt und Beatrix will ihren letzten Willen er füllen, doch Lionel bemächtigt sich der Blätter, die seine Unschuld künden und wirft sie in's Feuer; lieber will er noch, ferner als Vatermörder gelten, als daß das Andenken seiner Mutter auch nur im Geringsten befleckt werde. So endet der Erste Akt eines Dramas". Im nächsten Jahre wird der zweite", in? übernächsten Jahre endlich der dritte Akt" folgen. Niemand weiß, w:e das gane Drama heißen wird; ebensowenig ahnt mau die Lösung. Unter vier Kötttgen. An welcher deutschen oder überhaupt an welcher Bühne so schreibt das Stuttgarter Neue Tagblatt befia det sich noch im aktiven Dienst verhalt niß ein Mitglied dem ein Engagement unter vier Königen erblüht ist? Em solches Mitglieds haben wir hier in . Stuttgart. Es ist dies Louise Schmidt. Unter Friedrich, dem ersten Könige von Württemberg, hat die im Jahre im aeborne .Zöglingin" der WaisenbanZ Theaterschule, Louise Ritter-Schmldr, zum erstenmale die Bretter betreten im December 1814 in einer stummen Rolle von Chcrubini's Medea nach dem 30. Oktober 1816 kam ihr neuer HerrKönig Wilhelm, unter dessen' Regierung sie an Seydelmann's Seite das Gretchen spielte, nachdem sie neben dem großen Eßlair in Kinderrollen ihre Laufbahn begonnen hatte. Welch' eiue weite Spanne Zeit bis zum Juni 1831, wo in den Gemächern des Rosenstcin das Auge König Wilhelms brach! Da spiekte sie unter dem milden Szepter. König Karls ihre humorvollen komijchen Alten. Wieder vergingen 27 Jahre, bis zu jenem noch frisch in allen Herzen leben den 6. Oktober, wo auch König Kark heimging. Nun hat der vierte 5tönig , dieses Landes Wilhelm II. ten Thronbestiegen und findet unter den Mitglieder seiner Hofbühne noch immer den Namen Louise Schmidt eingeschrieben, Freilich kann Frau Schmidt es nicht . mehr ausführen, was sie noch immersich ersehnt: als tapfere Bärbel yocheinmal neben Neihard'S Lvrle zu tre ten.w.. Aber ihr Herz ist noch immer frisch und gesund, wenn auch ihr Kör per schwach und gebrechlich. Wenn ihr Gedächtniß noch hell ist, welch' reiches -Bild der Theatergeschichte vom Jahre. 1891 bis zurück zu ihrem ersten Äustre-' ten im Jahre 1814 muß sich vor ihren.: , geistigen Augen entrollen! ' Ihre Thea-, terlust, ihre Schaffensfreude ist ja noch die alte, aber die Zeit hat doch? endlich unerbittlich ihren Tribut verlangt, und so staunen wir sie heute noch an als ei ehrwürdiges,! Ueberbleibfe! aus der Theaterpersonal dreierKönige, unter denen l sie rijd) und jfreiioig gewirkt hat. X'f'l iflMlVÄ cöreanisen Gesandten in Washington hatdlWuVischeWpracheraktis . . .i :.vfi li,...:
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