Indiana Tribüne, Volume 15, Number 56, Indianapolis, Marion County, 13 November 1891 — Page 2

JndZana Tribüne.

Erscheint i ch und B c n n t zi cj s. D gliche .Tridü?" kostet durch den TrSger 12 Qt: per Wocke, die Sonntags-Tribüne" 5 (Statt x Woche. Beide jaf auimeit 15 Cent oder SÄ Cen : perMonst. Per Post jugeschrckt iu Vor ÄUsbezahlung 13 per Jahr. Office : 130 Ost Maryland EtraKc. Indianapolis, Ind., 13. November '91. Weitere Vudtlseschlchteu auS Europa. AuZ Europa, namentlich aus Deutsch land kommen jetzt Geschichten, von denen eine haarsträubender ist, als die andere. In Berlin der Prozeh Heinze, der den Kaiser zu dem bekannten Sutlichkeits' erlaß beeinflußte, dann der Prozeß Manch, wobei sick herausstellte, daß der alte Kaiser Wilhelm I. von mehreren Erzschuften umgeben war. dann der Krach zwei großer Bankhäuser, mit darauffolgendem Selbstmord von Dater und Sohn. Ta;u der scheußliche Wetzeiche Raubmord (Wetzel ist jetzt übrigenZ gefangen), ferner ein Lustmord & "Jaek tbe Kipper" u. f. tt. U. f. w. Jetzt liefert Wien wieder eine große Sensation. Dort hat man einen Ring von Jockeys entdeckt, um die Wettenden bei den großen Rennen furchtbar auzubeuten. Vor jedem Rennen pflegten die Jockey? in einem bestimmten Kaffeehaus in der Nabe des Donaukanals zusammenzukommen und dort mit ihren .Freunden" zusammenzutreffen. In dem gedachten Kaffeehaus wurde vereinwrt, welches Pferd bei dem nächsten Rennen gewinnen Zoll. War dies einmal festgesetzt, so folgte daraus, daß die dein Ringe" angehörenden Jrk.:?s dafür zu sorgen hatten, da? die von ihnen gerittenen Pferde beim Rennen unterliegen. Demgemäß gaben dann die beiheiligten Jockeys ihren Freunden den Auftrag, entsprechende Wetten zu entriren. Dre Reiter verhieltenihre Thiere, daZ heißt sie ließen jene Pferde, auf die sie gebettet hatten, an's Ziel gelangen. ES waren dies fast j durchweg .Outsider", Pferde, die dem ; Publikum kein Vertrauen einflößten, die biS dahin auf dem Turf keinerw bemerkenswerthe Leistungen vollbracht Un, und die Niemand als ftaoonil betrachten konnte. Auf dlese Pferde setzte daS Publikum nickt, und die Mitglieder deS .Ringes heimsten in Folge dessen ganz kolossale Prämien ein. ' während das übrige Publikum, das fein Geld auk bewährte Pferde verwettete, das Nachsehen hatte. Die strafwürdigen Machenschaften spielten sich indeß nicht allein in Wien, sondern auch in Budapest ab. Nun ist der Schwindel vollstänöig aufgedeckt. AlS Hauptfchuldige werden zwei Zockers. Busby und Coates, bezeichnet. Sie wurden berettS von allen Rennplätzen der Monarchie und in Folge dessen ge maß dem seit Kurz.m bestehenden Kartell auch von jenen Deutschlands lt immer ausgeschlossen. Busby galt als makelloser Charakter und war sehr 6? liebt, man hatte ihm eine unkorrekte Handlung nicht zugetraut; Coates da gegen war bereits e.nigermaßen diskre ditirt. Sechs andere Jockeys, deren Vergehe nicht so große sein sollen, wurden verwarnt, beziehungsweise be straft. Damit durste aber die Sache noch keineswegs abgethan fein. Der Jockeyclub setzt seine Untersuchung fort ; sobald dieselbe beschlossen ist. gedenkt er die A!'l em Strafgericht zu überzeden. Im Anschlüsse hieran sei die Meldung wiedergegeben, daß sich die NennstallCompagnie Uechtriy.Pcchy Jakabffq aufgelöst habe. Baron Uechtritz bethei ligte sich grundsätzlich nicht an Welten; Herr v. Pechy hat bedeutende Summen verloren und ist ein tadelloser Cavalier. Äon Herr von Jatabssy dagegen, einem Angehörigen der unzarischen Gcntrn, dem Trager eines Namens von uraltem magyarischen Adel, behauptet man. daß er gegen Pferde der eigenen Firma ge wettet und dabei große Summen gewonnen habe. Das müß:e. wenn wahr, seltsam erscheine und würde vielleicht den Schlüssel zur Auflösung der Compagnie bieten. m m m Sind Schauspieler salonfähia 1 Channce? M. Depew ist entschieden ein vielseitiger Reöner. Er hält nicht nur gute Nachtisch Reden, welche durch die Heiterkeit, die sie erwecken, die Verdauung befördern, fondern er vermag auch noch auf edlere Theile als den Mäzen oder ta 'Zwerch eZ einzuwirken, d. h. den Geist meiner Zuhörer anzuregen. Tiefer Tage hat er im .ActorS Club in New Jork einen ganz ernst haften Vortrug gehalten, in dem er sich mit der Frage beschäftigte: .Sind Schauspieler falonfähig?" Es ist wobl kaum nöthig zu bemerken, daß er die Frage bejahte. Er konnte sie überhaupt nicht einem Publikum gegenüber vereinen, das fiäVjnna aroken Tbeil aus Bühnenleuten zuzammensetzte. Darüber schrerdt urdan an die Jrele Zettung": WaS er ausführte, klang im Ganzen -außerordentlich vernünftia und war auch in der Haupfache richtig. Aber wenn der geistige Nachnsch Redner und Eisenbahnmaznat zu dem Schluß kam. daß der amerikanische Schauspieler. was feine Bildung anbetreffe, g'nau ant dmelden &iufe stehe, wie Ine Schauspieler anderer dochentwickelter Culturftaaten, wie z. B. Deutschland oder Frankreich, und daher ein Recht , habe, in der besten Gesellschaft iu der kebren. so dat Cbauncen damit seinen Zuhörern wohl nur eine Schmeichelei zagen mutn, an ms er sicherlich selbst lcht gtauvte. Beide Theile seiner Behauptung sind grundfai;cö. Weder verfügt der hie size Schauspieler über die Bildung z B. des deutschen Colleaen. nock auch tx freut er sich derselben gesellsch östlichen Anerkennung wie dieser. Die Zeiten, wo sich die Schauspieler drüben aus vurchgevrannlen .yarmgZvandlgkrn und 'ähnlichem Volk rekrutirten, sind längst vorüber. Die Mehrzahl von

innen Yak eme gute Bcyulvlloung ge nossen, ja sogar studirte Leute gehen, nicht der Noth gehorchend, sondern dem eigenen Triebe, zur Bühne. Jeder bessere und leistungsfähigere Darsteller Drüben verkehrt in der gute Gesellfchaft. Das alte Vorurtheil gegen den .fahrenden Comödianten" sinket sich höchstens noch in irgend einem kleinstädtischen Nest. Aber rer amerisanifche Schau fpieler? Im Augenblick steht er noch völlig auf dem Standpunkt des .fadrenden Comödian'en" wa5 seine Bil dung anbetrifft und seine gesellschaftliche Stellung. Die wahrhaft gebildeten amerikanif-ben Sckau'pieter ließen sich an den Fingern herzählen. Der Mehrzahl nach sind sie entsetzlich ungebilbete Leute, die gemöhlich nicht einmal richtig orthographisch schreiben können. Dazu gesell: sich n't selten ein Mangel an Maninen und Benehmen, ja sogar Rohheit, die naturgemäß denGebildeten abschrecken. Kein Wunder also, daß die sogenannte Gesellschaft vor ibnen ibre Thüren ver schließt. In einer guten amerikanischen Familie würde es als ein Unglück betrachtet werden, wenn der Sohn zur Bühne ginge: Tliere hovers to, tauch Tulgarity about stage-pcopJe!" Noch tausendmal schlimmer steht es um die weiblichen Mitglieder der amsrikanischen Bühne, die Chauncey mit weisem Stillschweigen Übergängen bat. jedenfalls in der Meinung: .O rührel. rähret nicht dara?!- ; :s! Wilhelms Sitttichke,tsertu5.

Der .ReZchsan.zeiger" vom 2. v. M. bringt an der Spitze des Blattes folgenden königlichen Erlaß an das Staats Ministerium: .Die beklagenswerlhen Erscheinungen, welche das Strafverfahren gegen die Ebeleute Heinze hat zu Tage treten lassen, beunruhigen mein landesvZterliches öerz fortgesetzt. Obwohl ich dem Justizminister mein: Auf-1 fassung beretts im Augememen lunogeceben babe und obwohl mir bekannt ist, daß seitens der nächstbetheiligten Minister des Innern und der Justiz vorbereitende Schritte zur Beseitigung der ausgedeckten Schäden eingeleitet sinö. so drängt eS mich doch, auch die AuZmerksamkeit meine? Staatsministerulms au? diese für das Wohl des ganzen Landes so bedeutungsvolle Angelegenyeu ein zuleiten und dasselbe zu veranlasse., mir auf Grund der von den RessortMinistern gepflogenen Verbandlunaen tbunlichst und bestimmte Vor. schlage zu machen. Wenn ich tabei auf diejenigen Gesichtspunkte binweife. welche mir für die Beurthei. lung der bervoraetretenen Mlßstände und der m ihrer Abwehr zu ergreifen den Maßnahmen besonders wichtig erscheinen, so halte ich mich dazu um so mehr verbunden, als das Recht in meinem Namen " gesprochen w:ro uno tcp von dem Bewußtsein der Pflichten, welche mir als oberstem Hüter des Rechtes und der Ordnung obliegen, . , Ts . .1 ZM vou vurazornngen oin. xTrcmjc Proceß bat in erschreckender Weise dar gelegt, daß das Zubältertbum neden einer ausgedehnten ronnmion i großen Städten. tnSdewndere in wrlin. sich zu einer qeheimen Gefahr für Staat und Gesellschaft entwickelt hat., Behufs energischer Bekämpfung diese? Unwesens wird in erster Linie in Frage kommen, inwieweit schon auf Grund der bestehenden Gesetze mit Nachdruck gegen die ZuHalter eingeschritten werden kann. Diese Aufgabe fällt der Polizei und der Strafrechtspflege zu ES ist der Polizei ein krästia,es. un ter Umständen rücksichtsloses Vorgehengegen die Ausschreitungen jener ver worsenen Menschentlasse zur Pflicht zu machen, zugleich aber werden die Exe cuivbcamten darüber zu vergewissern sein, daß sie bei thatkräftigem Borgehen nicht nur meine Anerkennung, sondern auch meinen Schutz finden würden. WaS die Anwendung der bestehenden Strafgesetze anlangt, so wird darauf hinzuwirken sein, daß die Gerichte bei ibrem Urtheil sich nicht von einer falschen HuznanZtät leiten lassen und dem gemäß auch bei ersten Fällen auf cra möglichst hohes Strafmaß erkennen. Im Anschluß hieran wird zu erörtern 'ein. ob und in welcher Weise es etwa Aenderung oder Ergänzung des beste henen StrafrechtS bedarf. Auch das Strafverfahren wird einer näheren Prüfung zu unterziehen und werden dabei Maßregeln zu erwägen sein, welche eS verhindern, daß Vertheidiger uneingedenk ihrer Pflicht, zur Ermitt lung der Wahrheit beizutragen, es zu ihrer Aufgabe machen, dem Unrecht selbst durch frivole Mittel zum Siege zu verbelfen. .Nicht minder ist Vorsorge zu treffen, daß die Würde teS GerichtsbofeS sowohl der Vertheidigung wie den Angeklagten und dem Publikum gegenüber unter allen Umstanden gewahrt bleibe. Endlich scheint es geboten, daß in Fällen, in welchen dre schwersten sittlichen Schäden den Gegenstand der Verhandlung bilden, die Oessentlichkeit detz. Versahrens ausgeschlossen werde. Gegenüber den betrübenden 'Erfckeinungen des Heinze'schen Processes ist es mir eine erfreuliche.Wahrnehmuna. daß bie großen Gefahren und Mißftänd , velche der Proceß blos gelegt hat. vou illen Schichten der Bevölkerung in ihrer vollen Tragweite erkannt sind, und daß die öffentliche Meinung einmüthig die Nothwendigkeit wirksamer Abwehr dervorhebt. DieS laßt mich hoffen, daß den von meiner Regierung zu treffenden Maßnahmen diejenige Unterstützung innerhalb der gesitteten Kreise meines Volkes nicht fehlen wird, ohne welche eine durchgreifende Abhilfe nicht erwartet werden darf. Wilhelm. Et.tr,fke Kuuk.n. Am besten spricht wohl für die un zeheure Entwickelung, welche die elektrifche Beleuchtung in den letzten Jahren hierzulande genommen, die Thatsache, daß der Verbrauch von den beiden winzigen und haardünnen Drathstückcken auS Platina, welche den elektrischen Strom mit der Kohlenschleife im Innern der Glühlampe verbinden, bereits jährlich auf viele hundert Pfund gestiegen ist. Sobald das Kohlenfädchen im Innern ausgebrannt ist bekanntlich ist eS trotz der König' schen QuecksilberLuftpumpe doch nicht möglich, das In

nere der Glasbirne absolut luttleer zu machen, und die wenigen zurückgebliebenen Sauerstoffatome reichen schließlich doch hin. um nach 600 bis 1000 Stunden fortgesetzten Glühens einen Theil des Kohleufädchens in Asche zu verwandeln ; sobald also die Birne ihre Leuchtkraft verloren hat. wirft man sie weg, und mit ihr die unversehrten Drathftückchm aus Platina. Man ha! jetzt ein Verfahren entdeck?, diese Drahtstückchen, welche in das Glas eingeschmolzen sind, ohne Kosten vor der Vernichtung zu bewahren. Dadurch werden jährlich mehrere taufend Dollars gespart. Sehr viel wichtiger wäre es, ein Verfahren zu erfinoen. um die unbrauchbar gewordenen Glasbirnen selbst wieder nutzbar zu mache. Das größte Hinderniß besteht in der chemischen Verän-

derung der Glaswände selbst, welche durch das fortgefetzte Glühen rußig und undurchsichtig werden. Denn, wie bemerkt, verbrennt das ' Kohlenfäöchen im luftdichten, aber ich: absolut luftleeren Raume ganz langsam, uns fortwährend verftüchligen sich Moleküle von Kohlensäure, welche mit dem Glase sich chemi ch verbindet und dieses schließllch undurchsichtig macht. Die erneute Ausvumpung der Glasbirne wäre dünn-. Kleinigkeit, aber das Glaö lelbst ist nicht mehr zu brauchen. Viele elektrische Werke haben sich übrigens bereits wegen der ungleichmäßigen Art, in der sie die Drahte m t Elektri ität speisen, oft genug Vorwürfe von ihren Kunden zugezogen. Es ist in der Tbat einer mit ungleicher Lichtkraft leuch:enden Glühlampe das vielgeschmäh: Gaslicht, soweit es sich um die , Wirkung auf das menschliche Auge handelt, unbedingt vorzuziehen. Und die Leuchtkra't einer Lichtquelle, die Wechsel be.,iehung zwischen Licht und Auge ist denn doch schließlich die Haupt sacke. Selbst die angenehmen Nebenumstände des elektrischen Lichtes seine geringe Heizkrast, Erhaltung guter Luft und fast völlige Abwesenheit der Feuersgemdr müssen doch vor jener Haupt-, fraze zurücktreten. Slbschaffuna der Kriege. Gelegentlich des FriedenscongresseS, oer gegenwärtig in Rom tagt, wird die Möglichkeit eines ewigen Weltfriedens wieder einmal stark erörtert. Das Bequemste ist es natürlich, unter Berufung auf die Vergangenheit die Friedensidee einfach für einen schönen Traum zu erklären. Wer aber die Geschichte als Äuorität anführen will, der darf nicht blos obersächlich Mit den Jahrbüchern der Kriege und Eroberungen bekannt sein, sondern er sollte auch etwas von dem allgemeinen Entwicklungsgänge der Menschheit wissen. Dann wird er nicht mehr so scknell mit der Redensart bei der Hand sein, daß es Kriege immer geben wird, weil es von jeher Kriege z-egeden hat. Nachdem an die Stelle der Sipven und der Slämme schon lange Staaten getrennt waren, bestand die Verpflichtung der Blutrache noch immer fort. Die Aenderung der Anschauungen hatte mit dem Wechsel der Verhältnisse nicht Schritt gehalten, und S dauerte noch Zadrhur.derte, bis die Menschen sich endlich daran gehöhnten, die Ahndung aller Verbrechen dem Staate zu überlassen. Der Staatsbezriff in der Gegenwart ist nun sicherlich auch fchon rer chieden vou dem des Alterthums und des :N,tkelalters. Von den eigentlichen demokratischen Republiken ganz abgesehen, stellen sich auch die monarchisch eingerichteten Uulturstaaten ganz andere Aufgaben. aU d:e .Weltreiche", oder die gänzlich zeirissenen und von Fehden durchtobten Feudalstaaten. Einem wirklich civlisirten Lande füllt es nicht mehr ein, fortwährend nach Gelegenheiten zur Erweiterung feiger Grenzeu und zur Plünderung auszuschauen. Die Veränderung der Landkarle ist allerdinzs die Folge, aber nicht der anerkannte Zweck der meisten neuzeitlichen Nriege gewesen, und selbst Rußland wagt nicht offen zu gestehen, daß es lüstern auf neue Provinzen in Europa ist. In Asien und Afrika mögen die äch:e sich neue .Interessensphären schassen, aber bei Leibe nicht im christlichen Europa und Amerika! Aus alle Fälle könnte kein Herrscher eine Kriegserktäruug damit, begründen, daß er auf Eroberung ausgehen wolle. ES müssen imwtr kochnttliche Grunde oder Ausre g 'unden werden. oi..,.r konnte ein König durch .Angittderung" , neuer Gebletstheue seine Einkünfte vermehren, und feine Krieaer wurden durch die Brandschatzunz der Benegte reich. Heute ist der Fürst nur der erste Staatsbeamte, der aus den Uleuergeldern sein festes Gehalt beneht. und dre Heere bestehen aus ehrsamen Landessöhnen, die ihr Brot durch Ackerbau. Gewerbe und Handel verdiencn wollen. Trotzdem aber die frühe ren Beweggründe zum Kriege fortge-' fallen sind, werden immer noch Kriege gembrt. weil die durch Jahrtausende gehegkkn und' gepflegten' Anschauungen unmöglich fortweichen können. Wie jedoch die Menschen der Blutrache schon längst müde waren, ehe sie dieselbe aufgaben, ebenso sind ihnen offenbar die Nriege zuwider geworden, : während der Mord-Patriotismus noch in schönster Blüthe zu stehen scheint. Mit AuSnähme der auf Beförderung dienenden Berufsfoldaien. die aber auch nicht son derlich blu'.gierig sind, begeistert sich Niemand mehr für die Massenabschlachtung von Mitmenschen, die zufäll'g jenseus der vaterländischen Grenzpfähke wohne. Selbst die Franzosen, die noch unter Napoleon I. von einer wahren Kampswulh besessen waren, haben heue keinen besonderen Appetit mehr auf Lorbeeren. Die Völker Europas belasten sich mit ungeheuren Heeresausgaben, weil sie dies für .die beste Ver ficherung gege Kriegsgefahr ansehen. Sie bewaftnen so riesige Massen mit den en s tzlichsten Mordwlrkzergen. ' daß selbst der Herzloseste bei dem Gedanken schauert, einen Zusammenstoß dieser Heere verschulden zu können. Ist unter diesen Umständen der Ge-dan-e so lächer ich. ständige internatio nale, Schiedsgerickte einzusetzen? Die Streitfragen, welche' heutzutage zwischen verschiedenen Völkern entstehen, sind rein rechtlicher Art. Um das neueste Beispiel anzuführen, läßt sich nur im Wege einer ordentlichen Gerichtsunter

suchung feststellen, ob die chilenische Regierung der unsrigen eine Genugthuung schuldet oder nicht. Warum könnten also die Ver. Staaten nicht bei einem für solche Zwecke eingesetzten Gerichtshose Klage gegen Chile führen, statt mit Kriegsschissen zu drohen? Hat es einen Sinn, das Leben vieler Tausende auf's' Spiet zu setzen, um Rache für die Ermordung eines einzigen Ma trosen zu nehmen? In der That ist auch gar nicht anzunehmen, daß unser Congreß aus diesem oder ein:m ähnlichen Anlasse jemals den Krieg erklaren würde, wenn auch einige unverantwortliche Schreier sich anstellen, als ob .die Ehre t.er Nation" um jeden PreiS gerettet werden müßte. Je mehr also die Völker selber in die Bestimmung ihrer Geschicke mii hinein-

zureden haben, desto geringer wird die Nrieg4lu,l, und desto großer wird die Lavrcdelnlichkett der endlichen Adlcbasuua aller Kneoe. 5zn unierem abrhundcr: sind wiederholt durch internatwnale Schiedsgerichte Streitigkeiten gesch ickte! worden, die in jedem anoeren Jahrhundert nur mit Blutvergießen hatten enden können. Te Möglichkeit der Abwendung von Kriegen auf diesem 2reqe kann sowtt -ear mcht mehr m Uveifel oeivaen werden. Durch :.5?riedensiongree" wir? der groe-Zweck allerdings nicht erreicht werden, aber deswegen hat man kein Recht, sich über dieie uongreise imtlg zu machen, welche doch nur die .öffentliche Meinuna' erziehen wollen.. (.Chic. Abendpost.") Vom Jnlanve. Prinzessin Florence. eine Bernhardiner Hündin, ist vor mehreren Tagen mit dem Dampfer Aurania" von England in New' Sork ngetroffen. Das Thier hat ein Gewicht von zweihundert Pfund und an den Schul tern eine Höhe von zweiunddreißig Zoll; es ist von dunkelgelber Farbe. Ober st A. L. Coner von Akron, O.. hat sich erboten, m Munne, Ind.. mehrere große Fabriken zu errichten. wenn ein Garantieionds oder Bo nUs von 20,000 von den dortigen Geschäftsleuten und Bürgern aufgebracht würde. Es nahm viele Wochen ehe diese Summe gezeichnet war. Als aber vor einigen Abenden der letzte erforberliche Dollar' auf der Subfcrlpiionsliste stand, da war die Freude so groß.' daß sämmtliche Glocken der Stadt geläutet und Kanonen abgefeuert wurden. Mu sikkapelln durchzogen die Straßen und Jung und Alt tutelen in blechernen Hörnern, wazu sich obendrein der ohrenbetäubende Lärm von zahlreichen Vampfpfeifen gesellte. Nicht geringes Aufsehen bat in Gesellschaftskreisen MilmaukeeS der Ueberlritt des Hrn. Paul D. Car penter und des Frl. Emma Falk zum Katholicismus erregt. Der feierliche Ält wurde vom Bater R. I. Meyer. Präsident deS Marquette College im Beisein von nur wenigen Angehörigen vollzogen. Hr. Carrenter. der Sohn des verstorbenen Senators Matth. H. Carpenter, wird am 25. November mit Frl. Falk, Tochter deS verstorbenen Brauers Franz Falk und Schwester deS GeneralauartiermeisterS Otto Falk, in den -stand der Ehe treten und ,hr Vermählung wird vom Erzbtfcho, Katzer in der St. Johns-Cathedrale zu Mllwaukee vollzogen werden. Eine Schwester des Hrn. Carpenter, Frl ötll'.an Carpenter. schloß sich schon vor einigen Jahren der katholischen Kirche an und es wird allgemein angenommen, daß Hr. Carpenter auf ihren Wunsch 'ich edentalls dieser Religion zuwandte. welchem Schritt auch seine Braut folgie. yr. Carpenter gehörte bisher der eplscopalen Kirche an: er wir) in Mitmaukee eme Praxis als Advokat eröffnen. Der berühmte New Aorker Criminal Advokat Howe wäre, als er vor Gericht die Vertheidigung des der Ermordung von Frank Kretschman angeklagten Alexander Huvpe führte, bei nahe, selbst zum Mörder aeworden. Neben ihm auf dem Tifch lag nämlich der Revolver, mit welchem Kretschman erschossen worden war. Um nun den Geschworenen genau zu veranschauli chen. auf welche Weise nach Ansicht der Vertheidigung die Schießerei stattgefunden haben müsse, ergriff er das Schießeisen. Dabei fand er es für nothwendig, den Hahn desfelben zu ipannen. doch kaum hatte er das ae than. da. stürzte der Districtsanwzlt von Entsetzen erMt auf ihn zu und riß ibm die Waffe aus der Hand, indem er lchrie: .U n GotteS Willen halten Sie ein, die Waffe ist geladen!" Howe wurde weiß , wie Kreide und ließ sich wie betäubt, auf feinen Stuhl nieder, denn es wurde ihm nun klar, wie nahe er daran gewesen war. dem Gefchworeren. auf -den die Mündunq der Pistole l qerich et war. das Lebenslicht, aubzublasen. . Recht traurige Erfahr ungen in der Ebe bat der Engländer Robert' Jackson in Centerville, Mode Island, gemacht. Vor ein'gen Jahren langte er dort mit seiner rau aus H de m England an und eröffnete ein Kasthaus unter dem Namen .Charter Oak House". Er erfreute sich bald großer Beliebtheit und wurde .Jgllq Bob" genannt-. Seine Frau aberwurde Amerika müde, verließ ihren Mann und kehrte nach England zurück. Bob schien anfangs etwas traurig, tröstete sich jedoch bald wieder und beirathete zwei Monate später seine büblche achtzebn jährige Dienstmaqd Hannah Jenkins. Alles ging gut. bis Bob ein.'n gewissen Peter Jletcker aus Nn ork in seine Dienste nabm. In einer dunklen Nacht betäubte Peter seinen schlafenden Herrn, nahm alleS baare Geld Und son stige Wertbiacken an sich und brannte mit seiner Herrin durch. Jetzt ergab sich Bob dem Trunke und verluderte AlleS. AlS ihm nichts mehr geblieben war. kreutte eine jnnge hübsche Engländerin, Namk Ttatiia Ban c "oiigS seinen Weg. . Bob verliebte sich in sie, faßte den Entschluß, ein neueS Leben anzu. fangen erklärte Amelia feine Liebe Und fand; Erbörung. Sie verheiratheten sich , und Bob kam wieder- auf, die Socken. Als aber wieder : alles im schönsten Ganze war, erschien ein gewisser JameS-Barriclough mit zwei Neinen BarriclouabS auf der BildflSche

und machte ältere Ansprüche auf Amttra geltend. Amelia kehrte, ohne sich lang z besinnen, zu ihrer ersten Liebe zurück und Bob ist wieder der Geprellte. Das Herz ist ihm nickt gebrochen, er hat sich auch nicht umgebracht, aber wehe dem nächsten Frauenzimmer, das seine

Schwelle beteten sollte. Bob veantwartet die Frage, ob Heiratben eine Dummheit sei, mit einem tausendfache Ja." Dieser Tage sollte die be rüchtiqte Eva Rav. Ha'milton in einem Brookluner Specialitäten - Thäter als Mitglied einer jener Burlesken Trnp pen aut!reten. deren größte Anziehungskraft die Ansiehungskraft ist. Da-Z Publtwm füllte das Theater ms am d n letzten Platz. Ab wer nicht auf trat, war die schone Eoa. Der Director d Truppe stürzte nach dem Hotel, wo sie lcgirte. Daselbst fand er bic Holde in ihrem Zimmer auf dem Betts lie !end und eine Cigarre rauchend. In einer Ecke deS Zimmers saß ein gewiss i'er Warren, ein Schauspuler. der mit ihr reiste. Als der Direktor sie fragte. warum sie nicht komme und spiele, er hielt er einmch zur Antwort, da.; sie keine Lust dazu habe. Der Director entfernte sich für kurze Zeit. Als er mrückkebrte. war die schöne Eva mitsammt einem Vorschuß von )0 abge reift. Wohin, wußte Niemand, nicht einmal ihr College Warren. Der Le?ere. der nicht mitgegangen war. versicherte dem Director. er danke seinem Schöpfer, das; er Eva los sei. Sie sei eine wabre Bestie und habe ihm während ihres Beisammenseins eine Waschkanne, ein.'n Lackstiefel, ein Corsett und zwer Bürsten an den Kopf geworfen. Wie sie ibn bei verschiedenen Gelegenheiten überdies noch titulrrt dabe, könne er gar nicht in den Mund nehmen. Welches die Gründe für die Flucht der berüchtigten Ammenstecherin und Erbschleicherin waren, ist mcht bekannt geworden. Ob sie im letzten Augenblick, bevor sie in Tricots auf der Bühne erscheinen sollte, um sich den frivolen Blicken der Menge preiszugeben, so eine Art moralischer Anwandlung oder einen Anstandskrampf hatte? Teutsche Loealnachrichten. Provinz Brandenburg. Berlm: Die seit Kurzem hiersclbfl begründete Baugesellschaft .Cigenhaus" beabsichtigt auf einem unmittelbar au der Ostbahn-St at'.on Biesdorf, in de, zweiten Zone des Vorortsverkehrs belegenen, ungefähr 200 Morgen große Gelände, etwa 1500 Einfamilienhäuser zu errichten und den Wohnungsbedürrtigen zur Verfügung zu stellen. Dies Häuser, einschließlich Hof und Garten, sollen. rn vter Lerschiedenen Größen richtet werden. Die Anzahlung auf den Kaufpreis foll der Regel nach mrndestenS ei,l Zehntel deS Preises betragen. Die allmähliche Tagung deS Preises, in Höhe von durch ichmttlich jruii Procent desselben für jedes Jahr, geschieht durch Verrechnung eines Thei leS der Miethe. Der socialremokratische Stadtverordnete Klein ist SchaniWirth geworden ; es ist dies der iünste Schankwirth. den diese nur zehn Köpfe zählende Fraction ausweist. Von den übrigen Mitgliedern ist je einer ZertungS Expedient. Rechtsanwalt. MöbelHändler, Rentner und Kaufmann. Ter Kaufmann I. Dann. Inhaber eines großen Putz- und Weißwaaren geschäfts. der sich mit Verbindlichkeiten im Betrage von 400,000 Mk. in Zatz lungsfchwierigkeiten befand, hat sich erhängt. Einer der bekanntesten Speculanten der Getreidebörse. Emil Dreitel. hat seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. In einem Restau rant der Potsdamerstraße erschoß sih der Kaufmann Engel, der. nachdem er von seiner ersten Frau geschieden war. im Julr d. I. eine zweite Ehe schloß und sich einer solchen Verschwendung hingab, daß er zuletzt nicht mehr seinen Unterhalt bestreiten konnte und die Frau sich von ihm trennen mußte. Der Kaufmann Witte. Buchhalter der Lisconto - Gesellschaft, hat sich aus Gram über den Tod seiner Mutter er schössen. Ter Bankier C. W. Schnoekkel. welcher durch ein gewagtes Börsen spiel sem mehrere Millionen betragendes Vermögen ve..oren. hat sich in den palsensee gestürzt. Wegen Betrugs. Urkundenfälschung und Beihilfe dazu hat daS Landgericht die Kaufleute Sa lomon Schreyer zu 6 Monaten, Hugo Rosenthal zu 3 Jahren, LouiS Oß zu 2 Jahren und Alexander Borchardt zu Ij Jahren Gefängniß verurtheilt. Thüringische Staaten. Kreis und Gemeinde Saal'eldt haben anläßlich des Rezierungsjubiläums des Herzogs der Waisenanstalt 5000 Mk. zugewendet. Ter Gemeinderatu in Sönneberg hat eine Stiftung in's Leben geruftn, inhaltlich deren der Waisenanstalt deS KreiseS Sonneberg aus der Stadtkasse ein jährlich wieder kehrender Zuschuß von 500 Mk. gezahlt werden soll. 's- Daselbst der Bier brauereibesitzer Heubach. - f Der Geh. StaatSrath Guyet. Chef des Kultus Departements und deS' Departements deS Großherzoglichen Hauses in Wei mar. DaS Landgericht in Weimar hal den Stationsassistenten Julius Raiwiy wegen Gefährdung eines Eisenbahn transporteS zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. f In Apolda der älteste Bürger der Stadt, Werkmeister Michael Klink. Steuerrath Friedr. Eberbardt in Sondershausen feierte in Karls ba) sein SOjShrigeS Dienstjubiläum. Der Wollmaaren Fabrikbesitzer Eduard GerS in Sondershausen feierte zugleich mit seinem 75jahrigen Geburtstage sein fünfzigjähriges Geschaftsjubilaum. Die vor einigen Jahren gemachten Anlagen eines Schachtes zur Gewinnung von Kupfererz in der Nähe von UderS leben sind mit der Zeit erweitert worden und bilden jetzt einen ansehnlichen Complex. eröffnen auch der Bewohner fchaft unseres Ortes und der Umgegend die Aussicht auf fernere dauernde Arbeit. Nach den kürzlich gemachten Hauptproben ist das Bestehen und der weitere Ausbau deS Schachtes gesichert. ' Mecklenburg. Das Schwurgericht vexurtheilte den Wechselfälscher Eichler ' von Parchim zu 7 Jahren Zuchthaus.. Eichler hatte sich durch Wechselfälschungen über eine Mil'

Uon ücark verimassk. Der am Ämtsgericht in Ribnitz angestellt gewesene Aktuar Stäben, der die Gebührenkasse zu führen hatte, hatte in 42 Fällen Gebühren unterschlagen und zur Verdeckung der Unterschlagungen vier Quittungen beiseite geschasst. Das Schwurgenchts Erkenntnis lautete auf LöJaHre Zuchthaus. f Der Gericktsassessor Dr. Ernst Spiegelberg in Rostock. Lehrer Gütlner aus Lankow stürzte beim Obstpflücken vom Baum und erlitt so schwere Verletzungen, daß er schon in der nächsten Nacht starb. In 5cklagsdorf wurden das Wohnhaus des öüd. ners und Nademachers Jads. eine Scheune des HaaswirthS Me.,er. sowie das Wohndaus und der Keller Ueberbau des Hauswirths Brehmer einge äfchert. Im Kreise seiner Familie

und Angehörigen feierte der Dntrlcts Ingenieur und Senator a. D. E. Krüger in Schwaan sein öOjähriges Inge-nier-5tuk,li,in, Provinz Pommern. Das von dem inZkettin verstorbenen Kaufmann Ludwig Karkutsch der Stadt Cöslin hinterlassene Vermächtnis von 400.000 Mark ist für ein zuerrichtendes .Karkutfch-Stift" bestimmt. Der bereits wegen verschiedener auf seimm Gute gegen Untergebene verübter Mißbandlungen vorbestrafte Rittergutsbesitze?, Premierlieutenant Meier auf Kummerow, wurde wegen eines Verbrechens gegen die Sittlichkeit verhaftet. In Hagenow wure der Altbesitzer W. Baatz erwürgt in feiner Wohnung aufgefunden und .unter dem Verdacht der Thäterschaft die Schwiegertochter, welche schon längere Zeit mit dem Ermordeten in Uneinigkeit gelebt haben soll, nebst ihrem Manne, dem Büdner G. Baatz. verhaftet. I Körpin fiel der Eigenthümer L. Krüger von einer Kornmiete in eine mit den Zinken nach oben stehende Forke und zog sich todt-, liche Verletzungen zu. Der Kaufmann Gust. Krüger ist von Ueckermündk flüchtig geworden, um sich der ihm drohenden Verhaftung wegen Urkundenfäb schung zu entziehen. Provinz Schleswig - Holstein. Der dem Generalstabe in Altona beigegebene Major Clüver wurde auf einer Dienstreise nahe den? Bahnhof WilHelmsburg beim Ueberschreiten der Geleise vom Zuge erfaßt und tödtlich verletzt. Aufsehen erregt in Kiel die wegen Wuchers erfolgte Verurtheilung des Gerichtsvollziehers Frohne zu zwei Monate Gefängniß. Derselbe hatte hundertachtzlg Procent genommen. Sein 50jädriges Dienstjubiläum beging der Componist und Organist Z. Mette in Ratzeburg. Provinz Schlesien. DaS gegen den Söjährigen Getreide Makler Scheffler in Breslau, welcher feine 19jährige Geliebte, eine Kellnerin, aus Enersucht ermordet hat, vom Schwurgericht gefällte Todesurtheil ist fetzt vom Reichsgericht bestätigt wor den. Der Stellenbesitzer Linke, welcher wegen falscher Denunciation zu einer achtmonatlichen Gefängnißstrafe verurtheilt worden war, erschoß sich auf dem Corridor des Landgerichtsgebäudes in Breslau. Das Görlitzer Schwurgcricht verurtbeilte den Schloffer Wilhelm Klein von Burghammer wegen Ermordung und Beraubung der 72iähngen Fleischerswittwe Topolmski die Umhat ereignete sich am 23. Juni zum Tode. Der Königliche Oberförster Lignitz in Nesselgrund, hat sich in einem Anfall von Schwermuth erschossen. Die vom Schwurgericht in Gleimitz wegen Kindesmordes zum Tode vrurtheilte Viertelbauersfrau Karoline Hamczük aus Schierakowitz. ist zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. Mit der Einstellung weiblicher Bahnbeamten im .Außendienst" macht die Bahnverwaltung in Görlitz den ttnfang; sie sucht für Grüvau und Umgebung .Schrankenwärter rinnen" mit emem Anfangslohn von 1 Mark den Tag. Die Anwatterinnen dürfen nicht unter L0 Jahre alt fein. Der Geistliche der evangelischen Gemeinde in Grünberg-Prittag, ein jungverheirateter Mann, ist wegen Unterschlagung von K irchengeldern vom Amte suspendirt worden. Die in Hirsch berg abgehaltene Kreissynode hat u. A. beschlcsscn. es solle den Gemeinde Kirchenrälhen zur Pflicht gemacht werden, neben Versagung deS Myrthenkranzes ren gefallenen Briuten auch das Tragen des Brautschleiers, als des Sinndildes der Unschuld und Reinheit, zu verwehren. Ueber den Nachlaß des bis zu seinem plötzlichen Tode für sehr reich geyalteaen Bankiers E. A. Thiel in Haynau ist der ConcurS verhängt worden, und zwar auf Antrag des Vorschußvereins zu Liegnitz. welcher zu der großen Zahl der Tbiel'schen Gläubiger gehört. Drei größere Grundbesitzer un'erer Gegend haben den Concurs an melden müssen, und es steht zu befürch ten, daß noch andere folgen. Provinz Posen. In Colmar fand die Einweihung der aeuerbauten städtischen höheren Töchter jchule statt. Der Gasthofpächter Kozlowskr von Duschn!!, welcher nach Un terschlagung namhafter Summen nach Amerika fliehen wollte, ist in letzter Stunde in Bremen auf dem Schiff verhaftet und dem Gefängniß zu Grätz.eingeliefert worden. In seinem Besitz wurden noch 7.800 M. vorgefunden. f In Fordon der pensioaitte Lehrer Levor. Das im Kreife Pleschen gelegene Rittergut Pieruszyce von 853 Hectar Areal ist von dem Besitzer Witold an die Ansieslungscommzfsion verkauft worden. Der Wirth Pryzydylski aus Zielinice. welcher angeklagt war, in der Nacht vom 11. zum' ie. Juni seine Ebefrau durch Erwürgen ermordet zu haben, ist vom Schwurgericht zu Tode verurtheilt worden. Sein Sohn, web cher der Beihilfe zum Morde verdächtig war, wurde freigefprochen. Provinz Hannover. In Osnabrück bat sich ein Comite gebildet, mit derAbstcht, zum Andenken an die vor sechs Jahren zu Nienburg erfolgte Gründung des Bundes der Lrederta'kln ,m Oyler Walde bei Nie bürg einen Denkstein zu. errichten ßhm Bürgermeister in Pattensen wurde Referendar Franke gewählt und durch Regierung Srath Perl in sein Amt ein itrf r..- f- ;;:;,:; :i;;i,'!:::,.E ;:"-;:!!;. ;

Eisenbahn - Tabelle !

Ankunft und Abgang der verfchiedcnea Eisen bahnzüge im Union Depot. Indianapolis. Bandalia. Abgang Postzug Expreß Erpreß Accomodatisn ....... Expreß . ..... Expreß . . ; Ankunft Expreß Erpreß . . ... Accomodation Erpreß ... 7 30 ... n : ... 100 .... 400 .... 7 00 ,...11 00 .... .... 4 15 ....10 00 ... 2 50 ... 5 20 .... 7 4 Pm Bin Um Äm $rn 5rn Vm m ?im Schnellzug ...... Accomadation ... .... Cleveland, Cincinnati, Chicago und St. Louis. Indianapolis und Ctcvclanv Division. Abgang Expreß.... ... ....... 630Vm Expreß 35 Expreß II 47, Vm Limited' Erpreß 3 A) Am Expreß 45 Am Ankunft Expreß .............. 7 w Vm Expreß II !0T'u: Limited Erpreß 11 55 Vm Expreß.. .... 5 00 3irn Expreß ........ . 10 50 Nm Et. Louis Division. Abgang Erpreß . 7 30$m Limited Expreß. . ......... 12 03 Am Expreß 5 20 Nu, Expreß, täglich 10 55 m Ankunft Expreß täglich 3 20 Pin Expreß 9 25 Vm Limited Expreß. 2 55 P,n Expreß..... M Vm Chicago und Cincinnati Division östlich. Abaana Scknellzua 3 55 95m Accomodation täglich. . . 7 05 35m ccomooaikon , . Postiua . : 10 55 Vm . 3 00 Nm Accomod. inurConntaas). 5 00Sdi Accomodation 45 Nm Ankunft- Rushville Accomodation. 10 35 Vm Postzug ....li 50 Vm Jnd'pls Acc. (nur Sonnt.).lZ 35 9trn Accomodation 5 00 Nm Accomodation.. 10 45 Nm Schnellzug 12 15 Nm Chicago und Cincinnati Division westlich. Abaana Accomodation 710 Vm Schnell.Post 12 01 Nm LafaveUe Accomadation . ... 5 15 Nm Schnellzug 12 30 Vm Ankunft Schnellzug 3 20 Vm Lafayette Accomodation ... 10 45 Vm Schnellpost 2 50 Nm Accomodation 6 15 Nm Peoria Division westlich. Abgang Expreß 7 45 Vm Erpreß 12 03 Nrn Danville Accomodation. ... 5 05 Nm Expreß 10 52 Nm Ankunft Expreß 3 15 Pm Danville Accomodation. ... 10 40 Vm Expreß 2 40 Nm Erpreß i ; Nrn Peoria Division östlich. Abgang Expreß . . . .... Accomodation.... Expreß Ankunft Expreß . 3 35 Vm . 5 30 Vm 3 05 Nm U 45 Vm Accomodation Expreß .. .... 9 00 Vm . . . . . . 10 30 Nm Lake Erie und Western. Abgang Expreß 7 15 Vm Expreß 1 W Nm Expreß 7 00 Nm Schnell.Expreß H 10 Nm Ankunft Schnell.Expreß 3 20 Vm -Expreß ... ....1030 Vm Expreß 2 50 Nm Expreß K 20 Nm Pittsburg, Cincinnati, Chicago und St. Louis. Indianapolis Division. Abgang Expreß 4 45 Vm Columbus Accomodation.. . 00 Vm Erpreß 3 00 Nm Stichmond Accomodation. . . 4 00 Nm Expreß 5 30 Nm Ankunft Nichmond Accomodation 9 00 Vm Schnellzug 11 40 Vm Erpreß 12 50 Nrn Accomodation 3 45 Nm Expreß........ ......... 50Nm Expreß 9 w Nm Chicago Division via Kckomo. Abgang Expreß. ll 05 Vm Expreß 11 30 Nm Ankunft Expreß . . . .' 3 30 Vm Expreß 3 45 Nm Louisville Division. Abgang Expreß Louisville Accomodation.. . Schnellzug. Accomodation.... Ankunft Accomodation Schnellzug Accomodation Spezial täalich 3 40 Vm 8 00 Vm 3 55 Rm 4 3) Nm 10 25 Vm 1100VM 6 00 Nm 10 50 Nm Cincinnati, Hamilton und Indianapolis. Abgang Expreß 3 55 Vm Cincinnati Accomodotisn . . lO 45 Vm Expreß 3 0 Nm Expreß 3 30 Nm Expreß... 30 Nm Ankunft Accomodation 9 15 Vm Expreß 11 15 Vm Expreß 7 45 Nm Expreß. 10 55 Nm Expreß 12 35 Vm Indianapolis und VincenneS. Abgang-Expreß 7 30 Vm VincenneS Accomodation... 4 10 Nm Ankunft VincenneS Accomodationll 00 Nm Expreß Ä .... 5 05 Nm Cincinnati, Wabast) und Michigan. Abgang Expmß 6 30 Vm Expreß 11 45 Vm Expreß 6 45Nm Ankunft Expreß 11 10 Vm Expreß 5 00Nm Expreß 10 50 Nm Indianapolis, Decatur und Western. Abgang Expreß 8 30 Vm Accomodation 4 20Nm Schnell.Expreß 11 00 Tm Ankunft Schnell.Expreß 3 30 Vm Accomodation 10 10 Vm Expreß 4 45Vm Louisville, New Albany und Chicago. Abgang Expreß 12 40 Vm Expreß... 11 35Vm Mono Accomodation ö 20 Nm Ankunft Expreß 3 25 Vm Monon Accomadation 10 40 Vm Expreß 3 20 Nm Itom. yrarl Mn br lohn K. Coodwta.1 ny.'.Vt ork ir K.w!r, Jou ttmf awC nk m tuch bat , tMcb 7auirklj .boir tonni fnim(it I l.r at tu lart.at.d , yt f om.: Uutb ck., all mgru:1 l n? Amrica. fu cu tnanmM al liu. r, $ alt ywtt linnv-r iar uoamii w r i$ tl wrotk. All I t. Urrai nr U b:. ry w..ri. a atart , ,. fcmi.bii ( .erjrthi-. CASILT, bl EklL laarn..!. A HTUXhA.UA Vuitt, Aildraaa at mmr. Btixw m i. mtuu, ALU?

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Feuer - Alarm - Signale.

Pennsylvania und Market. o EnqliM Opernhaus, tt (last und Aew Pork.. 7 Noble und Michigsn. 8 Nay JcrfsHstr. und Massach usetS Are !) Pine und North. 10 Market und Pine. 11 5aüptauartier des Feuer-Dcpart'mts. 12 St. Elir u::d Qwh Str. 12 No. 2 Spr'nhs. Masi. Ave. nahe Noble. 13 Delaware Str. und Zrort ayne Ave. 14 NezI Jersey Str. und Fcrt Wayne Ave. 15 Peru Str. d MsffscKuscttÄ Ave. 16 Ehri'lian Ave. und Äsh Str. 17 Park Ave. und Butler Str. 18 Columbia und MaZort Are. 19 Archer und John Str. 123 No. 9 Schlauchhzus, Ash und?. Str. 124 Alabama und Sicber.te Str. 123 Central und Lincoln Äoenue. 12ü Äandcs Str. und Lincoln Ave. U7 Columbia und Z?iU Ave. 128 Central Ave. und Achte Str. 1 v A u steüungs-äude. lil Atadama und Morrrlon St.r. liii A o Harn p ton und Achte Str. u College Ave. und Zehnte Str. 135 Home Ave. und Tetaware Str. 136 Aiabama und Notth Str. 137 Rewmann und Achte Str. 138 College Avenue und Irwin. zi Jlluiüls uud St. Jolepy Str.. noiSstr. w und St. Clair Str. 27 Illinois und Mich i an Str. 28 Pennsylvania und üufte Str. 29 Missisibpi und Vierte Str. 212 Tennessee und William Str. 213 Pennsylvania und Michigan Str. 214 Illinois und Herbert Str. 215 Waisenheimaty für Farbige. 21 Tenneffee und Erste Str. 217 Meridian und Siebente. 218 Clifford und Jesferion Avenue. 31 No. 1 Spr'nhÄ.. Jnd Ave. u. Mich. St. 32 Meridian und Watnut Str. 34 Callfornia und Vermont Str. 35 Blake und New )ork Str. 36 Indiana Ave. und St. Elalr Str. 37 Etadt-Hospiwl. 33 Blake und Aorth Str. 39 Michigan nd Agnes Str. 312 West und Walnut Str. 313 West und Dritte. 314 Siebente und Howard Str. 315 Torbet und Paca Str. 316 Tennessee und 1. Straße. 41 No. 6 Spr'nhaus. WaZH. nahe West Str. 42 Geißendorf und Washington Str. 43 Missouri und New Jork Str. 45 Meridian und Washington Str. 4S JUinoiö und Obis Str. 47 Tenneffee nd Washington Str. 43 jtingan's Schlachthaus. 49 Jndianola, 3 Squarcs vorn Fluß. 412 Missouri und Msrylattd Str. 413 Mississippi und Wadash Str. 415 MorriÄ und Church Str. 421 O. J.u. W. Rundhaug, estl. vom Fluß 423 Irren.Asyl. 424 Milcn Ave. und National Road. 51 No. 4 SprieuhauÄ, Illinois u. Merrill. 52 Illinois und Louifiana Str. 3 West und McCarty Str. 54 West und South Str, 6S Mississippi und öenry Ctr. 67 Meridian und Aau Str. 58 No. 10 SchlauchhÄ, MorriS u. Mad. Ao. 59 Madiso Ave. und Tunlap Str. 512- West und Rockmood Str. 513 jtentucky Ave. und Merrill Str. 514 Union und Morris Str. 51 Illinois ,md jlansaö Str. 517 MorriS und Takota Str. 513 Morris und Church Str. olU Tenneifee nd AcCarly Str. 521 Meridian und Valzner Str. 523 Morris Str. und Gürtelbahn. 524 Madison Äse. und Minnesota Str. bl No. 2 Haken ' u. Lcttttkdaus. Southstr. 2 Pennsylvania Str. und Madison Ave. 03 TelaWare ittd McCarto Str. 01 East und WcCarty Str. 65 New Jersey und Merrill Str. 07 Virittia Ave. uud Bradshaw Str. 03 East und Eoburn Str. 09 Pennsylvania Skr. und Madiso Ave. 312 McKcrnan uud Touaherty Str. 613 East Str. und Lincoln Lane. 614 East und Acccher Str. 315 Noble und South Str. 71 No. 3 Spr'nbsus, Virg. Ave. u. Hun. 72 East und Geörgia Straße. 73 Eedar und Elm Str. 74 Bento und Georgia Str. 75 Englifh Ave. und Pme Ctr. 76 Tillsn und Vates Str. 78 No. 13 Spr'tthanZ, Prospekt u. Tillon. 79 gleicher Ave. und Tillon Str. 712 Spruce und Prospekt Str. 713 English Ave. und Laurel Str. 714 Willow und Olive Str. 715 Slielby und Aeecher Str. 716 Deutsches Waisenhaus. 713 Orange und Lalirel Str. 721 Lexington Avenue und Linden Straße. 723 Fletcher Avenue und Spruce Straße. )H Tucker und Dorsey's Fabrik. 81 Market und New Jersey Ctt. 82 Wasninqtsn und Delaware Str. 7 83 East und Peark Str. 84 New Psrk und Davidson. 85 TaubttuMmen Anstalt. 66 Ver. Staaten Ar'enal. . 67 Orimtal und Washington Str. 89 ZvraucniReformatoriüm. m No. 8 Schlauchhaus. Ost Wash. Ctr. 13 Market und Noble Str. 614 Ohio und Harvey Str.' 315 Arsenal Avenue und Ohio Straße. 821 Pan Handle EisenbahnkShops ZL3 Walcott und Carter Str. '. 91 No.7 Spr'nhaus. Maryland nahe Merid. 92 Meridian und ?eor!a Str. 93 Meridian und Süd Str. 94 Pennsylvania und Louisiana Ctr. - 95 Alabama Str. Und Virginia Ave. Spez ial Signale. Ersten 2 Schläqe, zweiter Alarm. Zweiten 2 Schläge, dritte? Alarm. Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1 Feuer aus und Schlauch aufgewi?ett "! 3 Schlage, weniger Wasserdruck. ' 3-3 mebr Wasserdruck. 12 Schläge, 12 Uhr Mittags. kW" Tie ersten 12 Signale werden voll ständig ausgeschlagcn, bei den- folaenden werden die Hundert Zehner und Einer Ziffern getrennt gegeben. Die kürzeste und direkteste Route Svt, Most, Zlord, SÜd. Vestibül Züge mit den feinsten Varlrr, Lchnstühle- und Speisewagen, mit Dampf gebeizt und mit Elcktrhität beleuchtet. Die fönsten Eifmbabnzüqe in der Welt. Tie vonüalkcde Pcschamnhcit der Geleise und der Maschincrie gestatten die größte Schnelligkeit bei größter Sicherheit. ' . Tie einuge Linie, welche ihre Pasisaiere nach dem 'rand Central Bahnhof in Äew V o r k brinqt und ihnen dadurch zwei Stun den Zeit spart. ' Tie Cinfabrt in Chicago ermöglicht einen Ucbcrblick über den Michigan Avenue Boulevard u. die schönsten Straßen der Stadt. Die Züge lausen in den Central Bahnhof von Cincinnati, die NntcnTevots von Eleve land. Auskalo und Albany, ferner St. Louis. eori. - Tie Offt in Jndi,ans'p,oUS beftnbkt'siEiin? No. 1 Ost Washington Straße, . ' m.US Cüd JNinois Straße, und 'dem Union Bahnhof,' ws Tickets nach allen Theilen der Dn.. Staaten, Canada und Meriko den niedrigsten Raten zu bekommen sind, und alle Hewünschte Auskunst ettheilt wird. . , - ' jn - Oscar G. Murray, Verkehrsdirektor D. B. Alartm. Ecn Pass.'Agt' II. öl. Lronorr.ilfö'(?en.Pass Agk ;;,;:5adiikai?oU4,;:!;n

xj Penznwauttia und Pratt ctr. 24 Meridian und Rroeite Str.

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