Indiana Tribüne, Volume 15, Number 37, Indianapolis, Marion County, 25 October 1891 — Page 2
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ZSzesndsmpftrmit OalflsHrüöee. Das Prinzip der neuen techuisch als Walnschrüöen- bekannten SchissScon struction ist einsach und einleuchtend, nd wurde zum ersten Mal in seiner dollen Schärfe bei der für den Czaren gebauten Facht fitoadia durchgesübrt. Während der Querschnitt eines gewöhn kichert Schiffes einem auf die Spitze ge pellten gleichschenkligen Dreieck mit ausgebauchten Längsseiten ähnelt, sieht daS Walsischboot im Querschnitt eher au?, wie em plattgedrücktes Kissen, dessen Kanten nach außen gerichtet sind. Die n Construction liegt die Idee zu Grunde, daß eine Sturzsee auf die hohen Wände eines gewöhnlichen Schisses mit voller Gewalt wirkt und entweder die Wand eindrückt, oder da? Schiff völlig auf die Seite wirft, während beim Walsifchrücken die Welle durch die seit, liche keilförmige Kante gespalten wird und der emporsinthende Welleatheil durch den unterhalb hlnwegfließenden 6to& in seiner Wirkung aufgeboben werden mu&, fa daß daS Sch:ff selbst beim heftigsten Wellenganz beinahe ruhig liegen miXW- Im Längsschnitt sieht ein solches Schiff übrigen? einer Cigarre ähnlich, denn es läuft an bei. den Enden spitz zu. Man sieht, die Bezeichnung ..Wal sischrücksn trifft eigentlich den Kecn der Sache ganz und gar nicht. Denn nicht der Rücken, sondern Seiten und Boden repräsentiren die charakteristische Construktion. Zudem hat man auch die ur lvrunzliche bei der Livadia" zur An wendung gekommene Form ganzlich um zeändert. da diese sich in der Praxis Nrchius nicht bewährte. DaS erste, was man aufgab, waren die scharfen, seitlichen Kanten. Tiefe hatten nur Sinn, wenn sie den Wellenberg gerade in der Mitte trafen. Rollte dieser da-' gegen über oder unter die Kante hin weg, ohne sich also zu theilen, so mußte der Wellenftoß heftiger, als je ausfallen, da er dann nicht entsprechend von unten oder oben compensirt, resp, neutralisirt wurde. Man begnügte sich daher, wie daS die Abbildung zeigt.
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em Schiffsrumpf eine mebr platt-walz förmige, dem Schlangenleibe ähnliche Vestalt zu geben, und die Seiten abzurunden, fo daß diese allmählich in den gleichfalls schwach gerundeten Rücken stnd Bauch um beim Gleichnisse des Thierleibes zu bleiben verlaufen. Die Rundung nach oben zu läßt ein ZbeneS und' flaches Verdeck von etwa balber Schiffs breite frei. Die Ver. inderungen, welche durch die neue Con ftructisn im Innern des Schiffes gebo Zen sind, haben mit der Constrnction an sich nichts zu thun, tragen also zum Verständnis e der letzteren nichts bei. fluch würde eine Schilderung derselben nne genaue Kenntniß der setzt üblichen Schiffseinrich.ung voraussetzen. Die .American Steel Bärge Co.!n New Fcrk, welche daZ Vateat auf Walfischrücken besitzt, trägt sich mit großartigen Plänen, darunter mit kei nrn geringerm, als durch ihre neuen erst noch zu erbauenden Ocean Dampfe? alle liZherigen Schiffsmodelle ln Bezug auf Schnelligkeit, Billigkeit Sicherheit und Bequemlichkeit deS VerkehrS euZ öem Felde zu schlagen. Moderner Siuhm. tzrz Wer ist der Geck da drüben, der die Nase so hoch trägt? Pstt Mach dich nicht unglücklich! Der Mann ist eine berühmte Persönlichkeit; du kannst sein Bild und seine LebmZbeschreibung in jeder Zeitung ftabcn. Wirklich? Und warum ist er so wühmt? Nun, eS ist derselbe Mann, der kürzlich von feinern Katarrh geheilt vurde. Die sichere Probe. TSch. krchen (dem Papa zusehend, der seinen Dünnen Haarboden mit Haarbalfcm tknrelbt): Hilft nichts Papa, hilft ganz jewitz nichts! Vapa: Woher weißt Vu denn das. Du kleiner Guckindiewelt? TSchkerchen: Ich habe den Kopf einer Puype eine ganze Woche lang tlle Tage damit geschmiert und dennoch dachst kein einziges Härchen! JhreWahl. Frau WeiteleS: der Levi und der Hersch haben sich um tnsere Sarah bewarb m. bin ich neutierla. wen se wird ausiuchen k tfnr Keiteles: W' haißt? Wirö se nehmen en HeriQ, veli je U Von Natur schon lmjchftchtigk
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vsn 8it Aus allen BerusSßMten anßcrhatt, deS Hau eS. welche d:e Frauen betreten. eht ihnen ihre weibliche Natur mehr . t. ? rtrt n. oer mmoer. m juscgc .utr, tt srai xritt uno nergievazu, eine itlsl je von Zttnoer, iao t aocyen. , in 5Z5,lZn if hrfien. fi der ant. liche Beruf, an Frauen und Kindern übt, scheint uns ein eckt weiblicher. Aber wie sehr muß ein Weib gegen seine Natur kämpfen, um über das Studium der Anatomie hinauszukommen. Ws Frauen oder Mädchen von guter Er. Ziehung an, Bureauschaltern, an Kaffen zc. sitzen, wird sie der Verkehr mit dem großen Publikum, anfangs wenigstens, unangenehm berühren. Die künstlerlschen Carrieren scheinen von all' diesen Uebeln frei; aber auch hier finden sich feindliche Einflüsse, z. B. der freie Ve?. kehr mit mannl:chen College, welch, sehr oft den Schwetterlingsflaub von der weiblichen Vsyche abstreift. Aber eS giebt Talente, die nicht zu unterdrücken sind, nicht unterdrückt wer den dürfen, eS giebt auch soziale Noth wendigkeiten, denen man sich nicht ent ziehen kann. Die begabte Musikerin oder Schauspielerin rauß eben hinaus in die Welt, um ihre Begabung auSzu. Zeben,ebenso tt das unversorgte Mad chen, daß sich sein Brod verdienen muß. Das Alles trifft nicht zu für die tlt reisende, welche weder durch besonderes Talent, noch durch irgend eine andere Nöthigung hinauZgetrieben wird in eine ungewisse Ferne. Die Forschungs. reisen in fremden Ländern sind mit sg unträglichen Strapazen, mit so vieler, lei, speciell sür die Frau abschreckender Gefahren verbunden,daß eS fast unerklär. lich ist, wie Frauen sich dazu entschlie. ßen können. Dennoch kommt der Fall vor, sogar derhältnißmäßig häufig. Denn die Forschungsreisenden selbst sind ja AuS, nahmSerscheinungen und die Frauen unter ihnen geben einen verhältnitzmS ßig großen Procentsatz. Begreiflich ist ihr Streben, wenn sie einem geliebten Gatten folgen. So ist dem Asrikarei senden Emil Holub seine Zunge Frau auf seinen gefahrvollen Ezpeditionen gefolgt. Sie hat alle Beschwerden mit rhm getheilt; sie weiß Bescheid in seinen Sammlungen und hat sich um dieselben große Verdienste erworben. DaS mag ein unschätzbares Glück sür den Forsch sein, eine solche Frau zur Seite , zu haben. CS gehört zu den größten Sri tenheiten; die meisten Forschungsreisen' den sind ledig. Wer erinnert sich vielleicht noch deö Weltreisenden Grafen Klam, den eben falls seine Frau begleitete. Die tapfer, Gräßn, durch Gebartund Erziehung gewiß zu einkm anderen Loose bestimmt war, wurde von einem tragischen Schick fc betroffen. Sie sah ihren Gatten m einer Schwimmtour ertrinken. Sie hat in einer Denkschrift sein. Reisen und sein trauriges Ende be schrieben und lebt ftst in Prag als di glückliche Gattin eines angesehenen Mb lerS. . Aber es gibt eine ganze Reihe von weiblichen ForZcbunzsreisenden. welch, auS freiem Antriebe, ohne directen mannlichen Schutz in ferne Welttheil reisten. Ein Beispiel dieser Art ist die Wie. nerin Jda Pfeifer, geb. Unger. Heutk würden ihre Leistungen, Reisen nach dem Orient, dem skandinavischen Nor den, um die Welt und ein längerer Besuch in Madagaskar nicht sehr Bemer kenöwertheS sein. Aber in den Vierzi ger Jahren Warnas erstaunlich. Das Verkehrswesen, besonders zur See, war uoch wenig entwickelt. Man hatte noch kaum eme Ahnung von unsren comlor tablen Schnelldampfern, von Schlag Waggons. Blitzzügen :c. Reisen, wie die der Frau Pfeifer, waren noch mit den schwersten Strapazen verbunden. FrauPfeifer, die 1858 in Wien starb, bat keine nennenSwertben Auszeichnn ' gen hinterlassen. ES scheint zweifellos, daß die, merkwürdige Frau von einem , unbezwinglichen Dränge, die Welt zu j Zehen, beseelt war. I ' M . m. m f Sie wird in Schatten geneul vurcy .'die berühmte Lady Stanbope. Diese Engländerin, deren Leben ein mysti scher Schleier umgibt, ist nicht so sehr durch die Ausdehnung ihrer Reifen, als durch ihre sonderbare Lebensweise merk Würdig. , ' , '"'t Sie war im Jahre" 1776 geboren, also zu einer Zeit, wo daS Reisen kei N'Swegs Mode war, wie heute. Sie entstammte einer vornehmen englischen Familie, und eö ist unerfindbar. was Esther Lucie in die Ferne getrieben ha den kann. Sie machte verschiedene Rei sen ttach dem Orienre, lebte in der Tür kei. zuletzt in Kleinasien, auf dem Schlosse Dschihum am Libanon. Durch ihr eigenthümlich mystischeS Wesen übte sie einen großen Einfluß aus die dortige syrische Bevölkerung, welche in ihr ein überirdisches Wesen verehrte. ES ist, wie gesagt, über ihr Thun und Treiben nichts Bestimmtes bekannt. Nicht ausgeschloffen ist, daß sie Neigun gen ergeben war, denen sie inmitten der europäischen Cultur niqt ungestraft hätte fröhnen können.' ' ur:,: Die Laufbabn der Holländerin Alexini Dinne fällt fcbon in die Zeit der moder pen Afrikaforchung. 5 r .ulein Tmne machte. m den Sech' ziger Jahren mehrere verdienstvoll JorschungNeifen nach dem oberen Nil gebiet, da damals die! Frage nach deu Rilquellen uoch das vornehmste Pro blem der AirikasorZchung bildete. Sie lebte in verschiedenen nordafrikanifchen Städten in freundlichem Verkehr mit den Eingeborenen. Ein seinerzeit sehr bekanntes Bild I zeigte ihre schlanke, sympathische Gestatt zwischen zwei kle en, häßlichen Schwarzen, die sich zärt ch an ihre Snie jckmiegien. " Ale,ine Dinne siel in dem kühn ge vählteal ?e ufe.,. 1.'' wurde - sie auf chi Reife n H 5 Sudan ia tq
Fegend von Murzuq, von schwarzen Eingeborene ermordet. : , Zwei merkwürdige Erscheinungen
ÄLZ der NgritiiÄ MoISn S, ? Ux xlUW Ä " IUJWU. von wekdusen For chunaSrelsenoen . . str . - ird. icfet Mrs mh b' itrt orschunastouren ir Lyopuoer ryre or;2)i.ngslouren i vx Tentralasien. Wir entnehmen englischen" Blattern einiges über die Berichte oerDamen. MrS. Sbeldon war von Zanzibar au? nach dem Kilimandjaro und dem Chala See vorgedrungen, und wenn sie auch schon bekanntes 'Gebiet" durchschritten und unsere Kenntnisse nicht wesentlich bereichert hat, so muß doch dem Muth Lnd der Umsicht, mit denen die tapfere Frau die Expedition geleitet, alle Nnericnnunz ' gezollt werden. Jbr Urtheil Aber ,:den, Charakter der Eingeborenen in dem jüngsten deutschen Reich i lande ist von Werth. Große Energie, und Fertigkeit müssen ! gezeigt werden: kör-! perliche Züchtigungen sind. , wenn eS zilt, Gehorsam zu erzwingen, unerlaßlich; allem die Hauptsache bleibt, wie' bei Kindern, immer Geduld Die Ein-! geborenen waren überrascht eine Frau ilS Führerin einer Expedition zu sin; bcn; aber nie benahmen sie sich frech oder roh; sie waren im Gegentheils höflich und unterwürfig. AlleS hangt? davon ab, sagte - MrS. Sheldon, wie! man sich diesen Leuten, gegenüber W nimmt; die Hauptsache ist, entschieden! aufzutreten und ehrlich zu handeln; wer lein Wort hält und eS vermeidet, die: Eingeborenen zu betrügen und zu über-'-Vortheilen, der braucht keine Schwierig! leiten zu befürchten. Wer in Schwie cigkeiten kommt, sind jene Personen,! deiche immer versprechen und nie hal ken, und dies thut leider die Mehrzahl der europäischen Händler und Reisen den, die mit den Eingeborenen in Beeührung kommen. Sie haben sich aus diese Weife daran gewöhn den weißen Mann als , den größten Lügner zu bekrachten, dem man nicht trauen dürfe, and wenn dann dem Europäer mit se! aer eigenen Münze heimgezahlt wird, so lst dies nur natürlich. MrS. Sheldon kam den, Eingeboreaen stets offen und ehrlich entgegen und wurde' überall ' nicht nur' mit Achtung, sondern geradezu wie eine Königin em vsangen; oft erhielt sie Geschenke von Zehn Ochsen, und die , Häuptlinge, die ?lle von ihrer Ankunft unterrichtet schieaen, sandten Boten aus, um zu ersahcen, ob sie ihr Gebiet auf dem Hin oder Rückwege durchziehen würde. Rur 'elten hielten sich die Eingeborenen scheu .nd mißtrauisch zurück. In solchen Fällen ging sie ohne Begleitung offen, mit auSgestrecktm . Känden auf sie zu, und ein kleines Gesthenk von glitzerndem Tand stellte alsbald die freund schaftlichen , Beziehung her. , Nun kam einer, der Punkte, wo daS weibliche Empfinden der Frau Sheldon auf eine harte Probe gestellt wurde. Im .Innern Afrikas erschienen die Herren nicht nur nicht salonfähig, sondern gar nicht bekleidet.' Die reizende Engländerin schwankte eine Weile, ob sie in dieser Hinsicht etwas riskiren ' sollte.' Aber der Forscherdrang in ihr siegte. Sie ' empfing zehn bewaffnete, aber sonst völlig nackte Krieger in ihrem Lager. Wie sie uns versichert, kamen die Herren am folgende Tage beklei bet, weil sie bemerkt hatten, daß man in ihrer Erscheinung Anstoß genommen Zatte. Ob hier Frau Sheldon . nicht etwas ßUlich tendenciöS färbt, wollen wir dahingestellt fein lassen. At Dm äußerst schwer zugänglichen, ja ,ur mit Lebensgefahr zu erreichenden Shala-See schildert Mrs. Sheldon alS eine der eindrnckS und-stimmunzSvoll en Scenerien, die man sich denken kann. Heilig und fchauervoll weht eS en Menschen in dieser Wildniß an, nd der beständige Wellenschlag und saS Rauschen deS SeeS, der keinen sicht baren Zu und Abfluß hat, machen eS begreiflich, daß die, Eingeborenen ihn vermeiden Und ihn und seine Umgebung US von bösen Geistern 'bewohnt befrachten,". Die Reisende, versuchte eS vergeblich, nne Erklärung für die Bewegung des Wassers dieses Gebirgssees zu finden, Sessen heftige Strömungen, in Verbia )ung mit dem Wellenschlag, feine Befahrung gefährlich machen. Man muß fich beständig dem Ufer nahe halten. Von einigen Männern begleitet, umschiffte Nrs. Sheldon den See, dessen Umfang sie auf sechs , englische Meilen schätzte. Leider kehrte die kühne Reisende krank heim, da sie sich durch einen Sturz eine Verletzung des Rückgrats zugezogen. , z,,, Sie kehrte hierauf nach Europa zu dies. Von größerer wissenschaftlicher tnd kultureller Bedeutung war die Reise ,er Jsabella Bishop im südwestliche ßersien, im Lande der Baktiaren. - ,, " ES handelt sich da , um Wiederent. Deckungen, denn die vielen Denkmale einer einstigen Kultus denen MrS. öishop überall begegnete, lassen deutlich erkennen, daß daS Land in alte Feiten wohl bekannt und der Herrschaft. :ineS Kulturvolkes unterworfen ' war.' Die Reisein daS im schlechtesten Rufe stehende Gebiet wurde für fo gefährlich nachtet, daß der Schah feine Zustim mung unbedingt nicht geben wollte, und daß auch Sir Drnmmond Wolff, der ! britische Gesandte am Hofe von Teheran, die größten Anstrengungen machte, , Nrs. Bijhop von ihrem Entschlüsse ab. iubringen. Sie verblieb aber fest und langte schließlich die erbetene Bewilli, 1 ;ung. die Reise unternehmen zu dürfen, sie sie nur in der Begleitung eines ZU etscherö, eines Kochs und von 10 Troßknechtea unternahm. LebenSmUtel für 40 Tage mußten mitgeführt wer en. Dtf Weg ging, über JSpahaa und ßhur Amabad. ' Gleich zu Beginn der Reife galt eS, eine Wüste von 200 Meilen Länge zu durchkrenzen. An der Grenze des ge ieimmörcichen BakiareslandeS vurds
auf die Expedition zweimal geschossen nachher hatte man keine Feindseligkeiten mehr zu bestehen. Ganz ähnlich wie ihre Collegin rühmt die Frau die Zu zanglichkeit der Eingeborenen, wenn liän ihnen verständig begegnet. Eben so wichtig wie der Anderen ist ihr die BekleidungS frage die Baktiaren sind keine Wilden" erklart sie. denn sie geben bekleidet, sogar in Kattun. Nun daS Argument ist am Ende nicht leicht anzU' fechten. MrS. Vishop versichert, daß während vier Monaten .kein Eingeborener sich ein Unziemlichkeit gegen sie erlaubte, oder auch nur versuckte, den Vorhang ihreS Zeltes zu lüften. Man muß zugeben, daß diese englischen Damen die gute,,, Sitte geradezu aus strahlen. Recht mzg Frau Bishop da rin haben, daß eS sich zumeist darum handle, die Sitten Und Gebräuche der Eingeborenen zu kennen und zu achten. Dann sei man in ihrer Mitte sicher. Der Umstand, daß sie eine Kiste Me dizinen mitgenommen) war ihr von gro' ßem Vortheil, da sie mit Erfolg arztli Beistand zu leisten vermöchte.
i Kranken beHand luna liegt b?i den B aktiaren übrigens aus schließlich finden HZnden der Frauen, die, wenn auch' als inferiore Wesen betrachtet, dennoch mit größter Rücksicht behandelt werden. Die Vielweiberei ' ist allgemein, nd kein Mann darf weibliche Dienstboten kalten: er muß sie heirathen, und jeder Baktiare h:t davon so viele Weiber, als ihm leine Mittel erlauben. Er hat jedoch feine, Frauen nicht eing?' slonen und' ei'ernlchtig bewacht, son dern gestattet ihnen. , frei und unver schleiert Herumzügehen. Der Diebitahl herricht jedoch vor, und Mrs, Bishov bakte nicht tiut Gelegen heit, die Geschicklichkeit der baktiarischm Diebe, sondern auch die Samelligleit der baktiarischen Justiz kennen zu lernen. !n einem Dorfe wurde ihr alles Geld gestohlen:, nach einigen Tage kam aber kl iV. .. . 1 lf. oer naor ces 'inrttrs uns gas iiji AlleS bei Heller und Pfennig zurück ; daS Dorf hatte für den 'Diebstahl auskom men müssen, und eS schaffte auch den Dieb zur Stelle, ,dem in Ucoeremstim mung mit dem baktiarischen Gefeh, eine Hand abgehauen werden sollte. Ob die rechte oder lmke, darüber steht dem Bestohlenen die Entscheidung zu L . mt' listet. ,jlti una rouroe oiec Ars. Blyop verlassen. 1 r. Blutrache ist allgemein; persönliche schwere Vergehungen werden auch auf privatem 'Wege gerächt. : in schweren Fällen durch Tödtung, in leichteren Fällen durch Diebstahl deS Viehs deZ Beleidigers ode? durch dessen Boykotti. rung. . ... - - r Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so hat die Reise MrS. Bishop'S auch einen politischen Zweck verfolgt. Sir Drum mond Wolff war allerdings anscheinend sehr gegen dieselbe; er setzte aber schließ lich doch s:inen ganzeN'Einstuß nn, um den Schah zur Bewilligung derselben zubewegen. Bei dem einmal unvermeidlichen'Zusammen stoßen Englands und Rußlands in CentralAsien bildet Baktiarien einen wichtigen strategischen Punkt und die 'tapferen Hochländer eine Reiterarmee, die, je nachdem, ein werth voller Bundesgenosse oder ein gefthrsicher Gegner sein kaun. England wird darum die Absicht zugeschrieben, sich des Landes versichern zu wollen. Mrs. Bishop erklärt, daß die Baktiaren den freundlichsten Gesinnungen für England Ausdruck gegeben hätten; sie traut ihnen aber nicht ganz, sie glaubt, daß sie sich im -Falle deS .Zufammenst0!zes zweier Machte" an den Meistbietenden ver kaufen würden. Die Sicherheit In dienS und daS selbststZndize Handels Interesse" Englands ließen es darum wünschenswert!) erscheinen, das Land Unter britischen Schutz zu nehmen. ES scheint also wahrscheinlich, daß die kühne Engländerin ihrem Vaterlande wirklich einen bedeutenden Dienst geleistet hat; ganz sicher steht sie unter den weiblichen Forschungsreisenden in erster Reihe. Sie und ihre Kollegin haben bewiesen, was der physische und moralische Muth des Weibes zu leisten dermag. Dennoch ist ' tf wünschen, daß solche excentrische Leistungen unter den Frauen Ausnahmen bleiben. Oerschledene LtevcSerklärunge. Der Sachse. ' Herrjemersch, Se sein Ae niedliches Mächen. Gewen Se mer giedigst r Ae Lieweszeechen! y . D er H er r H a u p t mann. Donnerwetter! 'Ich liebe Sie! ' Ohne Scherz! " Drum, marsch, marsch, Hurrah! An mein Herz! , Der Banquier.. Der Herr Papa gab mir schon die Mo -i neten, Nun können wir wohl vor den Altar , r y treten. . '! . j : v ' '! ; ,,. 4 - D er Q u a rtaner.,,, Wenn du deine Schularbeiten gemacht Dann laß uns fliehen bei Nebel und . Nacht. .. Der Kannibale, f Ich liebe dich bis in den Tod, ' D'rum ess ich dich zum Abendbrot. D er Nüu beMH ,, Mädchen, mußt ' dich mir ergeben " Her die Liebe oder 'S Leben, vl i 'f f : j:D er'Hath ijfal 1 ttiP f Ich binmein holdes' Fraulein, nun f, ;" - '''?lNftP:- f'"s:,: UlS Parallele Sie ans Herz zu zieh' Die F a n a. A.: Ich dachte tt mir gleich, l daß das Gerücht l üd. 1 trieben hätte, deine Frau hat nur ein! venig geschmollt, und nun heißt eS schon sie hätte dich geprügelt. B.: Ja, ja, diese Fama! So spricht man überall davon, daß du ein Silberberg! derk besitzen sollst und du haft doch ftar eine Sapseruase. r&
,,,: " lfc! ÄS VnrNRS. ; , k -yf 5.::':;?!: 2 ?kobn Svarks war dem ro7;en Bub. likum keine unvekannle Perönlichleit. Unter der fettgedruckten .Amübrift: . ' - . , - : y . r .. .. Er kratzte zwanzig Jahre und noch länger .wär sein Porträt " U nahezu allen großen und kleinen Zeitunzen er schienen, nnd darunter folgte seine perjönliche Ansicht . über eine gewisse Art von BlülreinigungSpillen, welche er als ein? aronartiae. em,ia in der GeickiiZite der Medicin dastehende Erfindung pries, und dann kam zu auterletzt eine rüh-. rende Erzählung, wie er sein ganzes Leben unter einem beständiaen ducken der Haut zu leiden gehabt hatte, bis. ? . . - -' . ver Zufall ,dm eines TageS dieses wunderbare Mittel in die Hand gespielt und er fortan gesund und glücklich war. In Wirklichkeit verhielt sich die Sache etwas anders. Sparks fuhr damals mit einem Koh. lenwaaen von .ftau durck, die Straken New Yorks, und da mochte eS wohl ... m.Z - .j. ganz zufällig geschehen, daß er sich am Rücken kratzte. Ein ältlicher, feiner Herr beobachtete jedoch dielen Voraana mit unzetbeilter Aufmerksamkeit und trat schließlich an daS stillstehende Fuhrwerk heran. .Ich kenne dieses entsetzliche Jucken der Haut." sagte er leutselig. 5teh. . " : men ie von diesen Pillen, und Sie werden ein anderer Mensch sein." Mit diesen Worten händigte er dem Kohlenmann ein zierliches Schächtelchen ein. nickte wohlwollend mit, dem Kopfe und ging seiner LZege. f ; 1 1 j Etliche Tage spater zog Sparks wie der mit seinem Kohlenwagen umher. als der ältlicke. keine err ibm neues dings begegnete und schon , von Weitem rief: 1 .V "f ev..' . '"' r ' . i " . : . ., cun, was oaiien Sie von meinen MM ' s-V:Z, ,;; , i0, ich glaube, sie schaden nichts Und das Jucken der.Haut ist wie weggeblasen, nicht so?" ' Das aerade nickt, aber eS iit auck nicht stärker, und wenn nicht der verteufelte Kohlenstaub...." ' . . Sehen Sie, wie meine Willen auch bei Ihnen Wunder gewirkt haben? Bei Leibe, Sie sollen mir, nichts dafür be zahlen,- fuhr der, ältliche, femeHerr begeistert fort,' wiewohl Sparks in die- : .f r.i c ? . 's Tt . fifr" ii . rieth. aber wenn Sie aus Dankbarkeit . n . l rr . n zer yinlcni nicyr oie ieli.ee Äviicyl ver
Dle Schrewmaschlne.
ein paar gelten nieoericareiven, wouen, hu wv" aö" unaic" worin Sie feierlich erklären, daß meme DieS sagte er rn sichtbarerer Aufregung. Pillen ! " Mi Miller hingegen bewahrte eine Sp'arkS maß den Mann mit erstaun, kühle BerufZmiene, rückte ihren Stuhl ten Blicken - an die Schreibmaschine, tastete etliche Es ist ein großer Dienst, den Sie Male spielend über die Klappen, wo. Ihren leidenden Mitmenschen- erwei- durch sie kundgab, daß nunmehr AlleS sen, sprach dieser salbungsvoll und zog bereit se,, und der junge Mann delanzsam eine Fünf-Dollarnote au, verrann: Tasche. ' ' . !. I .Geehrtes Fräulein !" Wie viel ist eS?srazte der Koh. ? m Miller hatte die Aufschrift in enmann kurz und kniy dabei das rechte tlnm u rimterge raffelt, und ihr P?r.unVSfstmmth4slf Gegenüber diktirte mit schmachtender Ja, mein Freund, das kommt darauf gnung weiter ' & wieSi." 3em-5S!0 laHt .W.whl ich nicht die Eh hatt.. SxarkZ Ichmünzklte mit psiffigev U. TlJ" !m'.10 ,e' erichZmthei.. und der Menerzeug tWt srazle in ungmirtem Töne: fahle achzulufen, lche setther unum. ichrankt m meinem Herze gebieien.
zwanzig Jahre gekratzt haben? pGewiß, ich müßte eben Zehr jung angefangen haben." Vortrefflich ! Nehmen Sie dies für kehren Zeitverlust und lassen- Sie das U:brige meine Sorge fein. r ' . : . '
Sparks war immerhin etwas betrof. diefeS Wort auS und beglücken oder ver sen,.als er kurze Zeit darauf sein w nichten Sie damit Ihren Sie ewig seidenes Ich" m tausendfacher Ver liebenden vielfaltigung erblickte. Und erst die Der junge Mann hatte mit weiner. BeschreibusemerentschlichenLel licher Stimme geendigt, und die SchreibEr war fast zu Thränen gerührt und ine gab einen kreischenden Ton überdies konnte er zetzt manchmal nicht &n sich, als Miß Miller den fertigge. umhin, Zin unausstehUcheS Jucken der , pten Brief hervorzog und ihn mit unHaut zu verspüren. " Dies waren übn-' hher Kühlheit überreichte. SMS ?icht die alleinigen Wirkungen der un. mem Fräulein? waate der von rhm gepriesenen Blutrermgungs.- ersinderische Jüngling zu fragend Villen sondern c Sparks gelangte aä. Mne Seite.... macht fünszig bg zu der Ansich dag es auf der Welt - entgegnete Miß Miller in s! Kluge und Einfältige gäbe und daß vollendeter Fassung, daß der junge man ganz gut stm -ForUominw sinden Mann mit nervöser Hast einen Dollar knne, ohne stets mtt Kohlenstaub be' us der Tasche zog und denselben blu.
oeai zu iem. - und als das Vertrauen in die Dumm heit seiner Nebenmenschen bei ihm hinlänglich gesest'gt war beschloß er, einen kühnen Versuch zu. machen. Svckrks verkaufte demgemäß sein Kohlengeschast und wendete sich einem Unternehmen 'HdaHMfi. r-AtnMf. sC
w uiiyi.vfcun.fc njiiit z. Vi willen ! elte sich um 5? ßartige Ersin. gleichzeitig' trat Mr. ' SparkS f mit einem ftttsam derklärten GesichtskrtXtÜ! kur alle Staate der Erde sdrucke ein und begrüßte die Dame rn:t Ausnahme. von Marokko gesichert demr ausrief'' waren. Tas Sparkslch: Patent, vel. Jch komme heute in einer wichtigen cheseinemhosphoreszirende Ang?ligenheit zu Ihnen! Wollen Sie npapierbnd,,botd theil, daß sich die Fliegen, bchrer Zenn es handelt sich um viel, sehr Vie ausgesprochenen Vorliebe für leuchtende üx mi: .Z . verlieren Sie enie Silbe Gegenstände auch ln der Dunkelheit on dem, waS lch Ihnen diktiren werde, gen ließen und somitvon dem Er-. nn)i sagen Sie mir dann zum Schluß Nmeä Trotz dieser unleugbaren Nützlichkeit " :.mmi, m?, e
? . n-VY c o w,Mwnwt ÄffiSS1 bern und SparkS sparte weder Schlau. , h?t och Druckerschwärze. um dieses Zulzu erreichen. In allen Zeitungen , tsuchten seme Inserate auf, welche re. eimanl mxi fcn vRnrtrtt hMnnttm sr;V'rt :Vn?r:rV;" uumc im uuuiuuu youc icyi umsonst zwanzig Jahre langgekratzt, und da eSnunauf eigene Rechnung glng, entwickelte seme Phantasie Bilder, doppelt verwegenerer Art. SparkS war eben nn ausgesprochen drastlfcheS Ta. knt, v solches noch me vorher im Dienste von irgend nem Megenpapier gestanden hatte, und wm chm1ie Inspiration neglückliche Neklamerdee emgab. dann lief er ,n aller Erle zu MlSnUMHW das' Kmd snntt Nse z M f-:-. m..tr... ' r- cn.
, ,,,ö!?!!!ii,' - , , W'vyjfifl'ij denn Sparks konnte nicht schreiben. ... DaS war der schwarze Punkt in seinem - r .r ?... r . " t t. m "
ann, oer ginaj einer oroyenoen Wolle den Horizont seiner bisher sa glücklichen e rc . t .. . t . . . - - auioayn verouzlerle. W l' ' , Sparks war : m äußerst gehobener Stimmung. Sein Fliegenpapier fand reißenden Absatz Und noch war nicht der W krumpf ausgewmt. von welchem sich sein , geschäftlicher Ehrgeiz einen och wett größeren Ausschwung ver' sprach. Hatte er bisher leine Leser durch Vorführung von Scenen der Jliegenverheerungen eingeschächtert, so wollte er mit einem Male umsatteln und durch rührende Schilderungen ungestörten, häuslichen Glückes derart aus :. .. 11t t?emuiu mirien. oag mir yra nen in den Augen nach seinem patentir ten Fliegenpapler greifen würden. Ha, war eine capuaie zoee k Uno wenn nur Einer von Fünfzig hängen bleibt!- dachteZparks, während er den Eingang emeS siebenstöckigen Geschäftshauses betrat und sich in dem v.t.i ...- . v mi - ftv ?w,iug rneoerncn van mwt m ihrer Offtce?- fragte er gleich. scmg. Jeden Tag von neun blS fünf. entgegnete der Schwarze, welcher da Vehikel auf und abwärts dirigirte. und seltsam genug, hatte der Bursche dieS mal nicht gelogen. CfW ? .YY ' V . Miß Miller hielt ihre Ofsice-Stuw den sehr pünktlich ein. Sie war die glückliche Besitzerin einer Remington Schreibmaschine und ihre Gewandtheit auf diesem Feld stand Jedermann gegen ein bestimmtes Entgelt zur Versügung. Abgesehen von dem Umstände, daß Miß Millers Eltern Müller biegen, war nichts Bemerkenswerthes an ihrer Per. son. , Sie hatte eine Stumpsnase und sah gern zum Fenster hinaus. Wenn st. Us3 am4i a f Va Aarili.f!a. tutimm yu tjtyciiuytiu sende Haus streifte, süblte sie stets ein anoeres Augenpaar auf M gerichtet, welches einem jungen Mann gehörte, der em hungriges Aussehen und blos neun ' Dollars die Woche hatte, und züchtiglich wandte sie sich allemal wieder ihrer Schreibmaschine zu, während er T-! M ? F, seinen erzensrummer m em vtamlnurneWaiisoua? emirug. Wie jedoch die Liebe nun. einmal er sinderisch ist, trat der besagte junge! Mann selben TageS bei Miß Miller! em und ersuchte sie unter seinem Diktat! e x..!e. ,. ieinen Brief niederzuschreiben, welcher tilm (hM hH ..XCi.a 3Xi'.J, 4 tl r.. ,f, is.:. .:-. nli. ,, unbemerkt ließen, so erflehe, ich von Ihnen daS erlösende Wort, welches über meine künftige Seligkeit entscheid den und mir sagen soll, ob Sie daS LooS eines Mannes theilen wollen, der ) Ihr Glück zur einzigen Aufgabe seines AU UK WIV HllltV titlet O ( 0 whMiÄ mnmfrt hiiirh Grr(mt l?,. enden Serien aus daS Nult ttetie. , mr i " ;'-. . ö wollte Jener wiederkommen, wie er mit einem, vernichtenden Blicke sagte,' aber als er der Thür zuschritt, packte eS ihn noch einmal mit wildem Weh: O, Ihr Weiber knirschte er. Jebt habe ich einen halben Dollar geopfert, ' .f e .;.:.' ' Znoch immer will sie nichts von mir . ' ' . ' fÄ-:Ä blinkten so eigenthümlich, daß die junge Dame von einer süßenhnung erfaßt wurde und sich mit siegesheiterem Lächeln an die Schreibmaschine setzte. gkS ließ einen langen,-prüfenden ylick auf ihr ruben, und in seinem Kopfe ! . . V?.. . '. .1 ... .x . r. . m iT. ucyien V'iger aus,ioerqe fem ViM tn ,. Er sah auf fewem eucht wurde )tn ,,n,5s,kii .sS5nh flffi Seinem h. . - jentUtfit Jliegenpapier, grissen. .Miß klapperie ungeduldig zum Zeiu$ Beginnens. ob schon sie recht ghl errieth, worauf das Ganze hinaus bäte, der immerhin mnßre er sich deut! licher erklären.. .. dann.... dann war' ja gern bereit.... SparkS ließ ., cht auf sich warlen und begann völlig kn Geiste seiner ergreifenden Schildemit gerührter Stimmung zu dik. renfSK? t&btfm - 'H .Kennen Sie daS Glück einer schg. ungestörten Häuslichkeit? In der
traulichen Stube ist bis Familie ver sammelt, wohin das Auge blickt, überall peinliche Saurerkeit, und keine Fliege stört den tiefen, beiligen Frieden! Wes halbwollen Sie diesem Glück M's dem Wege gehen? O, lassen Sie mich der Wegweiser Ihres Glückes ftw! EZ kostet nur. . Nur ein Wort und daS lautet? Ja ! kreischte jetzt Miß Miller, die nicht län. ger an sich kalten fonnte, zähWgß Hre Schreibmaschine rerlieg ' Nd'SMl5 schluchzend um den Hals siel, indem sie ries: ' "f Ja, wir wollen einander angehören sür daS ganze Lebens Ab mein werthes Fraulein-, ächzte Sparks, während er sich aus ihrer krampfhasten Umarmung loszumachen suchte; eS war doch blos von meinen', patentirten Fliegenpapier die Rede'." Ach. wie sind doch gerade die bravsten Männer so schüchiernZ ES brauck-k ja keiner weiteren Maske, da wir unseri beiderseitige Neigung kennen, rcpli zirte Miß Miller schalkhaft und gab dem Widerstandslosen einen herzhaften Kuß. In diesem Augenblick öffnete sich die Thür, und auf der Schwelle stand der verschmähte zunge Mann,, mit einem halben Dollar m der Hand und den Stachel der Eifersucht im Herzen. Miß Miller hatte trotz dieses unerwarteten Besuches ihre Fassung allsoglcich wiedererlangt und sagte in fteudlgcrErregung: Hier stelle ich Ihnen mei nen Bräutigam Mr. Sparks, vor. ... -wir haben uns soeben verlobt." Und Sparks verneigte sich, weil ihr-,
eigentlich sonst mchtS udng blieb, übel insgeheim dachte er: Oh Schmach! , Daß ich an mcin: eigenen Jliegenpapier hängen b!eibw mußte!" DaS Mtnfchenlcben im Tlbcr. glauden.' ' In einer volksmedizinischen Skizze aus dem steierischen Hochland theilt Arthur Achleitner in einem Feuilleton artikel der Allg. Ztg.- eine Reihe interessanter Gebräuche mit, an deren Heilkrast im Steierland unter den dortigen abergläubischen Bewohnern noch heute fest geglaubt wird. Die Zahl der Mittel gegen Krankheiten der' Lthmungswerkzenge ist Legion, manche Mittel sind geradezu drastisch, aber je entsetzlicher sie sind, desto großer ist der Glaube an idre Heilkrafv V? Die Apo-.-theker im Geöirge werden um die un glaublichsten Fette angegangen, sie kommen aber nie in Verlegenheit, da sie mit Ernst und Würde das Verlangte immer aus einem Topse, nämlich mit Schweine fett, abgegeben, mag daS Gebirksvolk verlangen, was eS will. Frische Gtaberde spielt . bei Lungen kranken ebenfalls eine Rolle. Fische Vögel und Katen ziehen das Leiden an-, Frösche mit Ameisen in emen Tops gethan bringen Heilung, wenn der gequälte Frosch nicht quakt. Auch ausBäume wird die Abzehrung verpflanzt, indem man Blut des Kranken aus die Wurzeln eines Kirschbaumes schüttet,, um den Baum zum Absterben zu brin gen. Wenn der Baum eingeht.' wird der Kranke gesund. - Zweischkenbaume. Hollunderstanden werden hierzu' auch gewählt." Köstlich ist ein Gröbminger Mittel gegen Zahnweb, bestehend aus sogenannten Zahnweh-Zetteln", Pa pierstreifen, auf welchen die' Buchstabe, L, A, C,S, O, N I, N, S in drei Sieihen geschrieben stehen. Vorerst gebeim mßvolle Worte murmelnd, durchstich! der Helser in Gege.rwart des Patienten Mit jener Gabel, welcber sich der Kranke gewöhnlich ' beim Essen bedient, der Reihe nach die verzeichneten Buchstaben,, bei jedem den Namen des Leidendennennend. ' .-..'vi' Die . Zettel werden hierauf verbrannt und der Patient muß sich ! zur Ruhe begeben, da unmittelbar nach dem Verbrennen der Zahnschmerz heftiger wird, um dann gänzlich, zu schwinden. Gegen Magenleiden werden der ländlichen Verdauung s kraft entsprecdendiz drastisch wirkende Mittel finge wendet. LebenSbalsame (die ötclbclittStC"1" Aug5Dur.i?r2e5en3csscni totäehtnS Vinzenz" genannt), Essenzen, Pillen und TheeS finden massenyaslen Adsatz, ebenso SenneSblätter und Fnchsleber. DaS sogenannte Schluchzen (Scknak kerl" zu vertreiben,' muß 'man gestohs lenes Brot essen. ' Die Gelbsucht kurirt , man im Gebirge fast ausschließlich mit Sympatbiemitteln, oft der kuriosesten,,. nicht diZcutirbaren Art. Daß der Gimpel, Goldammer. Kreuzschnabel und -Kanarienvögel die Gelbsucht anziehen, ist int Volke eine ausgemachte. .Sache. Sehr verbreitet ist, daß eine unerwsr tete Ohrfeige oder eigentlich der Schreck darüber die Gelbsucht nehme.' - ?.W Unkr dem Begriff des Fiebers wird eine Reihe von Krankheiten als Ursachestatt des Symptoms eines Leidens be zeichnet. Kreuzspinnen und Heuschrecken' bilden beliebte Fieberamulette. Auch das schon den Römern bekannte Zauberwort: Ataacadabra wird, auf Zettel, geschrieben und "dem . Kranken umge hängt) nicht verschmäht. Uralt ist der? Brauch des AbbetenS vd MendenS" deS Fiebers. So wird über der Zimmerthüre ohne Vorwissen des Kranken geschrieben: .Fieber bleib aus, i bin i nöt z' HauS." ! Einer Roßkur? , : kihnlich ist be, Deutschlands berg der Usus, daß sieberkranke Leute ' Pechöt trinken, und dann zum Schwitzen in einen warmen Backofen krnche- vs ste? bis an die Grenze der Möglichkeit qt duldig ausharren. ' Daß bei solchen Volksmeinungen die Impfung als Teufelöwerk verlästert wird, darf nicht Wunder uehmen. Im Emsthale ver weigerte ein Bauer die Impfung seiner Kino er mit der Bemerkung : Unser Kerraott war a nöt a'imvst!" , , , , " ..,.- . ;,.?,: ; i:::,,.:; illjulii1!!;1'1 Sinn spruch. ?g Ii'!:!1 Die Liebe, sagt man, macht blind l Ich glaub', daß daS ein Wahn ist! Man sieht ja am geliebten Kind Oft noch weit mehr, als. dran ist! ß
