Indiana Tribüne, Volume 15, Number 51, Indianapolis, Marion County, 8 November 1891 — Page 5

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t vT zur 'lllilillilll lIlÜ!s!ll TaS Geheimnis deö TurvanS. ?on Le Siiber. .Also adieu, Kind viel Vergnügen und grüße mir die ganze Casieler VerVündtZchaft'.Adieu, Papa!" tönte eine helle Mädchenstimme aus dem trüb beleuchfeien Eisenbahncoupe, und ein seltsam geformter colossaler Kopf tauchte noch einmal am Fenster empor. Eine wahre Riesenzwiebel, dieser Kopf. Gute Reise und nimm sie gut in Acht Du weißt ja und schließe Dich Deiner geehrten Rnsegcsährtin an. Es ist so simndlich von grau Actuar Seien Sie unbesorgt, Herr Rechnungsrath, ließ sich eine zweite Weibliche Stimme vernehmen, ich werde Ihre Martha schon richtig " Das schrille Pfeifen der Locomotive unterbrach die phlegmatisch gegebene Versicherung der corpulenten älteren .Dame, deren behagliches Vcllmondqzsicht im fragwürdigen Steine der , Zleinsiädtischen Bahnhofsbeleuchtung am .Toupesenster erschienen war. - Jetzt setzte sich der VZachtzug in Be wegung, die rundliche Gestalt gerielh ins Schwanken und Ware Wohl unsanft hingefallen, wenn nickt Martha s rasches Eingreifen, von zwei aus der fernsten .Soupeeäe plötzlich auftauchenden kräftigen Händen unterstützt, den Sturz .verhütet . hätte. Tief aufathmend und dankend saß Frau Actuar nun wohlbehalten auf andertbalb Sitzplätzen, wähno die beidm Retter einander verlegen beobachtend in die Auaen blickten. Hierauf zog der dienstbeflissene Unbekannte sich wieder in seinen dämmerigen Winkel zurück, im Stillen verwundert .über das liebliche junge Gesicht, das unter dem fabelhaften Turban zum Vorschein gekommen war. Er ahnte nicht, daß er selbst bereits einen angenehmen Eindruck auf die Damen gemacht, ja, daß dieselben nur im Hinblick auf sein vertrauenerweckendes Aeußere das Nichtrauchkoupe des Nacht zuges gewählt hatten. Denn Frau Aktuar begab sich lieber unter anständigen männlichen", als daß sie im Itt xtn Damenkoupe aus Angst vor einem Ueberfall kein Auge Zu schließen wagte. Und in der That des jungen Mannes Erscheinung hätte das furchtsamste Gemüth zu beruhigen vermocht. 'Sobald Martha's Augen sich an die 'trübe Beleuchtung gewöhnt hatten, betrachteten sie befriedigt die solide AuZrüstung des Reisegefährten, sein fast ellzusanstes Gesicht vonschlichtemBolnd 'umrahmt. Allerdings hlitzten feine BMengläser in ein:? für das Bischen Licht höchst schme'cbzlbaften Weise gar häufig zu Martb herüber: aber wohin m aller Löelt sollte der Aermste sonst ausschauen? Draußen herrschte eine geradezu greifbare Finsterniß, der iemcttte Himmel gönnte nicht einmal den vielen Bekannten des Großen Bären" die Genugthuung, lhre astronomisch? skenntnisse an den Mann zu bringen; und der Anblick einiger vom Wazzon lickt schwach beleuchteter Schienenstänge konnte selbst ce.t anspruchlosesten Reifenden auf die Dauer keine Anregung bieten. , Durch des Blenden beständige Blicke allmählich beunruhigt, ward Martha sich ihres fznderbaren Kopfputzes pein.jich bewußt und betastete von, Zeit zu Aeit vorsichtig das feste Gewinde der Tücher. mn solltest garnicht so ost daran rühren", warnte Frau Muar schläfrig blwzend, sie wird darunter leiden!Sie? Was für eine .Sie" das nur sein mochte! In Ermangelung einer nützlichern Beschäftigung hatte Georg bereits für sich die r?rschiedensten Bermuthungen über den' Grund angestellt, der ein lunges bübscheS Mädchen zu eiuer solchen Entstellung ihres Köpfchens veranlassen könnte. Litt sie an starken Kopsschmerzen? Aber die Nacht war Jlilre, und- solch eine Umhüllung konnte das Kopfweh höchstens ver schlimmern. War sie nach einer Krankheit khlkölsig geworden? Dann aber gab es wieder keine Erklärung für diese unbeimliche Sie", die nicht einmal der . geringsten Berührung ausgesetzt werden turne. .Gieb nur acht, daß Du nicht eiu schläfst", fügte Frau Actuar htNZU, sobald Tu den Kopf ans Polster lehnst, ist siein ernstlicher Gefahr." Also eine Kopfwunde, mit einer Binde verfehln, die sich nicht verjchicben darf armes Kind! Seufzend blicktszkartha auf ihre Reisezesäbrtin, die jich behaglich in il.rer Ecke zurechtschob und friedlich die Ülrntti tälzn. Alte (Fstoisiin! Den - V - , ? -B' I beturbanten Kopf steif emporrichtend, pruste Martha verstohlen den Mitrei senden. Er war wach. Jetzt noch wenigstens. Aber wie bald mochten auch ihm die Lider sinken .und wie sollte sie dann den Schlaf verscheuchen. Mit ihren achtzebn Jahren-stand sie mit Morpheus auf so gutem Fuße, daß sie an seinem pünktlichen Eintreffen nicht zweifeln ducfte. Verführerisch erschall aus der Gegend, wo Frau Actuar drei- , oiertel Bieter des grauen Polsters nie:erdrück:e, ein leises regelmäßiges , Schnarchen, trie eine ftrn , arbeitende . Säg. Wenn der da drüben sie nur an :eden wollte! Ein Gespräch war die einjige mögliche Rettung. Ach, lieber Gott,- betete Martha aus tiefster Seele, erhalte mich wach und mache den Blonden gesprächig!Plötzlich rZusperte sich der Fremde und rückte nur discreter Bewegung uäher. Eine so schnelle Erhörung hatte Marlhas Gebet noch nie gefunden? sie muite doch ein braves Mädchen sein! In , froher Erwartung hing sie an den Mienen des jungen Mannes, der die Augenbrauen emporzog, und halblaut begann T."'J 22enn ich Ihnen k!N f fnig Linde

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rung verschaffen länn, gnädiges, Fräuz lein es sollte mir ein Vergnügen sein Er stieß ein wenig mit. der Zunge an. und das kleidete, ihn nicht übel; Martha siel dies auf, trotz ihres Erstaunens über seine Worte. Er batte also ihren Kampf mit dem Sandmännchen bemerkt, der guteMensch denn gut war er sicher, das verräth jeder Zug seines sanften Gesichtes. .Sie sind sehr freundlich," lächelte sie dankbar, Wenn Sie selber nicht allzu müde sind ich fürchte nur, meine Unterhaltung wird Sie nicht genügend fnr den Schlaf entschädigen, den Sie meinetwegen aufgeben." O, wenn ich Ihnen nur helfen kann! Sie scheinen ungeschickt verbunden zu sein, und da ich Arzt bin freilich einstweilen nur auf dem Lande " Er reichte Martha ein Kärtchen, welches sie mechanisch ergriff, während sie mit weitgeöffneten Augen in das Gesicht ihres Gegenübers starrte. Dann las sie auf der Karte den mit etwas plum perSchrist lithographirten Namen Dr. med. Georg Schulz." Abe? begann sie verwirrt; doch er ließ sie nicht zu Worte kommen. Eine so dichte wollene Umhüllung könnte zu Entzündungen Anlaß geben, was bis jetzt nicht eingetreten zu sein scheint," fuhr er' eifrig fort, und seine Zischlaute zwitscherten w:e eine anfgescheuchte Schwalbenschaar um MarthaS Ohren. Sie wollen wahrscheinlich in Cassel einen Arzt conmltiren, aber viel leicht ist das gar nicht nöthig. Sie erlauben'wobl. daß ich mir den Fall einmal ansehe?" Dr. Schulz erhob sich, und mit zogernd fragender Bewegung näherte er seine Hände dem Turban Ein Schrei des Entsetzens aus Mar,thas Munde ließ ihn erschrocken zurück' fahren. Zugleich, erscholl ans der andern Ecke ein Murren des Unbehagens welches verkündete, daß Frau Actuar nicht im Schlafe gestört zu werden wünsche. Martba war fortgerückt, hielt schützend die Hände vor den gefährdeten Kopfputz und blickte furchtsam abweh' rend zu dem übereifrigen Jünger AeSkulaps empor. .Aber mein Fräulein ich thue Ihnen ja nicht wehe ich habe eine geübte Hand Martha begann plötzlich zu lachen. Eine geübte Hand? Lersteben Sie sich vielleicht auch euf's Frisiren?" Auss .Ja, aups Frisiren. 'Denn wenn es nicht diese Kunstfertigkeit ist. in der Sie geübt sind, kann ich Ihnen unmöglich erlauben, das Bild von Sais zu ent schleiern." Georg Schulz blickte ein Weilchen verdutzt in das holde Gesicht seiner Neisegesährtin; dann begann ihr Lachen, das ihm die Bekanntschaft zweier glänzender Zahnreihen vermittelte, ansteckend auf ihn zu wirken. Unsicher lächelnd, deutete er auf den Turban. .Also keine Wunde? Darf ich vielleicht fragen " .Was meine Tücher enthalten?" Sie erröthete und lachte schelnisch und' leicht verlegen.' .Sie sollen el?."vollständizeZ nhaltsverzeichniß. haben. . Erstens: emen dummen Kopf voll lustiger Striche, zweitens: eine Billsrisur'" Was ? Einer Ballsrisur hätte ich meine Theilnahme zugewendet!" rief Georg in komischer Entrüstung. .Ja da kann ich nicht helfen," antwortete sie achselzuckend. .Auf Mbrgen bin ich nämlich zu einer Hochzeit nach Kassel geladen, und da fürchtete Mama, ich konnte dort in der Eile keine Friseurin mehr bekommen und in einer großen Stadt ist gewiß so etwas auch schrecklich theuer! und da babe ich mich denn gleich heute Abend srisiren lassen. Und nun muß ich die theure Frisur doch schonen, damit sie morgen tadellos sitzt!" .Nicht möglich um Ihrer Frisur willen entziehen Sie sich den Schlaf !" Nun, was thut das!" .Sie werden auf der Hoch;eit schlasend umsinken, wie Dornröschen oder wie dort Ihre Beschützerin." ' .Aber, Herr Doctor," richtete Martha sich entrüstet empor, es wird ja getanzt!" Aus diesen Worten klang es Georg entgegen, wie die elektrisirendsten Programmnummern des Eduard Strauß'scheu Orchesters. Nichts hätte einen traurigeren Begriff von seiner Combinaiicnssähigkeit gegeben, als wenn cr in diesem Augenblicks die oft vsntilirte Frage: Tanzen Sie gern?" gestellt hatte.' Doch davon war er weit'entfernt. Feurig, wie durch zwei Brenne gläser strahlten seine Blicke durch die Ärille auf, die kleine Tanzlustige, so daß kein unbefangener Zuschauer sich ge wundert hätte, daß Georges bisherige Sanstmuth , sich plötzlich in kühne Berschlagenheit umsetzte. Fräulein Martha nicht wahr, so wurden Sie genannt ein reizender Name! Fräulein Martha, ich verstehe mich zusällig wirklich ganz ausgezeichnet auf Frisuren. Lassen Sie mich einmal sehen! Sollte rtwaS in Unordnung sein. ich bringe Ihnen alles prächtig wieder in's Geleise." ,.Ne!n, nein!' Wo wollten Sie denn so etwas gelernt haben?" .Wo ? Im Svital!" log er schnell gefaßt ; als Assistent mußte ich täglich die leichteren Patienten srisiren." Ungläubig sah sie ihn an. Da er aber zu bitten fortfuhr, von seinen treukerzig bewundernden Augen merksam unterstützt, siegte schließlich die Eitelkeit und zögernd gab sie nach. yiXDa unten muß eine Sicherheitsnadel stecken," sagte sie, den Nacken anmuthig biegend, .die hält am iHinterkopfe das oberste Tuch fest, llönnen Sie sie sinden? Aber bitte, vorsichtig l"':J ' , "Jch garantire!"'" f,r Er löste die Nadel und begann sorg faltig das buntkarrirte W olltuch a bzuwickeln.' Unter demselben erschien eine leinene Binde, aus welcher sich endlich :'LmC HüllteWW ä$arf9aäfür 'itfeig; lich hatte sich die) kleinstädtische Haarkunstlerin in litn mächtigen hellbraunen Haarmas.cr. haha gethan. Ueber der hübschen Stirn, auf welcher in Folge der NT'bülluna die nsi-ausen ?ilatter-

löckchen , wie, festgeklebt erschienen, thürmte es sich ungeheuerlich zu, einem kompakten Riesenbau von Puffen, Flechten und Rollen in Form eines Pferdekopfes auf. .Ist das nicht schön?" fragte Mar tha stolz und froh und zog ein Taschen spiegelchen hervor in welchem sie sich mit Behagen betrachtete. .Hat Frau Schleichhase ihre Sache nicht ebenso gut gemacht, wie fo erste Kasseler Friseurin?" Georg saß eine Weile ln sprachlosem Anschauen des babylonischen HaarthurmeS versunken. Mein Fräulein," versetzte er alsdann mit fast feierlicher Entrüstung. Ihre Friscurin ist offenbar vandalischer Abkunft Schleichhase schon der Name deutet darauf hin Die Dame hat in Ihren schönen Haaren gehaust, tvie ihre Vorfahren unter Genserich in Rom. Tragen Sie nicht sonst Zopfe?" Woher wissen Sie das?" fragte Martha erstaunt zurück. .Dergleichen fühlt ein Mann von Geschmack bald herauz. Zöpfe sind für Ihr füßes Kindergesicht wie geschaffen mein liebes Fräulein, rücken Sie nicht von mir fort ich sagte Ihnen soeben, ich sei ein Mann von Geschmack; wie könnte ich das behaupten, wenn ich Sie nicht schon fände ! Aber aber wir sprachen ja von " meiner Frisur!" stammelte Martha verwirrt. .Ganz recht und ich stimme dasür. den stätus jno ante wieder herzustellen. Sie präsentiren sich der HochzeitSgesellschaft als gezöpftes Gretchen, anstatt als Karyatide .Wo denken. Sie hiü! bie theure Fri für!" Jhre Schönheit ist mir diel theurer!" Im selben Augenblicke fühlte Martba eine Hand an ibrem Kopfschmuck, welche ohne ZAeifcl eine Haarnadel, dann eine zweite berauSzog: .Lassen Sie mich!" preßte das Mädchen geängstigt heraus und erhob schützcnd den Arm. Ich weckeHrau Äctuar!" .Thun S'e das nicht Grausamkeit liegt nicht in Ihrem Cbarakter. Sehen Sie, wie saust die gute Seele schlummert!" Damit sielen drei weitere Haarnadeln aus dus Vlüschpclster. Eiae Haarrslle löste. sich und King in Gestalt einer langen Locke auf Marthas Schul tcr nieder. Mit beiden Händen suchte sie ihn fortzudrängen; er aber zog bald ihre Rechte, bald ihre Linke an seine Lippen, um zugleich einen neuen Naubzug auf die unabsehbare Fülle von Frau Schleich hases Haarnadeln auszuführen. J mnzer mehr Locken lösten sich und hingen in malerischer Unordnung um Marthas Kovf. Sie mußte ihre Sache verloren geben und brach in Thränen aus. ' Sofort ließ Georg ab. Martha!" flüsterte er erschreckt. .So haben wir uns in Ihnen getäuscht !"' schluchzte sie. .Jyr Aeußeres flößte uns solches Vertrauen ein und nun "' ' i , ' -t .Und nimA. Martha, um einer, Frisur willen " " .Meine ganze Freude ist hin! 'Nun kann ich morgen nicht auf die Hochzeit gehen!" .Und wenn auch! So gehen Sie in zwei Monaten 'auf eine tausendmal schö nere auf Ihre und zueine wollen Sie, Martha? Nehmen Sie mich zum Ersatz an für eine zerstörte geschmacklose Frisur bin ich Ihnen denn nicht so viel werth? Glaubst Du nicht an Liebe am den ersten Blick, Mädchen? Ich glaube daran, denn ich habe an mir selbst das Beispiel erlebt " ' Im nächsten Augenblick rubte der von zerzaustem Haar umwogte liebreizende Frauenkopf an Georgs Brust? seine Hände waren in den braunglänzenden' Massen vergraben und seine Lippen suchten die ihren. Mit einer s5orat-Cadenz verstummte plötzlich das Schnarchen in der Coupeecke; Frau Accuar fuhr in die Höh? und blickte, vor Entsetzen sofort völlig wach, mit verstörter 2Jitene auf das glückliche Paar. - Martha um Himmelöwillen wie sieh? Du aus was thust Du?" .Seien Sie ganz unbesorqt. gnädige Frau!" versetzte Georg übermüthig. .Wir probiren nur eine neue Friiur zu Marthas demnächstiger Hochzeit!"

Ter treue Hanö. .Ich bitt' Dich, Hans, um Gottes- - ' willen," , Der Doctor. eh' er iortgmg, rief, .Trint' aus der Jlasch. nicht sonst steht's schief! . -Was Du d3 d'rin siehst, sind Bacillen, Die ich hier zücht' in Spiritus, , Weil ich daran studiren muß!" Doch als er wieder eingetroffen, Fand er die ganze Flasche leer. , Wte!" rief er, Hans, hier komm' : mal her., ' Jetzt Kqst Tu sie doch aüsgeioffen? Nun trägst im Leib Du all' das Gift.. Ich bin nicht schuld d'ran, was . Dich , trifft !" ; : , .i:f .f, : '- Herr sprach Hans verschmitzt, ,. ich '. , ,', . ' schaute - Tnrch's Sülüsselloch heut' Morgens da, cr.yt..: Iju , iujuuci ;iy viua u mus iiiuuii jui. Daß mir vor Eurem Zuqe graute! , Da trank ich dann das Restchen eben Denn packt's E u cd , mag ich auch nicht '::'.':f': ' leben!" . ; ' L?., Herbert. . ... i , ,, - . . , , ... ' ' Auf d e rn:4: 1 a h rma r k t e. (Scene: Jahrmarktplatz, auf welchem sich eine mit einem Schilde .Hier ist der merkwürdigste Zwerg der Welt zu sehen" versehene Schaubude befindet. Ein Besucher tritt aus derselben und 't! b-7c " C" 's' i' -ii'5',''S!ilL'l!!;il.-n1'' i1 ä'l! eilt wüthend auf den zur , Benchttgung einladend en Be sitz er zu). .Sie, Direktor, Sie sind ein unverschämter Betrüger, J'r Zwerg ist 1 fünf Fuß, vier Zoll hoch!" .Richtig, mein Herr, das ist gerade ' das i Merftoüroigite an ihm, er ist der größte Zwerg, dessen man sich euTner? tnn!",M LV,J d e x'li Schule des L e bens iebt eseineerienHz'

Wie wäre eS sonst möglic)?

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. Er ( schwärmerisch) : Theuerste, noch nie ist eine Liebeserklärung über meine Lippen gekommen Dir allein wejhe ich : . ' . Sie iihn unterbrechend): Ueber Deine Llppen? Tann hast Du dabei also vielleicht immer durch die Nase gesprachen? .' , :f Sie Getvalt der wahren Liebe. Entwur cititm Roman in 50 J Heften, lull $cfl zu 1 ier.niz,. Emilie, ein armes Blumenmädchen, wird von zwei Herren herttg geliebt, nämlich von Baron Ednard von Hartköpf und dem Wirklich Geheimen ttommissionsrath Theomir v. Tonnersbrunn. . Beide werben unc ihre Hand. Aber Emilie kann und will keinem von Beiden folgen, denn sie liebt bereits einen armen, aber talentvollen Seisen siedergesellen, welcher, gegenwärtig wegen Raubmordes zu lebenslänglichem Zuchthau e verurtheilt, schon zwei Jabre in letzterem zugebracht hat. Emilie hofft, mit Zuversicht, seine Unschuld werde endlich an's Licht kommen. -si x ..Ä n Cinilif. Sehen wir uns nun in der Familie des Baron Eduard um. Wir, treffen ibn in einem Gespräche mit seinem Äa!er, dem adelsstolzen Oberhosceremonienmcister. Er macht seinem Sohne die fürchterliche ' Enthiillung. daß er, Eduard, gar nicht sein Sohn sei, vielmehr habe er ihn einst, von einer ZU geunerbande aus purer Laune kür sich stehlen lassen. Er droht, Eduards Herkunst zu enthüllen und ihn zu verstoßen,, wenn er sich nicht förmlich von Emilien lossage. Eduard kämpft innerlich einen schweren Kampf, ruft aber plötzlich aus: .Nimmermehr! und stürzt hinaus. r -yEiiäfS g'-r-r: --.-rygj 1 " - zriV y."i.rr.Z'CrT" 1 j r i ' k m ÄXO . ' A . JL,m5 v7 : r M W :ft?- KISk wmm I v1 "V-T-f'ß: eiuar), Währenddessen ist es auch dem Wirk lichen Geheimen Theomir schlecht gegangen.W Er hat in einer Nacht fünf Mil lionen verspielt und sieht sich nun genöthigt, diese Summe von , der Reichsbank zu h entleihen. Da eS jedoch Niemand wissen soll,.so verübt Theomir einen nächtlichen Einbruch in die Bank, der ihm wunderbar gelingt. Nun gilt es aber, den Verdacht von sich abzulenken. Durch allerhand ttabalen dringt er es dahin, daß eine alte Kuchenfrau, welche nahe dem Bankgebäude Kuchen verkaust, sür die Einbrecherin 1 gehalten ttirvJllfjlg DerWchuWÄn7ßS Frau zu verhaften hat, ist Baron Eduard. Da er von seinem Vater derstoßen worden, sah er sich zu diesem Schritte genöthigt. Als er in die Wohnuna der Kuchenfrau eintritt und diele

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erblickt, schreit er laut: .Meine Mut. ter!" und fällt in Ohnmacht. Er trug nämlich ein" M eaillo'n mit dem Porträt seiner Mutter bei sich. 1 Zu gleicher Zeit bricht der talentvolle , Seifensieder geselle und Verlobte Emiliens, Namens Anton Engelrein, aus dem Zuchthause aus, und zwar , mit Hilfe der Gattin des Zuchthausdirectors, einer geborenen v. Donnersbrunn. ,

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Theomir. , . , Sie entführen und mit ihr nach Amerika fliehen, ist dem tugendhasten Anton das Werk eines 'Äugenblicks. Nun - . , . Doch brechen wir hier ab. Wir begnügen uns damit, zu -versichern daß die Unschuld überall triumphirt das Lasier niedergedrückt wird,, die Tugend siegt. Jeder Leser wird zufrieden seid, , jede Leserin wird gestehen, selbst keinen schöneren Roman schreiben zu können. . Und Ntkn darauf los abonnirt. Nur 5 Pfennig das Heft, ein wahrer Spottpreis. Ganz ergedenst : die Verlagsbuchhandlung von Ludolf Schinder & Eie. Der Hadnenkampf. Unlängst hatte das Friedensrichter'Plenum in Petersburg als zweite Instanz in öffentlicher Sitzuna zum Ganoium des Publikums über' einen Hahnenkampf zu entscheiden, bei welchem es sich hauptsächlich darum handelte, ob ein kaiserlich russischer Hofrath, dieselbe Berechtigung ,zum öirahen habe, wie ein echter, dem Ei entsprossener Herrscher des Hühnerhofs. Der Gegner des' Herrn Hofraths, aber auch der Richter erster Instanz waren anderer Meinung, der erstere hatte sich ' nach Kräften gewehrt und der Andere den Nebenbuhler des Morgenverkünders zu 'fünf Tagen Arrest verurtheilt, gegen welchen Spruch- Be'rujung eingelegt war. ' Die Klage der Besitzerin des 'Hahns der Kleinbürgerin Arinia ÄfonaAew gegen den Hosrath Nikolai 'Moroow führte aus: .Ich besitze einenHahn. ein' schönes! Er.emplar, ein gutes, ruhiges Thier. " ;. 'lHerr Wdorosoni, der 'es durch lange Uebung und. Lsüsdäuer dazu gebracht, täuschend ähnlich zu krä hen findet seit langer Zeitein besonderes Vergnügen daran, wenn er meinen lieben Hahn zu Gesicht bekommt, denselben - anzukräheiu Pflichtschuldigst antwortete stets mein Hahn. ' Das ging so fort, bis mein Hähn sich über, den unermüdlichen Sänger ärgerte,, immer wüthender krähte und schließlich, bis zum Er,cetz gereizt, sich auf den Hofrath Morosow warf den er auch für ciuen Hahn hielt. Wiederholt habe ich ihn gebeten, meinen Hahn in ' Frieden zu lassen. Ich bin ein Beamter, Du und Dein Hahn aber, Ihr gehörtdem Kleinburger,tande an, Ihr habt zu schwer genl antwortete er mir grob. ES war am LS. Juni, da ging das Contralrähen wieder loS. MeinHahn wurde wüthend und warf sich aus Mo. rosow. Letzterer schlug ihn mit einem Stock so heftig, daß mein ' armer '.Pe !er",o heißt der Hahn, sich mehrere Mal im K reise drehte und ganz betäubt einherwackelte. Ich sah es, , sprang natürlich dem verletzten ... .Peter zu Hilfe und machte ' Morosow , Vorwürfe. Packe Dich!- Ich bin Hofrath, wie darf Dein ordinärer! Hahn mich beleid i gen und' angreifen!", schrie Herr Morosow mich an und versetzte tem obnmächtigen .Peter" noch 'einen so - heftigen Schlag mit dem Stocke, daßdie Füße desselben aus dem Gelenke gingen und er zappelnd liegen blieb ohne sich erhe den zu können. Ich brachte ihn zu Bett. . , Vier, Tage hat er nichts genosfett und befand sich in träumerisch be nommenem Znstande, jetzt steht es, dank meiner Pflege,, mit, seiner Gesundheit besser; ich bitte den Hosrath Morosow für . Thätlichkeit gegen ,5 n schuldlosen Hahn zu bestrafen. ,;Di vom, Richter, vernommenen Zeugen deponirten: Alexander Drosdow: Der Hofrarh Morosow kräht beständig,, sowohl in nüchternem, wie auch in bedu seltem Zustande. ( ,;:: :i T.. Der Hahn krähte jedesmal als ; Antwort. , Schließlich wurde der Hahn wüthend und warf sich auf, den Kräher. Vier Tage i konnte der Hahn sich nicht bewegen, dann erholte er sich allmälig." Natalie Tomilin: ,Der Hahn glaubte entschieden, in dem Tschinownik einen Hahn vor sich zuhaben, so natürlich krähte derselbe, und auch mit seinen Händen wirthschaftet er vor dem Krähea wie ein richtiger Hahn mit seinen Flügeln und reckt auch beim Krähen seinen Hahn, ähnlich wie sein vis-ais. Schließlich wurde der Hahn nach längerem Hin- und I Herkrähen wüthend und warf sich auf seinen vermeintlichen Gefchlechtöbruder. Andere Einwohner rührt er nicht an und ist auch sonst ftiedlicher Natur". Iwan Perowski: .Der Hoftath krqht täglich, auch Nachts, daö runde Jahr, ob Sommer, ob Winter". Der Hoftath Morosow führte in der BerufungS-Jnfianz zu seiner Vertheidigung ! an ? daß die Afonassjew ihren Hahn absichtlich gegen ihn abgerichtet habe, und daß er, Morosow, sich keiner Schuld dem gestrengen Hahn gegenüber bemußt sei. WaS seine Schwächen für den Hahnenschrei anbetrifft, so erklärte er Nerurtbeilte dem Plenum in seiner

VertheidigungSfchrift. fein Krähen habe nicht dem Hahn gegolten, sondern seiner Familie, speciell seinen kleinen Kindern, die sich königlich daran' ' ergötzen und hübsch artig , und ruhig sind, ' wenn er ihnen etwas vorkräht. ' An jenem verhängnißvollen 14. Juni habe der Hahn, wie auch schon früher, getreu der ihm von der, Afonassjew ein gepaukten Dressur, sich auf ihn gestürzt, sei ihm auf die Schulter geflogen, habe ihm erst die Kleider beschmutzt, dann aber mit dem Schnabel die Hand blutig zerhackt, was der von ihm citirte Patt zeibeamte bezeugen könne, der nicht nur den Hahn in warme Decken gehüllt und im Bette ruhend vorgefunden, fondern auch seine arg beschädigte Hand gesehen habe. Der Beamte bestätigt dies und deponirt: Der Hahn ruhte sanft gebettet, den Schnabel auf dem Kissen!In seiner umfangreichen Vertheidi gungsschrift fortfahrend und daS Verhaltniß des Hahnes zu seiner Person detaillirend, bemerkt der Herr Hofrath an einer Stelle: .Nachdem er, der Böse, mich weidlich verarbeitet, sprang er zu Boden, wobei er sich die Füße 'verstauchte, ohne jegliches. Zuthun meinerseits!" Nach kurzer Berathung verlas der, Präsident des FriedensrichterPlenums den Spruch der Richter. Das Urtheil des EinzelrickterS wurde cassirt und der Held des Hahnenstreites, der Hosrath Morosow freigesprochen. s Ein radikales Mittel.

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Junge Mutter, in Verzweiflung über ihren Schreibalg: Ach, du grundgütiger Himmel! Was fange ich nur mit diesem Kind an? . Theilnahmsvoller Nachbar : Darf ich ihnen vielleicht das Fenster , öffnen, Madame? .. Die schöne Tommerwonnnng. l 'j. PUWm &$&0 ß Das Fremdenbuch, Der Fabrikbesitzer Z. aus Dresden, ein stattlicher und unverheiratheter Mann, hatte vor zwei Jahren in Interlaken einige prachtvolle Sommer' Wochen durchlebt, die nothwendigerweise, im Interesse der vorliegenden Skizze, hier noch einmal besprochen werden müssen. Er' war im Grand Hotel Victoria abgestiegen And konnte mit dem Zimmer, daS er trotz der Hochfluth der Saison erlangt hatte, zufrieden sein. Von dem Balkon, seines Logis schweifte der Blick gerade hinüber zu den , Felskegeln der Alpen, in deren Ä!itte sich der keusche Jungsrau glet scher in voller Majestät erhob. Aber dieser Balkon hatte noch andere- Annehmlichkeiten. Man konnte nämlich von ihm aus in vollster Bequemlichkeit die sogenannte .Hauptpromenade" Jnterlakens überschauen und bei dieser Gegentbeilt war es. wo Herr Z. eine überaus ; wichtige Beobachtung machte.-' ) 's ; ; - 'Jf;: :;,; :-j . ; Er sah dort unten häusig ein Paar vorüberwandeln, , das ibm . das ; regste Interesse einflößte, wenigstens soweit daS Femininum in Betracht kam.' Die Dame, dieIam Arm ihres älteren Begleiters dahinschritt, erschien ebenso einfach in ihrer Toilette, als auffallend an Wuchs I und Antlitz. Auf einem schlanken K örper von l herrlichem Ebenmatz saß ein klassisch gemeißelter Kopf mit geiftreich-pikanten Zügen, wie man ' ihnen an schönen Frühlingstagen auf den Boulevards oder im Bois l und im heißen Sommer am Strande von Trouville begegnet. Die Bewegungen waren von einer unvergleichlichen Anmuth und bei alledem so lebhaft, daß der entzückte Fabrikant jedes Wort zu vernehmen glaubte, zu denen diese raschen und feu rigen Gesten gleichsam den Takt anzaden. Allmählich wurde Herr Z. derartig von der täglichen Augenweide be zaubert, daß er beschloß, sich über die Personalien der Herrschaften etwas näher zu unterrichten. Er hatte sehr bald ermittelt, in welchem Hotel sie logtrte, es war zusällig daS nämliche, dessen Besitzer, ein LandSmann von ihs, zu seinen guten Bekannt gehörte und der ihm nur deshalb für diese Saison kei-

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nen Unterschlupf gewahren konnte, weil alle Zimmer besetzt waren. Nun pijcgt man in Jntcrlakendort die Table d'hote einzunehmen, wo man wohnt, aber der Fabrikant ließ seit dem Tage, an welchem die interessante Fremde ihn vom Balkon herabgelockt hatte, jenes Princip völlig außer Acht und saß eines schönen Nachmittags bei Suppe und Braten dem Gegenstände seiner Bewunderung gegenüber. Dieses, Manöver führte cr mit Zä higkeit und Consequenz eine volle Woche durch, , am Anfang der zweiten hatte er die Genugthuung, von dem älteren Herrn angeredet zu werden und in der dritten Woche fand man endlich soviel Gefallen aneinander, daß die gegense!tige Vorstellung erfolgte. .Kanjmann M. nebst Frau aus Berlin! Der weitgereiste Fabrikant stellte sich die Frage, wie diese prickelnde Erscheinung mit der Gluth einer Polin und dem Chic einer Französin unter das legitime Dach emeS nüchternen, ehrbaren deutschen Engrossisten gelangt sein inöchte. Aber er fand keine Antwort. ES war auch hier nicht der Ort. Räthsel zu lö sen, wo eS so viel zu. sehen gab. Und Herr Z. gebrauchte seine Augen. Die Blicke, die er zu der schönen Frau jetzt immer häusiger herübschickte, haltenderzenigen die darin zu lesen verstand, einen merkwürdigen Aufschluß von dem Zustande seines Herzens geben müssen. Um es kurz zu sagen, der Fabrikant war. mit Leib und Seele jener besannten Leidenschaft verfallen, die sich unt so heftiges festzusetzen pflegt, je auSsichts-

loser sie erscheint. So stieg er eines TageZ wieder die breiten Treppen zum Speisesaal herauf, als ihm von ungefähr sein Landsmann, d'ec Hotelbesitzer in den Weg lief. Sahrend die Beiden sich freundschaftlich die Hände schütteln, geht der Kaufmann M. und seine Gattin vorüber. Herr 3t. grüßt ehrerbietig. Der Hotelier sieht ihnen nach und blickt dann den Jabrikanten an. JBlt kennen die Herrschaften, lieber Z.?" Seit Kurzem; wir speisen zusammen." Ah hm.... 'Sie sind schon länger bekannt?" Keineswegs. Seit drei Wochen!" Der Besitzer zwinkert mit dem linken Auge und verzieht den Mund zu einem schlauen Lächeln. Hübsches Frauchen, was?" Eine sehr hübsche Fran!' Kommen Sie einen Augenblick mir? sagt der Hotelier dann, ich will Junen etwas zeigen!" Er zieht den Fabrikanten in ein kleines Zimmer, welches den Geschästszwecken des Hotels dient. Hier nimmt er mehrere Bücher in Quartformat von dem Nepositörium, blättert eine kurze Zeit und hat schließlich gefunden, was er suchte. Sie sollen ein Geheimniß erfahren, das Sie interessiren wird, fährt der Besitzer fort, aber ich rechne auf Ihre Diskretion!" Natürlich", ertvidert der Fabrikant, der eine Erregung in sich fühlt, die ihm sonst sremd ist. Hier", sagt der Hotelier, ,sind die- Fremdenbücher der letzten Jahre. Hier ist zunächst das von Stf.: Bitte, sehen Sie einmal, was stebt hier? ' Herr Z. folgt dem Finger und liest : 'Kaufmann' M." aas Berlin, und Frau." Schön. Und was sieht hier ,m Jahre 87? Ebenfalls Kaufmann M. auS Berlin und Frau.- Und hier in 88 genau ebenso und ganz das nämliche, wie in diesem Jahre. Nun, was schließen Sie daraus, lieber Z.?Der Fabrikant blickt dcn Hotelier überrascht an. Ja, ich weiß beim besten

LLlllen incht, was an der Sache Wunderbares' ist? Für mich folgt daraus nur, daß Herr M. jeden Sommer mit seiner Frau nach Jnterlaken geht und daß er dies im Jahre 86 zum ersten Mal that. Der Besitzer klopft dem Anderen auf die Achsel und schmunzelt. Gestatten Sie, daß ich Ihrem Scharfsinn zu Hilfe komme. ' Sie wissen, daß ich cm vor-' züglicheS Personengedächtniß habe und ich versichere Sie, daß die grau deS Herrn M. in jedem- Sommer anders aussieht. Wollen Sie nun nicht annehmen, daß er innerhalb der drei letzten Jahre dreimal qeheiratbet hat, welcher Schluß ergibt sich da von selbst?" Dem Fabrikanten fällt es wie Schuppen von den Augen.' Jetzt ist mit' einmal das Räthsel des ungleichen Paares Möst. 'Lerr M. pflegte immer nur während der zwei Sommermonate den Zauber eines zärtlichen weidlichen Wesens auf sich wirken zu lassen und hatte bei ' seinem jährlich wechselnden Geschmack den Vortheil, daß die Geschichte nie langweilig werden konnte. , Als der Fabrikant ein Viertelstündchen später mit dem Ehepaare" bei Tische saß mußte er innerlich lächeln, so oft er die Anrede gnädige Frau" gebrauchte.. Die Blicke, die er heut zu der Schönen herübersandte, hatten nichts mehr von jener achtungsvollen Reserve an sich, die sich von einer standesamtlich beglaubigten Gattin von selbst versteht, sondern ruhten mit nachdrücklicher Nühnheit , auf den charakteristischen Zügen seines Gegenüber. Von der Ehe hatte Herr Z. trotz seines Junggesellenthums die höchsten Begriffe und seine ganze Solidität hätte gegen den Wunsch rebelllHvon M zu erwarten, als einen freundlichen Blick, oder ein liebenswürdiges Lächeln. D ie Frau" des Herrn M. jed och stand außerhalb dieses Rahmens. Die Enthüllungen des Fremdenbuchs hatten ihr an Würde alles genommen,, an Pikanterie aber so viel dazu gegeben, daß der gemüthliche, Sachse bei. dem Feldzügs-z plan, den er nunmehr entwarf, von Gewissensbissen vollkommen frei war. Er entfaltete in der Folge die ver schieden artigsten Talente. Er erwarb die Freundschaft , des Herrn erancn flirte gemeinsame Ausflüge, er war imeigennützig genug, wenn ; der Gebieter Abhaltung hatte, der Gnädigen ! Gesell-fchaft-zu leisten. Dicht b ei Jnterlaken giebt es die henlichstenMaldvromenaH den und am schönsten geht'S sich dort zu Zwetnijt;;jii lili;rfulHirt2Älffl kleinen Gebirgsabstecher. machte, , an dem Madame wegen der damit verbundenen. Unbequemlichkeiten nicht tbeilnch?; men mochte, war eS wieder der Fabrikant, welcher die Zurückgebliebene, gleichsam um sie zn entschädigen, auf iene Waldwege führte und sich ihrer i

v n früh bis spat mit einer wahrhaft ' rührenden Fürsorge widmete. HerrZ. dachte später noch" oft an' diese W och t 1 zurück und er wies ihr einen bevorzugten Platz in seinen Reiseerinnerungen an. AlS , er von Jnterlaken bald da ? rauf Abschied nahm, tauchte sein Blick zum letzten Mal in die gefährlichen Augen der schönen Frau und dem Engrossisten versprach er auf Handschlag, lhn in Berlin zu besuchen, so . bald ihn ß das Schicksal dorthin führen sollte. - ;ä

Es war in der vorigen Woche. Der Fabrikant, der des schlechten Wetters wegen in diesem Jahre keine größere ' . -, rvrt , m r isommerreie gewagt yar, M zuowecaze luna halber nach, der, Reichsstadt ge fahren. Hier beschließt er, sein vor zwei Jahren gegebenes Versprechen, zu, erfüllen und bei Herrn M. wenigstens die Karte abzugeben,' falls dieser wieder mit Frau" in Jnterlaken ? sein sollte. Er begibt sich ausS Comtoir und ist angenehm überrascht, als er dem ChefZ selbst gegenübersteht. Der freut sich deS unerwarteten Besuchs und ladet den Gast vorläusig in sein Arbcitscabinet. . ' . ' ' 'ipf. DieSmal bin ich nicht gereist de merkt, Herr M.im Laufe deS GespröchH wegen deS miserablen Vetters. Llbc das ist schön, daß ich Sie in Berlin habe. , Sie speisen -doch heute jnvß uns?" Ganz zur Verfügung!" Meine Frau wird sich ebenfalls freuen, Sie wiederzusehen!" Ihre wie! sagten Sie?". Nun. meine Frau, alter Freund. Hoffentlich haben iSie ihrer seit Jnterlaken nicht vergessen Dem Fabrikanten ist schrecklich zu Muthe. Er sinkt auf den nächsten Stuhl. Ist Ihnen unwohl?" ruft Herr M. erschreckt, 'was haben Wie denn?" O," murmelt der andere, das passirt mir öfter, vom starken Laufen. ES ist schon vorüber, ich danke Ihnen. Doch Sie sprachen von Ihrer Frau Gemahlin. Sagen Sie, wie lange sind Sie eigentlich schon glücklicher Ehemann?" Ich h rathete ' in denr Winter, der unserem Zusammentreffen ! in Jnterlaken vorausging!" Derjj Fabrikant bekommt einen erneuten Schwindelanfall. So .... hm .. und Sie waren schon früher in Jn terlaken?" Allerdings", lachte HcrrF M., Sie fragen ja. wie, ein Staat . anwalt. Ueber meine damaligen 'Easi' rollen spreche ich nicht gern, ich reiftk damals, im Vertrauen gesagt, als JungH geselle mit der deliebtm Ueberfracht Heute freilich bin ich ein deneidenswer J ther Sterblicher, mit meiner Frau chaV. ' ' ich das große LooS gezogen!" ' 1Sef stalten Sie mir denn,- erwidert der ge müthvolle Sachse, indem er sich den : Schweiß von der Stirn trockn et ' und i ohne recht zu wissen, was er sagt, ge. statten Sie mir, daß ich Ihnen '.zu7. einer solchen Frau nachträglich mei nen herzlichsten Glückwunsch aus- K spreche!". , ' . . ! 'T ' ' i , - , ' -lip; Einbttdung. . . 11111 ; Von der Kräst der Einbildung er zahlt- ein Arzt folgende lehrreiche Ge schichte: In einem Gasthaus entstand die nicht seltene Verlegenheit,' daß nur ein Zimmer frei war, als zwei Gäste für die Rächt ein Unterkommen suchten. Esji standen jedoch zwei Betten l darin, .und die beiden Fremden, welche KandgsM reifende waren, einigten sich vald, eS ge Jf meinschaftlich zu j beziehen. , Etmrder selben war ein Hypochonder, der seinen Gefährten dadurch in große Unruhe versetzte, daß er ihn mitten in der Nachi aufweckte und nach Athem rang. Asth-H! ma", stöhnte' er, ich leid: mftf olchhi'ljii krankhaften Anfällen, öffnen Sie schnell daS Fenster, verschaffen- Sie mir Lust 'Z Der Andere sprang bestürzt aus dem siz Bett. Das Zimmer war aber stockfinster, er hatte keine Streichhölzer. Um 'Him-H! mels willen, machen Sie schnell," stöhnte 5 der Kranke. Schaffen Sie ir Luft, oder ich sticke!- Der Andere suchte im ß Zimmer umher, warsd Möbel' um D endlich kam er an die Glasscheiben. Aber er fand die Krampe mcht. Schnell, ; schnell! Luft. Lust!" flehte der schein-U bar Sterbende. Oeffnen Sie es, zerbrechen Sie es, oder ich sticke!" ' Darauf hesann sich sein Freund nicht -lange !'G nahm einen Stiefel und zertrümmerte alle Scheiben, 'woraus der Leidende sofort Erleichterung- verspürte. ' . Jch danke Ihnen tausendmal, ''säzte.er;'D hätte es noch einen Augenblick gesäuert, ich wäre gestorben." Darauf" schliefenD Beide wieder ein.' ,'ÄlS "daim vnliM der Tag anbrach, fanden 'sie das FmM ster unzerstört. Hatten hiennsichtbare Glaser gewaltet oder, .wat. .derztganze Zwischenfall nur emTraümeöen? Nein, denn am Boden lagen noch die Bruchstücke des, Glases.,, Als sie. sich dann im Zimmer umsahen, löste sich daö Gehelmniß ? sie erblickten einen Bücherschrank, dessen GlaSthüren in Trümmer?, z vor ihnen lagen. Bon ' diesem Augen-: blick an war der Asthmatische geheilt. ' ? v ' ;: ;V ..i,:,! Der L öwe v on Cb ae ro ; nea, jenes berühmte Grabdenkmal der im Jahre 333 , im Kampfe gegen Phi' lipp von Macedonien gefallenen Athene, und Thebaner, soll nunmehr vollständig fteigclegtundreconstruirtw jehr umfangreiche Marmor- isi im,,,Lsuse'derSJahrhuAderte,i Stücke zerfallen, von denen einige vom Erdreich überdeckt sind, andere aber vo Engländern erworben und de fcriii schen i Muse um 5 in London zugeführt wurden. Die griechische Regierung hat sich daher mit der Archäologischen Gc sellschaft in Athen in Verbindung gesetzt und die Summe von 30,000 Drachme sür die Ausgrabung der noch verhan denen und für die Nachbildung der nach London gebrachten StnZe zur Jnsü gung gestellt, wozu die Gesellschaft an , eigenen Mitteln noch eine gleich gro.ß Summe bewilligt hat. Zur Mitarbeit an dem Werke sollen zwei hellenische nV ein auiläTtbifö er ilbajier traage!? gen werd en, do ch hat m an zuvor d ie in When bestehenden ausländischen erchäo logischen! JnM dieZ Vesammtstellung des ! Bildwerkes ersucktKW f-:!K:-;v: lIzZMD'rü h" e:irj sandte, i nil i e b e n. deS Paar Raum in der lleinste Hütte, heute geht eS fgemeinschasttich in den Tod, weil nicht Raum für dasselbe ist auf der ganzen Erde,

MM ;!' ': !i 1 ' i-1,1 -f" iii',:: jlli; iji'!i;-.ij;-'isi i';?f :'!" WM'i $&w '.ii!:;' t , i, ifmii .,'.!'!!: ';; i,s :i '?;'. tff'i:! ' :::!Hir:iK,':h!S!!:Mv!"'-" 5ä!,:sM-ä:iliiMM!--:i-!!: 1 T i ; , il ! i ,'! i , 1 .: liiilllSbi illlllSS MM ); lymtmmii S;.!!;;!:;:;,.:!;!!-:: f1 nitmi w .jiiiiitjiii1.. "M '(.., :if:!f!fi :::;:3':::-i i,,!h.:n;ii 'l.,:;i!:-,,l::;liil;,. . , . . . !! 1 Wh 5ÄA!k! .. t-y''tSj,A'r'-'

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