Indiana Tribüne, Volume 15, Number 31, Indianapolis, Marion County, 19 October 1891 — Page 2
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Tie tZziiche .Tribüne" täftet durch den TrSgcr MMMCcAK per Wockc. fcii :iintea3,2rt&üsc AMHSMK PerWsiö?.' B eiöe zusammen IS CcntS der W51 per Monae. Per Post zugesSickt in Vor MMMJüeZ,L,hlug V pcr J,?hr.
Cjlc: : 130 2 st Maryland Strafe. 3udii.na;ioIi3, Ind., 19. Oktober '91. iZitttfC;tii j fiten uud drüle. i Cct sintern wurden in Berlin d?e Krhaudlungen ds vierten Jnteriufisralrn 'LtenJgrayhentageA geschlos .' sen, der au$ Anlaß der Jubelfeier für , Qi!tz?kW Stolze, den Hauptbe;ründer der deutsch: Stenographie, sich an des- ', im (reburtl statte versammelt hatte. , , Ties? Jubelfeier war Zum Andenken an 'feie fünfzigste Wiederkehr des Tages veranstalte:, an velchsm zuerst diZ i, Stolze' fche System in die Oefientlichkeit eingeführt wurde. An dieser Gelegenheit veohnt esi 1 y.sy niohl, eine:; kurzen A!kS aus diese Stck Geschichte der Stenographie in Tentsä-land zu Werfen. Und da muß denn gleich v?n vornherein constatirt , werden, daß die Fortschritte keineswegs den gehegten CEraartungen entsprochen laden. Tie Stenographie bat immer noch keinen Euzzng m die öffentlichen Schulm gehalien. nicht einmal als facultativer llAterrichtsgezenstand. wie das Englische oder das Hebräische auf den Gymnanen. Im öffentlichen Leben iVi die Knrzsckrift .rar sär die Verhand lungen des Äeüh5ksg?K und der ver sch:edsr.en Land:ze ontaell anerkannt. . und eine Zahl geübter Stenographen, welche fest angestellt sind, forgen dafür, daß die Reden der Abgeordneten und Regierung ZJertreter wörtlich den Druckschriften des Hasses einverleibt werden. Auch die größeren Zeitunaen des LandeZ sorgen dafür, dem Verlangen de Publikum Z nach möglickli vcllüän dtgen KaMÄierberich!?n durch Anstellung von tüchtigen Parlamentsreporlern, die natürlich such der Kurzschrift mächtig (sein rnüffeu, entgegenzukommen. Wenn wrr noch binuitäQen, dau auch del 1 F l ( m . il7A.i.m.tisi1WArt ( ir dr rt j . l . ti.usu;cji -ctia.iujnuii;ii.i (tt.ivyii- ' phischs Aufzeichnungen nicht zu den Seltenheilen geboren, so haben wir da mit den Wirkn gslre'.ö der Kurz'.chrut sü? DentZibland so ziemlich erschcpz't. OssizieU steh: man derselben minier Oblegn end gegenüber. Sie gilt so runbarer Weife für eine 5lrt ReLolutlons lind, eines Schlages mit Oeffentlichkeit und Mündlichit deZ ÄerfahrenK. EefchVoreneiigerichten n. w. S'.e fi idci deöyalb immer noch nickt im Verkehr vor Behörden die ihr gebührende WürdtZMg. Um aNe-r Mißdeutungen aus dem Wege zu $tMn, muß jedoch berrorzeüo' den werden. daZ im Geschäfts- und privattn Leb?n die Lurzfchrist sich gro izt Verbreitung erfreut ; auch wird sie vsn Student?' uns den junZkn Oisteieren der Kriegs- und Artillerie schule mit Vorliebe zum 'Nachschreiben der Äorlesungea verwendet, lim so auf- - fälliger ist die Jgnorirung osn obenher, die allerdings nach Laze der Gesetzge düng erklärlich ist. In Amerika steht der Stenograph osficrell als völlig onerkanut da. Im Staate New ),xk jeder Gericht zhsf, vom Oöersir??ickl bis zum Polizeirichter, 'mit eine: Stenographen versehen sein. Trrselbe gehört zu einem vollständig besetzten Gericht. Und irr. Deutschland diese Älnomalie? .wird man erkannt fragen. Wie ist eS denn aber möglich, bei cincm streng münd?iche Verfahren der Gerichte, namentlich bei Cviminal fällen, die so wichtigen Zeugenaussagen, von denen ''Wohl und 'Wehe des Angeklagten abhängt, end gilt ig und unanfechtbar fest' zustellen? Ja. das ist es eben; da liegt , öer Hase i n Pfeffer! Man bat bei dem Entwurf der neuen 'Msnt 187 in Kraft denudlich? GerichtsVerfassung einen schweren Fehler be' a.anze:r. Man hat weit über das Ziel DchsnanZgefchoffen. In dem übelverstan W',denen Bestreben, die MündlichZeit mög. laichst ensMehsttk, dem Ermessen und DMr Ueberzeugung der Richter möglichst wnten Spielraum zu gewähren, hat v man das Sind mit dem Äade ausge MZchättet und 'htä Gute mit dem Schlech M.te'n über Bord geworfen. Man glaubte Wieder Aufzeichnungen über die Aussagen dcr Zeugen entrathen zu können, weil z. B.M Revisionen gegen die Urtheile der traslammcrn doch der vom Nich tec in den Gründen ftstaestel!te That KdeAand unanfechtbar sei. und bei Bernsangen, wo neue Beweise Zulassig, der . Dichter t$ doch für gerotben halten Awürde, die ganze Beweisaufnahme zu Kwiederhsen. Ein rerhÄKMißvsller Irrthum k Wie WMlle. z. B. einem lügenhaften Zenaea KWMnjrüÄe gegen frühere Erklärun'gen NZchzMieseu Werben, außer durch p emunw:2erltglickes Protokoll? Qtm durchdF Gedächtaiö der mit Arbeiten überdäusten Richter? So enthalt denn ,IdWr?:e!oll übe? eine noch so wichtige . Verhandlung vor der Strafkammer, ja ''fck.poi tm Schwurgericht, nichts weiWcrpldteÄmaea der Anwesenden, die !lMHe,rmerke, daß die Zeugen vereidigt KMwntdeunnd Heu sZrlägenden Theil des FHrÄlÄDttS-eke! Skelett ist die ei:i;i'.e Urkunde über eine Verhandlung, die manchmal "Ta?e lang gedauert hat, v AllerdttMMLcht'siH der Uttheilssasse? ::yiosiifä:SU$&$t auch nicht. ';!Zufnat"; eclaranken Skandal führte dieVsSysteÄ W dem berüchtigte Mein ttd-rÄrs.kgsa den Vrofeffor der ,ÄkÄ!ä!MtMi5f'Zu Berlin i I. 1886. "zTSlng?sckß:tZte wurde im Frühjahr ''ÄiMdMblerZe Zewsrfen. Er.,, .mußte bort"' 'b1i;:nsr HkrbK verbleiben. ,,' D:e Anklage wi.'g::i eirreit-eö ward erhor , ; den. f$$t ie'ÄtrhsndlAAg vor ., dem Schwurzev:.I.t iand statt. r. - M t rbeloufchrm WchZM'zerpfluckte der Staalsanwalt den guten Ruf des Ängellazten cer it:;i lüsternen Auge der enge,ZKiMetz en, stellte ibn als Lüstling. Sl)iin,:t it. t io. bi erzählte die empörendsten Tinae über ibn
um dann tn ver etgenttcyen panpl Zache mit einem glänzenden Fiasco zu enden. Das Ganze glich dem in Norddeutfchland unter dem Namen Julklapp bekannten Weihnachlsscherz, bei dem Jemand ein ungebeures Packet erhalt, das er neugierig öffnet. Bewiesen werden sollte im Graf Fall der Meineid, d. h. die Thatsache, daß der Angeklagte in einem früberen Prozesz wissentlich eine falsche Thatsache als wahr beschworen htte. Das Protokoll enthielt natürlich'nichts darüber, und fo sehte es sich dann derStaatsanwalt in den Kopf, diesem verlorengegangenen Meinnd zu reeonstrurren. Tie damals amtirenden Gerichtspersonen hatten natür lich jene an sich für den damaligen Prozeß unwichtige Aeußerung ver g essen. Und nun machte sich der öffentliche Ankläger an den berüchliten, glücklicherweise in anderen Ländern unbekannten,. Beweis, daß der Angeklagte ein Mensch sei, zu dem man sich der That wohl vorsehen könne! Damit siel er nun allerdings bei den Geschworenen hinein, die auf Freisprechung erkannten. Es bedarf keines weiteren Commentars. Allerdings gilt das Gesagte nament' lich für Preußen im engeren Siune. In Oesterreich, Sachsen und Baiern Wird die Stenographie wenigstens farultativ in den höderen Lehranstalten bereits gelehrt. Aber zu allgemeiner Anerkennung im öffentlichen Leben h.?t sie sich auch dort noch nicht aufgeschwuu
gen. Huuaervuoth n Unruhen in Nukland. ' . Nach Petersburger Depeschen des Londoner Daily Telegraph" lauten die neuesten Mittheilungen aus dem tl 1 W & .3 K JB H M i I . ll Inneren Rußlands außerordentlich ungunmg. Der Augusifrosi xemörte: ganzttcy vte ernenernie im oroen. Regen vernichtete die Ernte in Nowgo rod, Kartoffeln sind theurer als Aevfel. Viehfutter ist unerlangbar. Prerdz sind für zwei bis drei Mark käustich. Tie Strohdächer werden als Viehintter verwendet, Kinder sterbe massenbaft auf den Landstraßen. Tct die Behörden den Bauern Saatkorn verweigern, lie gen ungeheure Landstriche brach. In mehreren Ortschaften ist die Rinderpest auSgebrochen. Im Kreise Soogorwskg griffen die Bauern die Viebärzte an, welche angestecktes Vieh todten wollten. Im Handgemenge wurden mehrere Personen verwundet. Tie Geistlichen leiden Hunger, viele derselben treten in die Armee ein. In wanchen Gegenden gehen sie betteln. Frauen verkaufen sicb, um Brot für ihre Kinder zn erlangen. Selbst an der Wolga ist keine Arbeit zu haben; aller Handel stockt; die neue Anleihe von 123.000,000 Rubeln wird nur ein Trovfen im Meere sein. Ein großer Fehlbetrag im Budget wird erwartet. Die Hunqersnolb dürste, wle es weiter heißt,' ihren Höhepunkt im Novemder erreichen. Sckon jetzt sind die Banern entrüstet über die Haltung der Regierung und die anscheinende Gleich' giltigkeit des Zaren. Das Ministerium des Innern empfing aus verschie denen Kreisen Beschlüsse der Bauern, in denen sie erklärten, wenn der Zar die Bauern in ihrer Noth jetzt nicht unterstütze, würden sie sich selber helfen; sie hätten den Zarenhof lange genug im LuruS erhalten. Die zuletzt eingetroffenen Depeschen melden bereits, daß Aufstände in den Gouvernements Jeka terinoslaw. Niichni - Nowgorod und Kasan ausgebrochen sind. Aber wenn auch der Zar. Summen für die Hungernden hergäbe, so würoen diese wahrscheinlich doch nicht viel davon bekommen, wie man nach folgendem echt russischen Vorfall schließen darf: In der Saratow'schen Kreisland schafts-Versammlung betreffs der für die Hungernden eingegangenen Spenden kam eS zwischen dem Adelsmarschall P. und dem Vorsitzenden des Landschafts amts A. zu Auseinandersetzungen fehr erregter' Natur, die ihren vorläufigen Abschluß in einer Ohrfeige fanden, die A. dem Adelsmarschall verabreichte. Diese? .verlangte Genugthuung mit den Waffen und A. erklärte sich auch zu einer solchen ber?it, aber erst, wenn P. über eine für die Nothleidenden verausgabte Summe von 70 00 Rubel Abrechnung gegeben haben werde. Der Adelsmarschall V soll hierauf keine Antwort er theilt, dagegen tags darauf seinen Ab, schied eingereicht haben. I Jahre unter Kannibale. Einer jener Missionäre, welche ihr ganzes Leben der Bekehrung und Gesittung der Wilden weihen, ist der so eben in New Z)ork von den Marquesas Inseln eingetroffene Pater Florent. Vor achtunddrcigig Jahren Zerließ er Paris, um sich direct nach dem Schiu platz seiner Wirksamkeit zu begeben. Während dieser ganzen Zeit hat er die Marquesas Inseln nicht verlassen. Jetzt kehrt er wieder nrch Paris zurück, um dort die Herstellung eines großen Wörterbuchs der Sprachen und Dia lekte der Inseln des Stillen Oceans zu übernehmen; die Vorarbeiten zu dem Riesenwerk hat er wähzcnd seines lan gen Aufenthalts nahezu vollendet. Pa ter Florent ist jetzt t!5 Jahre alt; Haar und Bart sind schneeweiß geworden. Nach Paler Florents Erfahrungen geht auch auf den Marquesas, wie auf den anderen Inselgruppen der Südsee, das eingeborene Geschlecht mit raschen. Schritten dem Aussterben entgegen. . tt . . i. f . . .. ton lerner laniunit fcnp er noaj iuuu Insulaner vor.- Heute-leöen'kdört nur noch 5000. S ES , ist schwer, dieGründe hierfür anzugeben, wenn man sich nicht damit begnügt, die Berührung mit den Weißen dasür verantwortlich zu machen. Thatfache ist, daß sich das schnelle . Da hinschwinden von Naturvölkern vor , der brutalen Civilisation nicht allein aus directen Urwchen erklaren lat. Wohl richten das Feuerwasser, die Lustseuche, gcschlechtlicheKAüSsch Haupt schlimme 1 Verheerungen an. Hauptsächlich aber mag wohl freiwillige Unfruchlbarkeit die Schuld tragen. siater Florent weiß viel ß über den früüer auf den Marquesas allzemein üblichen Kambalismus zu buchten. K rieas.iüze säaöen? öfrnürUzM dem Zwecke statt, um frische Opser für die scheußlichen Mahlzeiten zu erbeuten.
rorent gelang es ensnc?, vurcy CrMahnungen diese barbarische Sitte bei ihnen in Mißcredit zu bringen. Lange dauerte es, ehe man zu ihm und seinen Genossen Vertrauen faßte. Allmählich nahmen sie seinen Unterricht an, lernten lesen und sich in Glaubens-und Sitten lehre unterweisen. DaS 'Tättowiren war bei ihnen sehr im Schwange, und bei den Männern gab eZ wohl am Körver kttnen Quabratzoll, der nicht mit den kunstreichsten Einritzungen in allen möglicken Farben bedeckt war. Auch diese Sitte hat jetzt fast ganz nachgelassen. Floreut beschreibt die Tochter des vorigen Königs als eine der schönsten Fraucn, die er jemals gesehen. Er ist fest entschlossen, den Abend seines Le bcns unter den ihm lieb gewordenen Insulanern zu verbringen.
Becftaatllchttng Der Schweizer Wasserkräfte. Mit dem Erfolge der Lau ssen-Frank furter Kraftübertragung, die uns du Aussicht eröffnet, Wasserkräfte ziemlich wohlfeil in die Ferne übertragen zu können, fiel das Erscheinen der zeitgemäßen Arbeit des schweizerischen In. genieurs Lanterburz zusammen. Derselbe hat nnt vieler Mühe und großen Kosten nicht weniger als 354 Wasserläufe der Schweiz in Bezug aus ihre Leistungsfähizkeit ausgemessen und er gelangt nach dem mehr als reichlichen Abzug von 93 Pro cent der ermittelten Kraft zu dem Er gebniß. daß die EidLenossenschast über etwa ;i 10,000 Pferdekräfte in Gestalt von Wassergefällen verfügt. Die'e Kraft nuydar zu machen, wird die nächste Aufgabe der schweizerischen Industrie . . ' " . . t : j t einc auf die Verstaatlichung der ' . ze:n, uns es tu oerens int pistoua oaWanerkräfte des Landes aerichtet'e Be eauna eingeleitet. Man will es ver. hinn dak Zvecntanren sich der brachliegenden Kraft bemächtigen und . -,if- ' ... sie dadurch vertheuern. yZeues Tchw'kidwntsmtttel. Wenn Fleiß allein den Ersolg brächte so bätte die ärztliche Welt allen Anlvruch darauf, einen solchen gegen die Lungenschwindsucht zu erzielen. Wie viel ist nicht gethan worden, um die Ur sacke der Krankheit, ifire Entwickelung und ihre Folgen zu erkennen, ihre Pa tlwlogie ist eines der klarsten Gebiete in der ganzen Medicin, und doch wie wenig Erfolg! Trotzdem die wissenschaftliche Welt sich kaum von der kerben Enttäuschung, welcbe Nechs Tuberkulin gebracht, er holt hat, arbeitet man doch wieder rastlos weiter, ein wirklickes Heilmittel gegen d'e Lungenschwindsucht zu entdecken. Von Medikamenten hat sich eine. Zeit lang ' das Kreosot einer großen Borliede zu erfreuen gehabt, und die beüen Beobachter haben unzweifelhafte Besserungen nach Gebrauch dieses Mit ttls conuatirt. Scksn wieder erscheint ein Mittel auf dem Plane. daS die Schwindsucht bekämpfen will. ,. Es ist das Aristol. Wie die Süddeutsche Apothekerzeitung meldet, hat Dr. Nadand aus la Röchefoucault mit jenem Mittel zunächst Versuche bei Tuberculoie und Skrofulöse der Haut gemacht, welche, wie auch von anderer Seite bestätigt ist, günstige Resnltake ergeben haben. In Folge dessen bat jener Ar;t die Anwendung gegen die innere Tuberkulose für gerathen erachtet. Die Darreichung des Mittels ist eine sub uta.ie, und zwar gelangt eine einprocennge Lösung von Aristol in Oliveröl zur Anwendung. Der erste Pati?nt, an dem die Procedur vorgenomwen wurde, war ein siebenjähriges Kind, welches an tuberkulö'er Hüstge-kenN-Entzündung litt. Es erhielt 35 Einspritzungen von im Ganzen 0.25 Gramm Aristol, wonach die Eiterung, welche vorher sehr bedeutend war, auf hörke. Die Felge dieses glücklichen Ergebntsses war für Dr. Nadand Veranlajwng. das Aristol bei 23 Lungenfänrtndzuchtlgen zur Anwendung zu bringen. In sieben Fällen war eine undellreitSare und schnell vorschreitende Besserung die Folge', welche schon über vier Monate anbält. Fünf andere Votienten zeigten wohl gleichfalls schnell foit'chreitrnde Besserung, es traten indeß Rück alle ein, welche eine Wiederaufnähme des Verfahrens nöthig mäch ten. dem denn auch eine endgiltige Befferung folgte. Die übrigen Patienten, außer sechs, mußten von der BeHandlunz ausgeschlossen werden. Sechs Vatienten befinden sich noch in BeHand lang und zeigen eine deutliche Besserung. Die Verbaltnisse haben die ärztliche und Laienwelt gegen jedes TuberkulofenmUtel mit Recht mißtrauisch gemacht, andererseits dürfen aber Mißerfolge nicht dazu führen, ein noch dazu ungefähr.iches Mittel ungeprüft zu lassen. SttUtt Marseillaise mehr. ". Mit der Herrlichkeit deZ Marleil. lane Svielens iü es in Rußland schon wieder vorbei! Diese Nachricht mag den Ohren der russen'übtlgen Franzosen zwar recht befrenidlich 'klingen, ja, sie wgtc pnnlich berühren, und auch einem Tdczl der Herren Russen ist mit dieser Poll'.einlzßregcl gar nicht gedient, aber zu tnchm ist dagegen nichts, das Verbm IM zn bestimmt. SetbMdas stürmisch: Herlangen des hochteehrten Pf M:tas in irgend einem öffentlichen I j". , V . . ' - '-i. anen wuo ren Instrumenten ver erci-utirenden Karelle nicht mehr die Klänge des Revolutionsliedes entlocken können. Tasü? lieferten die lärmenden Cccncn beim Saisonschluß des , Zoolo ai-chen Sartens in St. Petersburg den besten Beweis. - Der Krakehl war zweifklloS vorbereileHh I !w uß! e fcho n auffallen, da beson ders viel Studenten erschienen waren, von denen für gewöhnlich der Zoolo gilche Ganen m keiner Weise bevorzugt wird. Tie Corona dieser seltenen Gäste kielt denn auch nicht lange mit ihren Wün-cht'n zurück. Sie verlangten von der deutschen Kapelle die französische .Nezonalhymne) ster Frank suchte die Schreier durch das mi ffl &n hpr "i ü'Vil U Irhrt i ! vnn ; tit 1 f' luhigcn die zweimal wiederholt wurde, Das half jedoch nichts, denn es wurde 'iVtttl ; ji; v v V;;;,;!!! 4H)I t Vf n t :; vv
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immer lauter gedrauk. ' Alle Htnwetje auf das strenge Polizziverbot nutzten nichts. Das sei nicht wahr, riefen sie; es sei das nur eine Ausrede der verflucht! Teutschen". Um den Skandal nicht noch größer zu machen, ließ Ka pellmeister Frank seine Kapelle abtretcn. Die Musiker zerstreuten sich im Garten, Herr Frank selbst .aber folgte der Aufforderung von zwei an einem Tische sitzenden Ärtillerie-Officiere, bei ihnen Platz zu nehmen. Auch dort war er nicht vor Beleidigungen Seitens der Franzosenfreunde sicher. Die Welsen rühren sich. Der Geburtstag des Herzogs von Cumberland (21. September) hat dem Welfcnthum in der Provinz Hannover Gelegenheit zu Kundgebungen geboten, die sich vielfach nicht darauf beschränkten, der Anhänglichkeit an da5 alte Herr fcherhaus Ausdruck zu verleihen, sondern' ausgesprpchen preußenfeindlich waren. In Osnabrück soll ein Redner die Aeußerung gethan haben: Hanno ver habe 1806 keinen Krieg gewollt; der Feind sei in'S Land gefallen und habe dem Könige nicht nur sein Land, sondern euch sein Geld genommen-. . . . Die Nationalliberalen würden noch Alle nach Kanossa gehen, während die Hannoveraner den Kopf hochhalten würden, so lange bis der Herzog, der jetzt in der Verbannung lebe, wieder in sein Land einziehen und den Thron besteigen werde. Tie Osnabr. Ztg." sieht in dieser und einer anderen Rede, in welcher von wohlverdienten Schlägen der Preußrn bei Langrnsalza" und ähnlichen Tiugen gesprochen worden ist, .eine dre-.st? Her iufordernng derprew zn'Qn -A--Vom Anlande. Californien hat 240 Banken aller Arten mit einem Kapitalüberschuß von $84,754,204. Der Niagara Falls.Tun nel ist jetzt 1.175 Fuß weit ausgehöhlt worden, die gan;en Länge desselben beträgt 3,530 Fuß. Die größte Farm in Georgia besitzt Oberst I. M. Smith; sie umraßt sechszehntausend Acker in Oglethorpe und Madison CountieZ. Seme jährlichen Profite belaufen sich aus ö31,000. Dem Ashley V. Howell, welcher einen Mordprozeß in Darrentown, Ga., zu bestehen bat, wurde dort bei seiner Ankunft eine förmliche Ovation dargebracht.' Frauen in Kutschen warteten auf dem Bahnhof, um ihn zu empfangen. Er stieg in ein; der Kutschen, worauf sich eine Prozession bil dete, die ihm bis zum Gef ngniß das Geleit gab uud ein festliches Ansehen hatte. Seine Zelle war komfortable eingerichtet und mit Blumen geschmückt. Ein weiblicher HandlungS. reisender in Goldwaaren ist die letzte neue Erscheinung auf den Verkehrs straßen in Maine. ES ist eine stattliche, nach der neuesten Mode gekleidete Dame, sie tragt einen Filzhut wie die Männer und kommt von New Z)ork. Sie verstcht ihr Geschäft und verkauft mehr Waaren als einer ihrer, männlichen Konkurrenten. Kein Hotelwirth, Droschkenkutscher oder Eisen bahnbediensteter kann ihr ein Schnippchen schlagen. Die Verwendung der atmospharischen Luft in der Verbindung mit Kohlenzas und hydrokohlensauren Dünsten als. Brennmaterial wird in neuerer Zeit vielfach befürwortet. Durch die Verbindung mit der Luft wird eine größere Hitze erzeugt, das neue Brennma:erial ist die Lust selbst, welche durch einen mäch:igen Strom auf eine weiß glühende Substanz wie z. B. weißglühende Kohlen, reinen Kohlenstoss oder, andere Stoffe, die glühend gemach! werden könnengeleitet wird. Die Kuppel des Thurmes der neuen Stadt halle in Philadelphia wird jetzt nicht von Gußeisen, wie zuerst bestimmt, sondern von Aluminium gemacht werden. ES werden dadurch die Kosten dcS häufigen AnstreicheuS erspart und das Gewicht des Thurmes wird um ungefähr vierhundert, Tonnen erleichtert. 1 Die Broncestätue William P.'nns ans der Kuppel wird eine Höhe von 37 Fuß und ein Gewicht von ungefähr 40.000 Pfund und die Thurmuhr einen Durchmesser von 23 Fuß haben. Ein recht guter Witz gelegentlich des Unterganges des BundesKämpfers IDispatch" wird vom Sena tor Evarts erzählt. Bei einem zu Ehren des in Washington zu Besuch anwesenden britischen OberrichterS Eoleridge mittels deS DUpatch veranstatteten Ausflüge , auf dem Potomac bemerkte der Gast zu EvartS,' er glaube nicht an die Anekdote, daß General Washington einmal einen Dollar über den Fluß " geschleudert habe, woraus Evarts entgeznete, daß zu jener Zeit ein Dollar viel weiter reichte als heute. , Ein interessanter Character der CherokeeNatio ist Frau Stella Christian, w.'lche sich in der conföderirten Armee wahrend des, Bürgerkrieges als tapferer Soldat" auszeichnete. Sie ließ Munter Dem McJntosh, der die Arkansas'Divlsion ', commandirte, ein mustern. In der ' Schlacht von Elk Horn Tavern wurde sie verwundet und da im Hospital ihr Geschlecht entdeckt wurde, entließ man sie auö dem Dienste. Später diente' sie noch ein Jahr unter Gen. Marmaduka und nach Beendigung des Krieges heirathete ne einen Farmer in Kansas. . Sie ist jetzt Mutter von KeuDörMs Als nichtswürdiger B ubensteich muß es bezeichnet werden,' Jemandem lügenhafter Weife durch Mißbrauch des Telegraphen eine betrübende Familiennachricht zu melden. George Huller in Auburn, N. erhielt diefer Tage eine dem Anfcheine nach von seiner "Dch wester K ate herrü h rend eF D epefche aus Sedalia, Mo., welche den Tod und die Zeit des Begräbniijes feines VaterS meldeteHDaraufhinlreisteI fort nach Sedalia, wo er feinen Vater gesund uud munter vorfand. Nachforschungen im Telegraphenbureau stellten fest, daß eine Depesche des genannten Inhalts dort nicht aufgegeben' worden ist. Frau Allen G. Thu rm an ist jetzt achtzig Jahre alt und seit einem dalben Jahrhundert verbeiratbet: das
Verhältniß zu ihrem Mann ist ein sehr liebevolles. Als Thurman in 1833 für die Vice -Präsidentschaft der Ver. Staaten nominirt wurde und ihn ein Comite formell davon in Kenntniß setzte, antwortete er nicht in einer vorbereiteten Annahmerede, sondern sagte dem Comite: Fragt Mary daruni." Zuerst schüttelte diese den Kopf und meinte, er sei zu schwach, um den Wett lauf zu machen. Man mußte sie durch Ueberredung gewinnen und als sie schließlich einwilligte, machte er nur die Bemerkung: Alles ist recht, was Mary sagt. Eincentstücke von 1877 ge. hören zu den Seltenheiten. In dem Jahre waren die Zeiten schlecht und die Nachfrage nach Centstücken war gering, so daß verhältnißmäßig nur wenige ge prägt wurden. Ein Münzensammler berechnete, daß von Eincentstücken, welche ihm durch die Hände gingen, im Jahre 1887 nur 0.0048, 1882 nur 0.0034, 1883 nur 0.0032 und 1884 nur 0.0023 v. H. im .Jahre 1877 ge prägt waren. In diesem Jahre wies unter einem Quart Eincentstücke, welche in einer automatischen Maschine einge gangen waren, nur ein einziges die Jahreszahl 1877 auf Einem Sammler, welcher schon seit Januar 1878 auf solche Eincemstücke Jagd macht, ist eS bis jetzt nur gelungen, 84 davon zu sammenzubringen. Das neue(5olumbia-Thca ter in Boston sollte am letzten Montag mit großen Ceremonien eröffnet wer den, es ist aber aus sonderbaren Gründen nicht fertig geworden. Auf dem
Ettwelhungs'Programm war Hr. G. W. Brown, der d:e Au'sicht über, den Bau leitete, als Vormann der Back steinleger- anstatt Superintendent" angeführt morsen und das beleidigte Hrn. Ärown so fürchterlich, daß er die Arbnten einstellen ließ. Seine ganze Arbeiterschaar, Schreiner und Maurer, etwa 250 an der Zahl, erklärte in grotzer Entrüstung, die Arbeit nicht eher wieder aufnehmen zu wollen, als bis der Ehre und Würde ihres Superin tendenten Genugthuung geworden sei. Andere hundert Arbeiter wurden infolge dieses Verfahrens befchästigungslos. Der Theater-Verwalter entschul digte sich mit der Ausrede, daß nur ein elender Irrthum vorläge, und er ließ den Titel Browns auf dem Programm ändern. DaS genügte, denn am nachstm Tage gingen die Leute wieder an die Arbeit; sie ließen den Kopf hangen, den sie am Tage vorher so hoch getragen dattcn, und schienen zu fühlen, daß äe sich reckt lächerlich emacht halten. Maine hat diesen Herbst einen Merkwürdiaen Witterungswechsel erfahen. An einem Tage der letzten Woche trat im oberm Penobscot Thale scharfer Frost ein und Bäche und Teiche waren mit einer Eisdecke überzogen. Am nächsten Tage zeigte das Thermo meter !)0 Grad im Schatten. .iVom Auslande. Ein deutscher Frauen tag fand am 28. v. M. in Dresden statt. Fräulein Auguste Schmidt-Leipzig er öffnete denselben durch einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über die Berufsthätigkeit der Frau. Die Rednenn beleuchtete, die geläufigsten der Vorwürfe, die gegen die Ausbildung der Frauen für eine besondere Berufsthätigkeit erhoben werden, und führte dabei Folgendes aus: Die treibende Kraft im häuslichen Leben der Frau ist die hingebende Liebe. . Die Frmde am Häuslichen ist individuell und wird durch keine Berufstbätigkeit an und für sich unterdrückt; auch eine junge verhei rathete Frau zeigt oft nur geringen häuslichen Sinn. Dem Vorwurfe gegenüber, daß die Frauenarbeit der Arbeit deS Mannes Konkurrenz mache, fei unter anderem entgegen zu halten, daß statistisch nachweisbar ohnehin mehr als die Hälfte aller Frauen bei der Erhaltung der Familie mitarbeite, und eS fei ungerechtfertigt, daß bei gleicher Arbeit der Lohn verschieden sei. Wer vom Verlust der Weiblichkeit im Berufs leben spreche, solle berücksichtigen, daß weiblich gleichbedeutend sei mit menschlich, und das .echt Menschliche zeige sich in dem Saale, wo die Studentin secirt, oft besser und mehr, als .im Ballfaale. Ein Vater aus den höheren Ständen begehe ein Verbrechen, wenn er feine Tochter für höhere Ansprüche erziehe, sie aber dann mittellos und für eigenen Erwerb unvorgebildet zurücklasse. Äuch die Frau wolle am Ende ihres Lebens sagen: Ist eS'köstlich gewesen, so ist Mühe und Arbeit gewesen." Der ehemalige Secretär des älteren Dumas, Janionte, ist in Amelie.leZ-Bains gestorben. Jan sonle, der zu den seltsamsten Gestalten der literarischen Boheme gehörte, war einer der ärgsten Schmarotzer, die jemalS gelebt haben. , In seiner Eitel Zeit,' die keine Grenzen kannte, rühmte er sich oft, die bedeutendsten Werke, die Alexander DumaS psrs zugeschrieben würden, verfaßt zu haben. Noch im vorigen Jahre trat Jansonle mit der Behauptung auf, daß Der Graf von Monte Christo- ünd Die drei MuS kethiere" seine ureigensten Werke seien. Diese Behauptung war um so lächerlicher, als Jansonle nachweislich weder , orthographisch : ! schreiben noch richtig lesen konnte. Daß ihn Dumas trotzdem zu seinem, Cecretär machte, ist durchaus nicht wunderbar. , Dumas ließ sich eben sein ganzes Leben lang dupiren. Wie sich ihm Jansonle einschmeichelte, da? ist eine ganz költliche Geschichte, die, so , phantastisch sie klingen mag. als durchaus wahr verbürgt ist. Eines Tages stellte sich dem berühmten Schriftsteller ein Mann vor, der eine Schlangenhaut vorzeigte und behauptete, daß daS die Haut einer Schlange sei, die der General Dumas der Vater des älteren Dumas in Egypten getödtet habe. Dumas war außerordentlich gerührt, behielt den Schlangenmenschen" bei sich und machte ihn später zu seinem Secretär. und der Schwindler Jansonle wußte sich ; trotz seiner haarsträubenden Ignoranz bis zum Tode des Romanciers in dieser Stelle zu behaupten. Auf seiner jüngsten Manöverreise hat Präsident Carnot in RheimS und in Epernaq natürlich einige der weltberühmten Champagner fabriken besticht. In RheimS mußte die Auswahl schwer werden, wurde aber
dadurch erleichtert, daß der Präsident der Republik die Veuvs Ciicquot nicht gut befuchm konnte, weil die jetzigen Besitzer dieses HauseS, die Herren Werke (aus Wetzlar stammend) rö mische Grafen sind und überdies die Herzogin von Uzes' ihren Antheil als Urenkelin der Gründerin verkauft hat, um von dem Erlöse drei Millionen dem bsnlaugistischen Feldzuge gegen die Republik zu widmen, daß die EhefS des Hausts Louis Roederer ebenfalls Royalisten find und daß die Chefs der anderen bedeutenden Marken" beinahe sämmtlich der deutschen Nationalität angehöre. Unter diesen Umständen konnte in RheimS nur die Firma Pom mery und Greno in Betracht kom men, deren Kellereien Herr Car not eingehend besichtigte. Aber auch andere Industriezweige von Rheims beanspruchten daS Auge des Staats Oberhauptes, so daß der Präsi deut sich verspätete und etwa zwanzig Minuten später im Stadthause eintraf, als programmmäßig daS ihm zu Ehren v?n der Municipalität gegebene Diner feinen Anfang nehmen sollte. Man kann sich daS Erstaunen des Präsidenten und der ihn begleitenden Minister und hohen Beamten vorstellen, ' als sie beim Betreten des Festsaales den Maire, die Gemeinderäthe und die übrigen Eingeladenen bereits beim Essen trafen; die Suppe war verzehrt, und die Gäste be schäftigten sich gerade mit der Vertil gung der verschiedenen Kars dWiv
res Der peinliche Eindruck, den diese Ungenirtheit der kommunalen Wirthe machen mußte, scheint bald überwunden gewesen zu sein, wenigstens hat der Maire Dr. Hemot eine sehr lange Rede gehalten, worin er Herrn Carnot ge dührend dafür gefeiert hat, daß er den Franzofen das vollste Vertrauen auf das rezelmäßige Functioniren der republikanischen Institutionen zurückgegeben habe. An einem SonntagMor gen war in der Redaction deS , Pariser Petit Journal" ein Brief nachstehenden beweglichen Inhalts eingelaufen: ariS, 2. September 1891. Mein Her:! Als eifrige Leserin des Petit 4urnal" erlaube ich mir, Ihnen genaue Nachricht von unserem Selbstmorde zu geben, damit nicht etwa Ihnen ein Reporter eine falsche Meldung macht. Mama und ich sind ConciergeS im Hause No. 3 Rue Saint Philippe-du-Roule. Seit neun Jahren. Niemals ist eine Klage über uns erfolgt. Vor 13 Monaten wurde daS HauS an Madame D. verkauft. Ihr Knecht, der gleichzeitig ihr Geschäftsmann ist, und sie selbst versicherten uns, wir könnten bleiben. Gestern wurde uns auf den 1. October gekündigt. Gleichzeitig sagte sie, sie habe uns'keinen Vorwurf zumachen, sei im Gegentheil sehr zufrieden mit unseren Dienstm. WaS sollen wir jetzt anfangen? Wo einen Dienst sinden? Alles ist überfüllt, auf jeden Platz, der frei wird, kommen fünfhundert, die sich darum bewerben. Wer nimmt sich zweier armen Frauen an? Ein leichtes Leben wollen wir nicht führen. . Lieber sterben! Und so treten wir denn die große Reise an, die uns aus aller Noth dieses elenden LebenS ' befreit. Geneh migen Sie, mein Herr,' unsere Entschub .. .. ' t . V '. t vigung wegen oer Vetajllgung uno ole Versicherung unserer Hochachtung. Witt we Möseri, geborene Esther Marteau, Wittwe Marteau, geb! Mandnit. Die Polizei wurde benachrichtigt; man stürzte nach dem bezeichneten Hause. Die Wohnung der Thürhüterin war verschlossen. Man öffnete; am Boden lagen zwei bewußtlose Frauen. Sie hatten durch Gasausströmung den Tod gesucht. Es wurden Aerzte geholt, deren Bemühungen es gelang, die Mutter in's Leben zurückzurufen. Sie liegt jetzt im Hospital Beaujou. Die Tochter war todt. Am 27. September waren es hundert Jahre, seit Frankreich den Juden die vollständige Emancipation bewilligt und sie als erster aller Staaten den anderen Bürgern in jeder Beziehung gleichgestellt hak. Fast alle Blätter besprechen heute ausführlich diefen Gedächinißtag und heben hervor, daß auch die Juden in den anderen Staaten ihre spätere Befreiung dem von Frankreich gegebenen Beispiel zu danken haben. Das Urtheil, daS' bei die fer Gelegenheit über die Juden gefällt wird, lautet nicht sehr übereinstimmend. und wahrend die einen sich zu der da mals ergriffenen Maßregel bedingungSlos beglückmünscheA und ihre Folgen als nach allen Seiten segensreich bezeichnen, machen andere.doch starke Einschränkungen. Die ersteren' führen mit Recht aus, daß die Juden - Emanciva tion in keinem Lande so. vollständig durchgeführt worden ist, als hier, und sie heben hervor, daß das Judenthum dem französischen Staate höchst veröienstvolle Männer geliefert hat auf den Aebieten der Wissenschaft, der Industrie, der Politik und auch des KriegeH : Von der anderen Seite wird das nicht in Abrede gestellt, aber es wird 'j dagegen ein gewandt, daß die Juden einen -, mit ihrer Zahl in größtem Mißverhältniß stehenden Einfluß ausüben und auf vielen Gebieten geradezu die Herrschaft an sich gerissen hätten. Vor 1791 waren die Juden so schreibt der Figaro nichts . uno sogar weniger als ktichts. Heute dagegen wären sie nach vem genannten Blatt alles oder doch fast alles". Darin liegt nun ebenso tineUebertreibung als in denjenigen Artikeln, welche die Behauptung aufstellen, daß alles, was die Einwirkung der Juden in Frankreich geschaffen habe, auSnahmsloS für Frankrelch zum Segen ausgefallen fei. Immerhin ist festzuZellenA daß; htv Antisemitismus 4 in Frankreich lroh aller Drummond'schen Bestrebungen weit? weniger Bedeutung und Ausdehnung gewonnen hat als in Teutschland, was zum Theil an der geringen Anzahl von Juden liegen dürste, die sich in Frankrelch aufhalten. Man hatte meinen!! sollen, daß sie grade das Land mit Vorliebe aufgesucht haben müßten, daS ihnen, zuerst die Freiheit bot, und man sieht nicht ohne Erstaunen, daß ihre Zahl in Frankreich nach den letzten amtlichen Angaben nicht mehr als 7,850 beträgt. Das Urtheil der Hausfrauen geht einstimmig dahin, daß H. Schmedel's Bürsten die besten sind. 423 Virginia Ave.
Eisenbahn -Tabelle
Ankunft und Abgang der verschiedenen Eisen bahnzüge im Union Depot, Indianapolis. Vandalia. Abgang-PoMug 7WVm Expreß 11 50 Km Erpreß 1 00 An: Accomodatwn 4 w Am Expreß 7M Nm Expreß...: 1100 3ha Ankunst-Erpreß 3MNm Erpreß 4 15 Accomodation 10 00 Vm . Erpreß 2 M Vm Schnellzug 5 20 Vm Accomadatwn 7 43 Nm Cleveland, Cincinnati, Chicago und St. Louis. Indianapolis und Cleveland Division Abgang Expreß 6 30 33m Expreß 9L5Vm Expreß 11 45 Vm Limited Expreß 3 20Nm Expreß.. 645 91m Ankunft Expreß 7 00 3?m Expreß .. , 11 10 Vm Limited Expreß 11 55 Vm Expreß 5 00Nm Expreß -l0 50Nm : St. LouiS Division. Abgang Expreß 7 30Vm Limited Expreß 12 03 Nm Erpreß S 20 Nm Expreß, täglich 10 55 3lm Ankunft Expreß täglich 3 Ä1 9 25 Vm 2 55 Vm 6 20 Vm expreß . . Limited Expreß - Expreß Chicago und Cincinnati Division Abgang Schnellzug -östlich. 3 55 Vm 7 05Vm Accomodation tagUa).. C f 4. - 1' . " Accomodation 10 55 Vm Postzug 3 00Nm Accomod. snur Sonntags). S wNm Accomodation 6 45 Nm Ankunft-Nushville Accomodation.10 35 Pm Postzug 1150Vrn Jnd'pls Acc. (nur Sonnt.).IS 35 Nm Accomodation 5 00 Nm Accomodation 10 45 Nm Schnellzug 12 15 Nm Chicago und Cincinnati Division westlich. Abgang Accomoöation 7 10 Vm Sämell-Post 12 01 Nm , . Lafayette Accomadation 5 15 Nm Schnellzug 12 30 Vm Ankunft Schnellzug... 3 20 Vm Lafayette Accomodation ... 10 45 Vm Schnellpost.. 2 50 Nm Accomodatwn 6 15 Nm Peoria Division westlich. ' Abgang Expreß 7 45 Vm Expreß .12 03Nrn Danville Accomodation 5 05 Nm Expreß 1 52 Nm Ankunft Expreß 3 15 Vm Danville Accomodation 10 40 Vm Expreß 2 40 Nm Expreß st :n Nm Peoria Division östlich. Abgang Expreß 3 35 Vm Accomodation.. 5 30Vm Expreß 3 05 Nm Ankunft Expreß H 45 Vm Accomodation 9 00 35m Expreß... w 30 Nm Lake Erie und Western. Abgang Expreß 7 15 Vm Expreß...... . 1 20 Nm Erpreß 700Nrn Schnell-Expreß 11 10 Nm Ankunft Scknell.Expreß 3 20 Vm Expreß 10 30 Vm Expreß 2 50Nm Expreß .' 20 Nm Pittsburg, Cincinnati, Chicago und St. Louis. Indianapolis Division. Abgang Expreß s 4 45 Vm Columbus Accomodation... 00 Vm Expreß 3 00Nm Richmond Accomodation. . . 4 00 Rm Expreß.. 5 30Nm Ankunft Richmond Accomodation S 00 ?m Schnellzug 11 40 Vm Expreß 12 50 Nm Accomodation 3 45 Nm Expreß 50 Nm Expreß 9 00 Nm Chicago Division via Kokomo. Abgang Expreß 11 05 Vm Expreß Ii30Nm Ankunft Erpreß 3 30Vm Expreß 3 45 Nm Louisville Division. Abgang Expreß 3 40 Vm $ Louisville Accomodation.. . 8 00 Vm Schnellzug. 3 55 Nm Accomodation 4 3J Nm Ankunft Accomodation 1025 Vm . . Schnellzug 1100Vm . Accomodation 6 00Nm Spezial täglich 10 50Nm Cincinnati, Hamilton und Jndianapolis. Abgang Expreß 3 55 Vm Cincinnati Accomodotion ..10 45 Vm Expreß...... 3 00Rm Expreß ...,,.,.. .... 3 30 ?!ni Expreß.. 30 Nm Ankunft Accomodation Ö 15 Vm Expreß,.... 11 15 Vm Expreß , ... 7 45 Nm ' Expreß 10 55 Nm Expreß . . . ......... . .12 35 Vm Indianapolis und Vincennes. Abgang Expreß ....... ........ 730 Vm Vincennes Accomodation... 4 10 Nm Ankunft Vincennes Accomodation! t 00 Nm Expreß. .. ... . . . . .... . . .. 5 05 Nm Cincinnati, Wabash und Michigan. ' ' "if'v'v 'y .!,;.;, ' ' . ". ' Abgang Expreß . .. . . . . .... ....6 30 Vm y'T" Erpreß ....... ........ .4 .11 45 Vm ; Expreß v... .. . . v v. . . . :-6 45 Rm Ankunft Expreß . i . . i . . . . . ...11 10 Vm j';;; Expreß.. .... . ... ....... . 5 00 Nm Expreß .............. . . 10 50 Nm Indianapolis, Decatur und Western. ,..!,',.,. , ' , s ;; ; ' - ' l , , "!:.,,., ' : .. . ' . ,. ,; ;.;'!;. j,. ,,,,! fj 'AbganaGrpxeßlisiÄ Accomodation . . ' 20 Nm Schnell Expreß... . . . . . ... 1 1 00 Nm Ankunft Schnell.Expnß ........ 3 30 Vm Accomodation ....... ,,10 10 Vm RW.ErreßL!LM? Louisville, New Albany und Chicago. linj.iv;1! n.i: ,,i'- -.ip;-.' '' T't ' -. ;!r'i'!llip"-ir' -i ! liii Äbgan ExpreßAßWHH JQnW-iU.ll3S'm Monon Accomodation ..... 5 20 3!m ÄnkmftxpreßVM VkAlst'KZs Monon Accomodation 10 40 Vm Expreß 3 20 Nm i. vtcui.: MAO.OS jrMrl Wlnf auJ 17 jafca E. vwwwwio, j rvj,wk. i .wi wr m. 7 mmf mot luki Bioch, kul irmeh jom quick ly hor u un fron tif iv aas M im lrt, Mus. j oa f. mm. Uvih mm, il (. I oy rt f Agmki, rern na ectfnjwcac kt konM, rimg all Jvut tin,. tpar nMM.U ouljr t. tli rurk. AU la now. tinmt ff 81 Kk tut mr wvrk.tr, Vn tart .ou. Atrabhltir .ryrlilBf. EA1LT, SfEtl'iLV learucfL TAKlICtUtlUt tUEE. AMnm ! ot, wuwi la., tvjinjuii, aiui,
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nöuns ist das einzige Blatt in Jndiana, wel. ches die Interessen des Volkes gegenüber der Macht der Plutokratie vertritt. Als Organ des Volkes und nicht einer Partei oder Parteiinteressen kämpft sie unentwegt für Freiheit. Recht i auf allen Gebieten deS Lebens. - Die Arbeit des VolkeS ist die Schöpferin alles Wohlstandes und darum wirken wir für solche soziale Reformen, welche die Arbeit zur freude bringenden Lust, statt zur niederdrückenden Last machen. Jeder fortschrittlich Gesinnte, sollte eS als moralische Pflicht empfinden Leser der Jndiana Tribüne zu sein. DaS reichhaltige Sonntags i Blatt bietet eine Fülle unterhaltenden Lesestoffes. Der Abonnements - Preis der täglichen Tribüne' ist Z.2o, deS SonntagSblattS Je, beider zusammen II CtS., per Woche - oder 63 Cts. per Monat. Durch die Post versandt, kostet daS Tageblatt 93, daS Sonntagsblatt . . ,, t ,r. $2 per 2ahr, beide zusammen $6 in Vorausbezahlung. ' vw t v '!,ii!i:;, "!!,. fpff'fMHr?tefxiiffotn v tvw m vw 'wr v,i-t - -: -tn : r: 'S-iiiiEH'ii pi;'S- 'i' i!-.;!1!!'-!:;;; 1 00- -rh.- : ,;; . ' !v'!i!,!: d.. t ., aller Art werden rasch und billig aus-yi-'-rfm. gefuhrt ijt -:?'::lllf:ft Conslitutionen, r'fSfil GeÄästSkarttttk! Briefköpfe, iirfulstrel Programme u. f. w iÄSS'fe; : s . . tf-;:; für Geschäftsleute und Vereine werden geschmackvoll 'Qu3ßefü$rt.; sliiijlitiiiis-ä li j EfeiiC : 1 '! i' i ll'ftiiii-1!; iW' ül pMSi:'öfii; Indianapolis, Ind.
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