Indiana Tribüne, Volume 15, Number 48, Indianapolis, Marion County, 5 November 1891 — Page 2

Jndwna Tribüne. Erscheint anglich nnd Son ntngs.

Zit tägliche .Tribune" kostet durch ttn Träger CentS per Woche, die SonntagS'Tribüne- 5 CentS per Woche. Beide zusammen 12 CentS oder 83 Ce,S per Moat. Per Post znzeschickt in Bor. zusdezahlung 13 per Johr. Ossice : 130 Ost Maryland Strahe. Indianapolis, Ind., 5. November '91. Der Niessnstrom von Lausten. Kurz vor Schluß der Clekttischen Ausstellung so schreibt man unterm 19. October auö Frankfurt am Main fand noch ein Schlußexperiment mit den gewaltigen JnductionSflrömen statt, . hYÄ hie iirfisf fsti Oanffen w wj w mr ot w m-w mr v w 1 1 ' erzeugt und durch eine ingeniöse Leitung mit fast unverminderter Stärke zur Ausstellung tranSferirt werden. Vor einem geladenen Publikum fanden di von der Firma Siemens & Halöke an gekündigten Versuche mit Wechselströ mtn von 40,000 Volt Spannung statt, wobei hervorzuheben ist, daß diese Ströme durch daö von Siemens Bros, k Co. gelieferte Gummikabel zur Main auöstellung geleitet wurden, wo sie 400 hintereinandergefchaltete Glühlampe speisten, eine Leistung, welche mit Ka beln blSher noch nicht erreicht toot den ist. Zur Erzeugung dlese, hohen Spannung waren zwei in Oel gesetzte Transformatoren mit ihren sekundären Wickelungen hintereinander geschaltet; um die Wirkungen solcher Ströme zu demonstriren, waren ühn IlcheEmrichtungea getronen, tote früher bei den Versuchen mit 20,000 Volt. Zunächst wurde in den Lampenstrom kreis ein Lichtbogen, zwischen zwei aal einander gezogenen Kohlenftaben ge bildet, eingeschaltet; sodann wurden die dunkeln Entladunzen über eine ClaS platte gezeigt, wobei zuerst die auS früheren Versuchen schon bekannte wun derbare Aureole sich bildet, hierauf die Funken sich zu einem die Platte um schlingenden Flammenbogen zusammen finden und schließlich die Platte von Funken durchschlagen wird. Zum Schluß wurden die Lampen ausgeschaltet und der ganze Strom zur 331 dunz des Lichtbogen? verbraucht; es ist auffallend, daß hierbei die Lichterfchei nung viel weniger stark und prächtig war, als mit 20.000 Volt. Bei dem einen der Versuche ist die ungeheuere Spannung von 43,000 Volt erreicht worden. Mit diesen höchst interessanten Vorführungen ist das gegenwärtig so überaus mächtige Gebiet der hochge spannten Wechselströme um ein neues Kapitel vermehrt, und e5 ist höchst dankenSwerth, daß die Firma Siemens fc HalSke hier noch Gelegenheit nimmt, die bedeutungsvollen Erscheinungen einem weiteren Kreise bekannt zu machen. Hierzuwollen wir bemerken, daß man auch endlich diesseits des Atlantic von dem bahnbrechenden Versuch von Lauffen Notiz genommen hat. Der "Scientilic American" bringt darüber eine, aller dingS recht schläfrige und unvollständige. cttlyeuung. Rußlands Rüstungen. Ueber die neueste Entwickelung der russischen Rüstungen erhält die .Köln. Zeitung folgende zuverlässige Nachrich ten auö St. Petersburg: Die in Frank. reich bestellten 500,000 Gewehre müssen bis spätestens Juli 1894 fertig sein. Inzwischen liefern jährlich, vom Juki gerechnet, die Gewehrfabnken in Tula 230.000. JshewS 150.000. SieStrorezk 20,000 neue Gewehre, mithin biZ Jlllt 1894 1,290,000, mit den französischen 1,790,000 Gewehre. Jedoch sind in allen russischen Fabriken, wie eS heitz' auch in Frankreich, welches vorläufig noch durch Lttterunaen für eigene Rech nung in Anspruch genommen ist, Anstalten getroffen, um die Lieferung zu bezchleumgen. BlS spätestens zum Juli 1894 würde also die gefammte russischeuropäische Feldarmee, einschließlich der Reservetruppen, mit der neuen Waffe ausgerüstet fern. Die kaukamche Armee wird sie zuletzt erhalten. Schon im nächsten Jahre werden eintge Armee ccrpS mit der neuen Waffe ausgerüstet und man wird bereits die im nächsten Herbst zur Dienstleistung einzuziehenden Reservisten mit denselben ausbilden. Da die russischen Fabriken, wie vorher erwähnt, mindestens 430,050 Gewehre jährlich zu liesern imstande find, so wird die Bestellung in Frankreich besonders bedeutsam, durch welche die ruf sische Feldarmee nur etwa ein Jahr früher neu bewaffnet ist, als sie es wäre, wenn die Herstellung ausschlie'lich im eigenen Lande erfolgte. Kaiser Alezander III, hat seit Antritt seiner Regierung das Bestreben gezeigt, Rußland in jeder Beziehung vom Auslande unabhängig zu machen. Eisenbahnen, Geschütze. Schiffe, Maschinm werden möglichst ausschließlich in Rußland und aus russischem Rohstoff erbaut; die rufsischen Hersteller werden durch hohe, gegen das Ausland gerichtete Einfuhrzölle begünstlgt. Wenn man nun jetzt die Lieferung von einer halben Million Gewehre dem Auslande überlaßt, nur um ein Jahr früher fertig zu sein, so be weist dies, als wie dringend die Rath' geber des Zaren diesem die Angelegenheit vorgestellt haben. Zur Änferti gung des rauchlosen Pulvers wird außer den bereits bestehenden Pulverfabriken eine neue, sehr bedeutende, in Kasan ge baut, die schon nächstes Jahr in Betrieb gesetzt werden soll. koloniale HioSSpoften. Nicht allein !n Afrika, sondern auch in Neu - Guinea ist die deutsche Eolonie von erheblichen Verlusten betroffen worden. AuS dem deutscheu Schutz, gebiete der Neu Guinea Compagnie nämlich liegt eine ganze Reibe von Hiobsbotschaften vor, welche die Brigg Lord of the Jsles von Neu - Guinea 'nach Sidney mitbrachte. Kurz vor dem Weggang der Brigg von Neu Pommern erhielt dieselbe die Mittheilung, daß drei deutsche Missionare in ffaiser Wilbelmöland von den Einsen

vorenen ersch'azen worden seien. Auch ist an einer zweiten Mordthat, deren Schauplatz die Nordküste Neu. Mecklen. burgS gewesen ist, nicht zu zweifeln. Dort war ein sogenannter Trader, Na mens Alexander Gundersen, stationirt. nach dessen Waarenmazazin die Eingeborenen augenscheinlich schon seit längerer Zeit lüstern waren. Kürzlich übersielen sie nun die kleine Station; Gundersen, der sich zur Wehre setzen wollte, wurde erschlagen, woraus das Waarenlager erst geplündert und dann in Brand gesteckt wurde. Die Untersuchung, zu welcher sich der aus Neupommern stationirte kaiserliche Nichter begeben hat, war während der dortigen Anwesenheit des .Lord of tbe Jsles" im Gange. Welter sind zwei Matrosendes Schooners Glide auf Neu.Hannover, und zwar ebenfalls von Eingeborenen, erschlagen worden. Der Glide" war erst vor wenigen Monaten in Sydney für Rechnung einer Amerikanerin, Frau Forsyth, angekauft wor den. und dort kürzlich unter Führung des Kapitäns Balio. eines Dalman nerS. eingetroffen. Von Ralune fuhr derselbe alsdann weiter nach Neu Haw nover. wo Tauschhandel getrieben wer den sollte. Bei dieser Gelegenheit wurde ein mit zwei Matrosen bemann teS Boot an Land geschickt, von den Eingeborenen aber in Beschlag genom men und auf ein Riff gerannt. Die beiden Matrosen wurden erschlagen, worauf sich die Mörder in die in dem Boot besindlichen Tauschariikel theil' ten. Der Stens'Ttlegravy.

Eine kurze, auf dem vor emigenag,.,. bestimmen, mit deren Hilfe die

m Berlin versammelt gewejenenleno. aravbenconareß gemachte Mittheilung , . . ' . , , von der Ernndung emeS neuen ele. nravdenmttkmS dnrcü den in Berlm o rni r t1tatt9ets Telegraphendirector Herrn j k,f, Nsvsl7n nk?r, ' o-"- 1 1 7 i QfftAAfi iVfii viMMsrrtf iii rrtiirnTi I äuv,vyk :2?l '"2? Danach handttt es sich znnachst mcht um eme m Entstehen bearlnene. sondern um eine vollständig fertige und seit Jh , ren erprobte Ernndung. welche ihre An kn erprooie srrnioung. weie ,qie aj mgsschwierlgkeuen längst durchgemacht at, und deren H:nauStrUt an die Oef r?-t -w:-i.c ' c r . . fan h fentlichkeit sich ledizlich infolge .beson derer Verhältnisse" bis heute verzögei! hat. Schon 1870 legte Herr Ja-.t seine Erfindung der Behörde vor. un 1871 wurden zwer feiner Apparat probeweise in Berlin für den Börsen verkehr nach Hamburg statiornrt un? sollen auSaezeichnet fungirt haben. Da nach erscheint eS einigermaßen räthsel hast, warum sich die deutsche Tetezra. phen-Verwaltung nicht schon längst zur allgemeinen Einführung deS JaiteTe legraphen entschlossen hat. Ter leitende Gedanke des Herrn Jaite war, mit seinem Apparat nicht nur einen beträchtlichen Zeitgewinn g genuoer den bestehenden Tynemen zu erzielen, sondern überhaupt ern einen wirklichen Telegraphen zu schaffen, d. h. nen sollten, welcher auf die wertesten Entfernungen zu drahten vermöchte, also einen wirklichen Fern Schreiber. Der neue Apparat mußte, um den Anforderungen der .Tachy" Graphie zu genügen, zweckmäßig ein Doppelapparat fein, von dessen beiden Elektromagneten der eine nur auf einen Strom von positiver, der andere nur euf einen solchen von negativer Richtung anspricht, und dessen zwei von einander unabhängige Schreibvorrich tunzm ein gleiches, sich nur durch seine Lage aus dem Papierbande unterscheidendes Schriftzeichen erzeugen. Für die Erzeugung dieser Schriftzeichen wählte Jaite die Durchlöcherung des Papierstreifenö : Durchschlagen vermit. :!st kleiner Stablstifte. Diese Her. stellung der Schriftzeichen durch Löcher hat der Erfinder vorzugsweise darum gewählt, damit dlk PaplttbäNder sowohl des gebenden als auch des empfangenden Apparates für eintrc tende Bedürfnisse sofort zur automatischen Weiterbeförderung dienen können. Ferner läßt das Turchlochen des Pa stierbandes eine mehrfache gleiche Aus. nähme zu, indem gleichzeitig zwei oder drei übereinanderlaufende Papierbänder durchschlagen werden und so gleichzeitig mehrere Ausfertigungen deS betreffen den Drahtberichtes abgeliefert werden können. In dieser Durchlöcherung des Papier reifenS anstatt der bisher beliebten schwerfälligen und zeitraubenden Methoden liegt angeblich der Hauptvorzug des Jaite'fchen Apparates. Er soll den einzelnen Beamten ungleich leistungs fähiger machen, mühin eine bedeutende Ersparnis an Beamtenmaterial ermög lichen und damit auch z. B. für die Kriegstelegraphie unschätzbare Vor theile im Gefolge haben. Eine weitere Konsequenz au? einer derart bewirkten Vereinfachung deS Betriebes wäre die Möglichkeit, die Gebühren für Telezramme in außerordentlicher Weise er niedrigen zu können. Herr Jaite ist indessen bei der Ein führung dieses neuen Mechanismus nicht stehen geblieben. Er hat ihm einen besonderen Werth erst verliehen durch die Einführung eu.es neuen, überaus einfachen Alphabets. Für dieses war dem Verfasser Haupt sächlich bestimmend, die in der deutschen, französischen und englischen Sprache am meisten vorkommenden Buchstaben und die Ziffern durch die finachsten und kürzesten Zeichen also Zusammenstellung von Löchergruppen m Papierstreifen zusammenzustellen. Durch Zusammenstellung der Zeich. n wird eine ganze Reihe einfacher Siegel, Ihnlich wie solche in der Stenographie l blich sind, gewonnen, und dabei ist die Steno-Telegraphie, die Scbnelldrah mag. im weitestem Maße möglich. Um auch hier der praktisch Volks virthschastlichen Konsequenzen zu ge senken, so erlaubt es die Einfachheit deS JaitrAlphabetS, daß sogar der Laie dasselbe schon nach einer Stunde lesen zelernt hat und eine Uebung von nur wenigen Tagen schon das Arbeiten am Apparat ermöglicht. Damit würde ein kluöschreiben der ankommenden Drabtberichte in die Kurrentschrift überflüssig werden: der Empfänger, der viele t legramme erhält (Zeitungen, Kaufleute a. s. w.), wird sich die ausgeklebten, leicht lesbaren Originalstreifen geben lassen, 'weil dadurch die Zeit der Aus Fertigung gespart ist und etwaige UebertraaunäS! vermieden werden.

Schließlich besteht die Möglichkeit, daß zur Beschleunigung des Drahtens das Vublikum selber auf einem kleinen Handapparat mit dem Toppeltaster seine Telegramme auf dem Streifen selbst lockt und sie am Telegraphenfchalter abgiebt der Jaite-Apparat

wird sie dann gänzlich automatisch und fehlerlos in die weiteste Ferne schrei freit, DaS klingt sehr stolz und hoffnungsvoll. Um so gespannter darf man der r . f.c. . - .li gniarung enlzegengen, warum nu solches Wunder von Apparat fett zwei Dezennien fast ganz nutzlos im Zimmer des Erfinders steht. Tle Frlesensliga. Für den interparlamentarischen Frie öenöcongreß in Rom ist folgendes Programm aufgestellt: Die Zwecke des Congresses sind erstens die Verbrüderung von Hunderten von Volksvertretern aller Länder, wodurch die politischen Beziehungen gefestigt und Mißverständnisse m Zukunft leicht vermieden werden. Zweitens: Das Studium der Frage, ob das Recht des Stärkeren in unserer hochcivllisirten Zeit weiterhin als höchste Ztaatsraifon gelten solle. Dritiens: Wenn die Majoritäten aller Parlamente Europas über diese Brincivien einig geworden, werde eS lercht sein, Kriege zu vermeiden. Viertens: Der Congreß soll die Re gierungen und die Völker überzeugen, daß die Erhaltung deS Friedens nicht allein wünfchenswerrh, sondern auch möglich sei. fünftens: Der Conarett mun die gch dieser Ziele möglich, und hi3L , m?m mnke, man mn ffia, V V ...r HM WUI'VV V" richte zurückgreifen könne, und ferner, i..,' .. ,:4.s sim. luciuj uuvmv iiitii vd. iujvi' ci Fgen am Platze wäre. . . ts .- t VITecynens: er Viongitij rnug oic gc t , . . . . . naneie urganuanon scyZlsen, um einen ghlthZtigen Einfluß mit wachsendem ss, ,,z,-,b,n , fgn,n. er Congreß kann übrigens keine txa:me zrqe mit Autorität diöcuti tische Frage mit Autorität diS H we Mitglieder hierzu Parlamenten kein Mandat yr von er hielten. Der Congreß hat zu solchen Discuwonen nicht nur kein Recht, son Sern er hat im Gegentheil die Pflicht, dieselben streng zu vermeiden EisettvahnunalüS in chiesteu. Der Breslau Berliner Schnellzug 2 w7.r am neunzehnten October bei der Einfahrt in Kohlfuhrt 12 Uhr SO Min. Nachts durch Zusammenstoß mit einer Nangirmaschine entgleist. Nach endgil tiger Feststellung betragt die Anzahl der bei dem Unfall getSSteten Personen fünf, schwer verwundet sind dreizehn Personen, welche nach GSrlitz überführt worden sind. Von leicht Verwundeten ist amtlich nichts bekannt worden. Die Ziamen der bei dem Eisenbahnunfall in üohlfuhrt Getodeten sind: Herrmann Schäfer aus Beuten O.Schl.; Apothe ker Wiener aus Berlin; Lieutenant Christoph Friedrich v. Kardoff, Berlin; Rittmeister v. Böhm auö Lyck. ; Dr. jur. Paul Wolfs. Berlin. Verletzt sind, jeöoch nicht lebensge fahrlich: v, Kospitzki aus Lichterfelde; Heizer Zippel und Führer Trenner, beide aus BreSlau. Der Schlafwagen und zwei Personenwagen sind stark bt schädigt. Als der Schnellzug Breslau-Berlin in den Bahnhof einlief, fuhr eine Ran girmaschine dem Schnellzug in die blanke. Es erfolgte ein furchtbarer Zusammenstoß. Ein Wagen erster N lasse und ein solcher dritter fuhren direct ineinander. Beide standen alS' bald in hellen Flammen. Ein fürchter. liches Anzftgeschrei ertönte sofort auS den Trümmern, unter denen viele be. graben lagen. Zwei Aerzte, die sich i dem Zuge befanden und selbst verletzt waren, stiegen sofort aus und leisteten den beschädigten Passagieren Hilfe. rf t tt i ", . mne laucy geneute Wöicye war vle Ursache deS Unfalls. Im vunkeisic Belgien. Belgien, daS verhältnißmäßig vollttichste Land Europas, steht in Bezug vx Volksbildung noch immer auf einer sehr tiefen Stufe. In dieser Hinsicht find höchst lehrreich die jetzt erst veröff.ntlichten Ergebnisse der VolkSzählung, welche am 31. Dezember 1890 in ganz Belgien stattfand, da dieselben ge radezu unglaubliche Zustande enthüllen. Die innere Stadt Brüssel ohne Vor ftädte zählte am 31. Dezember 18S0 180.000 Einwohner. Hiervon waren 52.000 weder des Lesens noch des Schreibens mächtig. Dreißig v. H. der örüsseler gehören somit zu jenen Un wissenden, die man z. B. in Deutschland nur noch als Ueberbleibsel alter Zeit bewundert. Noch viel schlimmer steht es in den Brüsseler Vorstädten. So zahlt die königliche 'Residenzstadt Laeken 2ö,000 Einwohner und hiervon sind 11.000 weder des Lesens noch des Schreibens mächtig. Da die Haupt stadt Brüssel als der geistige Mittel punkt Belgiens und als die Stadt gilt, in der die Volksbildung noch auf der höchsten Stufe steht, so kann man sich vorstellen, wie eS damit anderswo, zu mal auf dem Lande aussieht. In Ruß land dürften die Verhältnisse kaim ärger beschaffen fein. Dabei denkt aber d:e Regierung gar nicht daran, den Schulzwang einzuführen, und ihre Or gane werden nicht müde, zu betonen, daß zu viele Schulen im Land, feien. Vl.litärdieust und Nachkomme. sMaft. Gelegentlich seiner Untersuchunger. über die Ursachen der Gewichtsschwan kungen der Kinder im Säuglingsalter machte Dr. Schmid-Monnard in Halle die Wahrnehmung, daß auf die körperliche Entwicklung der Nachkommenschaft der Militärdienst d:s VaterS einen be merkenswerthen Einfluß hat. ES zeigte sich zunächst, daß unter 2700 gefunden Kindern im Alter von 130 Monaten immer obenan 'im Gewicht die Kinder kraitizer Leute standen. Dabei machte sicb aber noch derwesentliche Unterschikd gebend, daß die Kinder gedienter Väter nen bedeutend größeren Brustumfang I Yviit flf.i V . ri.tAAM T n wi.r rc i vifc viiynu 4,uh vicic fcll

genschast d:e Entwickelung des Kindes besonders begünstigt, ist klar. Ein Vergleich der Kinder von Frankfurt und Halle veranschaulicht diese Wahrnehmung noch mehr. Es ergab sich nämlich, daß in Frankfurt a. M..

wo erst nach der Annektirung i. 1. 1866 die allgemeine Wehrpflicht eingeführt ist. die Kinder einen Brustumfang haben, der weit unter dem wünschenswerthen Mittel sieht. In Halle dagegen, wo die Wehrpflicht schon viele Geschlechter ?v r . t.i ri. v. rn ri I veeiunuvi ijai, iji vus Zvrunniv ein et deutend größeres. Als weiteres Er gebniß fand Dr. Schmid-Monnard. daß in der kindlichen Entwickelung Schwan kungen in einer gewissen Gesetzmäßig, keit stattfanden, und zwar derart, daß einer stärkeren Gewichtszunahme immer ein Zeitabscbnitt verringerter Gewichts, zunähme solgt, gegen deren Ende der Turckbruch einer Zahngruppe statt findet. Tann nndet wieder eine stärkere Gewichtszunahme statt. Aehnliche Schwankungen zeigen auch die Zunahme der Korperlängeund deS Brustumfangs. Hierbei sind die Mädchen den Knaben an Länge und. Gewicht um einen oder mehrere Monate voraus. Ein Unter, schied zwischen gestillten und ungestillten Kindern zeigte sich nur insofern, daß die nichtgestillten biS zum 9. Lebensmonat den gestillten an Gewicht-nachstanden; dann sind aber die vorhergestillten die verhältnißmäßig leichteren, eme Er schemung. die ihre Erklärung durch den im neunten Monat stattfindenden Nahrungswechsel finden dürfte. vom Jnlande. In den Ver. Staaten, Ca nada und Australien ist das männliche Geschlecht in der Majorität, in diesem Lande gibt ' eS nahezu eine Million mehr Männer wie Frauen. Die Mehr Keit der Frauen und Mädchen über Manner und Knaben beziffert sich in Großbritannien auf 900.000, eine Zu aadme von 200,000 in zehn Jahren. Deutschland hat etwa eine Million mehr weibliche alS männliche Personen, in Norwegen und Schweden ist daS .schwächere Geschlecht- um 250,000, in Oesterreich Ungarn um 00.000 und in Dänemark um 60.000 stärker als das mannliche. DieersteHinrichtuna, welch. in der Colonie. welche jetzt den Staat Maine bildet, stattfand, wurde im Jahre 1780 in der Stadt ThomaSton an Jeremiah Brown vollzogen, der auf Befehl von General Wadsworth ae bängt wurde, weil er dem Feinde Vor schad und Hilfe geleistet hatte. Brown wurde in einem Wagen, von Ochsen ge zogen, aus den Gipfel deS Berges ge bracht und an einem alten Fichtenbaum aufgehängt, nachdem ihm vorher die Augen mit einem Taschentuch verbun den wurden, daS man von einem Zu ichauer geborgt hatte. Seit jener Zeit sind in Thomaston, da dort das Staats zuchthaus ist, viele gehängt worden, der letzte in 1835 Daniel Wilkinson. Jetzt ist die Todesstrafe in Maine ab geschafft. Eine recht interessant Laufbahn hat der kürzlich aus Siam nach Springneld, O., zurückgekehrte Arzt, Dr. Will R. Lee durchgemacht. In seinen jüngeren Jahren war er Expreß-Fuhrmann. Später ließ ihn die Springfielder PreSbyterianep Gemeinde im New Yorker Medical College studi ren, wo er nach zweijährigem Studium die Prüfung als Arzt bestand. Dann nahm er ein Weib und begab sich mit diesem als ärztlicher Missionär ddj Petckaburan in Siam. Bald nach sei ncr Ankunft daselbst wurde er an den dortigen Hof berufen und übernahm di, Leitung sämmtlicher, dem Prinzen Damrang unterstellten Hospitäler. Die klimatischen Verhältnisse deS Lande übten aber einen so nzchtheiligen Einfluß auf seine Gesundheit auS, daß et iüngst alle Aemter niederlegen und nach Amerika zurückkehren mußte. Nicht geringe Ueberraschung wird es heroorrufen, wenn es bekannt wird, daß Rsliff, bei wunderschöne Landsitz unseres verftor. denen Geschichtschreibers George Bancroit, an Herrn Hermann OelrichS ver kaust worden ist. Kein Landhaus im Staate Rhode Island hat eine Be. rühmtheit wie .Rosecliss- mit seinen prachtvollen Rosengärten, auf die der Geschichts schreibe? ganz besonders stolz war. Hirr OelrichS heirathete vor etwa einem Jahre die Tochter deS Se nators Fair von Nevada; seine Gattin bentzt in ihrem eigenen Rechte ern sehr großes Vermögen und ihre permanent Niederlanung auf Rosecliffe ist eine be schlossene Thatsache. DaS Landgut uegt an Ochre Point mit emer Pracht vollen Aussicht auf den Ocean. Dtt nächsten Nachbarn sind Cornelius Van derbilt und Louis Lorillard. Daß hölzerne Landhaus wird abgerissen und Herr Oelrichs baut emen Stern Palast an seine stelle. -Ein .Waldmensch ist kürz, lich in d,n Wäldern von Marion Countu in Califormen gefangen wor den. Er hatte dort schon längere Zeit sein Wesen getrieben, sich aber seiner Einfangung immer vermittels seiner flinken Füße zu entziehen gewußt. DaS Auffinden geschickt aus Pferdehaaren hergestellter Wachtelfallen führte zu sei ner Entdeckung. Ostmals gelangten Leute, welche auszogen, um den sonder baren Kauz einzufangen, ganz in seine Nähe und da sahen sie dann ein kleines Männchen mit langem, wallenden Haupt- und Barthaar und in zerfetzte Kleider gehüllt, sich flink wie ein Reh einen Weg durch daS Dickicht bahnen, in welches die Menfchenjäger sich aber Nicht blne getrauten. Dem Constable? Ramage war eS vorbehalten, neulich im Walde ganz zufällig gegen den Gesuch. ten anzurennen, den er dann nach dem Countvsitz HaywardS zum Richter Henfhaw brachte, um seinen geistigen Mstand unter ucyen zu lauen. Der ver lumpte Kerl gab auf vieles Fragen end lich zur Antwort, daß er Louis Kanocky heiße, 33 Jahre alt und in Pataluma zu Hause fer. Er wurde in eme Irren f 4 : anstatt gezaziar. E i n merkwürdiger Jak, . . . . , - . - von sazla uar , r ver eines trüberer BahnwachterS Namens Michael Fer. nan, welcher in der Nähe von Factorv' ville, Pa., wohnt. Forman lst ungefähr fünfzig Jahre alt, nahe den Seeen von Killarneq in Irland geboren und als

Knave eingewandert. Lerne Jugend verlebte er in Elizabeth, N. I.. wo er. mehrere Jahre für die Delaware, Lackawanna und Western - Bahncom, pagnie arbeitete, sich verheirathete und dann vor etwa zehnJahren nachFactory-

ville zog, sich erne Farm kaufte und wohlhabend wurde. Er führte ein soli deS, nüchternes Leben, und war thätig. AIS jene Compagnie anfing, ein doppelteS Geleise zu legen, nahm er eine Anstellung als Wächter eines Tunnels an, der nahe semer Wohnung gebaut wurde. Fernan erfüllte seine Pflichten als TunnelWächter m der Nacht gewissenhaft und arbeitete nebenbei am Tage fleißig aus seinem Land. Er schlief sehr wenig und zuweilen mehrere tagelang beinah garnicht. Er fühlte, als ob er als star ker, gesunder Mann keines Schlafes bedürfe und so setzte er seine Arbeit Tag und Nacht fort, bis er ,m Herbst 1887 infolge eines heftigen Kopfschmerzes gezwungen wurde, feine Arbeit einzu stellen und das Bett zu hüten. Er wurde halb toll im Kopf und raste mehrere Tage in einem hitzigen Fieber, so daß er seine nächsten Angehörigen nicht mehr erkannte. In diesem Zustande verfiel er schließlich in einen tiefen Schlaf, aus dem ihn Niemand erwecken konnte. Aerzte wurden geholt, aber, auch sie waren machtlos, den Schläfer zu wecken und in diesem Zustande liegt der Mann jetzt noch. Seine Familie glaubt, daß er zuweilen Bewußtsein hat. Vor einigen Monaten wurde eins seiner Kinder bestraft. Fernan bekundete große Unruhe und murmelte unzusammenhän gende Worte und als kürzlich einer feiner Söbne gestorben war, da schluchzte und weinte der Schläfer ganz bitterlich, zeigte aber sonst keine Spur eines BewußtseinS. . Vor etwa zwei Jahren glaubte feine Familie, er würde sterben, sie kniete vor feinem Bette nieder und betete. Zu ihrem Erstaunen aber rich. tete sich der .Sterbende- plötzlich in die Höhe, sitzt im Be:t aufrecht, fällt aber gleich wieder zurück und schläft weiter. Obgleich Fernan nun schon vier Jahre im Bett liegt, so sieht er doch noch gradt so gesund und rüstig aus, wie früher. Er ißt regelmäßig zweimal deS TageS :ud sein Schlaf scheint schmerzlos zu Seine Familie hofft, daß er doch von dieser merkwürdigen Schlaf iöst werden wird. yreno oec er nen aq Monate dieses Jahres sind nach amtlichen Berichtn 1,638,981 Sack Kaffee aus Brasilien erportirt worden und zwar 433.248 Sack nach den Ver. Staaten und 1,203,138 Sack nach Europa. eine bedeutende Zunahme gegen den entsprechenden Zeitraum des von gen JahreS. Der neu errichtete Hafenplatz Ceiba in Honduras hat mit den Ver. Staaten Handelsbeziehunzen angeknüpft und in der Hälfte des vorigen Septembers wurden von dort 39,000 Bananenbüfchel nach New yjozt ver schickt. Eine neue Erfindung, die jedenfalls im nächsten Sommer lohnende Gewinne bringen wird, ist ein gewebter Gummi-Handschuh, der zum Schwimen beim Baden gebraucht wird. An. fängern im Schwimmen wird es meistenS schwer, ihre Finger im Wasser zusammenzuhalten. Mit diesen SchwimmHandschuhen wird Abhilfe geschaffen, man kann daw't um die Wette mik einem .NeufunN n r sckwimmen. ' Vor Auslande. In HenneauinS .Lili gibt es eine klassische Episoden-Figur: einen .Erbonkel-, den seine Familie is Anhoffnung eineS baldigen sanften Hinscheidens auf einen Riesenbetraz ver sichern läßt. Die Jahre fliehen dahin. die Familie ist steinalt und der .Erb vM- dazegen so jung geworden. da er erst jetzt anfängt, allen Balleriner den Hof zu machen. Die VersicherungS Gesellschaft macht ein glänzendes Geschüft dabei. Ein Pendant zu diesem Helden deS VaudevilleS lebt derzeit in Ungarn und hat erst vor einigen Tagen Budapest auf der Reife nachdem Alföld passirt, nur. daß die Assecuranz-Ge-sellschaft, bei welcher dieser Methusalem versichert ist, ein weniger rentables Geschäft entrirt zu haben scheint. Del Jubelgreis, er zahlt vorläufig blos 86 Jahre, heißt Paul Riavicsky, ist ein ungarischer Serbe und war ehedem sehr reich. Vor sechszehn Jahren übertrug er gegen eine hohe Leibrente sei Vermögen an eine Versicherungsgesell, schaft und seither er hat nicht Kini noch Kegel durchkreuzt er Gottes weite Welt. Er hat in den letzten Iah. ren Palästina, Indien und ganz Asier durchstreift, Europa gar nicht gerechnet, welches er von den norwegischen Fjords bis zur sicilianischen Spitze des italieischen Stiefels kennt. Jetzt besucht er wieder einmal seine Heimath Ungarn und geht dann, um erne Augenoperation an sich vornehmen zu lassen, nach Wien und von da über Calais und London nach Chicago, zumal die dortige Wel: ausstelluna nicht complet wäre ohne die fen ungarischen Weltreisenden, der. wenn nichts Sonderliches dazwischen kommt, die paar Jährchen, die ihn vov den hundert trennen, sicherlich noch überleben wird schon damit dii .Afsecuranzen" sich ein wenig ärgern! Die letzte chinesische Post bringt die Kunde von dem Tode des Gouverneurs der Provinz Shantung. Cyang Nao, emes der höchsten Würden träger des himmlischen Reiches. Der Verstorbene hatte eine höchst abenteuer liche Laufbahn hinter sich, die an di. arabischen .Märchen der 1001 Nacht' erinnert. AuS .niedrigem Stande her vorgegangen, mußte er in seiner Ju gend wegen eines Mordes, den er ar dem Peiniger emes allen ManneS be gangen hatte, flüchten. Er ging unter die Rauber. Als dann Ausständige di, Hauptstadt der Provinz, KruSze bedroh ten, erließ der Gouverneur eine Bekannt machung, in welcher er die Hand seiner Tochter dem Manne versprach, der dn Stadt retten würde. An der Spitze vor ö00 Banditen schlug Chang die Ängriss, der Rebellen ab und führte am nächster Tage als Lohn für seine Tapferkeit di, schlitzäugige Schönheit heim. Nun stieg er rasch empor. Der Reihe nach würd, er zum Mandarin der 6. Classe, zum Gouverneur-. seiner Heimathstadt unr "zum Vice-Gouverneur der Provinz erhoben. Er führte dann einen mehv iäbriaen Kriea in den Wildnissen de,

Mongolei, in dem er sich mlt solchem Ruhm bedeckte, daß er zur Belohnung für seine Dienste zum Gouverneur dn Provinz Shantung ernannt würd-. DeS Lciens und Schreibens nicht mäa tig und von größter Rechtschaffenheit, starb er arm, wie er geboren war. Du Bewohner von Shantung nannten ihn wegen seiner Wohlthätigkeit .Chan",

den blauen Himmel. Gegen die Curo päer und namentlich gegen die Mifsio nare war er dagegen nicht immer gerecht. In der Gemeinde Szanad in Ungarn lebte ein armes Bäuerlein, Pero Bati. mehr schlecht als recht, in drückenden Geldnöthen und wußtk nicht wo ein, wo aus. In einer schlaf, losen Nacht fuhr ihm ein herrlicher Gedanke durch den Kopf, und am nächsten Morgen setzte er sich hin und schrieb den folgenden klassischen Schreibebrief: .Hochwohlzeborner und hochge. borener Herr König! Meine Kuh ist mir krepirt mit Respect zu sagen den Kukuruz hat mir der Hagel er schlagen, der gottlose Exekutor plag! Micy, oozwar er ver eoairer meines Schwagers ist, Geld gibt mir keine lebende Skele weil wir in Szanat auch keines haben und da möchte ich denn bitten, wenn mein gnädigster Herr König so ein paar Gulden hätte, die er gerade nicht braucht bei Gott, ich zahle sie mitsammt den Interessen nach dem nächsten Kukuruzbrechen zurück. Wonach ich recht gute Gesundheit wünsche, der Herrgott möge meinen gnädigsten König, sein hohes Haus uni die theure Familie leben lassen und W0' nach ich die schönen Hände unserer hoch gebornen Frau Königin küssend unk alles Gute wünschend, verbleibe meine! Königs Majestät treuer Diener Perc Bati.- Die Antwort auf dieses originelle Majestätsgesuch ist nicht ausge. blieben. Die Kabinetskanzlei holte bei der Szanader Gemeindevorstehung Er kundigung ein, ob dieser Pero Bati thatsächlich in so bedrängter Lage sei: Und wenn die Auskunft die Klage des armen Teufels bestätigt, dann läßt ihn der gnädige König sicherlich ein paai Gulden, .die er gerade nicht braucht-, zukommen. Eine heitere Verordnung ist vor einigen Tagen von der englischen Eisenbahnverwaltungen er lassen worden. Engländer haben dik Gewohnheit, ihre Füße auf Stühle, Tifche. Fauteuils und sonstige nützlich. und für ganz andere Zwecke bestimmte Möbelstücke zu legen, wenn sie eS sich recht bequem machen wollen, und das wollen sie meistens immer. Natürlich machen die Engländer von dieser schö nen Sitte auch auf Reisen Gebrauch und die Plüschsitze in den Eisenbahnwaggons erster und zweiter Klasse nehmen rn solge der zärtlichen Fußtritte der GentlemenS recht rafch ern schabiges Aus sehen an. Die englischen Eisenbahn Verwaltungen haben nun unlängst in den einzelnen ToupeS grellrothe Zettel anschlagen lassen mit der herzbewegenden Inschrift: .Die Herren Reisenden werden hoflichst und freundlich er sucht, ihre Füße nicht auf die gegenüber liegenden Litze zu legen. Unter den itzbanken stehen kleine Funschemel. Die Einführung der Fußschemel war jedenfalls sehr gut gemeint, aber trotz dem nicht geeignet, die Reisenden zufrie den zu stellen. Diese kümmerten sich wenig oder gar nicht um die .höfliche Bitte" und legten ihre Füße nach wie vor auf die gegenüberliegenden Sitze. Da kam die Eisenbahndirection tn Glasgow auf einen genialen Einfall, der sofort den Beifall aller anderen Bahnvrnialtungen fand. Seit einigen Tagen liest man in den CoupeS erster und zweiter Klasse fast aller englischen Bahnzüge folgende Worte, die aus einem rothen Zettel prangen: .Die Herren Reisenden werden höflichst er sucht, sich auf die Erde zu setzen und die Füße aus die FauteuilS zu legen." Anfangs ärgerte man sich über diese komische Verordnung, dann lachte man darüber, und jetzt soll man wirklich so weit sem. aeaen ste zu handeln. Man setzt sich wieder artig auf die für daS Sitzen bestimmten Polster und stellt die Füße fern manierlich dorthin, wohin siö M 5 Azoren, namiicy auf oen Lrunoooen. Ueber die Schriftstelle. kin Fraulem vr. pdil. Helene Drusch komitz, welche während eines Besuchs m Linz plötzlich wahnsinnig wurde und der mederösterrerchiichen Landesirren anstalt übergeben werden mußte, bringt das Neue Wlener Tagblatt nähere An gaben. Die Dame war danach sehr begabt und besaß ein außerordentliches Winen. Em seltener Fleiß und nich gewöhnliche geistige Elasticität waren lyr immer eigen gewesen, wie dies schon daraus erhellt, daß sie im Alter von 20 Jahren daS Toctordlplom errang. Fräulein r. ')ru cvkowik oatte rn Wien am Piaristengymnasium ihr Abi turientenexamen bestanden und an der Züricher Univerzität promornrt. Die yemen, vie ne behandelte, waren den Studien angemessen, die sie auch weiter m:t nnverändertem Fleiße trieb. vorwiegend ernster Natur; sie schrieb llterarische, historische und kritische Auf sätze und versuchte sich häufia an phifo sophischen Problemen. Bald oblaa sie mit allem Eifer Studien über Mystik. . "M - - yr Vei t verlor aber allmählich an Selbstständigkeit und Kraft, bis endlich die Krankheit zum Ausbruch gelangte. ES existiren von der unglücklichen Schriftstellerin Lustspiele, in denen mystische Denkart als Grundzua das Stück beherrscht. Die Aeußerung von Aerzten, welche die Kranke behandelten, geht dahin, daß bei dieser das Maß ursprunglicher Kräfte m keinem Ver hältniß zu der Anspannung stand, die sie sich auferlegte, daß eine geistige Organisation Schissbruch gelitten, die durch die Natur nicht bestimmt erscheine. sich mit solchem Ballast zu beladen. Mit einem Wort, die geistige Qualm cation des WeibeS sei im Allgemeinen minder widerstandsfähig, als die des Mannes. Diese Anficht habe sich so die Meinung der Aerzte in diesem traurigen Falle wieder bestätigt. Frau lein Druschkowitz bildete sich ein, daß sie die Tochter des Fürsten W. sei und ein Prinz sie bald abholen werde, um sie zu heirathen. Ihr Benehmen isl ein sehr ruhiaeS. Die Unglückliche, die zu Hietzing geboren wurde, steht jetzt im 34. LebenSlahr; sie lebte zumeist in Dresden. -

Eisenbahn - Tabelle

Ankunft und Abgang der verschiedenen Eisen bahnzüge im Union Depot, Jndianspolis. Vandalia. Abgang Poztzug Erxreu , Erpreß , Accsmodation .... Expreß Expreß Ankunft Erpreß Expreß Accomodatton.... Erpreß , Schnellzug Accomadation ... 30 ?m ...11 m:n ... 1 00 Am ... 4 00 3i:n ... 7 00 Rm ...II 00 ... 3 30 31m. ...4 15 Pm ...10) Vn, ... 2S0PM ... SSOVm ... 7 4.', Nm Cleveland, Cincinnati, Chicago und St. Louiö. Indianapolis und Cleveland Division. Abgang Expreß 6 30Vm Expreß s 3., Vm Expreß N 45 Pm Limited Expreß... 3 20 91m Erpreß 6 45 Nm Ankunft Exvreß 7 00 Bm Erprev . . 11 10 rn Limited Expreß II 55 Vm Erpreß 5 00 9cm Expreß ...10 50 91m St. Louis Division, Abgana Erpreß . ....... .... 7 30 Vm ...,12 03 3irn nmted Expreß... ... Expreß ...... Erpreß, täglich .... 5 20 Nm ....10 55 Nm Ankunft Expreß täglich. .... . .... 3 20Vm .... 9 25Vm Expreß Limited Expreß....... . Expreß 2 55 Vm 6 20 Vm Chicago und Cincinnati Division - östlich. Abgang Schnellzug 3 55 Vm af v i i- - y üictumuoantm lagucg Accomodation 10 55 Vm Postzug 3 M Nm Accomod. (nur Sonntags). 5 00Nm Accomodation 6 45 Nm Ankunft- Rushville Accomodation. 10 35 Vm Postzua 11 50 Vm Jnd'pls Acc. (nur Sonnt.).12 35 Nm Accomodation 5 00 Nm Accomodation 10 45 Nm Schnellzug 12 15 Nm Chicago und Cincinnati Division westlich. Abgana Accomodation 7 10 Vm Scbnell'o t 12 01 wrn Lamvette Accomadation 5 15 Nm Schnellzug. 12 30 Vm Ankunft Schnellzug 20 Vm Lafavette Accomooanon . . . 10 4. m Schnellpost 2 50 Nm Accomodation 6 15 Nm Peoria Division westlich. Abgang Expreß 7 45 Vm " .r- r .rt f k-t 1. ixprey um Tanville Accomodation .... 5 05 Nm Expreß 10 52 Nm Ankunft Erpreß 3 15 Vm Danmlle Accomodation.. . . 10 40 Vm Expreß 2 40 Nm Expreß 35 Nm Peoria Division östlich. Abgang Expreß 3 35 Vm Accomooauon a m yim Erpreß 3 05 Nm Ankunft Expreß ...11 45 Vm Accomodatton 9 00Vm Expreß 10 30 Nm Lake Erie und Western. Abgang Expreß Expreß Expreß Schnell'Expreß . 7 15 Vm , 120Nm . 7 00Nm .11 10 Nm Ankunft Schnell'Cxpreß . 3 20Vm Expreß 10 30 Vm Ervrek 2 50Nm Lrvreö 20 Nm Plttsburg, Cincinnati, Chicago und St. Louis. Indianapolis Division. Abgang Erpreß 4 45 Vm Columbus Accomodation.. . Vm Erpreß 3MM Nkckmank Slecomodation. . . 4 00 Nm Ervren 5 30 Rm Ankunft Richmond Accomodation 9 00 Vm Schnellzug 11 40 5?rn Erpreß 12 50 Nm Accomodation 3 4) Nm Erpreß 6 50 Nm Expreß . 9 00 Nm Chicago Division via Kokomo. Abgang Expreß , Expreß Ankunft Expreß Expreß .il5Vm .11 30 Nm . 3 30V M . 3 45Nm Louisville Division. Abgang Expreß 3 40 Vm Louisville Accomodation. . . 8 00 Vm Schnellzug 3 55 Nm Accomodation 4 3) Nm Ankunft Acconiodation 10 25 Vm Schnellzug 11 00 Vm Accomodation 6wNm Spezial täglich 10 50 Nm Cincinnati, Hamilton und Indianapolis. Abgang Expreß 3 55 Vm Cincinnati Accomodotisn . . 10 45 Vm Expreß . . , Expreß . . Expreß . . . 3 0UNm . 3 30Nm . 30 N m . 915Vm .11 15 Vm . 7 45Nm . 10 55 Nm Ankunft Accomodation Expreß Expreß Expreß , Expreß 12 35 Vm Indianapolis und Vincenncs. Abgang Expreß 7 30 Vtn VincenneS Accomodation.. . 4 10 Nm Ankunft Vincenncs Accomodationll 00 Nm . Expreß 5 05 Nm Cincinnati, Wabash und Michigan. Abgang Expreß 6 30Vm Expreß 11 45 Vm Expreß 6 45 Nm Ankunft Expreß 11 10 Vm Expreß 00Nm Expreß 10 50 Nm Indianapolis, Decatur und Western. Abgana Expreß Accomodation SchnellExpreß Ankunft Schnell'Cxpreß .. Accomodation Expreß .... 8 30 Vm 4 20 Nnt .... 11 00 Nm 3 30Vm ....10 10 Vm .... 4 45 Vm Louisville, New Albany und Chicago. Abgang Expreß 12 40Vm Expreß 11 35 Vm Monon Accomodation 5 20 Nm Ankunft Expreß 3 25 Vm Monon Accomodation 10 40 Vm Expreß... 3 20Nm 9S0fl0.M nr I bfnirini. f John B. Goo4w:ia.'J lujrJi.Tji 01 k für li. ICtiler, yom tutf Bol hm aiurh. but na tcach yoaqulckl hoc !., froni Ci lo Ol t tl Ort, and Dior yom so cm. Both kim, 11 . 1h wny )artct ininn,;nni muomn &ni :r. iui mtl our tluicor (oar omenta uir ta tb work. All U b.w. Orl nv fctKt f( rjr worker. V Urt you, AntiUiit rrthlnr. CAS1LT, PSEIMLT lara.d. rKTXUM KEE. AäAnm .1 mnu XUkiwX JUUK.

ipn j r (

ilr c j i

11 .. - r

Fcuer Alarm - Signal

4 Pennsylvania und Market. . Englishs Opernbaus. 6 Gau und New ?)orf. 7 Rodle und Michigan. 6 New Jersenstr. und MassachusetS Ave 9 Vine und Rorih. 10 Äarket und Pine. 11 Hauptquartier des Feuer-Depart'mtS. 12 -t. Elajr und Elst Str. 12 No. 2 Spr'nhÄ, HiaL Aue. nahe Noble. 13 Delaroare Str. und ort Wa?ne Ave. 14 New Jersey Str. und Fort S&aynt Ave. 15 Peru Str. und Massachusetts Ave. 16 Christian Ave. und Ash Str. 17 Park Ave. und Autler Str. 13 Columbia und Älalolt Ave. 19 Archer und Jobn Str. 23 L!o. 9 Schlauchhsus, Äsh und 7. Str. 24 Alabama und Siebente Str. ,25 Central und Lincoln Ävenue. 23 Landes Str. und Lincoln Ave. 127 Columbia und öill Ave. 23 Central Ave. und Achte Str. 23 Ausstcllunas(Zcbäude. 131 Lllabama und Morrison Str. 132 Rohampton und Achte Str. 134 College Ave. und Zehnte Str. t-. i. . . ioa ome Ä.ve. uno earoare rr. 13 Äiadama und North Str. 137 RMmann und Achte Str. 1.J8 College Ävenue und Jrniln. zi Jllmois und St. Jviept) Ltr. inoisstr. Lg Mississippi und St. Clair Str. 27 Illinois und ÄiÄiqan Str. 23 Pennsylvania und fünfte Str. 29 Mississippi und Vierte Str. 212 Tcnnessee und William Sir. 213 Pennsylvmua und Wichigan Str. 214 Illinois uild Herbert Sir. 215 Waisentzsimath für Zarbiae. 21g Tennessee und Erste Sir. 217 MeridtQn und lcöente. 213 Clifford und Jefscrson Avenue. 31 No. 1 Spr'uhZ.. Ind. Ave. u.Mtch. Et. 32 Meridian und Walnut Str. 34 California unp Bennout Str. 35 Blake und New Psrk Str. 36 Indiana Ave. und Ct. Clair Str. 37 Etadt.Hospital. 33 Alake und Nötth Str. 39 Michigan und Aanes Str. 312 West und Walnut Str. 313 D?e:t und Tritte. 314 Siebente und Howard Str. dlo Torvet und Paca Etr. 316 Tennessee und 1. Straße. 41 No. 6 Spr'nhauS. Wach, nahe West Str. 42 (?eitzendorf und Washington Str. 43 Missouri und New gort Str. 45 Meridian und Washington Str. 46 Illinois und Otzio Str. 47 Tennch'ee und Washington Str. 43 jttnaail's Schlachthaus. 43 Indianola. 3 EquarcS vom Fluß. 412 Missouri und Maryland Str. 413 Mississippi und Wabash Str. 415 Morris und Church Str. 421 O. I. u. W. Nundhaus. wcstl. vom Fluß &J Jrren.AM. 124 Mileu Ave. und National Noad. öl ?to. 4 Spritzenhaus, Illinois u. Merrill. 52 Illinois und Louiftana Str. 53 West und McCaNo Str. 51 West und South Str. 56 Mississippi und Henry Str. 57 Meridian und Nay Str. 53 No. 10 Schlauchhö. MorriZ u. Mad. Av. 53 Madison Ave. und Tunlap Str. 512 West und Nockwood Str. i13 jlentucky Ave. und Merrill Str. 314 Union und Morris Str. 516 Illinois und Äansas Str. 517 Morris und Takota Str. 513 Morris und Church Str. 51 Tennesfee und McCartu Str. SN Meridian und Palnr Str. 523 MorriS Str. und Gürtelbahn. 524 Madison Ave. uud Minnesota Str. 61 Ao. 2 Haken u. Leiter-Haus. Southstr. Hl Pennsylvania Str. und Madlso Ave. 63 Delaware und McCart? Str. 1 Cast und McCarty Str. 65 New Jersey und Merrill Str. 67 Birginia Ave. und Aradshaw Str. 63 East und Coburn Etr. 69 Pennsylvania Str. und Madison Ave. 612 McKernan und Tougherty Str. 613 East Str. und Lincoln Lane. 314 East und Acecher Str. 615 Noble und South Str. 71 No. 3 Epr'nhMS. Äirg. Ave. u. Hun. 72 East und Georgia Straße. 73 Cedar und Clm Str. 71 Benton und Georgia Ctr. 75 English Ave. und Pin Str. vc Ditton und Bcttcs Str. 73 Wo. 1Z Epr'nliaus. Vrospekt u. Tillo. 79 gleicher Ave. nd Dillon Str. 712 Exruce und Prospekt Elr. 713 Enqlh'lz Ave. und Laurel Str. 714 Willow und Olive Str. 715 CHelby und Beecher Etr. 716 Deutsches Waisenhaus. 713 Orange und Laurel Str. 721 Lexingtsn Avenue und Linden Ctraße. 723 Zvletcher Avenue und Cpruce Straße. 24 Tucker und Dorsey'ö Fabrik. 81 Market ur.d New Jersey Str. 82 Washington und Delaware Str. 83 East und Pearl Str. 64 New Port und Davidlsn. 85 Taubstummen-Anftalt. 66 Ver. Staaten Arsenal. 87 Oriental und Washington Str. 69 ??rauen-Rcformatoriüm. 812 Ro. 8 Schlanchhaus. Cst Wash. Str. 313 Market und Neble Str. 614 Ohis und Härvey Str. 315 Arsenal Avenue und Oh!o Straße. 621 Psn Handle Eisenbahn. Thsps 323 Walcott und Carter Str. vl No.7 Sxr'nhaus,Msryland nahe Mer!d. 92 Meridian und Georaia Ctr. S3 Meridian und Süd Str. 94 Pennsylvania ur.d Louisiana Str. SZ Alabama Str. uäd Virginia Are. Spezial Signale. Ersten 2 Schläge, zweiter Mann. Zweiten 2 Schläge, dritter Alarm. Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. 1-2-1 Feuer aus und Schlauch aufgewicrett 3 Schläge, nenisier Wasserdruck. 3-3 mehr Wasserdruck. 12 Schlöge, 12 Uhr Mittags. Die ersten 12 Signale erden voll' ständig aufgeschlagen, bei den folgende werden die Hundert. Zehner und Einer Ziffern getrennt gegeben. Die kürzeste und direkteste Route Got, Most, Zlord, SUd. Vestibül Zuge mit dcn feinsten Parlcr Lchnstühle und Speisewagen, mit Dampf achei;t und rnit Etckrrizität beleuchtet. Die schönsten Eisen babmüge in dcr Welt. Tie vor;ügliche Beschaffenheit der Geleise und der Maschinerie acscattcn die größte Scbnelligkeit bei qrcßtcr Sicherheit. Die ein;ize Linie, welche ihre Passagiere nach dem Lrand, Central Bahnhof in New I o r k bringt und ihnen dadurch zwei Shrn den Zeit spart. Die Einfahrt in Chicago ennoglicht einen Ucbcrblick über den Micbigan Avenue Boulevard u. die schönsten Strafen der Stadt. Die Züge lausen in den Central Bahnhof von Cincinnati, die Union-Depots von Cleveland, Buffalo und Albany, fmierSt. Louis, Peoria. Tie Dfnc in JndiknopvliS befindet sich i: S!o. 1 Olt WashiNZton Straße, No. 138 Süd Illinois Straße, und dem Union Bahnhof,, wo Tickets nach allm Theilen der Ver. Staaten, Canada und Meriko zu den niedrigsten Raten zu bekommen sind, und alle gewünschte Auskunft ertheilt wird. - ;'- Oscar G. Inrray, VerkehrsdirektorD. B. Martin, Gen. -Pass. Agt II. Zl. Lronkon. Hilft Een.Pass Ägi Zndinavolij, nd.

23 Pcnnwlvanma unv ratt Str. 84 Meridian und Zweite Str.

25 No. 5 Svr'nhauS. 6. nahe Jll

ryyi VfVsS i'lJri ks aif MM vV'