Indiana Tribüne, Volume 15, Number 37, Indianapolis, Marion County, 25 October 1891 — Page 6

. Vereitelte Rache. HuAoreZZedsn. .von ZU Sadendrs.

Sind. jut. Ernst Stoff hatte feinem Studiengenofsen, Freunde uud Stubengenossen, tucl. iscZ. Fritz Rempler, manchen übermüthigen Schabernack t spielt, p daß diesem trotz seiner aner sannt großen Gutmüthigkeit auch ein mal die Galle überlief und er Rache schwur. Fritz hielt seinen Schwur. Stoff hatte sich von seinen Komniilitonen verabschiedet, um auf Ferien zu reisen, und begab sich leichtbeschwingten Fußes nach dem SüdSahnhofe; nachdem er sich das Billet nach Graz gelöst hatte, machte er zu seiner großen Freude die Wahrnehmung, daß ihm für die sechs bis siebensmudige Reise noch so viel Kasse verblieb, dag er sich noch minbe stens zehn Glas Bier kaufen konnte. Nahrung von anderer Konsistenz er schien ihm für diese Zeit sürüberflüssig. Er berechnete sich also pro Stunde ein Krügel an und fmg mit dem ersten auf der Abkahrtsstation an. Kaum hatte der Kellner ihm das Gewünschte gebracht und er sich damit in recht U haglicher Stimmung an einem Tische niedergelassen, da erschien eine mensch liehe Gestalt, bei deren Anblick unserem guten Stoff sofort alle Behaglichkeit verschwand. Doch schnell gefaßt, gina, er mit großer Freundlichkeit auf Meister Eusebius Zapfelberger dies wax besagte Ge statt zu, reichte ihm die Hand und fragte: Nun. Meister Zapfelberger, wollen Sie auch verreisen?" Nein, Herr Stoff, ich komme nur, um mich davon zu überzeugen, ob es wshr ist, daß Sie mir durchbrenneu wollen. .Alle Wetter, Herr Zapfel. berger, was sällt Ihnen ein? Ich Ihnen durchbrennen? Allerdings bin ich Ihnen schon seit einigen Semestern die Schusterrechnung schuldig, aber das berechtigt Sie durchaus nicht, mir diese Beleidigung "an den Kopf zu werfen, das verbiete ich mir ein- für allemal. Ich reise heute nach Hause und komme nach höchsten? drei bis vier Wochen wieder hierher; Ihr schnödes Geld bringe ich Ihnen mit, und dann sind wir für immer gescyZedens Leute. Das merken Sie sich. Meister Zapfelberger! Stolz wendete sich der Student um und setzte sich wieder zu seinem Glase. Allein wenn Freund Stoff geglaubt hatte, mit seinen Worten dem Handwerker zu imponiren, so hatte er sich in dem Meister für heute gründlich geirrt. Mit größter Ungenntheit ergriff dieser einen Stuhl und setzte sich ganz dicht neben seinen Schuldner. .Herr Stoff, ich bitte Sie, seien Sie vernünftig! Bilden Sie sich doch nicht em, daß ich mich noch einmal mit fclo ßen Worten hinhalten lasse. Ich muß heut mein Geld haben, bevor Sie abreisen, denn ich weiß zu gewiß, daß Sie nicht wieder hierher zurückkehren, und sind Sie einmal auf alle Zeiten weg von hier, nun dann kann ich lange auf mein Geld warten. Ich kenne das!" .Wer, um Himmels willen hat Ihnen weis gemacht, daß ich nicht wieder hierher zurückkehre? Das ist ja ziemlich gleichgiltkg, allein ich kann es Ihnen ja auch sagen : Ihr Stubenkamerad, Herr Rempler, hat eS mir selbst gesagt und mir gerathen, Sie unter keinen Umstäm den abfahren zu lassen, denn Sie hätten Geld genug im Sack." Ö, du verdammter Büffel, ist das deine-Rache, Fritz? Na warte, das wird ein Rachekrieg ohne Endet Aber, bester Meister Zapfelberger, sehen Sie denn nicht ein, daß mir dieser Mensch, der Rempler, nur etwas hat am Zeuge ßfr len wollen? Ich schwöre Ihnen zu, daß ich anfangs des nächsten DemesterS wieder hier eintreffet b'apperlavpp, Herr Stoff! Entweder das Geld, oder ich lasse Sie nicht abfahren. Darauf verlassen Sie sich. Der arme Stoff befand sich in einer verzweifelten Lage, denn er hatte die Ueberzeugung gewonnen, daß Meistee Zapfelberger heute wirklich eine unangenehme Energie entwickelte, die nach fnner Meinung .einer besseren Sachewürdig gewesen wäre. Zu öffentlichem Skandal konnte er es nicht kommen lassen, Geld zum Bezahlen des SÄu, sterS hatte er nicht, nach Hause wollte er aber heute gar zu gern reisen, denn, abgesehen von allem Andern, hatte erja auch schon das bezahlte Blllet in der Tasche. WaS thun? ES ertönte das erste Signal zur Ad fahrt des ZugeS. Da plötzlich schoß unserm Studio blitzschnell ein rettender Gedanke durch das aufgeregte Gehirn. .Herr Zapfelberger. wandte er sich höflich an seinen Gläubiger, .wollen Sie die Güte haben, mein Gepäck dort im Auge zu. behalten? Ich gehe nur einen Hunderter wechseln und vm m wenigen Minuten wieder hier." Damit wieS er auf einige recht stattlich aussehende Reise-Effecten, die in nächster Nähe am Fußboden aufze thürmt lagen. .Recht gern,- erwiderte Zapfelberger zuvorkommend, und der Studiosus verschwand durch die nächste Thür. Nach einigen Minuten ertönte das zweite Signal vom Perron her. Das Publikum wurde in dem Warte saal lebendig, wogte durcheinander und drängte durch die Glaöthür nach dem Perron. : - " ' ' : " Plötzlich stürmt ein Herr, dem man den behäbigen auslSndilcheHSleinstäd ter auf tausend Schritte ansah, mit seiner noch behäbigeren Ehehälfte mit Töchterlein baher und bemächtigte sich ungenirt der von Meister Zapfelberger ' mit Argusaugen bewachten Sachen. .Hier, Karolme nimm die Decke und den Regenschirm, den Koffer werde ich tragen", rief erder treue Gattin zn, doch schon erellte den Arglosen daö Ge schick in der Gestalt des wüthenden Mei sterS Zapfelberger, der sich feines Rock- . tragen mit einem derben Griff btxaäty tigte. , , , f , ' .Ich will dir Koffers Decke'und 8fe

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zenfchirm tragen helfen du Spitzbube! brauchst dann das faudere Frauenzim mer gar nicht! Auf die Polizei mit euch, Vesindel!" Der Kleinstädter wäre vor Schreck auf den Rücken gefallen, wenn er von dem entrüsteten Schuster nicht gar so kräftig am Rockkragen gehalten worden wäre? die liebe dicke weibliche Halste aber ließ sich nach einem markerschütternden Schrei mit solcher Wucht auf den nächsten Stuhl fallen, daß daZ solide Möbel in allen 'Fugen krachte. Begreiflicherweife erregte diese kleine Scene die Aufmerksamkeit des Publirums; es bildete einen KreiS um die sonderbare Gruppe. Der angegriffene Kleinstadter hatte sich von feinem Schreck bald so weit erholt, daß er seine Vertheidigung durch Wort und That beginnen konnte Heftig rang er mit Meister Zapfelberger, um sich von diesem zu befreien, während seinem keuchenden Munds allerlei liebliche Worte entflogen: .Mi ferabler Kerl, will Einem di? eigenen Aachen streitig machen! Der Hallunke mlll ehrliche Leute zu Spitzbuben ma chen! Infamer Mensch!" .Will dir den Hallunken und mise rablen Kerl schon anstreichen, du Schuft!" schallte eI in den höchsten Tönen der Erregung von Meister ZapselbergerS Munde, .ist denn keine 'Lolizei am Vlatze? Polizei! Wo bleibt Die Polizei? Dieser Ausruf steckte baS übrige oubükum an, und bald erschallte eS im ganzen Wartezimmer und auf dem Per r;n wie ein Hilferuf nach Polizei. Und nicht vergebens! Ein Vertreter der beiligen Hermandad erschien und gebot den Parteien vorab uhe; sodann begann er ein kurzes, b erfolgloses Verhör, da eS absolut unmöglich war. die so nöthige Ruhe der Debatte einzuführen: Meister Zapfelserger und daS beschuldigte Ehepaar üqneen ihre Bezichtigungen respektive Vertheidigungen trotz aller Verwöhnung immer gleichzeitig. Der Polizeimann ah sich deshalb genöthigt, die drei be tbeiligten Personen aufzufordern, ihn nach dem Polizeizimmer zu begleiten? dort, meinte er, würde sich daZ Weitere schon sinden. Protest natürlich auf beiden Seiten, aber ebenso natürlich wieder vergebens. Meister Zapfelberr behauptete, er müsse erst SüdiosuS Stoff erwarten, der sogleich erscheinen i'nd seine Sachen reklamiren werhe, und ver Kleinstädter nebft Gattin und Kind jammerten darüber, daß sie den ab gehenden Zug versäumen sollten ; außerdem aber schämten sie sich sämmtlich in nbrigkeitlicher Begleitung in das Inkpektionszimmer wandern zu müssen. Die Geduld des PolizemanneS war aber zu Ende und mit einem kräftigen .Also vorwärts, meme Herrschaften!" trieb er die Drei vor sich her. In dem Augenvllcke, als der kleme Trupp den Bahnhof verließ, dampfte auf der an Hin Seite der Zug ab, in dem natärtich seelenvergnugt auch Freund Stoff Vlatz gefunden hatte, ohne eine Ahnung oon der Tragweite, , welche sein Streich kür Meister Zapfelberger und ein ihm wildfremdes Ehepaar anzunehmen drohte, zu haben. Auf dem JnspektionSzimmer stellte '"ch dann nach einer kurzen, aber ruh' qm Untersuchung bald genug heraus, daß Meister Zapfelberger der Dupirte war, denn das Ebepaar konnte sich von x'nem sehr respektablen Bürger als selbst sehr respektabel recognoSciren lassen. DemPolizeicommiffär dämmerte eine Idee von dem wahren Sachverhalt auf, und er war bemüht, die streitenden Parteien möglichst zu versöhnen, denn Geister Zapfelberger war ihm persön. litch bekannt und that ihm ob der Affaire kerzlich leid. Durch seinen Einfluß gelang eS, daß sich der Kleinstädter, gegen eme Entschädigung von zehn Gulden mfrieden gab. Meister Zapfelberger mußte in den sauren Apfel beißen und ging mit einem katzenjämmerlichen Geiäble fuchsteufelswild nach Hause, denn mcht nur hatte er einen ganzen Nach mittag verbummelt und von Stoff sei neu Kreuzer eingetrieben, nein, auch noch baare zehn Gulden hatte er erlegen müssen. Die Gefühle gegen seinen Schuldner waren deshalb nicht die ianftesten! Es bleibt uns noch das moralische Ende der Geschichte zu erzählen übrig. ,,ur Ebre von Studiosus Stoff sei ge ,'agt. daß er wirklich nach einigen Wo 0. en nach Wien zurückkehrte, direkt vom Tüdbahnhofe zu Meister Zapfelberger fuhr und seine alte Schulden berich tigte. Wie aber erstaunte er, daß er un noch zehn Gulden mehr zahlen mußte, und wie triumphirte der Schuster, als er durch wahrheitsgetreue Er zäylung seiner Erlebnisse diese neue Forderung , , begründete k l; Wohl oder übel mußten die zehn Gülden bezahlt werden aber der Beutel , war ja noch voll und die Erzählung - gar so lustig, jedoch der Student gestand sich, daß er einen solche AuSgang nicht erwartet labe... Nach einem bewegten Abschied von dem Meister traf er seine Vorkehrungen, am die Angelegenheit zu einem erfreu lichen Schluß zu fuhren, denn er war ÄneswegS geneigt, ohne Weiteres vor leinen Gegner Fritz die Waffen zu strecken. k Er trug die ganze Angelegenheit mit der nothwendigen sichtlichen Entrüstung ten Weisesten seiner Verbindung vor, sind diese waren der einstimmigen Ansicht, daß .Freund Fritz nicht commentr..äßig gehandelt habe. Ein Student dürfe sich wohl vieles erlauben, aber er dürfe unter keinen' Umstanden seinem Kommilitonen die Manichäer auf den Hals hetzen. - . j. Infolge dieser Entscheidung wurde Stoffs Gegner zur Zahluug der zehn Gulden angehalten und überdies zu trncai Wnale von einem Eimer ; Crambambuli verdonnert, ; der gemeinsam " auf einer Versöhnungskneipe vertilgt HSen frssff ''-' " ' t Wliwiit W4v. . - .. -f ,. Im Weigerungsfälle war dem Jv!e? die Nelegtion aus dem edlen Zirkel

m Chinesische HandlungSgehttkeu. Bezeichnend für die chinesifchen WerHältnisse überhaupt ist das Leben des bezopften Handlungsgehilfen, welches der Ostas. Lloyd" anschaulich darstellt. Der Kommis,' aucy der verheirathete, wohnt durchgehendS im GeschästZhause. Man gibt ihm' gewöhnlich dreimal im Monat die Erlaubniß, nach seiner Woh nung zurückzukehren, um dort seine Frau und Familie zu besuchen, und bei solchen Gelegenheiten bleibt er dann einen Tag weg; der Rest seines Lebens wird vollständig in dem Geschäftsräume verbracht. Hier schläft er, nimmt seine (nicht allzu häusigen) KSrperreinigun gen vor, ffix läßt er sich den Kopf rast. ren, ißt und raucht, empfangt seine Freunde oder liegt umher, seine Zeitun gen oder Novellen lesend, und hier üx beitet er. so viel er muß. Wenn deS Abends das Geschäft geschloffen wird, etwa um 11 Uhr, bringen die Hausdiener das hölzerne Bett für jeden des Gehilfen in den Laden hinein und rollen fein Bettzeug auf; am folgenden Mor gen wird Alles dann wieder weggeräumt. Die .Morgentoilette" ist bald gemacht, der Zopf wird' um den Kopf gewickelt, das Obergewand ein wenig um den Hals herum geöffnet seltener Wird eS auZgezögeW und das Besicht, der HalS und die Hände werden in dem mit heißem Wasser gefüllten kleinen jZupferbecken gewaschen, daS der Lehrling hereinbringt. Heiße Bäder sind für wenig Cash zu haben, doch ist dies einLuxuSartikel, von dem nur die Wenigsten Gebrauch ma chen. Ein Barbier besorgt daS Rast ren des Kopfes, welches alle paar Tage vorgenommen wird, für daS ganze Ge schäftz der Handlungsgehilfe trägt, wie in der That fast jeder andere Chinese. viel falsches Haar, daS von dem Bar bter sehr künsrnch mit dem ewenen Haar verflochten wird. ' Der Handlungsge. Hilfe nimmt kein regelmäßiges Frühstück ein, er kauft für gewöhnlich von den in den Straßen umherwandernden Bäckern eine Art Pastetchen, die er mit seinem Thee verzehrt. Selten raucht er Opium sein Gehalt erlaubt dies nämlich nicht, auch würde eS der Geschäftsführer roogi mqi zugevenz er rauHt tu der Regel nur den milden chinesischen Tabak auS seiner langrShrigen, klein köpsigen Pfeife. Kommen nun die Kunden, so muß daS Rechenbrett zu Hilfe genommen und die verkauften Ge genftände müssen eingetragen werden; das ist die Arbeit der Gehilfen. Gegen 11 oder 12 Uhr wird ein großer run der Tisch hereingebracht, auf den man gewöhnlich ein sehr schmutziges Tischtuch deckt. Die Teller und Eßstäbchen werden bereit gelegt, Schemel um den Tisch ge stellt, sowie zwei Armstühle für die Geschäftsführer oder etwaige gute Kunden, die sich gerade in dem Hause besinnen. Ein Jeder setzt sich auf feinmPlad. dem Alter nach, der Lehrling am unteren Ende des Tisches. Die Mahlzeit be-' sieht meistens auS vier Gerichten; der ReiS ist natürlich das Hauptgericht und wird "a 6isaretion" gegessen.. Die jüngeren Gehilfen stehen zuerst vom Tische auf, der Geschäftsführer erhebt sich zuletzt. Tassen mtt Wasser stehen bereit zum MundäuSspülen. Sobald sich die Geschäftsführer zurückgezogen haben, raucht der Gehilfe feine Pfeife, trinkt noch einige Täßchen Thee und bereitet sich dann für seinen Nachmittags schlaf vor, auS dem er sich ungern stören läßt. So geht der Tag eintönig dahin. Das Geräusch auf der Straße erstirbt allmalig. ES ist Abend geworden: eS wird zu Abend gespeist, die Kunden mit ihren Laternen werden immer seltener, die meisten der Gesellen schlafen auf den Stuhlen, den Kops aus den Tijch gelegt ein. gegen 11 Uhr wird das Geschäft gezchWen. Die drei Grazien. Eine neue Art, die russische Volkshymne dem Pariser Publikum darzubieten, konnte man, nach einem Berichte der . Frkf. Ztg.", kürzlich auf dem MarSfelde cnn statiren. Die Genossenschaft der MalerModelle, die den Namen Drc Olymp" führt, hatte daselbst eine Vorstellung zu Gunsten ihrer VereinSkasse veranstaltet und als letzte Nummer die drei Gra zien- versprochen. Drei der hübschesten Modelle zeigten- sich demgemäß als lebendes Bild. Waren sie auch nicht ganz so unbekleidet, wie die Grazien CanovaS, so verhüllten sie doch mög, lichst wenig von ihren Reizen. DaS Publikum war entzückt, aber als nun die drei Schönen die russische Hymne anstimmten und dabei russische und franzosische Fahnen schwenkten, da wollte der Beifall kein Ende nehmen. DaS Interessanteste an der Vorstellung war aber doch, daß man da: die Modelle einer, Anzahl sehr berühmter , Bilder wiedererkannte. Da sah man die roth lockige Magdalene HeunerS, , die stolze Juno FalguiereS, die üppige Babylo nierin Roch?grosseS u. s. w. Im All gemeinen konnte man immerhin bemerken, daß alle Künstle? idealisiren, wenn sie sich auch noch so sehr für Realisten ausgeben., , , ' Geistesgegenwart. Oberförster (am Sramnklijch): Gewiß, meine Herren, ganz nett das, was Sie da von Ihrer Geistesgegenwart erzählt ha ben, aber da Massen Sie erst meme kenneu! Stehe ich da nneS Abends, als eS während eines Gewitters furchtbar reamt unter emem Baum. Krach fchlSgr oer Blitz in den Skamm ein jeder Andere wäre betäubt gewesen ich dachte nur daran, daß ich kkiae Rünl höl;chen in der Tafche hatte und zündete rasch nne Cigarre an d pltanl ,

i Aussicht gestellt. Der glückliche Umstand, daß anch der gutmüthige Fntz mtt frischem MooS versehen war, erleichterte die FriedenSverhandlungen. und als der Stoffs zu Ende ging, hielt der Ponirende eine ergreifende und reumüthige Rede über das schöne Thema: r ir , , - Wer Andern eine Grube gräbt. . .

Llpfelkuche '-chchl,i!'!,A,!lHH Humsreske t93 Ad. Axndt. ES war mir sonst nicht unangenehm, wenn Onkel Fritz feinen Besuch anmelbete, denn eS gab immer ein paar ursidele Tage und beim Abschied blieben auch meist etliche Doppelkronen in meinen Händen, die sich einer besonders entgegenkommenden Aufnahme meinerfeits zu erfreuen hatten und gewöhnlich einem tief gefühlten Bedürfniß abhal fen. Zwei Mal im Jahr pflegte er einen Abstecher nach Berlin zu machen und hier über die Stränge zu schlagen. Zu Haüse, auf seinem Gute, lebte er beinahe einsiedlerisch undlliebte es fast, den Sonderling zu spielen. Natürlich war er. unverheirathet und hielt das für ein großes Glück. t Siehst Du, Junge, sagte er, wenn wir in Berlin von einer Wemknei'pe zur 'änderen zogen, das geht Alles, wenn man Jung gesell ist. Da ist mein Nachbar auf Landsdorf, der Robsius, der kam früher immer mit hierher und wir amüstrten unS königlich zusammen. Aber seit zwei Jahren ist er im Ehejoch und seit dem hat daS Reifen für ihn aufgehört und er muß sich im Winter auf den Ballen abstrapazuen. Na, das könnte mir fehlen!' t : m . m, 9 fst , Ich gas lym jelvltverstansucy Necyk. Wie gesagt, sein Besuch kam mir sonst immer gelegen, aber als Mi? diesmal eine Depesche meldete: Eintreffe heute Abend 6 Uhr Stettin Bahnhof, er warte mich da muß ich gestehen, daß ich in höchst verwerflicher Gesinnung den Bruder meiner Mutter dahin wünschte, wo der Pfeffer wächst. Und daZ hatte folgenden Grund: . Seit vier Wochen war ich verliebt, bis über die Ohren verliebt. Sie wohnte mir gegenüber, von Fenster zu Fenster hatte pcy unzere Berannkzcyast angesponnen. ES gab seitdem für mich keine Engel, keine Elfen und ähnliche Wesen mehr, dievos sagenhafter Schön heit sein solle'. Tonis Augen, Tonis Mund, ToNiS blondes Haar hatten nicht ihres Glei chen im Himmel und auf Erden. Wir verstanden uns bald, aber nur durch vorsichtige, Zeichen konnten wir die er sten Grüße unserer Herzen vermitteln, denn zur Wächterin ihrer Tugend war eine Tante bestellt, deren Luchsaugen die ganze Straße beherrschten. Aber alle Tanten dlefer Welt hatten uns auf die Dauer nicht trenne können. Eines Tages war ihr Toni doch entschlüpft, und in einer, lauschig dunklen Nische tu ner vereinsamten Conditorei schwuren wir uns über einem Stück Apfelkuchen ewige Treue. Dana huschte sie schnell davon. . v -m - " ' Bezahlen Sie den Äpfelkuchen kür i das Fräulein mit?' fragte der Con ditor. .Selbstverständlich, antwortete ich voll Entrüstung. Und nach diesen ersten Pralimmarlen sollte heute Abend, wo sie wiederum den Argusaugen her Tante zu entfliehe boffte, daS weitere stipulirt werden. Das war sehr nothwendig, denn dem 'S'onnt'nsckttn unserer innae Liebe drohte der erste Regenschauer. Ich mußte auf ein halbes Jahr, auf ein langes, endlofeö halbes Jahr fort auS Berlin und schon morgen abreisen! Da galt eS, Abschied zu nehmen und rne Wegt zu verabreden, auf denen wir während der .Zeit der Prüfung weaigstenS brieflich mit emander verkehren konnten. Und zu alledem mußte nun auch noch Onkel Fritz dazwischen kommen! DaS half nun nichts. Abholen mußte ich ihn von der Bahn und dann hieß es, ihn auf ein paar Stunden irgendwo versetzen und zum letzten Stelldichein eilen. Und so mache ich'S. Onkel Fritz war zwar etwas unwirsch, aber uolens rolens fügte er sich und nahm mir nur das Versprechen ab, sofort nach Ab vickelung des unaufschiebbaren Ge schäftS, von dem ich ihm vorgeflunkert, zu Dressel zu kommen. Ach. es sollte nur zu bald geschehen. Die Tante, die fürchterliche Tante! flux einen flüchtigen Händedruck ergatterte ich und ein kleines Kuvert. Aber ivaS für nn Glück dara dieses Kuvert? Toni's Bild, auf dessen Rückseite die Worte standen; Auf ewig Dein! T. Z. postlagernd Postamt 16. , Nun hatte ich die Treue schrumch und wußte, wohin lch.meine glühenden Sie besbriefe zu richten hatte. : ' " JungeVsagte Onkel Fritz, als wir ieim Rheinwein saßen, .dw machst ja :i Gesicht, als wäre Dir Dein ganzes Kor verhagelt. WaS ist denn loS?" Weh das Herz voll ist. davon geht der Mund über. ArgloS erzählte ich mein füßeS Geheimniß und frohlockend zeigte ich das Bild. , .Hm, nicht übel, wirklich nicht übel', sagte Onkel Fritz: .Wie alt ist sie denn? i ... .Siebzehn Jahr". .Und Du bist neunzehn. Kleiner, ehe Du an'S Heirathe denken kannst, kann sie schon Großmutter sein. Schlag Dir doch die Dummheiten aus dem Köpft" So konnte .nur M hartgejott Junggesell spreche. -1' .Onkel", sagte ich: Du ahnst nicht, daß die Lie.be ÄlleS überwindet!" , Besonders die von vier Wochen. Wie heißt Sie denn ?" " 1 . Toni Zander". Und sie wohnt Dir gegenüber?" Ja, und nach einem halben Jahr ziehe ich wieder in meine Wohnung". Na, wir werden'S ja sehen", sagte Onkel Fritz und betrachtete daS Bild wieder. 'lMZ ' : ;! ' . ! , ' ':':-:r'-: !" ; 5 " - ,w , :.;''' 'v ' ' :. . ' ,i Am anderen, Morgea, fuhr ich gen München, wo ich zuerst einen Rahmen xx daS Bild der Geliebten kaufte und oann ei Stück Apfelkuchen verzehrte, oer süßen Stunde gedenkend, da ich mit lr zusammenfaß. ' Dann schrieb ich. Jeden o& man 'erte ei Brief nach Postamt 16. Berlin, aber ich Harne vergeÄlch auf Ant wort. ' Endlich., nach drei Woche

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brachte der Briefträger einen dicken, ein geschriebenen Brief auS Berlin. Ich öffnete ihn glückstrahlend. - Aber, s Graus: was fand ick? Eine Verlo

bungZanzeige von .Toni und Onkel Fritz. Der arglistigste aller Onkel hatte darunter geschrieben: , Lieber Junge! Wie Du siehst.habe ich mich mit TM verlobt. So bleibt sie in der Familie. DaZ ist prächtig für Dich, für sie und vewnders für mich. UedrigenS hast Du für Deine zukünftiae Tante einmal em Stück Apfelkuchen bezahlt. Sie schickt Dlr dafür beifolgenden Hundert markschein. Vertrinke ihn aus unser Wohl! Dein Onkel Fritz. N.B. Deine Briefe lieaen auch bei. Hebe sie auf. Vielleicht kannst Du sie Ipatcr verwenden.. Esse und Trinke in alter Zeit Vom Essen und Trinken in alter Zeit und . von früheren Tischgebräuchen, die uns heute zum größten Theu feltsam genug anmuthen. wissen die M. N. N." mancherlei zu erzählen. - An der Tafel Ludwia's des Vierzehnten wur den alle Speisen in Gegenwart des ttö mgs gekostet, bevor man sie dem Wo narchen reichte. Der Hofmund fchen! mußte die Serviette des Königs, das Messer, den Löffel und das Glas deS Königs mit einem Stück Brot berühren und dieses Stück Brot vor den Augen des Königs verzehren. Aber selbst bei den prächtigsten Festmadlen dseS m nigs wurde nicht serviert-, .wie heut' zutage, zeder Gast schöpfte vielmehr Mit seinem Löffel auS der gemeinsamen Schüssel, was er wollte, auf seinen Tel ler; in einfachen Familien achte man es wie die Dienstboten auf dem Lande: man atz aus einer Schüssel. Häusig genug kam es in vornehmen Kreisen vor, dasj die Damen ihre Tischnachbarn mit ihrem eigenen Löffel, den sie eben auS dem Munde nahmen, bedienten, ihm beispielsweise damit die Saucen auf den Teller schöpften. Anna von Oesterreich, die Königin mit den schönen Händen-, reichte einmal ihrem Nachbar ein Ragout, das sie eben mit den Fingern aus einer Schüssel genom men hatte, und der dankbare Gast durfte . it , ... von lyren Ulkigern megiecren, was von der Brühe daran geblieben war. ES war em Grundsatz der Hhgiene früherer Zeiten wie der heutigen daß man sich beim Essen Nicht ernste Gedanken hingeben und wichtige Dinge nicht ausklügeln sollte. Daher ver kürzte man die Zeit mit heitere Scher zen und Gesängen. Um den Sinn der MA r !'-'- ...V aue aus immer öceues uno unreryai tendeS zu lenken, erfand man, WaS die Franzosen, satrsmvds" nannten. DaS waren Schauspiele, lebende Bilder und t ' , '!Pi;. . vergielcyen, vle ziviiazen oen einzemen Gerichten vorgeführt wurden und die oft mit verschwenderischer Pracht auS gestattet waren. Heitere Gäste, die die Unterhaltung zu beleben verstanden, waren früher wie heute überall gern ge sehen. Interessante Gespräche galten als gesund bei der Tasel, und bei einem solchen heiteren Maule sprach Frau vo Montespan, die Geliebte Ludwigs des Vierzehnten, das uvzche Wort: .Bet Tische wird man nicht alt. DaS Trinlen brauchte weniger Rüst zeug, als das Essen. Bis in'S 16.Jahrhundert befand sich oft nur ein GlaS für die ganze GefellZchast auf der Tafel. Da war eS Sitte, daß man sich zuerst den Mund mit der Serviette wischte, bevor man trank, und der gute Tön wollte auch, daß man daS- GlaS jedesmal leere. Den Damen hielt ein Diener hausig einen Teller unter daS Kinn, damit sie ihre Kleider nicht betropften. Später wurde dieser Brauch abgeschafft, und man stellte jedem Gast sein Glas vor. Sehr srüh kam daS .Gesundheütnn ken- auf. Auf einen zugebrachten Trunk nicht zu antworten, wäre eine, starke Beleidigung gewefen. Auf'S Wohl der Geliebten ' trank man so oft, als ibr Name Buchstaben zahlte, und wer keine Geliebte hatte, brauchte darum nicht in Verlegenheu zu gerathen: er trank dann auf seinen eigenen Namen. In jenen guten Zeiten schlürften die Frauen den Wein so gern wie dieMän ner: die , Marquise von Richelieu soll erstaunliche Massen haben vertilgen können. Auch eine Herzogin von Bour. bon ging ihren Töchtern hierin mit gu tem Beispiel voran, aber die Töchter konnten nicht so viel vertragen, wie ihre Mutter Frau von Montespan war eine Freundin von Branntwein; sie trank in diezem edlen Naß öfters Man ner unter den Tisch. HlnterindischeA vemSlde. . (Jo eiuem Z5chstMe Beobacht Im Urwald wärd Sie's gemiedlich, ' ' ES dämmerd so bäh a bäh, Aen Affche, gleen und niedlich, Der hängt Sie am großen Zeh. Aen Elephantenweibchen l Singt'S Gleene in den Schlaf, Ae Leobard fritzd ä Weibchc Von einem indischen Schaff ,f " Ae Babagei'llffm Boome, ' 1 Zankt mit änem Gagadur , Aen Eechhornwie im Doomm?, DaS guckt Un Beeden zu. ''J-feV- " ryt""..-i: Die Brille fleeßig butzend . Ae Brillenschlange liebd' De Awendzeitung; stutzend DaS Neieste sie genietzd. " " . ;:. . , jfc.ip 5' :!:..;;. Hi.ji, P-iJi;. . . fei;:! :i !...'"' , :":::':!'- :' " ' ' Ganz Handen st Golibriche ' Ich munter fliegen feh', 1 ' Ist daS än neddeS Viehchen, Ach nee, ach nee, ach nee! r ; i M p y.n , - . !,J?1,:,.S..-,,,.. - ., 4,(1,, ,i " - ! A : i '-' ' -r?l;:r.,. ... . "5! ? ,.,? ,,, ,: . ..,,.." iiiiEäifii WöÄus'lB an: -n einer demnächst erscheinet den Broschüre zur EisenbadnvoNtik wird der Nachweis aefübrt. dsn "de, ! finanzielle Orfolg des Zonentafg 51 Ifrr:: n..sK-. ... i.i.. SJiiMwafA wuvJW ua4ui, ...

Wie soll sie geiget I

Diese Lebens und Namensfrage be schäftigt mich und meine Frau seit drei Monaten. So lange ist es her, daß unser Töchterchen das Licht der Welt erblickt bat und ebenso lange, daß wir l über dieie unbedeutendste und dedeu tendste aller Fragen nicht schlüssig wer den können. Datz Name Schall und Rauch ist, das pfeifen die Gymnasiasten auf dem Dache und doch ist nebst ttx Physiognomie nichts so sehr geeignet, günstiges vd2r ungünstiges Vorurtheil p wecken und sich ein, wenn auch fal scheS Bild von dem Wesen eines Men schcn zu machen, als der Name. Kann ein Husarenlieutenant Nikodemus hei ßen, ist eS denkbar, daß ein Neinhold Bagnostrafling' ist, hat man je davon gehört, daß einem Supplikanten, der Edgar getauft wurde, die erledigte HauSknechtstelle. zutheil ward? Der Name ist die Etikette auf der mit dem Lebenselixire gefüllten Flasche, ob man Recht oder Unrecht hat, man kauft oder verschmäht nach ihr.' Unter sothancn Erwägungen wird man unsere bangen Namenszmeisel. begreiflich finden. ES spielen aber noch ganz andere' Skrupeln mit. Antlitz und Struktur des Menschen, Bildungsgrad und Familietradition sollen mit dem Namen in elnem gewissen Einklang stehen; man soll bei der Namenswahl nicht alltäglich-trivial und nicht exotisch bizarr sein. Seit einigen Jahren gras sirt unter dem weiblichen Nachwuchs eine gewisse Elsa - Epidemie, und es trifft sich nur zu oft zu, daß die Namen der verschiedenen Lisbeths, Trudchen und Grächen, welche gleichzeitig mit dem altdeutschen Meablement in die Mode gekommen sind, gar bedenklich mit den schwarzen Haaren und dunklen Augen ihrer Tragerinnen in Wider spruch stehen. Die pretentiSfeten Bankiers, denen jedes Zugeständnin an den nivellirenden Zug.der Zeit ein Gränel ist, lieben eS neuestenS ihre Erstgeborenen HanS zu nennen, sie erhoffen einen angenehmen Effekt, wenn der auf kostbaren Smyrna tevpichen cinherwandelnde Sprößling, mit dem schlichtesten aller Namen paradirt?daS Hansthum eines in der Sphäre der Millionen geborenen Na bobsprossen ist aber 'selten waschecht. Wir hätten unsere Kleme höchst wahr scheinlich Käthi- genannt, aber da wir Heuer den Sommer in Aussee verlebt haben, hätte die böse Welt in dieser Wahl volksthümlich thuende Agektation erblickt; ganz davon AU schweigen, d& sich unsere Köchin dieses -Namens erfreut, und unsere im Uebrien demokra tische Zeitgenossenfchaft Dienstmädchen, welche Namen führen, mit denen auch Familienmitglieder geschmückt sind, um Mäuschen pflegt. Trägt die Haustochter den an die Äera Goethe'S und Schiller'S gemah ilenden Namen .Charlotte", so muß die Zofe für hie Zeit ihres Dienstes mindejtenS zur Pepi" degradirt werden, die eil Charlotten erster und zweiter Ord ung in einem standesgemäß geführten Haushalte mcht gut thun. Verlegenheit bei der Namenwahl hat schon die sonderbarsten Blüthen gezei tlgt. Irgendwo in der Vrovmz lebt m fanatischer Cigarren-Enthusiau, der aus Sympathie für das edle Kraut seine drei Töchter mit den nikötinhälti zen Namen Kuda, Virginia, idxitan nif et versah. Kuba ist noch im Säug lingSalter verglimmt, Virginia ist eine sehr mollete, für ihren Namen beinahe ;u mollete junge Dame geworden, und Vritannika ist von einer Zartheit, welche jeden Käufer vor ihrer Namensschwester in den Tabaktrafiken abschrecken würde. Leide sind übrigens liebe Mädchen und eS werden sich für sie passtonirte Nau Her und Ehemänner schon finden. Meine Passion ist daS Kartenspiel, aber ich kann die Kleine unmöglich Trull" soer Plguedame , oder gar Ultimoennen, gegen welch' letztere BezeichungenFrau obendrein auS gutemGrün Sen protestlren würde. . Vergebens habe ich bei den Namen meiner Ex-Freundinnen aus der Jung' esellenzett Umschau gehalten. Nach er Josephine soll sie nicht keinen, denn: der ist mancherlei Malheur , widerfahr ren, und noch weniger darf ich rnt Rosa" denken, denn dieze meine ae liebte Mitschmester von ehedem hat. einen eifersüchtigen Ehegatten, der mit seiner langen Nase so- lange herumwittern wird, bis er auf den vermeintlichen Zusammenhang zwiichen dem Na? men me,ms Tochterchen uns oem zemer Frau stößt und dann spießt er mich , , , , . c .m ohne nave uns zoarmyerzigieir ns. Doch von solche Sorgen eines geplag ten, solid gewordenen gamilienvaterS hat meine Frau keine Idee, sonst würde sie nicht mit instmctiver Grausamkeit so lange gerade auf Rosa bestanden Ich habe ihr weis gemacht, daß Rosa im Sanskrit eine bösartige Nebenbedeutung habe und daß unser also ge nannteS Töchterchen niemals einen Sprachgelehrten werde heirathen kön nen.Z Damit beruhigte sie sich. Als ich ihr aber vorschlug, mir zu Ehren, da ich Emil heiße, unseren kleinen Engel Emilie zu ruien, meinte sie spitz und pointirt, wie nur meine Frau , spitz und pointirt sein kann, dieser mein Name biete ihr keinerlei Gewähr für die Her anbildung ! jener weiblichen Tugenden, durch welche sie ihre Tochter aus gezeich. net zu sehen wünsche. Druden itxt freien, also auch namenSsreien Amerika bietet dü NamenSwahl weder für die mannluhen n och für die iv ei bl icheu Spr 0 sie n irgend welche Schwierigkeit. ' Für die ersteren bildet das Buch der Bücher ein ausreichendes Reservoir.v" Die EbenezerS, JaveetS, AbelS, sind legionweife vertreten, aber auch die modernen Geschichtstafeln stellen ein tüch tigeS Contingent bei der Wahl der Be Tennnng. So mancher kleine .Bis marck-, mancher schwatzhaste und ge räufchvolle Moltke- oder schulstürzende .Pestalozn" reift künftiger Unsterbliche , leit entgegen und nach den deutschen

viegen von. 1870 regnete es auch m der

neugeborenen Mädchenp--

nien und , Gravclotbärme bei uns zu Lande je. ,, würde, den Stammhalter ? Krafi oder die Erstgeborne Custoz ;?Z leicht auch Lissa" zu taufen. sperrte den Unalücklicken inS Narren Haus. Aber wie nett würden sich solche Namen ausnehmen und wie stimmunqS voll würde eines Tages die Nachricht anmuthzn, daß sich Herr Gnllpar'zer Obermeyer mit Fräulein Custoz'iS Nie derfellner verlobt habe. In Deinem Lager ist Oesterreich! Aber wir Na. mensphllister müssen uns hübsch an den Kalender halten mit seinen Portinuku. las, Sybillas, Cmerentias, seinen Hie ronymuS und Cyprians. DaS Braut, paar Chprian und Emerentia paßt abe, ebensowenig in daS Zeitalter des Tele. Phons und der JourZ", wie Arthur und Eugenie in die Atmosphäre des Ziegelschupfens. Vielleicht daß ich mich noch für Franziska" entschließe. Aber nein, so heißt meine Schwjegkrmutter. Da liegt nun daS kleine, unbenünnti Ding in feiner Wiege. Ein glücklich. bekümmertes Elternpaar blickt mit einer Mischung .von freudigem Stolz und kleinwenig Aerger auf den rosigen, sin' gerlutschenden Däumling und weiß sich nicht Raths. Baby ist schon sehr viel, ist die Hauptperson in der Familie und ist noch gar Nichts sogar feine Alter?. genossin, die seidcnhaarZge und kurz. Pfotige .Lady" hat schon einen Namen. Wir können doch unmöglich unser Tcch. terchen, wie da? deS ersten besten Zim. merwichfers, BJrbara" heißen oder sie gar als Apollonia zur ewigen Altjungferlichkeit verurthellen. Den Namen Hermine" mag meine Frau nicht, weil ihre Tvdfeindin- aus Aus see sich also nennt, Frieda" wäre recht hübsch, aber daS gleichnamige Tochter, chen unserer Nachbarin hat im Zahnen sein jungeS Leben ausgehaucht, und Gott behüte uns. Und da legt eben meine Iran ihre Hand auf meine Schul, ter und meint: Warten wir noch mit dem Namen, eS eilt ja nicht. Genügt es doch für jetzt, daß wir sie namenlos lieb haben." Der Uuschlk. Ein zigeunerhaftes Steppenlebe führt der Muschik, der russische Bauer, wenn er sich im Frübjahr mit Weib und Kind, Pferd und Wagen auf ein benach. barteS Gut verdungen hat. Unter freiem Himmel, oder im Wagen gebor gen bei schlechtem Wetter, derbringt' er die Nächte blS in den Spätherbst hm. it. Je größer seine Kinderschaar sa entwickelt eine Studie der Wiener .Presse- desto reicher sein Lohn. Der kleine Knabe kann mindestens die Ochsen vor dem Pfluge oder auch vxr dem Wa. gen lenken, da S kleine Mädchen die Flugmaschine zur Reinigung der Korn frucht drehen oder die zurückgebliebenen Aehrea mit dem Rechen auf dem Feld sammeln, wahrend d:e größeren Kinder sich an der Aussaat betheilizen, sich zu den Schnittern gesellen, die Garben Un bett, die Dreschmaschine bedienen und die gefüllten Säcke der Reibe n?ch lagern. Die jüngeren Weiber sind um die großen eingemauerten Kochkessel beschäftigt mit der Zubereitung der naiiö Kalen Suppe, des Borschtzch', emer Mischung von Fleisch, Kraut und Kar toffeln, welche in einem mit Wcizenkleie gesäuerten Wasser ausgekocht wird, so wie des nährenden Maisbreies, der Mamalika; denn eS arbeiten oft auf einem größeren Gute über 600 Bauer, deren Hunger zweimal des Tages auS !.-. . r gieoiz gejliur iein wiu. Die kleinsten, noch nicht zur Arbeit verwendbaren Kinder laufen, bloß mit einem groben Hemdchcn bekleidet, um ihre Mütter herum und suchen sich nütz. lich zu machen durch Zutragen ver Speisen, oder sie schälen mit ihren thu nenöändchea dieKartoffeln und schieben das Stroh das einzige FeuerungS Mittel der waldlose Steppe unter den Kessel. Taufen, Hochzeiten und Leichendegängnisse zählen in diesen som merlichen Steppenlaern nicht zu den Seltenhetten. Tis beiden ersteren felcr liehen Handlungen werden stets des Sonntags abgebalten, wo die Arbeit ruht und das lustige Gelage vor der Schenke von' früh diS Abends währe Iran. Der Taufakt nimmt in derMc--gel folgenden Verlauf: Man bringt das neugebLrene Kind in den Hof und bittet ganz einfach die GutShcrrin oder deren SSKne und Töchter zu Tauf pathen, waS in der Regel niemals ab gefchlagen wird. . - , - f- '.j -,, Sogleich wird dann der Pope gernfen und die Ceremonie ia den Garde robezimmern vollzogen? der Täufling wird dreimal in ein mit geweihtem Gasser gefülltes Becken getaucht uud darauf in ein grobes Stück Leinen ae hüllt, welches als Taufgeschenk den El-, tern verbleibt. Außerdem noch meist mit Kmderwäsche beschenkt, keh, en diese nach dem Taufmahl ß in der Schenke aus die weite Steppe zurück, um am nLch. sten Morgen , die Unterbrochene Weschäs Mam!g,,,wiederaüfzunhM Am vohlften fühlt sich : der Muschil jjiä t ;l lrn i;:; S eine nfe cä i;, ri al q 3 s;. ... ci ci: . Tanz auf dem kurzgeschnittenen Rasen vor der Schenke und bei der Musik eini ge,Zigeuner bieMem alS'seblen,'ben" webm'S,demWchnapS'Und 'Münkund' Gesang daS LebenSelement des Russen. WaS n durch eine ganze Woche - in saN 'rer,"schSe?erArbeit,Kerdie Sonntag Nachmittag fast reg elsäig dnrch die Kehle : Trinken ist ihm n dänNÄsÄennOiwenne Mosizkeit'endeZJch fragte ewmal eine GutSherr, warum mau die Schenke !l' ' ! i'-'r ,;: '" ? .'. :"!, 'ir':'' J'!:,n- ;i immer cci erra Eingang juni ucci:j erNchte'lnud so den Leuten wie abstchtlich die Gel egen hei t z u dem sinnlo fen Trinkmhiete,Woraufz tefagenBrnächelM daß dies wirklich mit Absicht geschehe. Würde der Muschik seinen Lohn nicht vertrinken, müßte er ; bei dem ' bWigea Lebensunterhalt nd seinen sonstigen. geringen Gedürsaifsen rasch wohlhabend end unabhängig sein und tan gäbe, ci bald kein Arbeitn rnehri