Indiana Tribüne, Volume 15, Number 44, Indianapolis, Marion County, 1 November 1891 — Page 3

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v - ;-: "' - , 5"'. vISS crs Sritzche. Erzählung von Gräfin, M. ,vsrllttg. (12. Fortsetzung. ,Jch erllärte ihm rundweg, mit der Verlobung, die , aufrecht, halten wollte sei es nichts, . und als er die Sache tragisch . nahm, packte ich nies, en Koffer. Um noch auftichtißer zu sein: ich finde selbst, ich habe das Glück zu entkommen beinahe nicht verdient, bin aber doch froh, daß es mir geworden ist. Ich überlasse den fchoneil Krieger ieht herzlich gcrn llebevolleren Händen, die da? Geheimniß noch nicht ergründet haben. Ich rechn bei diesem für den bekreffenden Herrn so wenig schincichelhaften Geständnis jedoch natürlich auk Ihre Diskretion,- schloß sie mit einem oei traulichen Lächeln. daZ ihren Zügen eine liebensmJrdkge Wörme zab. VlödenöachS faltiges Gesicht plattete sich bedeutend. Aber das versteht sich za ganz von selbst," sagte r und erwog km Innern, wie weit er der Aufrichtigkeit des Se standniffcs trauen dürfe. Eine Viertel stunde darauf war die Frage dahin erle dlgt, daß er ihr völlig vertränke und sich son den Reizen seiner lebhaften Freun hin wieder ganz umstricken lief;. Natalic schied sehr zufrieden. Der Versuch war sehr gewagt gewesen Zehr! wäre er mißlungen, dann nun. Sann roare e5 eben der letzte verzweiselte Schritt und mkt ihm alles verloren ge; wesen! Aber eben um deswillen war er ihr als geboten erschienen, denn viel mehr war fa im Grunde ' nicht zu ver liercn,- als so schon verloren roar. Nun er aber geluugm, war es ein couj de niaitre und als solcher hatte er NatattenZ ganze blendende Laune wiederhergestellt, daS alte Vertrauen in ihr Wollen und Können, und frohlockend sagte sie sich, dem Muthigen lächle das Glück. Vierzehn Tage danach war Wen im Stande, seine Briefschaften selbst wieder einzusehen. Mit nervöser Hast öffnete tt ein elegant eingeschlossenes Schreiben on großer kräftig geführter, Hand. Es enthielt die wenigen, Worte: "Ich habe mich überzeugt, daß roii nicht zu einander passen, und gebe Ihnen Ihr Wert zurück. Leben Sie wohl. Natalie, Gräfin Walde zu Waldensau. Ihm war, als fühle er sein Vlut etzt erst vom Fieberdruck befrei und den leichte Puls der Genesung in seinen Ädern. Das Gefühl, daß dies wieder zewonnene Lebe nach vollen Werth für Lt)n habe, gab ihm eine wohlige Kraft zurück. Nnd nun zum erstenmal seit dem Tage, an dem er entdeckt hatte, daß sie ihmFrkederikens Briefe entwendet, fühlte er fug fähig, auch der guten EigenschaftZen seiner Retterin wieder ancrkennend zn gedenken. Die Dankbarkeit für da?,' was das energische Mädchen für ihn go shan, bekam wieder reichen Raum Ja seiner Seele. Er legte di erhaltenen Zeilen in feine Taschenmappe zu dem Papierstreifen o gleicher Hand der schon darinnen lag. Längst wußte er jetzt, von wem ihm der Streifen kam, ' las ihn aber ge tzankenvoll nochmals. .Ware der Zettel ein Pfeilund wüßte Wunden zu schlagen. Bäte ich Amor, den Gott, mir zu Dir ihn zu tragen. Lber Amor, der Schelm, laulcht Pfeile im 9?it Ach. und trüg' chn vieUeicht einer nderen zu. Und eS wollte dem Lesenden, jetzt fcheist'en, ' als' haöe etne Ahnung der Dichte, rin die Verse eingegeben und als fei, was sie Gures und SchlkmmeZ an ihm gethan, auch die Eingebung eines Fa tumS gewesen. Als solche konnte er daZ letztere entschuldizen und für das erstere lhr aufrichtig dankbar sein. Die bedeutsamen Ereignisse hatten ihren Fortgang genommen; langsam für die, welche in der btaiä)tn Heiwoih sehnend die Rückkehr der Sieger encar teten; schnell für die. welche mtt krregerischem Verständniß den Kamps n je? nen Orten leiteten, an welchem das Verzweifelte Frankreich immer noch den letzten, trotzigen Widerstand leistete. Auch die für fast unausführbar gehal tene Arbeit, das Herbeischaffen der ei lagerungSgeschütze, um Paris zu be schießen, wgr bewältigt worden. Mann waren die ersten feurigen Grüße in die umschlossene Stadt geflogen. Im Dezem ber hatte der Mönt Aoröut sein letztes orlaukes Wort gesprochen und war dann aus' die AntWsrt der Deutschen hin. in ein Schweigen versunken, da? den Pari lern fchreckenbedeukender war, als der Lrm, der vorher ihn umtobt. Am s. Januar hub an auch mit dem Vefchie ßen der JortS un Südmesten an. Asten war kurz vorher nach Versailles ubergesievelt, um dört im Hospital des Schlosses wettere Pflege zu finden So, bald er sich sohl genug fühlte, ollte, die Reise in die Heimath antreten denn tt war keine Aussicht für ihn, daß er en diesem Kriege noch feibstthZlig ihkilneh, men konnte. Die langsame SLiederkehr seiner körperlichen Klüfte aber brachte ihm das Miterleben Pa'eh Ereig ,UsseS, welches voraussichtlich das größte felues Jahrhundert bleibe wird. Am 13. Januar fand tm Schlosse zu Versailles die Versammlung statt, welche Wilhelm I. als deutschen Kaiser proklamirte. Die Ernte de deuljchcn, Sieges wurde "eingeheimst, in jenm selben Saale, an dessen Decke der kleine, eitle Zranzosenkönig, ivelcher sich der Große nannte, , sich , hatte als Gott i, rnslea lassen: Deutschland, ! dem 1 er ; Straßburg mitten im Frieden gestohlen und die blühende Pfalz verwüstet hatte,, gesesselt zu seine Füßen. , ' Eben dies Deutschland sang nun in jenem Saale sein Dankgebet für den Sieg, der ihm Straßburg zurückgebracht, begrüßte, in? mitten aller silier Äanner, die sich zm erstenmal uch nahezu 70U Jahren wiev

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!lt i - l - 'i!'!:;;;sill& - r. .!, - ' , " ' .,-.: :' ':"-'t:":::,!" '" '-, ' ' ' '" 1 "'; ver eine Oberhaupte neigte. Wilhelm den Siegreichen, seine neuerwShlten Kaiser. Als Rsten die Mächtige Gestalt de, Reichskanzlers vor Ihren ehrwürdigen Herrn hintreten sah. und jenes schone schlichte Versprechen hörte, welches Wil. Helm L nachmals so herrlich gehalten hat: er wolle feig Volk in Frieden .zum Gedeihen führen, fühlte er. daß sein, Augen gesehen, was die Wünsche und Thäte der Edelste seines Volkes ge zeitigt hatten. . Zwei Tage darauf betrat er, ehe er den Nuckweg in die Heimath antrat, gleichsam zum' Abschied. daS neueste Schlachtfeld. In der Nacht nach der Proklamation M Kaisers, vom 13. auf den 10. Januar, hatten die Franzosen wieder einen Ausfall gemacht, diesmal vom Mont Valerien aus in der Stich tung nach St. Eloud. Von den Deutschen erwartet, wurden sie am Abend deS 19. abermals' total geschlagen. DaS war des deutschen HereSetzte. nur allzu verlustreiche Waffenthat. Als Asten über das Schlachtfeld ritt, sah auch er zum letztenmal übereinandergefallene, verstümmelte Leichen, deren verzerrte Gesichter bleich zum .Himmel aufstarrten; Pferde, welche eben der unter ihren Herren lagen, oder blutend, mit klagenden, Gewieher Über'S Feld hinirrten. Am Eingänge des ParkeS stauten sich die Leichen förmlich, hier war das GeZecht am heftigsten gewesen. Frekscharle? waren hier ihren Pariser Brüdern zu Hilfe gekommen. Asten sah die blauen Blousen, und sein Gesichl ver sinsterte sich. Er dachke an Jeanne. Dort, links am schneebedeckten Stumpf einer Buche kauerte noch, ! das Gewehr in de? Linken, ein todter Vloufenmann. Konnte er sich tauschen? War auch der wieder hier? Asten stieg vom Pferde, übergab es einem Begleiter, und schritt zu dem Kauernden hin. Er war es es war der Franctireur, welcher versucht hatte. Asten zu ermorden. Das erstarrte Ge, sieht, war auch im -Tode noch von abschreckender Häßlichkeit; -Haß und Wuth verzerrten eZ. Der Mann war in "den selben Gefühlen gestorben, in denen er gelebt, hatte. Asten kehrte sich unwillig von ihm ab. Aber da. nur zwei Schritte weiter, lag noch ein Körper .im dlukgerötheten Schnee ein weicher, weiblicher Was Asten bei Belle Fontaine ge fürchtet halte, und was ihm dort erspart geblieben war, her lag eZ vor ihm: Jeanne vom Tode gebrochen, starr reglos, stumm!. . . . j , Langsam schritt Ästen auf sie zu, nd'bückte sich über sie hin. Sie lag da, wie auS reinem Marmor gemeißelt, fo ruhig, so friedlich ernst, so leidenschaftslos kühl. Sie war der Qual ZedeS Fühlens entruckt... Auch der Medusenblick war aus dem Antlitz ent &ohen, jenes schmerzhafte Ausschließen :S LebenS, in dem sie sich mühte, seelisch zu erstarren .... Die dunklen Augen lagen ausdruckslos, verglast, ohne die liefe Nacht einsamer Gedanken, ohne den heißen, scheuen, mühsam ge dömpften Biick ES trieb Asten zu untersuchen, wo da? Geschoß sie getroffen hatte. Die Wunde befand sich mitten in der Brust ! . . . . Die Kugel mußte gerade in daS Herz gedrungen fein. . . . ES war ihm lieb. So war s mit elnemmalk zu Ende und der Tod barm herziger gewefen als dsZ Leben. Asten faßte die starre Hand, elcher die Fahne entsunken war", und richtete in Gedanken die letzte Ansprache an die Todte: .Lebe wohl. Jtannel Du wirst ruhig fchlafen,.auchohne Ruhm., Das". ' was deln ' Herzl wahrhaft , er sehnte, war , ja auch nichr er, war das, wa jedes Mädchen heiß ersehnt. Du warst keine Jeanne d'Are, nein! keine Charlotte Cordon. Und daß du es nicht warst, hat dich mir näher $e bracht, als der Muth, der Ruhm hätte thun kennen. Daß du ihn ge? sucht, war betae Schwäche, dein Fehler und erwarb,,, dir meine Bewun: derung nicht. Nu werden sie im Tode sergessen fein, wie deine Tugenden. Lebe wehl. Jeanne! Cr legte die eisige Hand still zurück und bestieg sein Pferd. Vom Himmel, der sich grau umbogen i halte, siebte ein seiner Schnee, welcher, die Todten mit einem weißen Schleier bedeckte. Als der Reiter nach kurzer Zeit noch einmal rückwärts sah. war auf der Ebene nichts mehr zu emdecken, als ein Leichentuch, daß die Nakur über alle Greuel der Berichtüng breitete. Wie dicht dte Flocken fielen! Als woll, Un sie such alle Erinnerung zudecken. Friek-erike sah ajr Fenstef und5 blickt sinnend hinaus in den Schnee .... Aus den Bäumen, on der Erde, überall ru Herder, liegender Schnee, am Himmel rieselnder, fallender Schnee. Es war etn eknfZrmlger, ermüdender Anblick. Von Zeit zu Zeit kehrte da Msdche den Kopf zurück, und lauschte, als müsse irn Hause irgend ein trauliches Geräusch ertönen, ' elne freundliche Stimme, ein schritt, elche: die Still unterbräche. Aber S rührte sich ukchtS. Dann wandt Friede rike den Blick wieder hinaus. Aber wer sollte kommen, an dem sie wirklich Freude hätte haben können? Da? Tünche? DaS ar zu fleißig und halte zu Haufe zu okel Werke der Liebe zu verrichten. . . . Der Vater Der faß in seinil Stube, ganz glücklich !n sichrm Bewußtseins , daß ihu heute nie mand bet feinen Küfern stören würde... Der Franzose, der i Pstege bel ihnen war? Golt bewahre sie oec.dem! Er saß wohl im W'rthshause bei feinem Abiynth und brachte die Einkehrenden um mit seinem Reoanchegeschwätz.,.. Da ltapjte der lte Inspektor durch den Schnee. Jetzt kam ihm eine zweite Gesta!t,entgegen elne hohe, tn einen Militürmantel gehüllte Männergestalt ctn Osnctrr, , . . , Wer konnte e5 sei? sing schon an zu dunkeln und Friede eise kennte Form und Färb der Mütze azcht mehr erkennen. Aber ihr Herz sing ptöyttch an heftig zu schlsgcn. Es konnte

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.".S' " "j '"TJI'S ?i kein anderer se!n sie fühlte eS als er), . . . Er, den sie gehofft hatte nie) malS wiederzusehen .... Er kam von WaldenSau gewiß, kam als Nata liens Bräutigam! .... Es war ich recht, daß er ka, . . . . k Hatte er den nicht gemerkt oder hatte cc so wenig Herz, daß ?meS Mgbchens Neigung nicht? tür ihn war als ein Spiel?.... Sie hstke ihn wohl geschickt, um den letzten, süßesten Triumph zu seiern sie, Natasie! .. . . Em Wunder, daß sie nicht mit ihm kam. um diesen Triumph ganz auszukosten. .. Friederike fand in sich die Stütze, die z)edeS Mädchen in solcher Stunde zu sinden weiß. Der Stolz stästerte ihr zu, sie müsse den Kommenden em? pfangen. ohne daß ein Zucken der Lider, der Lippen ihm verrathen könnte, daß thr dieß Wiedersehen schmerzlich sei. Sie setzte sich hin, nahmein Zeitung?blatt und legte es auf ihre Knie, als habe sie darin, gelefen. Sie übte die Miene ein,, die er a ihr sinde fellte. während ihr Herz doch ängstlich klopste. Er hatte mit dem Inspektor gesxro chen und ihm die Hand geschüttelt, jetzt verließ, er , jenen und schritt aus daß Haus zu. , .' " , Noch ein Augenblick, dann klopfte er an die Thür er ließ sich nicht einmal melden und stand vor dem Mädchen. Sie sah seine hohe, ein wenig abgema' gerte Gestalt, hörte - seine Stimme - und, hatte doch nur den einen Gedanken, ihre gleichgültige Miene nicht zu verlieren. Warum aber war sie so ungewandt in der Kunst des BerstellenS! Sie bebte davor, sich eine Bloße zugeben, und das Spiel wurde ihr noch schwerer durch diese Furcht. Fräulein Frkcherike, Ich kalte mein Versprechen," sagte er nach dem ersten Gruß mit bewegtem Ernü. Warum mahnte er sie daran, ' wenn dieses Versprechen doch keinen Werth ckehWatte,- weil dle Verhältnisse völlig verändert wären? , Si? hatte sich eine Anrede zurecht ge legt, die setzt nicht paßte:- .Ei, Herr von Aste, auch schon zurück m der Heimath? . Aengsilich sagte sie: Bet solch einem Wetter! Ich konnt's nit glaube, daß S!e da komme würde. Viellricht verstand er die Antwort gar nicht, denn sie kam so leise von ihren Lkp pen, daß eS schwer sein mußte, sie zu er fassend Er hielt sich indessen auch 'gar nicht dabei auf, sondern faßte mit einer entschlossenen Bewegung ihre beiden Hände und zog sie näher zum Fenster, in daS entfliehende Licht. Ich will Sie sehen. Fraulein Frieierike," , jagte er, will vergleichen, ob Ihr Gesicht dem noch ähnlich ist. da tch diese lang? Hit her im GedSchwiß ge? tragen. Aber Sie scheinen nicht den selben Wunsch mir gegenüber zu haben, ienn Sie senken die Wimper.WaZ war das? Das war doch nicht Ut Tön eines Bräutigams? Friederike entzog ihm verwirrt die Hände und sagte krt dem Wunsche, ihn zu einen Gestand, iß zu zwingen: Lasse Sie michl ich bitt'. Wie wie geht eZ Natalie?.Natalie?- str that seinerseits inen Schritt zurück,zGrösin Waiden, mei, nen Sie?- fragte er befremdet. .Ich dächte, S müßten das besser wissen slS ich? , .Aber Sie kommen doch von ihr?" fragte sie, immer, verwirrter werdend. Nein. Sie hat mich vor vier Wo, chen verlassen. Seitdem habe ich sie dicht gesehen. " , Ah fo." murmelte sie, dann bestnde Sie sich auf dem Weg zu ihr, nach Wal benSau?" , .-, - . Auch das nicht, - antwortete er. ver wundert, ich habe keine Ursache, Grä sin Waldenzu besuchen. . Nicht?'"' Die braunen Augen hoben sich in maßlosem 'Erstaunen: Aber aber sie wird daS übelnehme!" Ein, Verdacht wurde tn ihm rege, und kin zweifelnder Blick begegnete ihrem. Erlauben Sie mir ietzt such ein, Frage.Hat Ihnen die Gräsin etwas von- mir geschrieben? Etwa? ich meine von einer Beziehung zu ihr?Die Befragte wurde wieder erlegen. WaS soll ich darauf 'erwire? E4 ist mir ja verböte, davon zu rede. Es soll fa noch ein Geheimniß bleibe! Er lächelte ein wenig. .Nun, aus mich erstreckt sich daS Berbet doch wohl nicht. Ich werde ja wohl an öiefem Geheimnisse betheillgt fein? Der Ausdruck einer schmerzlichen Sitter?eit trat auf FriderikenZ Gesicht: .DaS ist wahr, fagte sie, 'Sie müsse von dem heimliche Glück ja wisse. Sie sein mit , ihr verlobt, schrieb sie mirl l.nd und ich kann nun'H gesagt ist Ihn deshalb ja auch gratutire.. . Eine dunkle RLthe überzog seine Stirn bis unter das Haar hlllilul. und in seinen Augen blitzte es. Er war em port. Er kannte die Gräfin als tankn süchtig, aber das hätte er nicht ermarktt. Es lag noch so viel zwischen dem Mäd chen, das er labte, und ihm. , E5 rrsr nicht seine Absicht gewesen, ihr Herz irn ersten Eintreten zu erstürmen; er dzchke sich langsam davon zu überzeugen, dal es ihm gehöre, ,, ellmähllch auch sie zu dieser Ueberzeugung zu bringen. ES konnte gefährlich werden, , schon kn diesem ersten Augenblicke die enl scheidende Frage zu stellen. Nun freilich blieb ihm kaum etwa? anderes übrig, als eS auf dies Gefahr anksm men zu lassen. - Gleichzeitig mußte er NatalienS Stänke, klarlegen, mußte dle wenig ehrenvolle Handlungsweise einer Dame enthüllen, welche nun, welche IaS er auch sonst ihr vorzuwerfen hakte t doch sein Leben gerekler und ihn ge liebt hatte. . I Hören , Sie mich, Fräulein Friede rike." fagte er überlegend, ich mochte Ihnen jetzt gleich alles erklären, aber ich kann und darf eS nicht. Soviel ich , darf, erde ich mittheilen und daran, daß Sie mir glauben, nein, daß Sie an mich glauben, auch wenn Ihnen unge ügend fcheint.waS ich sage daran hängt jetzt mein Geschick. Ich stand im Be. griff, mich mit Grösin Walden 'zu ver- . Üben nicht auS Liebe nein! über sie hatte mir zweimal daZ Leben gerettet, und Ich meinte ihr diel

ysi Lköen schuldig zu sän, wenn sie eS' i f.,:'': 'j'i.'ä.nr .iH'i :tr''' .

vegkyrle. i . .vi war oic nncyr weniger . stunden, em lurze yiachömf ttt : Mtt '.ugtf? micht t,.äß':;0 f'i li r ii? a r t a 'itnel rr e DäukbarkeitmH H So ging diese Verlobung zurücknoch ehe sie wirklich vollzogen warv. . . 'd. , Friederike halte aufmerksam zugehett. Die, B itterke i t? schwand au S ihrem Ge sich? I . a Le r'ei n tiefe r'Ernstz?Ilie d arin zurück, und aus den bleichen' Zügen glänzten die Augen seltsam dunkel. Ah. das freilich, das hat' sie mir nicht geschrieben. antwortete fies - -. , Er näherte sich ihr wieder mit ermar tungsooller Wärme: , Werden Sie' sich damit zufried?zeben, mir wieder ver trauen und mich behandeln wie'früher, als habe sich nichts zwischen uns ge drängt?", , Der blonde 'Kopf lenkte sich nicht anders wie damals. alS er die seidene Locke von ihm schnitt, .die er nachher bet sich txug, bis Natalie sie von seiner Brust entfernte, aber der Major konnte die Blicke nicht entschleiern, und. die Hand, die sich einst vertrauensböll ln seine gelegt, zog sich jetzt scheu vor dieser zurück.,)! Die Worte: Gewiß. Warum szll't auch etwas anders sein," klangen unaufrichtig und konventionell. , .WaS hatte sie? Wenn ihr Herz sich tür ihn regte warum zeigte sie es ihm nicht? In Asten erwachte wieder die Esersucht. Erdachte nicht an dle Mög lkchkeit.daß sie ihm noch nicht völlig traue, daß sie eS etwa nicht einmal für schicklich halte, sich ihm gleich wieder so zutraulich wie, früher zu zeigen, nur daran dachte er, daß sie doch imStillkn jenem anderen be reitS gehöre und sich nur vor dem offenen Bekenntniß scheuen Hatte Natatie doch nicht gelogen, sollte jener Pfälzer Rechte auf Friederike haben.. ..Bei dem Ge danken drängte sich dem Major die ent scheidende Frage, die er vor Kurzem noch in unbestimmte Ferne zu rücken wünschte, stürmisch auf die Lippen .: Er kam indessen nicht dazu, sie zu stellen,, denn eS klopste, und ohne eine Aufforderung abzuwarten, trat ein neuer Besucher ein. Friederiken gab sein Anblick die Fassung wieder, und sie schien deshalb sein , Eintreten 'nicht ungern zu sehen. Wenigsscn? meinte Asten zu bemerken, daß ihr seines Gesichtoom Augenblick an, in welchem sie , den Neueingetretenen vor stellte, einen hoffensfreudigeren Ausdruck annahm. Jhm selbst war die Störung weit weniger erwunscht.,1,,, !: c) '' !l ' ' Der Fremde war ein SÜdfranzofe und hieß DesorbeS. , Asten , erkannte feine nationale Abkunft auf den ersten Blick; der Knebelbart. die Kopfform, , die un, ruhkgen, dunklen Augen und scharfen Züge verriethen sie, auch seine sprudelnde Art zu reden, die vielen Uebertreibungen, die naive Selbstüberhebung. Der Major erfuhr bald, wie dieser unruhige Gast in das Schlößchen gekommen war. . Er war verwundet und hatte" in : einer nahen Festung Im Lazarett) gelegen. Dem Beispiele anderer Gutsbesitzer fol gend, hatten die WaibachS auS jenem überfüllten Lozareth einige ReeonvaleS zenten erbeten, damit diese sich in Famk, lienpflege vollends erholten. Aus beson dere Verwendung ,,, des alten Enkerle, welcher die Bekanntschaft deS Herrn ge macht hatte, war der verwundere Kapi tan nebst einem bai)rifchen Jägerlieute nan! Ebereschenau überwiesen worden. Er war also auf., sein - Ehrenwort, Deutschland vor Abschluß des Krieges nicht zu verlassen, in Freiheit gesetzt. Asten bekam indessen den Eindruck von ihm. daß er kein angenehmer Hausge nsife sei. : , Der Franzose sing nach der Borste! lung ' sehr' bald an, in düsterer Tonart von den KriegSereignissen zu sprechen, ein Thema, welches Asten' zu berühren zuvor vermieden hakte. Er gebrauchte in jedem zweiten Satze das Wert "trahi 8on". schall heftig auf ökaveleon, die französischen , Führer, welche . er 1 alle bezichtigte, sein Vaterland verkauft zu haben, und beklagte sich schließlich bitter auch Über die deutschen Armeen, , weil' diese gewak. LariS anzugreifen. DaS Veisammenskin .sing an,, schungemüth i tich zu werben, da Ajjn in ein mlßb:lli: gendeS schwelgen versank, rs der Lei, denschaftSkollk plötzlich 1 aufsprang und erklärte er müsse gehen. ,, Mademoiselle möge ihn enZlchuldlgen. ober derSchmerz überwältige ihn und er könne'sich nicht mehr den Fstderungen ges.'llZchajklicher Rücksichten fügen Damit stürzte er an Asten vorüber und snZ dem Zimmer. " Ein elraa? stürmischer Gesellschafters bemerkte letzterer; er muß gerade kein bequemer Pflegling sein, wenn er sich häufig sa benimmt.',, ,, Daö ist ,r such nicht. antwortete Frilderike, wenn er nämlich anwesend I ! n h.ij in r fxr fr. ' . ll.f.- CV-r-.i i m,' . lllri1 tor hat das Verdienst, ihn uns meisten. abzunehme. , Der alte Herr hSrl den leidenschastliche Unsinn mit einer gewisse Bewunderung an, die ihm aus frühere Zeit für alles Französische gedlteb st. Endlich ist diese mir sonst se wenig sym. xathischk Passton such zu etwas nütz..,,, ,Und'Jhr Zweiter Pflegebefohlener? .O. derl antwortete Jrkedtrike mit kicm freundliche Aufleuchten dir Au. gen. den lst'S eine Freud kenne zu lerne. Sie werde jkhe., Er ist der Friede selbst.... , , Ich trd, leider doch darauf rerzlch. ten müssen.' entgegneke Asten, sich erhe. bend. denn ich muß mich Ihnen mpfeh len., Im Dorfe wartet mein Schlitten und ich habe keine Zeit zu verlieren, wenn ich zum Abendzuge noch zurecht' kommen will. ? Sie sah ihn zum erstenmal mit einem Blicke auS den lichtbraunen Augen an. der ganz ihrem alten glich, während sie sagte: Sie wolle gehe? Schon jetzt?; Und nicht einen einzigen Tag bei uns bleibe? , Herr von Aste, das thue Sie mir nicht an! Ei paar Tag werd Sie voch für uns übrig habe?.. . . Soviel Glück könne Sie mir doch gonnel ,, , Um ihren lieblich geformten Mund guckte es, und sie erhob die Hand, die .-i'V- w-" . e . . . ;,f yunu, vic qu( lyrcn jcnicen gelegen. -Wenn Sie eS ein Glück nennen, mich bei sich zu haben, dann bleibe ich; nicht nur ein vaax Tage, so zlange Sie es

wollen, Friedericke,,. sagte er. nabm die - t"11" , ' j:1. . :-''M '

zang uns rußte stc. JH1 v Ein unverkennbarer Glanz der Freude erhellte nach diesem Versprechen thr klei es. blasses Gesicht. Dann aber erhob sie sich und schritt, ihm die Hand wieder entziehend, anihm vorüber. .DaS s ist recht von Jhne. ,, sagte sie. und ' nun lasse Sie mich sorge, daß Sie auch gut einquartiert werde. Ich will Ihre Sache aus dem Dorf holelasse.''',, .. Er erklärte dies selbst thun zu wol, len und trennte sich zu diesem Zweck, von ihr. Als er über-den Hof hinschritt,, war eine große Glücksstcherheit in ihm. Verlobt war 'sie mit-jenem Salteneck sicher nicht. Sie hätte ihn. Asten, sonst ja doch nicht aufgefordert zu bleiben, nicht mit solchen Worten aufgefordert. . Nun war ihm alles recht, wie es war, und er kehrte zu . feiner ersten Absicht zurück;. wollte ihr voll ' zum Bewußt, fein bringen, daß sie ihn liebe. .So bald sie. dies erkannt hatte, würde, sie oyn setbst sich ja: entschließen, sich "offen für ihn zu erklären,. m ' Als er feine Sachen in dem ihm an gewiesenen Zimmer "untergebracht hatte, wurde tt zum Kaffee gerufen. Er ging in daS Wohnzimmer und fand dorr außer Friederike den. bayrischen Jäger und ein altes Fräulein, eine Schwester von, FnederikenS Mutter, welche ihm als Tante? Mathilde bezeichnet ward. DesorbeS war nicht anwesend, was das Behagen der gefeUfchsftlichen Stim, mung entschieden erhöhte. . Der bayrische Jäger, ein blutjunger Mensch von seinen Gliedern , und mit einem rosigen Mädchengesicht.' aus wel chem eine gewinnende Freundlichkeit wohnte, war lebhaft und gesprächig, wie der , Franzose, aber bescheidener. Er hatte ein Lachen auf den Lippen dak nur ein hausiger Husten auf Augenblicke verscheuchte, erzählte allerlei Schnurren und lustige Geschichten'und war geradezu glückliche wenn djefe FriederikenS zarten Lippen ein Lächeln entlockten. Das alte Fräulein. Tanke 'Mathilde, schien eine bewundernde Zärtlichkeit jür'ihn zu ha ben, obgleich -sie von seinen Geschichten wenig verstehen konnte, denn sie war taub In ihrem milden, alten Gesichte stand schon gewohnheitsmäßig ' ein Lä cheln, und es genügte ihr augenscheinliche wenn die anderen sich unterhielten. Sie nickte, dann mit jenem zustimmenden Lächeln bisweilen freundlich, als olle sie ausdrücken, alles was um siecher gesagt, werde,, sei sehr gut. Den Rest ihrer Befriedigung wußte sie In einem großen grünen Strickbeutel zu sinken, aus dem sie wie Asten später erfuhr alle möglichen Dinge heraus kramte, die ihr die Zeit angenehm oer trieben oder sich für ihre Nebenmenjchen nützlicherwiesen. Diese friedliche alte Dame lebte' ge wohnlich in einetr?Stifte, auS welchem Friederike sie hergebeten hatte, als 'die Einquartierungen in Ebereschenau sich immer erneuten. Vielleicht- damit Herr von 1 Waibach keinen 1 Verwand mehr hatte; um die hübsche Tochter allzuhöu ng nach EngerSweil zu verbannen, dachte Asten im Stillen. : Unter der Einwirkung dieser lieben? würdigen Menschen wurde eS gemüthlich indem lampenerhelltin Zimmer. Die Kaffeemaschine summte' auf dem Tische, und in ihrem dicken Mefsingleibe, des, sen Schnabel ein aromatischer, Duft entströmte, spiegelten sich vier glückliche Gesichter. Auch v on Friedert ke w a r der Druck genommen, der vorher auf ihr ge lüftet hA!te; wenigsten für diese Stunde. Sie befand sich in einer Umgebung," wie sie sie vor, Kurzem jn einsamem Sinne heiß, ober hoffnungslos herbeigesehnt hatte, und es war ersichtlich.. daß sie ge. willt war. das unerwartete Sesckenk voll und ganz zu genießen. Franz Wegmeier, so hieß der junge Jäger, sah dies, mit ebensoviel Freude wie Asten , und wurde immer aufgeräumter. Als er sichln dessen durch fein vieles Sprechen immer hausizereHstenanfälle zuzog drohte ihm Tante Ma:b!!de mit dem Finger und zog aus. ihrem Skrideutel eine , Horndose s?ll Nosenb5rbonS, dkren süßen Inhalt er koüen ,m,Ußle. , . . Whttnddcstkn neigte Friederike sich lächelnd zu Asten und sagte, ihm den Beutel zeigend: Dt:Z:S grüne Wunsch, sZtleln ist dZS groß, Mysterium meiner Kindheit gewesen. Ich sah die Tante so viel .lZostlkcheS daraus lehme, daß ich schließlich meinte, es müsse wirklich alte dartnne,, sein, was man sich wünscht. Und manchmal träumt' ich des Nacht oon ihm nc fand ihn oollgepsroxsl von Herrlichkeiten , , . . I so viel, ' fuhr si fort, während da? Lächeln um ihre Lippen wehmüthig wurde,, .ist mir vm dem Klndergtaude gedliebe. Denn der Grünsciden ,, erschttkli mtr, wenn ich schlaf, jetzt sogar noch ? manchmal im Traum, besonders wenn ich mir am Lag etwas recht lebhast gewünscht hab. ' Ich mein' lm Traum dann bestimmt zu wisse, daß es in dem große, grüne, mit Rose bestickte Beutel steckt, und es fehlt mir nur die Hand, die ti mir herausziehe hilft..,. , ' Asten bttrachtkte d rosengeschmöckte Familienstück mir Interesse und übersah dadetdaß Friederike während ihrer letz ten Worte wieder ihre freudige Miene angenommen hatte. Wegmeler zog eben an einer der dicken Kordeln deö Beuteiil und sagte: .So. und nun giebt er uns die Karten, gelt?, Und wir machen eine gemüthliche Parthte.w. - In der Thal holte Tante Mathilde zwei Karten auS der grüen Tiefe ; der Kasseetisch wurde abgeräum'. und man spielte einen Whist. Du Zeit verging nU Im Märchen. Asten ml; weil nur zerstreut jxile, aber er hatte ein Gesühl. als er ob er fe in die Unendlichkeit i:erfxtlen möchte Der Franzose kam nicht oo dem Abendbrote zurück, und Niemand oer mißte ihn. Tanke Mathilde war mit solchem Eiser beim Spiel, daß ße den Strickbeutel völlig darüber vergaß; er 1 I tnfn Af st I tt slnr ffif a! ä Ast I hier gac Niemand mehr etwas zu wün; i iuu ir tiviutiiki in i.t. v.v, mw wv lcken dabe. erweckte denn auck ein Bedauern in alle vier Theilnehmeru. gl der ftlte Dknn eldet,, der Thee fei

' ' " ' ' 'sformet, und da? Erscheinen von TcssrbeZ und Enkerle das Behagen störte. , Der r!nzig,swelchem 'diese'helbeGeseschaf tcr angenehm schienen, war Herr von Waibach. der Herr vo.t Asten mit der, selben geistesabwesenden Freundlichkeit begrüßte wie einige Monate früher, f Dif Gesprächigkeit des Franzosen, welche "ihn aller Theilnahme an der Unkerhaltunc; enthob, war ihm ossenbar bequem. Er machte abwechselnd em ernltes oder mild heiteres Gesicht, je nachdem jener in tragischen Tönen raste od e r in w e ichenilut h e y.d e a W o rt e n e le z i s ch über das Ungl seines HeimsthlsndeS klagte. Der alle Enkerle dagegen neigte Ze:n graustsppeligeS Gesicht wett vor. als fürchte er, eS könne ihm einer der langstieligen Sätze entgehen. Er war sichtlich schon Manne?oll ' bewegt,, tu fremde Sprache HZren zu können. Friede rike mochte daS verdrietzen. denn sie oer suchte, verschiedene Ma!, .den Marseilles

ser . zum Eindämmen deß entfesselten NedettrsmeS zu bewegen, und als sie sah. daß er, einmal losgelassen, ntch: aufzuhalten war, bewog sie Tante Ms thilde, sich mtt ihr zurückzuztehen. Da durch veranlaßte sie such die Herren, sich zeitig oon einander zu trennen. , -Am end, reu, Tage suchte Asten Sen Jäger in seinem Zimmer auf. Der e!be war oöÄg an daS Haus gebannt. Er hatte einen Schuß in die Lunge tt kommen, und x5 war eine bedenkliche Schwache tn ihc,zuräckgkblitben. so yag ihm die. Aerzte gerathen hatten noch eine Zeitlang tn der, milderen Pfalz zu bleu den. ehe r in dsS rauhe Klima feiner sberbayrifcheN'Heimath zurückkehrte. .Wiz-geht es Ihnen,-heute? fragte Asiens in das rosig angehauchte., heitere Gesscht sehend, während er die ihm hin gereichte Hand schüttelten !- Nun so so," sagte 'derLieutenant vergnüdt ich 'habe Stiche, und der Husten'xlagt mich -wieder gar sehr. Aber was will man machen? ' Es kann nicht alle Tage schon Wetter sein; nicht? - -?JBk tragen Ihr Leiden mit hiel Hu mor, bemerkte der Major, indem er sich setzte, aber die ihm angebotene Cigarre eusschlug. ' ' ,Ja. der Humors daS ist das beste am Leben. DaS andere kann man sich nicht selbst' verschaffen, euch wenn man den besten Willen dazu hat; aber der Humor oder die Schneid", wie wir Bayern 'S heißen, den kann sich ja ein jeder selbst bewahren, geht's gut oder schlecht." ' Asten betrachtete den Sprecher. ' Sein sonniges Temperament zog ihn an. In tem Gesichte de jungen Mannes fand er aber unter dem Glänze dieser glück, ltchen Laune nur beunruhigende Aeichen. Das Noth, das noch auf beiden Wangen glühte, bildete zwei runde, scharf ab, gegrenzt bedenklich hervorspringende Flecken, und die übrige Haut war gelb, welk und trocken. Die schönen, hellblauen Augen hatten' bet aller Lebhaftigkelt einen fieberhaften Blick, Und die Mus; kein des maäeren Halses waren in fort dauernder, unruhiger Bewegung, um der Brust den fehlenden Athem herbei luholen. In dem Wunsche, daZ Ergebniß seiner Beobachtung nicht zu verrathen, glitt Asiens Blick, von den Zügen des Leidenden 'auf dessen Umgebung. Er füchke den Talisman in ihr. der es dem jungen Manne möglich" machte, das Leben, das er mit fo viel Leiden erkau fen mußte, in fo rosigem Lichte zu sehen. Den Tisch, an dem sie saßen, bedeck ten Zeichenutensilien, Blätter lc. .Sie sind Künstler, sagte Asten .darf man' bewundern? " ; ; Bitke, so viel zu bewundern ist. Der Major betrachtete die.Zeichnun-. gen. Sie stellten meist militärische Ereiznisse dar. Es zeigte sich in den Skizzen eine feine Beobachtung und ein kecker, des Leben leicht festhaltender Strich. SU haben keine unbedeutende Bege tuna., bemerkte Asten erstaunt. Ich glaube das selbst," meinte der Jäger., Nur hatte ich leider nicht die Mittel, sie auszubilden. Ich bin in be drängten Bkrh'Aknissen aufgewachsen und lebe' noch letzt n solchen.lUd doch habcn sie sich diese köstliche Launt bewahrt?"' . Ueber da Gesicht des Bauern oA eiq ttcheln. .Ich glaub', das hab'' ich eben dabe! gelernt" jagte rr. Schen Sie. wir haben nichts gehabt, meine Mutter und ich. , als .Sorgen, so lang ich denken kann.... Hatt da eins von uns den Muth sinken lassen, da war'S nimmer gegangen. Aber so haben wir uns ge wöynt. meist auch dann zn lachen, wenn wir hätten weinen .mögen) damit eins ich merkte, wie schwer eS da andere hatte, und da höben wlr tzelernt. daß D'ng o gut machen, daß wir selber aus tt, letzt nicht mehr gespürt haben, wie böS eS war. Man glaubt eben nicht, was man sich, alles weglachen kann, Hunger und Kummer, ja. auch Schmer, zen logar, .wen si nicht gerad' allzu hefitgflnd. Er bekam einen Husten an fall und fuhr!edas Taschevtuch on die Lippen. ES fälble sich mit rothen Flecken. ! .Sie spucken Blut?" fragte Asten n, schreckt. - .Ja, legt der Jäger, nach Athem rm gend, und legte seine Hand auf die ls'MajolS Wissen Sie. ich werd' nicht mehr Ich fpür's: die Schmerzen sind zu stark da herin.- er deutete auf die Brust. Und deshalb möcht' ich bald heim, damit ich meine Mutter noch seh wenn auch die Herren Doktoren meinen, ich sollt' hier binden. , Ich blieb ja sonst ger n, lxnn ich war ja noch nie irgendwo lieber tn meinem Leben.... Sehen Sie, ich hab' aber hier ein bedrücktes Gewis sen. Ich rjatl nit mitgehen müssen, denn ich war vom Militär frei wegen meiner schmalen Brust und auch weil ich meiner Mutter einziger ,sar. Ich sollt' Kaufmann werden, aber irnY? hieß: gegen die Franzosen und ganz Deutschland' zieht aus, da hielt'S mich nicht mehr. Meine Mutter möcht' weinen und bitten, ich mußt' halt mit, und so ließ ch mich einreihen gegen ihrenWillen.

(Fortsetzung folgt.)

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I MHUtttWiff antonS tt st Frau. Bei der letzten Debatte im franzöffe schen Senat über Danton griff eln llenkaler Redner den berühmten Nevoluüo när auf daS Heftigste an, indem er un ter Anderem behauptete, derselbe habe nia neiipnT ira Tttr nnnfrni :rniif n ut w.' j gekannt, elö Dirnen, mit denen er ebensoviel FüLztZchZäge als Liebkosungea austsuschte. Von Seiten nnparteliZcher Geschichiskundiger wird jetzt die Falsch heü dieser Behauptungen nscbzcwk'en und dargelegt, daß der Führer der Berg Partei ein herz hatte, das für- die Reize holder Weiblichkeit empfänglich war wie nur irgend eines. Einer Frau vor Allen, welche eine uuv.'rzleichliche Fchonbnt und eme engelhafte Sanftmuth besaß, war es deschleden, diese lartcn Mann zu,, erweichen. Sie war 'ine Pariserin von bescheidener Herkunst, die Trchter eines Limonaden bandlcrö von Pont'Neuf, wohin Tan. ton manchmal kam, um nach Schluß dee Elubsttzungen eine Erfrischung ein zunehmen. Er sah sie und wurde augenblicklich ron Leidenschaft für sie ergriffen. Seitdem er ihr zum ersten Mal begeznet, liebte er sie mit einer i gleich tollen und respektvollen Zärtlich, seit Ihr gegenüber fühlte er sich einge schüchtert, wurde er demüthiz und un terwürsig. Er fügte sich allen Launen des schönen Kindes; und aus Dank dafür, wie auch aus Neigung zu ihm, reichte ihm daS Mädchen eines TageS die Hand zum Ehebunde. Vc da an begann zwischen diesen beiden fo gründ verschiedenen Wesen ein Leben voll ver schwregener Seligkeit. Mahrend in Paris daZ. Schreckens regiment' seine blutigsten Thaten ausführte, wanderten die Zwei Arm in Arm durch die 2321 der in der Umgebung der Stadt. Und nachdem sie den Tag über in VincenneZ oder Meudon gelacht und geschwärmt kjten, kehrten sie am Abend heim, 3a sen und Geißblattsträuße in 'den Hätt den, mit denen sie ihr KämNerle! schmücklen. Manchmal dehnte Tan ton diese AuZflüge bis in sein Ge burtsüauZ in BarfurAube aus und führte stolz und glücklich seine .kleine Frau" durch all die Bfade, die er als Kind ohne sie durchlaulen. Diese intimen ftmdett sollten nicht ton Dauer sein. Eines Nachts kam Tan ton von einer stürmischen ConventS sitzung kzew, in der er feine Feinde tt zittern gemacht hatte, und land feine Frau, von c'nen hitzigen Wochenbettfieber befallen, sterbend vor. Er nahm sie in seine Anne und bedeckte sie mit Nüssen, heulend vor Verzweiilung. Sie lächelte ilin sanft zu, strich ihm mit ihrer krtlosm Hand über die Augen um dle Thränen abzuwischen, und der schied. Zehn,T,ge nach dieser herzzer reißenden Trennung wollte Danton so erzählte Wickelet in seiner beruhm ten Revolutionszeschichte in einem wilden Anfall von Fieberdelirium die arme Todte zum letzten Mal küssen. Er scharrte sie aus dem Grabe auZ, brach ihren Sarg auf und drückte seine Lippen auf den Mund der Leiche. Und dem aegenüber sagt man, daß Danton nn Mann gewesen sei, der .niemals ge liebt habe! Ein Idiot akS Nechenkünstler. Schopenhauer tröstet sich und andere begabte Leute einmal über ihren Man gel an mathematischer und rechnerischer Befähigung: Man könne in der Ma thematik in der Tertia, in allen anderen Fächern in der Prima ' sitzen. Bekannt P, daß große Dichter und Künstler und deutende Philosophen schlechte Rech ner waren. Es scheint also in der That, daß die Begabung für Maß und Zahl eine ganz besondere Anlage ist. die mit bervorragenden! Können auf anderen Gebie'en wenig zu thun hat. Mancher Leser enlstnnt sich wohl auch aus eige ner Schulzeit, da der beste Mathema rikuS Znnec Klasse sonst gerade keine Leuchte gewesen war und namentlich an dem Prüfstein großer Geister, dem deutschen Aussatz, einen nur sehr därfti gen Goldgehalt ;u ernenne gab. Wie d5?n vutt auch sei: baß man geradezu ein Wunder in der Kunst bei Rechnens und dabei fonJ ein Idiot ist, das dürfte überraschend klingen. Und doch stand dieser Tage bor dem AmtSanmalt des Berliner Polizeipräst diumS der Rechenkünstler Friderici, ein Italiener von Geburt, der seit Jahren in Berlin und Umgegend seinen Aufcnthalt hat: er Zollte gebettelt haben. Nach einem amtlichen Zeugniß seiner Hei mathSbehörde ist Friderici, der Rechenkünstler, schwach innig. Bei der Beurs theilung deS Vergehens mußte man daS in Betracht ziehen, andererseits auch be rückstchkigen. daß der angebliche Schwach sinnige ein Rechenkünstler Ist Freilich will nicht gebettelt, sondern nur Proden seiner Kunst rn Schanklokalen b gelegt und hier'ür Geldgeschenke genom men haben. Für seine geistige Enge sprach das durchaus echte, amtliche Attest und sogar sein Benchlnen, Fridenci legte trotzdem sosort glänzende Beweise seiner Rechenkunst eb; er sagte dem Amtsanwalt und mehreren anderen Personen, als ma ihn nf die Probe stellte, binnen einer Miunte. wie viel Sekundeu Jeder bis zum Augenblick ge lebt hat. sobald man ihm Geburtstag, und Jahr angegeben hatte. Alle seine' Rechnungen wurden sosort geprüft und richtig bekunde, kopfschüttelnd sah man einander an; nachdenklich blätterte der AmtSau:?alt i den Acten. Der Mann wurde freigesprochen. Vielleicht besaßt sich die Wissenschaft einulal mit ihm. Doppeltes Porto. Bevor Sie dielen Brief schreiben, Jack, wa schen Sie gesälligst Ihre Hände, sonst' haben wir doppeltes , Porto zu bezah len." Beim Examen. , Der Vro feffor: In, welcher seiner Echlcch tn wurde Gustav Adolf getöd:ct?- ' e Candidat (nach längerem Sinnen r ! injuf ia4vc. f? wm m iciücc ..icaieo; Cltrf .f .11. t W. m. 1 t '1 :'",.m '